Gedanken zum OER-Festival 2016

Das war jetzt mein drittes OER-Festival fka OER-Konferenz in Berlin und es ist vielleicht Zeit, ein Fazit zu ziehen. Wo steht OER in Deutschland und was ist bisher geschehen und vor allem, was wird geschehen?

Manchmal lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit, denn 2013 und 2014 wurde die Konferenz noch von Wikimedia organisiert, aber 2015 hat sich wohl etwas geändert haben, denn es gab keine Konferenz in Berlin. Jetzt gibt es das OER-Festival mit einem neuen Konzept und mit den neuen Veranstaltern: Jöran und Konsorten, Transferstelle OER und oncampus.

oncampus beim OER-Festival

oncampus beim OER-Festival

Dazu gab es auch eine neue Heimat. Ich bin schon etwas stolz, wenn ich hier schreiben kann, dass die Landesvertretung von Schleswig-Holstein ein wirklich sehr offener, freundlicher Gastgeber in diesem Jahr war und ich möchte auch hier unseren Staatssekretär Fischer zitieren: „Schleswig-Holstein als Land der Meere, steht wie kaum ein anderes Bundesland für Offenheit und ist damit ein perfekter Gastgeber für das OER-Festival“.

Und nicht nur wir Lübecker engagieren uns tatkräftig für OER auch eine weitere Hansestadt hat mit der #hoou (Hamburg Open Online University) das vielleicht spannendste OER-Projekt Deutschlands gestartet und war in Berlin auch reichlich vertreten. Im Moment bekommt OER also mächtig Rückenwind aus dem Norden 🙂

Konferenz, Festival, Barcamp oder Award?

Das diesjährige OER-Festival ist quasi vor Aktionismus explodiert. Neben einem zweitätigem Barcamp, gab es noch das Fachforum und es gab auch Preise. Für manche war es zu viel, andere konnten gar nicht genug bekommen und wieder andere haben sich nur ihren kleinen Teilbereiche gesucht. Alles wurde natürlich medial und social begleitet. Inzwischen sind knapp 500 Bilder auf Facebook veröffentlicht und es waren auch mehrere Kamerateams unterwegs. Eine heutige Konferenz findet nicht mehr an nur einem Ort statt, wenn doch bloss andere angebliche E-Learning-Konferenzen auch wüssten, dass es das Internet gibt 🙂

Tipp: Inzwischen gibt es einen lesenswerten Storify, den ich hier wärmstens empfehlen möchte.

Ein anderes Highlight waren sicherlich die Awards. Preise müssen sein, denn so feiert sich jede Szene seit Jahren erfolgreich selbst und kann auch außerhalb auf Aufmerksamkeit hoffen. Neben der gelungenen Verleihung war der rote Teppich ein absoluter Eyecatcher und fast alle Preisträger haben sich hier ablichten lassen.

Alle #ichMOOC-Macher auf einem Bild

Alle #ichMOOC-Macher auf einem Bild mit dem „Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung“

Überhaupt gab es dutzende schöner kleiner Ideen, die jede für sich das OER-Festival einfach besser gemacht haben. Ich weiss ja, wer dahinter gestanden hat und ich möchte mich hier ausdrücklich an das gesamte Orga-Team bedanken. Ihr ward alle super :-X

Und was ist denn nun passiert?

Als erstes muss man sagen, dass OER in Deutschland angekommen ist. OER ist inzwischen ein Querschnittsthema geworden, denn das Festival hat eines ganz sicherlich gezeigt, OER ist aus der Nische der Experten herausgetreten denn es waren zum ersten mal auch größere Kreise dabei. Neben der Politik (ich habe persönlich mit der SPD, den Piraten und den Grünen gesprochen), waren auch Stiftungen und Gewerkschaften vertreten und natürlich die Bildungsorganisationen Schulen, Volkshochschulen und Hochschulen und dazu natürlich viele Verbände und Vereine. OER stösst inzwischen auf ein breites Interesse, obwohl bestimmt immer noch geschätzte 98% nicht wissen, was OER ist.

Dann darf man nicht unterschätzen, was vor und nach einer solchen Konferenz passiert. So fördert der Bund seit letztem Jahr OER mit 2 Millionen Euro pro Jahr und so wurden kurz vor Konferenzbeginn zwei Projektergebnisse veröffentlicht, zum einen MappingOER und die Machbarkeitsstudie. Beide wurden sehr kontrovers diskutiert und die nächste Ausschreibung ist auch schon online. Ich sehe alle drei Förderungen auch sehr kritisch, muss jedoch sagen, dass hier auch der gute Wille zählt und man sollte erstmal froh sein, dass überhaupt etwas passiert. Besser geht es immer, und dann sollte man es auch selbst besser machen oder verstummen.

Das Qualitätssiegel

Was immer wieder diskutiert wird ist die Qualitätssicherung von OER und nur damit, könne sich OER durchsetzen. Viele Experten sagen jedoch, dass ein bürokratischer Qualitätsmanagement-Prozess und vor allem eine „finale Version“ eines OER-Nuggets, die wahren Möglichkeiten und die Dynamik von OER töten würden. OER besteht aus dem Remix (obwohl dies noch nicht gelebt wird) denn digitale Inhalte sind per se zum weiterverwenden gedacht. Eine Verknüpfung mit einem Qualitätssiegel kann so nicht funktionieren, jedoch habe ich schon bei der GMW an einer unsinnigen „Qualität in Videos“-Diskussion teilgenommen, wo danach grade einmal 50% meiner Meinung gefolgt sind. Alle Politiker sind eigentlich meiner Meinung, aber leider sagen auch alle, dass das Qualitätssiegel kommen wird. Versteht einer diese Politik?

Außerdem verstehe ich überhaupt nicht, warum jemand, der OER macht und kostenlos ins Netz stellt, sich auch noch die Arbeit machen sollte, diese Inhalte bei einer Prüfstelle einzureichen? Dadurch hat er doch nur Mehrarbeit, die dann für Aktualisierungen fehlt. Hier zeigt sich schon auf mehrere Ebenen, dass man weder das Internet, die Digitalisierung noch OER verstanden hat, aber die deutsche Bürokratie und die sinnfreie Überzeugung von Qualitätsmanagement hat man verinnerlicht. Womit ich aber auch nicht sagen will, dass Qualität unwichtig wäre. Aber es gibt Mechanismen, wie z.B. Like-Buttons, Klicks, Resharing und Disskussionsforen (siehe YouTube), die wichtige Indikatoren von Qualität seien können. In 95% aller Fälle reicht das und jetzt sollte man erstmal ein besseres System zeigen, was auch keinen Aufwand macht.

Und dann war da noch die Rechtssicherheit

OER-Macher brauchen Sicherheit ist auch eine Forderung, die sich gut anhört, aber schwer umsetzen lässt. Die einen fordern eine Fair-Use-Regel wie in den USA, was aber auf EU-Ebene nie kommen wird und andere sagen, man solle doch einen Fonds einrichten, aus dem die Anwälte der OER-Macher bezahlt werden. Das man damit nicht das Problem löst, sondern nur Symptome bekämpft, muss man gar nicht erst sagen und natürlich ist das eine willkommenes Geschäftsmodell für jeden Abmahn-Anwalt. Wenn man weiss, dass die Prozesskosten immer bezahlt werden, finden sich schon einige Anwälte, die nur darauf warten zu klagen. Und ich möchte gar nicht erst wissen, wer dann auch noch entscheidet, wer förderfähig ist und wer nicht. Es wäre viel besser einen Fonds für OER-Macher zu machen, aber mit dem fOERde-Award wurde hier schon ein kleiner Schritt, in die richtige Richtung gemacht.

Und wo sich alle einig waren

Alles was gefördert wird, muss OER sein! Dazu muss man gar nicht viel schreiben, da es logisch ist. Meine Steuergelder sollten auch der Öffentlichkeit dienen. Man kann jetzt sofort damit anfangen, tut keinem weh und was in der Vergangenheit produziert wurde, bleibt auch dort. Hat man das umgesetzt kann man sagen, dass irgendwann einmal, alle Lehrer und Professoren auch alles unter OER veröffentlichen sollten, aber wir wollen nicht gleich übertreiben. Es wäre auch schön, wenn wenigstens Konferenzen, die sich mit dem Thema beschäftigen, wie GMW, Campus Innovation, Learntec und Online-Educa darauf bestehen würden, alle Konferenz-Beiträge als CC BY zu veröffentlichen.  Das kann doch nicht so schwer sein.

Und was hab ich so gemacht?

Als OER-Macher und Mitveranstalter hat man natürlich volles Programm. Ich hab eine OER-Maker Session beim Barcamp gehalten, hab mich ganz viel mit Politikern unterhalten und war auf zwei Panels beim Fachforum.

Parallel hab ich dann noch ca. 10 Interviews für den kommenden #COER16 MOOC aufgenommen und natürlich ganz viel genetzwerkelt.

Und wie geht es weiter

Ich hoffe nach dem #OERde16 ist vor dem #OERde17 , also es soll jetzt erstmal alles verstetigt werden. oncampus und Jöran & Konsorten können gerne wieder ausrichten, dazu rollen Graz und Lübeck die OER-Szene aus dem Norden und Süden auf, denn wie gesagt, wir machen den #OER-MOOC #COER16 gemeinsam auf zwei MOOC-Plattformen.

Wir werden dies Jahr sicherlich noch ein paar OER-MOOCs veröffentlichen, u.a. Arbeit 4.0 und Netzwerksicherheit. Die Politik hat erste Weichen gestellt und wir reden sehr viel mit Politikern, die sehr oft besser sind, als ihr Ruf.

Und natürlich wird OER als Querschnittsthema bei allen zukünftigen Konferenzen ein Thema sein und alle Veröffentlichungen sollten, wie oben erwähnt,  auch OER sein.

Resume

Die Konferenz war meiner Meinung nach sehr wichtig. Es war genau der richtige Zeitpunkt und am richtigen Ort um die Szene zu vernetzen, sich auszutauschen und Projekte anzustossen. OER ist in allen Bildungsbereichen angekommen und verstetigt sich. Der Norden wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich eine Hauptrolle spielen und alle anderen sind aufgefordert mitzumachen. Auch die MOOCs, trotz aller Kritik, sind einer der Hauptmotoren in der OER-Bewegung und stehen als Flagschiffe für die neuen Möglichkeiten der digitalen Bildung. Und zu guter letzt, es hat wirklich Spaß gemacht 🙂

 

 

Warum können wir OER machen?

Die #OERde16 steht vor der Tür und oncampus ist einer der Veranstalter. Ich freue mich darüber riesig, denn ich unterstütze OER (Open Educational Resources) schon lange. Angefangen hat das vor neun Jahren mit dem Soft-Skills-Online Kurs „Medienkompetenz“, den ich damals als Autor geschrieben habe. Daran kann man auch sehen, wie lange manche Ideen brauchen, bis sie in eine Institution übergehen.

OERde16

Ich habe seit dem noch an vielen #OER-Projekten mitgearbeitet, unterstützt oder selbst umgesetzt, z. B. L3T, Schulbuch-O-Mat, VFHCAB, Wikimedia Wissenswertpreis, YouTube-Playlists und jetzt natürlich unsere MOOCs wie der ichMOOC, MOOC25 oder Projektmanagement. Bei allen Projekten waren mir die Vorteile jedoch nicht immer klar. Natürlich ist es besser für die Welt, wenn alles frei verfügbar ist und dieses deutsche Urheberrecht ist auch zu kompliziert. Dazu kommt, dass man als Hochschule auch einen gesellschaftlichen Auftrag hat, sonst könnten wir auch Studiengebühren einführen. Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung aber auch alleine da. Trotzdem ist der wahre Vorteil, von OER schlecht greifbar und vermittelbar.

Im Intranet (LMS) herrscht Anarchie

Warum kaum ein Mensch weiss, dass er  OER braucht ist ziemlich einfach. So lange die Materialien in einem geschlossenen System, wie z. B. LMS stehen, merkt kaum keiner, ob dort Urheberrechte verletzt werden oder Plagiate stehen. Das Intranet ist gefühlt ein rechtsfreier Raum, was sich aber demnächst ändern soll.

OER für sich alleine bringt kaum Mehrwert

Professoren sind Einzelkämpfer und Vorlesungen sind in der analogen Welt auch Einzelveranstaltungen. Jeder bereitet seine Vorlesung mit seinen Materialien vor. Es gibt kaum einen Grund oder auch Vorteil fremde Inhalte zu verwenden und es gibt sogar erhöhten Aufwand, wenn man seine Materialien frei ins Netz stellt, da man plötzlich auf die Rechtslage achten muss. Und wenn man fremde Inhalte benötigt, kann man doch auch eine Literaturliste anfertigen und die Studis in die Bibliothek schicken.

OER hat sein Vorteile erst in der fremden Wiederverwendung

Warum braucht man also OER? Das „Aha“-Erlebnis hatte ich bei unserem ersten Refugee-Kurs, wo wir OER-Materialien im Netz gesucht haben. Es war jedoch einfach nichts zu finden, denn entweder waren das nur Blended-Learning Inhalte, wie z. B. Powerpoint-Slides oder kurze PDFs oder sie waren nicht portierbar oder es war halt nicht OER. Wir haben dann einen eigenen Kurs ins englische übersetzt, was jedoch nur einen Teilproblem darstellt. Ganz allgemein sind Übersetzungen ein ideales Beispiel, warum man OER braucht, denn man könnte ganz schnell (fremde) Inhalte übersetzen und anpassen. Das ist gerade jetzt aktuell, wo man doch arabische oder englische Inhalte sehr schnell für Flüchtlinge benötigt. Diese könnten dann z. B. auch von der Crowd übersetzt werden, wenn man denn die Rechte hätte.

Der andere Punkt ist jedoch wesentlicher, denn der Grund warum wir überhaupt komplette Kurs-Inhalte hatten und keine granularen Learning Objects ist, wir arbeiten im Netzwerk. Es war in der Virtuellen Fachhochschule schon immer so, dass Inhalte geshared wurden und viele Hochschulen, die gleichen Inhalte verwenden. Man entwickelt einmal (meist kostenintensiv) und verwendet die Inhalte n-mal. Das ist der Unterschied zwischen analog und digital, denn im Netz machen Inhalte für einen alleine immer weniger Sinn. Das Internet fördert die Zentrierung auf der Produktionsseite und kann daher die Individualisierung auf der Anwenderseite (irgendwann?) ermöglichen. Die Grundstruktur der Arbeit/Lehre ändert sich daher radikal. Manche nennen das Arbeit 4.0 oder bei uns Hochschule 4.0.

OER ist der Schritt nach der Digitalisierung

Viele Experten haben geschrieben, dass E-Learning gescheitert wäre. Das könnte ich sogar unterschreiben. Ich habe immer gesagt, dass das „M“ im LMS, der wichtigste Buchstabe ist. Es geht nicht vorrangig um das Learning, sondern um die Gesamtheit. Die Digitalisierung verändert die Organisation, das Management und letztendlich (und nicht zuerst) die Lehre. Die sogenannten E-Learning Projekte sollten also personenunabhängig autonom aufgestellt sein. Das funktioniert sehr viel besser, wenn sie offen sind. Nur dann könnten andere die Inhalte übernehmen und anpassen oder übersetzen. Damit das aber funktioniert, muss das Selbstverständnis der Lehre diskutiert werden. Professoren dürfen sich nicht mehr als Einzelkämpfer sehen und Intranets sind keine rechtsfreien Räume.

 

 

 

Campus Innovation oder besser Stagnation

Die Hamburger Campus Innovation ist quasi meine Lieblings-Konferenz. Nicht nur das sie in der besten Stadt Deutschlands stattfindet, nein es ist auch noch direkt vor der Haustür. Außerdem hat sie meiner Meinung nach das beste Konzept, da sie mit drei Tracks nicht nur E-Learning als Schwerpunkt setzt, sondern auch dem Campus-Management, der IT und dem eigenen Hamburger Projekten genug Freiraum lässt. Die Organisation ist quasi immer perfekt und dies Jahr gab es auch endlich mit #CIHH15 einen vernünftigen Hashtag, der im Programm gut und rechtzeitig platziert war. Das hat aber nichts an der Anzahl der Tweets geändert, die wie bei jeder E-Learning Konferenz, nur bei ca. 5% der Teilnehmer lag. Es ist ja bekannt, dass gerade in Deutschland, die sozialen Netze gerade nicht von den Intellektuellen genutzt wird. Warum sollte denn dann eine E-Learning Konferenz eine Ausnahme sein? Wo wir auch schon beim Grundproblem angekommen sind, die E-Learning Spezialisten in Deutschland verstehen immer noch nicht das Internet.

Keine Innovation, sondern Stagnation

Mir ist es schon bei den letzten Konferenzen aufgefallen, und die Teilnehmerzahlen geben mir da auch recht. E-Learning ist nicht (mehr?) innovativ und Beiträge sind meist fad und geben entweder Altbekanntes oder Selbstverständlichkeiten wieder. In Hamburg begann es schon mit der Keynote von Johannes Heinlein von edX, dessen Vortrag vor zwei Jahren spannend gewesen wäre, aber heute eher altbacken wirkte, bis auf die Erwähnung der Änderung der Architektur, weg vom Hörsaal, hin zum Learning Space.

Der negative Höhepunkt war vielleicht das tausendfach zitierte Bild der Papstwahl:

Papstwahl 2005 zu 2013

Sehr spannend fand ich die Entscheidung, dem Journalisten Christian Füller zur zweiten Keynote einzuladen, dessen Schwerpunkt bekanntlich Schulen sind. Sein Vortrag war nicht nur gut vorgetragen, sondern teilweise auch provokant, leider war dennoch kaum Neues zu entdecken.

Ich kann leider nur vom E-Learning Track berichten, jedoch hatten viele Vorträge eher das Scheitern, das Versagen und den negativen Ausblick als Thema. Beispielhaft fand ich hier den sehr guten Vortrag von Malte Persicke, der eigentlich nur beschrieben hat, warum er es nicht schafft, vernünftige MOOCs zu entwickeln, sondern es bei begleitenden Vorlesungsaufzeichnungen belassen muss.

Das ist genau die Situation, die in Deutschland zu oft passiert. Es gibt Dutzende wahrscheinlich sogar Hunderte einzelner Projekte, die aber immer personengebunden sind und es nicht schaffen, die Brücke in die Institution zu schlagen. Das liegt natürlich daran, dass jedes Projekt mit einem eigenen Projektstab vertraut ist und diese Mitarbeiter mit dem Projekt kommen und gehen. Das bedeutet immer Einarbeitung und dann fehlt die Verstetigung. Als Beispiel kann man immer die MOOCs nehmen, wo jedes mal ein Produktionsteam für die Videoproduktion entweder aufgebaut wird oder teuer eingekauft wird. Dann werden 20 Videos produziert, und danach verschwindet das ganze Wissen wieder. MOOCs werden aber erst bei der dritten oder vierten Produktion gut, aber das klappt nicht, wenn man nur einen MOOC beantragt hat und keine Wiederholungen gefördert kriegt obwohl die die Wiederholung natürlich kostengünstiger wäre (wenn man von xMOOCs spricht und nicht von cMOOCs).

Im krassen Gegensatz steht hier aber die Funktionsweise des Internets. Digitalisierung bedeutet Zentrierung! Das Internet braucht nur ein Kaufhaus, eine Suchmaschine und eine Landkarte. Vielleicht sind es auch zwei oder drei Angebote, aber niemals 428. Was den Hochschulen fehlt ist eine digitale übergreifende Strategie, wo wir schon beim nächsten Thema wären. Seit gut 18 Monaten wird plötzlich die digitale Strategie als neuer Hype durch die E-Learning Landschaft getragen. Was mit dem Stifterverband angefangen hat, wurde in Hamburg versucht weiterzudenken. Prof. Kerres hat hier einen schönen Vortrag gehalten, dessen Ergebnis für mich jedoch eher deprimierend aussah. Außer Absichtserklärungen und ersten Workshops ist quasi nichts passiert und wenn man viel Glück hat, werden Landesinitiativen gegründet, wie z.B. die Hamburg Open Online University. Man könnte das positiv sehen, da es jetzt endlich anfängt und E-Learning auch als Digitalisierung begriffen wird. Dies ist jedoch quasi Stand des Netzes von 2005. Das bedeutet, dass die Hochschulen immer noch nicht begriffen haben, was das Netz und die Digitalisierung ausmachen. Es wird immer noch klein klein gemacht, es wird sehr viel geredet und der Föderalismus steht konträr zur Digitalisierung. Internet bedeutet Geschwindigkeit und Vernetzung, aber wir fangen jetzt erst an, darüber nachzudenken was eine Strategie wäre, dabei können MOOCs ohne Strategie nicht nachhaltig funktionieren und OER hat auch nur einen Sinn, wenn man sie vernetzt benutzt. An den Weichen wird zaghaft gearbeitet, aber das Fundament bleibt unangetastet.

Und wie steht es um die Openness?

Wie auch immer Openness definiert wird, als Öffnung der Hochschule für den zweiten Bildungsweg z.B. über MOOCs oder als Anbieter freier Materialien z.B. OER, beides wurde wie immer nicht gelebt. MOOCs sind quasi nicht existent im deutschen Hochschulbereich, bis auf TU München, das HPI, FH Lübeck und mit Abstrichen TU9 und Leuphana und über OER wurde etwas geredet, aber wie immer nicht gelebt. Weder die Slides der Vortragenden, noch der Tagungsband und auch nicht die Videos (handwerklich wie immer sehr gut gemacht) sind als OER zugänglich. Hier wird erwartungsgemäß(?) kein Zeichen gesetzt, sondern es geht genauso langsam weiter, wie eh und je. Warum sollte man auch die Erkenntnisse der Forschung, dass OER u.a. qualitativ besser sind, selbst leben und vom Resharing oder Remixing will ich erst gar nicht reden. Da fragt man sich dann doch, wie das mit dem Konzept der Hamburg Open Online University vereinbar ist. Es ist halt wie immer, es wird sehr viel geredet aber weder gemacht und erst recht nicht gelebt.

Stagnation

Es tut mir leid und ich will diesen Beitrag nicht als Kritik der Campus Innovation sehen, denn für die Inhalte ist die Organisation nicht verantwortlich. Es geht mir um die Stagnation des  gesamten E-Learnings in Deutschland. Nach 15 Jahren muss doch langsam in der einen oder anderen Hochschule E-Learning mit Digitalisierung im Präsidium angekommen sein und es müsste doch ein oder zwei Leuchtturmprojekte in Deutschland sehen zu sein. Stattdessen wird eigentlich nur gezeigt, was nicht geht und es wird ganz viel gejammert. Die Erkenntnis jedoch, dass E-Learning nicht personengebunden ist, sondern institutionell betrachtet werden muss, darauf scheint nach dieser langen Zeit immer noch niemand zu kommen.

Mein Leben als Juror beim MOTY16

Letzten Sonntag war das Finale vom MOOC Of The Year 2016 #MOTY16. Als einer der Initiatoren und als Juror möchte ich gerne ein paar Gedanken teilen, denn es war schwieriger als gedacht.

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

Angeregt durch Anja C. Wagners Beitrag, der mir irgendwie zu nett war, möchte ich auch noch einmal Selbstkritik üben, aber auch einmal zeigen, dass Jury-Entscheidungen sehr komplex sind. Im Finale waren drei berechtigte Finalisten, von insgesamt etwas enttäuschenden neun Bewerbungen. Alle drei hätten es verdient, gefördert zu werden. Was jedoch nicht kritisch gefragt wurde, warum hatten wir fast nur Hochschulthemen für das MOOC-Format gewinnen können. Ich glaube das ist die erste und mit wichtigste Frage, die viel zu wenig diskutiert wird. Es gibt viele MOOCs zu Projektmanagement, Geschichte, Politik und natürlich all diesen bildungsnahen Themen, wie OER, Soft Skills etc. Doch wir haben es bisher kaum verstanden auch andere Zielgruppen wie z.B. Freizeit oder Firmen oder auch Stiftungen und soziale Zielgruppen damit anzusprechen. Entweder ist das MOOC-Format dort noch unbekannt oder diese Gruppen verbinden ihre Themen nicht mit dem Format.

Die andere Frage ist, wie kann man ein Thema bewerten? Ist Mathe wichtiger als Programmieren? Geschichte wichtiger als Geologie? Und wären Minimalismus, vegane Ernährung oder die Gender-Debatte überhaupt förderwürdige Themen? Das kann man schlecht bewerten, doch irgendeiner musste es machen, denn es kann nur einen Sieger geben.

Dazu kommt noch der soziale Auftrag. Als Hochschule mit einem Förderprojekt hat man auch eine gesellschaftliche Vorbildfunktion und einen sozialen Auftrag. Hochschulen bilden nicht nur aus, sondern ich verstehe es auch als Vorbildfunktion. Wir sollten in Sachen freier Bildung voranschreiten und auch politisch relevante Themen aufgreifen. Hochschulen sind schon lange keine Elfenbeintürme mehr, sondern hier sollten die Eliten von morgen mit Werten und Normen versorgt werden. Wenn nicht die Hochschulen das machen, wer sollte es sonst tun? Und natürlich weiss ich, dass das alles immer zu wenig ist, trotzdem muss man anfangen.

Und warum jetzt der SozialMOOC?

Die Entscheidung war natürlich nicht einfach, denn handwerklich waren die anderen Bewerbungen sicherlich besser, aber wären das dann auch würdige Preisträger gewesen? Wir haben den SozialMOOC ausgewählt, da die anderen Finalisten es sicherlich auch alleine schaffen könnten, aber der SozialMOOC nicht. Das Thema war mit Abstand das interessanteste und brisanteste was wir bekommen haben und man muss einen MOOC immer als Teamwork sehen. Das bedeutet, wir können dem SozialMOOC wirklich helfen und die brauchen unsere Hilfe. Wir müssen an dem Konzept noch viel arbeiten, aber dafür sind wir da. Und insgesamt betreten wir mit dem Thema Neuland und wir wissen nicht, was passieren wird. Will man solche Projekte nicht haben? Langweilig können andere machen 🙂

Sieger #MOTY16 mit Jury

Sieger #MOTY16 mit Jury

Im Nachhinein möchte ich anmerken, dass ich mich als Juror etwas überfordert gefühlt habe. Ich dachte, das wäre einfacher aber wir haben kurz und heftig diskutiert und haben das Potential und die gesellschaftliche Herausforderung prämiert, was aber vorher nicht in der Bewertungsmatrix vorgesehen war. Man muss allerdings auch anmerken, dass unsere Kriterien nur Vorschläge waren. Zum Glück hatten wir in der Jury eine sehr offene Kultur und waren uns einig. Ob wir es richtig gemacht haben, wird uns die Zukunft zeigen.

 

 

Veranstaltungshinweis „MOOCs and beyond“

Am 8.September trifft sich das „Who is Who“ der deutschsprachigen MOOC Szene in Berlin zu einem wissenschaftlichen Austausch. Wer sich erinnern kann, der kennt noch die große MOOC Ankunft in Deutschland. Iversity hat gemeinsam mit dem Stifterverband 10 MOOCs mit 250.000 Euro mit dem Fellowship Programm gefördert und danach ging der deutsche MOOC Hype(?) los.

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In Berlin schauen wir uns jetzt an, was seit den zwei Jahren aus den geförderten Kursen geworden ist. Man liest richtig, denn wir haben wirklich alle 10 Preisträger interviewt und werden diese Ergebnisse vorstellen und ich konnte schein einige interne Einblicke werfen, und fand die Ergebnisse bemerkenswert.

Parallel sind auch alle deutschsprachigen MOOC-Maker z.B. iversity, HPI, iMooX, Leuphana und mooin angesprochen worden, ihre MOOC Aktivitäten vorzustellen und sich kritische Fragen gefallen zu lassen. Ich persönlich finde es schon jetzt bemerkenswert, dass keiner der deutschen Maker, damals direkt gefördert worden ist, was schon genug Raum für kritische Diskussionen lässt.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 8.September in Berlin statt, und da wir Mitausrichter sind, kann man sich über unsere Homepage anmelden. Die Konferenz ist eingebettet in eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Berlin, die ich auch hier noch gerne erwähnen möchte. Am Freitag startet schon das Educamp mit einem Pecha Kucha und am Samstag und Sonntag findet dann ein gemeinsames Camp mit MOOCcamp und OERcamp statt. Und das Hochschulforum Digitalisierung lädt auch zu mehreren Veranstaltungen zur Diskussion beim „Digitalen Turn“ ein. Ich persönlich bin von Freitag Abend bis Mittwoch früh in Berlin.

 

 

Stellenausschreibung für einen MOOC-Spezialist/in

Wir verstärken unser MOOC-Team und suchen einen MOOC-Spezialisten/in. Unsere Ziele sind sehr groß, denn wir planen immer noch 40 MOOCs bis 2020 und wir haben verdammt viele „coole“ Ideen und wollen natürlich der Welt beweisen, dass MOOCs kein Hype sind (aber vielleicht was anderes was Hochschule 1.0 darunter verstanden hat). Es ist heute immer noch so, dass die meisten Hochschulen weder eine digitale Strategie haben, noch sind sie so flexibel und passen ihre Strukturen dem MOOC-Format an, sondern versuchen es genau andersrum. Dabei stellen MOOCs alle Hochschulfomate in Frage, u.a. Kurslaufzeiten, Präsenz, Abbrecherquoten und die Zertifikate.

Wir haben ganz modern zwei Versionen der Stellenausschreibung geschrieben, nämlich eine für den Social Media Bereich, die nur einen inoffiziellen Status hat, aber dafür hip geschrieben ist, und wahrscheinlich viel besser ausdrückt, wen wir suchen.

MOOC-Spezialist/in gesucht

MOOC-Spezialist/in gesucht

Parallel haben wir dann noch die offizielle Ausschreibung, die natürlich auf der FH Lübeck Seite zu finden ist. Jetzt kann jeder einmal darüber nachdenken, welche Ausschreibung besser ist und falls es die inoffizielle Version ist, warum schreiben wir dann nicht alle Ausschreibungen so?

PS Bewerbt Euch, falls Ihr Euch angesprochen fühlt oder verschickt den Link. Wir arbeiten in Lübeck an der Hochschule der Zukunft und bisher machen wir das ziemlich digital 🙂

Was hat das Google Car mit MOOCs zu tun?

Ganz einfach, beide sind kompromisslos und gehen „radikal“ neue Wege. Die Washington Post hat ein paar Previews vom Protypen veröffentlicht und zeigt, wie man Autos heute interpretieren kann. Was Google mit dem weglassen von Steuer, Tacho und Pedalen gewinnt, kann man nur erahnen. Google versteht das Auto nicht mehr als Bewegungs und Transportmittel, sondern als Arbeits- und Kommunikationspunkt. Alle anderen Hersteller arbeiten an Kompromisslösungen wie der Hybridtechnologie mit zwei Motoren. Dadurch gewinnen sie jedoch nichts neues, sondern es geschieht sogar das Gegenteil, denn der Wagen ist schwerer, komplexer und fehleranfälliger.

Prototyp Google Car (Quelle Google Blog http://googleblog.blogspot.dk/2014/05/just-press-go-designing-self-driving.html )

Ähnliches gilt für MOOCs und dem Blended Learning (behaupte ich mal überheblich?). MOOCs haben den Ballast des Papiers, der Präsenz und des Klassenraums abgeworfen und könne sich völlig neu entfalten. Kursdauer und auch Abbrecherquoten spielen kaum eine Rolle, sie sind Kennzahlen aus der Lehre 1.0 und werden immer mehr in Frage gestellt. Warum muss eine Vorlesung heute immer noch 90 Minuten dauern und ein Semester 14 Wochen lang sein? Zertifikate werden durch Badges ersetzt und das Diplom durch Portfolios. MOOCs können definitiv auf Hörsaal und Präsenz verzichten und daher wird schlussendlich auch die Universität als Anbieter in Frage gestellt werden, denn was bleibt am Ende noch übrig?

Umso mehr MOOCs wir in Lübeck machen, umso merke ich, wie radikal neu MOOCs sind und was für Möglichkeiten dadurch entstehen. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die MOOCs, viel bedeutender ist die allgemeine Digitalisierung der Lehre. Das digitale System wird jedoch erst richtig gut, wenn man auf Kompromisslösungen (Blended Learning) verzichtet. Die letzten 10 Jahre galt Blended Learning als Erfolgsmodell, doch genau wie die Hybridautos, vereint es eher die Nachteile beider Welten. Man benötigt immer noch Dienstreisen und feste Zeiten und starre Offline-Inhalte und hat daher doppelte Kosten. Leider ist die Gesellschaft meist noch nicht soweit, doch man kann erahnen (siehe Google Auto und das mobile Büro), wie wir umdenken sollten und müssten.

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

tl;dr

Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1“ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

MOOC Of The Year 2016

Die Fachhochschule Lübeck und oncampus suchen den „MOOC Of The Year 2016“ #MOTY16 . Jeder mit einer Idee für einen MOOC kann sich bewerben, und erhält eine Förderung im Wert von 25.000 Euro. Der Call läuft bis 16.August und danach gibt es beim Educamp in Berlin am 6.September ein Finale, wo sich alle Finalisten vorstellen sollen.

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

tl;dr

Die Idee zum #MOTY16 kam uns schon vor längerer Zeit, denn wir suchten eine besondere Idee für das neue MOOCcamp. Am SA/SO findet es gemeinsam mit dem Educamp und dem OERcamp in Berlin statt. So viele „Weltverbesserer Camps“ gab es wohl noch nie in an einem Ort in Deutschland und vielleicht übertreiben wir es auch, oder die Idee ist genial. Fakt ist, dass es in der Organisation vieles einfacher macht und da parallel auch noch die „The Digital Turn„-Woche vom Hochschulforum Digitalisierung ist, hat man noch mehr Synergie Effekte. Am Dienstag, den 8.September findet nämlich der Rückblick vom Fellowship Programm „MOOCs and beyond“  statt, wo man einmal darüber reflektieren wird, was aus den geförderten MOOCs geworden ist.

Educamp Berlin 2015  #ECBER15

Educamp Berlin 2015 #ECBER15

Das MOOCcamp

Das MOOCcamp findet jetzt zum zweiten mal statt. Das erste war vor zwei Jahren in Frankfurt und wurde von Studium Digitale und der MOOC Beratung durchgeführt. Diesmal findet es unter dem Dach des MOOChub statt, also von den beiden MOOC-Portalen iMooX und mooin und dahinter stecken TU Graz, Uni Graz, FH Lübeck und oncampus (ganz schön viele Namen) und wir möchten uns auch ganz herzlich bedanken, dass wir den Namen weiterführen dürfen.

Die Durchführung ist sehr simpel, denn alles läuft dankenswerterweise unter dem Dach des Educamps und wir labeln einfach die Barcamp-Sessions zum Thema „MOOC“ als MOOCcamp. Also alle MOOC-Macher und Interessierte sind ganz herzlich beim Educamp willkommen und so werden auch diese Welten zusammengeführt. MOOCs sind auch Bildung und von daher ergänzen wir uns. Man sieht und merkt hoffentlich, dass sich die deutschsprachigen Communities immer mehr vernetzen und das geschieht nicht, weil wir weniger werden, sondern weil die verschiedenen Disziplinen nicht mehr einzeln betrachtet werden können, sondern alles zusammenwächst.

MOOC Of The Year 2016

Wenn das Educamp endet und damit auch das OERcamp, geht das MOOCcamp weiter. Dann beginnt das Finale vom „MOOC Of The Year 2016“ und alle Finalisten sollen in 10 Minuten-Sessions, ihr MOOC-Konzept vorstellen. Das Finale soll natürlich öffentlich sein und wir sind ganz gespannt, ob es neue MOOC-Ideen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt, oder ob der Hype vorbei ist, und Bildung für alle niemanden interessiert.

mooc_of_the_year_logo

Im Gegensatz zum Fellowship gibt es beim #MOTY16 zwei wesentliche Unterschiede. Zum einen geschieht die MOOC Produktion nicht beim Sieger, sondern wir unterstützen die Produktion mit dem Know-How aus Lübeck. Das hat ganz viele Vorteile, denn wir haben kurze Wege (bei einer MOOC-Produktion sind im Schnitt 7 Leute in Lübeck involviert), und wir haben viel Erfahrung mit verschiedensten MOOC-Produktionen und natürlich kennen wir alle Tools und unsere Plattform mooin am besten. Aber wir wollen auch niemanden ausbremsen, und sind für neue Ideen immer offen.

Zum anderen soll der neue MOOC Of The Year 2016 komplett unter CC BY als OER MOOC veröffentlicht werden. Wir wollen damit die Nachhaltigkeit fördern und zum Remix auffordern. Wir reden nicht über OER, wir machen sie.

Und danach?

Wenn der Sieger feststeht, geht es erst richtig los. Der #MOTY16 soll im Winter produziert werden, damit er im Frühjahr online gehen kann. Wir sind selber sehr gespannt, was passieren wird. Immerhin kann sich jeder bewerben, also Hochschulen, aber auch Institutionen oder Vereine aber auch Einzelpersonen oder Verbände. Wir haben schon mit dem VideoMOOC und vor allem mit dem ichMOOC gezeigt, dass wir nicht nur Hochschul-Themen behandeln, aber mit Marketing als auch Projektmanagement, haben wir auch typische Hochschul-Themen und demnächst kommt wohl Cyber-Security (hab ich jetzt zuviel verraten?).

Wir suchen auch neue MOOC-Macher

Wir haben also sehr viel zu tun und sprühen vor neuen Ideen. Daher vergrößern wir gerade unser Team und wer Lust hat den MOTY16 zu entwickeln und zu betreuen oder einfach nur in Lübeck, der schönsten Stadt Norddeutschlands, im digitalsten E-Learning Team Deutschlands (na ja etwas übertrieben 🙂 ) mitzuarbeiten, dann einfach bei mir melden. Ich schreibe gerade die Stellenbeschreibung und wir suchen motivierte Digitalisten, die Lust auf „Bildung für alle und noch viel mehr“ haben.

 

 

Die Story hinter dem ichMOOC

Der Online-Kurs „Das Digitale ich„, kurz #ichMOOC , ist mit inzwischen über 1.400 Teilnehmern, der größte VHS Kurs aller Zeiten. Das macht stolz und stellt natürlich die Frage, wie war das möglich.

tl;dr

Ich glaube es war Spätsommer letzten Jahres als Joachim Sucker und ich uns zufällig beim E-Learning Summit in Hamburg trafen. Es war auch Zufall, dass es eine Art „World Cafe“ gab und wir beide wieder zufällig an einem Tisch sassen und uns über MOOCs unterhielten. Wir haben damals gerade eine Förderung bekommen und ich verkündete ganz stolz, dass wir 12 MOOCs planen werden. Irgendwie kamen wir ins Gespräch, bestimmt weil der Joachim ein schlauer Fuchs ist, und ich total neugierig auf das Gebilde VHS war. Mir war damals schon irgendwie klar, dass man MOOCs nicht alleine machen kann, sondern Partner mit Netzwerken braucht, egal wie diese Netzwerke aussehen mögen. Neun Monate später wird aus dieser Meinung langsam Bestätigung.

Joachim war dann die Triebfeder und hat noch die VHS Bremen mit Nina Oberländer mit ins Boot geholt und als Konzeptioner wurde der gute Jöran Muuß-Merholz überzeugt. Das schwierigste war natürlich der Kooperationsvertrag zwischen VHS Bremen, VHS Hamburg und der FH Lübeck, wobei ich als Praktiker immer mehr der Ansicht bin, man braucht diese Verträge nicht. Immerhin kriegen wir kein Geld und die Nutzung der mooin-Plattform ist umsonst. Hier lag der Fall jedoch anders, denn wir sind Partner und produzieren einen MOOC gemeinsam und das bedeutet, der #ichMOOC ist ein Gemeinschaftsprojekt aller drei Partner. Wir stellen dabei nicht nur die Plattform, sondern alle Videos wurden von uns produziert, die Inhalte auf mooin gestellt, die Badges entworfen, alle Bilder entworfen, Social -Media-Strategie fürs Marketing entworfen und umgesetzt und natürlich auch die Quizzes in den Videos entworfen. Ein MOOC zu machen kostet viel mehr Zeit und Geld, als viele sich das vorstellen und die Teilnehmer rennen einem nicht die Bude ein, nur weil es umsonst ist.

Start ohne Plattform

Nach den Verträgen ging die echte Arbeit los, wobei ihr aber nicht diese Verträge unterschätzen solltet. Alleine die Terminfindung für drei Direktoren war schon fast unmöglich und den Text mit Word zu schreiben ist quasi unmöglich. Das funktioniert heutzutage nur noch in der Cloud, wobei wir uns bis heute noch nicht endgültig über die Kommunikationsplattform einig sind. Allerdings lernen wir alle dazu, denn das war unser erster „externer“ MOOC und das ohne Netz und doppelten Boden. Ich will sagen, als wir mit dem ichMOOC begonnen haben, wussten die beiden Volkshochschulen noch gar nicht, wie mooin überhaupt aussehen wird und den Namen mooin gab es natürlich auch noch nicht. Hört sich vielleicht verrückt an, aber so laufen diese Projekte halt.

In den nächsten Monaten haben sich dann unsere Wege quasi getrennt. Joachim, Nina und Jöran haben sich an die Konzeption vom ichMOOC gemacht, mit der guten Unterstützung von unserem MOOC-Designer Thomas und ich musste mit dem Developer-Team parallel eine MOOC-Plattform entwickeln und fünf andere MOOCs planen. Nicht zu vergessen war dabei die Moodlemoot in Lübeck, wo wir das alles vorstellen wollten. Wir hatten also gut 10 Wochen Zeit die Plattform zu entwickeln, um dann fünf MOOCs zu starten. Das waren ambitionierte Ziele 🙂

Natürlich wollte der ichMOOC so früh wie möglich auf der Plattform getestet werden, aber vor Mitte März war das gar nicht möglich und so musste auch etwas improvisiert werden. Umso erstaunlicher ist das sehr gute Ergebnis, aber dazu später mehr.

Das Digitale Ich oder kurz der ichMOOC

Das Digitale Ich

Die Produktion begann

Zur Produktion und dem Konzept kann ich gar nicht viel schreiben. Wir mischen uns bei oncampus ganz wenig in die Inhalte ein und wollen eigentlich nur unterstützen. Diese Rolle aber zu vermitteln, war relativ schwierig. Zum einen sehen wir uns nicht als Fachexperten und wir respektieren auch die Freiheit der Lehre, aber auf der anderen Seite wollen die anderen mehr Hilfe und Führung haben, vor allem wenn es der erste MOOC ist.

Der Dreh des Trailers war relativ lustig, denn die erste Version war ein Kälte-Fiasko in der Lübecker Fußgängerzone. Dank unseres Kameragenies Gregor konnten wir jedoch eine sehr schöne warme zweite Version erstellen, die aber schon die Richtung zeigt. Wir wollen hochwertige Videos haben, wenig Text, viele externe Quellen und Infos (wir brauchen das Rad nicht das zweite mal erfinden) und die Motivation mit Quiz und Badges hochhalten. Es war/ist sehr schön, dass wir uns in diesen Eckpunkten immer einig waren, allerdings müssen wir diese Fakten auch in anderen MOOC-Projekten besser kommunizieren. Ihr glaubt gar nicht, wie Hochschulen darauf reagieren, wenn wir sagen, dass die Videos OER sind und auf YouTube liegen müssen. Mit diesen Aussagen sterben schon einmal geschätzt 50% aller Projektanfragen  (nein ist ein Scherz, aber ich könnte da trotzdem Stories erzählen…).

Start mit Problemen

Der ichMOOC-Start fiel leider in eine Urlaubs- und Reisezeit. Die einen Kollegen waren verreist, die anderen in der Welt unterwegs, wo wir u.a. Werbung für mooin gemacht haben und sehr viel Anerkennung bekommen haben. Die Zeit war wirklich knapp. Die letzten Videoaufnahmen für die erste Woche, waren am Dienstag gedreht und wurden Mittwoch und Donnerstag geschnitten, damit wir am Freitag online gehen konnten. Das definiert „Last Minute“ völlig neu, denn wir mussten ja auch noch die Quizzes einbauen und den gesamten Kurs designen und die Badges mit den Lernfortschritten definieren und Links auf Foren funktionieren auch erst, wenn man das Forum hat.Das waren zwei richtig lange Tage und auch von dieser Stelle ein großes Lob an alle Beteiligten.

Der größe VHS Kurs aller Zeiten

Am 28.Mai sind wir dann mit ca 950 Teilnehmern online gegangen und haben uns riesig gefreut. Für uns ein gigantischer Erfolg und wir dachten, dass wäre der größte VHS Kurs aller Zeiten, aber knapp verfehlt. Der „Gratis Online Lernen“ MOOC von unserem MOOChub-Partner iMooX war auch eine Kooperationsprojekt mit Volkshochschulen und hatte 1060 Teilnehmer. Freitag nachmittag hatten wir diese Marke jedoch geknackt und ich vermute wir schaffen vielleicht noch 1.700 Teilnehmer.

Der Kurs läuft prima um es einmal klar zu sagen. Am Freitag waren wir mit dem Hashtag #ichMOOC in den Top 5 von Deutschland, was wirklich unglaublich ist.

Die Beteiligung in den Foren ist riesig.

Allerdings kriegen wir deshalb auch einige Anmerkungen, da viele die massenhaften Mails nicht beherrschen können. Der ichMOOC ist unser sechster MOOC auf mooin und wir haben zum ersten mal diese Rückmeldungen, was zeigt, dass der Kurs die richtigen Leute erreicht. Leider sind diese aber auch mit knapp 1.500 Forumsteilnehmern und der Bedienung von mooin und/oder ihren Mail-Clients etwas überfordert. Auf der anderen Seite haben wir aber auch sehr motivierte Forenbetreuer, die wirklich alle mitnehmen wollen. Wir MOOC-Profis handeln oft nach dem Motto „Weniger ist mehr“ und lassen gerne Forenbeiträge erst einmal unbeantwortet, damit eine Teilnehmerdiskussion starten kann und eine  „Wir helfen uns selbst“-Community entsteht. Man darf jedoch auch niemanden frustrieren und alleine lassen. Das Mittelmaß ist der goldene Weg der Didaktik, den man finden muss. Das ist die große Herausforderung bei allen MOOCs.

Die MOOCbars

Das Alleinstellungsmerkmal des ichMOOCs sind natürlich die MOOCbars. Immerhin machen knapp 50 Volkshochschulen mit und bieten einmal einen Livestream an, der dann in den VHSen per Beamer gezeigt wird und live vor Ort danach diskutiert wird. In der Fachsprache wird das anscheinend MOOC 4.0 genannt, was mal wieder zeigt, dass wir supermoderne Konzepte nutzen ohne es zu wissen, bzw. wir sind mal wieder der Zeit voraus (den Artikel haben wir erst später gelesen) 🙂

Bei der ersten MOOCbar waren ca. 180 Teilnehmer in 35 VHSen vor Ort und haben teilweise stundenlang über das Thema „Der digitale Nachlass“ diskutiert. Ich persönlich finde synchrone Veranstaltungen in MOOCs nicht sehr gut, allerdings ist meine Meinung nicht relevant und gerade Kurse wie „Das Digitale Ich“, wo viele Netzneulinge sind, brauchen diese Präsenzveranstaltungen. Auch hier gilt, dass wir alle das Konzept gemeinsam tragen müssen und das Team hatte hier vollkommen recht. Auf der anderen Seite merkt man, dass die MOOCbars sehr viel Zeit in der Organisation kosten.

Fazit vom ichMOOC

Nach zwei Wochen kann ich nur schreiben, dass mich der ichMOOC schwer beeindruckt. Wir alle sind wirklich begeistert dabei, und man entdeckt viele Perlen in den Forenbeiträgen. Manche sind sehr positiv, andere sehr kritisch und wieder andere sehr schwer nachzuvollziehen, aber jeder lernt etwas. Die Videos sind super und die Badges kommen anscheinend gut an. Ich bin sehr gespant auf die erste Evaluation.

Was wir unbedingt nie wieder haben wollen, ist dieses „Just in Time“ arbeiten. Zum Glück sind aber bei einer Wiederholung alle Videos schon fertig, deshalb solten MOOCs auch immer mehrfach geplant werden, denn beim ersten Durchlauf, hat man nie Zeit. Man ist nur damit beschäftigt, dass alles möglichst reibungslos läuft, aber beim  zweiten mal, hat man Erfahrung UND fertiges Material. Es wird alles besser…