Der Fernseher der Zukunft Teil 2

Wie ich letzte Woche schon geschrieben habe, hat sich das Fernsehverhalten vieler Zuschauer inzwischen drastig verändert. Serien werden am Stück geschaut, der Harddiskrekorder zeichnet automatisiert auf, Filme werden per USB Stick oder FTP getauscht und die viele Menschen gehen natürlich gleich auf die halb legalen Angebote und schauen im Downloadportal ihrer Wahl die gewünschten Filme. Man muss auch ganz schön “dumm” sein, um sich die Werbung auf den Privaten anzuschauen, die ab und zu mit Wiederholungen von Sitcoms, Daily Soaps oder Casting Shows unterbrochen wird. Gutes Fernsehen läuft auf den Digitalen Programmen oder nachts.

Aber wie sollte der Fernseher der Zukunft aussehen?

Das der heutige Fernseher flach sein sollte, Full HD hat und Internetanschluss und evtl eine Webcam besitzt sollte nicht weiter erklärt werden. Wie auch beim Smartphone, kommt es inzwischen auf die Software drauf an. Der Fernseher von heute sollte über ein Second Screen unterstützt werden bzw. sogar fernbedient werden. Inzwischen können die Hersteller davon ausgehen, dass es in fast jedem Haushalt ein Smartphone gibt und sehr oft Tablets. Gerade letzteres ist die ideale Fernbedienung, denn hier hat man WLAN (wer braucht heute noch Infrarot?), Touchscreen und einen zweiten Bildschirm (Second Screen). Ich erwarte von meinem Fernseher, dass ich die Programmzeitschrift auf dem Tablet hab, z.B. als EPG oder halt die bekannten Apps wie TVTV oder TVSpielfilm und über diese kann ich mein Programm progammieren. Also ich schaffe mir meinen Sender per Klick auf das Tablet, wird alles gespeichert und auf Festplatte archiviert. Die Werbung kann automatisch entfernt werden und ich habe alles lokal gespeichert.

Es geht aber noch weiter, denn dank der Webcam gibt es eine Gesichtserkennung. So kann jedes Familienmitglied automatisch seinen “Sender” von der Festplatte bekommen. Jugendschutz ist gar kein Problem mehr, denn PINs gibt es nicht mehr. Sitzt das Kind vor dem Fernseher, kommen einfach keine jugendgefährdenden Sendungen und ein Zeitkonto kann man auch gleich programmieren. Schlafe ich vor dem Fernseher ein, so weiss der TV dies per Webcam und kann den Film entweder stoppen oder beim nächsten Start den Film einfach dort fortsetzen, wo ich eingeschlafen bin. Das gleich gilt natürlich auch für den berühmten Klo-Gang, der nun ohne Pausentaste funktionieren sollte. Eine Webcam ist halt nicht nur für die Video-Telefonie nützlich, sondern kann das Leben auch sehr viel einfacher machen. Natürlich kommen jetzt die Mahner und werden etwas von möglicher Überwachung reden, aber das ist ein anderes Thema.

Ich will aber auf dem Second Screen noch mehr Informationen haben. Dank Standbild Funktion könnten automatisch Gesichter erkannt werden, von den Schauspielern in den einzelnen Szenen um dann bitte auch gleich mit dem passenden Link zum IMDB Eintrag und Wikipedia. Nie wieder das überlegen, wo der noch mitgespielt hat und wie der Schauspieler heisst. Hintergrundmusik wird erkannt und man kann sie gleich bei Spotify anhören und natürlich kann man auch die Blu-Ray bei Amazon kaufen. Der Second Screen wird zum Infoscreen. Natürlich wird das alles noch durch die Social Networks deiner Wahl ergänzt. Bei Fussball oder Casting Shows wird der Twitterstream mit dem passenden Hashtag gezeigt und Standbilder kann ich auf Facebook teilen. Drehorte könnten auch erkannt werden und bei Talkshows erhält man Zuschauertrends und Zusatzfakten.

Wenn man richtig darüber nachdenkt, steht der Second Screen mit den Funktionen der Fernbedienung und der Bildmitnahme erst noch am Anfang. Das Potential ist die Verknüpfung der Daten, denn entsprechende Daten und Services sind bei IMDB, Goggles (nicht Google), Open Street Map, Wikipedia, Twitter und Amazon schon lange vorhanden. Also bitte Samsung, Philipps und Co gebt mir endlich einen Fernseher, der das lineare Fernsehen abschafft und mein Tablet einen richtigen Sinn gibt. Fernsehen kann so viel besser werden.

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