Das war die eMOOCs 2015 – Ein Rückblick mit Ausblick

Die eMOOCs ist die größte europäische MOOC-Konferenz und findet jährlich an verschiedenen Orten in Europa statt. 2014 war es Lausagne und dies Jahr war es Mons in Belgien. Meine Kollegin Anja Lorenz und ich haben dort unsere MOOC-Plattform mooin präsentiert und noch einiges mehr.

tl;dr

eMOOCs 2015 Konferenz

eMOOCs 2015 Konferenz

Eigentlich wollte ich die Konferenz hier verreißen, denn es gab genügend Gründe für berechtigte Kritik, aber heute hat die Sonne geschienen und ich bin milde gestimmt:-)  Ich denke oft, eine gute Konferenz auszurichten ist relativ einfach. Man braucht eine gute Homepage mit einer Anfahrtskizze und dem Programm, dann sind guter Kaffee und Kekse/Obst wichtig und dann technisch muss WLAN laufen und es sollten Steckdosen da sein. Was auch immer in Mons passiert ist, sollte daher vergessen werden und das WLAN hat wirklich gut funktioniert.

Da Anja Lorenz schon einen Rückblick geposted hat, will ich mich daher auf ein paar Eindrücke und Gedanken konzentrieren. Zum einen habe ich das Gefühl, dass die MOOCs noch sehr am Anfang stehen und viele Möglichkeiten noch gar nicht gesehen werden.

Die meisten MOOC Projekte werden von Universitäten für deren Studenten gemacht. Aber was sollen z.B. Hochschulen wie Lübeck machen, wo die gesamte Studentenzahl keine 5.000 sind. Für uns machen MOOCs mit der studentischen Zielgruppe kaum Sinn bzw. wenn wir diese anbieten, dann sind die MOOCs nicht mehr Massive. Da kommt die zweite große Ernüchterung bzw. Erkenntnis aus Mons zum tragen, denn viele MOOCs sind nicht vierstellig und fünfstellig erst recht nicht. Wer also denkt, man renne ihm die Bude ein, wenn er einen MOOC macht, täuscht sich sehr, denn viele MOOCs haben deutlich weniger als 1.000 Teilnehmer.

Zum Glück wurde auch kaum über Geschäftsmodelle berichtet, dafür gab es aber von Darco Jansen einen tollen Überblick über die Unterschiede zwischen EU und USA u.a. haben wir hier halt keine Studiengebühren und daher machen auch MOOCs für Geld bei uns wenig Sinn.

Allerdings haben wir in Lübeck hier dann ein neues Problem, denn wenn wir MOOCs nicht für Studenten anbieten, wie z.B. den VideoMOOC dann haben wir im Hochschuletat dafür natürlich kein Geld. Also wir brauchen ein Geschäftsmodell, aber dazu Ende des Jahres mehr 🙂

Wir haben dann mit unserem Vortrag wohl ein kleines Highlight bei der Konferenz gesetzt, denn wir hatten viele gute Fragen bekommen und wirklich viel Feedback auf Twitter und Co.

 

Das wahre Highlight war aber die Verkündung vom MOOChub, den ich letzte Woche schon gebloggt hatte. Wir haben bei der Slide sogar Applaus bekommen, dass erlebt man selten.

Zum Abschluss haben Martin Ebner und ich sogar noch ein kleines Statement als Video aufgenommen.

Denn nächstes Jahr ist die eMOOCs in Graz zu Gast und danach geht es in die Hauptstadt Spaniens.

Man merkt hier schon, dass MOOCs wohl keine Hype-Blase sein werden. Wenn über 50% aller Unis in der EU MOOC-Aktivitäten planen, wird sich etwas größeres ändern. In Deutschland passiert auch sehr viel, dass haben mir die viele Einzelgespräche gezeigt, denn wir waren natürlich nicht alleine da. Außerdem kriegen wir, als auch iMooX, andauernd neue Anfragen und Ideen für neue Projekte. Wir sind mit den MOOCs immer noch am Anfang einer sehr langen Entwicklung. Das MOOCs funktionieren würde ich inzwischen als bewiesen sehen, die Frage ist dabei immer nur, wie gut werden sie noch werden. Interessant, und das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu selten laut gesagt, ist der Ansatz, dass MOOC das erste Voll-Digitale-Angebot einer Hochschule ist. Zum ersten mal wird voll digital gearbeitet ohne den Blended Learning Kompromiss und das erweitert die Möglichkeiten ins Unendliche. Die Zukunft ist schon da, nur nicht bei jedem.

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