Das war mein Jahr 2015 – ein kleiner Rückblick

Das Jahr 2015 war ein unglaubliches Jahr und ich könnte jetzt Romane schreiben, um all das wiederzugeben. Vielleicht reichen jedoch auch ein paar Schlagworte, um es zu beschreiben und ich versuche es einmal.

Moodle, Moot und mooin

Der Start 2015 begann mit den drei Ms: Moodle, Moot und mooin. Anfang März hat Lübeck die Moodlemoot 2015 ausrichten dürfen. Ich durfte Moodle-Erfinder Martin Dougiamas treffen und wir diskutierten viel über die Zukunft von Moodle, die ich nicht so positiv sehe. Sehr wichtig waren aber auch die Besuche von Staatssekretär Fischer und von Martin Ebner, deren Ergebnisse erst in diesem Jahr zu sehen sein werden. Netzwerke sind unglaublich wichtig und 2015 war ein sehr großes Jahr dafür.

Auf der Moodlemoot hatten wir dann auch die Weltpremiere unserer MOOC-Plattform mooin. Was mooin für uns bedeutet, kann ich immer noch nicht genau sagen, aber die Entwicklung war genau der richtige Schritt zur fast noch richtigen Zeit. Ich persönlich denken, wir waren vielleicht 12 Monate zu spät, doch wenn ich die Roadmap der #hoou sehe, dann ist mooin ein Transrapid:-) mooin hat bei uns ganz viel geändert, vor allem im Verständnis der Digitalisierung der Bildung. Mit den MOOCs wird das E-Learning neu geschrieben, da es das erste richtig digitale E-Learning ist und kein Kompromiss wie das angebliche alternativlose Blended Learning. Mit mooin haben wir aber auch in Punkto Design (one-colum “Fat Media”), Videoquizzes und Badges Maßstäbe gesetzt und inzwischen auch mit OER.

MOOCs und OER

Dann kam der HanseMOOC, VideoMOOC, ichMOOC, pmMOOC, KLOOC und später noch der MarketingMOOC, CL20 und MOOC25. Jeder MOOC mit seiner Geschichte und mit neuen Erfahrungen.  Parallel kamen natürlich Vorträge und Veröffentlichungen und ich durfte meine erste externe Keynote in Graz halten 🙂 Im August kam dann noch die große Rundreise mit 10 Tagen in Würzburg, München und Berlin um bei der GMW, Delfi und dem Educamp ganz viel über MOOCs und OER zu erzählen. Denn so sehr die erste Hälfte des Jahres 2015 von den drei Ms geprägt war, kamen nun OER und Flüchtlinge in den Mittelpunkt.

mooin - Logo

Open Educational Resources

Im September waren wir mit unserem MOOC-Team quasi am Ende, denn 2/3 sind durch Krankheit ausgefallen und wir haben es gerade mal geschafft, die Plattform zu betreiben und mit den externen MOOCs (damit meine ich, wir haben keine Videos selbst produziert sondern “nur” beraten) CL20 und MOOC25 noch zwei zu starten. Dafür kam jetzt aber das große Thema OER bei uns ins Haus. MOOCs und OER sind ein dynamisches Duo, wenn man MOOCs als Strategie betrachtet und nicht als einmalige Pilotprojekte. Das ist nebenbei gesagt auch der Grundfehler, fast aller deutschen E-Learning Projekte. Wir haben mit dem ichMOOC, dem pmMOOC und MOOC25 schon drei OER-MOOCs veröffentlicht und viele Teile vom VideoMOOC, MarketingMOOC und HanseMOOC sind auch CC BY. Das wir jedoch OER jetzt auch strategisch betrachten, ist ein Gesinnungswandel, der mich sehr erfreut. Das dies aber auch unmittelbar notwendig ist, um MOOCs z.B. für Flüchtlinge nachhaltig zu planen, sehen wir erst jetzt. Wenn man Kooperationen und Netzwerke ausbauen will, muss man schon beginn an alles als OER planen, sonst sind diese Projekte niemals nachhaltig zu betreiben. Parallel hatten wir einen schönen Workshop in Kaiserslautern #disco veranstaltet und planen das große #OERde16 für März 2016.

Refugees

Und dann kamen die Flüchtlinge und das dies eine große Chance für die Digitalisierung der Bildung muss man kaum erwähnen. Wir haben wieder mal schnell gehandelt (auch eine wichtige Erkenntnis aus dem Jahr 2015: Das Internet wartet nicht auf Dich) und unsere Integrations-Plattform online gebracht und schon erste Angebote verwirklicht. Wir haben mit der Kiron University ein fantastisches Meeting gehabt (bestes Gespräch 2015) und der Landtag war dreimal bei uns zu Besuch und im Februar startet unser MOOC #DEU4Arab in Kooperation mit Uni Marburg und Prof. Jürgen Handke.

Entscheidend ist aber auch hier, dass solche Krisen nur mit neuen Ansätzen und Technologien bewältigt werden können. Gerade Krisen zeigen die Probleme und ermöglichen Reformen.

Moodalis, Personal und die VFH

Das wichtigste zum Schluss, denn wir haben einen großartigen Schritt in unserer Infrastruktur gemacht. Wir haben das komplette Back-End von oncampus und der Virtuellen Fachhochschule neu aufgesetzt und zum Wintersemester gestartet. Daran haben wir ca. 4-5 Jahre entwickelt und der Start war erstaunlich problemlos, obwohl es natürlich viele Probleme gab. Es ist der dritte Launch vom Back-End seit es die VFH gibt. Die Leitung dazu liegt jetzt auch nicht mehr unmittelbar bei mir, sondern das Software-Team ist gewachsen. Seit 1.Dezember haben wir einen neuen Entwickler und zum Frühjahr suchen wir noch einen Admin und eine MOOC-Stelle hatten wir auch noch ausgeschrieben. In Lübeck arbeiten jetzt ca. 70 Leute und das wir quasi nebenbei noch mehrere neue Online-Studiengänge entwickeln und im nächsten Jahr neue Partnerhochschulen kriegen, merkt kaum einer. Das ist bei uns inzwischen fast Routine 🙂

Im Team sind wir wirklich gut geworden. Die Zusammenarbeit zwischen Marketing (ich nenne das mal so) und der Technik, war einer meiner Schwerpunkte und da haben wir richtig gute Fortschritte gemacht. Social Media, SEO, CMS und Metatags müssen da ineinander greifen und parallel müssen die Texte und die Ansprache stimmen. Hier geht es vor allem um Teamarbeit und Interdisziplinarität und um das gegenseitige Verständnis und da sind wir in Lübeck sehr weit, wenn ich die neuen Kollegen richtig verstehe 🙂

Resümee

Was soll ich sagen, das Jahr 2015 war toll und anstrengend, aber das Jahr 2016 wird wahrscheinlicher noch gewaltiger 🙂

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