Das war das 3.Connect Dach Usertreffen

Es hat geregnet in Lübeck. Sturm und Wasser peitschte gegen die Scheiben der Mediadocks, doch innen war es  warm und trocken an diesem regnerischem Maitag in Lübeck. Innen saßen 30 E-Learning Experten aus drei Nationen und hatten keinen Blick für den Museumshafen, wo die letzten Kutter vom 100 jährigen Passat-Jubiläum zurückkehrten um anzulegen. Sie saßen dort und diskutierten und erzählten ihre Erfahrungs- und Leidensberichte. Alle 30 einte das gleiche Schicksal. Sie alle sind Adobe Connect begegnet, der legendären Webkonferenz-Software aus dem Hause Adobe. Sie kamen aus allen Landen, von nah und fern, von Hochschulen, Universitäten und aus der Industrie.

Google Map Übersicht der Stendorte aller Teilnehmer

Teilnehmer 3.Connect DACH Usertreffen

In langen Gesprächen tauschten Sie sich aus, erzählten Berichte von Connect 7, von Version 8 und von Servicepacks. Einige berichteten von berühmten Taten, so wurde von medienkompetenten Englischlehrern berichtet, die Halligen mit Webkonferenzen unterrichteten und es gab sagenhafte Fabeln aus dem Schweizerland über Präsenzvorlesungen mit Connect-Unterstützung. Alle hörten gespannt zu, als Uni Bochum vom „Großen Potential“ berichtete und ein kleiner Mann reichte Speis und Trank. Zu später Stund wurde dann noch von XML und Captivate, von HTTP-Headern und SCORM berichtet und alle staunten und raunten ein großes „Aaaah“ und „Ooooh“ durch den Raum. Was war nicht alles möglich mit dieser Software. Dank API und Dokumentation konnten Schnittstellen, Statistiken und Flash-Extensions entwickelt werden und Präsenz- und Fernlehre verfeinert werden. Schier unglaubliche Lösungen boten sich dem neuen Hörer und manch einer träumte schon von der Abschaffung ganzer Audimaxe.

Montag, 16. Mai 2011

12:00 Uhr Begrüßung, Vorstellungsrunde, Berichte aus den Standorten (Nutzung, Probleme, Connect 8)
13:15 Uhr Kurze Pause
13:30 Uhr Jens Lemke
IQSH
Best Practise: Standardsicherung im Fremdsprachenunterricht – per Webteaching zum Abschluss! Praxisbericht : Zwei Jahre ergänzender Unterricht per Webkonferenz auf den norddeutschen Halligen.
14:00 Uhr Christel Pagel
FH Lübeck
Technisches Englisch im Online-Studium mit Hilfe von nicht moderierten Diskussionsräumen
14:30 Uhr Bernd Kurowski
IfV NRW
Virtuelle Diskussions- und Arbeitsräume im Verbundstudium – Einbindung, Einsatz und Erfahrung
15:00 Uhr Pause
15:30 Uhr Kathrin Braungardt
Uni Bochum
Großes Potential – noch zu wenig genutzt: Wie geht es weiter mit Adobe Connect an der Ruhr-Universität Bochum? Erfahrungen und Perspektiven.
16:00 Uhr Andreas Illi
oncampus FH Lübeck
Technik: Die REST-Schnittstelle von Adobe Connect als Zugangspunkt fürs Single-Sign-On und für die Auswertung einer Statistik. Erfahrungen, Probleme und Entwicklung – ein Erfahrungs- und Leidensbericht
16:30 Uhr Jana Mittag
oncampus FH Lübeck
Technik: Adobe Connect und Captivate – Entwicklung von Lerneinheiten und Tutorials und deren Einbettung in Adobe Connect als SCORM-Objekte
17:00 Uhr Abschluss Zusammenfassung
17:15 Uhr Ende
18:00 Uhr Stadtführung: Gänge und Höfe der Altstadtinsel
20:00 Uhr Abendessen in der Schiffergesellschaft (Selbstzahlung)


Dienstag 17. Mai 2011

9:30 Uhr Begrüßung Planung
9:40 Uhr Günther Krämer
Adobe
Adobe Connect Roadmap und SDK
Dauer 45 Min.
10:30 Uhr Diskussion
11:00 Uhr Pause
11:15 Uhr Nathalie Roth
Switch Schweiz
Vereinfachte Nutzung von SWITCHpoint Adobe Connect – Präsentation einer Projektidee der Hochschule für Technik & Wirtschaft Chur, Schweiz
11:45 Uhr Andreas Wilkens
FH Emden
Handzeichnungen online – Wie bringe ich Formeln und Skizzen online? Ein Überblick über Tablets, Stifte und Aufzeichnungstools
12:15 Uhr Ausklang: Zusammenfassung
13:00 Uhr Ende

Nach getaner Arbeit wurde gemeinsam die Hansestadt erkundigt. Der Himmel klarte auf und sogar die Sonne strahlte ein paar Minuten durch und erhellte die vielen Gänge und Höfe der Königin der Hanse. Viele Stunden irrten die E-Learning Experten durch das Wirrwarr des Gängeviertels, vorbei am Marzipan und der Marienkirche um dann in der  berühmten Schiffergesellschaft einzukehren. In einer Tafelrunde nahe des Kapitän-Tisches wurde gespeist und der Met gestemmt.  Geschichten  über Google, Facebook und Apple aber auch Datenschutz und Usability aus der Heimat machten die Runde und jede Hochschule hatte andere, aber dennoch gleiche Probleme.

Am folgenden Tage gingen die Berichte weiter und Probleme wurde niedergeschrieben. Connect konnte bei manchem keine Töne wiedergeben und die Aufzeichnungen waren „zerschossen“, Updates von 7.5 auf 8 machte Ärger  und so wurde beschlossen auf das ServicePack 1 für Connect 8 zu warten, bevor großes Unheil über die eigene Hochschule kommen könnte. Es gab jedoch mutige Connectler, die jetzt schon das Connect 8 erfolgreich einsetzten und von keinen Problemen berichteten. Das Bild war unklar, doch alle stimmten überein, dass Connect besser geworden ist.

Diese privilegierte Gemeinschaft wartete nun auf einen Boten, direkt von Adobe um geheime Informationen zur Roadmap, zu MobilConnect und neuen Versionen zu hören und die Gemeinschaft der Connectler wurde erhört. Direkt aus München wurde Connects Götterbote eingeflogen um zu berichten. Die Gemeinschaft lauschte seinen Worten anhörig und jeder durfte dann sein Leid schildern. Der Bote vernahm die Worte und versprach sie in das gelobte Entwicklerlabor in San Francisco zu tragen und die Gemeinschaft der Connectler bedankte sich. Die Rolle der Feature-Requests wurde niedergeschrieben und wird versendet – So sei es.

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Gruppenfoto 3.Connect DACH Usertreffen in Lübeck

Am Ende bedankte sich die Gemeinschaft der Connectler bei dem kleinen Gastgeber und alle waren glücklich und zufrieden. Sogar der Himmel klarte auf und gab den blauen Himmel frei. So zogen alle Connectler nun wieder in ihre Heimat um dort wieder mit Akzeptanz und Usability zu kämpfen, aber jeder wusste nun, dass es auch den anderen so erging. Doch das kämpfen lohnt sich, denn viele haben nun von Berichten gehört und Bilder gesehen, von einer besseren Lehre und mehr Qualität und nun kämpfen sie wieder frohen Mutes gegen die Windmühlen der Verwaltung, der Curricula und dem Bologna-Prozess.

In einem Jahr wird sich diese kleine Heerschar wieder zusammenfinden und neue Berichte erzählen. Dann aber nicht im Norden an der rauen Ostsee, sondern man zieht gen Süden. Inmitten der Berge in der Alpenrepublik Schweiz wird der SWITCH aus Zürich der neue Gastgeber sein und alle freuen sich auf Bratwurst und Käse.

PS Ich bedanke mich hiermit bei allen Helfern, Rednern und Unterstützern für das 3.Connecttreffen und bitte alle Redner ihre Folien in den Kommentaren zu verlinken, falls sie irgendow in der Cloud liegen. Alle weitere Infos im Wiki oder im Forum .

Sollen Smartphones im Schulunterricht eingesetzt werden?

Ich unterrichte mal wieder Medienkompetenz und diesmal hab ich Abiturienten aus ganz Schleswig-Holstein in meinem Kurs. Gestern haben wir darüber diskutiert, ob Smartphones im Unterricht eingesetzt werden sollte. Schüler nutzen heute diese technischen Universalgeräte für alles mögliche und sind darin viel besser als die Lehrer. So wird quasi alles gegoogelt oder sofort in der Wikipedia nachgeschaut, da gruselt es mich als Lehrer Dozent (bitte nennt mich nie Lehrer oder Pädagogen). Aber welchen Wert hat ein Wissen heute, wenn ich es mir in 10 Minuten ergoogeln kann? Sollte man das in einer Klausur abfragen? Die Frage hat mich beschäftigt, denn man kann es weiter ausbauen. Leute wollen kein Navigerät benutzen, damit sie das Karten lesen nicht verlernen bzw. sie wollen nicht alles im Netz nachschlagen, man brauche ja schliesslich Allgemeinbildung. Meine Antwort darauf ist fast immer die gleiche.

Wer kann heute noch mit der Hand Feuer machen? Wir alle nutzen dafür ein Feuerzeug.

Das nennt man technischen Fortschritt und der ist nicht aufzuhalten. Also Leute lasst Smartphones im Unterricht zu, und die, die es sich nicht leisten können, sollen doch bitte in der „Unterschicht“ bleiben. Ganz so einfach ist die Antwort natürlich nicht, doch wer kennt nicht das Problem im Kaufhaus, wenn man von jemanden beraten wird, der die Antworten aus der Gebrauchsanweisung vorliest.

Kann man mein Wissen durch zwei Stunden googeln ersetzen?

Was unterscheidet Experten vom Allgemeinwissen, wenn jeder auf alles immer zugreifen kann?

Das sind ganz spannende Fragen und zum Glück hab ich gestern Nacht Gunter Dueck entdeckt, der einen endgeilen tollen Vortrag dazu auf der re:publica11 gehalten hat. Wer keine Zeit hat, brauch erst ab Minute 23 schauen.

Google Latitude und das deutsche Datenschutzgefühl

Seit ich mein Android Milestone 2 hab, hat sich natürlich mein Leben geändert. Der erste Vorteil eines Smartphones sind natürlich die Standarddienste wie E-Mail und Web, aber danach kommen schon die ersten ortsbasierten Dienste wie Facebook Places, Aloqua, Foursquare oder halt Google Latitude. Das fantastische bei Google (ähnlich wie bei Apple) ist immer, die machen es besser, wie all die anderen, so auch bei Latitude. Muss man bei Foursquare und Facebook Places umständlich aktiv in Orte einchecken, so gibt es bei Latitude keine Orte, sondern man wird einfach auf GoogleMaps dargestellt (typische MashUp-Technologie).

Nutzt man nun Latitude, so kann man Freunde einladen und nach Bestätigung werden alle Freunde auf der Googlemaps in Echtzeit dargestellt (Echtzeit ist übertrieben, ich vermute der Standort wird alle 5-10 Minuten aktualisiert, was aber absolut ausreichend ist). Will ich einmal, dass niemand sieht wo ich gerade bin, z.B. beim nächtlichen Reeperbahnbummel, so kann ich meinen Standort verbergen oder einen anderen Standort meiner Wahl angeben. Letzteres erzeugt beim ersten Einsatz oft wundervolle Dialoge „Hey du warst gestern in New York? Ich dachte du musst arbeiten.“.

In der Praxis erzeugt aber Latitude zuerst panische Ängste. Warum soll ich Google bzw. meinen Kontakten meinen ständigen Aufenthaltsort zeigen? Das ist ja schlimmer als die Stasi und absolut unnütz. Dazu kommt noch, dass ich ja nicht bestimmen kann, was gezeigt wird, sondern automatisch (man achte hier auf den negativen Unterton von automatisch, was eigentlich ein positives Wort sein sollte, denn es bedeutet „ich habe keine Arbeit damit“) wird man Standort an die ganze Welt gefunkt. DAS WILL ICH NICHT!

Inzwischen habe ich zu diesen kritischen Tönen, dank meiner vielen Reisen, eine relativierte Ansicht bekommen. Denn benutzt man Latitude, wird man sehr schnell merken, dass der Dienst wirklich sexy gut ist und Spaß macht und vor allem sinnvoll ist. Einige kurze Beispiele gefällig? Mein Zug hat Verspätung, aber meine Freunde kriegen das auch live ohne SMS bzw.  mit einer SMS mit, oder ich erwarte Besuch und sehe wann er kommt oder ich bin bei einer Veranstaltung und sehe wer noch da ist oder ich kann sehr viel schneller über Ereignisse sprechen, die passiert sind.

Ich vermute es gibt zwei Gründe warum wir so kritisch mit unseren Daten umgehen und das hat man auch bei der Google StreetView Diskussion gesehen oder bei TollCollect etc. Deutschland hat eine Überwachungsvergangenheit mit dem dritten Reich und der Stasi und da schaun wir besonders kritisch auf solche Dienste. Das macht uns aber auch besonders auf der ganzen Welt und daher sollte man sich auch nicht so über Google, Facebook und Co wundern, da all diese Firmen nicht aus Deutschland kommen. Das Ausland wundert sich über uns und versteht unsere Datenschutzsicht nicht.

Der zweite Grund ist, wir verstehen die Technik nicht bzw. wir vertrauen Google nicht. Wir denken vermuten, dass Google ein Bewegungsprofil von uns erstellt und es dann mit unseren Suchbegriffen verknüpft, um dann unsere „gläserne Akte“ an Personalchefs verkaufen zu können. Das Google das nicht darf und gegen geltendes Recht in Deutschland als auch in den USA verstößt, ist uns dabei egal. Die machen das trotzdem. Dabei könnte ich schwören, wenn Google nur eine gläsernes Profil von einem User veröffentlichen würde, wäre der Skandal so groß, da wäre Guttenberg eine Eintagsfliege gegen.

Vielleicht bin ich etwas naiv mit meiner Gutgläubigkeit gegenüber Google, aber ich hab definitiv mehr Spaß mit meinem Smartphone:-) Das meine Freunde mich ab jetzt auf Latitude finden können, ist für mich ein Mehrwert und kein Nachteil. Die korrekte Frage müsste eigentlich sein, warum sollte ich meinen Freunden misstrauen? Freunde sind zum vertrauen da. Wer allerdings all seine 450 Facebook Freunde Bekannte bei Latitude einlädt, der ist imho wirklich naiv. Bei all diesen Web 2.0 Diensten geht es eigentlich darum, ob sie mir einen Mehrwert geben. Bei Latitude kann ich eindeutig ja sagen. Die zweite Frage, die ich mir stellen muss, vertraue ich Google. Dies muss ich auch mit ja beantworten, denn sonst (und das ist leider inzwischen dir traurige Wahrheit) kann ich das Internet und mein Smartphone und die ganez Technik dahinter ignorieren.

 

50.000 Klicks auf YouTube

Ende Januar hatte ich die Idee einen YouTube Channel einzurichten und unsere Animationen einmal online zu stellen. Inzwischen haben wir auf dem Channel 50.000 Klicks und das ist viel mehr als ich je erwartet hätte.  Ein erstes Resume habe ich damals nach 40 Tagen schon gezogen, nun folgt der zweite Teil.

Die letzten 14 Tage hatte ich wieder einen Praktikanten, der die restlichen alten Videos noch beschrieben und freigeschaltet hat, aber auch noch ca. 10 neue Videos eingestellt hat. Damit haben wir in Summe jetzt 140 Animationen und Videos online. Wir sind also immer noch 60 Videos vom damaligen Ziel von 200 Animationen weit entfernt und ich vermute, dass dies noch länger so bleiben wird. Warum sind diese 200 Animationen so wichtig? Ich denke man braucht eine kritische Masse an Videos, damit sich ein vorbeischaun überhaupt lohnt und ich habe diese Grenze einmal auf 200 gesetzt. Gegen diesen Ansatz spricht allerdings die Statistik.

Wie werden unsere Videos aufgerufen?

Man sieht hier sehr gut, dass nur 5% aller Besucher über die Kanalliste gekommen sind und alle anderen gar nicht wissen, wie viele Videos wir online haben. Der Hauptteil aller Besucher machen die internen Vorschläge von YouTube selbst aus, nämlich fast 40%. Wie YouTube vorschlägt, weiss natürlich kein Mensch und bei einigen Animationen kann ich die Ergebnisse überhaupt nicht interpretieren.

Warum haben wir überhaupt den YouTube-Channel?

Die Frage kann ich immer noch nicht genau beantworten, jedoch einiges habe ich inzwischen herausgefunden. Zum einen ist mir inzwischen klar, dass wir als E-Learning Anbieter und als Videoproduzent definitiv auf YouTube vertreten sein müssen. Wir müssen ja auch eine Webseite haben und neben Wikipedia (das muss aber noch besser werden) gehören auch YouTube und Facebook zu Pflichtpräsenzen für jede Internet-Institution. Desweiteren muss man YouTube verstehen und der Lerneffekt bei YouTube ist sehr groß. Ich hab das Thema absolut unterschätzt und viele Kollegen mit denen ich mich austausche, machen dies immer noch. YouTube ist erheblich mehr, als nur ein Video einstellen und zu beschreiben. Zu guter letzt ist das YouTube Projekt immer eine gute Aufgabe für Praktikanten, die auch mal was sinnvolles machen sollen 🙂

Sind 50.000 Klicks viel?

Das kann ich nicht genau beantworten, doch es sind mehr als ich vermutet hätte. Immerhin waren das 50.000 Interessierte, die sich 1-8 Minuten mit etwas sinnvollem beschäftigt haben und wir sind immerhin dafür da, die Welt etwas chlauer zu machen 🙂 Ich weiss, dass viele Kollegen denken, nur Studierende im Hörsaal haben es verdient ihre Skripte, Folien und Vorlesungen zu hören, ich sehe das aber anders. Eine Hochschule sollte Wissen vermitteln und das für möglichst viele Menschen auf möglichst einfache Art und YouTube gehört dazu. Inzwischen haben mehrere Lehrer angefragt, ob sie die Videos in ihrem Unterricht verwenden dürfen. Das hat uns natürlich sehr gefreut und wir haben das bestätigt, jedoch habe ich mich etwas gewundert, da alle Videos unter der Creative Commons Lizenz 3.0 by-nc-sa veröffentlicht sind. Allerdings wundert mich bei Lehrern nicht mehr allzuviel, denn ich vermute, dass die meisten gar nicht wissen, was diese Lizenz bedeutet.

Wie geht es weiter?

Wir haben jetzt 140 Videos online und bis Ende des Jahres habe ich keinen neuen Praktikanten mehr, daher wird es auf YouTube nicht mehr weitergehen. Wir haben dank der neuen Videos nun ca. 270 tägliche Aufrufe, d.h. in 185 Tagen haben wir 100.000 Klicks. Das mittelfristige Ziel bleiben die 200 Videos und die neuen produzieren wir ja auch gleich für YouTube mit. Bestimmt wird bald die Diskussion starten, was wir mit Kursen machen, wo alle Videos auf YouTube stehen. Vielleicht benutzen auch irgendwann Dozenten Kursübergreifend Animationen oder setzen sie in der Präsenzlehre ein. Bisher haben wir dazu noch keine Rückmeldungen bekommen.

Freies WLAN in Deutschland – Traum oder Alptraum?

Ich war in den letzten Wochen viel unterwegs und ich hab nicht alles bisher dazu gebloggt. Durch die ganzen Reisen ist mir mal wieder die Abhängigkeit vom Internet klar geworden und vor allem meine spezielle Abhängigkeit. Anscheinend bewege ich mich doch etwas mehr im Internet als der Durchschnittsbürger und dabei wundere ich ich, wie der normale alte offline Mensch überhaupt „existieren“ kann 🙂

Was ist der Unterschied zwischen einer Hochschule und McDonald?

Was sich zuerst äußerst banal anhört und vielleicht witzig ist, ist beim zweiten Nachdenken eher traurig oder . Bei McDonald komm ich umsonst und ohne große Schwierigkeiten ins Internet. Entweder haben die Niederlassungen ein offenes Netz, oder man kann sich per SMS einen Code zuschicken lassen, der dann 1 Stunde gültig ist. Das gleiche gilt auch für Starbucks und viele andere Restaurants. Was ist aber jetzt mit den Hochschulen in unserem Lande? Die Orte wo Wissen entsteht und vermittelt werden soll? Wo die Barrierefreiheit groß geschrieben wird und jeder Zugang zum Wissen haben sollte. Hoschulen dürfen keine freien WLANs haben, ist die einfache Antwort, denn es gibt ein Haftungsrecht. Über freie WLANs könnten illegale Inhalte runtergeladen werden und das gehört sich nicht. Daher muss man sich authentifizieren. Das ist aber oft gar nicht so einfach, vor allem wenn man an einer Hochschule nur Gast ist. Dann hat man keinen Account und auch kein Internet. Das  soll Eduroam lösen, denn Eduroam steht für Education Roaming was bedeutet, dass man in jeder Hochschule mittels Eduraom authentifiziert problemlos surfen kann (das löst aber nicht immer das Gästeproblem löst, denn es kommen ja auch nicht Hochschulangehörige an eine Uni, z.B. Gastvorlesungen aus der Industrie).

Ich möchte jetzt gar nicht wissen, wie viel es gekostet hat und kosten wird, diese ganzen authentifizierten Netzwerke aufzubauen und zu administrieren, alles nur damit wir keine illegalen Inhalte runterladen oder andere böse Sachen anstellen. Allerdings kommt schon das nächste Problem, denn es gibt ja inzwischen Netbooks, iPads und die ganz tollen Smartphones. Ich mag zwar kein Apple, aber die iPhones sind wirklich easy ins Internet zu kriegen. Was mit einem Windows Laptop an der FH Lübeck nur mit einer 4-Seiten-Anleitung geht (die versteckt im Intranet steht), kriegt man mit einem iPhone mit zwei Klicks hin. Inzwischen gibt es aber genug Smartphones (gerade gestern sind wir an einem Sony Ericsson verzweifelt) mit denen man es bei uns gar nicht schafft. Wie viel Zeit man beim probieren verschwendet, ist dabei egal. Wichtig ist nur, dass man ein sicheres WLAN hat.

Sicherheit und Usability widersprechen sich

Bei all meinen Beobachtungen von Hochschulnetzen, bei dutzenden Workshops und Konferenzen gibt es hunderte von Problemen, seien es Zugangswörter (Achtung Groß- und Kleinschreibung), WEP, WPA, WPA2, PSK oder AES Verschlüsselung. Dazu kommt noch der berüchtigte VPN-Cisco-Client, der mir schon ein Laptop zerschossen hat. All die tausende von Einzelschicksalen, die sich bemüht haben in die jeweiligen WLANs zu kommen und wirklich unendlich viel Zeit dabei verschwendet haben (und Nerven gekostet haben), hätten mit freien WLANs keine Probleme gehabt. Falls ich mich jetzt wiederhole, tut es mir leid, aber wir dürfen keine freien WLANs haben, da wir sonst illegale Sachen machen (Warum werden wir eigentlich dafür bestraft, wenn einer von 1000 Nutzern Pornobilder lädt. Auf der Autobahn darf doch auch jeder schnell fahren, auch wenn einer mal geblitzt wird.)

Der Landtag setzt Zeichen

Gestern hatte ich einen Vortrag im Kieler Landtag und das erste was mir aufgefallen ist, das WLAN war geschlossen. In meiner naiven Vermutung der Landtag könnte für Transparenz, Bürgernähe und Öffentlichkeit stehen und etwas für seine Bürger machen, stand ich natürlich alleine da. Die meisten Anwesenden waren schon glücklich darüber, dass es ein teilgeschlossenes WLAN gibt und man doch einige Informationen über den Landtag abrufen konnte. Google und andere unwichtige Seiten gingen natürlich nicht. Ich vermute auch im Kieler Landtag gibt es jede Menge böser Menschen, die illegale Sachen mit dem Internet machen.

Es könnte so schön sein

Andere Länder andere Sitten, denn es gibt viele Plätze auf der Welt, wo offene WLANs selbstverständlich sind und das Internet sogar als Grundversorgung gilt. In Estland gibt es ganze Innenstädte die flächendeckend freie Netze haben und auch der Wiener Flughafen hat dies. Habt ihr schon mal versucht am Hamburger Flughafen zu surfen? Nehmt ne Menge Geld mit, denn das ist richtig teuer. Von McDonald und Starbucks hab ich schon gesprochen und auch ganz viele Jugendherbergen und Hotels haben inzwischen freie Netze (andere haben aber meist extrem teure Netze, vor allem Hotels). Was mich aber am meisten stört, ist dieser unglaubliche Aufwand für Eduroam, Verschlüsselung und Konfiguration, der so viel Zeit und Nerven kostet, aber der für eine sichere Gesellschaft anscheinend notwendig ist, aber nie hinterfragt wird.

Alternative Geld und UMTS

Natürlich ist das Problem gelöst, wenn ich einen UMTS-Stick nehme bzw. ein Android Handy mit Hotspot installiere. Die meisten machen dies auch und beschweren sich nicht (mehr). Dies wird auch die Lösung der Zukunft sein, ich frage mich jedoch, ob dies vernünftig ist. Es könnte doch auch anders gehen, aber jaja die bösen Menschen mit den illegalen Inhalten…

iPad – erste Eindrücke

Heute war ein großer Tag, wir haben das iPad bekommen und uns natürlich sofort darauf gestürzt und getestet. Ich will jetzt einmal ganz kurz und schnell vor dem Wochenende meine ersten subjektiven Eindrücke runterschreiben und was die Kollegen gesagt haben.

Zuerst einmal vorneweg, wir sind eine reine Windows-Organisation und kein Mitarbeiter ist Apple Fan. Wir wollen alle arbeiten und das ohne Probleme und Hindernisse und wir sind auch alle sehr offen gegenüber Open Source, offenen Schnittstellen und wir versuchen immer alle Plattformen zu unterstützen, was aber natürlich nicht immer klappen kann. Unsere Lernmodule laufen dank Flash und XHTML auf allen Plattformen, dennoch sprechen wir offiziell nur von Windows-Unterstützung. Das müssen wir schon alleine wegen der Ressourcen machen, da wir uns hier nicht noch 4 PCs mit Apple, Linux, Android und Opera, Firefox, Safari hinstellen können.

Erster Eindruck

Das iPad sieht wirklich schick aus. Das Display ist sehr gut und zeigt HD-Movies kristallklar. Der einzige Anschluss ist das Docking-Kabel und dann gibt es noch Tasten für die Lautstärke und zum locken des Displays. Das Display spiegelt jedoch sehr stark und kann bestimmt nicht bei Sonne abgelesen werden. Meine ersten Freifeldversuche waren bei bedecktem Himmel und da war alles gut zu erkennen, jedoch bei Sonne ging gar nix. Ich bezweifel sehr stark, dass ich im Freibad eBooks lesen kann oder vernünftig surfen. Das Gewicht ist auch größer als vermutet. Ich hatte schon nach 10 Minuten erste Probleme mit meinem Handgelenk und zum lesen oder Filme betrachten fehlt ein eingebauter Ständer (das 1und1-Pad hat so nen Ständer, bei Apple gibt es den bestimmt zum nachkaufen). Man hat auch immer das Gefühl das iPad rutscht aus der Hand, da die Rückseite sehr glatt ist. Einen sehr positiven Eindruck hat die Tastatur hinterlassen, die wirklich groß und treffsicher ist. Allerdings ist dann der Bildschirm zu klein um größere Texte schreiben zu können. Der eingebaute Lautsprecher ist auch sehr gut und macht auch bei größerer Lautstärke einen guten Eindruck. Richtig laut ist er allerdings nicht, dafür gibt es dann wohl Extra-Boxen über die Docking-Station.

Die Software

Es ist halt Apple und das ist für nen Windows-User zuerst einmal fremd. Der Anschluss ans WLAN der FH Lübeck ist genial einfach und natürlich konnte man sofort loslegen. Safari starten und ab ins Internet war in 2 Minuten erledigt und die ersten Webseiten kamen gestochen scharf rüber. Was aber sofort gestört hat, ist das fehlende Multitasking. Mehrere Webseiten kann man zwar öffnen, aber iTunes und iPod nebeneinander geht nicht. Zwischen einzelnen Anwendungen wechseln geht gar nicht. Das hat jeden Mitarbeiter gestört und teilweise zur Verzweiflung gebracht. Das nächste Problem war dann Flash. Zwar kann man YouTube Videos dank dem passenden App anschauen (auch in Webseiten) aber die ARD/ZDF-Mediathek geht gar nicht und natürlich unsere Lernmodule auch nicht. Der Hinweis in Safari, man solle doch das Flash-Plugin installieren, ist natürlich ein Witz, wenn man die Hintergrundstory zu dem Adobe-Apple-Streit kennt. Andere Video-Webseiten gehen auch nicht, z.B. ClipFish (Flash-Plugin) und MyVideo (gar keine Fehlerangabe) dagegen hat Vimeo funktioniert. Benutzt Vimeo HTML5? Ich war erstaunt.

Was natürlich uns „Arbeiter“ interessiert, ging irgendwie alles nicht so einfach. PDF-Files kann man öffnen, aber nicht speichern (dafür gibt es bestimmt ne App). Bei Word und Powerpoint sieht es ähnlich aus, aber wer editiert Office-Dokumente auf dem iPad? Wikis zu editieren war wegen der großen Tastatur auch nicht so einfach. Videos, Bilder und Musik hingegen funktioniert sofort, wenn man denn iTunes mag.

Kleines Fazit

Ich will jetzt nicht über die Philosophie von Apple lästern, denn darum geht es beim iPad nicht. Entweder man findet die Usability gut, oder man ignoriert Apple. Allerdings haben wirklich alle Mitarbeiter gesagt, dass sie kein Verständnis haben für den fehlenden USB-Anschluss, bzw. dem fehlenden SD-Card Slot. Wie soll man Daten auf das iPad ohne iTunes transportieren? Dafür ist natürlich iTunes entwickelt worden, jedoch hat jeder Mitarbeiter Angst davor, dass Apple weiss, welche Mediendateien man besitzt. Wieso wird eigentlich täglich über Googles StreetView diskutiert, wenn der richtige Datensammler Apple heisst? Es ist auch nicht hinnehmbar, dass man nur mit einer Kreditkarte den iTunes-Store benutzen kann. Ich weiss das einen Weg gibt, auch ohne Karte „einzukaufen“, doch dieser Workaround ist sehr gut versteckt und eigentlich keine Lösung (Apple Fans werden jetzt widersprechen, dafür ist das Kommentarfeld unten da 🙂 ). Das eine Webcam fehlt, muss auch noch erwähnt werden, aber auch das iPhone hat drei Versionen für die MMS und den Kompass gebraucht. Apple braucht auch gute Verkaufsargumente für die zweite Generation, das wäre einer.

Allgemeine Meinung

Alle waren neugierig und kurz danach enttäuscht! So könnte man schnell alle Meinungen zusammenfassen. Von „nette Spielerei“, „unnützlich“ bis zu „Datensammler“ und „ohne USB und SD-Card unbrauchbar“ waren alle negativen Meinungen vertreten. Wirklich positiv hat bisher keiner vom iPad gesprochen. Teilweise waren die Meinungen nach 3 Minuten vernichtend. 500 Euro für ein Gerät, was weder Flash unterstützt noch USB und Webcam hat, ist schon eine Hausnummer. Ich habe jedoch eine etwas andere Meinung, denn ich denke, das Pad wird seine Vorteile eher im Alltagsgebrauch ausspielen. Es wird TV Zeitschrift, Laptop, Küchenuhr und Kochbuch ersetzen. Ob es zum lesen und lernen taugt, muss ich jetzt schon bezweifeln. Dafür ist das Gerät imho zu schwer und das Display zu spiegelnd. Wie es sich im Alltagstest bewährt, werde ich wohl in 2-3 Wochen berichten können. Für mich persönlich, hat sich meine Meinung über Apple jedoch bekräftigt. Ich halte gar nichts von der Usability und der Geschäftspolitik, muss aber bewundersnwert eingestehen, dass das Gerschäftsmodell von Apple fantastisch ist. Das ist die perfekte Gelddruckmaschine und selbst ich kauf Apps. Daher freue ich mich jetzt schon auf das WePad, was Flash und SD Card und USB hat.

Fortsetzung folgt…

E-Lectures Erfahrungsbericht bei e-teaching.org

Seit dem Einsatz von Adobe Connect und der stark wachsenden Verbreitung von Smartphones (Android, iPhone, etc.) liegt es auf der Hand, auch über den Einsatz von Vorlesungsaufzeichnungen sogenannten E-Lectures nachzudenken. Ich habe mich in letzter Zeit sehr viel mit dem Thema auseinandergesetzt und mir viele Lösungen angeschaut, z.B. Camtasia, Lecturnity oder Lecture2go. Der erste Ansatz war es, einfach eine 90 Minuten Vorlesung aufzuzeichnen und den Studierenden zur Verfügung zu stellen. Das geht heutzutage relativ schnell und dank iTunes U kann man auch das berühmte iPhone so „befüllen“. Ob allerdings Studierende solche Vorlesungen auch anschauen wollen, kann man diskutieren. Ich denke man kann dies ganz klar mit JA beantworten, aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

Wie man seine Vorlesungen mit E-Lectures ersetzen, anreichern und auch ergänzen kann, wird gerade als Schwerpunkt bei e-teaching.org behandelt. In einer sehr guten Online Vorstellung (übrigens mit Adobe Connect) haben Michael Kerres, Gabi Reimann und Karten Morisse ihre Einsatzszenarien vorgestellt. Die Aufzeichnung ist inzwischen online und ab Minute 31:30 erzählt Prof. Morisse von der FH Osnabrück ein wirklich interessantes Szenario, was ich eigentlich auch als Idealvorstellung habe. Vorlesungen werden hier ersatzlos gestrichen und durch eine Fragestunde (Coaching) ersetzt, d.h. die Studierenden kommen zum diskutieren und fragen in den Hörsaal. Die Inhalte liegen elektronisch aufbereitet im Netz, u.a. als Podcasts bei iTunes. Teilweise sind es Videos aber auch Audiobeiträge, und auch kleine Kurzfilme, die von den Studierenden selbst erstellt wurden, sind online abrufbar.  Der Rest ist in Skripten und Wikis vorhanden.

Ich finde dies ist ein sehr guter Ansatz für eine neue Form des Lehrens. Vorlesungen wo immer das gleiche erzählt wird und wo oft auch ein Fachbuch ausreichend ist, können auch zuhause erarbeitet werden. Der Dozent kann sich auf Schwerpunkte konzentrieren und mit den Studierenden direkt arbeiten. das hat viele Vorteile auf beiden Seiten. Ich frage mich dabei nur, ob dieser Ansatz nur in der Medieninformatik so gut funktioniert? Sicherlich sind auch nicht alle Studierenden davon begeistert, sich zuhause Videos anzuschaun. Ich merke inzwischen immer öfter, dass auch viele Studierende nicht bereit sind neue Techniken zu akzeptieren und sie lieber einen richtigen Menschen vor sich haben. Dieser wird zwar nicht gefragt und meistens wird im Unterricht eher gesurft oder auch geschlafen, dennoch fühlt man sich wohler, wenn man in der Vorlesung war 🙂

Vorteile des Lesens am Monitor

Am Wochenende habe ich beiläufig wieder einmal eine Diskussion über elektronische Bücher mitbekommen. Die Argumente waren die gleichen, wie immer. Bücher sind haptisch angenehmer, liegen besser in der Hand, man kann überall (Paradebeispiel Zugfahren und Strand) lesen und „Zeig mir deinen Bücherschrank und ich sage Dir, wer du bist.“

Das alles erinnert mich sehr an die Diskussion Schallplatte und CD, wo fast die gleichen Argumente ausgetauscht wurden und dann kam MP3.  Ich bin gespannt, wie viele CD Regale in 15 Jahren noch verkauft werden. Bestimmt ähnlich viele, wie heute Schallplattenständer.

Beim Buch sieht dies dennoch anders aus, da das Buch einen ganz anderen kulturhistorischen Stellenwert hat, als die Schallplatte oder die CD. Dennoch werden Ebooks zahlenmäßig zunehmen, das sieht man schon am Erfolg des iPads und des Kindles. Bei den meisten Diskussionen wird über Ersatz statt einer Ergänzung diskutiert. Das verwundert mich, denn ein elektronischer Text hat ganz andere Vorteile als ein gedruckter. Wer würde die Einleitung aus einem Buch kopieren und per Mail verschicken? Doch eine mobile Version der Wikipedia auf dem Smartphone macht oft Sinn, vor allem eine Offline-Version.

Jedes Medium hat seine Vorteile, die es zu entdecken gibt. Ein paar deutsche Forscher vom DFKI haben nun ein Eye-Tracking System Beispiel veröffentlicht, wo man sehen kann, welche Vorteile elektronisches Lesen haben kann.

Das ist ein wirklich sehr gutes Beispiel, was zeigt was jetzt schon möglich ist. Ich bin auch davon überzeugt, dass in 20 Jahren elektronische Bücher normal sein werden und niemand deren Vorteile missen will. Ich aber auch davon überzeugt, dass es in 20 Jahren immer noch Taschenbücher aus Papier geben wird und 50% aller Studierenden Ihre Skripte ausdrucken wollen. Mich interessieren aber mehr die 50% Online Leser 🙂

Das Video habe ich im E-Learning Blog entdeckt.

Lohnen sich E-Learning Inhalte fürs iPhone & Co?

Es wird sehr viel über die Zukunft des Lernens diskutiert. Die Digitalisierung verändert viel, aber im Grunde passiert doch viel weniger als oft angenommen. Natürlich hat eine Lernplattform wie Moodle eine große Berechtigung um digitale Inhalte schnell und kostengünstig zu verteilen und zwar Zeit- und Ortsunabhängig. Das kann keine Druckerei oder Bibliothek so gut verrichten, wie Moodle. natürlich sollten die Inhalte digital vorliegen und inzwischen haben viele Dozenten ihre Skripte als PDFs oder Powerpoint vorliegen und erst damit macht ein Lernraum Sinn.

Auf der anderen Seite sitzen die Studierenden, die Kunden bzw. Konsumenten und die haben, im Gegensatz zu früher, inzwischen alle einen PC/Laptop mit Internet. Das bedeutet, sie können die elektronischen Inhalte abrufen und nutzen. das ist ein ganz wesentlicher Unterschied zu früher und auch wenn es  sich trivial anhört, ist das der entscheidende Faktor, warum Lehrinhalte elektronisch angeboten werden können.

Doch die Infrastruktur des Lernenden ändert sich. Früher waren PCs mit DSL und LAN-Kabel der Stand der Technik, doch die Mobilität hält Einzug. So ist heute der Laptop mit WLAN Standard oder das kleine Netbook mit UMTS und morgen dann vielleicht schon ein Smartphone wie das iPhone oder Googles Nexus One.

Die große Frage ist nun, wie verbreitet sind Smartphones und Co. Macht es zu diesem Zeitpunkt Sinn Inhalte und Schnittstellen für diese Geräte zu entwickeln bzw. vorher sollte überhaupt geklärt sein, ob ein Angebot für diese Geräte von den Studierenden angenommen wird. Das ist jedoch unmittelbar von der Verbreitung abhängig.

iPhone Verkaufszahlen pro Quartal

Im letzten Quartal hat Apple 8 Millionen iPhones verkauft und insgesamtüber 42 Mio. Stück und die Tendenz ist steigend. Es zeigt, dass ein Gerät wie das iPhone angenommen wird und benutzt wird. Es zeigt auch, dass Handys nicht mehr zum telefonieren benutzt werden, sondern mobile Multifunktionsgeräte geworden sind.

Da es aber erheblich mehr Smartphones als das iPhone gibt, ist die Verbreitung inzwischen schon sehr hoch. Das würde bedeuten, dass die Benutzergruppe bzw. die Nachfrage da ist bzw. das sie steigend ist.

Marktanteile von Smartphones

Marktanteile von Smartphones

Da der Marktanteil von Apple nicht so hoch ist, ist der Gesamtmarkt an Smartphones um etliches größer. Es wäre jetzt interessant zu wissen, wie viele Studierende schon ein Smartphone hätten und wie viele von diesen würden das Gerät auch für digitale Lernmaterialien, z.B. PDFs, Worddateien aber auch richtige multimediale Inhalte wie Vorlesungsaufzeichnung oder Podcasts.

Ich denke das die Nachfrage noch nicht nennenswert ist, da viele Nutzer noch gar keine Vorstellung haben, was alles möglich ist. Jeder Dozent, dem ich iTunes University auf einem iPhone zeige und die Vorteile beschreibe, ist entweder begeistert oder er hat Befürchtungen, dass niemand mehr in seine Vorlesung kommt. Das meiste ist Unwissenheit. Ich habe einmal den Satz gehört:

„In 20 Jahren werden wir uns über den Ansatz wundern, allen Schülern zur selben Zeit, am gleichen Ort und mit der gleichen Geschwindigkeit Inhalte zu vermitteln.“

Ich denke inzwischen gibt es genug Möglichkeiten, wenigstens den Ort und die Zeit individueller zu gestalten. Ob der meßbare Lernerfolg höher oder niedriger ist, muss dann untersucht werden.

Vortrag über Adobe Connect und oncampus (jetzt) online

Es hat wirklich lange gedauert, bis ich Zeit und Muße für diesen Beitrag gefunden habe. Ende November war ich bei der Campus Innovation in Hamburg und habe einen Vortrag über namens Kiek in de Kök gehalten. Thema war der Einsatz von Adobe Connect Pro im Distance Learning bei oncampus/VFH. Der Vortrag ist seit Mitte Januar auch online bei Lecture2go verfügbar und ist damit mein erster Vortrag, der vollständig als Video im Netz verfügbar ist.

In den letzten Tagen wurde ich vermehrt auf unsere Aktivitäten bezüglich Adobe Connect, Webkonferenzsysteme und deren Integration in ein LMS angesprochen. Es gibt viele Hochschulen, die dieses Thema jetzt bearbeiten und ich vermute auch die Verbreitung von dem iPhone als mobiles Abspielgerät, fördert diese neuen Einsatzszenarien.  Veränderungen in der Lehre brauchen Jahre und es ist auch eine Frage der Generation. Die meisten Dozenten sind älter und meiden die neuen Technologien, allerdings ist das Klientel immer jung und diese Generation kennt die Möglichkeiten von Smartphones und Videos. Ich vermute, dass eher die neue Nachfrage das Angebot steuern wird, als andersrum.