Blogparade: Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Smartphone Version)

Wer kennt es nicht, dass berühmte Gedächtnisspiel: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit„. Aber was wäre, wenn wir uns einer einmal in einer Blogparade austauschen würden, welche Apps man denn in den Urlaub mitnehmen würde? Ich weiss nicht, wie es anderen geht, daher wollte ich einmal kurz meine Lieblings-Apps meiner letzten Urlaube vorstellen und vielleicht wird der eine oder andere Leser, diese Idee aufgreifen, und selbst einige Apps vorstellen.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Bildquelle: Pixabay Lizenz CC0 https://pixabay.com/de/kamera-fotos-fotografieren-514992/ Li

Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Bildquelle: Pixabay Lizenz CCO https://pixabay.com/de/kamera-fotos-fotografieren-514992/ Li

Den Medienwandel am eigenen Leben erfahren

Wir reden so viel über Digitalisierung, Change Management, E-Learning und Co aber hat sich auch unser eigenes Leben dadurch verändert? Wird der Urlaubskoffer wirklich dünner oder haben wir immer noch Bücher, Reiseführer, Fotokamera und Wanderkarten dabei? Leben wir auch das, was wir immer predigen?

Urlaub ist nicht Urlaub

Natürlich macht jeder anders Urlaub. Der eine liebt den Pauschalurlaub, der andere macht Kreuzfahrten, andere wiederum wandern oder segeln und ich fahre meist mit dem Motorrad durch Europa. Jeder nutzt daher wahrscheinlich anders sein Smartphone oder vielleicht ist er im Urlaub sogar offline. Wir wissen es nicht.

Meine ZX10r und ich bei Mopedtour 2013 am Stilfserjoch

Meine ZX10r und ich bei Mopedtour 2013 am Stilfserjoch

Die Hardware

Ich bin jetzt in der vierten Smartphone Generation. Nach Motorola Droid, dem Galaxy S3 und dem S5 hab ich jetzt ein Nexus 6p. Richtig gut ist das Smartphone Leben erst mit dem S5 geworden (leider hat es zu wenig Speicher gehabt) und jetzt mit dem Nexus ist es manchmal ein Traum. Ich kann daher nur von Android reden bzw. schreiben.

Der Urlaub

Ich war gerade mit dem Motorrad zur EM in Frankreich, d.h. ich bin 3.500 km quer durch Holland, Belgien und dann durch Frankreich gefahren. Seit ca. drei Jahren nehme ich keinen Fotoapparat mehr mit und dies Jahr hab ich sogar auf das Navi verzichtet. Das Smartphone steckt in der Brusttasche und im Helm hab ich Bluetooth Kopfhörer, d.h. ich navigiere nur per Audio mit GoogleMaps. Klappt recht gut, außer man hat französische Kreisel mit fünf oder mehr Abfahrten 🙂 Straßenkarten aus Papier nutze ich seit ca. 4 Jahren nicht mehr, obwohl ich meist noch Übersichtskarten mit habe (vom ADAC), die aber ungenutzt in den Papierkorb kamen.

Hyperlapse Testaufnahme mit Klebeband am Außenspiegel - hat funktioniert

Hyperlapse Testaufnahme mit Klebeband am Außenspiegel – hat funktioniert

Und jetzt die Apps

  1. Offline Wikipedia ist für mich das absolute Must-Have. Früher nutzte ich Wikidroyd, was es leider nicht mehr gibt. Jetzt nutze ich Kiwix und bin sehr zufrieden. Die offline Wikipedia in deutsch ist ca. 2 GB groß und hat keine Bilder. Sie ersetzt bei mir jeglichen Reiseführer und ich liebe es darin zu schmökern. Gerade jetzt in Frankreich beim Besuch am Omaha-Beach und dem D-Day Memorial ist die Wikipedia quasi unerschöpflich und unersetzlich. Ich hab noch keine Offline Wikipedia für iOS entdeckt, aber vielleicht hat der eine oder andere Leser da einen Tipp.
  2. Offline Straßen-Wanderkarte OpenStreetMap (OSM) muss dabei sein. Als Motorradfahrer brauch die zwar nicht direkt, doch für Städte und zum wandern und Fahrrad fahren ist sie der moderne Traum. Ich nutze hier OSMand+ die inzwischen auch eine sehr gute Routing-Funktion hat. Man kann alle Karten umsonst als OSM runterladen (für Deutschland jedes Bundesland einzeln) und offline nutzen. Im Gegensatz zu GoogleMaps ist dort wirklich jeder Weg verzeichnet und bei Es gibt kostenpflichtige Zusatzkarten z.B. mit Höhenprofil oder Seekarten. GPX-Tracks können auch über die Dropbox geladen werden, aber ob man  den folgen kann (also mit Alarm-Funktion, wenn man sich n Meter von der Strecke entfernt), weiss ich nicht. Dafür hab ich immer Orux-Maps genutzt, die aber inzwischen eine schlechte Usability hatte (soll jetzt besser sein). Bei Radtouren klemm ich das Smartphone an den Lenker (Fahrradhalterung) und navigiere dann aber auch ohne Display nur mit Audio oder ich hab in der Lenkertasche ein Powerpack. Während der Fahrt schalt ich meist sogar in den Offline-Modus und hab nur GPS an, dann spar ich sehr viel Akku und trotzdem funktioniert die Navigation. Es gibt inzwischen auch Fahrradlampen mit USB-Anschluss, aber Licht UND Smartphone aufladen geht nicht, also aufpassen bei Nachtfahrten.
  3. Bei der Hotelbuchungs-App Tripadvisor muss man darauf hinweisen, dass die im Ausland natürlich viel besser ist als in Deutschland. Unsere Hotels sind natürlich viel zu rückständig, als das in Tripadvisor alle Hotels flächendeckend vorhanden sind. In Frankreich war Tripadvisor jedoch ein Traum. Ich hab alle Hotels jeweils einen Tag vorher gebucht und teilweise 50% Rabatt bekommen. Sogar in Paris zur EM hab ich ein DZ im Design-Hotel im Zentrum für 87,- bekommen. Für Pauschalreisende sicherlich nicht sehr wichtig (da sind aber auch Sehenswürdigkeiten und Restaurant-Bewertungen drin), aber seit ich Tripadvisor nutze, brauch ich keine Touri-Infos mehr.
  4. Natürlich darf Facebook nicht fehlen, denn wen kann ich sonst mit meinen Urlaubsbildern nerven, wenn nicht meine Facebook-Freunde:-) Früher hab ich sogar teilweise noch gebloggt oder Reise-Apps wie Mobility-Trip oder Journal genutzt. Heute nutze ich fast ausschliesslich Facebook. Ganz selten poste ich auch mal privates Zeug auf Twitter und seit es die 360 Grad Bilder gibt, ist das bei Facebook richtig gut geworden. Da merkt man auch, dass statische Fotoalben den Anschluss verloren haben. Leider hat Facebook noch keine Stories, wie Google-Fotos.
  5. Zum Schluss noch der ganze Rest, den man immer etwas braucht, wie Wecker, Wetter, GoogleMaps, Spotify, DBNavigator und Translator sowie die Taschenlampe. Zum lesen nutze ich inzwischen einen Kindle. Das war es.

Was wurde eingespart

Wie schon erwähnt, ich habe keine Papierbücher mehr, kein Navi, keine Straßenkarten und keinen Fotoapparat, dafür aber die drei Ladegeräte (Bluetooth-Headset, Smartphone, Kindle) und natürlich Powerpacks, Adapter und Kabel. Besser ist es also nicht wirklich geworden.

Was ist eine Blogparade, und wie kann daran teilgenommen werden?

Ich habe mich bei Oliver Tacke inspirieren lassen, der aber selbst bei Thorsten Larbig geschaut hat; ich lehne mich stark daran an.

Bei einer Blogparade erstellen innerhalb eines bestimmten Zeitraums verschiedene BloggerInnen (oder VlogerInnen und vielleicht sogar PodcasterInnen?) einen Beitrag zu einer bestimmten Frage. Diese Parade benötigt aber auch einen Ort, wo sie auflaufen kann – in diesem Fall dieser Blogbeitrag hier. Wenn du einen etwas beisteuern möchtest, verlinke doch einfach in einem Kommentar darauf. Einfach einen (längeren) Kommentar hinterlassen geht natürlich auch ? BloggerInnen können innerhalb ihres Textes einfach auf diesen Beitrag hier verlinken, dann erscheint automatisch ein Verweis in den Kommentaren per PingBack.

Hier noch einmal die Schritte zum Mitmachen

  1. Erstelle einen Beitrag zu der Frage, welche deiner Apps, die wichtigsten im Urlaub sind und erklär das kurz. Es ist völlig egal, ob du ein Android oder ein iPhone hast oder ob du Pauschaltourist oder Abenteurer bist.
  2. Verlinke deinen Beitrag mit diesem Artikel hier (http://www.onlinebynature.com/2016/08/blogparade-ich-packe-meinen-koffer-und-nehme-mit-smartphone-version) oder weise unten in einem Kommentar mit Link darauf hin.
  3. Schaut euch natürlich auch gerne die Beiträge anderer an, kommentiert dort, verlinkt auch dorthin – dann wird es so richtig lebendig.

Die Blogparade läuft einen Monat bis zum 31. August 2016. Bis dahin dürft ihr gerne auf allen Kanälen darauf hinweisen, die euch so einfallen: Twitter, Facebook, Telefon, Mensaflyer und natürlich im Urlaub.

6 Milliarden Snapchat Views täglich zeigen das Recht auf Vergessen

Es ging durch die Presse. Snapchat hat täglich 6 Milliarden Videoaufrufe von 100 Mio. Nutzern und Facebook „nur“ 8 Milliarden von 1 Milliarde Nutzern (wir sprechen hier von täglich aktiven Nutzern und keine Leichen). Es zeigt wie unglaublich beliebt Videos sind und vielleicht auch, dass er die Hoheit über seine Daten haben will.  In Europa haben wir das umstrittene Recht auf Vergessen eingeführt, was aber natürlich wieder nicht wirklich funktioniert. Trotzdem zeigt die Nachfrage nach dem Löschen, dass viele Menschen ihre Daten gelöscht haben wollen.

Snapchat Logo

Snapchat Logo

Sind tägliche 6 Milliarden Snapchat Views das bessere „Recht auf Vergessen“ oder zeigt es nur den Narzismus der heutigen Gesellschaft und dem Verlangen, das alles ungestraft in „Anarchie“ gefahrlos ausleben zu können? Und wird jetzt Facebook die Timeline mit einer Art Selbstzerstörung ausstatten, frei nach Mission Impossible: „Dieses Foto wird sich nach 30 Sekunden selbst löschen.“. Der Erfolg von Snapchat zeigt, dass Software Anbieter vielleicht sogar besser „Das Recht auf Vergessen“ umsetzen können, als die Juristen und der Erfolg von Snapchat wird Google und Facebook sicherlich dazu bewegen, ähnliche Selbstzerstörungsfunktionen anzubieten. Das Internet heilt sich selbst 🙂

Facebook ist down und die Welt lästert

Man kann jetzt schön über Facebook lästern. Facebook ist down und jeder, der sich auf Facebook verlässt ist jetzt auf Gott verlassen. Alle Werbestrategien, Sociel Media Manger, Eventmanager und erst die ganzen Freizeitnutzer können nichts mehr machen. Sie sind arbeitslos, nur weil Facebook down ist und man hat auch gar keinen Anspruch für Haftung. das gleiche gilt jedoch auch für Strom und Straßen aber das ignorieren wir jetzt einmal. Kollateralschäden sind antürlich auch entstanden, denn das Single Sign On von Facebook ist natürlich auch weg und so konnte man sich auch nicht an zig Web 2.0 Diensten anmelden. Die Heise Forenschreiber, die sowieso schon immer gegen Facebook, Google und Co sind, fühlen sich jetzt bestätigt, doch man muss da auch einmal die andere Seite anschauen.

Single Sign On ist ein Standardverfahren in jeder Firma. Alle Systeme sollen mit einem Login verfügbar sein. Wer lästert nicht gerne gegen Telekom, Bundesbahn oder eigene Firma, wenn Supportforum, Wiki und Intranet verschiedene Logins hat. Wenn das LDAP weg ist, steht auch hier alles.

Das gleiche gilt für Eduroam an den Unis, Shibboleth, AAI und OpenID. Alles sind sogenannte Single Point of Failures. Das eine erhöht die Usability aber wir bezahlen mit erhöhtem Risiko bei einem Ausfall.

Und bei den Produktionsprozessen sieht es ähnlich aus, da nennt man es One-Source-Publishing und wenn die XML-Quellen für den mobilen und für die Standardwebseite weg sind, sind auch beide Auftritte nicht erreichbar. Das gleiche gilt für die On-The-Fly-Prozesse z.B. PDF- und ePub-Erzeugung und vom Warehouse mit einer Datenquelle (auch wenn sie redundant ist), will ich gar nicht erst anfangen.

Also Vorsicht mit der Kritik an Facebook, denn wir alle wollen diese Prozesse, aber wenn sie weg sind, ist der Schaden groß

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

tl;dr

Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1“ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

Keynote der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck – mooin eine neue Weiterbildungsplattform

Ich durfte bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck als Gastgeber zum ersten mal unsere neue MOOC-Plattform mooin einem breiteren Publikum vorstellen. Das besondere an unserem Ansatz der MOOCs ist dabei, dass wir NICHT Blended Learning als Startpunkt einer Digitalisierungsstrategie sehen, wie 95% aller Hochschulen, sondern die Weiterbildung und das lebenslange Lernen als eine neue Säule sehen. Damit können wir neben der alten „Straße“ der Präsenzlehre einen neuen „Highway“ der Weiterbildung parallel bauen. Da wir aber mit der Weiterbildung eine neue Zielguppe ansprechen, haben wir natürlich auch ein neues Design entwickelt und hier ist Mobile First gesetzt. Wir  nennen das 1-spaltige Design mit großen Medien-Elementen „Fat Media“ und erste Previews zu mooin sind in der Präsentation zu sehen.

Update:

Inzwischen ist das Video auch online:

MOOIN oder wie finde ich den Namen für eine neue Software

Wir bauen eine neue MOOC-Plattform (das wollte ich schon lange schreiben). Ja wir entwickeln zum 20ten mal das Rad und ich finde das auch dumm, aber inzwischen bin ich fast überzeugt, dass das auch richtig ist. Warum und weshalb und was die neue Plattform kann, kommt später, heute will ich schreiben, wie das Kind zu dem Namen gekommen ist.

Und der Name ist: MOOIN

MOOIN ist natürlich nicht nur ein Name, sondern eine fantastische innovative und kreative Abkürzung und steht für Massive Open Online International Network 🙂 Wie sind wir aber auf diesen Namen wirklich gekommen?

Am Anfang des Findungsprozesses stand die Idee aus den Wörtern Moodle und MOOC etwas zu bauen. Moodle steht für das LMS, was hinter MOOIN läuft und MOOC natürlich für den Zweck. Wir haben viel rumprobiert (eigentlich mehr ich, die anderen Kollegen hab ich genervt) und ich fand dann MooMOO ziemlich gut. MoodleMOOC war auch unser interner Arbeitstitel und es passte auch ganz gut. Allerdings wird das dann MuMu ausgesprochen und wer sich etwas im Netz auskennt, wird schnell merken, dass man das leicht, mit weiblichen Körperteilen verwechseln kann und das ging natürlich nicht.

Die Suche ging weiter und der nächste Favorit war dann mit MOOLE geboren. Das steht für Massive Open Online Learning Environment und das hört sich schon ziemlich gut an. Außerdem steht MOOLE auch für die Mole am Wasser und hat was norddeutsches. Obwohl die Symbolik mit einem Logo schlecht zu verbinden gewesen wäre. Der Damm der die Massen von MOOC-Teilnehmern verbindet, oder so 🙂

Die Alternative von meinem Kollegen kam dann mit MOOPED, wobei ED dann für EDucation stehen sollte und man spricht es Muhped aus. Ich hab dann noch die Schreibweise geändert daraus wurde dann MOOP.ED, was dann noch besser aussah. Ich war sofort Feuer und Flamme aber die anderen haben mich dann nicht so ernst genommen, da ich als Biker irgendwie vorbelastet war. Außerdem wollten wir kein kleines MOOP.ED, sondern eher was großes wie ne Harley oder ne Boss Hoss 🙂 Dazu kam das Domain Problem, denn www.moop.ed gibt es nicht, sondern wenn überhaupt dann www.moop.edu und das hört sich nicht gut an.

Dann wurde aus MOOP.ED kurz MOOP, denn wir haben schon ein LOOP. LOOP und MOOP das dynamische Duo! Vom MOOP ins LOOP! Dann haben wir natürlich weiter gesponnen und schon war VOOP geboren (Video Open Online Platform für Adobe Connect) und POOP für unser Portal, aber wer will schon ein POOP haben? POOP spricht neue Sinne an. POOP spricht neben Auge und Ohr auch die Nase an. oncampus verspricht neue Wege im E-Learning mit LOOP, MOOP, VOOP und POOP… nein das wollten wir nicht.

Parallel haben wir auch zig Varianten mit Smart, x, KISS und edu, next generation usw ausprobiert, aber das war alles nichts. Wir sind auch viele Götter (Odin) und andere Gestalten durchgegangen, alles war aber nicht wirklich gut.

Und dann der Zufall: Ein Kollege hat ein Schild mit Mooin entdeckt, der ungewöhnlichen Schreibweise des norddeutschen Moin und wir fanden das gleich alle sympathisch. MOOIN war norddeutsch und witzig und gut zu merken. Das sollte ein Begriff sein und außerdem hat er auch Emotionen bzw. Lokalkolorit. Eine Kollegin hat sich dann die Erklärung ausgedacht, als Alternative stand noch Massive Open Online INstitution zur Wahl, fand ich aber nicht so gut. Die Kollegen meinten dann, ich solle doch jetzt einmal MOOP, MOOP.ED, MOOLE und MOOIN zur Wahl stellen, aber ich mag bei diesen Entscheidungen keine demokratischen Wahlen. Die meisten denken nicht im Marketing, in Domain-Namen oder in Schreibweisen. Ich denke, dass Namen wie Nivea, Lupo, Bahlsen oder Twix nie und nimmer über Mitarbeiter Befragungen entstanden wären.

Zu guter letzt stand dann die Dienstreise zur GMW Tagung nach Zürich vor der Tür und ich wollte dort (hier, denn ich schreiben gerade diesen Artikel hier bei der GMW), MOOIN als erstes offiziell erwähnen, und was soll ich sagen? Alle hier finden den Begriff cool, nett, super und sehr passend. Die Abkürzung ist natürlich gekünstelt, das weiss jeder und es stört niemanden. MOOIN ist jetzt also geboren und jetzt müssen wir das unter http://mooin.oncampus.de bekannt machen, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

 

Google Plus und Syntaxformatierung

Ein kleiner Tipp, den ich schon lange posten wollte. Man kann bei Google+ Texte formatieren (Syntax Formating). Es gibt drei Optionen: kursiv, fett und durchgestrichen.

*fett* ergibt fett

_kursiv_ ergibt kursiv

-durchgestrichen- ergibt durchgestrichen

Man kann diese auch kombinieren _*fetteskursiv*_ ergibt fetteskursiv

Wenn man bestimmte Gruppen/Menschen im Text benachrichtigen will, kann man einfach ein +Name schreiben, und Google sucht automatisch nach dem G+ Account (funktioniert aber nicht so gut auf dem Tablet).

WhatsApp und die deutsche Datenschutzphobie

Eigentlich wollte ich vorgestern schon über WhatsApp was schreiben, aber ich hatte keine  Zeit (immerhin war Champions League:-) ) und heute hat sich die ganze Welt um WhatsApp um 180 Grad gedreht und jetzt ist alles noch viel aktueller. Fangen wir jedoch am Anfang an und der liegt im „Westen„. Der behauptete nämlich am 18.Februar, dass jedes Smartphone mit WhatsApp eine SuperWanze wäre und man damit ausspioniert werden könne, auch mit Mikrofon und Kamera und allem drumherum. Das hat nämlich der EDV-Dozent Stefan Löffelbein dem „Westen“ gesteckt und die Nachricht war wohl Wasser auf all den Mühlen der Nokia-Handynutzer und SMS-Nostalgikern. Plötzlich war mein Facebook Stream voll mit Anmerkungen, von all den Leuten, die es ja schon immer geahnt haben, mit WhatsApp wird man abgehört. Teufelszeug. Blöde Technik. Mit meinem 8 Jahre altem Nokia Handy geht das nicht und der Akku hält auch 5 Tage.

Das nur eine Webseite das einmal kritisch hinterfragt hat, sagt schon alles. Giga hatte einmal näher nachgedacht, denn WhatsApp müsste schon das Betriebssytem umgehen um an das Mikro- oder an die Kamera zu kommen und die Traffic Messung muss dann auch noch umgangen werden. Ist aber egal, denn man postet doch lieber die gerne gehörte Meinung, dass WhatsApp unsicher sei und Teufelszeug ist. Man darf diesen Monopol-Anbietern niemals glauben.

Doch bevor ich das schreiben konnte, kam heute die neue Welle, denn der Teufel persönlich hat WhatsApp gekauft. Jetzt weiss der blau-weisse Teufel nämlich alles über uns. Nicht nur all die Uli Stein Comics und Katzenvideos, die ich auf Facebook teile, nein jetzt kennt er auch noch all die lustigen Schmuddel-Videos, die ich per WhatsApp verteile. WhatsApp und Facebook zusammen ist natürlich der Untergang vom Abendland.

Ich frage mich dabei, was sich eigentlich geändert hat? Natürlich könnte Facebook jetzt doppelt so viele Daten ausspähen, aber was kann denn jetzt mehr passieren? Facebook könnte ein lückenloses Profil erstellen, was dann meine Vorlieben kennt. Das ist eine wirklich schlimme Sache, denn plötzlich könnte die Werbewelt erkennen, dass ich keine Haustiere besitze und auch kein Auto und plötzlich kriege ich keine Werbung mehr für Hundefutter und Winterreifen. Das ist in der Tat sehr schlimm. Personalisierte Werbung ist Entmündigung, denn ich würde niemals auf die Idee kommen, selbständig bei Amazon oder Günstiger.de nachzuschauen, ob es das Angebot irgendwo günstiger gibt. Facebook könnte auch mein Profil der NSA geben, als würde das nicht jetzt schon geschehen. Der Unterschied wäre nur, dass Facebook die Daten vorher analysiert und die NSA das nicht mehr tun muss.

Dazu kommen jetzt auch noch all die schlauen Artikel über Alternativen, die dann doch keiner nutzt. Die große Frage dabei ist doch, warum nutzt das keiner? Zum einen interessiert Datenschutz auch in Deutschland niemanden wirklich (laut Politbarometer liegt Datenschutz auf Platz 15 mit 3 Prozent (das sind die Piraten)) zum anderen sind die Apps kompliziert zu bedienen und sie sind nicht verbreitet. Dazu dann die angeblichen Todesargumente mit der Unsicherheit . Auch wenn WhatsApp Sicherheitslücken hat, so sind diese nicht so groß, dass auf einen Schlag Millionen betroffen sind und was soll denn auch dort von Interesse sein? Mehr als Beziehungsgerede, Partybilder und sinnlose Texte, die höchstens deine unmittelbare Umwelt interessiert, wird da nicht stehen. Außerdem ist WhatsApp ein CloudDienst und es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch WhatsApp eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet und damit wären alle Alternativen sinnlos. Auch bei WhatsApp arbeiten Informatiker, die schon mal etwas von Verschlüsselung gehört haben.

Zusätzlich kommt die zukünftige Integration in Facebook, die die Usability wahrscheinlich enorm erhöht. Usability war schon immer wertvoller für den Anwender als Sicherheit. Sicherheit ist immer kompliziert und nur für Nerds wichtig. Die können auch Threema und andere Alternativen nutzen, denn Nerds haben selten mehr als 10 Freunde und die haben auch alle Threema. Das sind ja alles richtige Spezialisten mit Sonderlösungen.

Das eigentliche bemerkenswerte an der WhatsApp Geschichte ist jedoch, wie hat es diese Bude aus Palo Alto geschafft, Messaging Größen wie ICQ, Skype, Google, Jabber und Co den Rang abzulaufen und auf 450 Millionen Smartphones zu laufen? Respekt und jeder von Euch ist jetzt Multimillionär 🙂

Was wäre wenn das Papierbuch nach dem E-Book gekommen wäre

Mir kam am Wochenende einmal der Gedanke, man könnte doch einmal die E-Book und Papierbuch Diskussion andersrum betrachten. Also was wäre, wenn jeder von uns schon immer einen E-Book Reader hätte und ich hätte auf einmal eine sensationelle Idee und erfinde das Papierbuch. Wie müsste ich denn jetzt argumentieren, damit alle die E-Books wegschmeissen und das wunderbare Papierbuch nutzen würden.

Ich nenne mal die beiden Personen Digital und Analog und lass sie diskutieren.

A: Schau mal Digital, ich hab hier eine richtig geniale neue Sache. Das ist ein E-Book was ohne Strom funktioniert, quasi ein Book.

D: Nicht schlecht die Idee, aber so oft brauch ich mit meinem Reader auch nicht Strom. Das stört mich eigentlich nicht wirklich. Hat dieses Book, noch mehr Vorteile?

A: Ja man muss sich das Konzept richtig anschauen. Das Buch kann runterfallen und geht nicht kaputt.

D: In meiner Hülle geht mein E-Book auch nicht kaputt. Zeig mal her. Das ist Buch ist ja ziemlich schwer.

A: Das liegt nur daran, weil du jetzt ein Buch mit vielen Seiten genommen hast. Es gibt auch dünne Books mit wenig Seiten und schau mal, man kann die Seiten auch größer machen und Farbfotos reinmachen. So könnte man z.B. Bildbände oder einen ganzen Atlas drucken mit Landkarten usw.

D: Das stimmt, aber wer soll das Ding schleppen? Das passt doch in keine Tasche. Das mit der Farbe ist natürlich gut, aber in meinem Tablet hab ich einen ganzen Globus und kann da reinzoomen. Wie kann ich denn mit dem Book zoomen?

A: Damit zoomt man nicht, sondern man macht für jedes Land eine einzelne Karte.

D: Dann hat das Buch aber über 200 Seiten alleine für alle Staaten und da sind die Bundesländer oder Städte noch gar nicht drin. Das wird doch viel zu schwer. Damit läuft doch keiner rum.

A: Nein soll man auch nicht. Man lagert die großen Books dann um sie bei Bedarf zu holen.

D: Lagern?

A: Ja überleg doch mal. Man könnte Lagerhallen bauen, wo man all die Books hinstellt. So könnte man dort auch andere Leute treffen, die dann auch Books nutzen. Das wäre quasi eine Book-Community. Man liest dann gemeinsam und kann das Book diskutieren. Ideal für Schulen oder Unis, man kann so Plätze zum ungestörten lesen, lernen und arbeiten schaffen.

D: Alle lesen gleichzeitig ein Book?

A: Nein jeder hat sein eigenes Book. Das kann man dann lesen und dann auch so schnell, wie du willst.

D: Dann brauchst du aber mehr als ein Book von jedem Inhalt. das muss ein ganz schön großes Lager sein.

A: Das ist ganz einfach. Man kann die Books sehr gut stapeln und stellt sie dann in spezielle Boxen. Ich nenn die Regale und schau mal, man kann anhand des Rückens dann auch sofort sehen, welches Book im Regal steht.

D: Wie du suchst die Books im ganzen Lager? Woher weisst du denn wo welches ist?

A: Ich hab mir ein super Ablagesystem ausgedacht, das kannst du dann mit dem Tablet bedienen.

D: Dann krieg ich eine Nummer von einem Regal in einem Raum?

A: Genau

D: Und wenn einer anderer das Book hat?

A: Dann ist es weg.

D: Wie weg? Man hat immer nur ein Book? Kann ich das nicht kopieren?

A: Nein, ein Book kann immer nur einer haben. Kopien kann nur der Hersteller erstellen und nicht du. Da hat der Verlag auch eine viel bessere Übersicht aller Kopien.

D: Hmmm, wie willst du das denn im Urlaub machen? Wer will schon zwei oder drei davon gleichzeitig mitschleppen. Damit bleibt ja kein Platz mehr für Klamotten im Koffer.

A: Na du planst vorher und nimmst alle nötigen Books  mit und liest sie dann im Urlaub.

D: Woher soll ich denn wissen, wie viele Books ich im Urlaub lese und dann auch welche?

A: Planung ist das halbe Leben. Außerdem kannst du doch im Urlaub in Fachgeschäften Books nachkaufen. Da hast du dann auch Experten, die dich beraten. Jetzt musst du doch online Kommentaren vertrauen.

D: Gibt es denn im Ausland überall auch deutsche Books?

A: Nur wenn die Nachfrage groß genug ist und die Lager auch.

D: Das müssen echt große Lager werden.

A: Dafür können sie doch nicht kaputt gehen.

RITSCH

D: Anscheinend gehen die doch kaputt.

A: Du hast ne Seite rausgerissen, das zählt nicht.

D: Jetzt ist das Buch kaputt.

A: Nein es fehlt nur eine Seite.

D: Hmmmm wenn jetzt die Seite fehlt, woher weiss ich denn beim Kauf das alle Seiten drin sind.

A: Na die werden doch alle gedruckt und sind vollständig. Bei einem Puzzle verlässt du dich doch auch darauf.

D: Ja aber ein Puzzle ist eingeschweisst, dein Book nicht. Da kann immer eine Seite fehlen.

A: Dann schweissen wir die Books vor dem Verkauf halt ein.

D: Und wie kann ich das dann probelesen?

A: Hier schau mal, hinten auf dem Rücken gibt es eine Zusammenfassung.

D: Eine halbe Seite für ein Buch was 500 Seiten hat?

A: Na ja OK, aber das ist von einem Experten geschrieben.

D: Die Schrift ist aber klein.

A: Das kommt auf den Druck an. Das kann der Drucker flexibel gestalten.

D: Aber nur vor der Herstellung oder gibt es verschiedene Versionen eines Books mit unterschiedlichen Schriftgrößen und Schriftarten?

A: Ja das wäre ne super Idee, schreib ich mir gleich mal auf.

D: Und wie merkt sich das Book, bis wohin ich gelesen habe?

A: Das ist ein richtiges Feature. Schau mal, entweder kannst du da oben die Ecke umknicken…

D: Du machst das Book kaputt?

A: Nein das Papier ist total widerstandsfähig, das kannst du hundertmal auf jeder Seite machen. Oder du legst dir etwas ins Book hinein, z.B. eine kleine Karte. dann weisst du immer wo du warst.

D: Und wenn ich das vergesse, weiss das Book es selbst nicht?

A: Dafür kannst du aber, und jetzt kommt es. Du kannst nämlich auf jeder Seite supereinfach Notizen reinschreiben.

D: Zeig mal

A: Hier mit diesem Stift. Den brauchst du dazu.

D: Ist der Stift beim Book nicht dabei?

A: Nein, aber das könnte man machen.

D: OK dann zeig mal diese Annotationen.

A: Also hier schau, jetzt streiche ich ein Wort an und kann hier am Rand noch Notizen machen.

D: Das ist wirklich einfach. Änder mal den Text.

A: Das geht nicht. Ich hab einen Kugelschreiber genommen. Ändern geht nur mit einem Bleistift.

D: Hmmmm

A: Hier ich zeig es Dir….und hier mit dem Radierer kann ich jetzt den Text löschen.

D: Sieht komisch aus.

A: Moser nicht rum, schau doch mal wie schnell das geht.

D: Das Papier ist ganz schmutzig und dünn. Wie oft kannst du das ändern?

A: Na ja mehr als fünf mal an einer Stelle würde ich das nicht machen.

D: Also OK, du hast ein Book, was angeblich nicht kaputt geht und man kann manchmal Anmerkungen reinschreiben und zum lagern brauch ich eine Halle und dieses Regal, richtig?

A: Ja aber das Regal ist superschick und jeder deiner Freunde kann dann sehen, was du schon alles gekauft hast.

D: Dazu müssen die aber in meine Lagerhalle kommen und bei Facebook und Amazon sehen die das sofort, sogar an welcher Stelle ich gerade bin.

A: Du kannst das doch in deinem Wohnzimmer lagern, quasi als Stil-Möbel.

D: Wo soll denn das stehen? Da hängt entweder ein Bild oder der Fernseher und meine Vitrine braucht auch Platz. Und wenn ich tausend Books hab? Dann ist ja gar keine Wand frei und die Fenster sind dann auch zu. Leuchten Books überhaupt im dunkeln?

A: Nein die brauchen doch kein Strom.

D: Und wie soll ich im  Bett lesen?

A: Dazu kaufst du dir ne Leselampe:-)

D: Und wenn ich keine Steckdose am Bett haben will?

A: Jeder hat ne Steckdose am Bett, sei mal etwas flexibel.

D: OK, ich kauf also ein oder zwei oder 8 Regale plus ne Lagerhalle und dann noch eine Leselampe um das Book überhaupt bedienen zu können, plus diesen beiden Stiften, die dann auch rumliegen.

A: …. pfffff

D: Und wie kann ich in dem Book suchen? Sag jetzt bitte nicht auch mit einem Ablagesystem?

A: Na ja so direkt kann man gar nicht drin suchen.

D: ???

A: Das muss man doch auch ganz selten.

D: Und was ist mit Fachbüchern, Lexika, Anleitungen, Kochbüchern? Da such ich andauernd drin.

A: Ausnahmen, das meiste sind doch Romane.

D: Apropos Lexika, wie kriegst du denn so große Bücher überhaupt gedruckt?

A: Das ist eigentlich einfach. Du druckst nur Ausschnitte, z.B. bei einem Lexika nur den Buchstaben A.

D: Und den nehme ich dann mit in den Urlaub?

A: …na ja…

D: Und wie soll ich damit dann lernen? Dann hab ich also ein Book mit Inhalt, z.B. Elektrotechnik und dazu 26 Books mit Erklärungen und das alles ist nicht durchsuchbar? Soll das alles auf meinem Schreibtisch liegen?

A: Hmmmmm

D: Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass überhaupt jemand jemals mit einem dieser Books lernen könnte. Also ganz ehrlich Analog, überleg Dir bitte noch einmal, ob das wirklich eine gute Idee ist. Kein Mensch will Books haben. Das wird sich nie durchsetzen.

A: Vertrau mir. Millionen werden Books kaufen und eine Beziehung dazu aufbauen und den Duft und die Haptik mögen. Books werden überall stehen und verschenkt werden.

D: Ja so wird die Zukunft von morgen aussehen 🙂

 

iPad – Durchbruch oder Niedergang der Medienkompetenz?

Ich war noch nie ein Apple Fan, aber man muss der Firma wirklich zugestehen, dass Sie das mobile Internet erst ermöglicht hat. Ohne das iPhone würde es keine Smartphones geben und ohne Smartphones, gäbe es natürlich auch kein mobiles Internet. Ein paar Jahre später gab es dann, das Tablet bzw. es gab das iPad und alle anderen mussten das Tablet erfinden:-)

Ich habe zu dem Zeitpunkt gedacht, eine Erfindung, die die Welt nicht braucht. Asus hatte gerade den Netbook mit dem Eee PC erfunden und wer braucht schon ein PC ohne Tastatur. Ein großer Irrtum meinerseits, denn die Tablets gehen weg wie warme Semmeln und Apple meldet einen Absatzrekord nach dem anderen. Natürlich lag der Erfolg nicht in der Hardware begründet, sondern mal wieder in der Software. Denn es waren die Apps, die den ganzen „PC“ so vereinfacht haben und plötzlich braucht kein Mensch mehr, den komplizierten PC, sondern einfach nur jeweils eine App für seine drei Bedürfnisse. Das sind dann meist Facebook, E-Mail und vielleicht noch eine Fernsehzeitschrift 🙂

Ein Tablet mit seinen Apps reduziert meist die Anwendung auf das notwendigste. So kann man viele Einstellungen gar nicht vornehmen, sondern muss mit dem leben, was die App einem bietet. Der normale Anwender scheint damit sehr glücklich zu sein, der Profi fühlt sich jedoch eingegrenzt und verflucht fehlende Optionen.

Was hat das jetzt mit der Medienkompetenz zu tun? Man könnte meinen, dass das Tablet die Medienkompetenz fördert, was sicherlich für den Anfänger stimmt. Er macht sehr schnell Fortschritte und wird nicht mit tausend Grundeinstellungen und Optionen überfordert, die der normale Nutzer gar nicht braucht. Aber wenn man mehr machen will, stößt man ganz schnell an die Grenzen, dieser kleinen Sofa-Geräte. Tablets sind ideale Konsumer-Geräte um passiv Informationen abzuholen. Man kann damit prima E-Mails checken, Facebook lesen, Zeitungen oder auch E-Books konsumieren oder Filme schauen. Natürlich ist es eine überragende Spielekonsole (manchmal denke ich, das Tablet wurde für Angry Birds erfunden) und ein überdimensionaler Fotoapparat ist es auch.

Was man jedoch nicht gut machen kann, und das ist das eigentliche Verhängnis, man kann ganz schlecht Inhalte herstellen. Die Tastatur ist meiner Meinung nach ein Fiasko (und auch der eigentliche Grund, dieses Blogbeitrages). Will man etwas schreiben, so ist der Bildschirm nur noch zur Hälfte nutzbar, da die Bildschirmtastatur, die andere Hälfte einnimmt. Dazu kommt die schlechte Haptik der Tasten, die fehlenden Cursortasten, die schlechte Zwischenablage und beim iPad die mangelhafte Textvervollständigung. Da ich parallel Android nutze, kenne ich teilweise die Möglichkeiten der ganzen Tastatur Apps und da kann Apple nur von lernen. Ich habe letzte Woche zum ersten mal mit dem iPad gebloggt und muss gestehen, es war schrecklich. Ich konnte weder mit der Lupen-Funktion im Text schnell Textstellen finden, noch konnte ich schnell Hyperlinks oder Bilder einfügen. Alles hat ewig gedauert und war absolut nicht ergonomisch. Kurz gesagt, das Tablet erzieht den Nutzer zur Passivität.

Das Web 2.0 war Anfang der Nuller Jahre der Durchbruch des Internets. Es gab plötzlich tausend Plattformen, damit der Nutzer aktiv das Netz mitgestalten kann. Programme waren noch nie so einfach zu bedienen und vor allem umsonst. Es gab WordPress, MySpace, Flickr, Wikipedia und Facebook. Alles hat darauf gewartet, dass das Netz demokratisiert wird, aber was geschah? Diese ganzen Möglichkeiten nutzt nur die digitale Elite und der Rest kann mit den Tablets zufriedengestellt werden.

Eigentlich ist der Erfolg der Tablets, die Niederlage des Web 2.0.

Ein Tablet wird nie WordPress, Office oder Photoshop ablösen können sondern man kann prima damit die Texte oder Bilder aus Word und Photoshop anschauen. Die Menschen, die das Netz wirklich nutzen wollen, brauchen nämlich eine Tastatur und einen großen Bildschirm und natürlich Zeit und Interesse. Das alles hat der normale Tablet Nutzer normalerweise nicht, denn er will meist sein kleines Problem, schnell gelöst haben, z.B. Facebook Beiträge lesen und „liken“.

Ich will aber hier nicht die Tablets insgesamt schlecht reden, denn diese Geräte haben natürlich enormes Potential. Man kann damit wunderbar Filme aufnehmen und schneiden. Vorträge können dank der Touch-Oberfläche viel interaktiver vorgeführt werden und mit der Integration von Kamera und Social-Network sind Live Berichte quasi mühelos und superschnell geworden. Wenn irgendwann auch die deutsche Texterkennung übers Mikrofon einwandfrei funktioniert, wird die mangelhafte Tastatur auch nicht so ins Gewicht fallen. Auch der Erfolg bei den Kindern ist nicht zu unterschätzen und bedeutet einen großen Schritt nach vorne, für das digitale Klassenzimmer oder später die digitale Bibliothek. Wer später einmal mehr will, wird sich dann einen Laptop oder PC kaufen. Das Tablet ist das ideale Einsteigergerät, aber man muss halt auch darauf achten, dass das Tablet begrenzt ist und die Passivität fördern kann.