Endergebnis Teacher of the Year 2011 plus Hintergrundinfos

Hurra – Wir haben jetzt auch einen Preis zu vergeben 🙂 Beim diesjĂ€hrigen VFH Symposium dachten wir uns, es sollten “Best Practice” Beispiele aus unserer Online-Lehre vorgestellt werden, aber wie macht man das? Wir können ja schlecht 600 Kurse anschauen und kompliziert bewerten, also lag es nahe, dass wir die Studierenden befragen. Das hört sich zuerst ganz einfach an, doch der Teufel steckt im Detail. Was wollen wir denn den Studenten fragen? Das beste Lehrmaterial, der beste Kurs oder der beste Dozent? Hat jeder Student eine Stimme, oder mehrere? Soll er nur die Kurse aus diesem Semester bewerten können oder auch die vom letzten Semester, manche Kurse werden ja nur halbjĂ€hlich angeboten? WĂŒrde dann der Preis “Teacher Of The Semester” heissen (das klingt wirklich nicht gut)? Man merkt schon, das Thema ist komplex, aber es wir noch besser bzw. komplexer. Wie sollen die Stimmen ausgewertet werden? Wenn jede Stimme das gleiche Gewicht hat, dann sind die Dozenten mit großen Kursen natĂŒrlich bevorzugt. Die Erstsemesterkurse haben oft 50 Teilnehmer und Masterkurse manchmal nur 8. Hat der Master Dozent zwei Stimmen, so hat er 25% der möglichen Stimmen bekommen, aber hat der Erstsemesterkurs 4 Stimmen, dann sind das doppelt soviel wie der Masterdozent, doch ĂŒber 90% der Studis, fanden den Dozenten nicht gut. Also mussten wir uns mĂŒhsam (ich schreibe besser wissenschaftlich) eine Gewichtung ausdenken, die ein faires Ergebnis erwarten ließ. Unsere offizielle Formel lautet dann:

“Teacher of the Year” = (Absolute Stimmenzahl fĂŒr den Teacher / Anzahl durch den Teacher unterrichteter Studenten in den letzten beiden Semestern) * Faktor

Der Student hat dann auch die Möglichkeit bekommen nur seine Kurse zu bewerten, also keine Universal-Liste mit allen Dozenten (hey der Dozent vor 3 Jahren war richtig gut, der kriegt jetzt immer meine Stimme) und er konnte auch mehrere Dozenten wĂ€hlen, falls er sich nicht auf einen Dozenten festlegen wollten. Jeder Dozent erscheint aber nur einmal auf der Abstimmungsliste, so haben Dozenten, die viel unterrichten keinen Vorteil. Wir dachten am Anfang nicht, das es so schwierig werden wĂŒrde (langsam hab ich Respekt vor den Wahlsystemen, außer bei uns in Schleswig-Holstein).

Danach mussten wir das alles in Moodle umsetzen und auswerten. Wir waren dann gespannt auf die Ergebnisse und waren teilweise selber ĂŒberrascht, was dabei herausgekommen ist. Es haben 597 Studierende “gewĂ€hlt” und 1005 Stimmen abgegeben, was vielleicht etwas wenig ist, aber trotzdem reprĂ€sentativ.  Als die PreistrĂ€ger feststanden, wollten wir natĂŒrlich wissen, warum die Sieger auch so gut sind. Wir haben dann Interviews mit den PreistrĂ€gern gemacht (ganz einfach mit Connect und Camtasia) und diese dann auf YouTube veröffentlicht. Es soll nicht nur ein Preis verliehen werden, sondern wir wollen alle wissen, was in der Online-Lehre möglich ist und wie unterschiedlich sie eingesetzt wird. Parallel zu den Interviews gibt auch “virtuelle Pokale”, die jeder PreistrĂ€ger in sein Moodle Profil kriegt, damit man auch als Student sehen kann, ob er von einem PreistrĂ€ger unterrichtet wird. Ehre wem Ehre gebĂŒhrt:-) NatĂŒrlich findet diese Offenheit nicht jeder gut, aber man kann es nicht allen recht machen. Ich bin schon gespannt auf die Kommentare, dennoch finde ich die Aktion sehr gut. Ich weiss nicht, ob sie jedem nĂŒtzt, aber definitiv weiss ich, dass sie niemanden schadet.

Jetzt zu den Ergebnissen:

Platz 1 hat Andreas Wilkens vom Standort HS Emden/Leer belegt, den ich auch sehr schÀtze und denke das es verdient ist.

Platz 2 ging an Sebastian PurfĂŒrst von der FH Brandenburg

Platz 3 ging an den neuen Standort FH Kiel mit Prof. Andreas Thiemer

Die ersten RĂŒckmeldungen waren ĂŒbrigens durchweg positiv. Die Standorte und Dekanate haben sich alle gefreut und natĂŒrlich auch die PreistrĂ€ger. Teilweise sollen noch einzelne Pressemitteilungen veröffentlicht werden und bei unserer 10 Jahres Feier in Berlin gibt es vielleicht noch ein Siegerfoto. Das macht Hoffnung auf das nĂ€chste Jahr und vielleicht hat der eine oder andere Dozent jetzt ein paar neue Ideen bekommen und setzt diese um. Wir sind gespannt auf das nĂ€chste Jahr und die RĂŒckmeldungen von diesem Jahr.

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