Der Ausblick 2015

Nach dem Rückblick nun der Ausblick ins Jahr 2015 und der lässt sich sehr gut in einem Wort zusammenfassen: MOOC

tl;dr

Vor einem Jahr hätte ich das nie für möglich gehalten. Unser MarketingMOOC ist gerade beendet gewesen und hatte mit über 6.000 Teilnehmern eine sehr gute Beteiligung gehabt, aber das aus dieser Idee dann der HanseMOOC gekommen ist und wir dadurch dann die beiden MOOC Projekte FHLMOOC und pMOOC bekommen, hätte ich nie gedacht und das ich, diese Projekte dann auch betreue, ist das nächste kleine Wunder.

Wir werden im März mit den neuen MOOCs starten und das mit unserer neuen MOOC-Plattform MOOIN. Das wird die große Aufgabe der ersten drei Monate und wir haben mit MOOIN großes vor und ich bin gespannt, ob wir das auch schaffen werden. Parallel werden wir mit den neuen Design-Ansätzen auch unsere Moodle-Installation im August „pimpen“. Das Ziel ist endlich Moodle aus diesem Web 1.0 Schlaf aufzuwecken und es moderner zu gestalten, immerhin wackelt Canvas ganz beträchtlich am Thron des Open Source Giganten. Im Herbst kommt dann die zweite MOOC Runde mit dem schönsten MOOC-Projekt meines Lebens, da bin ich schon sehr gespannt drauf.

Wir sehen die MOOCs dabei nicht unbedingt als akademische Weiterbildung, sondern versuchen wirklich neue Projekte mit neuen Zielgruppen anzusprechen, das sieht man schon jetzt mit unserer Kooperation mit den VHS Hamburg und Bremen mit dem ichMOOC und auch unser VideoMOOC, der gerade abgedreht wurde, wendet sich an neue Zielgruppen. Parallel kommt natürlich auch der MarketingMOOC noch einmal und wird dann hoffentlich von unserem neuen Projektmanagement-MOOC begleitet.

Parallel werden die MOOC auch mit neuen Marketing-Ideen und den SocialNetworks begleitet, was die eigentliche Baustelle ist. Wie man MOOCs produziert wiessen wir, wie man sie auch erfolgreich vermarktet, müssen wir noch lernen. Inwieweit das auch meine Baustelle wird, weiss ich allerdings noch nicht, aber der YouTube-Kanal und OER werden dabei ganz wichtige Faktoren sein, und beides gehört mit zu meinen Aufgabengebieten. Man merkt jedoch jetzt schon, wie diese Themen immer enger verzahnt sind und dabei spielt die hochgelobte Didaktik, die ja angeblich immer der Grund für alles ist, nur eine normale Rolle, ich will sie aber nicht zur Nebenrolle degradieren. Man kann das aber gut mit einem Ensemble-Film vergleichen, statt einem Star-Movie, wo es nur eine Person gibt.

Die anderen großen Baustellen ist natürlich die MoodleMaharaMoot im März in Lübeck. Da stellen wir natürlich auch die MOOC-Projekte vor und es kostet sehr viel Arbeit. Ich freue mich jetzt schon auf Martin Dougiamas um mit ihm einmal über das Moodle Design, Canvas und diese App zu sprechen. Danach kommt unser jährliches VFH Symposium mit der Vorbereitung für das neue Backbone System Moodalis, was im Mai online gehen soll. Das ist das größte Projekt, was kaum einer wahrnimmt. Da arbeiten wir jetzt schon zwei Jahre dran und jetzt kommt der finale Abschluss und im August starten wir das neue Semester mit dem neuen System. Das wird richtig harte Arbeit werden.

Danach kommt natürlich unser LOOP-System wieder, wo wir vielleicht erste Partnerschaften verkünden können. LOOP ist leider 2014 nicht so sehr im Fokus gewesen, aber es läuft immer mehr und ist schon lange in Produktion. Ich denke 2015 haben wir alle Lübecker Kurse auf die neue Plattform migriert und wir können die Altlasten entsorgen.

Und ich werde dieses Jahr weiter fleissig bloggen, ich finde immer mehr Spaß an Twitter und vielleicht kommen noch ein paar interessante Vorträge. Ich will zur re:publica, die Barcamps in Kiel und Hamburg stehen fest im Kalender und falls es eine OER-Konferenz gibt, will ich da wohl auch hin. E-Learning Konferenzen sind die üblich verdächtigen im Fokus u.a. GMW und Campus Innovation und vielleicht die Online Educa und natürlich die MoodleMaharaMoot in Lübeck.

Das Jahr 2015 hört sich nach viel Arbeit an, aber es sind wirklich interessante Projekte und nach 13 Jahren E-Learning, war es noch nie so spannend wie jetzt. Ist schon komisch, dass da immer noch so viel neues drin steckt.

Warum sollte man MOOCs mehr als einmal anbieten?

Ich sag’s seit Jahren: Drei!

Drei ist der Durchbruch, die Schwelle über die man muss! Es ist nicht eins oder zwei, aber auch keine vier oder fünf. Manche sagen, dass Sieben, die Zahl wäre, aber das trifft eher auf Zwerge, Wunder, Tage oder Sünden zu.

Dreimal muss man einen E-Learning Kurs anbieten/halten, damit der Kurs gut ist. Das ist meine Erfahrung, denn beim ersten mal, hat man meist keine Ahnung, was man da überhaupt tut. Man muss sich mit der Technik auseinandersetzen, der Didaktik und natürlich dem Fach (wobei das meist das kleinste Problem ist). Irgendwie kommt man dann durch, da die Kursteilnehmer meist gar nicht wissen, das man jungfräulich diesen Kurs gehalten hat.

Beim zweiten mal, hat man die Technik im Griff und hat etliche Probleme behoben und arbeitet schon mit einer Version 1.5, da man den Kurs überarbeitet hat. Vielleicht hat man eine FAQ erstellt, die Forenanzahl wurde von 10 auf max. 2 reduziert, Fragen wurden eingebaut und Zeitpläne auf ein realistisches Maß angepasst.

Jedoch erst beim dritten Durchlauf, kann man mit einem Kurs „spielen“, d.h. man kann neue Konzepte einbauen, innovative Szenarien testen und Standard-Inhalte multimedial erklären. Man beherrscht die Technik, sonst ist es ja andersrum. Man hat Sicherheit, Erfahrung und weiss, worauf es ankommt. Beim dritten mal, sollte ein E-Learning Kurs perfekt sein und 90% aller Fehler behoben sein.

Bei den MOOCs ist das genau das gleiche. Beim ersten MOOC „Grundlagen des Marketing“ haben wir richtig geschwommen. Wir haben uns im Vorwege richtig viele Gedanken gemacht und ganz bescheiden ausgedrückt, hätten wir einen MOOC locker produzieren müssen, da wir schon 12 Jahre Erfahrung im Online-Fernstudium haben. War aber nicht so, denn MOOCs haben doch eigene Regeln und wir haben Lehrgeld bezahlt, jedoch auf einem hohen Niveau. Immerhin hatten wir 7.000 Teilnehmer im Kurs und eine hervorragende Evaluation. Aber das kann noch besser werden.

Jetzt ist der zweite Durchgang beendet und wir wollen einmal zurückblicken, was sich geändert bzw. verbessert hat. Wir haben beim MarketingMOOC an etlichen Schrauben gedreht. Unter anderem haben wir die Laufzeit verkürzt. Wir haben dadurch auch keine 5CPS Klausur angeboten, sondern „nur“ einen Online-Test. Viele Fragen wurden überarbeitet und es wurde nur eine Peer-Review Aufgabe angeboten. An den eigentlichen Inhalten wurde fast gar nichts geändert. Alle Videos sind gleich geblieben und die Skripte waren auch gleich.

Der Aufwand der Überarbeitung war im Vergleich zur Erstellung natürlich sehr gering, umso erfreulicher ist es, dass sich die Evaluationsergebnisse doch erheblich verbessert haben. Drei Zahlen zeigen dies sehr deutlich:

  • 63% der TeilnehmerInnen stimmten voll und ganz zu, dass der Lernfortschritt groß war (gegenüber 52% im 1. Durchlauf)
  • 75% der TeilnehmerInnen stimmten voll und ganz zu, dass die Quizzes beim Lernprozess hilfreich waren (gegenüber 55% beim 1. Durchlauf)
  • Die Abschlussquote der TeilnehmerInnen konnte auf 8% erhöht werden (gegenüber 4% beim 1. Durchlauf)

Leider bieten viele Hochschulen MOOCs nur einmal an, dabei müssten es mindesten drei Durchläufe sein, damit der Kurs wirklich „fertig“ ist und eine hohe Kundenzufriedenheit und damit ein hoher Lernerfolg erreicht wird. Wir haben jetzt den MarketingMOOC zweimal angeboten und auch beim HanseMOOC startet der zweite Durchlauf im September. Ich erwarte auch hier ähnlich gute Werte, da wir hier wirklich viel verbessern werden (dank einer neuen Förderung). Wer jedoch naiv denkt,  man entwirft einen MOOC und bietet ihn nur einmal an, der verschenkt eigentlich das Potential des Online-Kurses. Denn wie oben erwähnt, wird der MOOC erst beim zweiten Durchlauf problemlos laufen und erst beim dritten mal, kann man mit seiner Erfahrung experimentieren. MOOCs sind daher keine Eintagsfliegen und wahrscheinlich auch kein Hype, sondern sollten nachhaltig implementiert werden. Das ist natürlich leicht gesagt, wenn keine Mittel vorhanden sind.

Im FHLMOOC Projekt planen wir 12 MOOCs und versuchen natürlich jeden MOOC 2-3 anzubieten, was sehr herausfordernd sein wird. Ich denke jedoch, man muss dies gleich von Anfang an im Konzept berücksichtigen und transparent kommunizieren, damit alle Projektpartner wissen, worauf man sich einlässt. Dazu muss man natürlich auch die Tools und die Plattform haben, damit alle Aktualisierungen immer möglich sind. Ich spreche hier immer vom Cloud-Learning, was nichts anderes bedeutet, als dass die Inhalte in der Cloud liegen, z.B. bei YouTube, LOOP oder in Moodle. Statische Inhalte zum download sind hier fehle am Platze, da sie lokal nicht mehr aktualisierbar sind. Zum Glück ist die Welt ganz langsam bereit, für solche Lösungen 🙂

 

 

Rückblick – Das 1.LOOP User Treffen

In Verbindung mit dem VFH Symposium hat das 1. LOOP User Treffen stattgefunden. Das Treffen sollte ein erster Erfahrungsaustausch werden, um zum einen die Features von LOOP zu zeigen und zum anderen die Bedürfnisse und Erfahrungen der Nutzer zu erfahren. Wir haben LOOP jetzt seit ca. 18 Monaten im Einsatz und in letzter Zeit ist etwas stiller darum geworden, was aber mehr daran liegt, dass wir das Produkt nutzen, als daran, dass wir Probleme hätten.

Wer noch nicht weiss, was LOOP ist, dem sei es kurz erklärt. LOOP ist ein Autorentool für E-Learning Content. Das besondere an LOOP ist der Cloud-Ansatz, denn LOOP bedient man im Browser und man sollte daher immer online sein. Was für Facebook und Google völlig normal ist, wird bei LOOP stark diskutiert. LOOP ist quasi das E-Book in der Cloud, allerdings dann mit vernetztem Content. Das bedeutet, man kann in LOOP ideal Content anderer Plattformen einbinden, z.B. YouTube, Prezi, Slideshare und GoogleMaps.

LOOP ist inzwischen bei uns in der Praxis endgültig angekommen, was sehr positiv ist. Egal welches Projekt wir haben, LOOP ist dabei immer die Content-Plattform. Inzwischen haben wir ungefähr 220 LOOP Instanzen (ich nenne das mal so) installiert und es werden immer mehr. Täglich werden dabei über 10.000 LOOP-Seiten abgerufen und wir mussten schon den Speicher und die CPU vom Server in der VMware hochsetzen. Mit LOOP haben wir also genau die Bedürfnisse unserer Netzwerke getroffen, ob wir allerdings auch außerhalb Erfolg haben werden, muss sich noch zeigen.

Daher war es auch kein Wunder, dass eigentlich alle Teilnehmer unmittelbar mit der VFH verbunden waren. Die Externen Nutzer mussten leider in letzter Minute absagen. Eigentlich waren wir aber darüber froh, da viele Themen und Aspekte auch unmittelbar mit der VFH zu tun hatten. Außerdem kannte man sich auch gut und daher gingen die geplanten 6 Stunden auch schnell rum.

Uns ging es vor allem darum, einmal zu sehen, was andere mit LOOP machen und zum anderen wollten wir zeigen, was man mit LOOP alles machen kann. Wir haben also die Highlights gezeigt, z.B. LearningApp, TeX aber auch die Notenerweiterung, das Backend und die Skins. Wir haben Referenzen gezeigt und Best Practices diskutiert und unsere Gedanken der Weiterentwicklung vorgestellt. Leider kam nicht so viel Feedback aus der Gruppe, wie wir uns erhofft hatten, aber das Feedback nach dem Treffen war sehr positiv. Wir haben alle wesentlichen Punkte angesprochen und vorgestellt.

Man kann inzwischen sagen, dass bei uns nicht mehr darüber diskutiert wird, ob man LOOP nutzt, sondern nur noch, wie man es denn nutzt. Das finde ich, ist schon ein sehr großer Erfolg für uns und wir sind immer noch überzeugt, dass wir mit LOOP den Zeitgeist getroffen haben, bzw. wir sicherlich 2-5 Jahre voraus sind.

Eine der großen Diskussionspunkte ist immer noch die lokale LOOP Installation, die einige Hochschulen wollen. Es geht um die Hoheit der Inhalte und die gefühlte Unabhängigkeit. Das widerspricht absolut unserem Cloud-Ansatz, aber es ist sehr verständlich, dass die Anwender, das haben wollen. Wir werden daher eine neue Exportfunktion anbieten, aber um LOOP lokal zu installieren zu können, braucht man enormen Sachverstand und viele Resources. Trotzdem ist es möglich und LOOP ist Open Source und wird es auch bleiben.

Damit kommen wir dann aber auch gleich zum nächsten Punkt, der Weiterentwicklung. Wir werden demnächst AGBs haben und damit eine neue „NewLOOP“-Seite launchen, damit jeder seine eigene LOOP-Instanz erstellen kann. Das soll sehr einfach gehen, damit wir keine Arbeit haben. Parallel sollen auch neue Domain-Namen für LOOP möglich sein, damit nicht jede LOOP-Instanz unter oncampus.de laufen muss. Das ist natürlich eine Menge Arbeit, aber wir denken nach wie vor, dass ganz viele Hochschulen LOOP brauchen, aber sie wissen es nicht.

Parallel muss LOOP aber auch mit unseren MOOC-Systemen verbunden werden, damit wir neue MOOC-Szenarien entwickeln können. Ich will hier gar nicht von cMOOCs sprechen, aber LOOP wäre ideal für solche Szenarien. Wie das funktioniert und  welchen Bedarf es da gibt, wird ein Hauptbestandteil meiner Arbeit sein.

Am Ende gab es noch etliche Tipps, Diskussionen und eine Menge Arbeit für uns, bevor wir dann den Workshop beenden konnten. Knapp 20 Leute werden jetzt offizielle LOOP-Badges für das 1.LOOP User Treffen bekommen und wir werden in der Google+ Gruppe weiter unsere Erfahrungen austauschen. Für das erste Treffen mit 6 Stunden Dauer war das ein Riesenerfolg und wir sind richtig Stolz, dass es mit LOOP weitergeht. Leider kennen viel zu wenig Leute diese Plattform und werden weiter versuchen, das Rad das fünfte mal zu erfinden. Dafür gibt es jedoch Tagungen und Fachzeitschriften, so dass wir LOOP immer weiter vorstellen können. Es bleibt also spannend und LOOP ist so lebendig, wie noch nie.

Screenshots superschnell und superleicht

Screenshots braucht man andauernd und dabei muss es schnell gehen. Fast jeder kennt die „Alt“+“Druck“-Funktion mit Zwischenablage und danach Copy-Paste entweder direkt in die Anwendung oder vorher ins Grafikprogramm. das ist aber viel zu umständlich, denn inzwischen gibt es Jing für Windows. Eine supertolle und vor allem superschnelle Web 2.0 Anwendung für Screenshots.

Man kann damit auch Videos erstellen. Was mich richtig begeistert, ist das optionale uploading auf den Screencastserver. Damit kann man ganz schnell Screenshots per URL z.B. für Skype oder E-Mail verteilen. Der Hersteller Techsmith hat auch die sehr guten Programme SnagIt und Camtasia im Portfolio.

Ich bin dank Basic-Thinking auf Jing aufmerksam geworden. Dort gibt es auch gute Mac-Lösungen.

Wiki als Online-Vorlesung – eine Idee ist geboren!?

Ich beschäftige mich schon längere Zeit mit dem Thema Medienkompetenz, Web 2.0 und Informationsmanagement und betrachte es, als meine kleine Spielwiese. Hier kann ich oft Ideen ausprobieren, um Alternativen zu den oncampus Konzepten zu entwickeln und dies Semester hatte ich auch mal wieder einen neuen Ansatz.

Idee:

Was passiert, wenn ich mein komplettes Skript über Medienkompetenz in ein Wiki „kippe“ und das ganze Internet hat Leserechte aber nur meine Studierende haben Schreibrechte?

Mich hat schon oft geärgert, dass viele Inhalte sehr schnell veralten und vor allem Links bzw. eingebettete Multimedia-Elemente tot sind. Mit einer normalen Autorensoftware ist die Aktualisierung der Inhalte immer viel zu komplizert, aber ein Wiki löst dies Problem von allein. Alles andere ist selbsterklärend.

Seit einer Woche ist das Wiki Medienkompetenz nun online, aber niemand weiss es 🙂 Daher mache ich jetzt auch Werbung dafür, damit auch externe Leser dazustossen. Ich bin gespannt ob die Studierende Interesse entwickeln, selbst Inhalte zu schreiben oder ob sie nur Fehler korrigieren oder gar nichts machen werden. Es ist ein Experiment und/oder vielleicht der Start für ein neues Konzept.

Im Moment ist alles noch Beta. Ich habe mich für ein MediaWiki entschieden, da es sehr verbreitet ist (die Wikipedia benutzt das gleiche) und die Syntax daher bekannt ist. Ausserdem gibt es sehr viele Erweiterungen und Dokus dazu. Täglich entdecken wir neue Fehler, Features und Probleme, aber wir kriegen auch immer neue Ideen. So haben wir heute ein Tagcloud entworfen, für die häufigst besuchten Seiten (so ein Plugin gab es bisher noch nicht fürs MediaWiki), aber da die Hauptseite natürlich die meisten Seitenaufrufe hat, ist die Darstellung noch mangelhaft.

Es gibt auch gleich erste positive Rückmeldungen. So haben wir die VideoFlash Erweiterung installiert, aber die hatte bei GoogleVideos einen Fehler gehabt. Das haben wir nicht gewusst, erst als wir eine Fehlermeldung von einem Studierenden bekommen hatten, haben wir uns das Problem angeschaut.  Das ist auch normal, aber das Schöne war, heute morgen hatte ich auch ne Lösung vom gleichen Studi bekommen:

$url['googlevideo']='http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=%1$d';

Das $d am Ende sorgt dafür das die videoId als Integer Zahl interpretiert wird.

wenn man das auf $s sollte es funktionieren.

Hat geklappt! Zum Glück läuft der Kurs im 6.Semester Medieninformatik Online und nicht Lehramt oder Sozialpädagogik. Da wäre die Hilfe wahrscheinlich anders gewesen 🙂

Die nächsten Punkte sind jetzt die Tagcloud, eine Hilfeseite (welcher Informatiker liest Hilfeseiten?) und eine überarbeitete Einstiegsseite. Natürlich werde ich laufend über den Kurs berichten und vielleicht stelle ich irgendwo, irgendwann und irgendwem das Konzept und die Erfahrungen auch mal vor.

PS Eben hat eine Kollege aus Berlin auch wegen einem MediaWiki angerufen. Manchmal gibt es schon merkwürdige Zufälle.

Mega Content Transformation with Open Source Educational Content Project eLML

So hiess der gemeinsame Vortrag von Joel Fisler (Vortrag PPT 3,2 MB) von der Universität Zürich und mir (Vortrag PPT 1,1 MB) auf der Online Educa in Berlin. Ich habe schon öfters von eLML (eLessons Markup Language) geschrieben und das wir bei oncampus unsere E-Learning Content Struktur auf eLML umstellen wollen. Den ersten Teil der Zusammenarbeit haben wir nun in Berlin vorgestellt. Es ist uns inzwischen gelungen, ein gemeinsames XML-Model zu entwickeln, was Zürich als auch oncampus gemeinsam benutzen. Das Layout ist inzwischen auch fertig und der PDF-Prozess ist sogar schon produktiv. Probleme bereitet uns allerdings der Editor. Zürich entwickelt den Firedocs Editor, der aber noch in einer Beta-Version ist. Wir bei oncampus favorisieren hier eher Open Office, aber da müsste das Plugin weiterentwickelt werden (ich hab dazu eine Diplomarbeit ausgeschrieben, wer Interesse hat, einfach bei mir melden).

Wer eLML einsetzen will, hat Interesse an „High Content“, d.h. er muss eine Menge Zeit und Geld investieren. Die meisten Projekte, Dozenten bzw. Institute haben dies nicht, daher müssen Partner gefunden, die den gleichen Content benutzen wollen.

Three Tiers Content Pyramide by Clive Shepherd

Three Tiers Content Pyramide by Clive Shepherd

Hier spricht man dann von Reusable Content oder auch Shareable Content. Dies ist ein sehr ehrenvoller und logischer Ansatz, der aber zutiefst den alten Lehrmethoden widerspricht. Ich zitiere hier mal ein Satz, den ich irgendwo mal gehört habe:

„Lieber benutzt ein Professor die Zahnbürste eines anderen Professors, als seine Skripte!“

Das dies auch anders geht, sehe ich jeden Tag bei der Virtuellen Fachhochschule. Wir produzieren einmal, und jeder Verbundpartner (6 Hochschulen) setzt die Kurse fast unverändert ein. Daher können wir diesen „High Content“ mit eLML auch kostendeckend produzieren. Das dies immer noch die Ausnahme ist, hab ich auch wieder mal bei der Online Educa gesehen, obwohl sehr viel über Repositories und Digital Market Places gesprochen worden ist. Leider wird diese Idee noch zu wenig umgesetzt, man merkt aber, dass die jüngere Generation von Dozenten sehr viel aufgeschlossener ist.

Google Summer of Code meets eLML and OLAT

Morgen am Donnerstag werden in Zürich die Google Summer of Code Projekte präsentiert. Die Universität Zürich hat insgesamt 8 Projekte gehabt, die alle erfolgreich abgeschlossen worden sind. 6 davon waren für das LMS OLAT und zwei für das Autorentool eLML. Der Veranstaltung soll live aufgezeichnet und später ins Netz gestellt werden.

Google Summer of Code ist eine sehr interessante kluge Idee von Google (wie immer). Es ist ein klassisches Win-Win-Projekt. Google gibt Hochschulen die Chance interessante Open Source Projekte zu realisieren und unterstützt jedes Projekt mit 5.000$, die Hochschule und der Student erhalten eine schöne Förderung und kann das Projekt realisieren und die Welt erhält etwas mehr Open Source. Aber was bekommt Google?

Google hat die Chance sehr gute Mitarbeiter direkt von der Hochschule abwerben zu können, ohne Headhunter oder einer Stellenausschreibung und ich kenne bestimmt undankbarere Jobs, als bei Google anzufangen:-)

Da wir schon seit einem Jahr Moodle benutzen, ist OLAT für uns nicht interessant, aber jeder der anspruchsvollen E-Learning-Content entwickeln will, sollte sich das eLML Projekt anschauen. Wir arbeiten seit 8 Monaten an einer eLML-Konvertierung und beobachten mit Spannung jede Weiterentwicklung.

Zeitumfang von E-Learning Content

In den letzten Wochen hab ich mir eine Menge Gedanken zum Umfang von E-Learning Content gemacht. Wie lang sollte eine Lerneinheit sein und wie ist der Aufbau?

Die Aufmerksamkeitsspanne eines Lerners soll angeblich zwischen 10-20 Min. sein. Wenn das wahr ist, darf dann eine Lerneinheit auch nur diesen Umfang haben? Ist es dem Lerner nicht zuzumuten selbständig Pausen einzulegen?

Die Gesellschaft tendiert dazu immer kürzere Aufmerksamkeitsspannen zu haben. Schaut man sich das TV Programm einmal an, findet man schnell Bestätigungen. Früher waren Filme 90 Min. lang und ohne Werbeunterbrechung, heute sind die Sitcoms und Daily Soaps selten länger als 30 Min. und wenn man dann die Filmchen auf YouTube sieht, ahnt man, was die Zukunft bringen kann. Schüler haben Probleme 45 Min. in der Schule still zu sitzen aber eine Vorlesung an der Hochschule dauert 90 Min.

Das Internet fördert dieses Phänomen, da das Lesen am Bildschirm schnell ermüdet. Man verliert auch schnell den roten Faden, da Material oft mit Hyperlinks versehen ist, und der Lerner sich in den Weiten des Internets verliert.

Wie soll man aber anspruchsvollen Content in max. 20 Min. vermitteln? Auf Schulniveau ist das wahrscheinlich noch möglich, aber in der beruflichen Weiterbildung stößt man da an Grenzen. Im meinem Kurs Medienkompetenz waren die Lerneinheiten ca. 5 Stunden lang, aber mit Vertiefungsmaterial konnten es auch 30 Stunden werden. Oft sind die Lerner aber nicht bereit, so viel Zeit zu investieren. Wissen zu erlangen kostet aber Zeit und oft auch Mühe und das ist ein Widerspruch. Viele sind dazu nicht bereit, vor allem die Unternehmen. Sie wollen ihre Mitarbeiter kurz an einem Tag schulen oder noch schlimmer, sie geben zu einem Thema eine 10-20 Min. langes E-Learning Objekt und der Mitarbeiter soll es schnell durcharbeiten.

Tools wie Powerpoint oder auch Rapid E-Learning Tools unterstützen diesen Ansatz. Ist die Zukunft oder der Sinn von E-Learning Content in diesen kurzen Happen, oder kann auch aufwendiger Content geschaffen werden? Beim Bundesleitprojekt Virtuelle Fachhochschule haben wir Kurse mit jeweils 150 Stunden Lernaufwand erstellt und ein Learning Object hatte dabei einen Zeitumfang von bis zu 30 Stunden. Inzwischen sind mehr als 1400 Studierende in diesen Online-Studiengängen eingeschrieben und lernen sehr erfolgreich. Anscheinend ist es dann also doch möglich, größere Lerneinheiten anzubieten.

Natürlich kommt es immer auf den Kunden an, was er braucht und wünscht. Einen allgemeinen Ansatz gibt es nicht. Der Trend, dass die Aufmerksamkeitsspanne sinkt und Wissen in 10 Min. Häppchen serviert werden sollte, ist aber bedenklich.

Die 1% – Regel

Vor langer Zeit hatte ich mal in den Untiefen des Internets einen Artikel gelesen, der beschrieb, wie das Verhältnis von aktiven Usern zu teilnehmenden Usern und dann wieder zu passiven Usern ist, nämlich immer ungefähr 10 zu 1. Leider habe ich den Artikel verloren, aber dank Mario Sixtus hab ich ihn wiedergefunden.

Wenn man also mal anschaut, wie viele Leute bei YouTube Videos reinstellen, wer sie kommentiert und wer sie konsumiert, kommt schnell dazu, dass es pro 100 Konsumenten nur einen Produzenten gibt. Dasselbe gilt für die Wikipedia, was sogar in anderen Blogs näher aufgeschlüsselt wird. Einige sprechen sogar schon vom Tod der Wikipedia, da niemand Artikel schreibt.

Wenn ich meine Online Lehre mal als Erfahrung einbringe, kann ich diese 1% – Regel nur bestätigen. Die passive Beteiligung ist enorm hoch und wenn sich ein Student mal engagiert, ist das wirklich die Ausnahme…leider.

Man kann diese Regel aber auch positiv umdrehen. Wenn ich einen Artikel in der Wikipedia schreibe, bin ich einer von 100 der aktiv dort was bewegt und ich werde wahr genommen. Wenn ich 10-20 Freunde und Bekannte mir suche, die alle dort was schreiben, könnte ich ja schon fast die deutsche Wikipedia erobern, aber jetzt wird mir der Gedanke langsam zu gefährlich…;-)

“Seitenbasiertes E-Learning” mit Learncube

Mit relativ wenig Aufwand ist es möglich mit dem Autorentool Learncube von x-pulse interaktiven eContent zu erstellen. Das Autorentool nimmt die Inhalte in einer XML-Struktur auf. Texte und multimediale Elemente können über wenige Mausklicks hinzugefügt werden. Grafiken und Fotos kann man über Steuerkommandos in einer Eigenschaftsliste animieren.

Ein besonderes Highlight ist die „Text-to-Speech„-Engine. Hierdurch ist es möglich eine erstellte Learncube-Präsentation als gesprochenes Audio, der eingegebene Text wird als MP3 exportiert, zum Download, als Podcast oder zur Integration in das Lernobjekt zur Verfügung zu stellen.

Warum Learncube?
Zwei Gründe: Einerseits bietet Learncube den Vorteil über eine intuitive Benutzeroberfläche multimedialen Output auf Basis von Shockwave-Flash zu generieren, andererseits möchten wir Learncube als Add-On, zu unserem derzeitigen Produktionsprozess, mit seitenbasiertem E-Learning-Content verwenden.

Wir befinden uns derzeit noch in einer Evaluationsphase und berichten zu gegebener Zeit wieder an dieser Stelle.