Facebook ist down und die Welt lästert

Man kann jetzt schön über Facebook lästern. Facebook ist down und jeder, der sich auf Facebook verlässt ist jetzt auf Gott verlassen. Alle Werbestrategien, Sociel Media Manger, Eventmanager und erst die ganzen Freizeitnutzer können nichts mehr machen. Sie sind arbeitslos, nur weil Facebook down ist und man hat auch gar keinen Anspruch für Haftung. das gleiche gilt jedoch auch für Strom und Straßen aber das ignorieren wir jetzt einmal. Kollateralschäden sind antürlich auch entstanden, denn das Single Sign On von Facebook ist natürlich auch weg und so konnte man sich auch nicht an zig Web 2.0 Diensten anmelden. Die Heise Forenschreiber, die sowieso schon immer gegen Facebook, Google und Co sind, fühlen sich jetzt bestätigt, doch man muss da auch einmal die andere Seite anschauen.

Single Sign On ist ein Standardverfahren in jeder Firma. Alle Systeme sollen mit einem Login verfügbar sein. Wer lästert nicht gerne gegen Telekom, Bundesbahn oder eigene Firma, wenn Supportforum, Wiki und Intranet verschiedene Logins hat. Wenn das LDAP weg ist, steht auch hier alles.

Das gleiche gilt für Eduroam an den Unis, Shibboleth, AAI und OpenID. Alles sind sogenannte Single Point of Failures. Das eine erhöht die Usability aber wir bezahlen mit erhöhtem Risiko bei einem Ausfall.

Und bei den Produktionsprozessen sieht es ähnlich aus, da nennt man es One-Source-Publishing und wenn die XML-Quellen für den mobilen und für die Standardwebseite weg sind, sind auch beide Auftritte nicht erreichbar. Das gleiche gilt für die On-The-Fly-Prozesse z.B. PDF- und ePub-Erzeugung und vom Warehouse mit einer Datenquelle (auch wenn sie redundant ist), will ich gar nicht erst anfangen.

Also Vorsicht mit der Kritik an Facebook, denn wir alle wollen diese Prozesse, aber wenn sie weg sind, ist der Schaden groß

Das war die eMOOCs 2015 – Ein Rückblick mit Ausblick

Die eMOOCs ist die größte europäische MOOC-Konferenz und findet jährlich an verschiedenen Orten in Europa statt. 2014 war es Lausagne und dies Jahr war es Mons in Belgien. Meine Kollegin Anja Lorenz und ich haben dort unsere MOOC-Plattform mooin präsentiert und noch einiges mehr.

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eMOOCs 2015 Konferenz

eMOOCs 2015 Konferenz

Eigentlich wollte ich die Konferenz hier verreißen, denn es gab genügend Gründe für berechtigte Kritik, aber heute hat die Sonne geschienen und ich bin milde gestimmt:-)  Ich denke oft, eine gute Konferenz auszurichten ist relativ einfach. Man braucht eine gute Homepage mit einer Anfahrtskizze und dem Programm, dann sind guter Kaffee und Kekse/Obst wichtig und dann technisch muss WLAN laufen und es sollten Steckdosen da sein. Was auch immer in Mons passiert ist, sollte daher vergessen werden und das WLAN hat wirklich gut funktioniert.

Da Anja Lorenz schon einen Rückblick geposted hat, will ich mich daher auf ein paar Eindrücke und Gedanken konzentrieren. Zum einen habe ich das Gefühl, dass die MOOCs noch sehr am Anfang stehen und viele Möglichkeiten noch gar nicht gesehen werden.

Die meisten MOOC Projekte werden von Universitäten für deren Studenten gemacht. Aber was sollen z.B. Hochschulen wie Lübeck machen, wo die gesamte Studentenzahl keine 5.000 sind. Für uns machen MOOCs mit der studentischen Zielgruppe kaum Sinn bzw. wenn wir diese anbieten, dann sind die MOOCs nicht mehr Massive. Da kommt die zweite große Ernüchterung bzw. Erkenntnis aus Mons zum tragen, denn viele MOOCs sind nicht vierstellig und fünfstellig erst recht nicht. Wer also denkt, man renne ihm die Bude ein, wenn er einen MOOC macht, täuscht sich sehr, denn viele MOOCs haben deutlich weniger als 1.000 Teilnehmer.

Zum Glück wurde auch kaum über Geschäftsmodelle berichtet, dafür gab es aber von Darco Jansen einen tollen Überblick über die Unterschiede zwischen EU und USA u.a. haben wir hier halt keine Studiengebühren und daher machen auch MOOCs für Geld bei uns wenig Sinn.

Allerdings haben wir in Lübeck hier dann ein neues Problem, denn wenn wir MOOCs nicht für Studenten anbieten, wie z.B. den VideoMOOC dann haben wir im Hochschuletat dafür natürlich kein Geld. Also wir brauchen ein Geschäftsmodell, aber dazu Ende des Jahres mehr 🙂

Wir haben dann mit unserem Vortrag wohl ein kleines Highlight bei der Konferenz gesetzt, denn wir hatten viele gute Fragen bekommen und wirklich viel Feedback auf Twitter und Co.

 

Das wahre Highlight war aber die Verkündung vom MOOChub, den ich letzte Woche schon gebloggt hatte. Wir haben bei der Slide sogar Applaus bekommen, dass erlebt man selten.

Zum Abschluss haben Martin Ebner und ich sogar noch ein kleines Statement als Video aufgenommen.

Denn nächstes Jahr ist die eMOOCs in Graz zu Gast und danach geht es in die Hauptstadt Spaniens.

Man merkt hier schon, dass MOOCs wohl keine Hype-Blase sein werden. Wenn über 50% aller Unis in der EU MOOC-Aktivitäten planen, wird sich etwas größeres ändern. In Deutschland passiert auch sehr viel, dass haben mir die viele Einzelgespräche gezeigt, denn wir waren natürlich nicht alleine da. Außerdem kriegen wir, als auch iMooX, andauernd neue Anfragen und Ideen für neue Projekte. Wir sind mit den MOOCs immer noch am Anfang einer sehr langen Entwicklung. Das MOOCs funktionieren würde ich inzwischen als bewiesen sehen, die Frage ist dabei immer nur, wie gut werden sie noch werden. Interessant, und das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu selten laut gesagt, ist der Ansatz, dass MOOC das erste Voll-Digitale-Angebot einer Hochschule ist. Zum ersten mal wird voll digital gearbeitet ohne den Blended Learning Kompromiss und das erweitert die Möglichkeiten ins Unendliche. Die Zukunft ist schon da, nur nicht bei jedem.

Das war die MoodleMaharaMoot 2015 mit dem Blick eines Organisators

Die jährliche MoodleMaharaMoot gastierte 2015 im Norden und wir durften als Veranstalter fungieren. Es waren natürlich stressige Tage aber auch sehr schöne, immerhin konnten wir die Moodle-Welt begrüßen und dabei auch noch unsere MOOC-Plattform mooin vorstellen.

tl;dr

MoodleMaharaMoot

Als Organisator sieht eine Moodlemoot natürlich ganz anders aus. Man muss Sprecher besorgen, vor allem gute Keynotes, und man braucht Repräsentanten, wie Präsidenten, Bürgermeister oder Staatssekretäre. Natürlich braucht man Räume, Essen, Helfer und Hardware und ganz wichtig sind dann noch gute Nerven und Zeit. Das letzte war mein größtes Problem, denn parallel zur Moot ist auch unsere  MOOC-Plattform mooin gestartet und das hat mich zeitlich sehr viel mehr in Anspruch genommen, als die Organisation der Moot.

Die Keynotes

Eine Moot ist immer Teamarbeit und beim Start hatte ich den Wunsch jemanden einzuladen, der NICHT aus der E-Learning Welt kommen sollte. Ich wollte gerne Sascha Lobo einladen, der sicherlich etwas Farbe reingebracht hätte. Die Idee hat sich dann aber nicht durchgesetzt, da wir mit Martin Dougiamas eine sehr viel bessere Chance hatten, der deutschen Moodle Community ein Highlight bieten zu können. Mit Martin Ebner konnten wir einen zweiten Experten gewinnen, der mit iMOOX (MOOC) und L3T (OER) ähnliche Fachgebiete abdeckt, wie wir. Im Nachhinein waren für uns aber auch die Besuche von Bürgermeister Saxe und Staatssekretär Fischer sehr viel wichtiger, da wir so der Politik zeigen konnten, dass es in Lübeck ein digitales Leuchtturmprojekt gibt.

Alle Keynotes sind natürlich gefilmt worden und liegen bei YouTube.

Moodle und Martin Dougiamas

Ich habe mich wirklich auf den Besuch von Martin Dougiamas gefreut, hatte aber wegen der Organisation nicht so viel Zeit mich an dem Workshop mit ihm zu beteiligen. Martin kam schon einen Tag früher nach Lübeck um im ausgewählten Kreis über die Moodle-Aktivitäten zu diskutieren. Meine persönlichen Erwartungen an diesen Meetings sind immer sehr gering. Ich habe schon so viele Treffen dieser Art gehabt, dass ich aus Erfahrung sprechen kann, dass da selten etwas nachhaltiges herauskommt. Die Konstellation ist auch sehr schwierig, denn wenn man nichts gibt, kann man auch keine Forderungen stellen. Deutschland ist bei Moodle ein Entwicklungsland. Zwar nutzen sehr viele Schulen und Unis Moodle sehr intensiv, aber die deutschsprachigen Entwickler für Moodle kann man fast an zwei Händen abzählen. Wenn man also kein Geld gibt und keine Entwickler hat, sollte man mit seinen Wünschen eher bescheiden sein. Umso interessanter war die Ankündigung einer Moodle Association, wo man als zahlendes Mitglied Premium-Services erhalten soll. Dieser Schritt ist meiner Meinung nach längst überfällig. Das Moodle Headquarter besteht aus nur 32 Leuten und davon sind 20 Entwickler. Für eine Software wie Moodle benötigt man jedoch ca 100 Entwickler und das merkt man Moodle auch inzwischen an. In den Punkten Usability, Social Media, Design und Mobil-Unterstützung hat Moodle den Anschluss verloren und wenn hier nichts passiert, könnte Moodle schnell von Canvas oder anderen Systemen abgehängt werden.

Abends konnte ich mich persönlich noch etwas länger mit Martin unterhalten und habe hier auch die Strategie bzw. die Vision vermisst. Moodle könnte als Cloud gehostet werden, was sicherlich vom Entwicklungsaufwand sehr viel kleiner wäre und WordPress geht einen ähnlichen Weg. Moodle könnte auch über Spenden oder Crowdfunding nachdenken aber hier hat man sich für die Association entschieden, ähnlich wie Sakai, aber natürlich viel besser. Canvas findet Martin zu buggy, genau wie die Themes z.B. das Essential Theme. Auf der anderen Seite fliessen aber 80% des Entwicklungsaufwandes von Moodle auch in Security und Bugfixes, also so sicher ist Moodle dann auch nicht. Moodle soll ein Framework fürs Lernen sein und den Institutionen die Möglichkeit zum ändern geben. Leider haben die meisten Institutionen keine Mittel zum verändern und müssen Moodle in der Grundversion nutzen und die ist nicht mehr zeitgemäß. In Martins Keynote fehlten jedoch all diese Punkte.

Mahara und die Moodlemoot

Ich glaube vor zwei Jahren hat man sich entschieden Mahara mit in den Titel der Moodlemoot zu nehmen. Das E-Portfolio System und Moodle haben sich gegenseitig unterstützt und im Zuge der neuen Kompetenzanrechnung nach dem Bologna Prozess, hat das auch richtig Sinn gemacht. Inzwischen würde ich jedoch behaupten, dass sich das anders entwickelt. Auf der diesjährigen Moot waren gerade mal 5-6 Vorträge zu Mahara und ich persönlich kenne keine funktionierende Mahara-Installation, die flächendeckend an einer Hochschule genutzt wird. Die Kompetenzanrechnung liegt meist in der Zulassungsstelle und nicht in der Lehre. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber kann man diskutieren, es ist aber eine Tatsache.

Parallel entwickelt sich die kleine Pflanze der Badges weiter aber auch hier tut sich quasi nichts. Wir unterstützen Badges sehr stark, gerade bei den MOOCs finde ich das sehr nützlich. Die Integration in Moodle ist auch ziemlich gelungen, daher wundert es mich, dass hier nicht mehr gezeigt wird. Es spricht für sich, dass der einzige Workshop dazu von uns kam.

 

Video is the new Text

Einer meiner Lieblingssätze in der letzten Zeit und auch die Moot hat gezeigt, dass Video angekommen ist. Ich würde nicht behaupten, dass Text überflüssig geworden ist, der Satz soll eigentlich Bewusstsein wecken. Es kann nämlich auch anders gehen, als simple PDFs Files in Moodle zu stellen. „Das Auge lernt mit“ der zweite Satz von mir zum gleichen Thema.

Alle Vorträge zu dem Thema Usability und Videos waren super gefüllt. Ich hatte zwei Vorträge dazu und der Vortrag über Quizzes in Videos mit Capira, war auch überfüllt. Ähnlich war es auch schon bei der Online Educa, wo unsere Video Session quasi explodiert ist. Wer mehr über Videos wissen will, dem empfehle ich hier auch noch unseren Online Video Kurs, der in zwei Wochen startet.

Aber die ganze Moodlemoot wurde dies Jahr digital und viral.

Die Moot wird digital

Wer mich kennt, weiss dass ich eine sehr konsequente digitale Linie habe. Wer E-Learning macht, sollte auch das E vorleben und das geht nicht mit analogen Elementen. Eine E-Learning Konferenz sollte daher im Netz stattfinden und möglichst all die Tools nutzen, die auch bei der Konferenz besprochen werden. Immerhin sind wir die Experten und wenn nicht einmal wir es schaffen unsere Konzepte digital zu vermitteln, dann sind wir wirklich gescheitert. Ich wollte daher scon auf den Namensschildern neben dem Namen auch den Twitteraccount drucken, aber dafür ist die Welt wohl noch nicht bereit. Bei Barcamps kommt dies jedoch schon vor, in der E-Learning-Szene sucht man Twitterer allerdings noch mit der Lupe (aber Vorträge zum Micro-Learning gibt es viele, finde den Fehler).

Wir haben jedoch in Lübeck viele digitale Ideen umgesetzt. Schon auf dem Logo ist der Hashtag #MootDE15 abgedruckt gewesen, im Foyer hatten wir eine Twitterwall aufgebaut, die Keynotes wurden gefilmt und sind alle auf YouTube. Zusätzlich haben wir auch Statements und Interviews geführt, die auch online sind.

Das Programm wurde zwar gedruckt, aber es lag auch online mit einem Shortcut http://bit.ly/mootde15 und eigentlich wollte ich auch zu jeder Session ein Etherpad anlegen, was aber die Krankheit meines HiWis verhindert hatte. Stadtplan mit allen Hotels und Veranstaltungen wurden per GoogleMaps eingefügt, was heute aber selbstverständlich ist.

Die Nachbearbeitung haben wir dann per Storify gemacht:

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-1-tag

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-2-tag

Alles zusammengefasst haben wir auf unserer Homepage

http://www.oncampus.de/aktuelles/moodlemaharamoot2015.html

Einen Videoworkshop, der ausgebucht war, haben wir auch angeboten und was ich besonders schön fand, es gab zum ersten mal Konferenz-Shirts, die von ca. 15% der Teilnehmer gekauft wurden.

Wo waren die Schulen?

Mit dem IQSH und der Moodleschule waren zwei Vertretungen der Schulen als Mitveranstalter dabei und trotzdem, waren Schulen kaum präsent. Es gab sehr wenig Vorträge von Lehrer, es waren kaum Lehrer als Besucher vertreten und das einzige was ich von den Schulen mitbekommen habe, war das jammern über den angeblich hohen Eintrittspreis. Ich will ja nicht lästern, aber inzwischen habe ich so viele schlechte Erfahrungen mit Schulen und Lehrern gemacht, dass ich überzeugt bin, dass sie an dem Imageverlust der Schulen selbst Schuld sind. Ich weiss, dass man hier kein Schubladendenken machen sollte und viele Lehrer haben quasi keine Möglichkeit in den Norden zu kommen, trotzdem bleibt der Fakt, dass diese Institutionen mit der Moot nicht erreicht werden. Das traurige ist dabei, dass dort eine Rückwärtsentwicklung zu beobachten ist, oder das E-Learning an Schulen findet woanders statt.

MOOCs und Moodle

Für mich war es natürlich die Moot der MOOCs, da wir hier unsere MOOC-Plattform mooin vorgestellt haben. Wir hatten fünf Vorträge dazu angeboten, die alle gut besucht waren. Das wir hier alles just in time programmiert haben, kommt mir immer noch wie ein Wunder vor, obwohl wir echt große Krankheitsausfälle hatten. Manche sprechen immer noch vom Hype, ich bin aber für meine Keynote sehr gelobt worden, wo man die Gesamtstrategie der MOOCs sieht.

Allerdings waren die Tage sehr arbeitsintensiv und morgen soll mooin dann richtig starten und danach mach ich Urlaub. Ich hab es mir nach der Moot und mooin dann auch verdient.

Keynote der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck – mooin eine neue Weiterbildungsplattform

Ich durfte bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck als Gastgeber zum ersten mal unsere neue MOOC-Plattform mooin einem breiteren Publikum vorstellen. Das besondere an unserem Ansatz der MOOCs ist dabei, dass wir NICHT Blended Learning als Startpunkt einer Digitalisierungsstrategie sehen, wie 95% aller Hochschulen, sondern die Weiterbildung und das lebenslange Lernen als eine neue Säule sehen. Damit können wir neben der alten „Straße“ der Präsenzlehre einen neuen „Highway“ der Weiterbildung parallel bauen. Da wir aber mit der Weiterbildung eine neue Zielguppe ansprechen, haben wir natürlich auch ein neues Design entwickelt und hier ist Mobile First gesetzt. Wir  nennen das 1-spaltige Design mit großen Medien-Elementen „Fat Media“ und erste Previews zu mooin sind in der Präsentation zu sehen.

Update:

Inzwischen ist das Video auch online:

mooin – Die Story hinter dem Launch einer MOOC-Plattform

Letzen Mittwoch war es soweit. Wir haben unsere neue MOOC-Plattform mooin (ab jetzt schreibt man mooin mit zwei O – Open und Online) gestartet und ich möchte einmal ein paar Gedanken und Insider-News dazu verkünden.

tl;dr

Vielleicht wissen es die einen oder anderen schon. Die FH Lübeck hat wahrscheinlich mit den beiden MOOC-Projekten FHLMOOC und pMOOC im Moment die größten MOOC-Projekte Deutschlands und ich bin irgendwie einer der Projektleiter geworden. Wir werden in den nächsten Monaten/Jahren mindestens 18 MOOCs entwickeln aber wir wollen irgendwie 40 schaffen 🙂 Bei einer so großen Anzahl von Kursen, macht eine eine eigene Plattform Sinn, obwohl ich nie ein Freund der Erfindung des zweiten Rades bin. Kooperationen haben aber nicht geklappt, obwohl wir  mit einigen Anbietern gesprochen haben. Das kann viele Gründe haben. Einer liegt sicherlich auch bei uns, da wir technisch schon immer sehr gut aufgestellt waren und sind. Es liegt aber auch an den Förderprojekten, die teilweise Kooperationen nicht zulassen. Hier sollte die Politik einmal nachrüsten.

Und plötzlich war der Termin da und keiner hat es gewusst

Es ging am  5.Januar los, als ich endlich Zeit hatte, die Roadmap unserer MOOC-Produktionen einmal schriftlich zu verfassen und alle dann gemerkt haben, wie knapp das jetzt wird. Unser erster Launch Termin für die Anmeldeseiten war der 19.Januar, was aber utopisch war. Er machte jedoch jeden wach, so das überhaupt Fahrt in das Projekt kam. Man muss dabei anmerken, dass wir zwei Launch-Termine haben. Der erste ist die Vorstellung der neuen Kurse mit Kursbeschreibung, Vorstellung der Autoren und der Option, sich für einen Newsletter anzumelden. Der Zweite ist dann Anfang März wo die Plattform mit allen Funktionen starten wird und ab Mitte März kann sich jeder direkt in die Kurse einschreiben und es geht dann auch los – so Gott will 🙂

Am Anfang war das Logo

Wir haben uns schon beim Namen mooin viel Mühe gegeben und damit die Richtung vorgegeben. Es sollte etwas nordisch maritim sein und wir hatten Überlegungen mit Rettungsringen oder Sonnenaufgängen gehabt, aber unsere Design-Abteilung fand das irgendwie nicht gut und hat dann aus den Rettungsringen einen Kompass gemacht und der wurde dann modern und stylisch umgesetzt. Ob jemand da noch eine Kompassnadel sieht oder nur ein schickes mooin, kann auch egal sein. Es sieht definitiv modern und sympathisch aus.

mooin - Logo

mooin – Logo

Was jedoch nicht sofort auffällt ist, dass wir alle Buchstaben klein schreiben. Das kommt etwas freundlicher rüber, glauben/hoffen wir jedenfalls und daher haben wir uns auch auf die Anrede Du geeinigt.

Du oder Sie – das ist hier die Frage

Typisch deutsches Problem! Wie spricht man seine Kunden/Studis/Teilnehmer an? Und was ist mit dieser Gendersprache? Fakt ist und bleibt, dass wir eine Hochschule sind, und nimmt uns dann überhaupt jemand ernst, wenn wir es wagen und einfach im Web DU zu sagen? Und wenn wir SIE sagen, müssen wir dann auch genderkorrekt von Teilnehmer und Teilnehmerinnen sprechen? Und wenn wir das machen, hört sich das dann nicht „scheiße“ an? Und kommen wir dann überhaupt noch mit einer Cliplänge von einer Minute aus, wenn alle Anreden plötzlich dreimal so lang werden? Wieso sprechen die im Fernsehen eigentlich nie genderkonform? Und wie ist die weibliche Form vom Drachen? Kein Wunder, dass die ausgestorben sind, es gibt nämlich keine weiblichen Drachen, aber weibliche Eichhörnchen gibt es. Rätsel über Rätsel… und dabei habe ich in einem Gender-Workshop gelernt, dass genderkonforme Sprache der User Experience nicht widerspricht.

Ja ne, is klar.

Wir haben uns dann auf ein charmantes DU geeinigt und vergessen, dass wir eine Hochschule sind. Ich hoffe, es merkt niemand da draussen im Web, aber das DU wurde später noch ein großes Problem.

Und dann kam der Trailer

Ein schöner Trailer für die Plattform macht was her, aber was soll er uns sagen? Ich wollte ja ein paar bärtige Männer in einer Hollywood-Schaukel am Strand haben, die ganz locker „mooin“ sagen und dazu frech in die Sonne blinzeln und dann lässig nordisch „mooin schreibt man jetzt mit zwei O im Norden. Dat stät näämlich fü Open uund Online, weit du dat?“ ins Mikro nuscheln.

Das ging aber aus vielen Gründen so nicht, z.B. strahlt im Moment keine Sonne bei uns, wir haben kein Geld für Schauspieler, in englisch funktioniert das gar nicht und Audio-Aufnahmen in der Außenwelt sind richtig schwer und teuer und das kann ganz schnell billig wirken. Trotzdem haben wir uns reichlich vom NDR inspirieren lassen:

Aber herausgekommen ist dann dieser super gelungene Stop-Motion-Trailer. Das Konzept hat ganz viele Vorteile, denn wir arbeiten hier ohne Sprache aber auch ohne große Erklärungen. Wir gehen davon aus, dass über 80% der Nutzer wissen, was MOOCs oder Online-Kurse sind (das hat unsere Evaluationen ergeben). Daher wollten wir unsere Kunden eher emotional ansprechen und vielleicht ist uns das auch etwas gelungen. Der Trailer hat richtig viel Arbeit gemacht, aber die Idee kam von einer sehr motivierten Multimedia-Designerin und solche Leute sollte man dann auch nicht aufhalten. Eigene Ideen sind nämlich immer die beste Mitarbeiter-Motivation und das ist das beste, was einem überhaupt passieren kann (sollte sich jede Firma/Hochschule einmal merken).

 

Und dann ging der Stress los

Als dann die Zeit richtig knapp wurde, kam die Krankheit zu uns. Die Plattform-Designerin wurde krank, das Marketing auch und einen Entwickler hat es auch erwischt. Parallel waren Klausuren und etliche Kollegen bilden sich fort und mussten daher für Prüfungen lernen.  Die nächsten Tage waren dann Stress pur. Wir mussten für fünf MOOCs die Beschreibungen machen, Lernziele, Gliederungen schreiben, die Fotos der Autoren besorgen und natürlich Trailer drehen und schneiden. Das meiste hatten wir natürlich schon beim Anfangskonzept erfasst, trotzdem musste alles geordnet werden und jetzt auch abgestimmt werden. Waren alle Texte ungefähr gleichlang? Stimmte die Ansprache? Gab es überall Titelbilder? Sprechen wir im DU oder SIE an? Ja wieder das gleiche Problem, wie schon oben erwähnt. Und sprechen wir im Single oder im Plural an? Also haben wir alle Texte noch einmal umgeschrieben, sieht man gar nicht, oder?

Die Trailer haben teilweise Musik bekommen, aber woher nehmen? Wir kennen natürlich Musik-Anbieter, aber für ne Hochschule ist es nicht einfach online per Kreditkarte einzukaufen, zum Glück haben wir das Problem schon lange gelöst. Dann hat aber YouTube plötzlich gemeint, wir hätten eine Urheberverletzung mit der Musik und hat die Trailer gesperrt. Das ging dann aber auch relativ schnell, da ich das gleiche Problem schon vor drei Jahren hatte (Erfahrung ist alles, sag ich immer wieder – die wahren Probleme bei solchen Projekten ist nicht die Didaktik oder die Technik sondern das Neue und das Unerwartete).

Dann aber ging es weiter. Wer beschreibt die Videos auf YouTube und welche Tags erhalten sie? Wie soll der Abspann der Videos sein? Welche Projektträger und Partner müssen genannt werden? Wie ist das Copyright? OER mit CC-BY geht auch nicht, da wir fremde Musik im Video haben (das haben wir aber erst vier Tage später bemerkt).

Auf der Webseite kamen ähnliche Probleme. Wie lautet das Impressum? Was ist mit dem Datenschutz? Wollen wir piwik oder Google-Analytics einsetzen oder doch beides? Das Design sieht aber bei einer Auflösung von 1024*768 schlecht aus. Hat jemand noch so kleine Monitore? Wie findet man das heraus? Ach ja Google Analytics verrät das und siehe da, noch 25% aller Nutzer haben alte Bildschirme (Wie finden Hochschulen ohne Analytics so etwas eigentlich heraus? Machen die Umfragen und werten diese 14 Tage später anonym aus?).

Dann kam der Newsletter und wie soll der funktionieren? Brauchen wir überhaupt einen Newsletter? Ich meinte nein, wurde aber gnadenlos überstimmt. Dann die große Frage, wenn man sich dort anmeldet, soll man sofort eine Registrierungsmail erhalten? Ich meinte ja, aber auch hier wurde ich des Besseren belehrt. In Newslettern trägt man sich ein und man registriert sich nicht. Im Newsletter muss aber dann eine Opt-Out-Funktion sein…ach ja stimmt eigentlich, wenn man näher drüber nachdenkt. Trotzdem hatte ich heute zwei Nachfragen zu dem Thema auf meinem Tisch. Ich will damit nur sagen, über jeden kleinen Wisch, macht man sich wirklich ausführliche Gedanken, dass könnt ihr mir glauben.

Hatte ich schon den Captcha beim Newsletter erwähnt? Auch ein Thema für sich. Manche können die Schrift nicht lesen, andere sind für Fragen zu dumm und wieder andere sind so grobmotorig, dass sie mit der Maus keine Muster nachzeichnen können. Ich habe schon alles in meinem Leben gehört und egal welche Lösung man einbaut, irgendjemand wird da draussen jammern und uns für inkompetent halten (ich hatte bisher drei Nachfragen/Beschwerden).

Und Mittwoch musste es dann starten

Dienstag haben wir wirklich lange gearbeitet und ich dachte dann, dass wir es Mittwoch Vormittag locker schaffen werden, online zu gehen. Pustekuchen, wir haben den ganzen Tag noch Texte korrigiert, Grafiken optimiert, fehlende Links gesetzt und natürlich alles auf Android, iOS, Windows und Laptops, Tablets und Smartphones getestet. Was soll ich sagen, gegen 16 Uhr waren wir endlich online. Später ging es auch nicht, denn der letzte gesunde Entwickler hatte ab Donnerstag Urlaub und daher musste es JETZT online gehen.

Fazit

A New German MOOC Platform Is Born! Im Nachblick war das jetzt für fünf Trailer und ein paar Infoseiten echt viel Arbeit und in vier Wochen wollen wir mit der produktiven Plattform starten. Die nächsten Wochen werden also lustig und stressig und parallel kommt Anfang März noch die MoodleMaharaMOOT nach Lübeck, wo ich die Plattform mooin auch in einem Vortrag vorstellen werde. Trotzdem bringen solche Projekte richtig Spaß. Endlich einmal was schönes, neues Innovatives entwickeln und parallel eine Social Media Kampagne steuern bzw. begleiten (das ist aber ein eigener Blogartikel wert). Und Ende März fahre ich in Urlaub, versprochen.

Update

Da ich auf Twitter noch einmal auf die Bärte angesprochen worden bin und warum nur harte nordische Männer solche Projekte wuppen können #ironie , hier noch eine nicht ganz ernst gemeinte Ergänzung:

mooin – A new MOOC Platform is born

Was für eine Woche war das bitte? Wir haben in vollem Kampfeinsatz fünf MOOCs auf mooin gelaunched. mooin wird die neue MOOC Plattform von der FH Lübeck und von oncampus und wir starten ab März mit den freien Online Kursen: HanseMOOC, VideoMOOC, ProjektmanagementMOOC, Grundlagen des Marketing und Dem digitalem Ich.

Ich freue mich jetzt erstmal, das alles online ist und statt jetzt darüber zu bloggen, geh ich mit den Kollegen Stolz ein helles Blondes trinken um diesen grandiosen Meilenstein zu feiern.

 

 

Der Ausblick 2015

Nach dem Rückblick nun der Ausblick ins Jahr 2015 und der lässt sich sehr gut in einem Wort zusammenfassen: MOOC

tl;dr

Vor einem Jahr hätte ich das nie für möglich gehalten. Unser MarketingMOOC ist gerade beendet gewesen und hatte mit über 6.000 Teilnehmern eine sehr gute Beteiligung gehabt, aber das aus dieser Idee dann der HanseMOOC gekommen ist und wir dadurch dann die beiden MOOC Projekte FHLMOOC und pMOOC bekommen, hätte ich nie gedacht und das ich, diese Projekte dann auch betreue, ist das nächste kleine Wunder.

Wir werden im März mit den neuen MOOCs starten und das mit unserer neuen MOOC-Plattform MOOIN. Das wird die große Aufgabe der ersten drei Monate und wir haben mit MOOIN großes vor und ich bin gespannt, ob wir das auch schaffen werden. Parallel werden wir mit den neuen Design-Ansätzen auch unsere Moodle-Installation im August „pimpen“. Das Ziel ist endlich Moodle aus diesem Web 1.0 Schlaf aufzuwecken und es moderner zu gestalten, immerhin wackelt Canvas ganz beträchtlich am Thron des Open Source Giganten. Im Herbst kommt dann die zweite MOOC Runde mit dem schönsten MOOC-Projekt meines Lebens, da bin ich schon sehr gespannt drauf.

Wir sehen die MOOCs dabei nicht unbedingt als akademische Weiterbildung, sondern versuchen wirklich neue Projekte mit neuen Zielgruppen anzusprechen, das sieht man schon jetzt mit unserer Kooperation mit den VHS Hamburg und Bremen mit dem ichMOOC und auch unser VideoMOOC, der gerade abgedreht wurde, wendet sich an neue Zielgruppen. Parallel kommt natürlich auch der MarketingMOOC noch einmal und wird dann hoffentlich von unserem neuen Projektmanagement-MOOC begleitet.

Parallel werden die MOOC auch mit neuen Marketing-Ideen und den SocialNetworks begleitet, was die eigentliche Baustelle ist. Wie man MOOCs produziert wiessen wir, wie man sie auch erfolgreich vermarktet, müssen wir noch lernen. Inwieweit das auch meine Baustelle wird, weiss ich allerdings noch nicht, aber der YouTube-Kanal und OER werden dabei ganz wichtige Faktoren sein, und beides gehört mit zu meinen Aufgabengebieten. Man merkt jedoch jetzt schon, wie diese Themen immer enger verzahnt sind und dabei spielt die hochgelobte Didaktik, die ja angeblich immer der Grund für alles ist, nur eine normale Rolle, ich will sie aber nicht zur Nebenrolle degradieren. Man kann das aber gut mit einem Ensemble-Film vergleichen, statt einem Star-Movie, wo es nur eine Person gibt.

Die anderen großen Baustellen ist natürlich die MoodleMaharaMoot im März in Lübeck. Da stellen wir natürlich auch die MOOC-Projekte vor und es kostet sehr viel Arbeit. Ich freue mich jetzt schon auf Martin Dougiamas um mit ihm einmal über das Moodle Design, Canvas und diese App zu sprechen. Danach kommt unser jährliches VFH Symposium mit der Vorbereitung für das neue Backbone System Moodalis, was im Mai online gehen soll. Das ist das größte Projekt, was kaum einer wahrnimmt. Da arbeiten wir jetzt schon zwei Jahre dran und jetzt kommt der finale Abschluss und im August starten wir das neue Semester mit dem neuen System. Das wird richtig harte Arbeit werden.

Danach kommt natürlich unser LOOP-System wieder, wo wir vielleicht erste Partnerschaften verkünden können. LOOP ist leider 2014 nicht so sehr im Fokus gewesen, aber es läuft immer mehr und ist schon lange in Produktion. Ich denke 2015 haben wir alle Lübecker Kurse auf die neue Plattform migriert und wir können die Altlasten entsorgen.

Und ich werde dieses Jahr weiter fleissig bloggen, ich finde immer mehr Spaß an Twitter und vielleicht kommen noch ein paar interessante Vorträge. Ich will zur re:publica, die Barcamps in Kiel und Hamburg stehen fest im Kalender und falls es eine OER-Konferenz gibt, will ich da wohl auch hin. E-Learning Konferenzen sind die üblich verdächtigen im Fokus u.a. GMW und Campus Innovation und vielleicht die Online Educa und natürlich die MoodleMaharaMoot in Lübeck.

Das Jahr 2015 hört sich nach viel Arbeit an, aber es sind wirklich interessante Projekte und nach 13 Jahren E-Learning, war es noch nie so spannend wie jetzt. Ist schon komisch, dass da immer noch so viel neues drin steckt.

MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck

 

MoodleMaharaMoot

Manche kennen sie noch nicht. Die Moodlemoot 2015 findet in Lübeck statt und ich darf sie organisieren. Die Moodlemoot richtet sich an alle E-Learning Interessierte, die irgendwie was mit Moodle zu tun haben und inzwischen auch mit dem E-Portfolio System Mahara. Moodle ist eines der weltweit erfolgreichsten Learning Management Systeme neben Blackboard und Canvas. Die in Deutschland weit verbreiteten Systeme StudIP und Ilias spielen international keine Rolle.

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Das interessante an Moodle ist natürlich, dass es Open Source ist. Daher ist die sehr Verbreitung vor allem im schulischen Bereich zu erklären. Universitäten haben Geld und Rechenzentren und daher nutzen sie meist auch Enterprise Systeme wie Blackboard, Olat oder auch Ilias. Deutschland bzw. DACH ist ein sehr besonderer LMS Markt, denn wir haben sehr viele eigene Lösungen, wie Ilias, StudIp, Clix, Olat aber auch Moodle.

Wir bei oncampus und der VFH haben eine sehr lange LMS Geschichte. Wir waren der erste Blackboard Kunde Deutschlands, das war 1998 und wir haben dann zwei Jahre Sakai getestet (das war mein Job und das waren tolle Dienstreisen in die USA) und sind dann als eine der ersten deutschen Hochschulen mit einem Moodle-Produktivsystem online gegangen. Ich glaube das war im Jahr 2005 mit ganz vielen Diskussionen, ob man überhauot Open Source nehmen kann. Mein Spruch dazu war: „Lieber eine deutsche Adminstelle schaffen, als eine amerikanische Lizenz kaufen“.

Inzwischen sind wir Moodle Profis und hosten ca. 20 Moodle-Installationen für ca. 35.000 Nutzer. Wir haben zig Erweiterungen programmiert u.a. für Evasys, AdobeConnect, GoogleMaps, Teacher of the Year und andere Umfragen. Wir testen verschiedene Themes, entwickeln MobilSkins, haben unser Autorentool LOOP angebunden und der neueste Coup ist unsere MOOC-Plattform MOOIN, wo unser erster HanseMOOC drauf lief.

Die Moodlemoot ist da natürlich eine herrliche Gelegenheit der Community einmal zu zeigen, was wir alles machen. Ich versuche daher viele Kollegen zu überzeugen, einige Vorträge bei der Moot einzureichen. Wir wollen etwas über MOOIN und LOOP zeigen, aber auch unsere Erfahrungen bei den Badges und in der kompetenzorientierten Kursentwicklung weitergeben. Natürlich werden unsere MOOC Projekte eine große Rolle spielen und ganz viel Multimedia mit Videos, wo wir sogar einen Workshop anbieten.

Wer noch einen Vortrag einreichen will, ist herzlich willkommen und natürlich ist unsere wunderschöne Stadt immer eine Reise wert. Wir bieten sogar eine Stadtführung an und es gibt zum ersten mal Konferenz-Shirts mit allen Rednern auf dem Rücken. Das wird bestimmt ein Kassenschlager 🙂

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Organisation und ich merke jeden Tag, das keiner Zeit hat. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir da was ganz tolles organisieren und es sollen bis zu 300 Teilnehmer kommen und wer kann von sich schon behaupten zwei LMS Konferenzen organisiert zu haben. Sakai und Moodle stehen jetzt in meiner Vita und ich bin ja noch jung, was kommt als nächstes?

 

 

MOOIN oder wie finde ich den Namen für eine neue Software

Wir bauen eine neue MOOC-Plattform (das wollte ich schon lange schreiben). Ja wir entwickeln zum 20ten mal das Rad und ich finde das auch dumm, aber inzwischen bin ich fast überzeugt, dass das auch richtig ist. Warum und weshalb und was die neue Plattform kann, kommt später, heute will ich schreiben, wie das Kind zu dem Namen gekommen ist.

Und der Name ist: MOOIN

MOOIN ist natürlich nicht nur ein Name, sondern eine fantastische innovative und kreative Abkürzung und steht für Massive Open Online International Network 🙂 Wie sind wir aber auf diesen Namen wirklich gekommen?

Am Anfang des Findungsprozesses stand die Idee aus den Wörtern Moodle und MOOC etwas zu bauen. Moodle steht für das LMS, was hinter MOOIN läuft und MOOC natürlich für den Zweck. Wir haben viel rumprobiert (eigentlich mehr ich, die anderen Kollegen hab ich genervt) und ich fand dann MooMOO ziemlich gut. MoodleMOOC war auch unser interner Arbeitstitel und es passte auch ganz gut. Allerdings wird das dann MuMu ausgesprochen und wer sich etwas im Netz auskennt, wird schnell merken, dass man das leicht, mit weiblichen Körperteilen verwechseln kann und das ging natürlich nicht.

Die Suche ging weiter und der nächste Favorit war dann mit MOOLE geboren. Das steht für Massive Open Online Learning Environment und das hört sich schon ziemlich gut an. Außerdem steht MOOLE auch für die Mole am Wasser und hat was norddeutsches. Obwohl die Symbolik mit einem Logo schlecht zu verbinden gewesen wäre. Der Damm der die Massen von MOOC-Teilnehmern verbindet, oder so 🙂

Die Alternative von meinem Kollegen kam dann mit MOOPED, wobei ED dann für EDucation stehen sollte und man spricht es Muhped aus. Ich hab dann noch die Schreibweise geändert daraus wurde dann MOOP.ED, was dann noch besser aussah. Ich war sofort Feuer und Flamme aber die anderen haben mich dann nicht so ernst genommen, da ich als Biker irgendwie vorbelastet war. Außerdem wollten wir kein kleines MOOP.ED, sondern eher was großes wie ne Harley oder ne Boss Hoss 🙂 Dazu kam das Domain Problem, denn www.moop.ed gibt es nicht, sondern wenn überhaupt dann www.moop.edu und das hört sich nicht gut an.

Dann wurde aus MOOP.ED kurz MOOP, denn wir haben schon ein LOOP. LOOP und MOOP das dynamische Duo! Vom MOOP ins LOOP! Dann haben wir natürlich weiter gesponnen und schon war VOOP geboren (Video Open Online Platform für Adobe Connect) und POOP für unser Portal, aber wer will schon ein POOP haben? POOP spricht neue Sinne an. POOP spricht neben Auge und Ohr auch die Nase an. oncampus verspricht neue Wege im E-Learning mit LOOP, MOOP, VOOP und POOP… nein das wollten wir nicht.

Parallel haben wir auch zig Varianten mit Smart, x, KISS und edu, next generation usw ausprobiert, aber das war alles nichts. Wir sind auch viele Götter (Odin) und andere Gestalten durchgegangen, alles war aber nicht wirklich gut.

Und dann der Zufall: Ein Kollege hat ein Schild mit Mooin entdeckt, der ungewöhnlichen Schreibweise des norddeutschen Moin und wir fanden das gleich alle sympathisch. MOOIN war norddeutsch und witzig und gut zu merken. Das sollte ein Begriff sein und außerdem hat er auch Emotionen bzw. Lokalkolorit. Eine Kollegin hat sich dann die Erklärung ausgedacht, als Alternative stand noch Massive Open Online INstitution zur Wahl, fand ich aber nicht so gut. Die Kollegen meinten dann, ich solle doch jetzt einmal MOOP, MOOP.ED, MOOLE und MOOIN zur Wahl stellen, aber ich mag bei diesen Entscheidungen keine demokratischen Wahlen. Die meisten denken nicht im Marketing, in Domain-Namen oder in Schreibweisen. Ich denke, dass Namen wie Nivea, Lupo, Bahlsen oder Twix nie und nimmer über Mitarbeiter Befragungen entstanden wären.

Zu guter letzt stand dann die Dienstreise zur GMW Tagung nach Zürich vor der Tür und ich wollte dort (hier, denn ich schreiben gerade diesen Artikel hier bei der GMW), MOOIN als erstes offiziell erwähnen, und was soll ich sagen? Alle hier finden den Begriff cool, nett, super und sehr passend. Die Abkürzung ist natürlich gekünstelt, das weiss jeder und es stört niemanden. MOOIN ist jetzt also geboren und jetzt müssen wir das unter http://mooin.oncampus.de bekannt machen, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

 

Moodle, Google Stories und IFTTT könnten The Next Generation LMS sein

Letzte Woche ist schreckliches passiert. Bei meinen Nachbarn hat es gebrannt und wäre die gute Feuerwehr nicht so schnell gewesen, dann würde ich jetzt wohl in einem Hotel sitzen und über meine ausgebrannte Wohnung weinen.

Bei Feuer bitte erst Gebäude verlassen, bevor man das Feuer auf Facebook postest

Bei Feuer bitte erst Gebäude verlassen, bevor man das Feuer auf Facebook postest

Stattdessen wurde ich von Nachbarn angerufen, hab mich aufs Fahrrad geschwungen und hab mir das Unheil vor Ort angeschaut. Zum Glück ist nur Sachschaden entstanden und eine kleine Rauchvergiftung. Was jeder Mensch dann macht sind Fotos und ab auf Facebook und Co damit. Was soll man auch sonst machen, ich durfte ja nicht in die Wohnung gehen. Was aber dann passierte, war neu für mich. Google hatte meine Fotos zu einer Story zusammengefasst und bot mir an, die Geschichte dazu zu erzählen. Ich habe dann schnell die fünf Bilder beschriftet und die Geschichte auf Google+ geteilt. Das hat ganze 5 Minuten gedauert und die Geschichte war erzählt.

Aber was hat das jetzt mit einem Next Generation LMS zu tun?

Der Bogen ist eigentlich recht einfach, denn was Google hier gemacht hat, war genial. Google hat versucht zu erraten, was ich vorhabe und mir eine Lösung vorgeschlagen, die schon zu 80% fertig ist und dann intuitiv und vor allem designed out-of-the-box einfach nur noch veröffentlicht werden muss. Wäre es nicht genial, wenn ich so etwas auch in einem LMS hätte? Also ich lade z.B. 5 Bilder hoch und das LMS vermutet gleich, du willst eine Diashow machen oder eine Geschichte (Slides) erzählen und brauchst nur noch Kommentare einsetzen oder ich lade ein Video hoch, dann wird es gleich eingebunden und ich beschrifte es nur noch und bei PDFs wähle ich als Thumbnail-Vorschau eine bestimmte Seite aus. Da steht dann nicht mehr nur der Link zum PDF, sondern es erscheint ein Preview ähnlich wie bei Scribd.

Denkt man diesen Ansatz weiter und schaut sich dann einmal IF THIS THAN THAT an, wird es langsam spannend. Ich könnte also verschieden Learning Objects hochladen und das LMD schlägt mir vor, wie ich sie verbinden will. Man kann sich das so vorstellen: Wenn Student das Video zu Ende geschaut hat, dann schalte das PDF frei oder wenn Forumsbeitrag gelesen, dann gibt Student eine Frage. Das geht natürlich schon heute, aber die Bedienung ist bei einem LMS einfach schlecht. Bei IFTTT sieht das ganze grafisch ansprechend aus und man kann alles intuitiv zusammenbauen. Dank einer IFTTT Oberfläche könnte man also ganz einfach Lernpfade zusammenbauen und beschriften.

Das geht bestimmt weit an der Realität vorbei, denn diese grafische Oberflächen können nur einen Bruchteil eines komplexen didaktischen Szenariums abbilden, aber dafür ist es sehr einfach und schnell. Der Wizard schlägt Lösungen vor und stellt schon ein tolles Design. Das heutige LMS ist aber genau das Gegenteil, denn es schlägt gar nichts vor und der Anwender wird im Regen stehen gelassen und das Design ist sehr schlecht. Daher passiert meist gar nichts in einem E-Learning Kurs. Bei einer IFTTT Unterstützung passiert vielleicht nicht zu 100% das Gewünschte, aber dafür geht es schnell und es ist besser als gar nichts. Natürlich werden jetzt wieder die Pädagogen kommen und sagen, dass man ein sinnvolles Szenario braucht. Das stimmt auch, aber man muss diese Szenarien nicht zu 100% umsetzen und mit ein paar Abstrichen, hat man eine sehr schnelle und grafisch gute Lösung.

Fazit

Das LMS müsste den Anwender mehr führen und schon mit Wizards neue Lernpfade vorschlagen. Ähnlich wie bei Google Stories verbindet ein LMS mit bedingten Verknüpfungen mittels IFTTT bestimmte Lernpfade. Der Dozent wird entlastet und kriegt Lösungen schon fertig serviert. Der früher gelobte Freiraum eines LMS wird gegen ein starres Konzept getauscht. Will der Anwender mehr, muss er in einen Experten-Modus wechseln mit hunderten von Einstellungsmöglichkeiten. Um das aber alles zu realisieren, müsste man ein völlig neues LMS entwickeln und wer will das schon machen.