Moodle, Google Stories und IFTTT könnten The Next Generation LMS sein

Letzte Woche ist schreckliches passiert. Bei meinen Nachbarn hat es gebrannt und wäre die gute Feuerwehr nicht so schnell gewesen, dann würde ich jetzt wohl in einem Hotel sitzen und über meine ausgebrannte Wohnung weinen.

Bei Feuer bitte erst Gebäude verlassen, bevor man das Feuer auf Facebook postest

Bei Feuer bitte erst Gebäude verlassen, bevor man das Feuer auf Facebook postest

Stattdessen wurde ich von Nachbarn angerufen, hab mich aufs Fahrrad geschwungen und hab mir das Unheil vor Ort angeschaut. Zum Glück ist nur Sachschaden entstanden und eine kleine Rauchvergiftung. Was jeder Mensch dann macht sind Fotos und ab auf Facebook und Co damit. Was soll man auch sonst machen, ich durfte ja nicht in die Wohnung gehen. Was aber dann passierte, war neu für mich. Google hatte meine Fotos zu einer Story zusammengefasst und bot mir an, die Geschichte dazu zu erzählen. Ich habe dann schnell die fünf Bilder beschriftet und die Geschichte auf Google+ geteilt. Das hat ganze 5 Minuten gedauert und die Geschichte war erzählt.

Aber was hat das jetzt mit einem Next Generation LMS zu tun?

Der Bogen ist eigentlich recht einfach, denn was Google hier gemacht hat, war genial. Google hat versucht zu erraten, was ich vorhabe und mir eine Lösung vorgeschlagen, die schon zu 80% fertig ist und dann intuitiv und vor allem designed out-of-the-box einfach nur noch veröffentlicht werden muss. Wäre es nicht genial, wenn ich so etwas auch in einem LMS hätte? Also ich lade z.B. 5 Bilder hoch und das LMS vermutet gleich, du willst eine Diashow machen oder eine Geschichte (Slides) erzählen und brauchst nur noch Kommentare einsetzen oder ich lade ein Video hoch, dann wird es gleich eingebunden und ich beschrifte es nur noch und bei PDFs wähle ich als Thumbnail-Vorschau eine bestimmte Seite aus. Da steht dann nicht mehr nur der Link zum PDF, sondern es erscheint ein Preview ähnlich wie bei Scribd.

Denkt man diesen Ansatz weiter und schaut sich dann einmal IF THIS THAN THAT an, wird es langsam spannend. Ich könnte also verschieden Learning Objects hochladen und das LMD schlägt mir vor, wie ich sie verbinden will. Man kann sich das so vorstellen: Wenn Student das Video zu Ende geschaut hat, dann schalte das PDF frei oder wenn Forumsbeitrag gelesen, dann gibt Student eine Frage. Das geht natürlich schon heute, aber die Bedienung ist bei einem LMS einfach schlecht. Bei IFTTT sieht das ganze grafisch ansprechend aus und man kann alles intuitiv zusammenbauen. Dank einer IFTTT Oberfläche könnte man also ganz einfach Lernpfade zusammenbauen und beschriften.

Das geht bestimmt weit an der Realität vorbei, denn diese grafische Oberflächen können nur einen Bruchteil eines komplexen didaktischen Szenariums abbilden, aber dafür ist es sehr einfach und schnell. Der Wizard schlägt Lösungen vor und stellt schon ein tolles Design. Das heutige LMS ist aber genau das Gegenteil, denn es schlägt gar nichts vor und der Anwender wird im Regen stehen gelassen und das Design ist sehr schlecht. Daher passiert meist gar nichts in einem E-Learning Kurs. Bei einer IFTTT Unterstützung passiert vielleicht nicht zu 100% das Gewünschte, aber dafür geht es schnell und es ist besser als gar nichts. Natürlich werden jetzt wieder die Pädagogen kommen und sagen, dass man ein sinnvolles Szenario braucht. Das stimmt auch, aber man muss diese Szenarien nicht zu 100% umsetzen und mit ein paar Abstrichen, hat man eine sehr schnelle und grafisch gute Lösung.

Fazit

Das LMS müsste den Anwender mehr führen und schon mit Wizards neue Lernpfade vorschlagen. Ähnlich wie bei Google Stories verbindet ein LMS mit bedingten Verknüpfungen mittels IFTTT bestimmte Lernpfade. Der Dozent wird entlastet und kriegt Lösungen schon fertig serviert. Der früher gelobte Freiraum eines LMS wird gegen ein starres Konzept getauscht. Will der Anwender mehr, muss er in einen Experten-Modus wechseln mit hunderten von Einstellungsmöglichkeiten. Um das aber alles zu realisieren, müsste man ein völlig neues LMS entwickeln und wer will das schon machen.

  1. Bei einzelnen (kostenpflichtigen) Autorentools habe ich schon Ähnliches für Software-Tutorials gesehen: Ein simples Screenshot-Tool und die Bilder werden automatisch in eine Art Timeline geladen und können Schritt für Schritt erläutert werden. Nur war das damals nicht so schick.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.