Und darum muss Google eigentlich noch viel mehr wissen

Leider wird in Deutschland immer darüber diskutiert, dass Google zu viel weiss und man soll unbedingt auf Browser-Einstellungen, Cookies, Patches und andere Spuren achten und blocken, damit man auf gar keinem Fall personalisierte Werbung bekommt. Warum allerdings Katzenfutter-, Autoreifen- oder Windel-Werbung für mich, der weder Auto, Kind und Haustier hat, gefährlich ist, hab ich leider noch nicht verstanden.

Was mich dagegen stört ist, wenn Features, die ich haben will, nicht da sind. Zwei Ereignisse letzter Woche, waren wieder einmal solche Aha-Erlebnisse, wo ich denke, verdammt Google, das geht besser.

Zuerst war ich mal wieder Online shoppen und zwar nicht bei Amazon sondern bei zwei neuen Händlern. Ausnahmsweise habe ich beim Adresse einsetzen, die Chrome Auto-Fill-Funktion genommen und verdammt noch mal, da ist eine Ziffer bei meiner Hausnummer verschwunden. Das darf so nicht passieren und warum passiert das überhaupt? Google müsste doch wissen, wo ich wohne, immerhin hab ich schon gefühlte 1000mal, meine Adresse in Online-Formulare geschrieben und wenn jetzt aus der Nummer 228 eine 28 wird, dann muss Google das doch korrigieren, oder wenigstens eine Warnung ausgeben. Jetzt wird es aber noch besser, denn natürlich waren die Pakete nicht zustellbar und bei DHL wird das zurückgeschickt und neu zugestellt. Frage: WARUM? Die schicken mir jedes Jahr 50 Pakete und ca 600 Briefe (davon gefühlte 550 Prospekte mit Katzenfutter, Autoreifen und Windeln), wissen die meine Adresse nicht? Da muss doch ein Algorithmus vorhanden sein, der sagt: Vor- und Nachname, Strasse und Postleitzahl stimmen aber die Hausnummer hat nur zwei korrekte Ziffern und dann müsste eine Aktion ausgelöst werden, z.B. Info mit Nachfrage versenden oder einfach  Google fragen oder mich anrufen. Dürfen die aber nicht wegen Datenschutz bzw. es ist sehr aufwendig solche Prozesse datenschutzkonform umzusetzen und daher kommt das Paket ne Woche später an, wird zweimal quer durch die Republik geschickt und ich soll das gut finden. Das ist dann der berühmte Datenschutz “Made in Germany” bzw. “It’s a Feature not a Bug.”

Ich weiss, dass ist jetzt ein schlechtes Beispiel, aber das ist Real Life und ich will nicht auf meine Pakete warten.

Das andere Beispiel ist einem Kollegen passiert. Er hat einen Flug gebucht und zwar vor 10 Wochen um am Donnerstag nach Basel und am Montag zurückzufliegen. Flug war billig und alles hat geklappt und warum? Weil Donnerstag die WM angefangen hatte und Montag das erste Deutschlandspiel war 🙁 Hätte Google jetzt warnen können/sollen? Hey der Mann nimmt seit Jahren bei Kicktipp teil, schaut bei Sport1 die Webseite an und hat WM Flaggen bestellt, der hat bestimmt nicht gesehen, dass bei dem Flug Deutschland spielt. Nein das passiert nicht, denn so weit ist Google oder das Flugbuchungsportal leider noch nicht. Über einen Warnhinweis hätte man sich gefreut, aber gab es nicht. Das wäre ein Feature, was nicht nur ich mir wünschen würde.

Beide Beispiele zeigen, dass die Datenanalysen von Big Data immer noch in den Kinderschuhen stecken und das sind sehr einfache Vorhersagen gewesen. Die Grundfrage für den Anwender muss dabei immer sein, will ich das? Und falls man es nicht will, muss man es abschalten können (was anderes sagt auch der deutsche Datenschutz eigentlich nicht). Andersrum kann ich mir nicht vorstellen, dass man das nicht will. Allerdings wird in der deutschen Presse immer nur von den schlechten Beispielen und dem bösen Google gesprochen. Ich dagegen, will das Google mehr weiss, denn ich will bei einem deutschen WM Spiel nicht in einem Flugzeug sitzen 🙂

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