5 Wochen Moodle 2.3 – ein Rückblick

Am Samstag, den 21.Juli haben wir Moodle abgeschaltet um das System zu aktualisieren und seit Dienstag 24.Juli sind wir nun online. Was ist in den letzten Wochen passiert? Was ist gut gegangen und was war schlecht? Es wird Zeit für ein kleines Resümee und das ich erst heute dafür Zeit finde, zeigt schon, dass es zeitaufwendiger war, als zuerst gedacht.

Fangen wir erst einmal beim Grundsätzlichen an und zwar bei der ganz simplen Frage, warum haben wir das System überhaupt aktualisiert?

Das ist wirklich sehr einfach zu beantworten. Moodle 2 bietet zum einen sehr viele neue Funktionen, u.a. Responsive Design, Repository Support, neue Fragetypen und ein “besseres” Datei-Handling und zum anderen läuft die Update-Phase (Security-Patches, Updates, etc.) für Moodle 1.9 aus. Da wir nur den August Zeit haben, um ein so aufwendiges Update zu machen, wäre der nächste Termin August 2013 gewesen, und das war definitiv zu spät.

Warum haben wir das Update gerade jetzt gemacht?

Wie eben schon geschrieben, konnten wir das Update nur in den großen Semesterferien im August machen. Trotzdem waren einige davon betroffen, die dann doch noch Praktika, Klausurvorbereitungen, Nachbearbeitungen machen mussten oder einfach nur die vorlesungsfreie Zeit nutzen wollten um aufzuräumen. Es gibt bei keinem technischen System den perfekten Zeitpunkt, irgendjemand ist immer betroffen oder fühlt sich nicht ausreichend informiert.

Was ist gut gelaufen?

Eine sehr schwierige Frage, denn was gut gelaufen ist, nimmt kaum jemand wahr. Was bestimmt positiv ist, dass die alten Kurse überhaupt da sind, mit den Forenbeiträgen, den News, Terminen und Dateien und den Lerninhalten. Dabei muss man aber auch gleich anmerken, da ist auch ne Menge schief gelaufen, denn viele Links aus Foren sind (noch) kaputt und bei den Einsendeaufgaben gab es auch sehr viele Probleme. Jemand, der nun seine Aufgaben vermisst, wird kaum glücklich darüber berichten, dass der alte Kurs überhaupt da ist, er will das alles perfekt ist. Ein sehr schwieriger Anspruch, an ein sehr komplexes System. Was auch sehr positiv war, dass der Zeitpunkt recht gut gewählt war. Wir hatten durch das Update Ende Juli, quasi den ganzen August Zeit, die gröbsten Probleme zu beheben. Dazu gab es noch jede Menge Personalengpässe, die wir auch auffangen mussten und ganz viele anderer Probleme, die wir nicht gesehen hatten. Das dritte Positive, war die Entscheidung direkt auf Moodle 2.3 zu gehen. da sich die Oberfläche stark geändert hat, u.a. sind Aktivitäten und Materialien nun zusammgefasst und es gibt nur noch einen Aufgabentyp.  Zum Schluß, war die Kommunikation noch einmal sehr positiv. Dank unseres Twitterchannels https://twitter.com/oncampusfhl haben sich viele gut informiert gefühlt, natürlich aber nicht alle. Manche  haben auch erst jetzt erkannt, wie nützlich Twitter sein kann, andere wollen lieber “sichere” Plattformen haben und verweigern sich dem “bösen” Internet. Definitiv waren die letzten Wochen bei uns viel zu stressig arbeitsintensiv, als dass wir Zeit hätten, lange E-Mails oder Blogberichte zu schreiben. Da ist Twitter sehr viel effektiver gewesen und für den Nutzer und ist Twitter auch “nur” eine Internetseite.

Was ist schlecht gelaufen?

Nichts was wir erwartet hatten, wäre jetzt eine gute Antwort. Ich will sagen, dass wir eine Menge getestet hatten, aber dann doch vieles anders gelaufen ist, als wir erhofft hatten. Wir haben dabei mehrere große Probleme festgestellt, die wir nicht erwartet hatten. Zum einen sind alle(?) Links auf interne Dateien, die durch den WYSIWYG-Editor gesetzt waren, nun leider falsch. Manachmal wurde auch Dateien komplett im Editor eingebunden, d.h. diese Dateien sind auch verschwunden. Keiner von uns arbeitet so mit dem Editor, daher haben wir das gar nicht so direkt getestet. Dateien werden normalerweise über den Datei-Upload-Dialog verwaltet, aber es geht auch anders. Damit wären wir beim eigentlich größten Problem, der Komplexität. Ich hätte nie vermutet, wie komplex inzwischen Moodle und ganz besonders unsere Infrastruktur geworden ist. Wir haben inzwischen ca. 20 Projekte in acht Moodle-Systemen für fünf Partner mit zwei Verwaltungssystemen hier am laufen und das ist komplex. Da geht es um DNS-Settings, SSL-Zertifikate, Datenschutz, Rufüberwachung und Netzwerkmanagement. Das geht weiter über Modulverwaltung, Templates, Abrechnungen, Zeitplänen, Evaluation, Webkonferenzen und Stammdatenverwaltung und das ganze endet dann noch lange nicht bei Single-Sign-On, Schulungen, Responsive Design, VMware und HTML5. Ich will sagen, dass es wirklich komplex ist und wir entdecken hier jeden Tag ein neues kleines Problem, was wir meist schnell reparieren können, aber es hat trotzdem jemanden genervt.

Das zweite große Problem sind die Einsendeaufgaben. Die sind teilweise nicht korrekt übertragen worden. Das liegt oft am gleichen Problem, wie eben beschrieben, denn oft wurden Aufgaben als auch die Lösungen nicht als Dateien behandelt, sondern übern den WYSIWYG-Editor verwaltet und jetzt sind die Dateien falsch verknüpft. Bei allen neuen Kursen ist das natürlich kein Problem, aber manchmal wollen die Studierende die alten Aufgaben noch ansehen um sich auf die Klausur vorzubereiten und dann sind die PDFs weg. Ich denke auch, dass wir dieses Problem nicht automatisch reparieren können und daher noch ein großes Problem kriegen werden.

Das gleiche gilt für Links aus Foren, News und anderen Bereichen auf interne Inhalte. Da sich bei allen Moodle-Kursen die Cours-ID geändert hat, stimme diese Verweise nicht mehr. Die Dateien sind jedoch alle da. Wir versuchen diese internen Links zu reparieren, was noch ein etwas dauern könnte. Das ist auch die letzte große Baustelle, die wir offen haben.

Hätte man das nicht auch alles besser testen können?

Natürlich kann man das, aber es kommt immer auf die Mittel und die Zeit an, die man zur Verfügung hat. Hier arbeiten keine 50 IT-Profis, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche zur Verfügung stehen. Wir haben hier zwei Entwickler und eine Designerin, die eigentlich alles machen müssen und das unter den Bedingungen des öffentlichen Dienstes. Natürlich haben auch andere Abteilungen mitgeholfen, z.B. für die Administration, Schulung und der Koordination, aber das Kernteam ist klein. Dazu kommen dann noch andere Ereignisse, wie Elternzeit, Krankheit und Urlaub, die alles noch verzögern können. Wir haben sehr viel gearbeitet und das auch an den Wochenenden und wir haben auch unsere Urlaube verschoben und Überstunden gemacht, aber auch Gott hat es nicht geschafft, die Welt an nur einem Tag zu erschaffen und das mit der Moodle-Umstellung wird auch noch länger dauern. Am Ende sind wir definitiv alle schlauer, aber ob wir all diese Probleme vorher gewusst hätten, ist fraglich. Noch einmal gesagt, viele Probleme haben wir vorher gesehen und gelöst, aber die merkt der Anwender nicht. Man sieht nur das, was schiefgelaufen ist. Das ist halt so bei IT-Prozessen, leider.

Wie geht es nun weiter?

Wir haben nun den Semesterstart gemacht (ja das normale Alltagsgeschäft ist auch noch da) und werden uns dann den vielen kleinen Problemen annehmen. Ich vermute, wir werden mit der Moodle-Umstellung noch bis Februar zu haben. Es werden noch viele Probleme auftauchen, von verschwundenen Dateien, über die Einsendeaufgaben, Schulungsbedarf, Fehlbedienungen usw. Ab März wird es dann normal werden, bis zum nächsten großen Update in ca. fünf Jahren.

  1. Mein Fachbereichskurs und Fachschaftskurs werden nicht mehr angezeigt. Hab keinen Zugriff darauf. Hoffe man bekommt das Problem schnell in den Griff.Scheint wohl bei einigen Profilen der Fall zu sein.
    Gruß

  2. Das neue Semester ist gestartet und fast alle großen Probleme, welche mit dem Update verbunden waren sind behoben, so dass das Arbeiten mit dem neuen Moodle wieder “Spaß” macht – von daher denke ich, ist es an der Zeit auch mal Danke zu sagen. Danke für die neuen Features, das Lösen der Probleme und die viele Zeit die ihr in das Update gesteckt habt. Auf eine erfolgreiche Zeit mit Moodle 2.3 =)

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