Das war mein Jahr 2015 – ein kleiner Rückblick

Das Jahr 2015 war ein unglaubliches Jahr und ich könnte jetzt Romane schreiben, um all das wiederzugeben. Vielleicht reichen jedoch auch ein paar Schlagworte, um es zu beschreiben und ich versuche es einmal.

Moodle, Moot und mooin

Der Start 2015 begann mit den drei Ms: Moodle, Moot und mooin. Anfang März hat Lübeck die Moodlemoot 2015 ausrichten dürfen. Ich durfte Moodle-Erfinder Martin Dougiamas treffen und wir diskutierten viel über die Zukunft von Moodle, die ich nicht so positiv sehe. Sehr wichtig waren aber auch die Besuche von Staatssekretär Fischer und von Martin Ebner, deren Ergebnisse erst in diesem Jahr zu sehen sein werden. Netzwerke sind unglaublich wichtig und 2015 war ein sehr großes Jahr dafür.

Auf der Moodlemoot hatten wir dann auch die Weltpremiere unserer MOOC-Plattform mooin. Was mooin für uns bedeutet, kann ich immer noch nicht genau sagen, aber die Entwicklung war genau der richtige Schritt zur fast noch richtigen Zeit. Ich persönlich denken, wir waren vielleicht 12 Monate zu spät, doch wenn ich die Roadmap der #hoou sehe, dann ist mooin ein Transrapid:-) mooin hat bei uns ganz viel geändert, vor allem im Verständnis der Digitalisierung der Bildung. Mit den MOOCs wird das E-Learning neu geschrieben, da es das erste richtig digitale E-Learning ist und kein Kompromiss wie das angebliche alternativlose Blended Learning. Mit mooin haben wir aber auch in Punkto Design (one-colum „Fat Media“), Videoquizzes und Badges Maßstäbe gesetzt und inzwischen auch mit OER.

MOOCs und OER

Dann kam der HanseMOOC, VideoMOOC, ichMOOC, pmMOOC, KLOOC und später noch der MarketingMOOC, CL20 und MOOC25. Jeder MOOC mit seiner Geschichte und mit neuen Erfahrungen.  Parallel kamen natürlich Vorträge und Veröffentlichungen und ich durfte meine erste externe Keynote in Graz halten 🙂 Im August kam dann noch die große Rundreise mit 10 Tagen in Würzburg, München und Berlin um bei der GMW, Delfi und dem Educamp ganz viel über MOOCs und OER zu erzählen. Denn so sehr die erste Hälfte des Jahres 2015 von den drei Ms geprägt war, kamen nun OER und Flüchtlinge in den Mittelpunkt.

mooin - Logo

Open Educational Resources

Im September waren wir mit unserem MOOC-Team quasi am Ende, denn 2/3 sind durch Krankheit ausgefallen und wir haben es gerade mal geschafft, die Plattform zu betreiben und mit den externen MOOCs (damit meine ich, wir haben keine Videos selbst produziert sondern „nur“ beraten) CL20 und MOOC25 noch zwei zu starten. Dafür kam jetzt aber das große Thema OER bei uns ins Haus. MOOCs und OER sind ein dynamisches Duo, wenn man MOOCs als Strategie betrachtet und nicht als einmalige Pilotprojekte. Das ist nebenbei gesagt auch der Grundfehler, fast aller deutschen E-Learning Projekte. Wir haben mit dem ichMOOC, dem pmMOOC und MOOC25 schon drei OER-MOOCs veröffentlicht und viele Teile vom VideoMOOC, MarketingMOOC und HanseMOOC sind auch CC BY. Das wir jedoch OER jetzt auch strategisch betrachten, ist ein Gesinnungswandel, der mich sehr erfreut. Das dies aber auch unmittelbar notwendig ist, um MOOCs z.B. für Flüchtlinge nachhaltig zu planen, sehen wir erst jetzt. Wenn man Kooperationen und Netzwerke ausbauen will, muss man schon beginn an alles als OER planen, sonst sind diese Projekte niemals nachhaltig zu betreiben. Parallel hatten wir einen schönen Workshop in Kaiserslautern #disco veranstaltet und planen das große #OERde16 für März 2016.

Refugees

Und dann kamen die Flüchtlinge und das dies eine große Chance für die Digitalisierung der Bildung muss man kaum erwähnen. Wir haben wieder mal schnell gehandelt (auch eine wichtige Erkenntnis aus dem Jahr 2015: Das Internet wartet nicht auf Dich) und unsere Integrations-Plattform online gebracht und schon erste Angebote verwirklicht. Wir haben mit der Kiron University ein fantastisches Meeting gehabt (bestes Gespräch 2015) und der Landtag war dreimal bei uns zu Besuch und im Februar startet unser MOOC #DEU4Arab in Kooperation mit Uni Marburg und Prof. Jürgen Handke.

Entscheidend ist aber auch hier, dass solche Krisen nur mit neuen Ansätzen und Technologien bewältigt werden können. Gerade Krisen zeigen die Probleme und ermöglichen Reformen.

Moodalis, Personal und die VFH

Das wichtigste zum Schluss, denn wir haben einen großartigen Schritt in unserer Infrastruktur gemacht. Wir haben das komplette Back-End von oncampus und der Virtuellen Fachhochschule neu aufgesetzt und zum Wintersemester gestartet. Daran haben wir ca. 4-5 Jahre entwickelt und der Start war erstaunlich problemlos, obwohl es natürlich viele Probleme gab. Es ist der dritte Launch vom Back-End seit es die VFH gibt. Die Leitung dazu liegt jetzt auch nicht mehr unmittelbar bei mir, sondern das Software-Team ist gewachsen. Seit 1.Dezember haben wir einen neuen Entwickler und zum Frühjahr suchen wir noch einen Admin und eine MOOC-Stelle hatten wir auch noch ausgeschrieben. In Lübeck arbeiten jetzt ca. 70 Leute und das wir quasi nebenbei noch mehrere neue Online-Studiengänge entwickeln und im nächsten Jahr neue Partnerhochschulen kriegen, merkt kaum einer. Das ist bei uns inzwischen fast Routine 🙂

Im Team sind wir wirklich gut geworden. Die Zusammenarbeit zwischen Marketing (ich nenne das mal so) und der Technik, war einer meiner Schwerpunkte und da haben wir richtig gute Fortschritte gemacht. Social Media, SEO, CMS und Metatags müssen da ineinander greifen und parallel müssen die Texte und die Ansprache stimmen. Hier geht es vor allem um Teamarbeit und Interdisziplinarität und um das gegenseitige Verständnis und da sind wir in Lübeck sehr weit, wenn ich die neuen Kollegen richtig verstehe 🙂

Resümee

Was soll ich sagen, das Jahr 2015 war toll und anstrengend, aber das Jahr 2016 wird wahrscheinlicher noch gewaltiger 🙂

Facebook ist down und die Welt lästert

Man kann jetzt schön über Facebook lästern. Facebook ist down und jeder, der sich auf Facebook verlässt ist jetzt auf Gott verlassen. Alle Werbestrategien, Sociel Media Manger, Eventmanager und erst die ganzen Freizeitnutzer können nichts mehr machen. Sie sind arbeitslos, nur weil Facebook down ist und man hat auch gar keinen Anspruch für Haftung. das gleiche gilt jedoch auch für Strom und Straßen aber das ignorieren wir jetzt einmal. Kollateralschäden sind antürlich auch entstanden, denn das Single Sign On von Facebook ist natürlich auch weg und so konnte man sich auch nicht an zig Web 2.0 Diensten anmelden. Die Heise Forenschreiber, die sowieso schon immer gegen Facebook, Google und Co sind, fühlen sich jetzt bestätigt, doch man muss da auch einmal die andere Seite anschauen.

Single Sign On ist ein Standardverfahren in jeder Firma. Alle Systeme sollen mit einem Login verfügbar sein. Wer lästert nicht gerne gegen Telekom, Bundesbahn oder eigene Firma, wenn Supportforum, Wiki und Intranet verschiedene Logins hat. Wenn das LDAP weg ist, steht auch hier alles.

Das gleiche gilt für Eduroam an den Unis, Shibboleth, AAI und OpenID. Alles sind sogenannte Single Point of Failures. Das eine erhöht die Usability aber wir bezahlen mit erhöhtem Risiko bei einem Ausfall.

Und bei den Produktionsprozessen sieht es ähnlich aus, da nennt man es One-Source-Publishing und wenn die XML-Quellen für den mobilen und für die Standardwebseite weg sind, sind auch beide Auftritte nicht erreichbar. Das gleiche gilt für die On-The-Fly-Prozesse z.B. PDF- und ePub-Erzeugung und vom Warehouse mit einer Datenquelle (auch wenn sie redundant ist), will ich gar nicht erst anfangen.

Also Vorsicht mit der Kritik an Facebook, denn wir alle wollen diese Prozesse, aber wenn sie weg sind, ist der Schaden groß

EdChatDE Blogstöckchen Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung

Für den kommenden EdchatDE „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“ haben wir uns auch ein Blogstöckchen ausgedacht.

Aufgabe

Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

Schwierig zu sagen, neben den zig Informationsquellen aus G+, Facebook, Twitter, Blogs und Co, würde ich meinen beruflichen und privat nutzbaren Laptop nennen, die WordPress-Software dieses Blogs und das Barcamp Kiel (am kommenden Wochende).

Und was waren die letzten 3 Bildungsressources, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

Natürlich wieder mein Laptop, weil er ganz neu ist 🙂 Dann natürlich die Gebühren für meine Weiterbildung (ich sag nur Life Long Learning) und meine letzte Dienstreise zur eMOOC Konferenz in Mons.

Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Wenn man die Hardware einmal ausklammert, muss ich persönlich sagen, dass es keinen Unterschied macht. Alle Infos erhalte ich kostenlos und die meiste Software (Moodle, WordPress, YouTube, G+ und Co) kostet auch nichts. Selbst auf dem Apple MacBook brauch ich fast nur Chrome und GDrive und komme ohne MS Office aus. Als IT Leiter kann ich das sogar ergänzen, denn wir nutzen auch für unsere großen Systeme Linux, Moodle und Co und arbeiten schon an einer Exit Strategie für MS Office (was aber der Datenschutz noch verhindert).

Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Geld geb ich oft freiwillig aus, z.B. die re:publica App, Wikipedia Spende oder Crowdfunding (Schulbuch-o-mat oder Martin Lindners Buch Projekt). Für gute Software geb ich aber auch Geld aus, ist aber im Bildungsbereich eher selten z.B. Camtasia oder meine LieblingsApp für Präsentationen „Explain Everything“. Für Bücher geb ich nie Geld aus, da gibt es genug Tagungsbände und Bibliotheken. Freie Bildungsressourcen sind für mich immer besser, wenn ich sie öffentlich nutze, z.B. für meine Lehre, für Vorträge, für MOOCs oder Webseiten und Blogs. Also immer wenn ich öffentlich etwas mache, will ich freie Inhalte nutzen.

Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

Ja und zwar sehr viele. Ich habe den gesamten YouTube Kanal von oncampus administriert und viele Videos als OER online gestellt. Die beiden MOOCs Projektmanagement und „Das digitale Ich„auf mooin sind CC-BY und ich habe auch zwei LOOPs, nämlich den Schulbuch-o-maten und „Computerarchitektur und Betriebsysteme“ aktiv gefördert. Inzwischen sind auch alle meine Vorträge und die Slides OER und bei L3T hab ich auch ein Kapitel geschrieben.

Wie funktioniert ein Blogstöckchen

Auf einem Blog (in diesem Fall ist das das von Anja Lorenz und Andreas Wittke) werden Fragen gestellt und mindestens 3 andere Blogger dazu aufgerufen, eine Antwort in ihren eigenen Blogs zu verfassen.

Die Nominierten überlegen, wie denn eine richtige Antwort für sie aussehen könnte, und schreiben die Antwort in ihren eigenen Blogs oder in den Kommentaren dieses Blogs. Dann nominieren sie wiederum mindestens 3 Blogger u.s.w. Weil der Mensch ein Deadline-getriebenes Wesen ist, gibt es hierfür eine Deadline: der 24.08.2015.
Die Initiatoren (das sind wieder wir) sammeln die Antworten zusammen, erstellen eine Übersicht und eine kleine Zusammenfassung. Bitte verlinkt also diesen Beitrag in Euerm Blogbeitrag, damit wir via Pingback informiert werden und/oder benachrichtigt uns via Twitter, G+, E-Mail, Telefon… (bitte kein Fax). Wir wollen das bis zum 25.08.2015 schaffen – das ist sportlich und das wissen wir. Aber wir tun es ja für eine gute Sache: den #EdchatDE zum Thema „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“.

Und nun zu meinen Nominierten:

  • Elke Lackner, weil sie schon beim HanseMOOC als Botschafterin so geglänzt hat und eine super engagierte Bloggerin ist
  • Oliver Tacke, weil er gerade ein Biker geworden ist und wir zusammenhalten müssen (so viele Biker gibt es nicht im Edu-Bereich)
  • Christian Spannagel, weil er auch nie Zeit hat und trotzdem fleissig Festival-Bändchen sammelt 🙂

DER 93. #EDCHATDE: IST GEIZ GEIL? – KOSTENLOSKULTUR IN DER BILDUNG

MOOCs, OER und andere kostenlosen Bildungsangebote stehen einem teils etablierten, teils aber auch hart umkämpften (Weiter-)Bildungsmarkt gegenüber. Dabei gilt aber nicht generell “Bildung muss frei sein und darf nichts kosten” – denn sie kostet etwas. Diejenigen, die als Bildungsdienstleister kostenpflichtige Angebote schaffen, aber auch diejenigen, die MOOCs und OER produzieren und kostenlos bereitstellen, müssen ihre Miete bezahlen, etwas essen etc. Durch die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung können viele Leistungen, die früher nur durch Verlage, Designer oder andere Experten realisiert wurden, direkt von den Lernenden umgesetzt werden. Auf der anderen Seite schätzen wir professionelle Trainer und gut gemachte Lehrmaterialien – aber wie viel bezahlen wir dafür, gerade weil es uns so erscheint, als könnten wir mit den in Wikipedia, Youtube oder MOOCs verfügbaren Informationen den Lerngegenstand auch kostenlos erschließen?
geizgeil

DIE FRAGEN

20.05 Uhr
F1: Geschenkt ist noch zu teuer. Warum haben sich #OER noch nicht durchgesetzt? #EdchatDE

20.10 Uhr
F2: Die Masse will es, aber der Einzelne muss es machen. Wo ist die #OER-Crowd? #EdchatDE

20.15 Uhr
F3: Was nix kostet ist nix wert? Wer bezahlt (für) #Bildungsresourcen? #EdchatDE

20.20 Uhr
F4: #Crowdfunding, #Flattr und andere Spenden – Wofür gebt ihr gerne? #EdchatDE

20.25 Uhr
F5: Verderben #OER den Weiterbildungsmarkt? Will denn keiner mehr zahlen? #EdchatDE

20.35 Uhr
F6: Womit punkten kostenpflichtige Angebote? Müssen wir was ändern? #EdchatDE

20.40 Uhr
F7: Was würdet IHR für einen Dienstag #EdchatDE ausgeben? #EdchatDE

20.45 Uhr
F8: Welche Anregungen, Fragen hast du sonst noch zum Thema „Kostenloskultur in der Bildung“? #EdchatDE

DIE VORBEREITUNG

Zur Vorbereitung gibt es dieses Mal ein Blogstöckchen. Was das ist und wie es funktioniert, erfahrt Ihr am Mittwoch um 10.00 Uhr auf den Blogs von Anja Lorenz und mir hier.

DER #EDCHATDE

…mit diesen Fragen findet am Dienstag, dem 25.08.2015 um 20:00 Uhr statt. Natürlich auf Twitter ?

Urlaub ist zu Ende – Bin wieder da

Vielleicht hat es der eine oder andere gar nicht bemerkt, doch ich war im Urlaub. Tat auch dringend not, denn nach sechs MOOCs, der Entwicklung und Launch der MOOC-Plattform mooin, der Ausrichtung der Moodlemoot 2015 in Lübeck und meiner ersten Keynotes in Lübeck und Graz war der Akku leer. Jetzt bin ich aber wieder da.

 

Jetzt geht es mit Vollgas zu neuen Taten. Der Herbst steht vor der Tür und wartet mit vielen neuen Aufgaben. Als erstes muss das Team erweitert werden, denn wir suchen drei neue Kollegen für Entwicklung der MOOCs (also 2 PHP-Stellen und ein MOOC-Spezialist), dann geht es mit dem Corporate Learning MOOC weiter und dann steht der MOOC Of The Year vor der Tür und intern arbeiten wir dann schon an einem heissen MOOC Frühjahr 2016.

Parallel wartet der erste Semesterstart mit unserem neuen Enterprise-System Moodalis, wo wir das gesamte Backend neu entwickelt haben. Da sind ca. 4 Jahre Entwicklung eingeflossen und Adobe Connect kommt auch in einer neuen Version (endlich, die letzte war sehr buggy). Und wenn alles klappt, dann kommt auch noch Moodle 2.9 zum Semesterstart, aber das weiss ich definitiv erst morgen. Ich lese ja fast keine Mails im Urlaub 🙂

Und dann kommt die große Reise. Anfang September geht es dann nach München zur GMW, vorher wohl nach kurz nach Würzburg und danach direkt zum OER-, MOOCcamp nach Berlin und dann wohl zur IFA und zum Digital Turn „MOOCs and beyond“ nach Berlin und dann 10 tage später wieder nach Lübeck und einen Monat später noch einmal nach Berlin zu einer Social Media Fortbildung und dann noch nach Stuttgart und nach Kaiserslautern. September und Oktober sind die Reisemonate und dann ist ja schon fast Weihnachten 🙂

Stellenausschreibung für einen MOOC-Spezialist/in

Wir verstärken unser MOOC-Team und suchen einen MOOC-Spezialisten/in. Unsere Ziele sind sehr groß, denn wir planen immer noch 40 MOOCs bis 2020 und wir haben verdammt viele „coole“ Ideen und wollen natürlich der Welt beweisen, dass MOOCs kein Hype sind (aber vielleicht was anderes was Hochschule 1.0 darunter verstanden hat). Es ist heute immer noch so, dass die meisten Hochschulen weder eine digitale Strategie haben, noch sind sie so flexibel und passen ihre Strukturen dem MOOC-Format an, sondern versuchen es genau andersrum. Dabei stellen MOOCs alle Hochschulfomate in Frage, u.a. Kurslaufzeiten, Präsenz, Abbrecherquoten und die Zertifikate.

Wir haben ganz modern zwei Versionen der Stellenausschreibung geschrieben, nämlich eine für den Social Media Bereich, die nur einen inoffiziellen Status hat, aber dafür hip geschrieben ist, und wahrscheinlich viel besser ausdrückt, wen wir suchen.

MOOC-Spezialist/in gesucht

MOOC-Spezialist/in gesucht

Parallel haben wir dann noch die offizielle Ausschreibung, die natürlich auf der FH Lübeck Seite zu finden ist. Jetzt kann jeder einmal darüber nachdenken, welche Ausschreibung besser ist und falls es die inoffizielle Version ist, warum schreiben wir dann nicht alle Ausschreibungen so?

PS Bewerbt Euch, falls Ihr Euch angesprochen fühlt oder verschickt den Link. Wir arbeiten in Lübeck an der Hochschule der Zukunft und bisher machen wir das ziemlich digital 🙂

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

tl;dr

Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1“ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

Organigramm oder Arbeit 4.0

Ein kleiner Gedanke kreist schon seit Wochen durch meinen Kopf. Was sagt ein Organigramm über die Firmenkultur aus?

Ein normales Organigramm gibt die Organisationsstruktur einer Institution wieder.

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

In den letzten drei Jahren habe ich jedoch meist gar nicht in dieser Organisationsstruktur gearbeitet. Gerade bei den letzten Projekten, z.B. mooin und die MOOC-Entwicklungen arbeiten wir völlig anders. Das Team setzt sich aus Developern, Erziehungswissenschaftlern, Mediendidaktikern, Mediendeveloper, Marketing und dem Projektmanagement zusammen. Alles ist sehr agil und zielorientiert und vor allem sehr schnell. Mich erinnert das sehr an Slack, obwohl wir Slack gar nicht nutzen, sondern meist Gdrive.

Im Moment schreiben wir auch gerade eine neue Stelle für unsere MOOC-Entwicklung aus und die erste Frage, die ich bekomme ist, ob wir einen Techniker oder einen Pädagogen suchen, dabei suchen wir jemanden mit den richtigen Kompetenzen. Es wird also wieder versucht, ein starres System zu etablieren. Hier schau her, das ist deine Schublade und du bist an dieser Stelle in unserem System. Dabei brauchen wir doch flexible Leute, die je nach Bedarf arbeiten und sich ständig weiterentwickeln. Ich denke, wir nennen das modern „Arbeit 4.0“ aber unser Organigramm, zeigt ein anderes Bild.

Ich habe jetzt einfach mal gedacht, man könnte doch ein neues Organigramm entwickeln, nämlich dynamisch und projektbezogen. Jeder Mitarbeiter könnte am Ende jeden Monats z.B. die fünf wichtigsten Personen aus seinem Umfeld nennen oder man zählt ganz einfach die E-Mails, die letzten Monat intern geschrieben wurden und bildet daraus ein Beziehungsmodell. Das könnten größere Bubbles sein, oder Linien mit unterschiedlicher Stärke (kennt einer Software, ich meine aber nicht Wordlet oder Tagclouds aber ähnliche Lösungen). Dadurch würden neue dynamische Strukturen entstehen, die sich aber jeden Monat ändern.

Allerdings gibt es hier noch Probleme, denn es gibt noch eine zweite Ebene der Organisation, die z.B. den Urlaub regelt, Büros, Genehmigungen, Fach-Vorgesetzter und was es sonst so alles gibt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die alten Organigramme eher hinderlich als förderlich sind. Sie geben den Kollegen ein falsches Bild der Arbeit und man kann sich sehr bequem darauf berufen.

Ich vermute wir werden demnächst andere Organigramme ausprobieren. Zuerst parallel und dann analysieren wir, was dabei herauskommt und ob es hilfreich ist. Wir predigen selbst oft genug Arbeit 4.0, also müssen wir auch hier mit gutem Beispiel voran gehen.

Und wenn wir uns irren und die Digitalisierung noch gewaltiger kommt?

Ein paar Gedanken und Erlebnisse der letzten 10 Tage haben selbst mich ins Denken gebracht, dass der digitale Sturm doch viel größer und viel schneller sein könnte, als ich es je vermutet habe.

tl;dr

Angefangen hat es mit dem bekannten re:publica Video, was ich schon letzte Woche verlinkt hatte:

Hier beschreiben 16jährige ihren Medienkonsum u.a. schauen die eigentlich gar nicht mehr Fernsehen und der gute Richard Gutjahr hat dann auf Facebook auch einmal gefragt, wie man den TV schaut und kaum einer schaut dort noch linear, also zeitgleich wie die Ausstrahlung TV. Die einzigen Ausnahmen sind Sport und anscheinend #Tatort . Parallel hab ich etliche Bekannte gefragt und viele Eltern konnten das bestätigen (meine elfjährige Nichte schaut gar kein Fernsehen mehr und alle aus ihrer Klasse auch nicht, aber auf YouTube Schminktipps) andere wussten allerdings nicht einmal, was ich meinte. Ich habe das Gefühl, das die Digitalisierung auch immer mehr die Gesellschaft spaltet.

In Amsterdam soll man die Van Gogh Ausstellung angeblich nur mit Online Tickets besuchen können (wurde mir berichtet, ich konnte das im Netz nicht überprüfen). Damit sind natürlich offliner ausgeschlossen, was mich zuerst verwundert hat, aber umso länger ich darüber nachdachte, umso besser gefiel mir die Idee. Das Museum kann natürlich über Smartphones die Besucherströme viel besser steuern und dadurch die Auslastung besser verteilen und Wartezeiten minimieren. Dazu kommt aber auch noch, dass man keine Headsets mehr braucht (Apps plus Smartphones ersetzen die) und auch Beschreibungen und sogar diese Multimediakisten, die immer kaputt sind, gehören dank BYOD der Vergangenheit an. Man muss „nur“ radikal auf die Smartphones setzen und Online-Only sagen, dann hat man richtige Vorteile. Mischlösungen mit Papier und offline-Versionen erhöhen jedoch radikal die Kosten und erschweren auch Planungen.

Als letztes Mosaiksteinchen wurde über unseren VideoMOOC gebloggt und schön dargestellt, dass bei 1400 Teilnehmern ungefähr 140 VHS-Kurse ersetzt wurden (wobei man das natürlich nicht 1 zu 1 umrechnen darf). Sind MOOCs disruptive Kursangebote? Das könnte sein, wenn die weiterhin kostenlos angeboten werden, was ich aber nicht glaube. Trotzdem werden diese Kurse natürlich viel billiger sein, als vergleichbare Präsenzangebote und darüber kann man trefflich diskutieren, doch die Antwort wird der Markt geben und unser VideoMOOC hat wahrscheinlich jetzt schon mehr Kursteilnehmer als alle Lübecker VHS-Videokurse zusammen (falls es die überhaupt gibt).

Zusammenfassung

Was mich jetzt wieder zu Überschrift bringt. Viele, sogar sehr viele Menschen diskutieren darüber ob sich durch die Digitalisierung überhaupt etwas ändert bzw. sie merken sie nicht und andere behaupten es ändere sich alles. Viele versuchen die Entwicklung per Verbote aufzuhalten, man schaue sich nur die WLAN-Verbote in den Schulen an oder das Leistungsschutzrecht. Das kann sicherlich eine zeitlang funktionieren, aber der Druck wird ja immer höher, das sieht man jetzt u.a. bei der Störerhaftung, die bestimmt noch zweimal reformiert werden muss, bis sie funktioniert. Ich denke inzwischen, dass das Ganze wirklich sehr viel radikaler wird, als wir alle denken. Wenn ich persönlich sehe, dass ich seit Jahren keine CDs mehr brenne und auch keine USB-Sticks mehr nutze. Ich kaufe ungefähr zwei Zeitschriften im Jahr und das letzte Buch ist bestimmt ein Jahrzehnt her (aber die Stadtbibliothek nutze ich noch mit analogen Büchern, weil es nicht anders geht). Was wird aber passieren, wenn diese Smartphone-Generation in die Hochschulen kommt bzw. anfängt zu arbeiten und es wird nicht lange dauern, dann haben diese Kids Führungspositionen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in 20 Jahren noch so etwas wie Fernsehsender geben wird und Zeitschriften werden auch verschwinden. Das kann gar nicht anders sein und wenn ich dieses Blog dann noch habe, kann mich jeder an meine Worte erinnern 🙂

 

Alle sechs Jahre wieder – Die re:publica

Ich war dies Jahr nach sage und schreibe sechs Jahren mal wieder auf der re:publica in Berlin. 2009 hab ich schon einmal darüber gebloggt und das war recht kritisch ausgefallen aber dies Jahr war es besser, zwar nicht so viel besser, aber immerhin so gut, dass ich in spätestens sechs Jahren wieder dort sein werde:-)

tl;dr

Ich will jetzt gar nicht die einzelnen Sessions beschreiben, die ich mir angeschaut habe. Die Highlights ergeben sich aus den Klickzahlen auf YouTube und den Erwähnungen auf Twitter 🙂 Die Highlights waren für mich auch eindeutig die Stars wie Gunter Dueck und Reed Hastings und unseren Astronauten Alex Gerst habe ich nicht live gesehen, aber es soll sehr schön gewesen sein.

 

 

Inzwischen gibt es bei der re:publica auch einen Learning Track. Ich meine der wurde re:learn genannt und hat sich thematisch eher an Schulen und nicht an Hochschulen orientiert. Ich habe diese Tracks gemieden, da ich genügend E-Learning Konferenzen besuche und mich seit jeher eher Randgebiete interessieren. Einen recht guten Überblick gibt es jedoch hier und hier, für alle die es näher interessiert. Ich habe mir inzwischen zwei interessante Videos angetan:

und sehr lustig auch dieser jugendliche Blick auf das Internet, was voller lustigen Aussagen ist, die man sofort tweeten könnte:

Typisch war dabei, dass die letzte Session nicht im re:learn Track war sondern in der Media Convention. Hier wird es jetzt auch spannend, denn ich habe mich bestimmt zu 50% auf der Medie Convention rumgetrieben. Dort ging es um YouTube, um Videos, Geschäftsmodelle und Statistiken. Es ging halt darum, wie sich die Gesellschaft im Medienkonsum ändert und da sind die Medienhäuser natürlich viel weiter als die Hochschulen.

Technisch und organisatorisch war ich von der „neuen“ re:publica begeistert. Über 6.000 Teilnehmer auf ca. 15 Bühnen dazu Essen, Musik, Kleinkunst, Krabbelgruppe und Musik. Die große Stage 1 hatte ca. 4 Kameras und teilweise wurde in Echtzeit untertitelt und übersetzt. Das ist schon ganz großes Kino. Das WLAN hat trotzdem nicht richtig funktioniert, zwar war es fast immer da, aber sehr langsam.

Ich hatte noch vier geschäftliche Termine, was praktisch war und ich habe natürlich etliche Kontakte erneuert bzw. sie wurden endlich einmal analog. Sehr schön, wenn man sich nur über G+ oder Twitter kennt.

Trotzdem fand ich die re:publica nicht den absoluten Hit. Viele Sessions waren schlecht, entweder schlecht vorgetragen oder es gab auch erstaunlich viele technische Probleme bei den Vortragenden, was bestimmt an den Apple Geräten lag, die flächendeckend eingesetzt wurden. Das war für viele Redner unbekannt und es gab auch viele Folien mit Multimedia-Inhalten in Powerpoint und die wurden bestimmt auf Windows geschrieben und liefen dann nicht auf Apple OS. Wie sagte der eine: „Wir sind vor vor 45 Jahren auf den Mond geflogen aber wir schaffen immer noch keine Präsentationen mit Videos und Sound.“ Und natürlich waren auch viele Themen für mich uninteressant, dafür gab es aber sehr viel Auswahl. Im Gegensatz zu den E-Learning-Konferenzen, wo ich meist gar nicht weiss, wo ich überhaupt hingehen soll, ist es bei der re:publica eher so, dass ich keine Zeit für Treffen, Essen oder Pausen habe, da es so viele interessante Vorträge gibt.

Was ich vermisst habe, waren Sessions zur Bildung insbesondere MOOCs. Dazu gab es nur einen einzigen Vortrag und der hatte MOOC nur als Werbung im Titel. Auch das Thema Lifelogging hatte ich nicht wahrgenommen, dafür aber sehr viel Wearable-Technology oder auch Fashion-Tech. YouTube war sehr präsent und Video ganz allgemein auch, aber ich habe überhaupt nichts von Vimeo oder iTunes gesehen. Google, YouTube und auch IBM waren als Aussteller vor Ort, aber weder Amazon, Apple oder Microsoft hatten Stände oder Vorträge. Dafür war aber die Politik vertreten und mit Olaf Scholz sogar ein Landesfürst.

Würde ich noch einmal hinfahren? In spätestens sechs Jahren ja definitiv, vorher vielleicht nur, wenn ich selbst einen Talk halte. Dafür brauch ich aber ein freshes todesaktuelles Thema:-)