Learntec Tag 1 – The Future of LMS …

Dies war die abschliesssende Frage von Michael Kerres bei seinem Vortrag auf der Learntec. Thema waren die neuen Wege des E-Learnings im Web 2.0 und was ein LMS in der neuen Welt des Internets noch sein kann. Früher war ein LMS eine Insel in der Weite des Internets und sollte seinen Kunden alles bieten, was sie angeblich brauchten, nämlich Chats, Foren, Tests etc. Da heute aber viele Kunden ihre eigenen Tools, wie Skype, ICQ, YouTube benutzen, ist die Akzeptanz nicht mehr da, noch ein zweites, meist schlechteres Tool aus dem LMS zu benutzen.

Eine Folie von Michael Kerres Vortrag

Das ist genau die Erkenntnis, die auch ich in den letzten Jahre gesammelt hab, wenn ich monolithische LMS (Blackboard, WebCT, Moodle) mit offenen LMS (Sakai, Drupal) vergleiche. E-Learning in der Welt des Web 2.0 kann technisch gesehen nicht mehr heissen, immer das Rad ein zweites mal zu entwickeln. Das ist nicht nur zu teuer, sondern wird vom Anwender auch nicht mehr akzeptiert.

Was kann das für den modernen Lernraum bedeuten. Wird der Lernraum ganz verschwinden und durch einen virtuellen Desktop ersetzt werden? Der wesentliche Bestandteil eines Lernraumes ist imho das Accounting. Nur wenn die Institution weiss wer den Lernraum benutzt, sind auch Grades, Trackings, Tests und eine sinnvolle aber nicht überwachende Lernfortschrittsanzeige überhaupt möglich. Dies alles kann nur ein LMS bieten, dessen Zugang gesteuert ist. Leider installieren viele Institute ein LMS und achten dabei nicht auf die Zugangskontrolle, wie bei Moodle, wo jeder Lehrer frei bestimmen kann, wer in seinem Kurs ist.

Was ist also die Zukunft eines Lernraumes? Wird er verschwinden, wird er durch einen Desktop ersetzt werden oder wird er ein System mit vielen Schnittstellen zu anderen Systemen sein oder kann der alte Monolith überleben?

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  2. Sehr interessanter Hinweis auf Trends, die leider (noch) keinen Widerhall im LMS-Einsatz- und seinen Weiterentwicklungen zeigen. Vorstellbar, aus meiner Sicht, ist die Hinwindung von LMS zu modularen Lösungen. Nur nicht mehr als eine alles intergrierende Oberfläche, sondern als eigenständiger Teil neuer Desktop-Konzepte seien es die von Goggle oder MS. Damit wäre allerdings eine Einschränkung der LMS auf das Management von Kursen, Einschreibung, etc. nötig. Alles Abläufe, die ausserhalb der Hochschule wenig oder kaum Bedeutung haben.
    Eine aufwändige, da ständig anzupassende Schnittstellenimplementierung oder Integration an die üblichen Verdächtigen (MyASpace, Skype, Flickr, ICQ, etc.) bzw. Eigenentwicklungen, die stets externen Werkzeugen hinterherlaufen, wäre dann nicht mehr nötig.

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