Das VHScamp gefangen in der Zwischengeneration

Der Himmel war grau und Hamburg zeigte sein bekanntes Gesicht, als ich beim VHScamp eintraf. Es war für mich das erste und vielleicht auch einzige VHScamp, was ich an diesem Freitag besuchte. Im Gepäck hatte ich die Erfahrung vom größten Volkshochschulkurs aller Zeiten, den wir gemeinsam mit den Volkshochschulen Bremen und Hamburg letztes Jahr durchgeführt hatten. Über 2.000 Teilnehmer waren bei “Das digitale Ich” dabei und wir waren alle sehr zuversichtlich, damit ein Zeichen der Kooperation gesetzt zu haben. Ob es wirklich so war, wird jedoch die Zukunft beantworten.

VHScamp 16 Logo

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In Hamburg trafen sich ca. 150 begeisterte und voll motivierte VHS-Kämpfer, die ihre Volkshochschulen lieben. Gemeinsam wollten sie über eine zeitgemäße moderne Volkshochschule diskutieren, die auf dem Weg ins – inzwischen schon 16 Jahre alte – 21.Jahrhundert ist. Themen gab es genug und Redner auch. Selten hab ich bei einem Barcamp so viele Session-Anbieter gesehen und am Ende war der Timetable schneller voll, als man ahnen konnte. Externe Besucher waren die Ausnahme, ich denke es waren nicht mehr als zehn, und so war das VHScamp eher eine interne Veranstaltung.

Ich selbst habe zwei Sessions angeboten. Bei der ersten ging es um Flüchtlinge und ich habe unsere Erfahrungen vom #DEU4Arab MOOC vorgestellt. Ich finde die Daten aus der Evaluation immer noch höchst spannend und das Feedback war entsprechend positiv.

Einfach einen Link setzen

Das Interesse der Volkshochschulen an dem Kurs war danach auch recht groß, aber man merkte dann doch, dass es für VHSen ungewohnt war, plötzlich einen digitalen kostenfreien Kurs nutzen zu können. Wie man denn jetzt diesen Kurs bekommen könne, wurde ich gefragt und ich sagte: “Einfach einen Link setzen” und jeder kann ihn nutzen. Aber da hab ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn einen kostenfreien Kurs in das halbjährliche Kursbuch einzubauen, wäre jetzt doch wohl zu einfach. Dazu benötige man doch ein Startdatum, einen Dozenten und überhaupt. Wer nutzt schon einen Online-Kurs, wenn es doch auch mit Blended Learning vor Ort geht?

Bei den nächsten Sessions ging es mit vielen digitalen Ideen weiter, seien es Videokonferenzen oder Snapchat, Webseiten oder Learning Spaces. Und was sind eigentlich Erweiterte Lernwelten? Und wieder ging es um “Die Technik muss der Didaktik folgen” (einer der dümmsten Sätze des E-Learnings) und wie krieg ich WLAN in die Volkshochschule (bei Starbucks klappt es doch auch).

Die Volkshochschulen bewegen sich hier in der Zwischengeneration. In diesem Spannungsfeld der erfolgreichen alten Tagen, wo man mit Sprachkursen, Fotografieren (mit eigenem Entwicklungslabor inkl.Dunkelkammer) und Töpferstudio ganze Familien begeistern konnte und der Zukunft, wo alles digital ist. Wo Kursangebote per Video vorgestellt werden und die Anmeldung am besten per Facebook klappen sollte.

Disruption der Volkshochschulen

Brisant ging der Tag dann gemeinsam mit Karlheinz Pape zu Ende. Wir haben eine Session über die Disruption der Volkshochschulen gehalten, wo wir einige Fakten von Udemy, mooin und Udacity erzählt haben (ich empfehle hier die Blogbeiträge von Karlheinz Pape und das Interview vom CEO Dennis Yang). Haben  Volkshochschulen ein Interesse, die Pflicht oder überhaupt eine Chance digitale Bildung anzubieten? Wie es in Deutschland üblich ist, wird dies erstaunlich oft und qualitativ hochwertig diskutiert, jedoch fast immer mit dem gleichen Ergebnis. Es passiert außer Gerede halt nicht viel. Sollte es wirklich ein digitales Angebot von Volkshochschulen geben, so müsste es meiner Meinung nach zentralisiert für alle 920 VHSen gemeinsam passieren und es hätte vor ungefähr 18 Monaten online gehen müssen. Dazu bräuchte man ungefähr ein Team mit 50 Entwicklern, einem digitalen Vertrieb und natürlich medienkompetenten Mitarbeitern. Das letzte sehe ich, den Rest leider nicht.

Die Zukunft der Volkshochschulen ist analog

Es sind die vielen Einzelgespräche, die mir den Mut einer digitalen Volkshochschule rauben. Mit dem ichMOOC haben wir einen tollen Auftakt gemacht, der Kurs veraltet aber gerade auf mooin und wartet auf einen Relaunch. Weder Hamburg noch Bremen werden eine zweite Durchführung schaffen, dessen bin ich mir inzwischen sicher. Die Macher vom ichMOOC haben inzwischen entweder die VHS verlassen oder sind mit anderen Aufgaben beschäftigt. Digitale Angebote sind in Zeiten von Flüchtlingen nicht mehr wichtig (wenn die sich mal den FlüchtlingsMOOC anschauen würden) und andere Schwerpunkte werden gesetzt. Wenn ich Aussagen (oder sind es Verzögerungstaktiken?) höre wie, das gebe ich einmal in meinen halbjährlichen Arbeitskreis weiter, dann sehe ich, wie schnell diese Institutionen arbeiten und denken. Auch das einfache Machen ist nicht vorhanden, denn man will immer noch den komplizierten Weg gehen, d.h. man braucht doch unbedingt diese MOOCbars. Man setzt auf Blended Learning Konzepte, damit man alle abholen kann. Das ist natürlich wichtig und liest sich idealistisch, aber wenn es dann so kompliziert ist, dass man wegen der schweren und damit teuren Organisation das nicht mehr hinkriegt, sollte man doch auch einmal über den einfachen Weg nachdenken.  Inzwischen denke ich, die Durchführung vom ichMOOC wäre ohne Volkshochschulen einfacher als mit ihnen, obwohl mich das sehr traurig macht. (Es gibt jedoch eine kleine Hoffnung und ein paar Ideen hab ich natürlich auch noch.)

Parallel explodiert Udemy und keiner setzt was dagegen. In den nächsten zwei Jahren werden solche Anbieter Deutschland überollen. Udemy diskutiert über 1.000 Kurse, wir über einen! Egal was mit dem ichMOOC passieren wird, es ist egal. Der Kurs hat keinen Dominostein angestossen. Er hat aber gezeigt, was man mit motivierten Menschen und Willen schaffen kann und hat die Latte für digitale VHS-Angebote sehr hoch gelegt, vielleicht sogar zu hoch.

Die Zielgruppe wird auch digital

Die Digitalisierung erreicht inzwischen auch die Best Ager. Ein Drittel aller 65+ nutzen inzwischen das Internet und das wird nicht weniger. Immer mehr sind vertraut mit Smartphones, Laptops und den Social Networks, doch Volkshochschulen sind hier selten vertreten. Die Zielgruppe(?) bewegt sich, die VHSen weniger und das Konkurrenz-Angebot ist nur einen Klick entfernt. Parallel entwickeln sich die Angebote immer weiter und wie ich bei meiner Session am Ende sagte, die Angebote werden immer besser. War E-Learning vor 10 Jahren noch ein Abenteuer, so ist es heute Standard, aber morgen wird es dank Künstlicher Intelligenz und Big Data qualitativ noch ganz anders aussehen. Die Zeit der Pilotversuche ist jetzt vorbei, die Angebote werden jetzt massiv ausgebaut.

Die Braut, die keiner will?

Soll man die Volkshochschulen trotzdem nicht unterschätzen? Immerhin reden wir hier über 920 Institutionen und zum VHS Tag kommen Schwergewichte wie unsere Bildungsministerin Wanka und Bundespräsident Gauck. VHSen stehe für Erwachsenbildung und Life Long Learning und sind ein Eckpfeiler unserer Bildungspolitik. Ich glaube trotzdem, dass VHSen, so wie sie heute sind, in 10 Jahren keine große Rolle mehr spielen werden. Sprach,- EDV-, Fotografie- und wahrscheinlich sogar Strick-Kurse werden online stattfinden. Volkshochschulen können nicht skalieren (werden sie auch nie können) und werden daher auch nie digitale Angebote haben. Sie werden die analoge Raststätte neben dem digitalen Highway sein (das Zitat ist nicht einmal von mir), aber im Spiel der Großen werden sie nicht mehr mitspielen. Ich hoffe sehr, dass ich mich irre.

Und das VHS Camp?

Hier noch einmal ein Extra-Lob an diese tolle Community. Das VHScamp war natürlich super organisiert, die Sessions waren hochwertig, das WLAN hat funktioniert und das Essen war gut. Die Google+ lebt auch und es geht auch mächtig voran. Ich war erstaunt, wie viele schöne Projekte es da alles gibt und trotzdem sind es doch meist nur Insellösungen, genau wie bei den Hochschulen. Eine Gesamtstrategie ist nicht zu sehen.

 

  1. Karlheinz Pape says:

    Stimme Andreas Wittke voll zu. Da waren viele motivierte und tolle Leute aus den vhs beim vhsCamp16. Aber es gibt keine zukunftsfähige Strategie, das Projekt Erweiterte Lernwelten des DVV wird die vhs nicht retten. Aktive Vernetzung und dezentrale Verabredungen für gemeinsames Vorgehen wäre eine Riesenchance in so einem flächendeckenden Verbund. Davon war nichts zu spüren.

  2. Andreas, danke für deine ehrlichen Worte. Auch wenn ich weiß, dass du garnicht anders kannst 🙂

    Als Volkshochschule Mitarbeiterin und ichMOOC Moderatorin muss ich dem entgegensetzen, dass es den ichMOOC ohne Volkshochschulen garnicht gegeben hätte. Gerade die große Besonderheit des ichMOOC: die MOOCbars sind nur mit dem Volkshochschule-Netzwerk möglich gewesen. Auch ein MOOC in digitaler Grundbildung zu machen steht Volkshochschule näher als der höheren Bildung – im Moment noch. Ich gebe dir recht, was die Weiterführung des MOOCs angeht. Dazu hätte ich mir auch einen anderen Umgang der Bremer und Hamburger VHS-Leitungen gewünscht.

    Zwei Gedanken möchte ich noch deinem Beitrage entgegensetzen:
    In Zukunft werden die Grenzen zwischen den Institutionen und den verschiedenen Bildungsbereichen fliessender werden müssen um Live Long Learning zu ermöglichen. Auch Volkshochschule gehört im Bereich Erwachsenenbildung mit dazu und wird auch 2030 noch dabei sein (ich schätze mit ein Viertel bis ein Drittel weniger Standorten von den 920 in deinem Beitrag genannten).

    Volkshochschulen haben durchaus ihre Stärken, wenn auch aus der Perspektive eines reinen Onlinere nicht gleich sichtbar: wir sind regional, wir haben eine enge Kundenbindung und wir sind haptisch. All dies sind Qualitäten, von denen ich mir sicher bin, dass sie in Zukunft zunehmend mehr gefragt werden. Als gute Balance zu den Online-Angeboten. Und eben wegen dieser Stärken wird es sie 2030 noch geben. Vielleicht nur die, die rechtzeitig eine Wissens-Lounge, freies WLAN, ein Holodeck und Live-Long-Learning Assistants eingerichtet haben 🙂 – aber es wird sie geben weil sie gebraucht werden. Davon bin ich überzeugt.

    • Liebe Nina,

      natürlich hätte es den ichMOOC ohne Euch nicht gegeben. Was haben aber die MOOCbars bewirkt? War das emotional? Ich vermute ja. Messbar war es jedoch nicht. Allerdings hab auch ich immer gesagt, dass sie wichtig waren. Ich glaube jedoch weder an Blended Learning Konzepte, noch an synchrone Videoveranstaltungen (das letztere macht jedoch bei SPOCS Sinn). Ich lass mich jedoch immer gern vom Gegenteil überzeugen 🙂

      Ob es VHSen in 20 Jahren noch gibt, wird die Zukunft zeigen. Ich finde lokale Buchhandlungen und Tante Emma Läden auch super und trotzdem war ich nie dort. Jeder weint angeblich Videotheken nach, aber war vor 15 Jahren zum letzten mal in einer. Wenn der Markt Balance und Haptik will, dann wird es funktionieren, ich dachte aber eher es geht ums lernen. Ich hab viel von den Stärken der Volkshochschulen am Freitag gehört und es erinnert mich an: “Das kein Bug, das ist ein Feature.”. Wer glaubt, dass man ohne WLAN, ohne Social Networks, ohne digitale Kursplanungen, ohne flexible Zeitmodelle und ohne flexible Kostenmodelle im Jahr 2030 noch Bildung verkaufen kann, dem sei es gegönnt 🙂 Und falls es dich tröstet, ich glaube auch, dass es die Volkshochschulen noch geben wird und sie werden bestimmt richtig gut sein und vielleicht haben die eine Kooperation mit Udemy oder mit oncampus und bieten lokale Lernerlebnisse an. Wer weiss das schon.

  3. Peter Kabitzsch says:

    Ganz schön harte Worte, Andreas!
    Einigem stimme ich zu, bei vielem muss ich aber doch etwas dagegen halten.

    Das alle Bildungsangebote wirklich vollständig digital sein werden, glaube ich nicht. Und zwar aus folgenden Gründen:

    Bisher gibt es aus meiner Sicht wenig didaktisch gute digitale Konzepte, die nicht ausschließlich auf der Kombination Video + Text basieren. Das hat den Nachteil, dass diese Methode nur eine bestimmte Lerngruppe anspricht, längst aber nicht alle. Des weiteren kann damit ausschließlich Wissen, weniger aber Kompetenzen und Fertigkeiten vermittelt werden. (Man versuche nur mal, einen Handwerker rein online auszubilden!)

    Die (Weiter)Bildung über dezentrale und zeitlich freie Angebote nutzt nur ein kleiner Teil der Bildungselite, denn das Lernen über digitale Angebote muss auch gelernt sein – und da hapert es gewaltig. Man muss nur mal vergleichen wie viele Kinder und Jugendliche zwar im Internet “zu Hause” sind, dies aber nicht für eine gezielte Bildung nutzen. In diesem Punkt sind die Schulen (und das Lehrpersonal) nämlich noch wesentlich träger, als die VHSn. Genau deshalb sind auch Blended Learning Angebote der VHSn so sinnvoll. Schwimmen haben wir auch nicht gelernt, in dem wir ohne Begleitung / Aufsicht in tiefes Wasser gesprungen sind.

    Online Angebote vernachlässigen zwei riesige Vorteile der Präsenzangebote:
    Die Zwischenmenschlichkeit und die Ortsveränderung.
    Ein Dozent, der einen Lernenden wegen einer guten Antwort mal lobt, ein Gelächter in der Gruppe wegen eines Versprechers oder ein gemeinsamer Kaffee in der Pause ersetzt mir kein Chat, kein Twitter kein Facebook etc.
    Und – durch das aufsuchen eines speziellen physischen Lernraumes kann ich mich besser auf das Lernen konzentrieren, da ich weniger abgelenkt bin. (Ich für meinen Teil musste während des Studium z.B. auch immer in die Bibliothek gehen, um Hausarbeiten zu schreiben. Nicht weil da die besseren Bücher standen, sondern weil ich ansonsten lieber Fenster geputzt und Staub gesaugt habe…)

    Daher wird es sicherlich auch in Zukunft beides geben. Online Angebote wie udemi etc. und VHSn. Das VHSn Onlineangebote mit in ihr Portfolio aufnehmen müssen, ist aus meiner Sicht unbestritten. Aber sie müssen das Rad nicht neu erfinden sondern sich aus dem vorhandenen Onlineangebot die besten Dinge heraussuchen und diese didaktisch in ihren Kursen aufarbeiten. Das es dabei an den Strukturen scheitert, wie du ja anhand des Flüchtlingsmooc schreibst, ist schade und gehört verändert. Wenn wir die Öffnung der VHSn für Onlineangebote auch und vor allem mit den vorhandenen Mitarbeiter/-innen erreichen, haben wir viel erreicht. Reine, selbst entwickelte Onlineangebote werden vorerst sicherlich Insellösungen einiger weniger Leuchtturm-VHSn bleiben.

    • Hallo Peter,
      ja harte Worte provozieren manchmal und manchmal schiessen sie über das Ziel hinaus. Allerdings sehe ich nicht, dass ich geschrieben habe, dass Bildungsangebote voll digital sein sollten. Das hab ich eigentlich noch nie behauptet. Ich hab nur geschrieben, dass die Volkshochschulen die digitale Bildung verschlafen haben und dabei bleibe ich. Falls die digitale Bildung ein Nischenprodukt bleiben sollte (mehr ist es im Moment nicht und eBooks wachsen auch nicht so stark, wie ich vermutet hatte), dann kann es mit den VHSen so weitergehen. Wenn sich allerdings digitale Bildung durchsetzen sollte, vor allem bei den Sprachen (das sind fast 50% der Bildungsangebote der Volkshochschulen), dann wird es unangenehm werden. Und auch wenn es sich ändert, werden noch genug analoge Fans in die VHS kommen, davon bin ich überzeugt.

      Auf die Beispiele der Emotionalität der Bildung in der Präsenz, will ich eigentlich nicht eingehen, da sie digital genauso funktionieren und auch die räumliche Entfernung ist nicht messbar. Das kann bei manchen funktionieren, aber nicht in der Mehrheit. Du hast absolut recht damit, dass es in Zukunft mehr Vielfalt geben wird und was anderes hab ich auch nicht behauptet.

  4. Totgesagte leben länger. Im Gegensatz zu vielen Hochschulen ist das Innovativpotential bei einigen Volkshochulen sehr hoch. Wie überall sollte man nicht Alle über einen Kamm scheren. Viele Universitäten tun sich beispielsweise immer noch schwer mit der Einführung des GER im Sprachenbereich. Wir haben unser Kurssystem schon seit 10 Jahren daraufhin angepasst. Nur ein Beispiel. Vor 20 Jahren hieß es, die Volkshochschulen verlieren den Anschluss, weil nur wenige einen Internet auftritt hatten. Alles Schnee von gestern. Volkshochschule: und sie dreht sich doch…

    • Lieber Michael,

      das Innovationspotential ist da, das hat man beim VHScamp gesehen. Snapchat, Videokonferenzen, LMS und Social Media wurden gezeigt und die Menschen haben vor Energie und Kreativität gesprüht. Aber darauf kommt es bei der Digitalisierung nicht an, hier geht es mehr um Skalierung und die funktioniert nur zentral. Homepages konnte jede VHS selbst machen, aber ein Kursportal mit Angeboten für ganz Deutschland kriegt man nur mit Aufwand hin. Ich schätze, man braucht dafür mindestens 30 aber 100 Vollzeitstellen für Entwicklung, Produktion, Marketing und Design. Im Netz braucht man einen Experten für Outlook und nicht 920 für jede VHS. Das was jetzt kommt, ist nicht vergleichbar mit dem Internet vor 20 Jahren, jetzt kommt richtiger Change und der bedeutet Strukturänderung.

  5. Lieber Andreas,
    als Historiker sehe ich das etwas anders.”Richtiger change”, das klingt in meinen Ohren gruselig, gab es schon immer. Einige Beispiele: Erfindung von Faustkeilen, dem Feuer, dem Rad, der Dampfmaschine, die Durchsetzung der Gleichstellung und der digitalen Welten. Will heissen: wenn es Zeit wird, stirbt das eine vielleicht aus und das nächste kommt. Mit Gelassenheit sehe ich der Zukunft der Volkshochulen entgegen. Es wird sich noch einiges drehen. Im Übrigen: Ceterum censeo Google esse delendam. Es lebe der Diskurs. Egal ob in analogen oder digitalen Welten.
    In diesem Sinne, vielen Dank für Deine Anregungen

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