Facebook ist down und die Welt lästert

Man kann jetzt schön über Facebook lästern. Facebook ist down und jeder, der sich auf Facebook verlässt ist jetzt auf Gott verlassen. Alle Werbestrategien, Sociel Media Manger, Eventmanager und erst die ganzen Freizeitnutzer können nichts mehr machen. Sie sind arbeitslos, nur weil Facebook down ist und man hat auch gar keinen Anspruch für Haftung. das gleiche gilt jedoch auch für Strom und Straßen aber das ignorieren wir jetzt einmal. Kollateralschäden sind antürlich auch entstanden, denn das Single Sign On von Facebook ist natürlich auch weg und so konnte man sich auch nicht an zig Web 2.0 Diensten anmelden. Die Heise Forenschreiber, die sowieso schon immer gegen Facebook, Google und Co sind, fühlen sich jetzt bestätigt, doch man muss da auch einmal die andere Seite anschauen.

Single Sign On ist ein Standardverfahren in jeder Firma. Alle Systeme sollen mit einem Login verfügbar sein. Wer lästert nicht gerne gegen Telekom, Bundesbahn oder eigene Firma, wenn Supportforum, Wiki und Intranet verschiedene Logins hat. Wenn das LDAP weg ist, steht auch hier alles.

Das gleiche gilt für Eduroam an den Unis, Shibboleth, AAI und OpenID. Alles sind sogenannte Single Point of Failures. Das eine erhöht die Usability aber wir bezahlen mit erhöhtem Risiko bei einem Ausfall.

Und bei den Produktionsprozessen sieht es ähnlich aus, da nennt man es One-Source-Publishing und wenn die XML-Quellen für den mobilen und für die Standardwebseite weg sind, sind auch beide Auftritte nicht erreichbar. Das gleiche gilt für die On-The-Fly-Prozesse z.B. PDF- und ePub-Erzeugung und vom Warehouse mit einer Datenquelle (auch wenn sie redundant ist), will ich gar nicht erst anfangen.

Also Vorsicht mit der Kritik an Facebook, denn wir alle wollen diese Prozesse, aber wenn sie weg sind, ist der Schaden groß

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

tl;dr

Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1“ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

Böses oder gutes Younow? Die deutsche Angst schlägt wieder zu

Da ist eine neue Videoplattform für Jugendliche und die deutschen Jugendschützer, Eltern, Datenschützer und Massenmedien fangen automatisch alle an im Chor zu singen: „Das gefährliche Internet.“

tl;dr

Allein die Überschriften bei Google-News ergeben ein absolut einseitiges Meinungsbild:

Google News Headlines zu Younow vom 28.Februar 2015

Google News Headlines zu Younow vom 28.Februar 2015

Sogar die Technikseiten Golem und Heise stimmen in dieses Lied ein, was mich doch etwas verstört hat und auf den eingängigen Medienpädagogik-Seiten, werden schon Verbote, Warnungen im Unterricht und Infomaterial verteilt.

All diese Berichte gehen nur in eine Richtung, wie gefährlich ist denn dieses Younow und wie können wir unsere Kinder davor schützen? Ganz klassisch sieht man das an dem Video, was fast gar nichts mit Younow zu tun hat, sondern nur allgemeine Probleme des Internets darstellt und auf den Younow-Warnungs-Hype aufspringt.

Wer hat sich bisher Younow überhaupt angeschaut?

Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich mir mal die 30 Minuten Lebenszeit gegönnt und hab mir das System flüchtig angeschaut. Die Registrierung auf der Webseite ist vorbildlich einfach, man benötigt nur einen Twitter-, Facebook- oder Google-Account und schon kann es losgehen. Danach erhält man zwei Listen und man kann sich die Livestreams von anderen Nutzern anschauen. Entweder man geht nach Tags also z.B. Interessen, Sprache, Geschlecht, Hobby oder man orientiert sich an die Top-Viewed Listen.

Ich habe mir dann ca. 30 Streams angeschaut und davon waren 28 Streams von Kids, die für mich sehr inhaltsleer waren. Ich habe auf keinem Stream länger als 10 Sek. durchgehalten. Wer will schon Gespräche von pubertierenden Teens freiwillig anschauen? Zwei interessante Angebote hatte ich auch entdeckt, aber ob jetzt ein Kiosk in New York wirklich von belang ist, kann bezweifelt werden.

Was gerne vergessen wird, das Potential von Younow

Wenn man einmal einen Schritt zurück geht und sich neutral die Technik anschaut, ist das eigentlich der Hammer. Ich kann nämlich sofort einen Livestream von der Webcam meines Laptops ins Internet stellen und den Link öffentlich sharen. Davon haben wir E-Learning-Experten die letzten 10 Jahre geträumt. Man muss keinen Admin fragen, keine Software installieren und nicht einmal einen Account anlegen und das alles geht dann auch noch per App, wo man die Kamera (Front oder Back) noch auswählen kann. Ich verstehe dabei überhaupt nicht, warum keiner in Jubelgesänge ausbricht. Die Lösung ist sogar so einfach, das müssten sogar Lehrer hinkriegen, wahrscheinlich sogar Lehrerinnen (das war jetzt Ironie) und neben dem Livestream gibt es sogar einen Chat.

Die Szenarien sind quasi unendlich. Ich kann jetzt bei jeder Konferenz einfach per Smartphone und WLAN die Session streamen und das geht natürlich auch bei Fussballspielen, Konzerten, Vorträgen und auch im Unterricht. Die Session  werden sogar aufgezeichnet, ich weiss allerdings nicht wie lange die Maximal-Zeit ist und eine Export-Funktion hab ich auch nicht gesehen. Trotzdem ist Younow ein Riesenschritt nach vorne und kann hier mit Google-Hangout verglichen werden.

Und was ist mit den Gefahren? Die Kids wissen doch gar nicht was sie da tun.

Das Angebot richtet sich wirklich eindeutig an die Kids, aber trotzdem kann ich die Gefahren nicht erkennen oder nicht richtig einordnen. Wenn die Kids sich dort präsentieren, dann machen die das halt und wenn sich dort Erwachsene reinschleichen um daran teilzunehmen, dann ist das zuerst einmal nichts verbotenes. Natürlich muss man den Kids erzählen, dort nichts blödes zu machen, aber das ist nichts anderes, als mit fremden Menschen nicht ins Auto zu steigen. Das sollte man den Kindern beibringen und Younow wird die Eltern auch nicht neu fordern, immerhin sollten sie nach SchülerVZ, Facebook, Abofallen, Alkohol und Shades of Grey genug trainiert sein, um auch noch vor Younow zu warnen. Die Geschichte wiederholt sich und nach 20 Jahren Internet ist es mal wieder sehr erstaunlich, dass da überhaupt jemand darauf reagiert.

Typisch deutsch, zuerst kommt die Gefahr, dann das Potential

Ich fühle mich bei Younow mal wieder bestätigt, denn die Gesellschaft und die Medien können nichts anderes als Warnungen aussprechen und sehen kein Potential. Die Younow Berichterstattung zeigt es mal wieder. Da probiert keiner aus, keiner sieht die Vorteile, keiner denkt an positive Einsatzbeispiele, sondern das erste was einem einfällt sind die Gefahren und danach kommen die Verbote. Die Angst vor dem Internet scheint eine deutsche zu sein.

Google Plus und Syntaxformatierung

Ein kleiner Tipp, den ich schon lange posten wollte. Man kann bei Google+ Texte formatieren (Syntax Formating). Es gibt drei Optionen: kursiv, fett und durchgestrichen.

*fett* ergibt fett

_kursiv_ ergibt kursiv

-durchgestrichen- ergibt durchgestrichen

Man kann diese auch kombinieren _*fetteskursiv*_ ergibt fetteskursiv

Wenn man bestimmte Gruppen/Menschen im Text benachrichtigen will, kann man einfach ein +Name schreiben, und Google sucht automatisch nach dem G+ Account (funktioniert aber nicht so gut auf dem Tablet).

Amazon will billige Bücher und wir sollen dagegen sein

Das Spiegel Online inzwischen in einer Qualitätskrise steckt, sollte spätestens nach der Krim-Krise jedem klar geworden sein. Jetzt legt SPON mit dem Amazon Artikel noch einmal nach und versucht das Geschriebene noch zu unterbieten.

Ich weiss ja, dass Google, Amazon und Apple böse sind, aber leider sind die auch besser, als alle Konkurrenten. Das schreibt nur keiner gerne, den man müsse dem Monopol doch früh Einhalt gebieten. Genau hier setzt der Spiegel an und hat es irgendwie geschafft, dass 100 Autoren sagen, dass sie mehr verdienen wollen für Qualität und lokalem Buchhandel stehen. Ja ne ist klar. Ich frag auch einmal die Autoren, ob sie mehr Geld verdienen wollen und sie nur diese Petition unterzeichnen sollen. Ein Wunder das es nur hundert sind in den USA waren es 909.

Man muss sich das einmal vorstellen. Da will Amazon Bücher billiger machen und so dem Kunden preiswertere Produkte anbieten und jetzt wird der Leser/Kunde aufgefordert, Amazon zu verteufeln und man solle doch den hohen Preis bezahlen. Wie verrückt muss man sein, wenn man das unterstützt? Der Autor verdient durch Amazon auch nicht weniger, den das Einsparungspotential, liegt natürlich bei der Herstellung (Druckkosten) und dem Vertrieb. Hier geht es um billigere E-Books um das noch einmal laut zu sagen.

Natürlich wird Amazon noch mehr vorgeworfen: manipulierte Bestsellerlisten, verlangsamte Auslieferungen bestimmter Verlage und Verzögerungen bei Bestellungen und damit natürlich die Ausnutzung seines Monopols. Das kann wahr sein, aber mal im Ernst, das ist normales Business. Als ob die Verlage die letzten 100 Jahre die reinen Unschuldslämmer waren. Man muss sich nur einmal die Geschichte von Elsevier Verlag http://de.wikipedia.org/wiki/Elsevier#Kritik_an_Elsevier durchlesen, dagegen ist Amazon der reinste Engel. 

Und dann noch dieser verklärte Blick in diese sagenumwobenen Buchhandlungen, wo man die beste Beratung von belesenen Buchhändlern erhält. Mit Kaffee und Gebäck kann man in gemütlichen Leseecken seine Lieblingsbücher probelesen und sich mit literarisch bewanderten Kunden über die neuesten Literatur-Bestseller austauschen. Natürlich ist das viel besser, als eine seelenlose Kundenrezension auf Amazon oder einem Vorschlagsystem aus einer Cloud. Dann doch lieber ein Azubi aus Fleisch und Blut, der Shades of Grey für einen Klassiker hält. 

Zum Glück hat der Spiegel Redakteur die Antwort in den Kommentaren bekommen und ich werde wohl langsam SPON und FAZ (das ist ein anderes Thema) aus meiner Leseliste streichen müssen (es lebe der Qualitätsjournalismus) und mich vielleicht Der Zeit oder TAZ zuwenden. Natürlich ein schlechter Redakteur macht natürlich keine schlechte Zeitung, aber es wird insgesamt schlechter. Vielleicht unterstütze ich auch die Krautreporter und die Zukunft des Journalismus liegt im Crowdfunding. Warum aber immer Amazon schuld sein soll, werde ich wohl nicht verstehen. Ich muss das mit der Buchpreisbindung einmal recherchieren, aber auf den ersten Blick profitiert Amazon überdurchschnittlich davon und ist trotzdem dagegen. Schlimmer böser Monopolist dieses Amazon, will billigere Bücher und ist auch noch für freien Wettbewerb. Das muss verhindert werden.
 

PS Man hätte den Bericht auch wie T3N schreiben können, zwar kürzer aber ehrlicher.

PPS Der Deutschlandfunk hat dazu auch ein Interview geführt, mit guten Fragen und schlechten Antworten.

WhatsApp und die deutsche Datenschutzphobie

Eigentlich wollte ich vorgestern schon über WhatsApp was schreiben, aber ich hatte keine  Zeit (immerhin war Champions League:-) ) und heute hat sich die ganze Welt um WhatsApp um 180 Grad gedreht und jetzt ist alles noch viel aktueller. Fangen wir jedoch am Anfang an und der liegt im „Westen„. Der behauptete nämlich am 18.Februar, dass jedes Smartphone mit WhatsApp eine SuperWanze wäre und man damit ausspioniert werden könne, auch mit Mikrofon und Kamera und allem drumherum. Das hat nämlich der EDV-Dozent Stefan Löffelbein dem „Westen“ gesteckt und die Nachricht war wohl Wasser auf all den Mühlen der Nokia-Handynutzer und SMS-Nostalgikern. Plötzlich war mein Facebook Stream voll mit Anmerkungen, von all den Leuten, die es ja schon immer geahnt haben, mit WhatsApp wird man abgehört. Teufelszeug. Blöde Technik. Mit meinem 8 Jahre altem Nokia Handy geht das nicht und der Akku hält auch 5 Tage.

Das nur eine Webseite das einmal kritisch hinterfragt hat, sagt schon alles. Giga hatte einmal näher nachgedacht, denn WhatsApp müsste schon das Betriebssytem umgehen um an das Mikro- oder an die Kamera zu kommen und die Traffic Messung muss dann auch noch umgangen werden. Ist aber egal, denn man postet doch lieber die gerne gehörte Meinung, dass WhatsApp unsicher sei und Teufelszeug ist. Man darf diesen Monopol-Anbietern niemals glauben.

Doch bevor ich das schreiben konnte, kam heute die neue Welle, denn der Teufel persönlich hat WhatsApp gekauft. Jetzt weiss der blau-weisse Teufel nämlich alles über uns. Nicht nur all die Uli Stein Comics und Katzenvideos, die ich auf Facebook teile, nein jetzt kennt er auch noch all die lustigen Schmuddel-Videos, die ich per WhatsApp verteile. WhatsApp und Facebook zusammen ist natürlich der Untergang vom Abendland.

Ich frage mich dabei, was sich eigentlich geändert hat? Natürlich könnte Facebook jetzt doppelt so viele Daten ausspähen, aber was kann denn jetzt mehr passieren? Facebook könnte ein lückenloses Profil erstellen, was dann meine Vorlieben kennt. Das ist eine wirklich schlimme Sache, denn plötzlich könnte die Werbewelt erkennen, dass ich keine Haustiere besitze und auch kein Auto und plötzlich kriege ich keine Werbung mehr für Hundefutter und Winterreifen. Das ist in der Tat sehr schlimm. Personalisierte Werbung ist Entmündigung, denn ich würde niemals auf die Idee kommen, selbständig bei Amazon oder Günstiger.de nachzuschauen, ob es das Angebot irgendwo günstiger gibt. Facebook könnte auch mein Profil der NSA geben, als würde das nicht jetzt schon geschehen. Der Unterschied wäre nur, dass Facebook die Daten vorher analysiert und die NSA das nicht mehr tun muss.

Dazu kommen jetzt auch noch all die schlauen Artikel über Alternativen, die dann doch keiner nutzt. Die große Frage dabei ist doch, warum nutzt das keiner? Zum einen interessiert Datenschutz auch in Deutschland niemanden wirklich (laut Politbarometer liegt Datenschutz auf Platz 15 mit 3 Prozent (das sind die Piraten)) zum anderen sind die Apps kompliziert zu bedienen und sie sind nicht verbreitet. Dazu dann die angeblichen Todesargumente mit der Unsicherheit . Auch wenn WhatsApp Sicherheitslücken hat, so sind diese nicht so groß, dass auf einen Schlag Millionen betroffen sind und was soll denn auch dort von Interesse sein? Mehr als Beziehungsgerede, Partybilder und sinnlose Texte, die höchstens deine unmittelbare Umwelt interessiert, wird da nicht stehen. Außerdem ist WhatsApp ein CloudDienst und es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch WhatsApp eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet und damit wären alle Alternativen sinnlos. Auch bei WhatsApp arbeiten Informatiker, die schon mal etwas von Verschlüsselung gehört haben.

Zusätzlich kommt die zukünftige Integration in Facebook, die die Usability wahrscheinlich enorm erhöht. Usability war schon immer wertvoller für den Anwender als Sicherheit. Sicherheit ist immer kompliziert und nur für Nerds wichtig. Die können auch Threema und andere Alternativen nutzen, denn Nerds haben selten mehr als 10 Freunde und die haben auch alle Threema. Das sind ja alles richtige Spezialisten mit Sonderlösungen.

Das eigentliche bemerkenswerte an der WhatsApp Geschichte ist jedoch, wie hat es diese Bude aus Palo Alto geschafft, Messaging Größen wie ICQ, Skype, Google, Jabber und Co den Rang abzulaufen und auf 450 Millionen Smartphones zu laufen? Respekt und jeder von Euch ist jetzt Multimillionär 🙂

iPad – Durchbruch oder Niedergang der Medienkompetenz?

Ich war noch nie ein Apple Fan, aber man muss der Firma wirklich zugestehen, dass Sie das mobile Internet erst ermöglicht hat. Ohne das iPhone würde es keine Smartphones geben und ohne Smartphones, gäbe es natürlich auch kein mobiles Internet. Ein paar Jahre später gab es dann, das Tablet bzw. es gab das iPad und alle anderen mussten das Tablet erfinden:-)

Ich habe zu dem Zeitpunkt gedacht, eine Erfindung, die die Welt nicht braucht. Asus hatte gerade den Netbook mit dem Eee PC erfunden und wer braucht schon ein PC ohne Tastatur. Ein großer Irrtum meinerseits, denn die Tablets gehen weg wie warme Semmeln und Apple meldet einen Absatzrekord nach dem anderen. Natürlich lag der Erfolg nicht in der Hardware begründet, sondern mal wieder in der Software. Denn es waren die Apps, die den ganzen „PC“ so vereinfacht haben und plötzlich braucht kein Mensch mehr, den komplizierten PC, sondern einfach nur jeweils eine App für seine drei Bedürfnisse. Das sind dann meist Facebook, E-Mail und vielleicht noch eine Fernsehzeitschrift 🙂

Ein Tablet mit seinen Apps reduziert meist die Anwendung auf das notwendigste. So kann man viele Einstellungen gar nicht vornehmen, sondern muss mit dem leben, was die App einem bietet. Der normale Anwender scheint damit sehr glücklich zu sein, der Profi fühlt sich jedoch eingegrenzt und verflucht fehlende Optionen.

Was hat das jetzt mit der Medienkompetenz zu tun? Man könnte meinen, dass das Tablet die Medienkompetenz fördert, was sicherlich für den Anfänger stimmt. Er macht sehr schnell Fortschritte und wird nicht mit tausend Grundeinstellungen und Optionen überfordert, die der normale Nutzer gar nicht braucht. Aber wenn man mehr machen will, stößt man ganz schnell an die Grenzen, dieser kleinen Sofa-Geräte. Tablets sind ideale Konsumer-Geräte um passiv Informationen abzuholen. Man kann damit prima E-Mails checken, Facebook lesen, Zeitungen oder auch E-Books konsumieren oder Filme schauen. Natürlich ist es eine überragende Spielekonsole (manchmal denke ich, das Tablet wurde für Angry Birds erfunden) und ein überdimensionaler Fotoapparat ist es auch.

Was man jedoch nicht gut machen kann, und das ist das eigentliche Verhängnis, man kann ganz schlecht Inhalte herstellen. Die Tastatur ist meiner Meinung nach ein Fiasko (und auch der eigentliche Grund, dieses Blogbeitrages). Will man etwas schreiben, so ist der Bildschirm nur noch zur Hälfte nutzbar, da die Bildschirmtastatur, die andere Hälfte einnimmt. Dazu kommt die schlechte Haptik der Tasten, die fehlenden Cursortasten, die schlechte Zwischenablage und beim iPad die mangelhafte Textvervollständigung. Da ich parallel Android nutze, kenne ich teilweise die Möglichkeiten der ganzen Tastatur Apps und da kann Apple nur von lernen. Ich habe letzte Woche zum ersten mal mit dem iPad gebloggt und muss gestehen, es war schrecklich. Ich konnte weder mit der Lupen-Funktion im Text schnell Textstellen finden, noch konnte ich schnell Hyperlinks oder Bilder einfügen. Alles hat ewig gedauert und war absolut nicht ergonomisch. Kurz gesagt, das Tablet erzieht den Nutzer zur Passivität.

Das Web 2.0 war Anfang der Nuller Jahre der Durchbruch des Internets. Es gab plötzlich tausend Plattformen, damit der Nutzer aktiv das Netz mitgestalten kann. Programme waren noch nie so einfach zu bedienen und vor allem umsonst. Es gab WordPress, MySpace, Flickr, Wikipedia und Facebook. Alles hat darauf gewartet, dass das Netz demokratisiert wird, aber was geschah? Diese ganzen Möglichkeiten nutzt nur die digitale Elite und der Rest kann mit den Tablets zufriedengestellt werden.

Eigentlich ist der Erfolg der Tablets, die Niederlage des Web 2.0.

Ein Tablet wird nie WordPress, Office oder Photoshop ablösen können sondern man kann prima damit die Texte oder Bilder aus Word und Photoshop anschauen. Die Menschen, die das Netz wirklich nutzen wollen, brauchen nämlich eine Tastatur und einen großen Bildschirm und natürlich Zeit und Interesse. Das alles hat der normale Tablet Nutzer normalerweise nicht, denn er will meist sein kleines Problem, schnell gelöst haben, z.B. Facebook Beiträge lesen und „liken“.

Ich will aber hier nicht die Tablets insgesamt schlecht reden, denn diese Geräte haben natürlich enormes Potential. Man kann damit wunderbar Filme aufnehmen und schneiden. Vorträge können dank der Touch-Oberfläche viel interaktiver vorgeführt werden und mit der Integration von Kamera und Social-Network sind Live Berichte quasi mühelos und superschnell geworden. Wenn irgendwann auch die deutsche Texterkennung übers Mikrofon einwandfrei funktioniert, wird die mangelhafte Tastatur auch nicht so ins Gewicht fallen. Auch der Erfolg bei den Kindern ist nicht zu unterschätzen und bedeutet einen großen Schritt nach vorne, für das digitale Klassenzimmer oder später die digitale Bibliothek. Wer später einmal mehr will, wird sich dann einen Laptop oder PC kaufen. Das Tablet ist das ideale Einsteigergerät, aber man muss halt auch darauf achten, dass das Tablet begrenzt ist und die Passivität fördern kann.

Wie kann ein Lehrbuch von heute aussehen?

In den letzten 18 Monaten habe ich mir sehr viele Gedanken über Bücher, E-Books und E-Content gemacht. Schaut man sich einmal ein Buch von heute an, so so sieht es fast genauso aus, wie vor 100 oder 300 Jahren. Es gibt einen Einband und im Buch gibt es eine serielle Aufzählung von Inhalten, die durch Seitenzahlen geordnet und mit Kapiteln unterteilt sind. Oft finden wir noch Anhang, Index und Glossar aber das war es dann schon. Die Buchverlage denken inzwischen (sie haben von der Musik- und Filmindustrie gelernt), dass das nicht so bleiben muss. In der Vergangenheit war das Buch starr in einem Gerüst gezwängt, in einer Zwangsjacke gebunden. Das muss aber so nicht bleiben!

Heute hat fast jeder Internet, einen guten Bildschirm und einen PC und oft sogar noch ein Tablet und Smartphone. Das ergibt eigentlich fantastische Optionen. Gerade im Lehrbuch Bereich, könnte man auch Videos, Animationen, Übungsaufgaben mit Feedback aber auch Webdienste wie GoogleMaps, Facebook oder YouTube einbinden. Geographie könnte interaktiv werden, Biologie kann im Gartenfotos ergänzt werden und Matheaufgaben geben einen Lösungstipps. Vor allem aber, diese neuen Bücher würden nicht veralten, denn es gibt keine Auflagen mehr. Wenn man das Lehrbuch befreit, könnte es in einem Browser gelesen werden, der auf jedem Gerät zur Verfügung steht. Man braucht nur Internet und das war es. Dann gibt es auch keinen Streit mehr über Android und Apple oder über Adminstratorenrechte und Lizenzen oder Formate, wie PDF und ePub. Das Lehrbuch der Zukunft sollte in einem Browser laufen und auch dort bearbeitet werden, ähnlich wie in einem CMS oder einem Wiki.

Ein Lehrbuch der Zukunft sollte online gelesen, gelehrt und aktualisiert werden. Das löst unglaublich viele Probleme und ergibt, wenn man weiter denkt unendlich viele neue Möglichkeiten. Bin ich nämlich erst einmal online und digital, so könnte ich statt einer Biografie Seite des Autors, sein LinkedIn oder Facebook Profil einbinden. das ist immer aktuell und ändert sich dank Timeline ständig. Ich kann mir auch den Text interaktiv mit einer Text2Speech-Engine vorlesen lassen, die Texte von einem Translator übersetzen lassen, oder Textstellen in soziale Netze „kopieren“ und diskutieren. Ob ein Buch sozial ist, diskutiert gerade Sascha Lobo mit seinem neuen Sobook Projekt, aber für ein Lehrbuch besteht die Möglichkeit, auf Dictionaries zu verlinken oder auf Lexika. Das gibt es ja alles schon im Netz und Plagiatssoftware ist auch online. Nie mehr abschreiben können, ein Segen für den Lehrer, ein Fluch für den Schüler.

Das schöne an diesen Gedanken ist, dass das inzwischen kein Traum mehr ist, sondern Wirklichkeit. Wir haben nämlich in den letzten 18 Monaten daran gearbeitet und die „CloudBooks“ erfunden. Mit unserer neuen Autorenplattform „LOOP“ kann man das alles fast schon machen und in den letzten Wochen und Monaten, hab ich das auch in Dresden, Kiel, Flensburg, Frankfurt und Berlin erzählt und am 4.November mach ich das dann auch noch einmal im Netz bei e-teaching.org.

Ich bin ein Ironblogger

Wie letzte Woche berichtet, war ich beim Barcamp Kiel in der Session „Bier und Blogs“.

Aus der Barcamp Session in Kiel

Aus der Barcamp Session „Bier und Blogs“ in Kiel

Thema war die Idee des Ironblogging oder auch geschrieben „Blogs und Bier, das lob ich mir“.

Das ist ganz kurz und schnell gesagt, eine kleine Motivationshilfe um das regelmäßige bloggen zu fördern. Man schliesst sich einfach einer Ironblogging Runde an und verpflichtet sich, mindestens einen Artikel pro Woche zu schreiben, sonst muss man 5 Euro in eine Bierkasse zahlen. Ist die Kasse voll, wird davon Bier gekauft und vernichtet;-)

Jetzt kann man natürlich lange darüber diskutieren, ob das die Qualität eines Blogs erhöht oder nur die Quantität. Ich halte von diesen Diskussionen nicht sehr viel, denn zum einen brauch ich persönlich immer einen gewissen Druck um mich überhaupt hinzusetzen und zu schreiben. Zum anderen, bin auch von der Idee überzeugt, denn durch das viele schreiben, erhöht sich automatisch die Qualität u.a. durch Erfahrung und durch Aufmerksamkeit und zu guter letzt, denkt man einfach mehr in Blogartikeln und sucht und findet auch Themen.

Dummerweise bin ich erstmal in der Kieler Ironblogging Runde gelandet. Die Session wurde vom Kieler Kaffeeringe-Blog gehalten und ich kenne keinen anderen Lübecker Blogs, daher kann ich hier keine Runde gründen. Für mich ist es erstmal ein test und anscheinend funktioniert es, denn ich sitze gerade nach dem Sonntagskrimi und blogge diesen Bericht. Die nächsten Themen habe ich auch schon, mal schauen, wie es weitergeht.

VFH Online Umfrage 2013

Im Jahr 2011 haben wir die erste VFH (Virtuelle Fachhochschule) Umfrage durchgeführt. Der Grund war sehr einfach. Wir wussten einfach zu wenig über das Nutzungsverhalten der Online Studierenden im Web 2.0 und welche Hardware sie besitzen. Jeder Mensch neigt dazu, von sich auf andere zu schließen. Ich höre sehr oft Sätze, wie „Ich drucke meine Unterlagen immer aus. Ich kann mir nicht vorstellen, das Online Studierende alles am Bildschirm lesen.“ oder auch sehr gerne gehört „Ich bin nicht bei Facebook.“. Ich bin jedoch überzeugt, dass gerade Online-Studierende ein anderes Nutzungsverhalten haben, aber ich konnte das schlecht beweisen. Also brauchte ich Fakten und was geht da schneller als kleine Moodle Umfragen?

Zu den Ergebnissen von 2011 komme ich später, denn 2013 haben wir eine zweite Umfrage gemacht mit teilweisen gleichen und neuen Fragen. Das Jahr 2012 hatte ich leider vergessen bzw. mir ist jetzt erst klar geworden, dass man kontinuierliche Zahlen benötigt um Trends und Vergleiche besser herauszuarbeiten.

Erhebung

Wir fragen alle Studierende der VFH in Moodle jede Woche eine neue Frage. Das Ergebnis ist transparent und kann von jedem eingesehen werden. Studierende brauchen nicht abstimmen und natürlich ist alles anonym. Zu jeder Frage gibt es in einem internen Forum Informationen und wertvolle Diskussionen. Mehr als fünf Fragen wollen wir nicht stellen und wir bemühen uns, sehr klare Fragen zu formulieren. Zwei Fragen sind gleich (Hardware und Nutzungsverhalten) und der Rest ist variabel, da wir auf Trends reagieren wollen, z.B. Second Life, Facebook, MOOCs. Dem Umfrageblock für Moodle haben wir selbst entwickelt.

Die Ergebnisse:

Es wundert nicht wirklich, wenn ich jetzt sage, dass 80% der Studierenden Smartphones besitzen. 2011 waren es nur 55% und da haben wir sogar noch unter Android und Apple und Drittanbietern unterschieden. Also 4-5 Studis haben inzwischen Smartphones und sogar 38% haben Tablets (2011 waren es 18%). E-Book Reader, wie der Kindle (jetzt 13 % im Jahr 2011 waren es nur 1%) spielen nur eine kleine Rolle bei uns und ich vermute auch, dass wird so bleiben, da wir vermehrt auf Videos setzen werden.

Das zweite interessante war die Nutzungsform der Inhalte. Wer liest online, wer offline und wer druckt aus? Im Jahr 2011 haben nur 32% der Nutzer die Inhalte ausgedruckt, was sehr stark intern bezweifelt wurde. Jeder meinte, ich hätte falsch gefragt und sie würden alle immer alles ausdrucken und das würden auch alle Studis so machen. 2013 haben wir noch deutlicher gefragt, denn man konnte nur eine Antwort auswählen. Das Ergebnis war noch eindeutiger, denn jetzt lesen nur noch 21% die Inhalte in gedruckter Form. Das Leitmedium Papier wird also nur noch von einem fünftel genutzt und spielt bei uns nur noch eine kleine Rolle. Diese Ergebnisse spiegeln sich direkt in unserer neuen Autorenplattform LOOP wieder, die voll auf das Internet als Cloud-Technologie setzt. Dazu aber mehr in einem anderen Blogbeitrag.

Beim Nutzungsverhalten im Web 2.0 kam es dann allerdings zu keinen Überraschungen, denn mit Facebook, YouTube, Skype und Dropbox gab es 2011 als auch 2013 die bekannten Sieger und der ganze Rest, wie Twitter, Blogs und Bookmarkdienste sind reine Exoten. Das vielversprochene Mitmachweb ist bei uns nicht angekommen, die Menschen wollen Sachen nutzen und nichts Neues schaffen.

Kritik

Ich habe oft gehört, dass meine Zahlen nicht repräsentativ wären. Natürlich gelten diese Zahlen nur für die Virtuelle Fachhochschule, jedoch hier sind sie repräsentativ und ich vermute, die VFH ist im digitalen Nutzungsverhalten der Gesellschaft ca. 3-5 Jahre voraus. Wir hatten bei jeder Frage min. 5% Rückläufer meistens jedoch deutlich mehr, teilweise über 25%.  Nach 3% Rückmeldung ändern sich die Zahlen meist nur noch um 1-3% und ab 5% Rückmeldung ist der Änderungswert zum Endergebnis unter einem Prozent.

Quelle

Die gesamte Auswertung von 2013 ist bei uns auf der oncampuspedia http://oncampuspedia.oncampus.de/loop/Web_2.0_Umfrage_2013 veröffentlicht und kann eingesehen und zitiert werden.