Das war die MoodleMaharaMoot 2015 mit dem Blick eines Organisators

Die jährliche MoodleMaharaMoot gastierte 2015 im Norden und wir durften als Veranstalter fungieren. Es waren natürlich stressige Tage aber auch sehr schöne, immerhin konnten wir die Moodle-Welt begrüßen und dabei auch noch unsere MOOC-Plattform mooin vorstellen.

tl;dr

MoodleMaharaMoot

Als Organisator sieht eine Moodlemoot natürlich ganz anders aus. Man muss Sprecher besorgen, vor allem gute Keynotes, und man braucht Repräsentanten, wie Präsidenten, Bürgermeister oder Staatssekretäre. Natürlich braucht man Räume, Essen, Helfer und Hardware und ganz wichtig sind dann noch gute Nerven und Zeit. Das letzte war mein größtes Problem, denn parallel zur Moot ist auch unsere  MOOC-Plattform mooin gestartet und das hat mich zeitlich sehr viel mehr in Anspruch genommen, als die Organisation der Moot.

Die Keynotes

Eine Moot ist immer Teamarbeit und beim Start hatte ich den Wunsch jemanden einzuladen, der NICHT aus der E-Learning Welt kommen sollte. Ich wollte gerne Sascha Lobo einladen, der sicherlich etwas Farbe reingebracht hätte. Die Idee hat sich dann aber nicht durchgesetzt, da wir mit Martin Dougiamas eine sehr viel bessere Chance hatten, der deutschen Moodle Community ein Highlight bieten zu können. Mit Martin Ebner konnten wir einen zweiten Experten gewinnen, der mit iMOOX (MOOC) und L3T (OER) ähnliche Fachgebiete abdeckt, wie wir. Im Nachhinein waren für uns aber auch die Besuche von Bürgermeister Saxe und Staatssekretär Fischer sehr viel wichtiger, da wir so der Politik zeigen konnten, dass es in Lübeck ein digitales Leuchtturmprojekt gibt.

Alle Keynotes sind natürlich gefilmt worden und liegen bei YouTube.

Moodle und Martin Dougiamas

Ich habe mich wirklich auf den Besuch von Martin Dougiamas gefreut, hatte aber wegen der Organisation nicht so viel Zeit mich an dem Workshop mit ihm zu beteiligen. Martin kam schon einen Tag früher nach Lübeck um im ausgewählten Kreis über die Moodle-Aktivitäten zu diskutieren. Meine persönlichen Erwartungen an diesen Meetings sind immer sehr gering. Ich habe schon so viele Treffen dieser Art gehabt, dass ich aus Erfahrung sprechen kann, dass da selten etwas nachhaltiges herauskommt. Die Konstellation ist auch sehr schwierig, denn wenn man nichts gibt, kann man auch keine Forderungen stellen. Deutschland ist bei Moodle ein Entwicklungsland. Zwar nutzen sehr viele Schulen und Unis Moodle sehr intensiv, aber die deutschsprachigen Entwickler für Moodle kann man fast an zwei Händen abzählen. Wenn man also kein Geld gibt und keine Entwickler hat, sollte man mit seinen Wünschen eher bescheiden sein. Umso interessanter war die Ankündigung einer Moodle Association, wo man als zahlendes Mitglied Premium-Services erhalten soll. Dieser Schritt ist meiner Meinung nach längst überfällig. Das Moodle Headquarter besteht aus nur 32 Leuten und davon sind 20 Entwickler. Für eine Software wie Moodle benötigt man jedoch ca 100 Entwickler und das merkt man Moodle auch inzwischen an. In den Punkten Usability, Social Media, Design und Mobil-Unterstützung hat Moodle den Anschluss verloren und wenn hier nichts passiert, könnte Moodle schnell von Canvas oder anderen Systemen abgehängt werden.

Abends konnte ich mich persönlich noch etwas länger mit Martin unterhalten und habe hier auch die Strategie bzw. die Vision vermisst. Moodle könnte als Cloud gehostet werden, was sicherlich vom Entwicklungsaufwand sehr viel kleiner wäre und WordPress geht einen ähnlichen Weg. Moodle könnte auch über Spenden oder Crowdfunding nachdenken aber hier hat man sich für die Association entschieden, ähnlich wie Sakai, aber natürlich viel besser. Canvas findet Martin zu buggy, genau wie die Themes z.B. das Essential Theme. Auf der anderen Seite fliessen aber 80% des Entwicklungsaufwandes von Moodle auch in Security und Bugfixes, also so sicher ist Moodle dann auch nicht. Moodle soll ein Framework fürs Lernen sein und den Institutionen die Möglichkeit zum ändern geben. Leider haben die meisten Institutionen keine Mittel zum verändern und müssen Moodle in der Grundversion nutzen und die ist nicht mehr zeitgemäß. In Martins Keynote fehlten jedoch all diese Punkte.

Mahara und die Moodlemoot

Ich glaube vor zwei Jahren hat man sich entschieden Mahara mit in den Titel der Moodlemoot zu nehmen. Das E-Portfolio System und Moodle haben sich gegenseitig unterstützt und im Zuge der neuen Kompetenzanrechnung nach dem Bologna Prozess, hat das auch richtig Sinn gemacht. Inzwischen würde ich jedoch behaupten, dass sich das anders entwickelt. Auf der diesjährigen Moot waren gerade mal 5-6 Vorträge zu Mahara und ich persönlich kenne keine funktionierende Mahara-Installation, die flächendeckend an einer Hochschule genutzt wird. Die Kompetenzanrechnung liegt meist in der Zulassungsstelle und nicht in der Lehre. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber kann man diskutieren, es ist aber eine Tatsache.

Parallel entwickelt sich die kleine Pflanze der Badges weiter aber auch hier tut sich quasi nichts. Wir unterstützen Badges sehr stark, gerade bei den MOOCs finde ich das sehr nützlich. Die Integration in Moodle ist auch ziemlich gelungen, daher wundert es mich, dass hier nicht mehr gezeigt wird. Es spricht für sich, dass der einzige Workshop dazu von uns kam.

 

Video is the new Text

Einer meiner Lieblingssätze in der letzten Zeit und auch die Moot hat gezeigt, dass Video angekommen ist. Ich würde nicht behaupten, dass Text überflüssig geworden ist, der Satz soll eigentlich Bewusstsein wecken. Es kann nämlich auch anders gehen, als simple PDFs Files in Moodle zu stellen. „Das Auge lernt mit“ der zweite Satz von mir zum gleichen Thema.

Alle Vorträge zu dem Thema Usability und Videos waren super gefüllt. Ich hatte zwei Vorträge dazu und der Vortrag über Quizzes in Videos mit Capira, war auch überfüllt. Ähnlich war es auch schon bei der Online Educa, wo unsere Video Session quasi explodiert ist. Wer mehr über Videos wissen will, dem empfehle ich hier auch noch unseren Online Video Kurs, der in zwei Wochen startet.

Aber die ganze Moodlemoot wurde dies Jahr digital und viral.

Die Moot wird digital

Wer mich kennt, weiss dass ich eine sehr konsequente digitale Linie habe. Wer E-Learning macht, sollte auch das E vorleben und das geht nicht mit analogen Elementen. Eine E-Learning Konferenz sollte daher im Netz stattfinden und möglichst all die Tools nutzen, die auch bei der Konferenz besprochen werden. Immerhin sind wir die Experten und wenn nicht einmal wir es schaffen unsere Konzepte digital zu vermitteln, dann sind wir wirklich gescheitert. Ich wollte daher scon auf den Namensschildern neben dem Namen auch den Twitteraccount drucken, aber dafür ist die Welt wohl noch nicht bereit. Bei Barcamps kommt dies jedoch schon vor, in der E-Learning-Szene sucht man Twitterer allerdings noch mit der Lupe (aber Vorträge zum Micro-Learning gibt es viele, finde den Fehler).

Wir haben jedoch in Lübeck viele digitale Ideen umgesetzt. Schon auf dem Logo ist der Hashtag #MootDE15 abgedruckt gewesen, im Foyer hatten wir eine Twitterwall aufgebaut, die Keynotes wurden gefilmt und sind alle auf YouTube. Zusätzlich haben wir auch Statements und Interviews geführt, die auch online sind.

Das Programm wurde zwar gedruckt, aber es lag auch online mit einem Shortcut http://bit.ly/mootde15 und eigentlich wollte ich auch zu jeder Session ein Etherpad anlegen, was aber die Krankheit meines HiWis verhindert hatte. Stadtplan mit allen Hotels und Veranstaltungen wurden per GoogleMaps eingefügt, was heute aber selbstverständlich ist.

Die Nachbearbeitung haben wir dann per Storify gemacht:

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-1-tag

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-2-tag

Alles zusammengefasst haben wir auf unserer Homepage

http://www.oncampus.de/aktuelles/moodlemaharamoot2015.html

Einen Videoworkshop, der ausgebucht war, haben wir auch angeboten und was ich besonders schön fand, es gab zum ersten mal Konferenz-Shirts, die von ca. 15% der Teilnehmer gekauft wurden.

Wo waren die Schulen?

Mit dem IQSH und der Moodleschule waren zwei Vertretungen der Schulen als Mitveranstalter dabei und trotzdem, waren Schulen kaum präsent. Es gab sehr wenig Vorträge von Lehrer, es waren kaum Lehrer als Besucher vertreten und das einzige was ich von den Schulen mitbekommen habe, war das jammern über den angeblich hohen Eintrittspreis. Ich will ja nicht lästern, aber inzwischen habe ich so viele schlechte Erfahrungen mit Schulen und Lehrern gemacht, dass ich überzeugt bin, dass sie an dem Imageverlust der Schulen selbst Schuld sind. Ich weiss, dass man hier kein Schubladendenken machen sollte und viele Lehrer haben quasi keine Möglichkeit in den Norden zu kommen, trotzdem bleibt der Fakt, dass diese Institutionen mit der Moot nicht erreicht werden. Das traurige ist dabei, dass dort eine Rückwärtsentwicklung zu beobachten ist, oder das E-Learning an Schulen findet woanders statt.

MOOCs und Moodle

Für mich war es natürlich die Moot der MOOCs, da wir hier unsere MOOC-Plattform mooin vorgestellt haben. Wir hatten fünf Vorträge dazu angeboten, die alle gut besucht waren. Das wir hier alles just in time programmiert haben, kommt mir immer noch wie ein Wunder vor, obwohl wir echt große Krankheitsausfälle hatten. Manche sprechen immer noch vom Hype, ich bin aber für meine Keynote sehr gelobt worden, wo man die Gesamtstrategie der MOOCs sieht.

Allerdings waren die Tage sehr arbeitsintensiv und morgen soll mooin dann richtig starten und danach mach ich Urlaub. Ich hab es mir nach der Moot und mooin dann auch verdient.

Keynote der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck – mooin eine neue Weiterbildungsplattform

Ich durfte bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck als Gastgeber zum ersten mal unsere neue MOOC-Plattform mooin einem breiteren Publikum vorstellen. Das besondere an unserem Ansatz der MOOCs ist dabei, dass wir NICHT Blended Learning als Startpunkt einer Digitalisierungsstrategie sehen, wie 95% aller Hochschulen, sondern die Weiterbildung und das lebenslange Lernen als eine neue Säule sehen. Damit können wir neben der alten „Straße“ der Präsenzlehre einen neuen „Highway“ der Weiterbildung parallel bauen. Da wir aber mit der Weiterbildung eine neue Zielguppe ansprechen, haben wir natürlich auch ein neues Design entwickelt und hier ist Mobile First gesetzt. Wir  nennen das 1-spaltige Design mit großen Medien-Elementen „Fat Media“ und erste Previews zu mooin sind in der Präsentation zu sehen.

Update:

Inzwischen ist das Video auch online:

MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck

 

MoodleMaharaMoot

Manche kennen sie noch nicht. Die Moodlemoot 2015 findet in Lübeck statt und ich darf sie organisieren. Die Moodlemoot richtet sich an alle E-Learning Interessierte, die irgendwie was mit Moodle zu tun haben und inzwischen auch mit dem E-Portfolio System Mahara. Moodle ist eines der weltweit erfolgreichsten Learning Management Systeme neben Blackboard und Canvas. Die in Deutschland weit verbreiteten Systeme StudIP und Ilias spielen international keine Rolle.

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Das interessante an Moodle ist natürlich, dass es Open Source ist. Daher ist die sehr Verbreitung vor allem im schulischen Bereich zu erklären. Universitäten haben Geld und Rechenzentren und daher nutzen sie meist auch Enterprise Systeme wie Blackboard, Olat oder auch Ilias. Deutschland bzw. DACH ist ein sehr besonderer LMS Markt, denn wir haben sehr viele eigene Lösungen, wie Ilias, StudIp, Clix, Olat aber auch Moodle.

Wir bei oncampus und der VFH haben eine sehr lange LMS Geschichte. Wir waren der erste Blackboard Kunde Deutschlands, das war 1998 und wir haben dann zwei Jahre Sakai getestet (das war mein Job und das waren tolle Dienstreisen in die USA) und sind dann als eine der ersten deutschen Hochschulen mit einem Moodle-Produktivsystem online gegangen. Ich glaube das war im Jahr 2005 mit ganz vielen Diskussionen, ob man überhauot Open Source nehmen kann. Mein Spruch dazu war: „Lieber eine deutsche Adminstelle schaffen, als eine amerikanische Lizenz kaufen“.

Inzwischen sind wir Moodle Profis und hosten ca. 20 Moodle-Installationen für ca. 35.000 Nutzer. Wir haben zig Erweiterungen programmiert u.a. für Evasys, AdobeConnect, GoogleMaps, Teacher of the Year und andere Umfragen. Wir testen verschiedene Themes, entwickeln MobilSkins, haben unser Autorentool LOOP angebunden und der neueste Coup ist unsere MOOC-Plattform MOOIN, wo unser erster HanseMOOC drauf lief.

Die Moodlemoot ist da natürlich eine herrliche Gelegenheit der Community einmal zu zeigen, was wir alles machen. Ich versuche daher viele Kollegen zu überzeugen, einige Vorträge bei der Moot einzureichen. Wir wollen etwas über MOOIN und LOOP zeigen, aber auch unsere Erfahrungen bei den Badges und in der kompetenzorientierten Kursentwicklung weitergeben. Natürlich werden unsere MOOC Projekte eine große Rolle spielen und ganz viel Multimedia mit Videos, wo wir sogar einen Workshop anbieten.

Wer noch einen Vortrag einreichen will, ist herzlich willkommen und natürlich ist unsere wunderschöne Stadt immer eine Reise wert. Wir bieten sogar eine Stadtführung an und es gibt zum ersten mal Konferenz-Shirts mit allen Rednern auf dem Rücken. Das wird bestimmt ein Kassenschlager 🙂

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Organisation und ich merke jeden Tag, das keiner Zeit hat. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir da was ganz tolles organisieren und es sollen bis zu 300 Teilnehmer kommen und wer kann von sich schon behaupten zwei LMS Konferenzen organisiert zu haben. Sakai und Moodle stehen jetzt in meiner Vita und ich bin ja noch jung, was kommt als nächstes?

 

 

MOOIN oder wie finde ich den Namen für eine neue Software

Wir bauen eine neue MOOC-Plattform (das wollte ich schon lange schreiben). Ja wir entwickeln zum 20ten mal das Rad und ich finde das auch dumm, aber inzwischen bin ich fast überzeugt, dass das auch richtig ist. Warum und weshalb und was die neue Plattform kann, kommt später, heute will ich schreiben, wie das Kind zu dem Namen gekommen ist.

Und der Name ist: MOOIN

MOOIN ist natürlich nicht nur ein Name, sondern eine fantastische innovative und kreative Abkürzung und steht für Massive Open Online International Network 🙂 Wie sind wir aber auf diesen Namen wirklich gekommen?

Am Anfang des Findungsprozesses stand die Idee aus den Wörtern Moodle und MOOC etwas zu bauen. Moodle steht für das LMS, was hinter MOOIN läuft und MOOC natürlich für den Zweck. Wir haben viel rumprobiert (eigentlich mehr ich, die anderen Kollegen hab ich genervt) und ich fand dann MooMOO ziemlich gut. MoodleMOOC war auch unser interner Arbeitstitel und es passte auch ganz gut. Allerdings wird das dann MuMu ausgesprochen und wer sich etwas im Netz auskennt, wird schnell merken, dass man das leicht, mit weiblichen Körperteilen verwechseln kann und das ging natürlich nicht.

Die Suche ging weiter und der nächste Favorit war dann mit MOOLE geboren. Das steht für Massive Open Online Learning Environment und das hört sich schon ziemlich gut an. Außerdem steht MOOLE auch für die Mole am Wasser und hat was norddeutsches. Obwohl die Symbolik mit einem Logo schlecht zu verbinden gewesen wäre. Der Damm der die Massen von MOOC-Teilnehmern verbindet, oder so 🙂

Die Alternative von meinem Kollegen kam dann mit MOOPED, wobei ED dann für EDucation stehen sollte und man spricht es Muhped aus. Ich hab dann noch die Schreibweise geändert daraus wurde dann MOOP.ED, was dann noch besser aussah. Ich war sofort Feuer und Flamme aber die anderen haben mich dann nicht so ernst genommen, da ich als Biker irgendwie vorbelastet war. Außerdem wollten wir kein kleines MOOP.ED, sondern eher was großes wie ne Harley oder ne Boss Hoss 🙂 Dazu kam das Domain Problem, denn www.moop.ed gibt es nicht, sondern wenn überhaupt dann www.moop.edu und das hört sich nicht gut an.

Dann wurde aus MOOP.ED kurz MOOP, denn wir haben schon ein LOOP. LOOP und MOOP das dynamische Duo! Vom MOOP ins LOOP! Dann haben wir natürlich weiter gesponnen und schon war VOOP geboren (Video Open Online Platform für Adobe Connect) und POOP für unser Portal, aber wer will schon ein POOP haben? POOP spricht neue Sinne an. POOP spricht neben Auge und Ohr auch die Nase an. oncampus verspricht neue Wege im E-Learning mit LOOP, MOOP, VOOP und POOP… nein das wollten wir nicht.

Parallel haben wir auch zig Varianten mit Smart, x, KISS und edu, next generation usw ausprobiert, aber das war alles nichts. Wir sind auch viele Götter (Odin) und andere Gestalten durchgegangen, alles war aber nicht wirklich gut.

Und dann der Zufall: Ein Kollege hat ein Schild mit Mooin entdeckt, der ungewöhnlichen Schreibweise des norddeutschen Moin und wir fanden das gleich alle sympathisch. MOOIN war norddeutsch und witzig und gut zu merken. Das sollte ein Begriff sein und außerdem hat er auch Emotionen bzw. Lokalkolorit. Eine Kollegin hat sich dann die Erklärung ausgedacht, als Alternative stand noch Massive Open Online INstitution zur Wahl, fand ich aber nicht so gut. Die Kollegen meinten dann, ich solle doch jetzt einmal MOOP, MOOP.ED, MOOLE und MOOIN zur Wahl stellen, aber ich mag bei diesen Entscheidungen keine demokratischen Wahlen. Die meisten denken nicht im Marketing, in Domain-Namen oder in Schreibweisen. Ich denke, dass Namen wie Nivea, Lupo, Bahlsen oder Twix nie und nimmer über Mitarbeiter Befragungen entstanden wären.

Zu guter letzt stand dann die Dienstreise zur GMW Tagung nach Zürich vor der Tür und ich wollte dort (hier, denn ich schreiben gerade diesen Artikel hier bei der GMW), MOOIN als erstes offiziell erwähnen, und was soll ich sagen? Alle hier finden den Begriff cool, nett, super und sehr passend. Die Abkürzung ist natürlich gekünstelt, das weiss jeder und es stört niemanden. MOOIN ist jetzt also geboren und jetzt müssen wir das unter http://mooin.oncampus.de bekannt machen, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

 

Das LMS ist nicht tot, das Design schon

Manchmal sieht man den Wald, vor lauter Bäumen nicht. Schon sehr oft wurde das klassische LMS als tot oder gescheitert gesehen. PLEs wurden als Nachfolger auserkoren oder sogar Social Learning Systeme neu erfunden. Dabei sind LMS wahre Schlachtschiffe, die viel mehr können, als nur didaktische Szenarien zu vermitteln. Ein LMS ist die Schnittstelle zur Infrastruktur, zur Organisation, zur Verwaltung und letztendlich zur Digitalisierung und damit zur Effektivität der Hochschule.

Trotzdem sind LMS langweilig. Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit Blackboard, Sakai und Moodle und kenne natürlich auch Clix, StudIP und Olat. Was alle diese Systeme gleich haben, sind langweilige Kursdesigns. Kennt man ein LMS, kennt man alle. Man kann noch so ein fantastisches didaktisches Kurskonzept haben, präsentiert man es einem Besucher, sieht er normalerweise eine Linkliste und eine Navigation, die ähnlich einem Datei-Explorer ist. Erst auf dem zweiten Blick, ergibt sich das Konzept.

 

Moodle Kurs Design

Moodle Design grafisch aufgearbeitet und Responsive

Wir haben schon lange schöne Moodle-Designs, als Beispiel sei unser Medienkompetenz Kurs erwähnt. Die Icons sind grafisch aufgewertet, eine klare Struktur ist zu sehen und was sehr schön ist, man erkennt anhand der Kopfgrafik, in welchem Kurs man sich befindet. Alle Blöcke entsprechen dem CI von oncampus und natürlich ist das ganze auch response. Im Gegensatz zu einer Standard-Moodle Installation eröffnet das grafisch als auch in der User Experience ganz neue Welten.

Bei anderen LMS sieht es ähnlich aus. Bei meinem Vortrag über die papierlose Hochschule beim SOOPAL MOOC hab ich mir Olat noch einmal näher angeschaut und im Grunde keine großen Unterschiede zu Moodle entdeckt. Natürlich wird jeder OLAT Experte dem sofort widersprechen, aber der Kunde sieht erst beim durchlaufen des Kurses erwähnenswerte Unterschiede, niemals bei einer Präsentation.

OLAT Kursdesign mit aufklappbarer Navigation

OLAT Kursdesign mit aufklappbarer Navigation

Das es auch anders gehen kann, liegt auf der Hand. Nicht ohne Grund wurde XML, xHTML und CSS entwickelt. Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal zu dem Thema gebloggt und nannte das Konzept „Das Auge lernt mit„.

Moodle Kursdesign mit grafischen Unterbrechungen

Moodle Kursdesign mit grafischen Unterbrechungen

Im letzten Semester sind wir grafisch schon einen Schritt weiter gegangen. Wir haben die didaktischen Kurselemente mit einem grafischen Horizontal Rule getrennt. Dadurch ist der gesamte Kurs „luftiger“ und übersichtlicher und klarer. Dafür muss man jetzt jedoch mehr scrollen. Ich sage dazu: „Einen Tod muss man sterben. Entweder gutes Design, dann aber viel scrollen.“  Früher hiess es immer, der Anwender soll nicht scrollen und alle Elemente müssen auf einem Blick zu sehen sein. Diese Aussage ist aber 10 Jahre alt und wir halten uns immer noch teilweise daran. Jeder Internetnutzer weiss heutzutage, dass man Webseiten scrollen kann:-)

Und dann kamen die MOOCs. Alle MOOCs bestechen durch neue Kursdesigns und dementsprechend durch neue Plattformen, die ich jetzt auch nicht LMS nennen will. Schaut man sich Coursera, EDx und iversity an, so sind alle super grafisch aufgearbeitet, sie sind responsive und haben einen sehr reduzierten Funktionsumfang. Mich erinnert das irgendwie an Apple, die auch sehr schlichte einfache Bedienkonzepte haben und viel Wert auf hochwertiges Design legen. Der Erfolg gibt Apple recht. Die MOOCs haben das LMS Design quasi in das Jahr 2014 gebracht. Hier hatten Designer das sagen und keine Pädagogen.

Wir haben dann die Idee unbewusst aufgegriffen und beim Hanse MOOC umgesetzt. Hier war unser oberstes Motto, der Anwender soll nicht merken, dass er sich in einem LMS bzw. Moodle befindet. Daher haben wir all die typischen Old-School-LMS-Elemente, wie Kalender, Bereiche, Explorer-Navigation, aber auch die Teilnehmerliste und das Profil ausgeblendet.

MOOC Design Entwurf

Das war ein viel größerer Schritt, als mir zuerst bewusst war. Durch die innovative(?) Bildnavigation im oberen Bereich, hat man die Gestik von den Tablets und alle Lektionen sind grafisch aufgewertet. Eine Linkliste sucht man vergebens und jedem ist sofort klar, dass es sich hier um etwas neues handelt. Das Auge erkennt sofort das neue Konzept und das obwohl MOOCs kaum neue Konzepte haben.

Die Grundfrage, die sich daraus ergibt: Warum sind dann die LMS nicht so sexy, wie ein MOOC?

Ich vermute das ist mal wieder ein Change-Management-Problem, denn niemand will das Design eines LMS grundlegend ändern, sondern ist damit zufrieden, dass es gerade so benutzt wird. Außerdem sind Kritiken am Design immer sehr schnell gemacht und fürchterlich hart. Da kann jeder mitreden und die meisten denken sogar, sie könnten es besser.

Man muss jedoch nur einen Blick auf bekannte Webseiten werfen, sei es iTunes, FAZ, Bild oder Facebook. All diese Webseiten füttern ihre Artikel/Inhalte mit einem Medienobjekt an und liefern eine Kurzbeschreibung und nach einem Klick erhält man den gesamten Artikel. Bei jedem klassischen LMS ist diese Struktur auch möglich, wird aber nicht genutzt. Natürlich sind die Medien-Elemente aufwendig zu entwerfen und kosten Zeit, doch ist das Grund, warum immer noch diese alten Linklisten existieren?

Das auch anders geht, zeigt Julian Ridden (Moodleman).

Das Elegance Theme von Moodle 2.6 geht in diese grafische Richtung. Man könnte es vergleichen mit dem, zugegeben wenig erfolgreichen Schritt, von Microsoft bei Windows 8 zu den Kacheln.

Nachtrag: Man sollte sich hier ergänzend auch noch einmal das innovative Grid-Format für Moodle anschauen, was sehr an die Windows Kacheln erinnert und in genau die Richtung geht, die ich zukünftig erwarte. Wir werden dieses Format sicherlich mit Moodle 2.7 ab August in ausgewählten Kursen evaluieren, wenn der Zeitgott es gut mit uns meint;-)

Hinter jeder Grafik versteckt sich quasi ein Learning Object. Das Auge sieht sofort, was für eine Aufgabe das Element hat. Die Bedienung eines Kurses richtet sich grafisch und visuell aus und nicht mehr textbasiert über Links. Kennt jemand noch Startseiten von Instituten, wo noch Textlinks anzuklicken sind?

Fazit

Die MOOCs sind eine Frischzellenkur für das gesamte E-Learning. E-Learning wird modern, grafisch ansprechend und vor allem erhalten sie ein neues Alleinstellungsmerkmal: User Experience.

Die Inhalte bestehen jetzt aus Videos (xMOOC) und die LMS sind responsive und grafisch klar strukturiert. Das dies alles auch mit den alten Flagschiffen wie z.B. Moodle funktioniert, beweist Julian Ridden und natürlich unser Hanse MOOC. LMS sind durch die Themes, insbesonders bei Moodle 2.7 das Bootstrap Theme, sehr flexibel geworden und man benötigt eigentlich nur ein gutes Change-Management, um die Änderungen anzupacken.

 

 

 

Das war die Moodlemoot 2014 in Leipzig

Den Sinn einer Moodlemoot verstehe ich oft nicht und beim Durchschauen des Programms kommt manchmal auch Verwirrung auf. Viele Themen einer Moodlemoot sind einfache E-Learning-Themen, die oft wenig mit Moodle zu tun haben. Schaut man in das Programm, so entdeckt man sehr viele „nicht“ Moodle Themen oder nur ein sehr loser Zusammenhang zu Moodle, z.B. ein Plugin oder eine Schnittstelle. Ich nehme mich da selbst nicht aus, denn bei meinem Vortrag „LOOP – Ein Autorentool für das Lehrbuch von morgen“ hatte ich auch nur 5 Minuten über die Moodle-Integration gesprochen. Das ist aber das Problem jeder Spezial-Konferenz, die eine Software in den Mittelpunkt rückt und soll auch nur eine Anmerkung sein.

Die diesjährige Moodlemoot, war die erste Mooharamoot, da Mahara inzwischen als zweites Standbein Einzug gehalten hat. Ich persönlich halte davon nicht sehr viel. Zum einen sind E-Portfolios immer noch in den Kinderschuhen und müssen noch den Beweis der Notwendigkeit liefern (ich glaube, es haben sich beim Hochschultreffen nur drei Hochschulen mit einer Mahara-Installation gemeldet) und zum anderen ist die Integration in Moodle doch sehr rudimentär. Das muss alles noch sehr viel besser werden, aber dafür sind diese Konferenzen da.

Zu den einzelnen Sessions kann ich, wie so oft, kaum was sagen. Die Keynote von Jöran Muuß-Merholz war sehr schön und unterhaltsam, aber fast die gleiche Präsentation, wie beim CCC. Das soll die Qualität nicht schmälern, da der CCC Vortrag sehenswert war und ich ihn oft empfohlen habe.

Danach kam meine Session über LOOP, die gut besucht war und danach hat Herr Scholz auch noch einmal in einem Workshop über LOOP anhand der Volkswirtschaftslehre berichtet. Es hat mich unglaublich gefreut, dass zum ersten mal eine externe Person über LOOP berichtet und es kam eine kleine spannende Diskussion auf. Wir werden diese Diskussionen im Juni in Lübeck fortführen, beim ersten LOOP-Workshop (die Planungen laufen) und wir sind weiter gespannt, wie sich unsere Open-Source Lösung weiterentwickelt.

Danach hab ich mir noch zwei Sessions über Badges angeschaut, was für mich eines der nächsten großen Projekte sein wird. Ich denke das Jahr 2014 und auch 2015 wird von MOOC, Badges und ein wenig LOOP bei mir gekennzeichnet sein. MOOC und Badges sind für mich ein Tandem, was bisher noch nicht so exakt ausdiskutiert worden ist. Da gibt es noch jede Menge Diskussionsbedarf. Die eine Open Badge Session von Kristina Höppner gibt es sogar auf YouTube.

Danach gab es für mich persönlich jede Menge Meetings, Diskussionen und das persönliche Netzwerken. Dafür muss man jetzt auch einmal die Organisation der Uni Leipzig ausdrücklich loben, denn das kleine Foyer mit den Tischen, war dafür hervorragend geeignet. Auch die Abendveranstaltung am Donnerstag war wunderschön und ich verstehe immer noch nicht die Leute, die sich davor drücken. Ich finde immer diese Tischgespräche sehr ergiebig und interessant.

Die Moodlemoot in Leipzig war gekennzeichnet, als Moot der kurzen Wege. Vom Bahnhof zum Hotel (es waren diesmal wirklich viele im gleichen Hotel) und dann zur Moot waren keine 600 Meter. Das ist wirklich kurz. Leipzig ist wunderschön (plant einen Besuch beim Völkerschlachtdenkmal ein) und der Neubau der Uni mit der Mensa ist wirklich gelungen. Vielen Dank für die großartige Organisation. Ich persönlich empfand auch die Vorträge hochwertiger als früher. Man hat schon in Münster und München einen Anstieg der Qualität bemerkt und der Trend setzt sich fort (aber wie gesagt, ich war in wenig Sessions).

Für mich persönlich war die Reise definitiv ein Erfolg. Ich habe wirklich viele Ideen bekommen, viele neue Bekanntschaften gemacht und alte vertieft und neue Projekte angesprochen. Moodle als auch Mahara sind feste Bestandteile unserer Infrastruktur und wir werden noch Jahre diese Software nutzen. Allerdings sind wir auch in der Lage, aus der doch etwas betagten Usability und Performance von Moodle, eine gutes System zu schaffen, was inzwischen über 35.000 Leute bei uns nutzen können. Mal schauen, wie unsere Moodle-Roadmap 2014/15 aussieht. Es gibt da jetzt schon ein paar Überraschungen 🙂

 

 

5 Wochen Moodle 2.3 – ein Rückblick

Am Samstag, den 21.Juli haben wir Moodle abgeschaltet um das System zu aktualisieren und seit Dienstag 24.Juli sind wir nun online. Was ist in den letzten Wochen passiert? Was ist gut gegangen und was war schlecht? Es wird Zeit für ein kleines Resümee und das ich erst heute dafür Zeit finde, zeigt schon, dass es zeitaufwendiger war, als zuerst gedacht.

Fangen wir erst einmal beim Grundsätzlichen an und zwar bei der ganz simplen Frage, warum haben wir das System überhaupt aktualisiert?

Das ist wirklich sehr einfach zu beantworten. Moodle 2 bietet zum einen sehr viele neue Funktionen, u.a. Responsive Design, Repository Support, neue Fragetypen und ein „besseres“ Datei-Handling und zum anderen läuft die Update-Phase (Security-Patches, Updates, etc.) für Moodle 1.9 aus. Da wir nur den August Zeit haben, um ein so aufwendiges Update zu machen, wäre der nächste Termin August 2013 gewesen, und das war definitiv zu spät.

Warum haben wir das Update gerade jetzt gemacht?

Wie eben schon geschrieben, konnten wir das Update nur in den großen Semesterferien im August machen. Trotzdem waren einige davon betroffen, die dann doch noch Praktika, Klausurvorbereitungen, Nachbearbeitungen machen mussten oder einfach nur die vorlesungsfreie Zeit nutzen wollten um aufzuräumen. Es gibt bei keinem technischen System den perfekten Zeitpunkt, irgendjemand ist immer betroffen oder fühlt sich nicht ausreichend informiert.

Was ist gut gelaufen?

Eine sehr schwierige Frage, denn was gut gelaufen ist, nimmt kaum jemand wahr. Was bestimmt positiv ist, dass die alten Kurse überhaupt da sind, mit den Forenbeiträgen, den News, Terminen und Dateien und den Lerninhalten. Dabei muss man aber auch gleich anmerken, da ist auch ne Menge schief gelaufen, denn viele Links aus Foren sind (noch) kaputt und bei den Einsendeaufgaben gab es auch sehr viele Probleme. Jemand, der nun seine Aufgaben vermisst, wird kaum glücklich darüber berichten, dass der alte Kurs überhaupt da ist, er will das alles perfekt ist. Ein sehr schwieriger Anspruch, an ein sehr komplexes System. Was auch sehr positiv war, dass der Zeitpunkt recht gut gewählt war. Wir hatten durch das Update Ende Juli, quasi den ganzen August Zeit, die gröbsten Probleme zu beheben. Dazu gab es noch jede Menge Personalengpässe, die wir auch auffangen mussten und ganz viele anderer Probleme, die wir nicht gesehen hatten. Das dritte Positive, war die Entscheidung direkt auf Moodle 2.3 zu gehen. da sich die Oberfläche stark geändert hat, u.a. sind Aktivitäten und Materialien nun zusammgefasst und es gibt nur noch einen Aufgabentyp.  Zum Schluß, war die Kommunikation noch einmal sehr positiv. Dank unseres Twitterchannels https://twitter.com/oncampusfhl haben sich viele gut informiert gefühlt, natürlich aber nicht alle. Manche  haben auch erst jetzt erkannt, wie nützlich Twitter sein kann, andere wollen lieber „sichere“ Plattformen haben und verweigern sich dem „bösen“ Internet. Definitiv waren die letzten Wochen bei uns viel zu stressig arbeitsintensiv, als dass wir Zeit hätten, lange E-Mails oder Blogberichte zu schreiben. Da ist Twitter sehr viel effektiver gewesen und für den Nutzer und ist Twitter auch „nur“ eine Internetseite.

Was ist schlecht gelaufen?

Nichts was wir erwartet hatten, wäre jetzt eine gute Antwort. Ich will sagen, dass wir eine Menge getestet hatten, aber dann doch vieles anders gelaufen ist, als wir erhofft hatten. Wir haben dabei mehrere große Probleme festgestellt, die wir nicht erwartet hatten. Zum einen sind alle(?) Links auf interne Dateien, die durch den WYSIWYG-Editor gesetzt waren, nun leider falsch. Manachmal wurde auch Dateien komplett im Editor eingebunden, d.h. diese Dateien sind auch verschwunden. Keiner von uns arbeitet so mit dem Editor, daher haben wir das gar nicht so direkt getestet. Dateien werden normalerweise über den Datei-Upload-Dialog verwaltet, aber es geht auch anders. Damit wären wir beim eigentlich größten Problem, der Komplexität. Ich hätte nie vermutet, wie komplex inzwischen Moodle und ganz besonders unsere Infrastruktur geworden ist. Wir haben inzwischen ca. 20 Projekte in acht Moodle-Systemen für fünf Partner mit zwei Verwaltungssystemen hier am laufen und das ist komplex. Da geht es um DNS-Settings, SSL-Zertifikate, Datenschutz, Rufüberwachung und Netzwerkmanagement. Das geht weiter über Modulverwaltung, Templates, Abrechnungen, Zeitplänen, Evaluation, Webkonferenzen und Stammdatenverwaltung und das ganze endet dann noch lange nicht bei Single-Sign-On, Schulungen, Responsive Design, VMware und HTML5. Ich will sagen, dass es wirklich komplex ist und wir entdecken hier jeden Tag ein neues kleines Problem, was wir meist schnell reparieren können, aber es hat trotzdem jemanden genervt.

Das zweite große Problem sind die Einsendeaufgaben. Die sind teilweise nicht korrekt übertragen worden. Das liegt oft am gleichen Problem, wie eben beschrieben, denn oft wurden Aufgaben als auch die Lösungen nicht als Dateien behandelt, sondern übern den WYSIWYG-Editor verwaltet und jetzt sind die Dateien falsch verknüpft. Bei allen neuen Kursen ist das natürlich kein Problem, aber manchmal wollen die Studierende die alten Aufgaben noch ansehen um sich auf die Klausur vorzubereiten und dann sind die PDFs weg. Ich denke auch, dass wir dieses Problem nicht automatisch reparieren können und daher noch ein großes Problem kriegen werden.

Das gleiche gilt für Links aus Foren, News und anderen Bereichen auf interne Inhalte. Da sich bei allen Moodle-Kursen die Cours-ID geändert hat, stimme diese Verweise nicht mehr. Die Dateien sind jedoch alle da. Wir versuchen diese internen Links zu reparieren, was noch ein etwas dauern könnte. Das ist auch die letzte große Baustelle, die wir offen haben.

Hätte man das nicht auch alles besser testen können?

Natürlich kann man das, aber es kommt immer auf die Mittel und die Zeit an, die man zur Verfügung hat. Hier arbeiten keine 50 IT-Profis, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche zur Verfügung stehen. Wir haben hier zwei Entwickler und eine Designerin, die eigentlich alles machen müssen und das unter den Bedingungen des öffentlichen Dienstes. Natürlich haben auch andere Abteilungen mitgeholfen, z.B. für die Administration, Schulung und der Koordination, aber das Kernteam ist klein. Dazu kommen dann noch andere Ereignisse, wie Elternzeit, Krankheit und Urlaub, die alles noch verzögern können. Wir haben sehr viel gearbeitet und das auch an den Wochenenden und wir haben auch unsere Urlaube verschoben und Überstunden gemacht, aber auch Gott hat es nicht geschafft, die Welt an nur einem Tag zu erschaffen und das mit der Moodle-Umstellung wird auch noch länger dauern. Am Ende sind wir definitiv alle schlauer, aber ob wir all diese Probleme vorher gewusst hätten, ist fraglich. Noch einmal gesagt, viele Probleme haben wir vorher gesehen und gelöst, aber die merkt der Anwender nicht. Man sieht nur das, was schiefgelaufen ist. Das ist halt so bei IT-Prozessen, leider.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben nun den Semesterstart gemacht (ja das normale Alltagsgeschäft ist auch noch da) und werden uns dann den vielen kleinen Problemen annehmen. Ich vermute, wir werden mit der Moodle-Umstellung noch bis Februar zu haben. Es werden noch viele Probleme auftauchen, von verschwundenen Dateien, über die Einsendeaufgaben, Schulungsbedarf, Fehlbedienungen usw. Ab März wird es dann normal werden, bis zum nächsten großen Update in ca. fünf Jahren.

FH Lübeck seit Mittwoch 19 Uhr auf Moodle 2.3

Gestern war das erste große Update auf Moodle 2.3 und es hat leider nicht reibungslos funktioniert. Was ist passiert?

Wir hatten uns eigentlich gut vorbereitet und auch alles getestet. Auf unseren Testinstallationen sind alle Skripte einwandfrei durchgelaufen und auch der Zeitrahmen war mit maximal 8 Stunden definiert gewesen. Wir haben jedoch mit mit weniger gerechnet bzw. gehofft. Das Update haben wir schon am Wochenende begonnen, als wir zum ersten mal alle Kurse kopiert hatten, was auch einwandfrei funktioniert hatte. Am Dienstag wollten wir dann nur die Kurse anfassen, die sich in den letzten zwei Tagen geändert hatten. Dafür hatten wir ein SYNC-Skript gebastelt, was uns dann 230 von 680 Kursen ausgegeben hatte. Das sparte uns 60 % der Arbeit und wir gingen zuversichtlich an die Arbeit. Leider hat das importieren der Kurse aber sehr viel länger gedauert, als erhofft. Hier hätten wir schon misstrauisch werden können, aber umfangreiche Server Arbeiten sind oft schwer zu schätzen. Wir haben dann gemerkt, dass der erste Zeitplan aus dem Ruder läuft und der Restore bis nach Mitternacht laufen wird.

Am nächsten morgen haben wir dann alle Kurse überprüft und gemerkt, dass 12 von 680 Probleme erzeugt haben. Warum es beim Testlauf geklappt hat, ist uns immer noch ein Rätsel. Wir haben dann viele Restarbeiten durchgeführt und sind um 12:30 Uhr online gegangen (geplant war 12 Uhr). Aber das System hat sich sofort aufgeschaukelt und ist in Überlast gegangen. Wir hatten zig httpd-Prozesse mit CPU Last von jeweils 30%, was nicht normal ist. Dann ging die Fehlersuche los und das optimieren, z.B. PHP-Cache, MySQL-optimize, RAM erhöhen, Configs überprüfen, CSS überprüft usw. Zum Schluss haben wir den gesamten Cluster verschoben, damit der Storage Zugriff schneller ist, was aber auch keine Besserung brachte. Jetzt haben wir nach dem berühmten Zitat von Sherlock Homes „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“ gehandelt und den ganzen Server getauscht. Wir haben zwar keinen Fehler gefunden, aber irgendwo hatte der Linux Server ein merkwürdiges Eigenleben, was nicht erklärbar war. Das es am Server lag, war extrem unwahrscheinlich. Immerhin haben wir schon mehrere hundertmale Server geklont und so ein Verhalten war noch nie  (nein das stimmt nicht, ca. 4 Jahren ist es her) passiert. Eine Stunde später hatten wir einen neuen Klon aufgesetzt, das Moodle-Data Verzeichnis neu gemounted und den Datenbank-Dump eingespielt. Dann noch den DNS Eintrag neu geschrieben und das System war gegen 19 Uhr online .

Am nächsten Tag lief das System stabil und ohne Lastprobleme. Alle konnten arbeiten, was erstmal das wichtigste war. Im Laufe des Tages summierten sich mehrere kleine Baustellen. Bei einigen Kursen haben wir Probleme mit den Einsendeaufgaben, andere hatten Probleme mit Riesenkursen (teilweise mehrere Gigabyte groß) und das größte Problem war ein Designfehler mit alten Internet Explorer Versionen. Das meiste konnten wir am Donnerstag beheben aber bei zwölf Kursen sitzen wir immer noch dran.

Jetzt nach drei Tagen kann man rückblickend sagen, das wir insgesamt einfach Pech hatten. Wir haben das fehlerhafte System „Montagsserver“ getauft und überlegen, ob wir es von VMware untersuchen lassen. Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam noch Pech dazu 🙂 Ich fand es ziemlich gut, dass wir Mittwoch Nachmittag innerhalb von 60 Minuten ein neues leistungsstarkes System aufgesetzt bekommen haben und so schnell auf den Vorfall reagieren konnten. Jetzt läuft das System schon einige Tage problemfrei und wir haben keien Kritiken bekommen. Wir ITler sind ja meist schon glücklich, dass sich niemand beschwert. Lob kriegen wir fast nie zu hören…

Moodle Theme VFH nun auch für Moodle 2.3.1

Heute wurde das neue VFH-Theme für Moodle 2.3.1 fertig und gleich auf dem Schulungssystem installiert. Dabei haben wir auch gleich das System auf die Version 2.3.1 aktualisiert (man achte auf die dritte Stelle). Die ersten Tests waren fast erfolgreich, aber wir haben ein Problem beim „Next Generation“ Forum entdeckt. Mal schauen, ob wir es morgen gelöst kriegen.

Hier sieht man sehr anschaulich den neuen „Material oder Aktivität hinzufügen“-Dialog. Im Hintergrund das neue VFH Design, was der neuen Webseite der Virtuellen Fachhochschule entnommen ist.

Mit der Migration sind wir am Wochenende ein gutes Stück vorwärts gekommen. Die Schnittstelle zum Portal wurde weiter optimiert und alle 9 Kernfunktionen laufen, aber es kommen doch jeden Tag neue Kleinigkeiten dazu. Das erste kopieren aller Kurse wurde auch erfolgreich durchgeführt. Das hat über 36 Stunden gedauert. Wir gehen davon aus, dass sich die alten Kurse bis zur Migration nicht ändern werden, dadurch sparen wir uns am Tag der Umstellung ca. 80 % der Gesamtdaten. Wir überprüfen die Aktualität aller Kurse mit einem „DIV“-Befehl, damit uns keine Änderungen entfallen. Am Donnerstag soll dann das erste Moodle mit Connect, Evaluation und Portal umgestellt werden, was aber nur unsere Weiterbildungsprogramme betrifft.

 

Moodle 2.3

Letzte Woche ist das Update für Moodle 2.3 erschienen. Im Gegensatz zu Moodle 2.x bringt die Version viele sichtbare Vorteile für den Anwender. Das gesamte File Handling ist neu und es wird sogar Drag’n’Drop vom Windows-Explorer unterstützt und auch externe Dienste wie Dropbox und GDrive (was wir noch evaluieren) sind eingebunden. Eine sehr gute Übersicht der neuen Features  findet man im E-Learning Blog der TU Darmstadt. Wir wollen jetzt direkt auf Version 2.3 gehen, da es schwierig werden würde, dies Semester 2.2 einzuführen und nächstes Semester noch einmal 2.3, wo sich das gesamte File Handling noch einmal ändert. Wir denken, dass die User sich dabei überfordert fühlen und auch die neuen Features nicht noch einmal lernen wollen.

Das hat natürlich erhebliche Nachteile in unseren Plänen zur Folge, u.a. hat sich das Design geändert und unsere fast fertigen Layouts müssen neu gebaut werden, alle Schnittstellen müssen überprüft werden, das Schulungsmaterial angepasst werden und noch vieles mehr.

Wir haben seit gestern unser Schulungssystem auf Version 2.3 aktualisiert. Das Ergebnis ist, dass weder das oncampus noch das VFH Layout funktionieren, aber das Standard-Layout geht natürlich. Wir hoffen, das Anfang nächster Woche auch die ersten Layouts fertig sind. Zum Glück kann man jetzt schon auf der Spielwiese mit dem Standard Layout alles testen.

Da unser Zeitplan knapp ist, haben wir auch schon die ersten Systeme auf 2.2 migriert, darunter Schule, Demo und noch ein paar Partner. Diese müssen wir jetzt leider noch einmal updaten, was aber keine große technische Probleme bereiten sollte.

Die größten Probleme sind nach wie vor die Schnittstellen zu den drei Kernsystemen Portal, Connect und HIS. Inzwischen laufen alle Schnittstellen als Beta und müssen noch getestet werden. Leider gab es dort ein paar Probleme, die uns zeitlich zurückgeworfen haben. Wir versuchen jetzt die Zeit aufzuholen, denn eine Woche hat bekanntlich sieben Tage und nicht fünf.

Inzwischen haben wir auch einige Kurse stichpunktweise in Moodle 2.3 überführt und überprüft. Es sind nur kleine Probleme aufgetreten, z.B. bei Umfragen, Tests und dem Kalender. Diese Funktionen werden aber kaum genutzt und die wesentlichen Grundfunktionen, u.a. Forum, News, Daten, E-Mail funktionieren einwandfrei.

Was werden jetzt die nächsten Schritte sein?

Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck am Design und den Schnittstellen und wollen Ende nächste Woche die ersten Kurse vom Portal umstellen, das betrifft zuerst die Weiterbildung und den Business Bereich und kleinere Projekte. In der Woche drauf soll dann zuerst die FH Lübeck umziehen und dann die VFH. Da es noch teilweise Klausuren in der KW 29 gibt, können wir wahrscheinlich nicht in einem Rutsch umziehen. Den genauen Ablaufplan werden wir nächste Woche veröffentlichen.