Keynote der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck – mooin eine neue Weiterbildungsplattform

Ich durfte bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck als Gastgeber zum ersten mal unsere neue MOOC-Plattform mooin einem breiteren Publikum vorstellen. Das besondere an unserem Ansatz der MOOCs ist dabei, dass wir NICHT Blended Learning als Startpunkt einer Digitalisierungsstrategie sehen, wie 95% aller Hochschulen, sondern die Weiterbildung und das lebenslange Lernen als eine neue Säule sehen. Damit können wir neben der alten „Straße“ der Präsenzlehre einen neuen „Highway“ der Weiterbildung parallel bauen. Da wir aber mit der Weiterbildung eine neue Zielguppe ansprechen, haben wir natürlich auch ein neues Design entwickelt und hier ist Mobile First gesetzt. Wir  nennen das 1-spaltige Design mit großen Medien-Elementen „Fat Media“ und erste Previews zu mooin sind in der Präsentation zu sehen.

Update:

Inzwischen ist das Video auch online:

OER wir machen, Jedi-Ritter wir sind

Neben den ganzen MOOCs, der MOOC-Plattform mooin und der Moodlemoot in Lübeck, kommt eine Botschaft zu kurz. Wir veröffentlichen nämlich fast alles auch unter CC BY, also einer freien OER Lizenz und sind damit Jedi-Ritter geworden 🙂

tl;dr

Die FH Lübeck bzw. oncampus sind schon seit Jahren fast unbemerkt ein großer OER-Video-Anbieter geworden. Im Jahr 2011 habe ich den Wissenswert-Preis Wikimedia gewonnen und viele unserer Lehrvideos, vor allem aus den Bereichen Kommunikationsnetze, Fertigungstechnik und Volkswirtschaftslehre, wurden dadurch von CC BY-NC auf CC BY umgestellt und barrierefrei untertitelt.

Die Videos haben inzwischen rund 400.000 Klicks erzeugt und sind dadurch, wie der ganze YouTube-Kanal, eine strategische Säule in der Infrastruktur von oncampus geworden. 2,5 Jahre später sind dann die MOOCs dazu gekommen, zuerst „Grundlagen des Marketing“, später dann der HanseMOOC und ab März folgen dann noch Projektmanagement, VideoMOOC und „Das Digitale Ich“. MOOCs sind zwar nicht zwangsläufig OER, doch verbindet beide Modelle der Grundgedanke der freien offenen Bildung für alle.

Stand der Dinge

Im Moment haben wir ca. 840 Videos auf YouTube liegen und davon sind ca. 380 öffentlich online. Wir haben über 1 Mio. Klicks und knapp 3.000 Abonnenten (die Klicks sind die zweit-meisten einer deutschen Hochschule und die Abonnenten die meisten, aber es gibt etliche Einzelprojekte bzw. -personen, die mehr haben). Unsere OER-Playlist hat ca. 400.000 Klicks und der Marketing-MOOC (ist auch komplett OER) hat 80.000 Klicks und 99% positive Bewertungen.

Da wir mindestens 18 MOOCs in den nächsten Jahren veröffentlichen werden, wir aber mit 40 planen, werden also zwischen 400 bis 800 neue Videos hinzukommen und alle sollen natürlich OER sein. Wir versuchen alle MOOC-Videos auch als eigenständige E-Lecture Reihe didaktisch zu konzipieren, so dass man sie auch ohne die MOOC-Inhalte konsumieren kann, aber ob das auch klappt, kann man jetzt noch nicht sagen.

MOOCs, OER und Geiz ist geil

Wenn von OER die Rede ist, dann wird oft der Begriff kostenfrei dazu gesagt. Doch man kann OER ohne Probleme auch für kommerzielle Angebote nutzen, wenn die Lizenz das zulässt und bei CC BY ist das auch ausdrücklich erlaubt. Man kann also ohne Probleme einen Vortrag aus Bildern zusammenbauen, die alle unter CC BY veröffentlicht sind und für den Vortrag Geld nehmen. Das muss auch so sein, denn meist brauchen die Nutzer nur einen Microcontent z.B. ein Bild für einen Vortrag und dafür extra ein Abrechnungssystem einzurichten, wäre viel zu kompliziert. Da ist die Verwaltung höher als die Einnahmen, obwohl die heutige Technik was anderes verspricht.

Das Gleiche gilt auch für MOOCs, denn auch diese offenen Kurse können kostenpflichtig sein, obwohl viele meinen, dass Open stehe für kostenfrei. Andere behaupten, dass Open stehe für zulassungsfrei und jeder könne daher an diesen MOOCs teilnehmen. Eine Definition dafür gibt es nicht, aber die deutsche „Geiz ist geil“-Mentalität schlägt schon zu und alle erwarten, dass OER und MOOCs kostenfrei sind. Das kann aber so nicht funktionieren, denn OER als auch MOOCs haben natürlich Herstellungskosten und diese müssen auch verteilt werden. Ob das jetzt durch Förderungen, Stiftungen, Spenden oder Bezahlmodelle stattfindet, wird noch getestet (erforscht will ich gar nicht sagen, dass wäre zu viel des Guten).

Fakt ist jedoch, dass wir im April den MarketingMOOC ein drittes mal anbieten werden, wobei wir jedoch für den Kurs Einnahmen planen, z.B. für Kurseintritt, Badges und natürlich das Zertifikat, aber die Videos als OER auf YouTube liegen. Ob dies funktioniert, wissen wir nicht. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir neue Schritte ausprobieren müssen und das OER und Bezahl-Modelle sich nicht ausschliessen. Hier ist aber auch der User gefordert, der keine „Geiz ist geil“-Mentalität haben sollte. Unsere Evaluationen haben gezeigt, dass die User bereit sind, für Inhalte zu zahlen. Die Praxis ist aber immer anders und ergonomische Bezahl-Systeme, wie Apple-Pay oder NFC haben sich noch nicht durchgesetzt.

OER und YouTube als Strategie der Hochschule

Ich bin ein absoluter YouTube-Fan und das einzige Argument gegen YouTube ist und bleibt, Google könnte böse sein/werden, technisch ist YouTube nach wie vor der absolute Platzhirsch. Allerdings greift diese Regelung bei OER nicht, denn unsere Inhalte sind CC BY und wenn Google beschließt, diese zu nutzen, haben wir das ja auch erlaubt. Auf der anderen Seite nutzen wir YouTube seit fünf Jahren und haben wirklich viel Erfolg, hohe Usability, Reichweite, Plattformkompatibilität, Hochverfügbarkeit, Adsense-Einnahmen und noch ganz viel mehr davon. Hätten wir eine inhouse Lösung genommen, z.B. Flash Media Server (das wäre wohl wegen HTML5 und iOS richtig Mist gewesen) oder Matterhorn (nichts geht über Hochschul-Projekte, die nie aus dem Prototypen-Status herauskommen), hätte uns das schätzungsweise 50.000 Euro gekostet. Im nachhinein betrachtet, war die Lösung genial 🙂

YouTube ergänzt sich perfekt mit den MOOCs und OER als Öffnung der Hochschule zum lebenslangen Lernen. Wenn unsere Inhalte frei zugänglich sind, können alle, aber wirklich alle auf die Inhalte jederzeit zugreifen und lernen. Hier kommt der immer noch wenig beachtete „Learning on Demand“-Ansatz zum Einsatz. Denkt man MOOCs konsequent weiter, muss man irgendwann beim völlig automatisiertem dozentemfreien Lernen landen, was heute aber nur Lernvideos oder die alten CBT/WBTs abdecken. So weit sind wir zwar noch nicht, aber frei zugängliche Learning Nuggets sind ein zentraler Bestandteil dieser Strategie. Die zweite Säule ist natürlich, dass man per YouTube, oder sagen wir dem Internet, im Allgemeinen (daher auch MOOCs) Zielgruppen auch außerhalb der Hochschule anspricht und zwar vor, neben und vor allem nach dem Erststudium. Die Öffnung der Hochschule funktioniert bestens über das Internet und da ergänzen sich MOOCs als auch OER als Gesamtstrategie im Life Long Learning.

Um YouTube als OER zu nutzen, braucht man jedoch bei der Produktion einen OER-Leitfaden, d.h. jedes Video darf nur gedreht werden, wenn alle Teilnehmer ihre Persönlichkeitsrechte abtreten, es keine Plagiate gibt bzw. alle Zitate korrekt sind. Auch auf eingebundene Medien muss man achten, z.B. Hintergrundmusik. Wir konnten z.B. die Trailer für unsere MOOCs nicht als OER veröffentlichen, da wir kommerzielle Musik nutzen.

In der Praxis kriegen wir das allerdings auch nicht hin, dass alle Videos veröffentlicht werden können. Viele Professoren weigern sich, auf dem bösen YouTube zu erscheinen, auch wenn die Links „privat“ sind. Außerdem sind viele Videos ohne eingebunden Kontext sinnfrei. Ich meine jedoch, man kann auch Videos ohne Kontext veröffentlichen. Den Kontext definiert jeder neu für seine singuläre Anwendung und daher kann jedes Schnipsel brauchbar sein. Auf der anderen Seite erwarten viele YouTube-Nutzer aber in sich geschlossene Videos und werten solche Schnipsel ab. Damit wären wir auch gleich bei der Remix-Kultur:

Das Märchen vom Remix

Ich sage es einfach mal ganz simpel: Es gibt keine Remix-Kultur. Alle Remixes, die es da draussen gibt, sind kleine Ausnahmen, die sehr gerne bei Vorträgen einmal erwähnt werden, aber in der Praxis keinerlei Bedeutung haben. Wir haben bei 400.000 Klicks und ca. 150 Videos einen Remix, von dem wir wissen. Macht sich aber gut, wenn man es in einem Paper erwähnt 🙂 .

Und warum machen wir denn jetzt OER?

Ich könnte jetzt ganz viel schreiben über Remixes, Vorträge mit OER-Inhalten, neue Unterrichtsmethoden, Abmahnwellen und Qualitätssicherung (Weisheit der Massen), aber ich halte davon nicht mehr sehr viel. Wir machen OER, weil es der Anstand erfordert. Der Auftrag einer Hochschule ist es, die Welt schlauer zu machen. Bildung für alle und das möglichst kostengünstig! Wenn alle auf der Welt schlau wären, würden wir keine Flüsse vergiften und hätten das Gegenmittel von AIDS und Ebola schon erfunden. oncampus entwickelt MOOCs und es geht nicht in meinen Kopf, wie man dann die Inhalte NICHT unter OER veröffentlichen könnte. Es ist ganz einfach, wir sind Jedi-Ritter und wir sollten daher auch so handeln:

Und wenn man sich einmal mit den Geschäftsmodellen von OER und freier Bildung auseindersetzt, schliesst sich das Geld Verdienen auch nicht aus, siehe z.B. Open Source oder Wikipedia oder YouTube oder Facebook oder auch Pro7. Alles kostet kein Geld und trotzdem kann man damit Geld verdienen.

Braucht OER Förderung?

Zum einen könnte Google ganz viel machen. Wenn Google ganz einfach OER-Inhalte in ihren Relevanzkriterien höher rankt, als andere Inhalte, hätte jede Webseite, jedes Marketing-Video, jeder Blogger und jede Zeitung aus Gründen der Reichweite einen sehr hohen Anreizpunkt, um OER zu machen. Google macht dies schon bei der Wikipedia und könnte daher auch andere OER-Inhalte ähnlich behandeln. Allerdings kann dies nicht alleine stehen, denn ohne Qualität hätten OER-Inhalte auch keine Relevanz.

Auf der anderen Seite sind die Hochschulen gefordert. Wenn die Professoren einmal von ihrem hohen Ross herunterkommen würden und der Gesetzgeber einmal handeln würde, würde man ganz einfach sagen, alles aber wirklich alles was in einer Hochschule produziert wird, muss als OER veröffentlichbar sein, dann wäre diese Diskussion beendet. Professoren erhalten Gehalt und was sie produzieren sollte also dem Auftraggeber gehören, also hier der Hochschule und damit dem Staat und damit der Allgemeinheit. Es wäre alles gut, wenn die Macht mit uns wäre und wir Jedis als Profs hätten  🙂 .

 

 

Meine Geschichte zum Schulbuch-o-mat

Diesen Bericht wollte ich schon sehr lange schreiben und jetzt ist es endlich soweit. Vielleicht weiß es der eine oder andere schon, denn das erste freie Schulbuch Deutschlands, der Schulbuch-o-mat (SBOM) läuft auf unserer LOOP Plattform. Warum? Ganz einfach, weil es der Zufall so ergab:-)

Vorgeschichte

Vor ca 18 Monaten habe ich einen Artikel auf Netzpolitik.org gelesen, wo es um das Crowdfunding Projekt SBOM ging. Wir hatten zu dem Zeitpunkt gerade beschlossen LOOP weiterzuentwickeln und hatten unseren alten XML Prozess aufgegeben. Das seltsame dabei war, dass wir unseren XML Prozess gemeinsam mit der Uni Zürich und deren eLML Plattform abgestimmt hatten, aber eLML war zu dem Zeitpunkt quasi tot und daher war unser Ansatz auch gestorben. Wir hatten danach das Projekt LOOP begonnen und der SBOM wollte gerade eine EBook Plattform evaluieren und eLML gehörte zur engeren Auswahl. Ich hatte dann dem SBOM geraten Abstand von eLML zu nehmen und habe auch von LOOP gesprochen, aber ich hätte nie gedacht, dass die Jungs unseren Prototypen auswählen würden. Allerdings habe ich dies etwas gehofft:-)

Dann nahm die Geschichte ihren Lauf. Der SBOM hatte sich für LOOP entschieden und es geschafft die 10.000 Euro Funding zu bekommen. Danach hatte der SBOM echte Schwierigkeiten genug Autoren für die Umsetzung des Bio Buches zu bekommen, und wenn sie welche bekommen haben, wurde es schwer diese zu koordinieren. Auf unserer Seite hatte LOOP dann ein ernsthaftes Spam Problem, was wir nicht so richtig in Griff bekommen hatten. Nach kurzer Zeit änderte der SBOM dann seine Strategie und beschloss ein US Bio Buch zu überführen und in LOOP einzustellen. Dadurch kamen sie extrem schneller vorwärts, hatten ein ausgereiftes didaktisches Grundkonzept (viele behaupten generell, dass US Schulbücher eine bessere Didaktik haben), es fehlte nur eine Übersetzung und schöne Grafiken. Ich hatte parallel erste Erfahrungen mit unseren LOOPs gesammelt und kam zu ersten Ergebnissen, die dem SBOM gleichten. Ein leeres LOOP kann nicht einfach von einer sich fremden Masse unkoordiniert befüllt werden. Seinen es intrinsisch motivierte Lehrer, wie beim SBOM oder bei uns die erhoffte freiwillige Mitarbeit der Studierenden. Es braucht immer einen roten Faden, ein Konzept aber wem sag ich das. Der SBOM konnte dann mit seinem Konzept den Termin zur Veröffentlichung seiner Version 1.0 fast halten, was eine unglaubliche Leistung darstellt. Wer schon einmal ähnliche Projekte realisiert hat, kann das einschätzen. Die meisten reden nur, und nur ganz wenige machen wirklich etwas Reales. Der SBOM ist hier eine positive Ausnahme.

Parallel konnten wir im März unsere LOOP Version 1.0 fertigstellen und hatten nun endlich ein schönes Design – „Das Auge lernt mit“ und auch der PDF-Export funktionierte gut und auch das Spam Problem scheint gelöst zu sein. Das waren die ersten wesentlichen Kritikpunkte. Ich habe jedoch bei der öffentlichen Diskussion mitbekommen, dass die meisten Beteiligten nur den Augenblick sehen, aber das Potential einer neuen Lösung selten erkennen. Ich will eigentlich nur sagen, dass sich mit LOOP und SBOM vor 12 Monaten zwei Prototypen sehr früh getroffen haben und damals keiner wusste, was dabei herauskommen wird.

Was kommt jetzt

Wenn wir jetzt anschauen was passiert, sind das wirklich spannende Geschichten. Der SBOM hat gerade Version 1.1 veröffentlicht und dabei, und da bin ich persönlich sehr Stolz drauf, sind sie weg gegangen von einem Lehrbuch, was man noch ausdrucken konnte, und hin gegangen zu einem Online Lehrbuch mit den ersten Vorteilen von vernetzten Inhalten. Inzwischen sind YouTube Videos, LearningApps und Prezis enthalten. Es gibt Reflexionen, Aufgaben und Vertiefungen und dadurch sieht man, dass Lehrbuch wurde lebendig und das kann nur auf digitalem Wege geschehen. Ich nenne das „CloudBook“ und man sieht die wahren Vorteile dieser Lösung, denn eine Überarbeitung und Ergänzung der Ursprungsversion ist problemlos möglich und alleine das Zeitintervall von 3 Monaten zwischen Version 1.0 und 1.1 ist unglaublich kurz und zeigt das Potential der Browserlösung. Das liegt natürlich auch daran, dass der SBOM inzwischen den Ansatz des CloudBooks verstanden hat und umsetzen kann. Das geht nicht von heute auf morgen, denn immerhin haben wir davor 500 Jahre Buchdruck erlebt. Parallel sehe ich die gleichen Vorgänge bei uns intern geschehen, denn die ersten LOOPs werden jetzt zum zweiten mal unterrichtet und die Profs verbessern selbst ihre LOOPs und erweitern sie mit multimedialen Elementen, die entweder selbst produziert werden (Camtasia, LearningApps) oder als freie OER Inhalte im Netz gefunden werden (YouTube, Wikipedia, Prezi, Pixabay).

Für uns bedeutet dies, dass die kleine Pflanze LOOP langsam anfängt zu wachsen und unsere Vision der Qualitätsverbesserung durch Aktualisierung und Multimedia (teilweise durch OER) ganz allmählich Wirklichkeit wird. Wir wissen natürlich, dass das ein sehr langer Prozess ist, aber auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Wir wissen aber auch, dass es bisher noch keine große Hilfe aus der Community (Wisdom of Crowds) gab und es hier wirklich noch ganz neue didaktische Ansätze geben muss. Der SBOM versucht es mit einem Hackathon und wir vielleicht mit Anreizsystemen wie Badges oder auch Zensuren oder Geld. Tatsache ist, dass LOOP unglaublich spannend ist und wir hier völlig neue Wege gehen.

Update:

Ich hatte die erste Version dieses Textes auf Dienstreise mit einem iPad geschrieben und dank der „komischen“ Tastatur und der automatischen Textvervollständigung und den fehlenden Cursortasten, gab es eine Menge Schreib- und Verständnisfehler. Man möge es mir verzeihen 🙂

Wir haben gewonnen – Wikimedia vergibt WissensWert Preise an oncampus

Die WikiMedia hat zum zweiten mal den WissensWert Preis vergeben. Eine fachkündige Jury (u.a. iRights.info und netzpolitik.org) hat dann 5 Preisträger bestimmt und der Grund warum ich das hier schreibe, liegt auf der Hand, denn wir haben mit unserem Projektantrag „Barrierefreie YouTube OER Videos“ gewonnen. Doch das ist nicht alles, denn wir haben dank Euch auch noch den Publikumspreis gewonnen und damit noch einmal 2.000 Euro extra bekommen. Das alles kann man sehr gut im Wikimedia Blog nachlesen, daher nun ein paar Hintergrundinfos und Fakten zum Projekt .

Projektidee (aus Antrag kopiert)

„Wir haben etliche animierte akademische Lehrvideos in unserem Portfolio und haben diese schon teilweise auf unserem YouTube Channel www.youtube.com/oncampusfhl unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 (in Zukunft: CC-BY) als OER veröffentlicht. Youtube hat dabei viele Vorteile, so kann man damit jeden Benutzer, zu jeder Uhrzeit an jedem Ort erreichen, aber auch jedes Device (es sind immer spezielle Apps vorhanden). YouTube bietet aber auch die Möglichkeit Untertitel zeitlich synchronisiert einzubinden, so dass auch Gehörlose das Lernmaterial nutzen könnten. Wir könnten also unsere ca. 150 bestehenden Videos untertiteln und neue einstellen.“

YouTube Channel

Wir haben seit fast 2 Jahren unseren sehr erfolgreichen YouTube Channel http://www.youtube.com/oncampusFHL und dort inzwischen über 180 Videos online. Damit kriegen wir täglich 1.500 Klicks (Summe Ende 2011 knapp 400.000). Im Vergleich zu anderen Hochschulen stehen wir mit dem Angebot sehr gut da und YouTube ist dafür auch eine nahezu perfekte Plattform (obwohl wir ja auch immer hören und lesen, Google sei böse und enteignet seine Kunden). Für YouTube gibt es zu allen Web 2.0 Diensten Schnittstellen und für jedes Betriebssystem und für jede Hardware Unterstützung. Jeder kann überall YouTube Videos anschauen und einbetten, sei es in Moodle oder auf dem Smartphone, es funktioniert immer. Dazu haben wir fast 10mal soviel Aufmerksamkeit auf YouTube, als besipielsweise auf iTunes U. Bei Vimeo, Sevenload und all den anderen Anbietern beträgt der Unterschied sogar das 50fache. YouTube ist quasi alternativlos und vor allem ist es technisch wahnsinnig gut. Das merkt man jedoch erst, wenn man einmal diese Portale vergleicht und benutzt.

Die Creative Commons Lizenz

Wir hatten die Videos bisher unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 gestellt, Das bedeutet, jeder darf die Videos frei verwenden und remixen, muss jedoch unseren Namen nennen.  Das hört sich zuerst sehr logisch, da wir unseren Konkurrenten nicht unser Material geben wollen, aber nur auf den ersten Blick Denn in der Praxis sind Videos BY-NC fast nicht zu gebrauchen, da man irgendwie fast immer Geld damit verdient, sei es für einen Vortrag, als Schnippsel in einer Collage und als Material in einem Weiterbildungskurs. Dabei könnte das Video auch nur 1/1000 des Kursmaterials darstellen, mit Ausschließklausel Non Commercial (NC) dürfen das nicht einmal Lehrer (die kriegen ja auch Gehalt vom Vater Staat) im Unterricht benutzen. Ob dies wirklich in der Praxis so umgesetzt wird, darf bezweifelt werden, aber wenn man einen Anwalt fragen würde, dann wäre es höchstwahrscheinlich verboten. Da wir jedoch den Lehrer und Lernern keine Schranken auferlegen wollen und keine Angst vor der Konkurrenz haben (die Namensnennung bleibt), haben wir sogar beschlossen die neuen Videos ganz frei ( CC-BY) einzustellen, nämlich nur noch unter Namensnennung. Es lebe das freie Wissen!

Realisierung

Wir müssen allen Videos jetzt einen neuen Abspann geben, der zeigt das die Videos nun unter CC-BY 3.0 versehen sind. Zusätzlich müssen wir mittels CaptionTube allen Videos Untertitel geben. Wir haben dabei mit einer Stunde Bearbeitungszeit pro Video gerechnet. Wenn es schneller geht, schaffen wir halt auch mehr Videos.

Publikumspreis

Neben dem Preis der Jury, gab es auch noch einen Publikumspreis zu gewinnen. Dank Euch haben wir den auch noch „abgeräumt“ und kriegen 2.000 Euro zusätzlich. Natürlich werden wir damit, noch mehr Videos online stellen. Wir sind schon auf der Suche nach neuen und sind auch schon fündig geworden.

Wie geht es weiter?

Jetzt wird erstmal gefeiert (na das ist eigentlich schon vorbei), dann wird getwittert, Facebook und gebloggt (das ist auch erledigt) und dann kommt noch ein Presseartikel und danach kommt Papierkram und dann geht es ab nach Berlin und ich treffe Wikimedia und die anderen Preisträger. Im übrigen hat sich etwas wesentliches geändert, denn schon seit letzter Woche stellen wir nur noch Videos mit der neuen CC-BY Lizenz ein (die sind aber noch nicht freigeschaltet, aber schon auf YouTube).

Wer hat Lust zu helfen?

Wenn jemand Lust hat, diese Videos zu bearbeiten und idealistisch der Welt helfen will und Geld braucht, kann sich gerne bei mir melden. Wir brauchen nämlich noch einen guten Videoprofi, der Lust hat zu schneiden und Videos zu untertiteln. Einfach ne kurze Mail an wittke@fh-luebeck.de

Mathematische Formeln jetzt auch in Moodle möglich

Wir wurden diese Semesterferien mehrmals auf eine neue Moodle-Erweiterung namens Dragmath für mathematische Formeln hingwiesen. Dragmath wurde von der University of Birmingham im Rahmen des Stack-Projektes (warum haben Open Source Projekte immer so schlechte Projektseiten?) entwickelt und ist natürlich Open Source.

Dragmath erweitert den WYSIWYG-Editor von Moodle um das Mathe-Symbol Pi.

Nach den Aufruf startet nun ein Java-Formel-Editor in einem Extra-Fenster, wo man nun grafisch unterstützt komplexe mathematische Formeln eintragen kann.

Der Editor wandelt die Eingabe im Hintergrund in TeX um, dieses wird dann in den Moodle-Editor eingefügt und anschließend als Gif oder PNG umgewandelt. Dazu musste auf dem Server noch TeX installiert werden. Ein späteres bearbeiten der Formel ist möglich, da der TeX-Quelltext erhalten bleibt.

Wir haben uns bei der Bereitstellung des Editors sehr schwer getan. Er ist zwar Open Source und bringt sehr viele Vorteile, jedoch basiert seine Technik auf Java. Das ist natürlich kein Nachteil, denn ich will hier keine Diskussion über Programmiersprachen führen. Dennoch hat es für uns einen wesentlichen Nachteil, denn bisher haben wir versucht ausschließlich Flash und PHP in der Entwicklung einzusetzen. Umso mehr Programmiersprachen bzw. Plattformen eingesetzt werden, umso größer ist der interne Aufwand und umso teurer ist die Entwicklung und der Support. Bei Dragmath haben wir keinen Entwicklungsaufwand, aber sicherlich werden bald die ersten Dozenten anrufen und fragen, warum DragMath nicht funktioniert. Dann müssen wir auf Java verweisen, was nicht standardmäßig bei Windows installiert ist. Ob dann DragMath bei jeder Windows Version (was ist mit MacOS und Linux?) und in jedem Browser läuft ist noch eine ganz andere Frage. Wir gehen jedoch beim ersten Einsatz wie immer von einer relativ kleinen Benutzerzahl aus und meist betrifft das Problem ja auch die Dozenten. Die Studierenden haben meist erheblich weniger technische Probleme und sie schreiben erheblich weniger Formeln in Moodle. Der Bedarf für einen technischen Formeleditor ist definitv da und wir sollten dieses dann auch unterstützen, egal ob Java oder Flash.

3.Norddeutscher Moodle Stammtisch

Nach langer Zeit ist es wieder soweit und der 3.Norddeutsche Moodle Stammtisch soll diesmal in Lübeck stattfinden. Eingeladen sind alle Moodle-Interessierten, egal ob Schüler, Studi, Lehrer oder Dozent, aber auch Entwickler, Admins oder einfach Neugierige, die gar nicht wissen, was Moodle ist 🙂

Der Ort steht, das Datum und die Location noch nicht. Eine Abstimmung für den besten Termin gibt es unter http://www.doodle.com/tx3qzaf7n4zaqr8d die Location wird beim Hauptbahnhof/ZOB sein.

Alles weitere dann später hier oder noch besser im MoodleThread unter http://moodlemoot.moodle.de/mod/forum/discuss.php?d=522#p1996

Ich bitte um viele Teilnehmer und sagt den Termin bitte weiter 🙂

Moodle Update – Was gibt es Neues?

Letzte Woche waren Wartungsarbeiten an den Systemen. Wir haben u.a. den Lernraum Moodle auf Version 1.9.7 aktualisiert. Was bedeutet das für den Benutzer?

Zuerst einmal keine großen Unterschiede, denn die meisten Aktualisierungen beziehen sich auf Sicherheitsprobleme. Moodle wird sich auch in den nächsten Monaten nicht verändern, denn erst im März wird Moodle 2.0 als Beta erscheinen und ob die Stable im Juli wirklich kommt, ist mehr als fraglich. Für uns haben Stabilität und Performance immer die größte Priorität. Daher werden wir nicht sofort auf die 2.0 gehen, sondern erst die ersten Bugfixes und Security Patches abwarten und natürlich müssen wir alle Anpassungen an unsere anderen Systemen, wie z.B. Adobe Connect und oncampus Portal neu entwickeln und testen.

Der größte Unterschied im neuen Moodle 1.9.7 ist die neue Übersicht der Kurse. Hier sind die Kurse nun automatisch nach Semestern sortiert und ähnlich dem Datei-Explorer, kann die Baumstruktur mittels Plus und Minus ein- und ausgeklappt werden. Über dem aktuellen Semester liegen die Fachbereichs-, Fachschafts- und Fachverbundkurse und das Informationsportal (das brauchen wir Administratoren übrigens, als Mailverteiler). Am Ende der Liste sind dann die Kurse, die aus dem normalen Raster rausfallen, z.B. Demo-Kurse.

Das Update verlief relativ problemlos. Ich erinnere mich ungern an die alten Blackboard-Zeiten, wo ein Update nur mit Hilfe aus Amsterdam möglich war und meist mehrere Tage dauerte. Zum Glück ist dies vorbei, ob es an der Systemarchitektur moderner Software liegt oder an der Qualität von Open Source, mag jeder selbst entscheiden.

Moodle – Connect – Schnittstelle

Unser Tandem aus Moodle und Adobe Connect scheint inzwischen öffentliches Interesse erzeugt zu haben, denn in den letzten Wochen habe ich etliche Anfragen zur unserer Schnittstelle Moodle – Adobe Connect erhalten und daher hier jetzt einige Infos dazu.

Als wir als einer der ersten deutschen Hochschulen unseren kompletten Lernraum von Blackboard auf das Open Source System Moodle umgestellt haben, wurde dies teilweise belächelt, viel beobachtet aber inzwischen auch erfreulich oft kopiert. Moodle hatte und hat immer noch ein sehr starkes Defizit in der synchronen Kommunikation und der bestehende HTML-Chat ist ein Armutszeugnis für ein erfolgreiches LMS. Uns war sofort klar, dass wir nur mit einer ergänzenden Synchronen Komminikationsplattform parallel zu Moodle die Akzeptanz der Benutzer gewinnen können und daher haben wir fast gleichzeitig zu Moodle auch Adobe Connect bei uns eingeführt.

Warum Adobe Connect?

Adobe Connect ist äußerst stabil, hat eine sehr gute Performance, einen relativ guten Support und ist sehr komplex, hat sehr viele Features sowie eine gute Schnittstelle und eine sehr gute Usability. Für uns waren aber zwei andere Gründe entscheidend, zum einen ist es eine Flash-Lösung und nicht Java, daher passt es perfekt in unsere XHTML-PHP-Flash-Infrastruktur und zum anderen hatten schon mehrere Hochschulen im unseren Hochschulverbund Adobe Connect erfolgreich eingesetzt und wir konnten auf die bestehenden Infrastrukturen aufsetzen. Adobe Connect ist nicht Open Source, aber ich kenne bisher keine leistungsstarken OSS Lösungen im Webkonferenz Bereich und eine Beta-Lösung wollte ich nicht haben. In 3-6 Jahren werden wir Adobe Connect erneut evaluieren, aber bisher war die Entscheidung absolut korrekt und der Erfolg gibt uns recht.

Moodle – Connect – Schnittstelle

Unsere Moodle – Connect – Schnittstelle ist eigentlich keine richtige Moodle – Connect – Schnittstelle, denn in Wirklichkeit werden beide Systeme parallel aus unserem Verwaltungsprogramm Portal angesprochen. Es werden in beiden Systemen parallel die Accounts, die Rolen und auch die Kurse bzw. die Connect-Räume angelegt, editiert und auch gelöscht. Ist ein User im seinem Moodle-Kurs so kann er direkt mit  einer URL in „seine“ Webkonferenz wechseln. Der Link ist in einem Moodle-Block eingebettet, der auch gleichzeitig auf das Support-Wiki verlinkt und auch bestehende Aufzeichnungen werden dynamisch in Moodle angezeigt. Es gibt mehrere Probleme,  die aber alle nicht schwer sind. So hat Connect viel mehr Rollen als Moodle, also gibt es verschiedene Ansätze beim Matching. Leider bietet Connect keine customized Roles an, daher muss man nehmen was da ist. Auch die Kalender für Meetings könnte man abgleichen, machen wir aber nicht. Das letzte große Problem sind die Aufzeichnungen in Connect. Die Verlinkung ist für den Lehrer sehr aufwendig, da haben wir ein Skript geschrieben, was dies automatisiert. Man könnte jetzt noch über die Integration in Moodle diskutieren, z.B. über die Lernaktivitäten und ob Gästerollen zugelassen sind etc. Das haben wir aus diversen Gründen nicht gemacht, war oft auch nicht nötig.

Die Schnittstelle ist eine Eigenentwicklung und leider nicht ohne unser Verwaltungsprogramm einsetzbar. Es wäre ideal, wenn Moodle und Connect unabhängig von einer dritten Software miteinander kommunizieren könnten, aber dazu müsste die Moodle – Connect – Schnittstelle neu entwickelt werden und den Plugin-Definitionen von Moodle, z.b. der Sprachunabhängigkeit angepasst werden. Dies würde wahrscheinlich zwei Wochen dauern und wäre eine gute Praktikumsarbeit für einen Bachelor 🙂 Wir haben aber keinen Bedarf an einer solchen Lösung, da unsere bestehende wunderbar funktioniert, für die Moodle-Community wäre das Plugin wünschenswert. Wir unterstützen aber jegliche Entwicklung und sind für eine Zusammenarbeit immer offen.

Schnittstelle Open Source?

Unserer Ansicht sollte die Schnittstelle Open Source sein. Leider haben wir damals bei der Entwicklung nicht darauf geachtet eine Moodle-konforme und unabhängige Schnittstelle zu entwickeln. Die Fachkenntnisse hatten wir damals einfach noch nicht und auch nicht die Zeit. Wir unterstützen aber jegliche Bestrebungen in diese Richtung und veröffentlichen unseren Quellcode an dieser Stelle. Er soll als Beispiel dienen um eine korrekte Schnittstelle entwickeln zu können.

Download Quellcode connect4moodle.zip

Der Quellcode ist für jeden frei verfügbar und natürlich änderbar. Falls es einmal eine offizielle Schnittstelle geben soll bitte ich hiermit um Rückmeldung und ein Hinweis auf uns wäre auch wunderbar.  Es gibt auch eine kommerzielle Lösung von RefineData, die ich hier nicht unerwähnt lassen will. Ich kenne aber weder Preis noch Funktionsumfang.

Zukunft

Dieser Beitrag sollte ein kleiner Startpunkt einer Diskussion sein bzw. eine Anlaufstelle im Netz darstellen. Es gibt bisher keine funktionierende Connect-Community in Deutschland, aber wir wollen gerade eine aufbauen. Ich denke das Tandem Connect und Moodle ergänzen sich prima, aber da muss auch Adobe noch (s)einen Beitrag zu leisten. Bisher ist das Feedback zu diesem Thema sehr bescheiden und auch der Start einer deutschen Community ist mit Adobe sehr schwer. All das sind aber keine Probleme, sondern nur Herausforderungen. Probiert die Schnittstelle aus und wer Lust hat eine offizielle zu entwickeln, kann sich gerne bei mir melden.

Piratenpartei – Braucht die Digitalisierung eine eigene Stimme?

An diesem Wochenende hat die fast neue Piratenpartei (immerhin schon drei Jahre alt) in Hamburg ihren Bundesparteitag gehabt und wollen mit ihrem Parteiprogramm (Ist das schon das Offizielle? Twitterlinks sind aktueller als Webseiten, aber Parteiprogramme gehören anscheinend besser in ein Wiki als in ein PDF-Dokument) den Bundestag entern. Die Geschichte der Partei ist hier schnell erzählt und dank Sommerloch und Bundestagswahl berichten auch viele Leitmedien (Zeit, SZ, Welt und ein lesbare Artikel im SPON und wirklich gut der Tagesspiegel) über die „Nerds“ der Parteienlandschaft.

Die Piraten haben im Moment gerade einmal 3000 Mitglieder (zum Vergleich CDU und SPD haben jeweils 500.000 und sogar die LINKEN haben 75.000 Mitglieder) und versuchen mit sehr viel Engagement eine Zulassung zur Bundestagswahl zu bekommen. Warum also diese mediale Aufmerksamkeit? Sind die Piraten eine kleine Untergrundpartei für irgendwelche Computerfreaks. die keiner Ernst nehmen muss oder ist es der Anfang, der Beginn von was Neuem („Change“)? Ich denke hoffe eher das Zweite, denn es gibt viele Anzeichen, dass die Themen der Piraten bei den ehemaligen Volksparteien (bei teilweise nur noch 20% Wählerstimmen und einer Wahlbeteiligung von 40% ist Der Begriff Volkspartei wohl eher falsch) noch nicht vertreten sind, bzw. falsch vertreten sind. Vieles rund ums Internet und der Digitalisierung werden von den Parteien anders interpretiert, als es die Internetuser anscheinend wollen. So gibt es stark unterschiedliche Meinungen zur Vorratsdatenspeicherung, dem Urheberrecht, Zugangsblockaden, Softwarepatenten oder der Breitbandversorgung. Der Antrag für eine Änderung der Zugangsblockaden haben mehr als 130.000 Deutsche unterzeichnet und auch die 9.000 Follower auf Twitter zeigen eher, dass es mehr Piraten geben könnte. Vielleicht ist es ja auch langsam Zeit, dass die Generation c64 aufsteht und ihre Themen selbst vertritt und das macht sie lieber per Wiki, Twitter oder YouTube und nicht per Brief, Talkshow oder Parteitag. Das der Durchschnitts-CDU Wähler mit seinen 64 Jahren dies nicht nachvollziehen kann, ist nicht verwunderlich, aber er sollte imho die Piraten nicht unterschätzen. Denn im Gegensatz zu den Linken und den Grünen, hat er keine politische Richtung, sondern es geht mehr um die korrekte Einführung einer Basistechnologie mit all ihren gesellschaftlichem Wandel und den dazugehörigen Problemen und das der Parteivorsitzende Jens Seipenbusch weiss wovon er spricht, kann man beim elektrischen Reporter nachschauen, aber nicht in der Tagesschau.

Ich fand es am Wochenende sehr spannend dem Twitterfeed zu folgen. Das war das erste mal, dass ich Twitter sinnvoll benutzt habe. Die Piraten haben eine sehr hohe Medienkompetenz und benutzen natürlich alle neuen Techniken um ihre Botschaft unter das Internet-Volk zu bringen. Ich bin auch gespannt auf den ersten Auftritt bei Illner, Will und Co und ob die Piraten überhaupt zur Bundestagswahl zugelassen werden. Ich will jetzt keine Verschwörungstheorie starten, aber neue Bilder von einem Auto auf dem Mond sind bisher auch nicht aufgetaucht.