WhatsApp und die deutsche Datenschutzphobie

Eigentlich wollte ich vorgestern schon über WhatsApp was schreiben, aber ich hatte keine  Zeit (immerhin war Champions League:-) ) und heute hat sich die ganze Welt um WhatsApp um 180 Grad gedreht und jetzt ist alles noch viel aktueller. Fangen wir jedoch am Anfang an und der liegt im „Westen„. Der behauptete nämlich am 18.Februar, dass jedes Smartphone mit WhatsApp eine SuperWanze wäre und man damit ausspioniert werden könne, auch mit Mikrofon und Kamera und allem drumherum. Das hat nämlich der EDV-Dozent Stefan Löffelbein dem „Westen“ gesteckt und die Nachricht war wohl Wasser auf all den Mühlen der Nokia-Handynutzer und SMS-Nostalgikern. Plötzlich war mein Facebook Stream voll mit Anmerkungen, von all den Leuten, die es ja schon immer geahnt haben, mit WhatsApp wird man abgehört. Teufelszeug. Blöde Technik. Mit meinem 8 Jahre altem Nokia Handy geht das nicht und der Akku hält auch 5 Tage.

Das nur eine Webseite das einmal kritisch hinterfragt hat, sagt schon alles. Giga hatte einmal näher nachgedacht, denn WhatsApp müsste schon das Betriebssytem umgehen um an das Mikro- oder an die Kamera zu kommen und die Traffic Messung muss dann auch noch umgangen werden. Ist aber egal, denn man postet doch lieber die gerne gehörte Meinung, dass WhatsApp unsicher sei und Teufelszeug ist. Man darf diesen Monopol-Anbietern niemals glauben.

Doch bevor ich das schreiben konnte, kam heute die neue Welle, denn der Teufel persönlich hat WhatsApp gekauft. Jetzt weiss der blau-weisse Teufel nämlich alles über uns. Nicht nur all die Uli Stein Comics und Katzenvideos, die ich auf Facebook teile, nein jetzt kennt er auch noch all die lustigen Schmuddel-Videos, die ich per WhatsApp verteile. WhatsApp und Facebook zusammen ist natürlich der Untergang vom Abendland.

Ich frage mich dabei, was sich eigentlich geändert hat? Natürlich könnte Facebook jetzt doppelt so viele Daten ausspähen, aber was kann denn jetzt mehr passieren? Facebook könnte ein lückenloses Profil erstellen, was dann meine Vorlieben kennt. Das ist eine wirklich schlimme Sache, denn plötzlich könnte die Werbewelt erkennen, dass ich keine Haustiere besitze und auch kein Auto und plötzlich kriege ich keine Werbung mehr für Hundefutter und Winterreifen. Das ist in der Tat sehr schlimm. Personalisierte Werbung ist Entmündigung, denn ich würde niemals auf die Idee kommen, selbständig bei Amazon oder Günstiger.de nachzuschauen, ob es das Angebot irgendwo günstiger gibt. Facebook könnte auch mein Profil der NSA geben, als würde das nicht jetzt schon geschehen. Der Unterschied wäre nur, dass Facebook die Daten vorher analysiert und die NSA das nicht mehr tun muss.

Dazu kommen jetzt auch noch all die schlauen Artikel über Alternativen, die dann doch keiner nutzt. Die große Frage dabei ist doch, warum nutzt das keiner? Zum einen interessiert Datenschutz auch in Deutschland niemanden wirklich (laut Politbarometer liegt Datenschutz auf Platz 15 mit 3 Prozent (das sind die Piraten)) zum anderen sind die Apps kompliziert zu bedienen und sie sind nicht verbreitet. Dazu dann die angeblichen Todesargumente mit der Unsicherheit . Auch wenn WhatsApp Sicherheitslücken hat, so sind diese nicht so groß, dass auf einen Schlag Millionen betroffen sind und was soll denn auch dort von Interesse sein? Mehr als Beziehungsgerede, Partybilder und sinnlose Texte, die höchstens deine unmittelbare Umwelt interessiert, wird da nicht stehen. Außerdem ist WhatsApp ein CloudDienst und es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch WhatsApp eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet und damit wären alle Alternativen sinnlos. Auch bei WhatsApp arbeiten Informatiker, die schon mal etwas von Verschlüsselung gehört haben.

Zusätzlich kommt die zukünftige Integration in Facebook, die die Usability wahrscheinlich enorm erhöht. Usability war schon immer wertvoller für den Anwender als Sicherheit. Sicherheit ist immer kompliziert und nur für Nerds wichtig. Die können auch Threema und andere Alternativen nutzen, denn Nerds haben selten mehr als 10 Freunde und die haben auch alle Threema. Das sind ja alles richtige Spezialisten mit Sonderlösungen.

Das eigentliche bemerkenswerte an der WhatsApp Geschichte ist jedoch, wie hat es diese Bude aus Palo Alto geschafft, Messaging Größen wie ICQ, Skype, Google, Jabber und Co den Rang abzulaufen und auf 450 Millionen Smartphones zu laufen? Respekt und jeder von Euch ist jetzt Multimillionär 🙂

Das war das 3.Connect Dach Usertreffen

Es hat geregnet in Lübeck. Sturm und Wasser peitschte gegen die Scheiben der Mediadocks, doch innen war es  warm und trocken an diesem regnerischem Maitag in Lübeck. Innen saßen 30 E-Learning Experten aus drei Nationen und hatten keinen Blick für den Museumshafen, wo die letzten Kutter vom 100 jährigen Passat-Jubiläum zurückkehrten um anzulegen. Sie saßen dort und diskutierten und erzählten ihre Erfahrungs- und Leidensberichte. Alle 30 einte das gleiche Schicksal. Sie alle sind Adobe Connect begegnet, der legendären Webkonferenz-Software aus dem Hause Adobe. Sie kamen aus allen Landen, von nah und fern, von Hochschulen, Universitäten und aus der Industrie.

Google Map Übersicht der Stendorte aller Teilnehmer

Teilnehmer 3.Connect DACH Usertreffen

In langen Gesprächen tauschten Sie sich aus, erzählten Berichte von Connect 7, von Version 8 und von Servicepacks. Einige berichteten von berühmten Taten, so wurde von medienkompetenten Englischlehrern berichtet, die Halligen mit Webkonferenzen unterrichteten und es gab sagenhafte Fabeln aus dem Schweizerland über Präsenzvorlesungen mit Connect-Unterstützung. Alle hörten gespannt zu, als Uni Bochum vom „Großen Potential“ berichtete und ein kleiner Mann reichte Speis und Trank. Zu später Stund wurde dann noch von XML und Captivate, von HTTP-Headern und SCORM berichtet und alle staunten und raunten ein großes „Aaaah“ und „Ooooh“ durch den Raum. Was war nicht alles möglich mit dieser Software. Dank API und Dokumentation konnten Schnittstellen, Statistiken und Flash-Extensions entwickelt werden und Präsenz- und Fernlehre verfeinert werden. Schier unglaubliche Lösungen boten sich dem neuen Hörer und manch einer träumte schon von der Abschaffung ganzer Audimaxe.

Montag, 16. Mai 2011

12:00 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde, Berichte aus den Standorten (Nutzung, Probleme, Connect 8)
13:15 Uhr Kurze Pause
13:30 Uhr Jens Lemke
IQSH
Best Practise: Standardsicherung im Fremdsprachenunterricht – per Webteaching zum Abschluss! Praxisbericht : Zwei Jahre ergänzender Unterricht per Webkonferenz auf den norddeutschen Halligen.
14:00 Uhr Christel Pagel
FH Lübeck
Technisches Englisch im Online-Studium mit Hilfe von nicht moderierten Diskussionsräumen
14:30 Uhr Bernd Kurowski
IfV NRW
Virtuelle Diskussions- und Arbeitsräume im Verbundstudium – Einbindung, Einsatz und Erfahrung
15:00 Uhr Pause
15:30 Uhr Kathrin Braungardt
Uni Bochum
Großes Potential – noch zu wenig genutzt: Wie geht es weiter mit Adobe Connect an der Ruhr-Universität Bochum? Erfahrungen und Perspektiven.
16:00 Uhr Andreas Illi
oncampus FH Lübeck
Technik: Die REST-Schnittstelle von Adobe Connect als Zugangspunkt fürs Single-Sign-On und für die Auswertung einer Statistik. Erfahrungen, Probleme und Entwicklung – ein Erfahrungs- und Leidensbericht
16:30 Uhr Jana Mittag
oncampus FH Lübeck
Technik: Adobe Connect und Captivate – Entwicklung von Lerneinheiten und Tutorials und deren Einbettung in Adobe Connect als SCORM-Objekte
17:00 Uhr Abschluss Zusammenfassung
17:15 Uhr Ende
18:00 Uhr Stadtführung: Gänge und Höfe der Altstadtinsel
20:00 Uhr Abendessen in der Schiffergesellschaft (Selbstzahlung)


Dienstag 17. Mai 2011

9:30 Uhr Begrüßung Planung
9:40 Uhr Günther Krämer
Adobe
Adobe Connect Roadmap und SDK
Dauer 45 Min.
10:30 Uhr Diskussion
11:00 Uhr Pause
11:15 Uhr Nathalie Roth
Switch Schweiz
Vereinfachte Nutzung von SWITCHpoint Adobe Connect – Präsentation einer Projektidee der Hochschule für Technik & Wirtschaft Chur, Schweiz
11:45 Uhr Andreas Wilkens
FH Emden
Handzeichnungen online – Wie bringe ich Formeln und Skizzen online? Ein Überblick über Tablets, Stifte und Aufzeichnungstools
12:15 Uhr Ausklang: Zusammenfassung
13:00 Uhr Ende

Nach getaner Arbeit wurde gemeinsam die Hansestadt erkundigt. Der Himmel klarte auf und sogar die Sonne strahlte ein paar Minuten durch und erhellte die vielen Gänge und Höfe der Königin der Hanse. Viele Stunden irrten die E-Learning Experten durch das Wirrwarr des Gängeviertels, vorbei am Marzipan und der Marienkirche um dann in der  berühmten Schiffergesellschaft einzukehren. In einer Tafelrunde nahe des Kapitän-Tisches wurde gespeist und der Met gestemmt.  Geschichten  über Google, Facebook und Apple aber auch Datenschutz und Usability aus der Heimat machten die Runde und jede Hochschule hatte andere, aber dennoch gleiche Probleme.

Am folgenden Tage gingen die Berichte weiter und Probleme wurde niedergeschrieben. Connect konnte bei manchem keine Töne wiedergeben und die Aufzeichnungen waren „zerschossen“, Updates von 7.5 auf 8 machte Ärger  und so wurde beschlossen auf das ServicePack 1 für Connect 8 zu warten, bevor großes Unheil über die eigene Hochschule kommen könnte. Es gab jedoch mutige Connectler, die jetzt schon das Connect 8 erfolgreich einsetzten und von keinen Problemen berichteten. Das Bild war unklar, doch alle stimmten überein, dass Connect besser geworden ist.

Diese privilegierte Gemeinschaft wartete nun auf einen Boten, direkt von Adobe um geheime Informationen zur Roadmap, zu MobilConnect und neuen Versionen zu hören und die Gemeinschaft der Connectler wurde erhört. Direkt aus München wurde Connects Götterbote eingeflogen um zu berichten. Die Gemeinschaft lauschte seinen Worten anhörig und jeder durfte dann sein Leid schildern. Der Bote vernahm die Worte und versprach sie in das gelobte Entwicklerlabor in San Francisco zu tragen und die Gemeinschaft der Connectler bedankte sich. Die Rolle der Feature-Requests wurde niedergeschrieben und wird versendet – So sei es.

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Am Ende bedankte sich die Gemeinschaft der Connectler bei dem kleinen Gastgeber und alle waren glücklich und zufrieden. Sogar der Himmel klarte auf und gab den blauen Himmel frei. So zogen alle Connectler nun wieder in ihre Heimat um dort wieder mit Akzeptanz und Usability zu kämpfen, aber jeder wusste nun, dass es auch den anderen so erging. Doch das kämpfen lohnt sich, denn viele haben nun von Berichten gehört und Bilder gesehen, von einer besseren Lehre und mehr Qualität und nun kämpfen sie wieder frohen Mutes gegen die Windmühlen der Verwaltung, der Curricula und dem Bologna-Prozess.

In einem Jahr wird sich diese kleine Heerschar wieder zusammenfinden und neue Berichte erzählen. Dann aber nicht im Norden an der rauen Ostsee, sondern man zieht gen Süden. Inmitten der Berge in der Alpenrepublik Schweiz wird der SWITCH aus Zürich der neue Gastgeber sein und alle freuen sich auf Bratwurst und Käse.

PS Ich bedanke mich hiermit bei allen Helfern, Rednern und Unterstützern für das 3.Connecttreffen und bitte alle Redner ihre Folien in den Kommentaren zu verlinken, falls sie irgendow in der Cloud liegen. Alle weitere Infos im Wiki oder im Forum .

Sollen Smartphones im Schulunterricht eingesetzt werden?

Ich unterrichte mal wieder Medienkompetenz und diesmal hab ich Abiturienten aus ganz Schleswig-Holstein in meinem Kurs. Gestern haben wir darüber diskutiert, ob Smartphones im Unterricht eingesetzt werden sollte. Schüler nutzen heute diese technischen Universalgeräte für alles mögliche und sind darin viel besser als die Lehrer. So wird quasi alles gegoogelt oder sofort in der Wikipedia nachgeschaut, da gruselt es mich als Lehrer Dozent (bitte nennt mich nie Lehrer oder Pädagogen). Aber welchen Wert hat ein Wissen heute, wenn ich es mir in 10 Minuten ergoogeln kann? Sollte man das in einer Klausur abfragen? Die Frage hat mich beschäftigt, denn man kann es weiter ausbauen. Leute wollen kein Navigerät benutzen, damit sie das Karten lesen nicht verlernen bzw. sie wollen nicht alles im Netz nachschlagen, man brauche ja schliesslich Allgemeinbildung. Meine Antwort darauf ist fast immer die gleiche.

Wer kann heute noch mit der Hand Feuer machen? Wir alle nutzen dafür ein Feuerzeug.

Das nennt man technischen Fortschritt und der ist nicht aufzuhalten. Also Leute lasst Smartphones im Unterricht zu, und die, die es sich nicht leisten können, sollen doch bitte in der „Unterschicht“ bleiben. Ganz so einfach ist die Antwort natürlich nicht, doch wer kennt nicht das Problem im Kaufhaus, wenn man von jemanden beraten wird, der die Antworten aus der Gebrauchsanweisung vorliest.

Kann man mein Wissen durch zwei Stunden googeln ersetzen?

Was unterscheidet Experten vom Allgemeinwissen, wenn jeder auf alles immer zugreifen kann?

Das sind ganz spannende Fragen und zum Glück hab ich gestern Nacht Gunter Dueck entdeckt, der einen endgeilen tollen Vortrag dazu auf der re:publica11 gehalten hat. Wer keine Zeit hat, brauch erst ab Minute 23 schauen.

Adobe Connect Usertreffen in Lübeck am 16/17.Mai

Es ist mal wieder soweit und das jährliche Adobe Connect DACH Usertreffen findet nun zum dritten mal statt. Nach Bochum und Freiburg ist diesmal unser Lübeck, die Stadt der Wissenschaft 2012, der Gastgeber. Das Treffen findet am 16/17.Mai in den Mediadocks in der Innenstadt statt im wunderschönen Charles & Ray Eames Room über den Dächern von Lübeck. Wir fangen Montag Mittags an, damit alle ruhig anreisen können, und werden dann bis Dienstag Mittag uns austauschen. Angesprochen sind nicht nur Connect Nutzer, sondern auch Interessierte, die mal reinschnuppern wollen. Es geht um Erfahrungsaustausch, Technik und Administration und vor allem ums kennenlernen.

Die Agenda steht soweit fest und in den nächsten Tagen folgt noch ein Zeitplan. Da es einen großen Bedarf an Technik gab, wird es dazu auch einen kleinen Schwerpunkt geben. Ich sehe da vor allem die API und die Captivate Integration und SCORM, aber wir werden das erst beim Treffen genau spezifizieren. Das gesamte Treffen wird eher informell ablaufen, d.h. wir entscheiden spontan was gemacht wird. Die Agenda gibt nur eine grobe Struktur vor doch die Präsentatoren brauchen eine Zeitlinie.  Alle Neuigkeiten gibt es diesmal per Twitter. Hashtag ist #connectDACH.

Die Connect Treffen leben von der kleinen Gemeinschaft und geben daher viel Raum für Spontanität. Ich hoffe dies wird auch in Lübeck genutzt. Meist sind sehr gute E-Learning Experten vor Ort, diesmal u.a. aus Wien, Hagen, Freiburg und der Schweiz, die alle über eine große Erfahrung verfügen. Die maximale Anzahl ist diesmal wegen der Räumlichkeiten auf 30 begrenzt und die Anmeldung ist noch bis 6.Mai offen.

Da Lübeck eine wunderschöne Stadt ist, kann ich jedem nur empfehlen etwas Zeit mitzubringen. Wer es noch nicht kennt, kann schon zum Wochenende anreisen. Wir haben daher die Konferenz auch auf den Montag gelegt. Am Montag biete ich noch eine kleine Stadtführung an und Abends geht es dann noch in die Schiffergesellschaft.

Also wer Interesse hat, sollte sich schnell anmelden und ich hoffe auf eine hochwertige Konferenz.

Offizielle Connect DACH Webkonferenz

Als aktives Mitglied der deutschsprachigen Connect DACH Gruppe wollte ich hier einmal Werbung für unsere nächste Webkonferenz machen. Die Connect DACH Gruppe vereint alle deutschsprachigen Hochschulen, die Adobe Connect für Forschung und Lehre einsetzen und versucht einen Erfahrungsaustausch zu organisieren und tritt gegenüber Adobe als starker Ansprechpartner auf. Bisher gab es zwei User-Treffen in Bochum und Freiburg und für nächstes Jahr ist Lübeck Gastgeber.

Wir wollen uns online unter http://connect.oncampus.de/support treffen um uns wiederzusehen oder endlich einmal kennenzulernen. Ich hab mit Unterstützung eine vorläufige Agenda für ein Online Meeting entworfen. Folgende Topics wollen wir in einer 60 Minuten Webkonferenz vorstellen und besprechen:

– Begrüßung und Neues aus den Hochschulen 10 Min. (Wittke, FH Lübeck und Gäste)

– Umfrage zu Connect RUB (Braungardt, RUB)  10 Min.

– Statistik-Funktion (Wittke, FH Lübeck)  10 Min.

– Rückmeldung „Freiburger Liste“ (Hermann, Adobe) 10 Min.

– Connect Version 8 (Hermann, Adobe) 10 Min.

– Fragen und offene Diskussion

– Thema nächste Webkonferenz (externe Gäste)

– nächstes Usermeeting in Lübeck

Um den passenden Termin zu finden haben wir uns schon auf Dienstag, den 26.10.2010 festgelegt und jetzt brauchen wir noch die passende Uhrzeit. Bitte abstimmen unter:

http://doodle.com/hittfpqqbgvs7pfs

Es sind alle Interessierten eingeladen einmal online reinzuschaun und ich bin selbt sehr neugierig auf Connect 8, was Ende des Jahres veröffentlicht wird und wir natürlich erst nach dem Erscheinen des ersten ServicePacks installieren werden.

 

E-Lectures Erfahrungsbericht bei e-teaching.org

Seit dem Einsatz von Adobe Connect und der stark wachsenden Verbreitung von Smartphones (Android, iPhone, etc.) liegt es auf der Hand, auch über den Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen sogenannten E-Lectures nachzudenken. Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit dem Thema auseinandergesetzt und mir viele Lösungen angeschaut, z.B. Camtasia, Lecturnity oder Lecture2go. Der erste Ansatz war es, einfach eine 90 Minuten Vorlesung aufzuzeichnen und den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Das geht heutzutage relativ schnell und dank iTunes U kann man auch das berühmte iPhone so „befüllen“. Ob allerdings Studierende solche Vorlesungen auch anschauen wollen, kann man diskutieren. Ich denke man kann dies ganz klar mit JA beantworten, aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

Wie man seine Vorlesungen mit E-Lectures ersetzen, anreichern und auch ergänzen kann, wird gerade als Schwerpunkt bei e-teaching.org behandelt. In einer sehr guten Online Vorstellung (übrigens mit Adobe Connect) haben Michael Kerres, Gabi Reimann und Karten Morisse ihre Einsatzszenarien vorgestellt. Die Aufzeichnung ist inzwischen online und ab Minute 31:30 erzählt Prof. Morisse von der FH Osnabrück ein wirklich interessantes Szenario, was ich eigentlich auch als Idealvorstellung habe. Vorlesungen werden hier ersatzlos gestrichen und durch eine Fragestunde (Coaching) ersetzt, d.h. die Studierenden kommen zum diskutieren und fragen in den Hörsaal. Die Inhalte liegen elektronisch aufbereitet im Netz, u.a. als Podcasts bei iTunes. Teilweise sind es Videos aber auch Audiobeiträge, und auch kleine Kurzfilme, die von den Studierenden selbst erstellt wurden, sind online abrufbar.  Der Rest ist in Skripten und Wikis vorhanden.

Ich finde dies ist ein sehr guter Ansatz für eine neue Form des Lehrens. Vorlesungen wo immer das gleiche erzählt wird und wo oft auch ein Fachbuch ausreichend ist, können auch zuhause erarbeitet werden. Der Dozent kann sich auf Schwerpunkte konzentrieren und mit den Studierenden direkt arbeiten. das hat viele Vorteile auf beiden Seiten. Ich frage mich dabei nur, ob dieser Ansatz nur in der Medieninformatik so gut funktioniert? Sicherlich sind auch nicht alle Studierenden davon begeistert, sich zuhause Videos anzuschaun. Ich merke inzwischen immer öfter, dass auch viele Studierende nicht bereit sind neue Techniken zu akzeptieren und sie lieber einen richtigen Menschen vor sich haben. Dieser wird zwar nicht gefragt und meistens wird im Unterricht eher gesurft oder auch geschlafen, dennoch fühlt man sich wohler, wenn man in der Vorlesung war 🙂

Neue Connect Statistik – mehr Nutzer mit noch mehr Nutzung

Das Semester neigt sich dem Ende und dank unserer neuen Statistik-Schnittstelle für Adobe Connect können wir inzwischen einige interessante Aussagen zur Nutzung von Adobe Connect treffen. Wir haben Adobe Connect im Herbst 2007 evaluiert und dann im Wintersemester 08/09 in Moodle der VFH integriert. Dieses erste Semester kann man jedoch als Pilotprojekt sehen und hat statistisch keine Aussagekraft, daher werten wir erst die Zahlen ab Sommersemester 2009 aus. Das bedeutet wir können inzwischen 3 Semester vergleichen, was die Schwankungen zwischen Sommer- und Wintersemester etwas ausgleicht.

Die blauen Linien zeigen die Nutzungsstunden aller Nutzer in einem Monat und die roten Linien die Anzahl der „Unique Users“ pro Monat. Die gestrichelten Linien stellen den linearen Trendwert dar und das schöne dabei ist, dieser steigt stetig an.

Die Nutzung steigt schneller als die Nutzerzahl. Diese Aussage ist sehr erfreulich. Vermutlich haben viele Nutzer Probleme oder Scheu vor der Erstbenutzung, haben sie das System jedoch einmal kennen- und schätzengelernt, dann wird es auch öfters eingesetzt.

Wir wissen aus Erfahrung, dass es bei der ersten Benutzung von Adobe Connect viele Probleme geben kann. Viele Nutzer haben noch nie ein Headset oder eine Webcam an ihren PC angeschlossen bzw. aktiv benutzt. Laptops bzw. Netbooks mit eingebauten Webcams sind noch nicht so stark verbreitet. Doch dies ändert sich inzwischen, und viele Anwender nutzen inzwischen Skype, Teamspeak oder ähnliche Tools um auch privat synchron kommunizieren zu können. Im Supportwiki von oncampus sind auch viele Tipps zu Adobe Connect, was jedoch kaum einer liest 🙁

Da die Nutzung des Systems erfreulich ansteigt (wir haben mit 10%-15% gerechnet, es sind jedoch 25%-40%), kann man definitiv von einem Erfolg sprechen. Es gibt einen Bedarf für Audio- und Videokonferenzen und wir haben rechtzeitig dieses neue System angeschafft und integriert. Wir werden gespannt die weitere Entwicklung beobachten und nach dem geglückten Update, sind auch etliche technische Probleme behoben worden.

Adobe Connect wurde auf 7.5 mit Service Pack 1 aktualisiert

Gestern wurde das Webkonferenzsystem (manchen nennen es auch Virtual Classroom oder einfach Chat) Adobe Connect auf die Version 7.5 erfolgreich aktualisiert. Danach wurde gleich das Service Pack 1 eingespielt und danach wiederum wurde getestet. Was sich für viele vielleicht trivial anhört, war doch eine Menge Arbeit. Zuerst einmal mussten wir den richtigen Zeitpunkt abwarten. Die bekannten Probleme mit Connect, z.B. Tonaussetzer, Hall-Effekte und die unbrauchbaren Aufzeichnungen haben alle Nutzer geärgert. Connect 7.5 sollte diese Probleme beheben, jedoch meldeten andere Hochschulen, dass das System dann instabil geworden wäre. Wir haben daher beschlossen bis zum erscheinen des ServicePacks abzuwarten um auf Version 7.5 zu gehen. Leider hat sich das ServicePack von März auf den Mai verschoben, was sehr ärgerlich war.

Unser Connect System kann man schlecht mit anderen Installationen vergleichen, denn wir sind wirklich Poweruser. Wir haben im Monat über 2000 Stunden Nutzung von bis zu 600 unterschiedlichen Nutzern. Andere Hochschulen haben ca. 200 Stunden Nutzung mit 80 Usern, aber diese setzen das System auch nicht für die Online Lehre ein.

Das Connect System läuft auf zwei unterschiedlichen VMware Rechnern. Auf dem einen ist die Connect Installation und auf dem anderen die Datenbank, ähnlich wie bei Moodle. Connect läuft jedoch nur mit einer MS-SQL Datenbank, die ordentlich Lizenzen kostet. Vor dem Update mussten natürlich Systeme gesichert werden etc.

Das Update hat ohne technische Probleme funktioniert, allerdings hatten wir beim einspielen des ServicePacks ein paar Probleme. Nach der Aktualisierung haben wir erstmal getestet, aber keine Probleme festgestellt. Hier wäre Hilfe gefordert. Wenn niemand uns Fehler reported, können wir diese auch nicht weiterleiten. Ich muss allerdings sagen, dass Connect erheblich mehr Probleme macht als Moodle. Ich denke dies liegt an der anspruchsvollen Hardware. Die meisten User nutzen bei uns zum ersten mal ein Mikrofon oder eine Webcam. Wenn hier Fehler auftreten, ist dies immer noch normal – leider. Besser ist Windows in den letzten Jahren leider nicht geworden, trotz Plug-and-Play. Viele Nutzer wissen aber auch nicht, dass es Connect-Testseite gibt und in unserem Wiki ganz viele Infos stehen.

Die meisten Änderungen in der neuen Version sind für uns leider uninteressant. So bietet Adobe jetzt buchbare Räume für Massenveranstaltungen oder man kann sich per Telefon jetzt in das System einwählen. das wird jedoch von uns nicht unterstützt. Für den normalen User ist die größte Änderung, das jetzt PDF native unterstützt wird. Das wurde auch von vielen Nutzern der VFH gefordert. Die Bugs in den Aufzeichnungen sollten jetzt weg sein, aber wir können dies nicht testen. Ich hatte noch nie eine fehlerhafte Aufzeichnung und immer wenn ich es ausprobiere, klappt es fehlerfrei. Der Fehler ist also nicht reproduzierbar. Alte fehlerhafte Aufzeichnungen sind jetzt aber immer noch fehlerhaft, nur neue sollten jetzt korrekt sein. Falls jemand immer noch Fehler findet, bitte melden.

Das nächste Update auf Version 8 wird bestimmt umfangreicher werden und ich bin gespannt ob die Anmerkungen aus der deutschen Community Ernst genommen werden. Allerdings bin ich im großen und ganzen mit Connect zufrieden. Es gibt an vielen Ecken Probleme, aber das System läuft ist stabil und benutzbar. Die meisten Probleme sind nicht so schwerwiegend, und können oft anders gelöst werden. Jedoch ist der Supportaufwand für Connect erheblich größer als für Moodle.

Lohnen sich E-Learning Inhalte fürs iPhone & Co?

Es wird sehr viel über die Zukunft des Lernens diskutiert. Die Digitalisierung verändert viel, aber im Grunde passiert doch viel weniger als oft angenommen. Natürlich hat eine Lernplattform wie Moodle eine große Berechtigung um digitale Inhalte schnell und kostengünstig zu verteilen und zwar Zeit- und Ortsunabhängig. Das kann keine Druckerei oder Bibliothek so gut verrichten, wie Moodle. natürlich sollten die Inhalte digital vorliegen und inzwischen haben viele Dozenten ihre Skripte als PDFs oder Powerpoint vorliegen und erst damit macht ein Lernraum Sinn.

Auf der anderen Seite sitzen die Studierenden, die Kunden bzw. Konsumenten und die haben, im Gegensatz zu früher, inzwischen alle einen PC/Laptop mit Internet. Das bedeutet, sie können die elektronischen Inhalte abrufen und nutzen. das ist ein ganz wesentlicher Unterschied zu früher und auch wenn es  sich trivial anhört, ist das der entscheidende Faktor, warum Lehrinhalte elektronisch angeboten werden können.

Doch die Infrastruktur des Lernenden ändert sich. Früher waren PCs mit DSL und LAN-Kabel der Stand der Technik, doch die Mobilität hält Einzug. So ist heute der Laptop mit WLAN Standard oder das kleine Netbook mit UMTS und morgen dann vielleicht schon ein Smartphone wie das iPhone oder Googles Nexus One.

Die große Frage ist nun, wie verbreitet sind Smartphones und Co. Macht es zu diesem Zeitpunkt Sinn Inhalte und Schnittstellen für diese Geräte zu entwickeln bzw. vorher sollte überhaupt geklärt sein, ob ein Angebot für diese Geräte von den Studierenden angenommen wird. Das ist jedoch unmittelbar von der Verbreitung abhängig.

iPhone Verkaufszahlen pro Quartal

Im letzten Quartal hat Apple 8 Millionen iPhones verkauft und insgesamtüber 42 Mio. Stück und die Tendenz ist steigend. Es zeigt, dass ein Gerät wie das iPhone angenommen wird und benutzt wird. Es zeigt auch, dass Handys nicht mehr zum telefonieren benutzt werden, sondern mobile Multifunktionsgeräte geworden sind.

Da es aber erheblich mehr Smartphones als das iPhone gibt, ist die Verbreitung inzwischen schon sehr hoch. Das würde bedeuten, dass die Benutzergruppe bzw. die Nachfrage da ist bzw. das sie steigend ist.

Marktanteile von Smartphones

Marktanteile von Smartphones

Da der Marktanteil von Apple nicht so hoch ist, ist der Gesamtmarkt an Smartphones um etliches größer. Es wäre jetzt interessant zu wissen, wie viele Studierende schon ein Smartphone hätten und wie viele von diesen würden das Gerät auch für digitale Lernmaterialien, z.B. PDFs, Worddateien aber auch richtige multimediale Inhalte wie Vorlesungsaufzeichnung oder Podcasts.

Ich denke das die Nachfrage noch nicht nennenswert ist, da viele Nutzer noch gar keine Vorstellung haben, was alles möglich ist. Jeder Dozent, dem ich iTunes University auf einem iPhone zeige und die Vorteile beschreibe, ist entweder begeistert oder er hat Befürchtungen, dass niemand mehr in seine Vorlesung kommt. Das meiste ist Unwissenheit. Ich habe einmal den Satz gehört:

„In 20 Jahren werden wir uns über den Ansatz wundern, allen Schülern zur selben Zeit, am gleichen Ort und mit der gleichen Geschwindigkeit Inhalte zu vermitteln.“

Ich denke inzwischen gibt es genug Möglichkeiten, wenigstens den Ort und die Zeit individueller zu gestalten. Ob der meßbare Lernerfolg höher oder niedriger ist, muss dann untersucht werden.

Vortrag über Adobe Connect und oncampus (jetzt) online

Es hat wirklich lange gedauert, bis ich Zeit und Muße für diesen Beitrag gefunden habe. Ende November war ich bei der Campus Innovation in Hamburg und habe einen Vortrag über namens Kiek in de Kök gehalten. Thema war der Einsatz von Adobe Connect Pro im Distance Learning bei oncampus/VFH. Der Vortrag ist seit Mitte Januar auch online bei Lecture2go verfügbar und ist damit mein erster Vortrag, der vollständig als Video im Netz verfügbar ist.

In den letzten Tagen wurde ich vermehrt auf unsere Aktivitäten bezüglich Adobe Connect, Webkonferenzsysteme und deren Integration in ein LMS angesprochen. Es gibt viele Hochschulen, die dieses Thema jetzt bearbeiten und ich vermute auch die Verbreitung von dem iPhone als mobiles Abspielgerät, fördert diese neuen Einsatzszenarien.  Veränderungen in der Lehre brauchen Jahre und es ist auch eine Frage der Generation. Die meisten Dozenten sind älter und meiden die neuen Technologien, allerdings ist das Klientel immer jung und diese Generation kennt die Möglichkeiten von Smartphones und Videos. Ich vermute, dass eher die neue Nachfrage das Angebot steuern wird, als andersrum.