Video is the new Text

Diese Woche habe ich ein schönes Statement gelesen: “Video is new Text” von Josh Bersin. Gemeint ist Ablösung der Schrift durch das Video. Immer mehr Webseiten haben als Startseite nur noch eine Facebook Gruppe und ein kleines Video, was max 45 Sekunden lang ist (Warum hab ich eigentlich noch kein Video über LOOP?) und ganz schnell erklärt, was das Produkt kann. Wer will heute schon lange Artikel lesen oder sogar Webseiten durchsuchen?

Falls das stimmt, erklärt sich auch schnell der Erfolg der xMOOCs, denn auch hier muss der Lerner nur noch eine Playlist durchklicken und ein paar schnelle Fragen beantworten. Die alten Dozenten schwören natürlich noch auf das Lehrbuch, was als Qualitätskriterium eigentlich ein Nettogewicht haben sollte “Kaufen Sie jetzt 2 kg Mathe auf 1.200 Seiten”. Die Khan-Academy, YouTube und iTunesU zeigen, dass es auch anders gehen kann und der Markt gibt ihnen recht.

Dank der eingebauten Webcams und guter Software wie Camtasia oder Screencast-o-mat geht die Erstellung eines Lehrfilms unglaublich schnell und mit YouTube als Distributionskanal können auch alle Videos mit Sound und Untertiteln und einer Monetarisierung unterlegt werden. Es ist heute alles unglaublich einfach geworden und auch die Hardware ist billig. Eine Flugdrohne wie die Phantom 2 kostet komplett nur 1.100 Euro und kann in der Luft stehen und HD-Filme aufzeichnen. Jedes Szenario ist dank GreenScreen selbst für Amateure möglich und wir sehen es auch an unseren Smartphones, was alles möglich ist.

Natürlich sind Videos teuer und ein Wechsel von der Schrift zum Film ist noch sehr weit weg, dennoch sind erste große Schritte zu erkennen, dass Text an Bedeutung verliert. Das wird alles noch konkreter werden, wenn die Smartphones erstmal Sprache verstehen und wir unsere E-Mails diktieren können. Das nächste werden dann automatische Übersetzer sein (Babbelfisch lässt grüßen) und die GoogleGlas und andere werden den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören, da niemand mehr lesen kann. Dabei muss man doch lesen können, damit die Sprachmails gelesen werden können, notfalls auch ausgedruckt

  1. Ein Problem gibt es bei Videos: man kann sie nicht überfliegen. Auch hier schließe ich nicht aus, dass in Video Mining noch hohe Potentiale schlummern, aber es wird dauern.

  2. Ich stimme da Anja erstmal zu, das Problem mit dem überfliegen und vor allem eine bestimmte Stelle wiederzufinden ist nicht ohne, wenn man sich mal an ein Detail nicht erinnern kann. Ich hatte letztes Jahr den Scala-Kurs von Prof. Odersky gemacht. Dort konnte man die Slides der (übrigens fantastischen) Video Vorträge gesondert ansehen. Wenn man jetzt noch vom Slide direkt die richtige Stelle im Video finden könnte…

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