Was wäre eigentlich, wenn Roboter an der Uni studieren?

Ich bin durch den SPON Artikel auf diese Idee gekommen, denn wenn es Roboter schon schaffen Aufnahmeprüfungen von Unis zu bestehen, dann haben sie formal eine Zugangsberechtigung und was würde denn dann passieren?

Es gibt auf den ersten Blick nur Vorteile. Die Profs haben endlich die Studierenden, die sie sich wünschen. Alle wären pünktlich und es gibt keine Störungen im Unterricht mehr. Keiner geht auf Klo, keine Smartphones bimmeln oder brummen, Essen und Getränke verschwinden auch und Laptops mit diesen komischen Tastatur-Geräuschen gehören auch der Vergangenheit an.

Der Unterricht wird viel effizienter da auch die Aufmerksamkeit nicht nachlässt. Rückmeldungen kann man laut dem Bericht auch sehr gut über den Monitor dem Lehrenden zeigen und sogar durch Farben sehr viel deutlicher unterstützen. Wenn alle Monitor grün sind, ist der Lernfortschritt und die Geschwindigkeit in Ordnung bei orange oder rot, muss der Dozent reagieren. Feedback Systeme mit Smartphones werden auch gerade entwickelt und erforscht, mit diesen neuen Studierenden, geht es viel besser.

Die Pädagogen freuen sich auch, denn endlich kann der Prof keine simplen Aufgaben mehr entwerfen. Auswendig lernen würde entfallen, auch stupides Abfragen von Wissen oder Wiederholungen entfallen. Der Prof muss endlich Kompetenzen vermitteln und keine reproduzierbares Wissen, denn wer könnte schneller solche Aufgaben lösen, als Roboter. Die Qualität der Lehre steigt also, denn der Prof muss sich endlich bemühen, gute Aufgaben zu entwickeln und die Studis Roboter entsprechend fordern. Er muss sich auch ständig neue Aufgaben ausdenken und er erhält unmittelbar Feedback. Und im Austausch erhält er fast perfekte Studierende, denn die Roboter werden Termine einhalten, Aufgaben entweder pünktlich oder nie einreichen und es gibt auch keine Ausreden mehr.

Das Problem des Medienbruchs verschwindet auch. Roboter brauchen keine analogen Skripte aus Papier. Könnte man natürlich machen, aber dank Texterkennung würde dies irgendwie absurd werden. Hier könnte natürlich ein Problem bestehen, wenn der Prof weiterhin mit einer Tafel und Kreide arbeiten will. Dann müssten die Roboter Studis die Tafel scannen und als Text übersetzen, aber das wird ja heute auch schon so gemacht. Alle Studis schreiben ab und versuchen das Geschriebene zu verarbeiten. Daher gibt es hier vielleicht keine Verbesserungen, aber definitiv keine Verschlechterungen.

Aber es gibt noch viel mehr Vorteile, denn man bräuchte keine Mensa mehr, die Druckereien könnten zu machen aber die Bibliotheken bräuchten mehr E-Books. Es gibt auch keine Probleme mit unleserlicher Schrift oder verspäteten Abgaben. Natürlich kann der eine oder andere Studi Roboter auch einen Virus bekommen oder einen Wartungsintervall haben, aber das war bisher ja auch so. Hörsäle müssten allerdings barrierefrei sein, sehr viele Steckdosen haben und natürlich mit WLAN ausgestattet sein. Das sind aber kleine Zusatzkosten, wenn man das Einsparpotential da gegenrechnet.

Natürlich kann man das noch weiterspinnen, denn eigentlich müssten die Roboter Studis gar nicht mehr in den Hörsaal gehen fahren, ein HD Livestream würde wahrscheinlich viel effizienter sein, aber wir wissen ja auch aus der hundertjährigen Tradition der Lehre, dass Hörsäle notwendig sind. Hier finden Rituale statt, man will das Gemeinschaftserlebnis geniessen, es gibt diesen Gruppenzwang und der Prof will ja auch nicht vor leeren Sitzen stehen.

Umso mehr man darüber nachdenkt, umso mehr Vorteile ergeben sich. Es gibt eigentlich nur Gewinner. Die Studis Roboter, die Profs, die Didaktik, der Hausmeister, das Dekanat und vor allem das Ministerium. Die Druckerei und die Mensa werden jedoch nicht glücklich sein.

Jetzt könnte man natürlich sagen, das Roboter nicht eigenständig denken können und wir mehr gute Leute brauchen. Das stimmt natürlich, aber 90% der Hochschulabsolventen, werden auch zukünftig nicht innovativ arbeiten. Die Welt braucht  nicht Millionen Steve Jobs oder Stephen Hawkings sondern nur einen. Die wirklich guten Leute brauchen auch keine Unis, denn die haben das Internet und die Fähigkeit sich selbst weiterzubilden. Die Gesellschaft braucht aber gute ausgebildete Bachelors/Master Roboter.

 

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