Geschafft – Das erste Barcamp Lübeck

Barcamp Lübeck Logo

An einem Barcamp teilzunehmen ist eine wundervolle Geschichte, eines zu organisieren eine andere. Nachdem Kiel schon sieben Jahre ein Barcamp hat und Flensburg und St. Peter-Ording letztes Jahr gestartet sind, war Lübeck dieses Jahr quasi überfällig. Letztes Wochenende lief nun endlich das erste Lübecker Barcamp und ich will jetzt einmal etwas hinter die Kulissen blicken.

Barcamp Lübeck Logo

Warum haben wir das überhaupt gemacht?

Weil Lübeck als zweitgrößte Stadt mit fast 10.000 Studenten und drei Hochschulen das Potential für ein Barcamp hat und die Stadt eine bessere Sichtbarkeit der Digitalisierung dringend benötigt. Lübeck hat auch richtig gute IT-Firmen, viele Web-Agenturen, Medien und wir haben als eine der ersten Städte ein Co-Working-Space. Leider schlummert das alles unvernetzt einfach vor sich hin und das sollte geändert werden. Die Idee schwebte schon länger durch den Raum und ich glaube, damals im KoKi bei der Filmvorführung „Digital Nomads“ hat es den Anstoß gegeben (obwohl ich jetzt ne fünf Jahre alte Mail bekommen hab, dass wir 2011 schon was machen wollten, will man heute gar nicht mehr wissen). Danach ging es plötzlich ganz schnell und wir hatten ein Kernteam von knapp 10 Leuten und haben losgelegt.

Der Ort

Auch mit wenig Geld hat Lübeck etliche Locations, wo man ein Barcamp machen könnte. Es gibt die Hochschulen, VHS, etliche normale Schulen, die Mediadocks, Museen, die Gemeinnützige und das Cloudsters. Wir waren uns aber sehr schnell über den Ort einig und der Zeitpunkt mit dem ersten Weihnachtsmarkt-Wochenende war auch schnell gefunden, denn mit einem Reeperbahn-Bummel, wie beim Hamburger Barcamp, können wir nun wirklich nicht konkurrieren.

Das Geld

Sponsoren finden ist das A&O bei einem Barcamp. Wir hatten dies Jahr doppelt Glück, denn dank meiner Silicon Valley Reise, hatte ich gerade ein gutes Netzwerk kennengelernt und die Landesregierung fördert in Schleswig-Holstein dank der Digitalen Agenda ganz offiziell Barcamps. Damit hatten wir schon mal etwas Geld und konnten loslegen. Anderen Barcamps, wie Hamburg, geht gerade das Geld aus. Daher haben wir beim Konzept gleich daran gedacht, die Sponsoren in den Mittelpunkt zu rücken, da wir langfristige (typisch hanseatisch) Kontakte pflegen wollen. Lübeck ist übrigens eine Stadt mit einer der höchsten Stiftungsdichte Deutschlands, trotzdem konnten wir nicht eine gewinnen. Sei es drum, man fängt trotzdem ohne Finanzierung an alles zu recherchieren und zu mieten und zu planen und hofft dann auf Geld. So geht es wohl auch allen Firmengründern…

Die Kosten

Was kostet denn so ein Barcamp überhaupt? Das ist relativ einfach. Wie viele Gäste kommen? Jeder Gast kriegt zwei Frühstück, zwei Mittagessen und zweimal Kuchen. Dazu kommt noch einmal Alkohol, T-Shirt und ein Lanyard. Wir haben am Anfang mit 350 Gästen über zwei Tage kalkuliert. Bei 20 Euro pro Person, bräuchten wir also 7.000 Euro. Wir haben aber knapp 25,- pro Person gebraucht, da wir auch noch Geschirr, Kaffee und Getränke benötigt haben. Die Räume haben wir übers Sponsoring bekommen und viele Sachen durch Spenden (Müsli, Kaffeemaschine, Bier, etc.). Was noch ganz wichtig ist, man muss Rechnungen stellen können und braucht ein Konto. Da hat uns die IHK Lübeck helfen können. Insgesamt lagen wir also bei knapp 10.000 Euro. Da kann man aber viel variieren, denn T-Shirts sind zwar schön, aber es geht auch ohne.

Der Zeitaufwand

Das lässt sich schlecht schätzen und wir haben alles zum ersten mal gemacht. Wir haben uns über Basecamp organisiert, hatten GDrive Dokumente und am Ende eine WhatsApp-Gruppe. Anfangs haben wir uns dreimal in Präsenz getroffen, danach waren es Webkonferenzen. Bei mir hielt sich der Zeitaufwand in Grenzen und ich schätze, ich hab ca. 10-15 Stunden investiert. Die letzte Woche war dann viel los. Donnerstag ging es dann mit ca 5 Stunden Aufbau mit ca 15 Leuten los und Freitag war ich von 7:30 bis 23 Uhr unterwegs und SA von 7:30 bis 18:30 Uhr inkl. Abbau unterwegs. Da ich aber kein Auto habe, konnte ich viele Sachen nicht machen und hatte etwas Glück. Dafür habe ich viel Sponsoring gemacht. Aufgabenverteilung ist alles und bei uns hat das richtig gut geklappt.

Das Barcamp

Man waren wir nervös. Wir wussten gar nichts. Kommen überhaupt Leute? Wenn ja, wie viele? Wie viele Sessions werden gehalten? Reicht der Kaffee, ist die Beschilderung gut, berichtet die Presse?

Am ersten Tag hatten wir 180 Anmeldungen und es kamen dann ca. 130 und am zweiten Tag hatten wir 150 Anmeldungen und es kamen knapp 100. Wir hatten also unser Ziel von 200 Teilnehmern klar übertroffen, doch es kamen deutlich weniger als angemeldet. Dadurch hatten wir zu viel Essen und zu viele Shirts. Das übrige Essen haben wir der Heilsarmee gegeben und die Shirts werden Sammlerstücke 🙂

Das Wunder

Als die erste Sessionplanung begann, ist ein kleines Wunder geschehen, denn ca. 60% das Saals sind aufgestanden und wollten Sessions anbieten. Unglaublich 🙂 Wir waren schlicht sprachlos und der digitale Sessionplan (auch ein Alleinstellungsmerkmal von Lübeck, bei Educamps ist das Standard), war nach knapp 25 Minuten voll. Das hatten wir alle noch nicht erlebt. Wir waren so begeistert 🙂

Und dann haben wir Geschichte geschrieben. Die Sessions waren fast alle gut (nur einer hat ne Werbesession angeboten und dafür nen Shitstorm geerntet) und es war eine richtig gute Stimmung. Das Cloudsters ist einfach gemütlich und verströmt eine sehr schöne Atmosphäre. Wir hatten schöne Sitzgruppen gebaut, die wirklich reichlich genutzt wurden. Alle haben geredet, genetztwerkt, sich ausgetauscht oder einfach diskutiert. Alle hatten unglaublich gute Laune und eilten von Sessions zu Sessions. Es war fast Magie 🙂

Auf die Mischung kommt es an und die Sessions waren gut gestreut. Es ging um Webseiten, Sketchnotes und Programmierung aber auch um die Kirche, Brexit und die Weiterbildung. Das besondere an Schleswig-Holstein ist die Nähe zur Politik. In St. Peter-Ording war MP Torsten Albig und bei uns Thomas Losse-Müller der Chef der Staatskanzlei.

Abends haben wir noch das Fass angestochen, haben reichlich geschnackt und  der harte Kern ist danach auf den Weihnachtsmarkt gegangen.

Am Samstag waren wir nicht nur müde, nein es taten auch die Füße weh. Insgesamt war der Samstag jedoch sehr relaxet und ich konnte mir sogar zwei Sessions anschauen. Am Ende gab es eine sehr schöne Verabschiedung und wir hoffen alle, dass es nächstes Jahr wieder klappt.

Fazit

Barcamps sind toll und es war gut, dass Lübeck jetzt auch eins hat. Wir wurden im Nachgang mit Lob überschüttet und diese Erinnerungen bleiben. Die schlaflose Woche und die Anstrengungen sind wie immer schnell vergessen. Auf Twitter hab ich 30 neue Follower 🙂  Der NDR war sogar da und die ersten Presseberichte trudeln ein. Wir werden uns jetzt noch einmal treffen und Fazit ziehen und dann Weihnachten geniessen. Ihr könnt noch einmal in diesem Storify das #bchl16 geniessen und wer Lust hat, nächstes Jahr zu helfen, der darf sich sehr gerne bei mir melden.

 

Zu Besuch im Silicon Valley bei Apple, Twitter und Co

Die vielleicht aufregendste Dienstreise (oder soll ich Fortbildungsreise schreiben?) meines Lebens liegt hinter mir. Eine Woche Silicon Valley im Rahmen der Digitalen Agenda Schleswig-Holsteins und organisiert von der Staatskanzlei SH liegen hinter mir. Ich versuche jetzt mal die Erlebnisse, die Eindrücke aber auch die Erkenntnisse in mehreren Artikeln zu verarbeiten. Die Landesregierung hat schon einen sehr guten Bericht geschrieben, den ich als Übersicht empfehle. Das soll jetzt mein subjektiver Überblick sein, was ich denn dort überhaupt erlebt habe. Einen kleinen Vorbericht habe ich schon bei ununi.tv gegeben, wo meine Eindrücke noch sehr frisch waren und wo es viele Details gibt.

Andreas Wittke im Silicon Valley: Was können wir lernen?

Das Highlight des ersten Tages war der morgendliche Lauf über die Golden Gate Bridge (der Jetlag lässt grüßen) und natürlich das Come Together.

2016-09-05-07-50-23

Die Delegation bestand aus 55 Leuten aus Politik, Wirtschaft und Hochschule. Solche Reise funktionierenauf drei Ebenen. Man will zum einen das Silicon Valley kennenlernen und zum anderen sollen die uns verstehen und natürlich soll man sich auch untereinander vernetzen. Daher gab es Workshops, gemeinsame Essen und Ausflüge und das in vollem Umfang. Wir waren quasi jeden Tag 12-14 Stunden gemeinsam unterwegs und hatten fast keine Freizeit, obwohl die 500 Fotos was anderes sagen.

Der heimliche deutsche Star

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen von SAP. Dieses angestaubte deutsche Unternehmen rockt das Silicon Valley, denn SAP gilt quasi als Godfather des Design Thinking und das ist der Motor der Innovation. In der ganzen Woche wurde dementsprechend auch immer wieder SAP zitiert, egal ob wir bei Apple, Capgemini, Facebook, Mercedes oder Twitter waren. Da es keine allgemein gültige Definition vom DT gibt, habe ich es für mich selbst so definiert:

„Schaffe per Architektur einen Raum, wo die Menschen flexibel und frei sind, dann werden sie glücklich, kreativ und innovativ sein. Mische dann noch verschiedene Disziplinen wie Grafiker, Entwickler und vor allem Workflow Designer und stelle die Sicht des Anwenders in den Mittelpunkt, dann werden deine Produkte automatisch erfolgreich sein.“ 

Die Besuche bei Capgemini, Electronic Frontier Foundation, Facebook und Mercedes waren zwar schön, aber nicht sehr nachhaltig. Dafür war die Architektur dort immer ähnlich und bestätigt meine DT-Definition. Ich empfehle hier all meine Videos aus der Facebook-Gruppe „Schleswig-Holstein@digital„. Meist hab ich direkt nach dem Besuch kurze Interviews mit anderen Experten aus der Gruppe über ihre Eindrücke erstellt. Die Facebook Gruppe ist übrigens offen, so wie es sein sollte (Gruppe hab ich gegründet 🙂 ).

Ein weiteres, wenn auch umstrittenes, Highlight war der Besuch an der Stanford University mit einem sehr provozierendem Vortrag von Burton Lee. Zwar ist unser Ansatz der Industrie 4.0 recht gut, dennoch hat Deutschland und auch ganz Europa den Anschluss verloren. Wir sind nicht mehr innovationsfähig, können keine Unternehmen gründen und sind viel zu langsam. Prof. Lee hat einen ähnlichen Vortrag in Österreich gehalten, den man sich gerne anschauen kann 😉

Am Donnerstag waren wir dann bei Apple und dort waren keine Wirtschaftsunternehmen erlaubt. Es ging im kleinen Kreis um Ökosysteme und Bildung. Apple hat mit Abstand den didaktisch besten Vortrag gehalten und hat die Besucher dabei abgeholt. Es wurde vorgestellt, diskutiert und erörtert. Dabei hat Apple stets betont, wie wichtig und qualitativ hochwertig ihr Ökosystem sei. Der Grund warum man es nicht öffne, liege einzig und allein im Qualitätsanspruch, denn alle anderen haben leider nicht die Apple-Qualität. Daher ist der Nutzer am besten dran, wenn man unter sich bleibe. Früher wäre ich bei solchen Sprüchen explodiert und bei der Diskussion hab ich auch mehrmals Einspruch erhoben, dennoch kann ich diesen Ansatz inzwischen gut nachvollziehen und für Schulen kann das sicherlich eine Lösung sein. Mein Favorit ist jedoch BYOD, da es später im Leben (Uni, Job) auch eher heterogen sein wird. Wer Apples Philosophie verstehen will, dem empfehle ich den „Steve Jobs“ Film. Erstaunlich wie viel Jobs immer noch in Apple drin ist.

Am Freitag gab es dann parallel Tesla und Twitter und ich hatte Glück, denn ich war bei Twitter. Die waren genau so, wie man sich das vorstellt: geile Architektur, sehr spontan, unvorbereitet (kann man auch agil nennen) und daher sehr authentisch. Vor allem sitzen die direkt in San Francisco und man konnte etwas von der Stadt sehen, die erschreckend heruntergekommen und voller Bettler und Junkies ist. Das Silicon Valley ist leider sehr extrem und hat auch seine Schattenseiten.

Nach der Rückkehr hab ich viele Fotos und Eindrücke in einem Vortrag verarbeitet. Er lässt erahnen, was ich noch alles erlebt habe. Die Besuche im Rathaus, bei Smaato, im Generalkonsulat, Facebook etc. hab ich hier gar nicht erwähnt. Das würde vielleicht auch den Rahmen hier sprengen.

Die Reise ging dann noch weiter nach Washington, wo ich u.a. Obama gesehen hab 🙂 Dazu aber vielleicht später mehr.

 

Blogparade: Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Smartphone Version)

Wer kennt es nicht, dass berühmte Gedächtnisspiel: „Ich packe meinen Koffer und nehme mit„. Aber was wäre, wenn wir uns einer einmal in einer Blogparade austauschen würden, welche Apps man denn in den Urlaub mitnehmen würde? Ich weiss nicht, wie es anderen geht, daher wollte ich einmal kurz meine Lieblings-Apps meiner letzten Urlaube vorstellen und vielleicht wird der eine oder andere Leser, diese Idee aufgreifen, und selbst einige Apps vorstellen.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Bildquelle: Pixabay Lizenz CC0 https://pixabay.com/de/kamera-fotos-fotografieren-514992/ Li

Ich packe meinen Koffer und nehme mit (Bildquelle: Pixabay Lizenz CCO https://pixabay.com/de/kamera-fotos-fotografieren-514992/ Li

Den Medienwandel am eigenen Leben erfahren

Wir reden so viel über Digitalisierung, Change Management, E-Learning und Co aber hat sich auch unser eigenes Leben dadurch verändert? Wird der Urlaubskoffer wirklich dünner oder haben wir immer noch Bücher, Reiseführer, Fotokamera und Wanderkarten dabei? Leben wir auch das, was wir immer predigen?

Urlaub ist nicht Urlaub

Natürlich macht jeder anders Urlaub. Der eine liebt den Pauschalurlaub, der andere macht Kreuzfahrten, andere wiederum wandern oder segeln und ich fahre meist mit dem Motorrad durch Europa. Jeder nutzt daher wahrscheinlich anders sein Smartphone oder vielleicht ist er im Urlaub sogar offline. Wir wissen es nicht.

Meine ZX10r und ich bei Mopedtour 2013 am Stilfserjoch

Meine ZX10r und ich bei Mopedtour 2013 am Stilfserjoch

Die Hardware

Ich bin jetzt in der vierten Smartphone Generation. Nach Motorola Droid, dem Galaxy S3 und dem S5 hab ich jetzt ein Nexus 6p. Richtig gut ist das Smartphone Leben erst mit dem S5 geworden (leider hat es zu wenig Speicher gehabt) und jetzt mit dem Nexus ist es manchmal ein Traum. Ich kann daher nur von Android reden bzw. schreiben.

Der Urlaub

Ich war gerade mit dem Motorrad zur EM in Frankreich, d.h. ich bin 3.500 km quer durch Holland, Belgien und dann durch Frankreich gefahren. Seit ca. drei Jahren nehme ich keinen Fotoapparat mehr mit und dies Jahr hab ich sogar auf das Navi verzichtet. Das Smartphone steckt in der Brusttasche und im Helm hab ich Bluetooth Kopfhörer, d.h. ich navigiere nur per Audio mit GoogleMaps. Klappt recht gut, außer man hat französische Kreisel mit fünf oder mehr Abfahrten 🙂 Straßenkarten aus Papier nutze ich seit ca. 4 Jahren nicht mehr, obwohl ich meist noch Übersichtskarten mit habe (vom ADAC), die aber ungenutzt in den Papierkorb kamen.

Hyperlapse Testaufnahme mit Klebeband am Außenspiegel - hat funktioniert

Hyperlapse Testaufnahme mit Klebeband am Außenspiegel – hat funktioniert

Und jetzt die Apps

  1. Offline Wikipedia ist für mich das absolute Must-Have. Früher nutzte ich Wikidroyd, was es leider nicht mehr gibt. Jetzt nutze ich Kiwix und bin sehr zufrieden. Die offline Wikipedia in deutsch ist ca. 2 GB groß und hat keine Bilder. Sie ersetzt bei mir jeglichen Reiseführer und ich liebe es darin zu schmökern. Gerade jetzt in Frankreich beim Besuch am Omaha-Beach und dem D-Day Memorial ist die Wikipedia quasi unerschöpflich und unersetzlich. Ich hab noch keine Offline Wikipedia für iOS entdeckt, aber vielleicht hat der eine oder andere Leser da einen Tipp.
  2. Offline Straßen-Wanderkarte OpenStreetMap (OSM) muss dabei sein. Als Motorradfahrer brauch die zwar nicht direkt, doch für Städte und zum wandern und Fahrrad fahren ist sie der moderne Traum. Ich nutze hier OSMand+ die inzwischen auch eine sehr gute Routing-Funktion hat. Man kann alle Karten umsonst als OSM runterladen (für Deutschland jedes Bundesland einzeln) und offline nutzen. Im Gegensatz zu GoogleMaps ist dort wirklich jeder Weg verzeichnet und bei Es gibt kostenpflichtige Zusatzkarten z.B. mit Höhenprofil oder Seekarten. GPX-Tracks können auch über die Dropbox geladen werden, aber ob man  den folgen kann (also mit Alarm-Funktion, wenn man sich n Meter von der Strecke entfernt), weiss ich nicht. Dafür hab ich immer Orux-Maps genutzt, die aber inzwischen eine schlechte Usability hatte (soll jetzt besser sein). Bei Radtouren klemm ich das Smartphone an den Lenker (Fahrradhalterung) und navigiere dann aber auch ohne Display nur mit Audio oder ich hab in der Lenkertasche ein Powerpack. Während der Fahrt schalt ich meist sogar in den Offline-Modus und hab nur GPS an, dann spar ich sehr viel Akku und trotzdem funktioniert die Navigation. Es gibt inzwischen auch Fahrradlampen mit USB-Anschluss, aber Licht UND Smartphone aufladen geht nicht, also aufpassen bei Nachtfahrten.
  3. Bei der Hotelbuchungs-App Tripadvisor muss man darauf hinweisen, dass die im Ausland natürlich viel besser ist als in Deutschland. Unsere Hotels sind natürlich viel zu rückständig, als das in Tripadvisor alle Hotels flächendeckend vorhanden sind. In Frankreich war Tripadvisor jedoch ein Traum. Ich hab alle Hotels jeweils einen Tag vorher gebucht und teilweise 50% Rabatt bekommen. Sogar in Paris zur EM hab ich ein DZ im Design-Hotel im Zentrum für 87,- bekommen. Für Pauschalreisende sicherlich nicht sehr wichtig (da sind aber auch Sehenswürdigkeiten und Restaurant-Bewertungen drin), aber seit ich Tripadvisor nutze, brauch ich keine Touri-Infos mehr.
  4. Natürlich darf Facebook nicht fehlen, denn wen kann ich sonst mit meinen Urlaubsbildern nerven, wenn nicht meine Facebook-Freunde:-) Früher hab ich sogar teilweise noch gebloggt oder Reise-Apps wie Mobility-Trip oder Journal genutzt. Heute nutze ich fast ausschliesslich Facebook. Ganz selten poste ich auch mal privates Zeug auf Twitter und seit es die 360 Grad Bilder gibt, ist das bei Facebook richtig gut geworden. Da merkt man auch, dass statische Fotoalben den Anschluss verloren haben. Leider hat Facebook noch keine Stories, wie Google-Fotos.
  5. Zum Schluss noch der ganze Rest, den man immer etwas braucht, wie Wecker, Wetter, GoogleMaps, Spotify, DBNavigator und Translator sowie die Taschenlampe. Zum lesen nutze ich inzwischen einen Kindle. Das war es.

Was wurde eingespart

Wie schon erwähnt, ich habe keine Papierbücher mehr, kein Navi, keine Straßenkarten und keinen Fotoapparat, dafür aber die drei Ladegeräte (Bluetooth-Headset, Smartphone, Kindle) und natürlich Powerpacks, Adapter und Kabel. Besser ist es also nicht wirklich geworden.

Was ist eine Blogparade, und wie kann daran teilgenommen werden?

Ich habe mich bei Oliver Tacke inspirieren lassen, der aber selbst bei Thorsten Larbig geschaut hat; ich lehne mich stark daran an.

Bei einer Blogparade erstellen innerhalb eines bestimmten Zeitraums verschiedene BloggerInnen (oder VlogerInnen und vielleicht sogar PodcasterInnen?) einen Beitrag zu einer bestimmten Frage. Diese Parade benötigt aber auch einen Ort, wo sie auflaufen kann – in diesem Fall dieser Blogbeitrag hier. Wenn du einen etwas beisteuern möchtest, verlinke doch einfach in einem Kommentar darauf. Einfach einen (längeren) Kommentar hinterlassen geht natürlich auch ? BloggerInnen können innerhalb ihres Textes einfach auf diesen Beitrag hier verlinken, dann erscheint automatisch ein Verweis in den Kommentaren per PingBack.

Hier noch einmal die Schritte zum Mitmachen

  1. Erstelle einen Beitrag zu der Frage, welche deiner Apps, die wichtigsten im Urlaub sind und erklär das kurz. Es ist völlig egal, ob du ein Android oder ein iPhone hast oder ob du Pauschaltourist oder Abenteurer bist.
  2. Verlinke deinen Beitrag mit diesem Artikel hier (http://www.onlinebynature.com/2016/08/blogparade-ich-packe-meinen-koffer-und-nehme-mit-smartphone-version) oder weise unten in einem Kommentar mit Link darauf hin.
  3. Schaut euch natürlich auch gerne die Beiträge anderer an, kommentiert dort, verlinkt auch dorthin – dann wird es so richtig lebendig.

Die Blogparade läuft einen Monat bis zum 31. August 2016. Bis dahin dürft ihr gerne auf allen Kanälen darauf hinweisen, die euch so einfallen: Twitter, Facebook, Telefon, Mensaflyer und natürlich im Urlaub.

Alle sechs Jahre wieder – Die re:publica

Ich war dies Jahr nach sage und schreibe sechs Jahren mal wieder auf der re:publica in Berlin. 2009 hab ich schon einmal darüber gebloggt und das war recht kritisch ausgefallen aber dies Jahr war es besser, zwar nicht so viel besser, aber immerhin so gut, dass ich in spätestens sechs Jahren wieder dort sein werde:-)

tl;dr

Ich will jetzt gar nicht die einzelnen Sessions beschreiben, die ich mir angeschaut habe. Die Highlights ergeben sich aus den Klickzahlen auf YouTube und den Erwähnungen auf Twitter 🙂 Die Highlights waren für mich auch eindeutig die Stars wie Gunter Dueck und Reed Hastings und unseren Astronauten Alex Gerst habe ich nicht live gesehen, aber es soll sehr schön gewesen sein.

 

 

Inzwischen gibt es bei der re:publica auch einen Learning Track. Ich meine der wurde re:learn genannt und hat sich thematisch eher an Schulen und nicht an Hochschulen orientiert. Ich habe diese Tracks gemieden, da ich genügend E-Learning Konferenzen besuche und mich seit jeher eher Randgebiete interessieren. Einen recht guten Überblick gibt es jedoch hier und hier, für alle die es näher interessiert. Ich habe mir inzwischen zwei interessante Videos angetan:

und sehr lustig auch dieser jugendliche Blick auf das Internet, was voller lustigen Aussagen ist, die man sofort tweeten könnte:

Typisch war dabei, dass die letzte Session nicht im re:learn Track war sondern in der Media Convention. Hier wird es jetzt auch spannend, denn ich habe mich bestimmt zu 50% auf der Medie Convention rumgetrieben. Dort ging es um YouTube, um Videos, Geschäftsmodelle und Statistiken. Es ging halt darum, wie sich die Gesellschaft im Medienkonsum ändert und da sind die Medienhäuser natürlich viel weiter als die Hochschulen.

Technisch und organisatorisch war ich von der „neuen“ re:publica begeistert. Über 6.000 Teilnehmer auf ca. 15 Bühnen dazu Essen, Musik, Kleinkunst, Krabbelgruppe und Musik. Die große Stage 1 hatte ca. 4 Kameras und teilweise wurde in Echtzeit untertitelt und übersetzt. Das ist schon ganz großes Kino. Das WLAN hat trotzdem nicht richtig funktioniert, zwar war es fast immer da, aber sehr langsam.

Ich hatte noch vier geschäftliche Termine, was praktisch war und ich habe natürlich etliche Kontakte erneuert bzw. sie wurden endlich einmal analog. Sehr schön, wenn man sich nur über G+ oder Twitter kennt.

Trotzdem fand ich die re:publica nicht den absoluten Hit. Viele Sessions waren schlecht, entweder schlecht vorgetragen oder es gab auch erstaunlich viele technische Probleme bei den Vortragenden, was bestimmt an den Apple Geräten lag, die flächendeckend eingesetzt wurden. Das war für viele Redner unbekannt und es gab auch viele Folien mit Multimedia-Inhalten in Powerpoint und die wurden bestimmt auf Windows geschrieben und liefen dann nicht auf Apple OS. Wie sagte der eine: „Wir sind vor vor 45 Jahren auf den Mond geflogen aber wir schaffen immer noch keine Präsentationen mit Videos und Sound.“ Und natürlich waren auch viele Themen für mich uninteressant, dafür gab es aber sehr viel Auswahl. Im Gegensatz zu den E-Learning-Konferenzen, wo ich meist gar nicht weiss, wo ich überhaupt hingehen soll, ist es bei der re:publica eher so, dass ich keine Zeit für Treffen, Essen oder Pausen habe, da es so viele interessante Vorträge gibt.

Was ich vermisst habe, waren Sessions zur Bildung insbesondere MOOCs. Dazu gab es nur einen einzigen Vortrag und der hatte MOOC nur als Werbung im Titel. Auch das Thema Lifelogging hatte ich nicht wahrgenommen, dafür aber sehr viel Wearable-Technology oder auch Fashion-Tech. YouTube war sehr präsent und Video ganz allgemein auch, aber ich habe überhaupt nichts von Vimeo oder iTunes gesehen. Google, YouTube und auch IBM waren als Aussteller vor Ort, aber weder Amazon, Apple oder Microsoft hatten Stände oder Vorträge. Dafür war aber die Politik vertreten und mit Olaf Scholz sogar ein Landesfürst.

Würde ich noch einmal hinfahren? In spätestens sechs Jahren ja definitiv, vorher vielleicht nur, wenn ich selbst einen Talk halte. Dafür brauch ich aber ein freshes todesaktuelles Thema:-)

 

 

 

 

The next Generation – GMW 2013

Letzte Woche war die Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) zu Gast an der Uni Frankfurt und man diskutierte eifrig und ausführlich über MOOCs, ePortfolios, Mobil Learning und den anderen spannenden Sachen. Es waren rund 270 Menschen dort und natürlich ich mittendrin. Die Konferenz ging schon Montag mit der PreConference los, aber ich kam erst am Dienstag dazu. Das erste Highlight war gleich die super Organisation der Veranstaltung. Schon die Webseite hatte wirklich alle wesentlichen Informationen zur Anfahrt und Ablauf parat (sogar die  Preise der U-Bahn war erwähnt…klasse). Verlaufen war quasi auch unmöglich, überall Schilder und Plakate, genau richtig für Landeier wie mich 🙂 Bei der Anmeldung bekam ich dann auch gleich das erste Medium, den Tagungsband aus Papier in die Hand gedrückt. Ich habe mich schon immer gewundert, dass gerade die Vorreiter der digitalen Lehre selten bei sich selbst anfangen. Doch die GMW 2013 machte hier eine lobenswerte Ausnahme, denn der Tagungsband wurde schon im vorwege digital für Null Euro als PDF veröffentlicht (Das gesamte Werk gibt es hier). Wenn es beim nächsten mal noch ePub-Version gäbe, wäre es wirklich perfekt.

Das diese GMW etwas anders als die bisherigen ablaufen wird, wurde dann schon bei der Begrüßung klar. Neben der Erwähnung der re:publica (Ich sage schon seit Jahren „Auf der re:publica sind die Leute, die das Netz verstehen und auf der GMW, die die es erforschen.“ ) hat sich dann auch noch jeder mit drei Tags vorgestellt, ganz wie auf einem Barcamp. Für mich stand dann der erste Tag ganz im Zeichen der MOOCs. Es wurden Geschäftsmodelle analysiert, Konzepte vorgestellt, Erfahrungen berichtet und Hilfestellungen gereicht. Zum anderen habe ich viele alte Gesichter wiedergetroffen und ganz viele digitale Bekanntschaften persönlich kennengelernt. Abgerundet wurde der erste Tag dann bei einem Empfang auf dem Campus West mit Führung und herrlichem Wetter.

Der zweite Tag und für mich letzte Tag stand für mich dann ganz im Zeichen der Postersession und des Educamp. Ich fand die Idee von Führungen zu den einzelnen Postern mit jeweils acht Minuten Vortrag sehr schön und die Ideen der Poster waren durchweg großartig. Danach gab es das Educamp, wo jeder kurz eine Session ankündigen konnte und man wurde dann auf drei Räume verteilt. Für einen Nachmittag und als Ergänzung zur „normalen“ GMW Tagung eine hervorragende Idee. Da ich schon um 16 Uhr gehen musste, konnte ich selbst nur etwas über LOOP und E-Books erzählen aber dann an keiner Session selbst teilnehmen (L3T hatte ich dann leider verpasst…schade).

Was mir auch besonders schön aufgefallen ist, dass erstaunlich viel Nachwuchs auf der GMW war (The next Generation) und ich war beeindruckt, wie locker dort mit den neuen Medien umgegangen wird. Als ich vor 12 Jahren mit dem E-learning angefangen hab, wurde noch über Learning Management Systeme diskutiert und Webkonferenzen wurden erforscht. Heute heisst es oft, ich hab den Link für das Etherpad auf Twitter geposted oder hier habt ihr den GoogleDoc Link. Keine großen Diskussionen über Datenschutz und „Ich habe keinen Google Account“ oder auch im Zugriffsrechte, sondern einfach benutzen und damit arbeiten. Diese neue Generation geht ganz unbedarft an die neuen Medien heran und irgendwie ist das dann auch ein Verdienst dieser GMW, also aller GMWs. Igrndwie ist die Veranstaltung dank dem Ausrichter „studium digitale“ auch im nächsten Jahrhundert angekommen. Danke für die tolle Veranstaltung, hätte ich doch bloss mehr Zeit gehabt.

Nachtrag:

Es gibt inzwischen auch schon ein paar Impressionen (Bilder, Kurzinterviews) und viele Sessions als Videos.

 

 

Rückblick BarCamp Kiel 2011

Kiel hat im Gegensatz zu Lübeck, eine wirklich aktive Web 2.0 Szene. Es gibt seit Jahren einen erfolgreichen Webmontag, dann hat Kiel natürlich die große Uni mit dem Technologiezentrum und daneben noch die Fachhochschule und gute Blogs und Multimedia etc. Da kommt unser Lübeck etwas bescheidener her, obwohl wir auch eine kleine Uni und eine tolle FH haben und dann noch die Mediadocks (die aber inzwischen nicht mehr ganz so viel Media haben). Sei es drum, es soll hier kein Städtevergleich beschrieben werden, sondern ein Rückblick auf das BarCamp geben.

Im Gegensatz zum ersten BarCamp 2010, hat sich die Teilnehmerzahl 2011 mehr als verdoppelt. Dies Jahr waren 300 Blogger, Werber, Programmierer, Studis und Journalisten (und noch viel mehr) angemeldet um über Themen zu referieren, die vorher nicht bekannt waren, denn beim BarCamp wird die Agenda erst am Veranstaltungstag „spontan“ entworfen. Mach einer kurzen Begrüßung

verteilen sich alle auf die Räume und es wird dann 30 Minuten meist präsentiert umd dann noch 30 Min. zu diskutiert. Manchmal sind die Themen sehr spontan und es wird gar nicht präsentiert sondern nur „geschnackt“. Alles sehr offen und sehr nett in einer entspannten nicht wissenschaftlichen Atmosphäre (daher wohl so wenig Akademiker in der Runde).

Für mich war es wieder sehr interessant. Meine Sessions waren alle sehr gut, vor allem die beiden über eBooks. Im ersten Vortrag von Falkemedia wurde über ein iPad Projekt berichtet, was vor 1,5 Jahren begann. Ich hatte schon sehr angeregt den Vortrag auf dem letztjährigen BarCamp angesehen und diesmal wurden über die ersten Erfahrungen berichtet. Das Ergebnis war sehr einfach, denn Falkemedia hat ganz schlicht und einfach gesagt, dass aufwendige iPad Produktionen für das iPad gar nicht verlangt werden, sondern die meisten Leser mit PDFs zufrieden sind. Es gibt natürlich Ausnahmen, z.B. spezielle Multimedia Zeitschriften, aber eine ganz normale Zeitschrift kann ohne Probleme als PDF mit minimalen Produktionsaufwand hergestellt werden. Das denkt sich mit unseren Umfragen bei den PDFs und dem Online Studium. Wir stellen die PDFs zur Verfügung und der Student verwertet sie unterschiedlich, z.B. es wird gedruckt, auf dem iPad gelesen oder am Heim-PC oder auf dem Smartphone. PDFs sind sehr flexibel und der Anwender hat das Format akzeptiert. Den Reader bzw. App bestimmt er selbst, es gibt ihn aber für jede Plattform.

Der zweite Vortrag war dann über das Kindle und iPad mit dessen Formaten ePub und Mobi. Ich wusste bis dahin noch gar nicht, dass das Kindle (ich will das Ding unbedingt mal testen) „nur“ mit dem Mobi-Format vernünftig arbeitet. Offiziell werden auch HTML, ASCII und PDF unterstützt, aber wirklich handhabbar sind diese Formate nicht. Will man jedoch vernünftig auf ePub UND Mobi publishen, entstehen Probleme, die ich überhaupt nicht im Blick hatte. Also der Vortrag gab ne Menge Denkanstöße und vor allem auch ein paar Lösungen.

Zum Schluss hab ich mir noch eine Diskussionsrunde zur Medienkompetenz angetan. Wie bei fast allen Runden zu dem Thema ist auch hier nichts spannendes passiert und es war schön, dass wir mal darüber geredet haben. Erkenntnisgewinn: „Die Leute, die man erreichen will, sind bestimmt nicht auf einem Barcamp.“

Highlight war aber das Schleswig-Holstein Thema schlechthin in den letzten vier Tagen, nämlich unser ULD (Unabhängiges Ladenszentrum Schleswig-Holstein) will Facebook verbieten. Also nicht wirklich verbieten, sondern es wird darauf gedrängt, die deutschen Datenschutzrichtlinien einzuhalten und da es Facebook ziemlich egal ist, was unser schönes Bundesland hier macht, müssen die Jungs ihre Vorgaben umsetzen. Das bedeutet man sollte als Betreiber einer Facebook-Seite (gilt nur Fanseiten nicht Privatpersonen) dem Anwender mitteilen, dass man Daten erhebt (Impressum) und man sollte die Möglichkeit haben, der Erfassung zu widersprechen. Das letztere geht aber nicht, da Facebook das einfach nicht anbietet und daher (so sagt es das ULD) dürfe man dann auch nicht Facebook benutzen. Das hat natürlich ne Menge Wind gemacht (siehe Netzpolitik, LawBlog, SPON, etc.) und daher waren die Jungs vom ULD auch das Gesprächsthema schlechthin. Am Samstag gab es noch Interviews mit Radio-und YouTube-Podcast und ganz viele Kommentare. Ob der Ansatz des ULDs vernünftig ist, also wir verbieten es den Betreibern, statt sich mit Facebook direkt anzulegen, klug ist, darf bezweifelt werden. Meiner Ansicht nach, hat der Datenschutz in Deutschland inzwischen Ausmaße angenommen, die teilweise  lächerlich sind. Wir haben Angst vor Google Streetview und Facebook. Wir stellen Stoppschilder vor Internetseiten auf und wir sollen keine Partyfotos online stellen, da alle Personalchefs unsere Bewerbung googeln und nur solche Partyfotos suchen und man dann niemals Bundeskanzler werden kann. Es ist inzwischen deutsches Hobby geworden vor dem Internet zu warnen, dabei bietet das Internet unglaubliche Möglichkeiten und ist  sicherlich mit dem Buchdruck, der Dampfmaschine und dem Ottomotor eine der bedeutendsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte und wir haben nichts besseres zu tun, als unsere Kinder davor zu schützen. Datenschutz ist wichtig, keine Frage, aber hier muss ein gesundes Maß gefunden werden und Facebook-Nutzer mit Bußgeld zu verwarnen ist bestimmt kein guter Ansatz. Wenn ich alleine bedenke, wie viele Anfragen ich heute zu dem Thema hatte, und wie viel Zeit ich damit vergeudet habe, bedanke ich mich ganz herzlich beim ULD. Mehr zu dem Thema an anderer Stelle.

Das tolle am BarCamp sind natürlich auch immer die Gäste. Das sind alles richtige Nerds und Geeks und man muss niemanden erklären, was ein Hashtag, Feed oder ein Tweet ist. Alle haben cooles Equipment (ich konnte das GalaxyTab 10.1 kurz testen – vielen Dank an den Unbekannten) und die Konferenz wurde natürlich fleissig auf Twitter #bcki und Flickr und Etherpad begleitet. Das WLAN war umsonst, schnell und leider verschlüsselt (typisch deutsch, ich hab diese Vorschrift noch nie verstanden) und alles wurde per Twitterwall und Beamer festgehalten.

Abschließend möchte ich das BarCamp noch einmal loben und danke sagen. Ich finde die Veranstaltung großartig, super organisiert und total entspannend. Die Vorträge sind klasse und alles ist stimmig. Die Organsitoren dürfen Stolz sein und ich hoffe auf ein drittes BarCamp im nächsten Jahr und vielleicht mach ich dann auch ne Session über YouTube, E-Learning oder so ne Nerd-Session „Warum echte Männer kein Apple mögen“.

 

Das war das 3.Connect Dach Usertreffen

Es hat geregnet in Lübeck. Sturm und Wasser peitschte gegen die Scheiben der Mediadocks, doch innen war es  warm und trocken an diesem regnerischem Maitag in Lübeck. Innen saßen 30 E-Learning Experten aus drei Nationen und hatten keinen Blick für den Museumshafen, wo die letzten Kutter vom 100 jährigen Passat-Jubiläum zurückkehrten um anzulegen. Sie saßen dort und diskutierten und erzählten ihre Erfahrungs- und Leidensberichte. Alle 30 einte das gleiche Schicksal. Sie alle sind Adobe Connect begegnet, der legendären Webkonferenz-Software aus dem Hause Adobe. Sie kamen aus allen Landen, von nah und fern, von Hochschulen, Universitäten und aus der Industrie.

Google Map Übersicht der Stendorte aller Teilnehmer

Teilnehmer 3.Connect DACH Usertreffen

In langen Gesprächen tauschten Sie sich aus, erzählten Berichte von Connect 7, von Version 8 und von Servicepacks. Einige berichteten von berühmten Taten, so wurde von medienkompetenten Englischlehrern berichtet, die Halligen mit Webkonferenzen unterrichteten und es gab sagenhafte Fabeln aus dem Schweizerland über Präsenzvorlesungen mit Connect-Unterstützung. Alle hörten gespannt zu, als Uni Bochum vom „Großen Potential“ berichtete und ein kleiner Mann reichte Speis und Trank. Zu später Stund wurde dann noch von XML und Captivate, von HTTP-Headern und SCORM berichtet und alle staunten und raunten ein großes „Aaaah“ und „Ooooh“ durch den Raum. Was war nicht alles möglich mit dieser Software. Dank API und Dokumentation konnten Schnittstellen, Statistiken und Flash-Extensions entwickelt werden und Präsenz- und Fernlehre verfeinert werden. Schier unglaubliche Lösungen boten sich dem neuen Hörer und manch einer träumte schon von der Abschaffung ganzer Audimaxe.

Montag, 16. Mai 2011

12:00 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde, Berichte aus den Standorten (Nutzung, Probleme, Connect 8)
13:15 Uhr Kurze Pause
13:30 Uhr Jens Lemke
IQSH
Best Practise: Standardsicherung im Fremdsprachenunterricht – per Webteaching zum Abschluss! Praxisbericht : Zwei Jahre ergänzender Unterricht per Webkonferenz auf den norddeutschen Halligen.
14:00 Uhr Christel Pagel
FH Lübeck
Technisches Englisch im Online-Studium mit Hilfe von nicht moderierten Diskussionsräumen
14:30 Uhr Bernd Kurowski
IfV NRW
Virtuelle Diskussions- und Arbeitsräume im Verbundstudium – Einbindung, Einsatz und Erfahrung
15:00 Uhr Pause
15:30 Uhr Kathrin Braungardt
Uni Bochum
Großes Potential – noch zu wenig genutzt: Wie geht es weiter mit Adobe Connect an der Ruhr-Universität Bochum? Erfahrungen und Perspektiven.
16:00 Uhr Andreas Illi
oncampus FH Lübeck
Technik: Die REST-Schnittstelle von Adobe Connect als Zugangspunkt fürs Single-Sign-On und für die Auswertung einer Statistik. Erfahrungen, Probleme und Entwicklung – ein Erfahrungs- und Leidensbericht
16:30 Uhr Jana Mittag
oncampus FH Lübeck
Technik: Adobe Connect und Captivate – Entwicklung von Lerneinheiten und Tutorials und deren Einbettung in Adobe Connect als SCORM-Objekte
17:00 Uhr Abschluss Zusammenfassung
17:15 Uhr Ende
18:00 Uhr Stadtführung: Gänge und Höfe der Altstadtinsel
20:00 Uhr Abendessen in der Schiffergesellschaft (Selbstzahlung)


Dienstag 17. Mai 2011

9:30 Uhr Begrüßung Planung
9:40 Uhr Günther Krämer
Adobe
Adobe Connect Roadmap und SDK
Dauer 45 Min.
10:30 Uhr Diskussion
11:00 Uhr Pause
11:15 Uhr Nathalie Roth
Switch Schweiz
Vereinfachte Nutzung von SWITCHpoint Adobe Connect – Präsentation einer Projektidee der Hochschule für Technik & Wirtschaft Chur, Schweiz
11:45 Uhr Andreas Wilkens
FH Emden
Handzeichnungen online – Wie bringe ich Formeln und Skizzen online? Ein Überblick über Tablets, Stifte und Aufzeichnungstools
12:15 Uhr Ausklang: Zusammenfassung
13:00 Uhr Ende

Nach getaner Arbeit wurde gemeinsam die Hansestadt erkundigt. Der Himmel klarte auf und sogar die Sonne strahlte ein paar Minuten durch und erhellte die vielen Gänge und Höfe der Königin der Hanse. Viele Stunden irrten die E-Learning Experten durch das Wirrwarr des Gängeviertels, vorbei am Marzipan und der Marienkirche um dann in der  berühmten Schiffergesellschaft einzukehren. In einer Tafelrunde nahe des Kapitän-Tisches wurde gespeist und der Met gestemmt.  Geschichten  über Google, Facebook und Apple aber auch Datenschutz und Usability aus der Heimat machten die Runde und jede Hochschule hatte andere, aber dennoch gleiche Probleme.

Am folgenden Tage gingen die Berichte weiter und Probleme wurde niedergeschrieben. Connect konnte bei manchem keine Töne wiedergeben und die Aufzeichnungen waren „zerschossen“, Updates von 7.5 auf 8 machte Ärger  und so wurde beschlossen auf das ServicePack 1 für Connect 8 zu warten, bevor großes Unheil über die eigene Hochschule kommen könnte. Es gab jedoch mutige Connectler, die jetzt schon das Connect 8 erfolgreich einsetzten und von keinen Problemen berichteten. Das Bild war unklar, doch alle stimmten überein, dass Connect besser geworden ist.

Diese privilegierte Gemeinschaft wartete nun auf einen Boten, direkt von Adobe um geheime Informationen zur Roadmap, zu MobilConnect und neuen Versionen zu hören und die Gemeinschaft der Connectler wurde erhört. Direkt aus München wurde Connects Götterbote eingeflogen um zu berichten. Die Gemeinschaft lauschte seinen Worten anhörig und jeder durfte dann sein Leid schildern. Der Bote vernahm die Worte und versprach sie in das gelobte Entwicklerlabor in San Francisco zu tragen und die Gemeinschaft der Connectler bedankte sich. Die Rolle der Feature-Requests wurde niedergeschrieben und wird versendet – So sei es.

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Am Ende bedankte sich die Gemeinschaft der Connectler bei dem kleinen Gastgeber und alle waren glücklich und zufrieden. Sogar der Himmel klarte auf und gab den blauen Himmel frei. So zogen alle Connectler nun wieder in ihre Heimat um dort wieder mit Akzeptanz und Usability zu kämpfen, aber jeder wusste nun, dass es auch den anderen so erging. Doch das kämpfen lohnt sich, denn viele haben nun von Berichten gehört und Bilder gesehen, von einer besseren Lehre und mehr Qualität und nun kämpfen sie wieder frohen Mutes gegen die Windmühlen der Verwaltung, der Curricula und dem Bologna-Prozess.

In einem Jahr wird sich diese kleine Heerschar wieder zusammenfinden und neue Berichte erzählen. Dann aber nicht im Norden an der rauen Ostsee, sondern man zieht gen Süden. Inmitten der Berge in der Alpenrepublik Schweiz wird der SWITCH aus Zürich der neue Gastgeber sein und alle freuen sich auf Bratwurst und Käse.

PS Ich bedanke mich hiermit bei allen Helfern, Rednern und Unterstützern für das 3.Connecttreffen und bitte alle Redner ihre Folien in den Kommentaren zu verlinken, falls sie irgendow in der Cloud liegen. Alle weitere Infos im Wiki oder im Forum .

RFID was ist das?

Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben. Ich habe eben meinen neuen Reisepass erhalten, um damit in das Land der Freiheit (das soll immer noch die USA sein) reisen zu können. Der Pass ist noch der „alte“ ePass, d.h. nur mit biometrischem Foto aber noch ohne Fingerabdrücke. Ich fragte dann die nette Frau auf dem Amt, ob der Pass mit RFID wäre. Das war wohl zuviel.

„RFID? Was ist denn das?“

Ich sagte dann: „Na der Chip wo die Daten gespeichert sind.“

„RFID? Hab ich nie gehört. Ja da sind alle Daten gespeichert. Das geht jetzt alles elektronisch.“

Wunderbar, denke ich dann. Wenn alle Einwohnermeldeämter, Zollstellen und Flughäfen diese Sachkompetenz haben, fühl ich mich auch gleich viel sicherer.

Kommt ein Terrorist zur rechten Zeit

Jetzt hat es unser guter Wolfgang Schäuble geschafft und auch ich fühle mich gezwungen mal etwas über den SinnUnsinn der Online-Durchsuchung zu schreiben.

Es gibt einiges was mich an der Diskussion stört, daher ein paar knappe Worte:

1. Durch Äußerungen und Interviews beweist Herr Schäuble nicht gerade Fachkompetenz für das Medium Internet. Wenn der Entscheider aber Unwissenheit offen nach Aussen trägt, muss er auch damit rechnen, dass er in Frage gestellt wird.

2. Die Begründung das mehrere kompetente Menschen ihm versichern man brauche die Online-Durchsuchung unbedingt, heisst nicht viel, wenn man sieht wenn Herr Schäuble anführt, nämlich den BND, das LKA, die Polizei und das Innenministerium. Das ist als ob ich die Zigarettenindustrie, ne Eckkneipe und einen Tabakklub frage, was sie vom Rauchverbot halten.

3. Aussage Herr Schäuble: „Es werden höchstens 5-10 Online-Durchsuchungen im Jahr geben. Alles andere wäre zu aufwendig!“ Normalerweise wird ein Informatiker ein Programm schreiben, was überall problemlos einzusetzen ist. Er koppelt es mit dem Betriebssystem oder dem Übertragungsprotokoll oder dem Mail-Programm. Es wird also überall und millionfach laufen, dafür sind Informatiker und Computer und das Internet da!

4. Wer nix zu verbergen hat, brauch auch keine Angst haben. Das ist die falsche Aussage! Wer nix zu verbergen hat, braucht auch nicht überwacht werden! Bei uns gilt die Unschuldsvermutung und kein Generalverdacht.

Anfang September waren nur 35% aller Deutschen für die Online-Durchsuchung, jetzt nachdem 3 Terroristen geschnappt worden sind (ohne Online-Durchsuchung) und in den Medien wieder Terrorängste geschürt worden sind, sind es plötzlich 70% geworden. Ich habe nix gegen Verfolgung von Straftätern und aus gegebenem Anlass und nach richterlichem Beschluss, kann auch abgehört werden, aber das was Herr Schäuble will, macht Angst. Die ernsthafte Diskussion vermisse ich hier sehr, vor allem in den Massenmedien. Wenn Fragen gestellt werden, wird man gleich als Terrorfreund und Verharmloser dargestellt. Ich darf mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn bei uns etwas passieren sollte.

Zu guter letzt noch ein Aufruf, was ich selten mache, aber hier ist es angebracht. Am Sonntag, den 22.September soll in Berlin demonstriert werden.

Freiheit statt Angst

Gegen die Online-Durchsuchung, gegen Stasi 2.0, gegen die Vorratsdatenspeicherung für mehr Freiheit und mehr Miteinander!