MOOChub – iMooX und mooin gründen neues MOOC-Netzwerk

Auf diesen Beitrag freue ich mich seit 8 Wochen. Die MOOC-Portale mooin und iMOOX rücken zusammen und gründen gemeinsam den MOOChub. Was ist der MOOChub? Das ist ganz einfach und ich zitiere uns selbst:

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„Der MOOChub ist der Zusammenschluss verschiedener MOOC-Portale von Hochschulen mit dem Ziel Synergien zu nutzen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine breitere Vielfalt an Kursangeboten zentral anzubieten.

Die vorrangige Idee ist sehr einfach:

Um den Zugang zur Bildung zu erleichtern bieten alle Mitglieder im MOOChub ebenso sämtliche MOOCs der anderen Mitglieder auf ihren Plattformen an.“

 

Ab heute verlinkt also die Lübecker MOOC-Plattform mooin alle iMooX-Kurse und in den nächsten Tagen folgt das Grazer MOOC-Portal iMoox und verlinkt unsere Kurse. Der Grund ist klar, denn die Kunden wollen eine zentrale Stelle haben, wo man alle Kurse findet und das ist aber nicht nur Google, sondern auch die Kursportale selbst. Die meisten MOOC-Portale denken aus ihrer Sicht und wollen Kunden halten und verweisen natürlich nicht auf die Konkurrenz. Hochschulen haben hier Vorteile, denn wir könnten aus der Sicht des Kunden denken, denn dieser will Kursangebote haben und zwar alle auf einen Blick. Ihm ist es egal, von wem das Angebot kommt und wir haben im Moment auch keine Konkurrenz-Angebote sondern nur ergänzende. Wer „Gratis online lernen“ belegt hat, könnte sich z.B. auch für „Das digitale Ich“ interessieren und wer den HanseMOOC besucht hat, gefällt vielleicht auch „Graz die smarteste City“. Kurz gesagt unsere Synergie-Effekte sind extrem hoch und wir haben inzwischen verstanden, dass wir gemeinsam besser sind als jeder allein.

Der MOOChub ist daher ein Anfang einer vielleicht größeren Idee. Wer MOOCs macht, merkt sehr schnell, dass man viele Dinge z.B. Anerkennung, Logins, Zertifikate, Marketing oder auch Veranstaltungen nicht nur alleine machen kann.

„Unser Leitspruch ist: Bildung für alle und noch viel mehr.“

Wir haben jetzt unkompliziert gestartet, zum Glück ohne große Bürokratie und viel Abstimmung. Wir beide denken sehr ähnlich, denn zuerst kommt das machen und nicht das reden. Die Möglichkeiten eines MOOChub haben wir alle noch nicht zu Ende gedacht, aber so ist es bei allen Internet-Projekten. Man startet einfach mit einer Idee und schaut, was dabei rauskommt.

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Martin Ebner mit mooin Logo auf der eMOOCs 2015 in Mons, Belgien

Ich persönlich finde die Idee fantastisch und wir haben seit heute doppelt so viele Kursangebote im Portfolio als zuvor und das ist eine Win-Win-Win-Situation für alle. Wir haben mehr Kunden, iMooX hat mehr Kunden und die Kunden als dritte und wichtigste Partei, hat mehr Kursangebote. MOOC-Herz was willst du mehr 🙂

Und wenn wir uns irren und die Digitalisierung noch gewaltiger kommt?

Ein paar Gedanken und Erlebnisse der letzten 10 Tage haben selbst mich ins Denken gebracht, dass der digitale Sturm doch viel größer und viel schneller sein könnte, als ich es je vermutet habe.

tl;dr

Angefangen hat es mit dem bekannten re:publica Video, was ich schon letzte Woche verlinkt hatte:

Hier beschreiben 16jährige ihren Medienkonsum u.a. schauen die eigentlich gar nicht mehr Fernsehen und der gute Richard Gutjahr hat dann auf Facebook auch einmal gefragt, wie man den TV schaut und kaum einer schaut dort noch linear, also zeitgleich wie die Ausstrahlung TV. Die einzigen Ausnahmen sind Sport und anscheinend #Tatort . Parallel hab ich etliche Bekannte gefragt und viele Eltern konnten das bestätigen (meine elfjährige Nichte schaut gar kein Fernsehen mehr und alle aus ihrer Klasse auch nicht, aber auf YouTube Schminktipps) andere wussten allerdings nicht einmal, was ich meinte. Ich habe das Gefühl, das die Digitalisierung auch immer mehr die Gesellschaft spaltet.

In Amsterdam soll man die Van Gogh Ausstellung angeblich nur mit Online Tickets besuchen können (wurde mir berichtet, ich konnte das im Netz nicht überprüfen). Damit sind natürlich offliner ausgeschlossen, was mich zuerst verwundert hat, aber umso länger ich darüber nachdachte, umso besser gefiel mir die Idee. Das Museum kann natürlich über Smartphones die Besucherströme viel besser steuern und dadurch die Auslastung besser verteilen und Wartezeiten minimieren. Dazu kommt aber auch noch, dass man keine Headsets mehr braucht (Apps plus Smartphones ersetzen die) und auch Beschreibungen und sogar diese Multimediakisten, die immer kaputt sind, gehören dank BYOD der Vergangenheit an. Man muss „nur“ radikal auf die Smartphones setzen und Online-Only sagen, dann hat man richtige Vorteile. Mischlösungen mit Papier und offline-Versionen erhöhen jedoch radikal die Kosten und erschweren auch Planungen.

Als letztes Mosaiksteinchen wurde über unseren VideoMOOC gebloggt und schön dargestellt, dass bei 1400 Teilnehmern ungefähr 140 VHS-Kurse ersetzt wurden (wobei man das natürlich nicht 1 zu 1 umrechnen darf). Sind MOOCs disruptive Kursangebote? Das könnte sein, wenn die weiterhin kostenlos angeboten werden, was ich aber nicht glaube. Trotzdem werden diese Kurse natürlich viel billiger sein, als vergleichbare Präsenzangebote und darüber kann man trefflich diskutieren, doch die Antwort wird der Markt geben und unser VideoMOOC hat wahrscheinlich jetzt schon mehr Kursteilnehmer als alle Lübecker VHS-Videokurse zusammen (falls es die überhaupt gibt).

Zusammenfassung

Was mich jetzt wieder zu Überschrift bringt. Viele, sogar sehr viele Menschen diskutieren darüber ob sich durch die Digitalisierung überhaupt etwas ändert bzw. sie merken sie nicht und andere behaupten es ändere sich alles. Viele versuchen die Entwicklung per Verbote aufzuhalten, man schaue sich nur die WLAN-Verbote in den Schulen an oder das Leistungsschutzrecht. Das kann sicherlich eine zeitlang funktionieren, aber der Druck wird ja immer höher, das sieht man jetzt u.a. bei der Störerhaftung, die bestimmt noch zweimal reformiert werden muss, bis sie funktioniert. Ich denke inzwischen, dass das Ganze wirklich sehr viel radikaler wird, als wir alle denken. Wenn ich persönlich sehe, dass ich seit Jahren keine CDs mehr brenne und auch keine USB-Sticks mehr nutze. Ich kaufe ungefähr zwei Zeitschriften im Jahr und das letzte Buch ist bestimmt ein Jahrzehnt her (aber die Stadtbibliothek nutze ich noch mit analogen Büchern, weil es nicht anders geht). Was wird aber passieren, wenn diese Smartphone-Generation in die Hochschulen kommt bzw. anfängt zu arbeiten und es wird nicht lange dauern, dann haben diese Kids Führungspositionen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in 20 Jahren noch so etwas wie Fernsehsender geben wird und Zeitschriften werden auch verschwinden. Das kann gar nicht anders sein und wenn ich dieses Blog dann noch habe, kann mich jeder an meine Worte erinnern 🙂

 

Alle sechs Jahre wieder – Die re:publica

Ich war dies Jahr nach sage und schreibe sechs Jahren mal wieder auf der re:publica in Berlin. 2009 hab ich schon einmal darüber gebloggt und das war recht kritisch ausgefallen aber dies Jahr war es besser, zwar nicht so viel besser, aber immerhin so gut, dass ich in spätestens sechs Jahren wieder dort sein werde:-)

tl;dr

Ich will jetzt gar nicht die einzelnen Sessions beschreiben, die ich mir angeschaut habe. Die Highlights ergeben sich aus den Klickzahlen auf YouTube und den Erwähnungen auf Twitter 🙂 Die Highlights waren für mich auch eindeutig die Stars wie Gunter Dueck und Reed Hastings und unseren Astronauten Alex Gerst habe ich nicht live gesehen, aber es soll sehr schön gewesen sein.

 

 

Inzwischen gibt es bei der re:publica auch einen Learning Track. Ich meine der wurde re:learn genannt und hat sich thematisch eher an Schulen und nicht an Hochschulen orientiert. Ich habe diese Tracks gemieden, da ich genügend E-Learning Konferenzen besuche und mich seit jeher eher Randgebiete interessieren. Einen recht guten Überblick gibt es jedoch hier und hier, für alle die es näher interessiert. Ich habe mir inzwischen zwei interessante Videos angetan:

und sehr lustig auch dieser jugendliche Blick auf das Internet, was voller lustigen Aussagen ist, die man sofort tweeten könnte:

Typisch war dabei, dass die letzte Session nicht im re:learn Track war sondern in der Media Convention. Hier wird es jetzt auch spannend, denn ich habe mich bestimmt zu 50% auf der Medie Convention rumgetrieben. Dort ging es um YouTube, um Videos, Geschäftsmodelle und Statistiken. Es ging halt darum, wie sich die Gesellschaft im Medienkonsum ändert und da sind die Medienhäuser natürlich viel weiter als die Hochschulen.

Technisch und organisatorisch war ich von der „neuen“ re:publica begeistert. Über 6.000 Teilnehmer auf ca. 15 Bühnen dazu Essen, Musik, Kleinkunst, Krabbelgruppe und Musik. Die große Stage 1 hatte ca. 4 Kameras und teilweise wurde in Echtzeit untertitelt und übersetzt. Das ist schon ganz großes Kino. Das WLAN hat trotzdem nicht richtig funktioniert, zwar war es fast immer da, aber sehr langsam.

Ich hatte noch vier geschäftliche Termine, was praktisch war und ich habe natürlich etliche Kontakte erneuert bzw. sie wurden endlich einmal analog. Sehr schön, wenn man sich nur über G+ oder Twitter kennt.

Trotzdem fand ich die re:publica nicht den absoluten Hit. Viele Sessions waren schlecht, entweder schlecht vorgetragen oder es gab auch erstaunlich viele technische Probleme bei den Vortragenden, was bestimmt an den Apple Geräten lag, die flächendeckend eingesetzt wurden. Das war für viele Redner unbekannt und es gab auch viele Folien mit Multimedia-Inhalten in Powerpoint und die wurden bestimmt auf Windows geschrieben und liefen dann nicht auf Apple OS. Wie sagte der eine: „Wir sind vor vor 45 Jahren auf den Mond geflogen aber wir schaffen immer noch keine Präsentationen mit Videos und Sound.“ Und natürlich waren auch viele Themen für mich uninteressant, dafür gab es aber sehr viel Auswahl. Im Gegensatz zu den E-Learning-Konferenzen, wo ich meist gar nicht weiss, wo ich überhaupt hingehen soll, ist es bei der re:publica eher so, dass ich keine Zeit für Treffen, Essen oder Pausen habe, da es so viele interessante Vorträge gibt.

Was ich vermisst habe, waren Sessions zur Bildung insbesondere MOOCs. Dazu gab es nur einen einzigen Vortrag und der hatte MOOC nur als Werbung im Titel. Auch das Thema Lifelogging hatte ich nicht wahrgenommen, dafür aber sehr viel Wearable-Technology oder auch Fashion-Tech. YouTube war sehr präsent und Video ganz allgemein auch, aber ich habe überhaupt nichts von Vimeo oder iTunes gesehen. Google, YouTube und auch IBM waren als Aussteller vor Ort, aber weder Amazon, Apple oder Microsoft hatten Stände oder Vorträge. Dafür war aber die Politik vertreten und mit Olaf Scholz sogar ein Landesfürst.

Würde ich noch einmal hinfahren? In spätestens sechs Jahren ja definitiv, vorher vielleicht nur, wenn ich selbst einen Talk halte. Dafür brauch ich aber ein freshes todesaktuelles Thema:-)

 

 

 

 

Revolution oder Evolution

In letzter Zeit geistert ein neues Video durch die sozialen Medien, was ziemlich positiv bewertet wird. Ich finde die ersten 5 Minuten allerdings ziemlich schlecht und man könnte fast bei jedem Satz ein Gegenbeispiel nennen.

Die Bildung ist keine Wissenschaft für Ingenieure. Das hab ich inzwischen leidgeprüft lernen müssen. Für mich ist es inzwischen eine „Es kommt darauf an“ – Wissenschaft Disziplin (dafür krieg ich bestimmt wieder Ärger). Im Video wird anfangs behauptet, dass u.a. Videos bzw. Animationen keinen messbaren Mehrwert ergeben und daher weggelassen werden können. Ich vermute genau das gleich gilt sicherlich auch für Tafel und Kreide und auch für das Papier, den Beamer und selbst diese gerollten Karten (gibt es die eigentlich noch?). Die haben bestimmt den gleichen messbaren Lernwert, wie Google Earth, denn auf beiden finde ich den Atlantik 🙂

Darüber kann prima diskutiert werden, was wir auch liebend gerne machen. Was ich aber spannend fand, sind die letzten beiden Minuten von dem Video, wo die ersten fünf relativiert werden.

Revolution oder Evolution

Revolution oder Evolution

Hier wird plötzlich von einer Bildungsevolution gesprochen und das fand ich spannend. Wie lange brauchen eigentlich Revolutionen, bis sie zu Ende waren? Bei Staaten ging es relativ schnell, siehe unsere DDR oder Jugoslawien, aber bei Gesellschaften dauert es ewig oder sie die Franzosen mit ihrer „Egalite“ inzwischen fertig? Und haben wir mit der Gleichberechtigung nicht auch noch einige Probleme?

Was erwarten wir denn von einer Bildungsrevolution? Gehe ich heute ins Bett und morgen wird aus dem Klassenzimmer ein ein Flipped Clasroom mit BYOD Schülern und Smartboards mit App-Unterstützung? Alle Schüler können mit den Geräten umgehen und Lehrer natürlich auch?

Nein eine Bildungsrevolution wird es durch die Digitalisierung nicht von heute auf morgen geben. Allerdings ist das Tempo der Veränderungen doch beachtlich. Wer sucht heute noch als erstes im „Meyers Universal Lexikon“ oder schaut im Oxford Dictionary nach? Die Rechtschreibung kontrolliert entweder Google oder Office (auf jeden Fall im Büro, in der Schule gilt der gedruckte Duden) und navigiert wird per Navi oder Smartphone und nicht per Klappkarten von Falk. Ich will sagen, dass es hier langsam aber stetig zu einer Bildungsevaluation kommt, die man sehen kann, wenn man sie sehen will. Denkt immer daran, dass Google gerade seine Lehre als Sechzehnjähriger angefangen (Google ging Sep. 1998 online) hat und die großen Sachen erst noch kommen werden.

Im späteren geschichtlichem Kontext werden wir sicherlich von einer Revolution sprechen, aber heute sehen wir eher viele kleine Schritte, die überall etwas ändern, aber das Große Ganze ist nicht so leicht zu ändern und wird ein Generationskonflikt sein. Schaut Euch aber selbst das Video an und vielleicht gefallen Euch ja die ersten fünf Minuten auch 🙂

 

Computertexte inzwischen so gut wie die menschliche Feder

Auch wenn es viele nicht glauben oder hören wollen, Computertexte sind in den ersten Teildisziplinen inzwischen mindestens gleichwertig zu menschlichen journalistischen Texten. Ist das das Ende oder der Start von einem neuen Zeitalter von Textinformationen?

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Ich habe schon letzte Woche sehr begeistert vom Frankfurter Tag des Online-Journalismus geschrieben. Der Journalismus hat schon heute die Probleme, die Hochschulen erst morgen haben werden. Lösungen haben die Verlage auch noch nicht und die meisten sind wohl überglücklich, dass es die GEZ gibt und damit nicht nur die Arbeitsplätze sondern auch die Qualität gerettet ist. Leider schützt aber öffentliche Finanzierung auch vor Innovation, und auch hier sind Unis und die Öffentlich Rechtlichen wieder sehr vergleichbar.

Eine der interessantesten Vorträge war dabei der Roboterjournalismus bzw. Computertexte. Texte werden heutzutage schon in vielen Teilbereichen von Computern generiert/geschrieben. Mir war dies noch gar nicht bewusst, aber für Standardinformationen wie z.B. Sportinformationen (Spielberichte von Regionalligen oder tiefer), Wetterberichte, Horoskopen oder Börsenberichte werden heutzutage schon Computer genutzt und keiner merkt den Unterschied.

Selbst bei den drei Beispielen im Video, waren sich die Fachjournalisten uneinig (man kann sogar von 50/50 sprechen), welcher Text vom Menschen kam und welcher vom Computer. Die Qualität ist schon heute erstaunlich gut und wird natürlich jeden Tag besser. Die Eindrücke vom Vortrag wurden gerade von einer Studie bestätigt. Die Glaubwürdigkeit eines Artikels war beim Leser hier nur noch subjektiv, anhand der Angabe eines Autors, vorhanden. Wenn nur der Text betrachtet wurden, haben die Computer-Texte eine höhere Glaubwürdigkeit beim Leser erzeugt, als die Journalisten-Texte.

Die Ergebnisse sind für mich beeindruckend und man fängt unbewusst sofort an, die Zukunft der Literatur in Frage zu stellen, was natürlich noch(?) Blödsinn ist. Natürlich werden Computer keine Romane schreiben, aber was wird mit Grundlagen sein? Können Computer bald Mathe- oder Physik-Bücher schreiben oder auch nur aktualisieren? Und wenn Computer schon Artikel schreiben können, wie kann diese Automation weitergehen? Gerade die Diskussion bei den MOOCs wird sich dadurch weiter verschärfen und ist diese Diskussion dann emotional oder rational? MOOCs sind heute schon sehr hoch automatisierte Kurse und dieser Trend, wird mit gleichwertiger Qualität sogar noch weitergehen, auch wenn das viele nicht gerne hören wollen.

Kollege Computer  (Quelle Pixabay http://pixabay.com/de/teenageralter-roboter-zukunft-629046/ )

Kollege Computer (Quelle Pixabay http://pixabay.com/de/teenageralter-roboter-zukunft-629046/ )

Ich denke auch hier, dass wir erst am Anfang einer unglaublichen Entwicklung sind. Viele Konservative werden dem Neuen mit Vorsicht begegnen und natürlich darauf hinweisen, dass dies das Ende vom Abendland sein wird und die Early Adaptor, wo ich mich auch einordne, werden gar nicht früh genug damit anfangen können. Mit den Wetterberichten und Horoskopen fängt es an, aber wie im Video schon angedeutet wurde, man könnte heute schon 50% einer Tageszeitung vom Computer schreiben lassen und an diesem Punkt würde auch ich, Angst um meinen Job bekommen. Zum Glück blogge ich nur privat und bitte vertraut mir, dieser Text wurde von mir und nicht von meinem Smartphone geschrieben 🙂

 Update:

Auch die Süddeutsche Zeitung hat einen kleinen sehr respektvollen Artikel über die hohe Qualität vom #Roboterjournalismus in Sportartikeln geschrieben, wo der Kollege Computer hervorragend abgeschnitten hat.

 

Keynote iMooX „Best Practice MOOC“

Ich durfte bei der iMooX Abschlussveranstaltung die Keynote halten und durfte ein paar Worte über unsere MOOC-Entwicklungen, das MOOC-Portal mooin und unsere gesamte digitale Hochschulstrategie „Lernen 4.0“ erzählen.

Es wird sehr oft von einem MOOC-Hype gesprochen und ich kann da nur warnende Worte entgegensetzen. Ich weiss zwar nicht ob MOOCs nachhaltig sein werden, aber ich weiss ganz genau, dass die Digitalisierung die Lehre nachhaltig ändern wird. Alle Content-Bereiche ändern sich radikal, ob es Bücher, Musik oder Filme sind und das gleiche gilt natürlich auch für die Lehre, die Frage ist nur wann und nicht ob.

Die Bildung wird zum Lerner kommen

MOOCs zeigen heute nur die radikalste Form der neuen digitalen Lehre und wir zeigen erleben es gerade live beim HanseMOOC, wo wir zum ersten mal quasi unbemerkt und last Minute, den Dozenten wechseln mussten. MOOCs sind natürlich unabhängig vom Dozenten und es wird nicht mehr lange dauern, dann werden diese Kurse vollautomatisch und damit ganz ohne Dozent unbetreut als „On Demand“-Angebote laufen. Dann werden wieder ganz viele Kritiker kommen und natürlich werden auch diese Angebote die Präsenzlehre nicht groß ändern oder ersetzen und trotzdem wird sich etliches ändern. Das ist eine ganz normale Entwicklung und der Markt bzw. die Nachfrage wird die Zukunft dieser Angebote entscheiden. MOOCs werden jedes Jahr besser und nicht schlechter, auch wenn man gerne abgefilmte Vorlesungen kritisiert, so sind diese Beispiele längst veraltet, wenn man sich einmal den VideoMOOC anschaut.

Die Folien meines Vortrages liegen schon länger bei Slideshare und es gab auch auf Twitter viel Feedback zur Keynote. Hier die Storify https://storify.com/oncampusfhl/servus-imoox-moin-mooin

 

Das war die MoodleMaharaMoot 2015 mit dem Blick eines Organisators

Die jährliche MoodleMaharaMoot gastierte 2015 im Norden und wir durften als Veranstalter fungieren. Es waren natürlich stressige Tage aber auch sehr schöne, immerhin konnten wir die Moodle-Welt begrüßen und dabei auch noch unsere MOOC-Plattform mooin vorstellen.

tl;dr

MoodleMaharaMoot

Als Organisator sieht eine Moodlemoot natürlich ganz anders aus. Man muss Sprecher besorgen, vor allem gute Keynotes, und man braucht Repräsentanten, wie Präsidenten, Bürgermeister oder Staatssekretäre. Natürlich braucht man Räume, Essen, Helfer und Hardware und ganz wichtig sind dann noch gute Nerven und Zeit. Das letzte war mein größtes Problem, denn parallel zur Moot ist auch unsere  MOOC-Plattform mooin gestartet und das hat mich zeitlich sehr viel mehr in Anspruch genommen, als die Organisation der Moot.

Die Keynotes

Eine Moot ist immer Teamarbeit und beim Start hatte ich den Wunsch jemanden einzuladen, der NICHT aus der E-Learning Welt kommen sollte. Ich wollte gerne Sascha Lobo einladen, der sicherlich etwas Farbe reingebracht hätte. Die Idee hat sich dann aber nicht durchgesetzt, da wir mit Martin Dougiamas eine sehr viel bessere Chance hatten, der deutschen Moodle Community ein Highlight bieten zu können. Mit Martin Ebner konnten wir einen zweiten Experten gewinnen, der mit iMOOX (MOOC) und L3T (OER) ähnliche Fachgebiete abdeckt, wie wir. Im Nachhinein waren für uns aber auch die Besuche von Bürgermeister Saxe und Staatssekretär Fischer sehr viel wichtiger, da wir so der Politik zeigen konnten, dass es in Lübeck ein digitales Leuchtturmprojekt gibt.

Alle Keynotes sind natürlich gefilmt worden und liegen bei YouTube.

Moodle und Martin Dougiamas

Ich habe mich wirklich auf den Besuch von Martin Dougiamas gefreut, hatte aber wegen der Organisation nicht so viel Zeit mich an dem Workshop mit ihm zu beteiligen. Martin kam schon einen Tag früher nach Lübeck um im ausgewählten Kreis über die Moodle-Aktivitäten zu diskutieren. Meine persönlichen Erwartungen an diesen Meetings sind immer sehr gering. Ich habe schon so viele Treffen dieser Art gehabt, dass ich aus Erfahrung sprechen kann, dass da selten etwas nachhaltiges herauskommt. Die Konstellation ist auch sehr schwierig, denn wenn man nichts gibt, kann man auch keine Forderungen stellen. Deutschland ist bei Moodle ein Entwicklungsland. Zwar nutzen sehr viele Schulen und Unis Moodle sehr intensiv, aber die deutschsprachigen Entwickler für Moodle kann man fast an zwei Händen abzählen. Wenn man also kein Geld gibt und keine Entwickler hat, sollte man mit seinen Wünschen eher bescheiden sein. Umso interessanter war die Ankündigung einer Moodle Association, wo man als zahlendes Mitglied Premium-Services erhalten soll. Dieser Schritt ist meiner Meinung nach längst überfällig. Das Moodle Headquarter besteht aus nur 32 Leuten und davon sind 20 Entwickler. Für eine Software wie Moodle benötigt man jedoch ca 100 Entwickler und das merkt man Moodle auch inzwischen an. In den Punkten Usability, Social Media, Design und Mobil-Unterstützung hat Moodle den Anschluss verloren und wenn hier nichts passiert, könnte Moodle schnell von Canvas oder anderen Systemen abgehängt werden.

Abends konnte ich mich persönlich noch etwas länger mit Martin unterhalten und habe hier auch die Strategie bzw. die Vision vermisst. Moodle könnte als Cloud gehostet werden, was sicherlich vom Entwicklungsaufwand sehr viel kleiner wäre und WordPress geht einen ähnlichen Weg. Moodle könnte auch über Spenden oder Crowdfunding nachdenken aber hier hat man sich für die Association entschieden, ähnlich wie Sakai, aber natürlich viel besser. Canvas findet Martin zu buggy, genau wie die Themes z.B. das Essential Theme. Auf der anderen Seite fliessen aber 80% des Entwicklungsaufwandes von Moodle auch in Security und Bugfixes, also so sicher ist Moodle dann auch nicht. Moodle soll ein Framework fürs Lernen sein und den Institutionen die Möglichkeit zum ändern geben. Leider haben die meisten Institutionen keine Mittel zum verändern und müssen Moodle in der Grundversion nutzen und die ist nicht mehr zeitgemäß. In Martins Keynote fehlten jedoch all diese Punkte.

Mahara und die Moodlemoot

Ich glaube vor zwei Jahren hat man sich entschieden Mahara mit in den Titel der Moodlemoot zu nehmen. Das E-Portfolio System und Moodle haben sich gegenseitig unterstützt und im Zuge der neuen Kompetenzanrechnung nach dem Bologna Prozess, hat das auch richtig Sinn gemacht. Inzwischen würde ich jedoch behaupten, dass sich das anders entwickelt. Auf der diesjährigen Moot waren gerade mal 5-6 Vorträge zu Mahara und ich persönlich kenne keine funktionierende Mahara-Installation, die flächendeckend an einer Hochschule genutzt wird. Die Kompetenzanrechnung liegt meist in der Zulassungsstelle und nicht in der Lehre. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber kann man diskutieren, es ist aber eine Tatsache.

Parallel entwickelt sich die kleine Pflanze der Badges weiter aber auch hier tut sich quasi nichts. Wir unterstützen Badges sehr stark, gerade bei den MOOCs finde ich das sehr nützlich. Die Integration in Moodle ist auch ziemlich gelungen, daher wundert es mich, dass hier nicht mehr gezeigt wird. Es spricht für sich, dass der einzige Workshop dazu von uns kam.

 

Video is the new Text

Einer meiner Lieblingssätze in der letzten Zeit und auch die Moot hat gezeigt, dass Video angekommen ist. Ich würde nicht behaupten, dass Text überflüssig geworden ist, der Satz soll eigentlich Bewusstsein wecken. Es kann nämlich auch anders gehen, als simple PDFs Files in Moodle zu stellen. „Das Auge lernt mit“ der zweite Satz von mir zum gleichen Thema.

Alle Vorträge zu dem Thema Usability und Videos waren super gefüllt. Ich hatte zwei Vorträge dazu und der Vortrag über Quizzes in Videos mit Capira, war auch überfüllt. Ähnlich war es auch schon bei der Online Educa, wo unsere Video Session quasi explodiert ist. Wer mehr über Videos wissen will, dem empfehle ich hier auch noch unseren Online Video Kurs, der in zwei Wochen startet.

Aber die ganze Moodlemoot wurde dies Jahr digital und viral.

Die Moot wird digital

Wer mich kennt, weiss dass ich eine sehr konsequente digitale Linie habe. Wer E-Learning macht, sollte auch das E vorleben und das geht nicht mit analogen Elementen. Eine E-Learning Konferenz sollte daher im Netz stattfinden und möglichst all die Tools nutzen, die auch bei der Konferenz besprochen werden. Immerhin sind wir die Experten und wenn nicht einmal wir es schaffen unsere Konzepte digital zu vermitteln, dann sind wir wirklich gescheitert. Ich wollte daher scon auf den Namensschildern neben dem Namen auch den Twitteraccount drucken, aber dafür ist die Welt wohl noch nicht bereit. Bei Barcamps kommt dies jedoch schon vor, in der E-Learning-Szene sucht man Twitterer allerdings noch mit der Lupe (aber Vorträge zum Micro-Learning gibt es viele, finde den Fehler).

Wir haben jedoch in Lübeck viele digitale Ideen umgesetzt. Schon auf dem Logo ist der Hashtag #MootDE15 abgedruckt gewesen, im Foyer hatten wir eine Twitterwall aufgebaut, die Keynotes wurden gefilmt und sind alle auf YouTube. Zusätzlich haben wir auch Statements und Interviews geführt, die auch online sind.

Das Programm wurde zwar gedruckt, aber es lag auch online mit einem Shortcut http://bit.ly/mootde15 und eigentlich wollte ich auch zu jeder Session ein Etherpad anlegen, was aber die Krankheit meines HiWis verhindert hatte. Stadtplan mit allen Hotels und Veranstaltungen wurden per GoogleMaps eingefügt, was heute aber selbstverständlich ist.

Die Nachbearbeitung haben wir dann per Storify gemacht:

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-1-tag

https://storify.com/oncampusfhl/moodlemaharamoot-2015-2-tag

Alles zusammengefasst haben wir auf unserer Homepage

http://www.oncampus.de/aktuelles/moodlemaharamoot2015.html

Einen Videoworkshop, der ausgebucht war, haben wir auch angeboten und was ich besonders schön fand, es gab zum ersten mal Konferenz-Shirts, die von ca. 15% der Teilnehmer gekauft wurden.

Wo waren die Schulen?

Mit dem IQSH und der Moodleschule waren zwei Vertretungen der Schulen als Mitveranstalter dabei und trotzdem, waren Schulen kaum präsent. Es gab sehr wenig Vorträge von Lehrer, es waren kaum Lehrer als Besucher vertreten und das einzige was ich von den Schulen mitbekommen habe, war das jammern über den angeblich hohen Eintrittspreis. Ich will ja nicht lästern, aber inzwischen habe ich so viele schlechte Erfahrungen mit Schulen und Lehrern gemacht, dass ich überzeugt bin, dass sie an dem Imageverlust der Schulen selbst Schuld sind. Ich weiss, dass man hier kein Schubladendenken machen sollte und viele Lehrer haben quasi keine Möglichkeit in den Norden zu kommen, trotzdem bleibt der Fakt, dass diese Institutionen mit der Moot nicht erreicht werden. Das traurige ist dabei, dass dort eine Rückwärtsentwicklung zu beobachten ist, oder das E-Learning an Schulen findet woanders statt.

MOOCs und Moodle

Für mich war es natürlich die Moot der MOOCs, da wir hier unsere MOOC-Plattform mooin vorgestellt haben. Wir hatten fünf Vorträge dazu angeboten, die alle gut besucht waren. Das wir hier alles just in time programmiert haben, kommt mir immer noch wie ein Wunder vor, obwohl wir echt große Krankheitsausfälle hatten. Manche sprechen immer noch vom Hype, ich bin aber für meine Keynote sehr gelobt worden, wo man die Gesamtstrategie der MOOCs sieht.

Allerdings waren die Tage sehr arbeitsintensiv und morgen soll mooin dann richtig starten und danach mach ich Urlaub. Ich hab es mir nach der Moot und mooin dann auch verdient.

Keynote der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck – mooin eine neue Weiterbildungsplattform

Ich durfte bei der MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck als Gastgeber zum ersten mal unsere neue MOOC-Plattform mooin einem breiteren Publikum vorstellen. Das besondere an unserem Ansatz der MOOCs ist dabei, dass wir NICHT Blended Learning als Startpunkt einer Digitalisierungsstrategie sehen, wie 95% aller Hochschulen, sondern die Weiterbildung und das lebenslange Lernen als eine neue Säule sehen. Damit können wir neben der alten „Straße“ der Präsenzlehre einen neuen „Highway“ der Weiterbildung parallel bauen. Da wir aber mit der Weiterbildung eine neue Zielguppe ansprechen, haben wir natürlich auch ein neues Design entwickelt und hier ist Mobile First gesetzt. Wir  nennen das 1-spaltige Design mit großen Medien-Elementen „Fat Media“ und erste Previews zu mooin sind in der Präsentation zu sehen.

Update:

Inzwischen ist das Video auch online:

Das O in MOOCs – über die Bedeutung freier Bildungsressourcen in frei zugänglichen Online-Kursen

Wir waren fleissig und haben kurz vor Weihnachten eine Veröffentlichung „Das O in MOOCs – über die Bedeutung freier Bildungsressourcen in frei zugänglichen Online-Kursen“ bei Springer Link geschafft.

„Massive Open Online Courses (MOOCs) und Open Educational Resources (OER) sind Schlagworte der heutigen Bildungswelt. In diesem Beitrag führen wir in beide ein und erklären ihre Abhängigkeit und ihren Zusammenhang. Anhand zweier Beispiele – „oncampus an der Fachhochschule Lübeck sowie „iMooX“ von zwei Grazer Universitäten“ – werden erste Erfahrungen mit MOOCs und OER aufgezeigt. In der abschließenden Diskussion sind sowohl die Herausforderungen als auch die bereits ersichtlichen Vorteile Teil der Betrachtung. Der Beitrag schließt mit der Erkenntnis, dass OER ein wichtiger Bestandteil des Bildungssystems von morgen sind.“

Ich möchte mich hier auch noch einmal für die tolle Zusammenarbeit bei Sandra Schön, Martin Ebner und Michael Kopp bedanken. Mal schauen, ob wir damit nicht wieder einen kleinen Schritt weiter in der OER-Bewegung sind. Wer im Netz arbeitet, braucht OER und wir werden alle immer mehr im Netz arbeiten und wer nimmt sollte auch geben.

Mein Jahresrückblick 2014

Ganz schnell zusammengefasst: Das Jahr 2014 ist das Jahr, in dem wir digital geworden sind.

tl;dr

Das hört sich zuerst etwas unverständlich an, denn wir waren schon immer digital und ich meine wir sind damit auch der einzige Anbieter von Online-Kursen, der 100% digital ist, aber im Jahr 2014 haben wir auch verstanden, was das bedeutet und wir haben es auch für uns akzeptiert. Es geht hier um ein inneres Verständnis, die sich durch viele kleine Aktionen und Ereignisse zu einem ganzen Bild zusammensetzt.

Eines der großen Puzzlestücke ist hier immer noch LOOP unsere Cloud-Plattform für den Content, man könnte auch E-Book Plattform sagen, aber inzwischen weiss ich, dass es E-Books eigentlich gar nicht gibt. Wir haben inzwischen knapp 300 LOOP Instanzen mit täglich über 60.000 Zugriffen und 10 GB Traffic. Für das nächste Jahr müssen wir das System clustern und hochverfügbar machen. LOOP ist ein riesiger Erfolg für uns und hat das Verständnis der Cloud und damit vom Internet in allen Bereichen grundlegend geändert. Inzwischen nutzen wir zig Systeme mit LOOP z.B. Prezi, YouTube, LearningApps oder Text2Speech. Was jedoch wirklich wichtig dabei war, ist das zusammenwirken von internem und externem Content und damit auch unser Verständnis, was überhaupt OER sind und welche Vorteile das Netz hat. Es geht um die Nachhaltigkeit und die Aktualität von Content, wo wir dank LOOP einen Riesensprung gemacht haben und ich meine hiermit nicht die Technik, sondern es geht um die Einstellung der Mitarbeiter, wie Content zu sehen ist. Der Content ist vernetzt, liegt in der Cloud und man arbeitet auch vernetzt und ist eigentlich nie fertig. Es gibt keine Versionsnummern mehr, denn der Content ist flüssig.

Das zweite große Puzzlestück sind die MOOCs. Ich  muss eingestehen, dass ich diesen Trend am Anfang völlig unterschätzt habe. Wir haben mit dem FHLMOOC und dem pMOOC zwei der größten MOOC-Projekte Deutschlands bekommen und wir werden in den nächsten Jahren ca. 20 MOOCs entwickeln und diese hoffentlich jeweils dreimal oder mehr anbieten. Auch bei den MOOCs geht es um mehr als nur um simple Online-Kurse, sondern mit der Öffnung der Hochschule als auch mit dem Bekenntnis, alles 100% digital zu machen und zwar ohne Blended Learning, erschliesst man ganz neue didaktische Konzepte und neue Zielgruppen. Bei den MOOCs geht es um Partnerschaften und um Kooperationen und genau das ist eine der Stärken von oncampus. Wir haben inzwischen zwei MOOCs jeweils zweimal angeboten und dabei ist unsere Abschlussquote von 3% auf inzwischen 14% gestiegen, was alleine schon zeigt, was dieses Format für ein Potential hat und wir hier noch sehr am Anfang stehen.

Mit den MOOCs sind die Videos gekommen, was wieder ein großer Baustein ist. Unser YouTube Kanal hat inzwischen eine strategische Bedeutung für uns bekommen. Wir haben dies Jahr ca. 400.000 Klicks bekommen und 1 Mio. Sendeminuten gehabt und unsere Abos nähern sich schnell der 3.000er Marke. Mit den MOOCs werden wir in den nächsten Jahren ca. 400 neue Videos erstellen und natürlich werden diese Videos auch in einer Cross-Plattform Strategie verwendet, d.h. wir nutzen sie auf der Webseite, in den Social Media Kanälen und manchmal auch in anderen Angeboten. Was aber auch hier viel wichtiger ist, es ist das Verständnis, wie man Videos nutzen kann. Da wir alle in Papier denken, ist dieser Change-Prozess unglaublich langsam und komplex. Hier sind wir einen großen Schritt weitergekommen, aber noch nicht weit genug. Im März startet wohl unser neue MOOC über Videos, also wie dreht man Videos. Das wird ganz spannend werden und wir haben natürlich dabei mit echten Profis gearbeitet und konnten auch wieder viel lernen. Ich hatte mal „Video is the new Text“ gebloggt und ich denke das nach wie vor. Natürlich bleibt die Schrift das Leitmedium, aber viele Menschen können nur in Text denken und produzieren daher auch nur Text und das muss sich ändern.

Ergänzend kann man hier auch sagen, dass wir im März mit unserer neuen MOOC-Plattform MOOIN starten werden, die viele wirklich tolle neue Features haben wird und ich bin sehr gespannt, wie wir das umsetzen werden. Wenn das auch nur annähernd so klappt, wie ich mir das vorstelle, werden wir ein paar neue Ideen in die MOOC-Diskussion bringen 🙂 Mehr will ich da aber noch nicht verraten.

Wir haben dieses Jahr auch in unserem LINAVO Projekt die Pilotphase gestartet. Das ist zwar Tagesgeschäft aber trotzdem sind hatten wir über 1.000 Kursbelegungen in vier neuen Studiengängen und das alles mit einem neuen Backbone-System. Für uns bedeutet das, dass wir bald diese neuen Studiengänge anbieten werden und das mit neuen Partnern. Ganz schlicht gesagt, wir wachsen 🙂 Was mich dabei wirklich beeindruckt hat, ist die Schnelligkeit, die wir inzwischen haben. Wir haben dieses Jahr 40 neue Kurse mit jeweils 5 CPS entwickelt. Das ist pro Instructional Designer vier Kurse pro Jahr, also 3 Monate pro Kurs und da müssen noch Urlaub und Krankheit abgezogen werden. Als wir 1998 angefangen haben, haben wir pro Kurs mit ca. 12 Monaten Produktionszeit gerechnet (glaube ich). Da soll noch einer sagen die Digitalisierung macht nicht effizient und ich bin überzeugt, dass unsere Kurse didaktisch um Längen besser sind als 1998. Die Verbesserung der Produktion durch neue Datenbanken, ISO9001, LOOP und Moodle ist schon erstaunlich, aber die Technik kann nicht alles machen, das entscheidende Puzzleteil sind die Kollegen.

Wir haben inzwischen ein sehr gutes Team und wir arbeiten täglich daran es zu verbessern. Wir haben über 10 neue Kollegen bekommen und inzwischen ziehen wir auch wirklich gute Leute an. Es gibt Standards für die Einarbeitung und natürlich für die Ausstattung z.B. Tablets und zwei Monitore für alle. Viele Kollegen bilden sich weiter und machen ihren Master entweder bei uns oder bei externen. Es gilt immer das Motto, was wir vermitteln, müssen wir auch vorleben. Das gilt sowohl für das papierlose Büro, die Nutzung von Videos aber auch das Life Long Learning. All diese Punkten fließen zurück und stärken das Team. Gerade im Bildungsbereich sind die Human Resources enorm wichtig.

Viele andere Punkte vervollständigen dieses digitale Verständnis von uns, sei es unser internes Wiki, mit dem wir jetzt dreimal nacheinander ISO9001 zertifiziert wurden, wir haben eine neue Social Media Strategie, unsere Webseite wurde vor 18 Monaten relaunched.  Ich will sagen, das wir stark an uns selbst arbeiten und dadurch diesen Change Management Prozess der Digitalisierung der eigenen Firma erfolgreich umgesetzt haben, wo dran der Spiegel gerade scheitert.

Ich will natürlich nicht zu viel loben, wir haben auch unglaublich viele Baustellen und es gibt kaum einen Tag ohne Katastrophen. Das sind jedoch Probleme, die jede andere Firma mit über 50 Mitarbeitern auch hat. Das grundlegende Problem, wo alle daran arbeiten, ist jedoch das Verständnis vom Internet. Hier haben wir einen großen Schritt gemacht und ich merke es jeden Tag, wie die Räder jetzt ineinander greifen.

Das Jahr 2014 hat uns wirklich in das Internet gebracht und im Jahr 2015 werden wir schnell sein…