Und der erste Eindruck zählt doch – das Auge lernt mit

Es war nur Anekdote und doch hat sie mich erinnert, dass der oberflächliche Eindruck viel(?) wichtiger ist, als das beste didaktische Konzept. Es war mal wieder eines der vielen Gesprächen, als ich mal wieder auf den “Grundlagen des Marketing” MOOC angesprochen worden bin. Die Videos sind aber doch ganz schön mau und was richtig neues steckt da auch nicht hinter. Einfach ein Prof, der vor der Leinwand steht, typisch MOOC und E-Learning 1.0.

Natürlich lass ich diese Kritik nicht so einfach gelten, denn zum einen variieren die 22 Videos. Einmal steht der Redner vor einer Greenscreen, das andere mal sitzt er am Schreibtisch. Manchmal werden die Slides mit Bemerkungen durch ein Tablet bearbeitet und das andere mal als Fullscreen eingeblendet. Viele Videos sind also anders aufgenommen worden, aber das sieht man erst auf den zweiten Blick, wenn man es denn sehen will. Doch durch das Preview-Bild, und da gebe ich den Kritikern recht, hat man den Eindruck einer frontalen Vorlesung, die nur abgefilmt ist. Aber was wäre daran schlecht, denn es kommt doch auf die Inhalte an #Ironie. Ja und was soll ich sagen, der erste Teil wurde bisher 10.000 mal aufgerufen und hat 36 positive und Null negative Bewertungen auf YouTube. Insgesamt hat der MarketingMOOC mit über 80% eine sehr hohe Zufriedenheit bei der Evaluation erhalten. Alle Zahlen und alle Ergebnisse und auch alle Umfragen geben uns überwiegend positives Feedback, aber er steht nur vor der Leinwand und fliegt nicht wie Superheld durch die Gegend und wir wollten ihn auch nicht per Greenscreen in Mordor filmen. Natürlich ist der Kurs nicht perfekt und wir erhalten auch sehr viele negative Anmerkungen, doch der Grundtenor ist sehr positiv.

Zum Vergleich können wir uns einmal den sehr positiv kritisierten HanseMOOC anschauen.

Viele Profis sagen mir hier, das ist ein sehr schön gefilmter MOOC mit vielen Orten also unterschiedliche Location und mit einer begeisterten Moderatorin. Das freut uns nicht nur sondern das stimmt auch alles, aber zählt denn auch hier nicht der Inhalt? Ich habe das Gefühl, hier wird die Verpackung mehr gelobt, als der Inhalt. Viele haben sich die Videos gar nicht angeschaut, sondern (nach Nachfragen) wird mir dann gesagt, sie hätten nur die Playlist mit den Preview Bildern gesehen. Was ich hier eigentlich darstellen will ist, dass der erste visuelle Eindruck weit mehr zählt, als viele immer denken. Das Auge lernt mit. Nicht nur die Inhalte müssen stimmen, nein der Lernraum muss schön gestylt sein und die Videos müssen nicht nur gut aufgenommen sein, nein es müssen auch verschiedene Locations sein, es muss ein Schnitt vorkommen (also  min. zwei Kameras) und der Ton muss natürlich einwandfrei (unterschätzt den Ton nicht!). Wenn man das berücksichtigt, sind auch die Kritiker beeindruckt, die sowieso alle keine Zeit haben, um den MOOC wirklich anzuschauen 🙂

 

 

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