Mein Interview bei Fernstudium Infos über die Digitalisierung der Hochschulen

Passend zu unserem Vortrag bei der diesjährigen GMW „Massive Open Online Courses als Teil der Hochschulstrategie“ durfte ich diese Woche bei Fernstudium-Infos.de ein Interview zu MOOCs, mooin, LOOP und Videos geben. Es waren nur 20-30 Minuten geplant, doch das Gespräch ging fast eine Stunde. Ich habe am Ende noch einige provokante Thesen gesagt, die vielleicht zum nachdenken anregen. Das war nach 2011 schon mein zweites Interview mit Markus Jung und wenn ich das mal Revue passieren lasse, ist in den letzten vier Jahren eine Menge passiert.

 

EdChatDE Blogstöckchen Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung

Für den kommenden EdchatDE „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“ haben wir uns auch ein Blogstöckchen ausgedacht.

Aufgabe

Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

Schwierig zu sagen, neben den zig Informationsquellen aus G+, Facebook, Twitter, Blogs und Co, würde ich meinen beruflichen und privat nutzbaren Laptop nennen, die WordPress-Software dieses Blogs und das Barcamp Kiel (am kommenden Wochende).

Und was waren die letzten 3 Bildungsressources, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

Natürlich wieder mein Laptop, weil er ganz neu ist :-) Dann natürlich die Gebühren für meine Weiterbildung (ich sag nur Life Long Learning) und meine letzte Dienstreise zur eMOOC Konferenz in Mons.

Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Wenn man die Hardware einmal ausklammert, muss ich persönlich sagen, dass es keinen Unterschied macht. Alle Infos erhalte ich kostenlos und die meiste Software (Moodle, WordPress, YouTube, G+ und Co) kostet auch nichts. Selbst auf dem Apple MacBook brauch ich fast nur Chrome und GDrive und komme ohne MS Office aus. Als IT Leiter kann ich das sogar ergänzen, denn wir nutzen auch für unsere großen Systeme Linux, Moodle und Co und arbeiten schon an einer Exit Strategie für MS Office (was aber der Datenschutz noch verhindert).

Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Geld geb ich oft freiwillig aus, z.B. die re:publica App, Wikipedia Spende oder Crowdfunding (Schulbuch-o-mat oder Martin Lindners Buch Projekt). Für gute Software geb ich aber auch Geld aus, ist aber im Bildungsbereich eher selten z.B. Camtasia oder meine LieblingsApp für Präsentationen „Explain Everything“. Für Bücher geb ich nie Geld aus, da gibt es genug Tagungsbände und Bibliotheken. Freie Bildungsressourcen sind für mich immer besser, wenn ich sie öffentlich nutze, z.B. für meine Lehre, für Vorträge, für MOOCs oder Webseiten und Blogs. Also immer wenn ich öffentlich etwas mache, will ich freie Inhalte nutzen.

Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

Ja und zwar sehr viele. Ich habe den gesamten YouTube Kanal von oncampus administriert und viele Videos als OER online gestellt. Die beiden MOOCs Projektmanagement und „Das digitale Ich„auf mooin sind CC-BY und ich habe auch zwei LOOPs, nämlich den Schulbuch-o-maten und „Computerarchitektur und Betriebsysteme“ aktiv gefördert. Inzwischen sind auch alle meine Vorträge und die Slides OER und bei L3T hab ich auch ein Kapitel geschrieben.

Wie funktioniert ein Blogstöckchen

Auf einem Blog (in diesem Fall ist das das von Anja Lorenz und Andreas Wittke) werden Fragen gestellt und mindestens 3 andere Blogger dazu aufgerufen, eine Antwort in ihren eigenen Blogs zu verfassen.

Die Nominierten überlegen, wie denn eine richtige Antwort für sie aussehen könnte, und schreiben die Antwort in ihren eigenen Blogs oder in den Kommentaren dieses Blogs. Dann nominieren sie wiederum mindestens 3 Blogger u.s.w. Weil der Mensch ein Deadline-getriebenes Wesen ist, gibt es hierfür eine Deadline: der 24.08.2015.
Die Initiatoren (das sind wieder wir) sammeln die Antworten zusammen, erstellen eine Übersicht und eine kleine Zusammenfassung. Bitte verlinkt also diesen Beitrag in Euerm Blogbeitrag, damit wir via Pingback informiert werden und/oder benachrichtigt uns via Twitter, G+, E-Mail, Telefon… (bitte kein Fax). Wir wollen das bis zum 25.08.2015 schaffen – das ist sportlich und das wissen wir. Aber wir tun es ja für eine gute Sache: den #EdchatDE zum Thema „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“.

Und nun zu meinen Nominierten:

  • Elke Lackner, weil sie schon beim HanseMOOC als Botschafterin so geglänzt hat und eine super engagierte Bloggerin ist
  • Oliver Tacke, weil er gerade ein Biker geworden ist und wir zusammenhalten müssen (so viele Biker gibt es nicht im Edu-Bereich)
  • Christian Spannagel, weil er auch nie Zeit hat und trotzdem fleissig Festival-Bändchen sammelt :-)

DER 93. #EDCHATDE: IST GEIZ GEIL? – KOSTENLOSKULTUR IN DER BILDUNG

MOOCs, OER und andere kostenlosen Bildungsangebote stehen einem teils etablierten, teils aber auch hart umkämpften (Weiter-)Bildungsmarkt gegenüber. Dabei gilt aber nicht generell “Bildung muss frei sein und darf nichts kosten” – denn sie kostet etwas. Diejenigen, die als Bildungsdienstleister kostenpflichtige Angebote schaffen, aber auch diejenigen, die MOOCs und OER produzieren und kostenlos bereitstellen, müssen ihre Miete bezahlen, etwas essen etc. Durch die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung können viele Leistungen, die früher nur durch Verlage, Designer oder andere Experten realisiert wurden, direkt von den Lernenden umgesetzt werden. Auf der anderen Seite schätzen wir professionelle Trainer und gut gemachte Lehrmaterialien – aber wie viel bezahlen wir dafür, gerade weil es uns so erscheint, als könnten wir mit den in Wikipedia, Youtube oder MOOCs verfügbaren Informationen den Lerngegenstand auch kostenlos erschließen?
geizgeil

DIE FRAGEN

20.05 Uhr
F1: Geschenkt ist noch zu teuer. Warum haben sich #OER noch nicht durchgesetzt? #EdchatDE

20.10 Uhr
F2: Die Masse will es, aber der Einzelne muss es machen. Wo ist die #OER-Crowd? #EdchatDE

20.15 Uhr
F3: Was nix kostet ist nix wert? Wer bezahlt (für) #Bildungsresourcen? #EdchatDE

20.20 Uhr
F4: #Crowdfunding, #Flattr und andere Spenden – Wofür gebt ihr gerne? #EdchatDE

20.25 Uhr
F5: Verderben #OER den Weiterbildungsmarkt? Will denn keiner mehr zahlen? #EdchatDE

20.35 Uhr
F6: Womit punkten kostenpflichtige Angebote? Müssen wir was ändern? #EdchatDE

20.40 Uhr
F7: Was würdet IHR für einen Dienstag #EdchatDE ausgeben? #EdchatDE

20.45 Uhr
F8: Welche Anregungen, Fragen hast du sonst noch zum Thema „Kostenloskultur in der Bildung“? #EdchatDE

DIE VORBEREITUNG

Zur Vorbereitung gibt es dieses Mal ein Blogstöckchen. Was das ist und wie es funktioniert, erfahrt Ihr am Mittwoch um 10.00 Uhr auf den Blogs von Anja Lorenz und mir hier.

DER #EDCHATDE

…mit diesen Fragen findet am Dienstag, dem 25.08.2015 um 20:00 Uhr statt. Natürlich auf Twitter 😉

Veranstaltungshinweis „MOOCs and beyond“

Am 8.September trifft sich das „Who is Who“ der deutschsprachigen MOOC Szene in Berlin zu einem wissenschaftlichen Austausch. Wer sich erinnern kann, der kennt noch die große MOOC Ankunft in Deutschland. Iversity hat gemeinsam mit dem Stifterverband 10 MOOCs mit 250.000 Euro mit dem Fellowship Programm gefördert und danach ging der deutsche MOOC Hype(?) los.

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In Berlin schauen wir uns jetzt an, was seit den zwei Jahren aus den geförderten Kursen geworden ist. Man liest richtig, denn wir haben wirklich alle 10 Preisträger interviewt und werden diese Ergebnisse vorstellen und ich konnte schein einige interne Einblicke werfen, und fand die Ergebnisse bemerkenswert.

Parallel sind auch alle deutschsprachigen MOOC-Maker z.B. iversity, HPI, iMooX, Leuphana und mooin angesprochen worden, ihre MOOC Aktivitäten vorzustellen und sich kritische Fragen gefallen zu lassen. Ich persönlich finde es schon jetzt bemerkenswert, dass keiner der deutschen Maker, damals direkt gefördert worden ist, was schon genug Raum für kritische Diskussionen lässt.

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 8.September in Berlin statt, und da wir Mitausrichter sind, kann man sich über unsere Homepage anmelden. Die Konferenz ist eingebettet in eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Berlin, die ich auch hier noch gerne erwähnen möchte. Am Freitag startet schon das Educamp mit einem Pecha Kucha und am Samstag und Sonntag findet dann ein gemeinsames Camp mit MOOCcamp und OERcamp statt. Und das Hochschulforum Digitalisierung lädt auch zu mehreren Veranstaltungen zur Diskussion beim „Digitalen Turn“ ein. Ich persönlich bin von Freitag Abend bis Mittwoch früh in Berlin.

 

 

Urlaub ist zu Ende – Bin wieder da

Vielleicht hat es der eine oder andere gar nicht bemerkt, doch ich war im Urlaub. Tat auch dringend not, denn nach sechs MOOCs, der Entwicklung und Launch der MOOC-Plattform mooin, der Ausrichtung der Moodlemoot 2015 in Lübeck und meiner ersten Keynotes in Lübeck und Graz war der Akku leer. Jetzt bin ich aber wieder da.

 

Jetzt geht es mit Vollgas zu neuen Taten. Der Herbst steht vor der Tür und wartet mit vielen neuen Aufgaben. Als erstes muss das Team erweitert werden, denn wir suchen drei neue Kollegen für Entwicklung der MOOCs (also 2 PHP-Stellen und ein MOOC-Spezialist), dann geht es mit dem Corporate Learning MOOC weiter und dann steht der MOOC Of The Year vor der Tür und intern arbeiten wir dann schon an einem heissen MOOC Frühjahr 2016.

Parallel wartet der erste Semesterstart mit unserem neuen Enterprise-System Moodalis, wo wir das gesamte Backend neu entwickelt haben. Da sind ca. 4 Jahre Entwicklung eingeflossen und Adobe Connect kommt auch in einer neuen Version (endlich, die letzte war sehr buggy). Und wenn alles klappt, dann kommt auch noch Moodle 2.9 zum Semesterstart, aber das weiss ich definitiv erst morgen. Ich lese ja fast keine Mails im Urlaub :-)

Und dann kommt die große Reise. Anfang September geht es dann nach München zur GMW, vorher wohl nach kurz nach Würzburg und danach direkt zum OER-, MOOCcamp nach Berlin und dann wohl zur IFA und zum Digital Turn „MOOCs and beyond“ nach Berlin und dann 10 tage später wieder nach Lübeck und einen Monat später noch einmal nach Berlin zu einer Social Media Fortbildung und dann noch nach Stuttgart und nach Kaiserslautern. September und Oktober sind die Reisemonate und dann ist ja schon fast Weihnachten :-)

Stellenausschreibung für einen MOOC-Spezialist/in

Wir verstärken unser MOOC-Team und suchen einen MOOC-Spezialisten/in. Unsere Ziele sind sehr groß, denn wir planen immer noch 40 MOOCs bis 2020 und wir haben verdammt viele „coole“ Ideen und wollen natürlich der Welt beweisen, dass MOOCs kein Hype sind (aber vielleicht was anderes was Hochschule 1.0 darunter verstanden hat). Es ist heute immer noch so, dass die meisten Hochschulen weder eine digitale Strategie haben, noch sind sie so flexibel und passen ihre Strukturen dem MOOC-Format an, sondern versuchen es genau andersrum. Dabei stellen MOOCs alle Hochschulfomate in Frage, u.a. Kurslaufzeiten, Präsenz, Abbrecherquoten und die Zertifikate.

Wir haben ganz modern zwei Versionen der Stellenausschreibung geschrieben, nämlich eine für den Social Media Bereich, die nur einen inoffiziellen Status hat, aber dafür hip geschrieben ist, und wahrscheinlich viel besser ausdrückt, wen wir suchen.

MOOC-Spezialist/in gesucht

MOOC-Spezialist/in gesucht

Parallel haben wir dann noch die offizielle Ausschreibung, die natürlich auf der FH Lübeck Seite zu finden ist. Jetzt kann jeder einmal darüber nachdenken, welche Ausschreibung besser ist und falls es die inoffizielle Version ist, warum schreiben wir dann nicht alle Ausschreibungen so?

PS Bewerbt Euch, falls Ihr Euch angesprochen fühlt oder verschickt den Link. Wir arbeiten in Lübeck an der Hochschule der Zukunft und bisher machen wir das ziemlich digital :-)

Warum ich Facebook nutze und mag

Ich nutze Facebook jetzt seit sechs Jahren und damals war das sogar ziemlich Neuland. Mein ersten Kontakte waren dementsprechend auch aus England und Österreich :-) Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 28 Mio. Nutzer und die neuesten Trends sagen, dass inzwischen wir Alten Facebook erobert haben und die Jungen bei WhatsApp, Snapchat und YouKnow sind. Ich mag Facebook und will kurz erklären warum.

tl;dr

Facebook Logo

Facebook Logo

Es ist in Deutschland Sitte Facebook zu „dissen“. Viele die ich kenne, sind sehr Stolz darauf, nicht bei Facebook zu sein. Es ist Zeitverschwendung, man wird überwacht, es kommen nur überflüssige Nachrichten oder dummes Zeug und dann der berühmte Post „Ich war gerade auf Klo“, den jeder gerne erzählt. Die Wahrheit sieht natürlich anders aus und ist viel komplizierter.

Zum einen die schöne deutsche Diskussion über den Datenschutz. Facebook überwacht uns, gibt unsere Daten preis und vor allem wertet uns aus und dann (und jetzt kommt das Böseste überhaupt) schaltet es uns Werbung, die wir mögen. Das ist in der Tat unglaublich, denn bisher krieg ich Papierwerbung mit Katzenfutter, Autoreifen und Kinderkleidung. Ich habe aber keine Katzen, Autos oder Kinder, aber das ist ja gute Werbung, denn sie ist nicht personalisiert. Ich dagegen empfinde das zum einen als Umweltverschmutzung, als Zeitverschwendung und natürlich als dumm. Personalisierte Werbung ist eigentlich das, was ich haben will, aber anscheinend stehe ich damit ziemlich alleine.

Ganz allgemein denke ich aber auch, dass die Datenschutzdiskussion inzwischen ins Leere läuft. Facebook arbeitet ständig daran, die Datenschutzeinstellungen (auch dank der deutschen Kritik) zu verbessern und inzwischen, sind die viel besser als früher. Das merkt aber kaum einer, denn Facebook muss natürlich böse bleiben.

Zum anderen ist Facebook das, was man selbst daraus macht. Vor gut drei Jahren habe ich mir Facebook komplett umgestaltet. Viele „Freunde“, die den ganzen Tag für mich unwichtigen Kram geposted haben (meist sind das Uli Stein Witze oder Babyfotos), habe ich auf stumm geschaltet, parallel habe ich dann für mich interessante Themen abonniert, oder ich habe mich gleich mit Schlauen befreundet, z.B. Journalisten, Medienexperten oder Professoren. Dadurch ist Facebook für mich quasi zu einer Tageszeitung geworden mit vielen privaten Statements von meinen Freunden.  (Tageszeitung kann man natürlich auch besser mit Flipboard machen)

Und der Vorteil?

Mein Facebook Profil ist nicht öffentlich und ich merke gerade jetzt zur Urlaubszeit, wenn man alte Freunde wiedertrifft, dass Facebook unglaublich hilft. Man kann sich ganz anders mit den alten Jungs austauschen (hab gerade Besuch aus den USA, wo mir das richtig aufgefallen ist). Aber auch alte Studienkollegen kann ich ziemlich gut in die Offliner und Onliner unterteilen und meist motzen die Offliner, man melde sich ja nie (wobei die sich auch nie melden, aber das ist ein anderes Thema). Ich verliere aber inzwischen wirklich den Kontakt zu den Offlinern (ich zähle da auch die WhatsApp Verweigerer zu). Natürlich kann man jetzt sagen, dass ich mich doch auch bemühen könnte, aber Leute, wer hat dazu denn Zeit?

Facebook zeigt aber auch, was einige Menschen so denken. Ich diskutiere sehr ungern politisch in den Social Networks, aber trotzdem kann man bei einigen Menschen sehen, was sie so denken und das ist auch oft enttäuschend. Facebook hat halt auch die Eigenschaft, dass viele Menschen sehen können, wie dumm einige andere sind und sicherlich bin ich es auch. Ich finde das aber nicht negativ, sondern eher positiv, denn es ist ja mehr Wahrheit, als ich oft in einem Gespräch erfahre. Facebook kann entlarvend ehrlich sein und hier auch noch einmal meine Anmerkung für alle Personaldiskussionen: Wir erklären jedem Jugendlichen, wie er in Bewerbungen den Arbeitgeber täuschen soll (schreib das bloss nicht rein und hier sind tolle Hobbys und das lass mal weg) und danach wundert man sich, dass man in der Probezeit fliegt. Ich bin überzeugt, dass man per Social Networks ein viel besseres Team zusammensetzen kann, als über Bewerbungsgespräche und seid mal ehrlich, wer will einen Job haben, wo man schon vorher weiss, dass man nicht ins Team passt.

Facebook alles gut?

Facebook it jedoch nicht so toll, wie ich es  gerade beschreibe. Es kommt inzwischen zuviel Werbung und wichtige Posts erscheinen nicht immer in meiner Timeline. Das Niveau sinkt beträchtlich auf Facebook, wenn man es mit Twitter und G+ vergleicht. Inzwischen gibt es viele Tage, wo ich gar nicht mehr reinschaue und ich Twitter bevorzuge. Auf der anderen Seite arbeiten bei Facebook wirklich viele Leute, um das System immer besser zu machen und das funktioniert richtig gut, vor allem die App. Ich will Facebook definitiv nicht mehr missen, da es für mich inzwischen eine Top-Info-Quelle geworden ist, was aber eine Tagesschau nie erreichen könnte.

 

 

Was hat das Google Car mit MOOCs zu tun?

Ganz einfach, beide sind kompromisslos und gehen „radikal“ neue Wege. Die Washington Post hat ein paar Previews vom Protypen veröffentlicht und zeigt, wie man Autos heute interpretieren kann. Was Google mit dem weglassen von Steuer, Tacho und Pedalen gewinnt, kann man nur erahnen. Google versteht das Auto nicht mehr als Bewegungs und Transportmittel, sondern als Arbeits- und Kommunikationspunkt. Alle anderen Hersteller arbeiten an Kompromisslösungen wie der Hybridtechnologie mit zwei Motoren. Dadurch gewinnen sie jedoch nichts neues, sondern es geschieht sogar das Gegenteil, denn der Wagen ist schwerer, komplexer und fehleranfälliger.

Prototyp Google Car (Quelle Google Blog http://googleblog.blogspot.dk/2014/05/just-press-go-designing-self-driving.html )

Ähnliches gilt für MOOCs und dem Blended Learning (behaupte ich mal überheblich?). MOOCs haben den Ballast des Papiers, der Präsenz und des Klassenraums abgeworfen und könne sich völlig neu entfalten. Kursdauer und auch Abbrecherquoten spielen kaum eine Rolle, sie sind Kennzahlen aus der Lehre 1.0 und werden immer mehr in Frage gestellt. Warum muss eine Vorlesung heute immer noch 90 Minuten dauern und ein Semester 14 Wochen lang sein? Zertifikate werden durch Badges ersetzt und das Diplom durch Portfolios. MOOCs können definitiv auf Hörsaal und Präsenz verzichten und daher wird schlussendlich auch die Universität als Anbieter in Frage gestellt werden, denn was bleibt am Ende noch übrig?

Umso mehr MOOCs wir in Lübeck machen, umso merke ich, wie radikal neu MOOCs sind und was für Möglichkeiten dadurch entstehen. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die MOOCs, viel bedeutender ist die allgemeine Digitalisierung der Lehre. Das digitale System wird jedoch erst richtig gut, wenn man auf Kompromisslösungen (Blended Learning) verzichtet. Die letzten 10 Jahre galt Blended Learning als Erfolgsmodell, doch genau wie die Hybridautos, vereint es eher die Nachteile beider Welten. Man benötigt immer noch Dienstreisen und feste Zeiten und starre Offline-Inhalte und hat daher doppelte Kosten. Leider ist die Gesellschaft meist noch nicht soweit, doch man kann erahnen (siehe Google Auto und das mobile Büro), wie wir umdenken sollten und müssten.

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

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Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1″ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

Organigramm oder Arbeit 4.0

Ein kleiner Gedanke kreist schon seit Wochen durch meinen Kopf. Was sagt ein Organigramm über die Firmenkultur aus?

Ein normales Organigramm gibt die Organisationsstruktur einer Institution wieder.

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

In den letzten drei Jahren habe ich jedoch meist gar nicht in dieser Organisationsstruktur gearbeitet. Gerade bei den letzten Projekten, z.B. mooin und die MOOC-Entwicklungen arbeiten wir völlig anders. Das Team setzt sich aus Developern, Erziehungswissenschaftlern, Mediendidaktikern, Mediendeveloper, Marketing und dem Projektmanagement zusammen. Alles ist sehr agil und zielorientiert und vor allem sehr schnell. Mich erinnert das sehr an Slack, obwohl wir Slack gar nicht nutzen, sondern meist Gdrive.

Im Moment schreiben wir auch gerade eine neue Stelle für unsere MOOC-Entwicklung aus und die erste Frage, die ich bekomme ist, ob wir einen Techniker oder einen Pädagogen suchen, dabei suchen wir jemanden mit den richtigen Kompetenzen. Es wird also wieder versucht, ein starres System zu etablieren. Hier schau her, das ist deine Schublade und du bist an dieser Stelle in unserem System. Dabei brauchen wir doch flexible Leute, die je nach Bedarf arbeiten und sich ständig weiterentwickeln. Ich denke, wir nennen das modern „Arbeit 4.0″ aber unser Organigramm, zeigt ein anderes Bild.

Ich habe jetzt einfach mal gedacht, man könnte doch ein neues Organigramm entwickeln, nämlich dynamisch und projektbezogen. Jeder Mitarbeiter könnte am Ende jeden Monats z.B. die fünf wichtigsten Personen aus seinem Umfeld nennen oder man zählt ganz einfach die E-Mails, die letzten Monat intern geschrieben wurden und bildet daraus ein Beziehungsmodell. Das könnten größere Bubbles sein, oder Linien mit unterschiedlicher Stärke (kennt einer Software, ich meine aber nicht Wordlet oder Tagclouds aber ähnliche Lösungen). Dadurch würden neue dynamische Strukturen entstehen, die sich aber jeden Monat ändern.

Allerdings gibt es hier noch Probleme, denn es gibt noch eine zweite Ebene der Organisation, die z.B. den Urlaub regelt, Büros, Genehmigungen, Fach-Vorgesetzter und was es sonst so alles gibt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die alten Organigramme eher hinderlich als förderlich sind. Sie geben den Kollegen ein falsches Bild der Arbeit und man kann sich sehr bequem darauf berufen.

Ich vermute wir werden demnächst andere Organigramme ausprobieren. Zuerst parallel und dann analysieren wir, was dabei herauskommt und ob es hilfreich ist. Wir predigen selbst oft genug Arbeit 4.0, also müssen wir auch hier mit gutem Beispiel voran gehen.