Der VideoMOOC stellt sich vor

Morgen startet also der erste neue MOOC auf unserem MOOC-Portal mooin. Wie jeder MOOC hat auch dieser eine eigene Geschichte. Die Entscheidung überhaupt einen Videokurs zu entwickeln, war eigentlich zufällig. Wir haben uns bei den Themen für die MOOCs, nicht nach akademischen Gesichtspunkten gerichtet, sondern haben überlegt, welche Themen besonders gut medial umgesetzt werden könnten. Da wir xMOOCs machen und wir schon einen sehr guten YouTube-Kanal haben, lag es sehr nahe, dass wir das Video-Thema aufgreifen und natürlich denken wir auch über andere mediale MOOCs nach.

Die zweite Überlegung war, dass wir einen medialen Autor mit hoher Internet-Kompetenz brauchten. Die findet man selten im akademischen Umfeld, daher haben wir YouTube-Channels, Video-Portale und bei Amazon die Bücherlisten durchstöbert. Entdeckt haben wir unseren Autor Markus Valley aber dann eher zufällig über eine Crowdfunding-Plattform, wo er sein Trainingsbuch finanziert hat.

Das war dann auch der dritte Aspekt, denn wir wollten jemanden haben, der schon fertigen, hochwertigen Content hat und auch ein mediendidaktisches Konzept. Einer meiner Lieblingssätze dazu ist: “Ich will niemanden überzeugen, sondern ich will mit Überzeugten arbeiten.” Das macht es bei solchen Projekten viel einfacher, denn ich will ja nicht immer gegen analoge Windmühlen anrennen, sondern mich vom digitalen Rückenwind beflügeln lassen 🙂

Der letzte Aspekt war dann, dass wir ähnlich wie beim MarketingMOOC, telegene Autoren benötigen, die einfach gut und sicher vor der Kamera reden können. Auch das ist eher eine Seltenheit und auch diese Menschen findet man eher auf YouTube als in der Hochschule.

Da Markus in München wohnt, war die Entfernung natürlich eine Hürde aber keine große. In der letzten Adventswoche kam Markus nach Lübeck und wir haben den gesamten MOOC in 2,5 Tagen gefilmt, was ich wirklich fantastisch finde und es zeigt auch, dass man richtig Zeit und Geld sparen kann, wenn man die richtigen Leute auswählt. Unser Video-Experte brauchte dann natürlich lange, um alle Videos zu schneiden. Ich bin gespannt, wie die Feedbacks seien werden.

Vom Konzept her, setzen wir beim VideoMOOC natürlich extrem auf hochwertige Videos. Vertiefende Textinformationen haben wir meist verlinkt. Auch hier bin ich wieder gespannt, ob das akzeptiert wird, denn viele erwarten, dass sich alle Informationen IM Kurs befinden sollten. Wir denken jedoch netzbasiert und wollen das Rad nicht ein zweites mal erfinden. Warum also alle Texte noch einmal schreiben, wenn es doch schon besser woanders steht. Das Trainingsbuch von Markus ist kein Teil des Kurses, aber wir haben auch nichts dagegen, wenn es verlinkt wird. Das Buch ist gut und wir verdienen nichts am Umsatz und der Autor soll ruhig etwas verdienen. Geld verdienen ist bei MOOCs keine unanständige Sache, sondern die logische Konsequenz.

Leider werden nicht alle Videos OER sein, da wir einige Sequenzen von Markus altem Material nutzen wollten. Das sind die kleinen Kompromisse, die wir eingehen müssen und  auch hier denke ich, dass das absolut vertretbar ist, da wir einen hohen Qualitätsgewinn erhalten, ohne Mehrkosten zu haben.

Die integrierten Capira Fragen in den Videos, sind beim VideoMOOC nicht so relevant, da die meisten Videos eher Tutorials sind. Wir setzen hier vermehrt auf das praktische Arbeiten, also jeder Kursteilnehmer muss Videos drehen, schneiden und hochladen. Dafür gibt es dann Lernfortschritt und natürlich die schon bekannten Badges. Der Clou sind aber natürlich die Einsendeaufgaben:

Die letzte Aufgabe kann sogar von Markus Valley persönlich benotet werden und er gibt pro Einsendung ein ca. 15 Minuten langes Video-Feedback, was aber dann nicht mehr umsonst sein kann. Auch hier bin ich sehr neugierig, wie viele diesen Extra-Service buchen werden. Für uns ist das ein Experiment und wir verdienen fast nichts daran, aber auch hier ist die Botschaft, dass MOOCs teilweise auch etwas kosten dürfen, vor allem wenn es Extra-Leistungen sind. Auf der anderen Seite müssen wir hier natürlich auch ein Bezahlsystem entwickeln, was noch am Anfang steht und das ist auch einer der vielen Gründe, warum wir eine eigene Plattform haben. Die Video-Integration, die OpenBadges-Schnittstelle und das Bezahlsystem sind Alleinstellungsmerkmale, die in dieser Summe keine mir bekannte Plattform auf der Welt hat.

VideoMOOC Werbebanner

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Wir haben den VideoMOOC auf sehr vielen Plattform versucht zu bewerben und auch Kooperationen haben wir angefragt. Leider ist die Welt anscheinend noch nicht bereit dafür und wir werden sehen, wie es mit dem VideoMOOC weitergehen wird. Die ersten Anmeldezahlen machen mich jedoch zuversichtlich, denn wir haben schon die 400 geknackt und das Minimalziel von 500 ist zum greifen nah. Wir gehen im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen, sehr transparent mit unseren Daten um, da wir für Transparenz und Offenheit sind, sonst bräuchten wir auch keine MOOCs machen.

Wer Lust hat, schaut rein. Ich finden den MOOC wirklich gelungen und bin auch etwas stolz auf das Projekt. Wenn ihr ihn auch gut findet, macht Werbung und setzt Links. Wir sind immer dankbar für Hilfe, denn wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer.

 

 

 

  1. Jan Dohmeyer says:

    Sehr geehrter Herr Wittke.
    Die vielen Rechtschreibfehler machen das Lesen Ihres Beitrages sehr unangenehm und werfen kein gutes Licht auf den Videomooc.
    Ich werde mich aber nicht davon abschrecken lassen und freue mich auf die nächsten 6 Wochen.

  2. Was für ein unterhaltsamer Hintergrundbericht – zu einem wirklich spannenden Projekt! Dank Ich frage mich, ob Sie “mooin” nicht auch einmal auf dem Blog der Kieler Uni, “Einfach gute Lehre”, vorstellen möchten. Melden Sie sich gern bei mir! Beste Grüße

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