Warum ich Facebook nutze und mag

Ich nutze Facebook jetzt seit sechs Jahren und damals war das sogar ziemlich Neuland. Mein ersten Kontakte waren dementsprechend auch aus England und Österreich :-) Inzwischen gibt es in Deutschland ca. 28 Mio. Nutzer und die neuesten Trends sagen, dass inzwischen wir Alten Facebook erobert haben und die Jungen bei WhatsApp, Snapchat und YouKnow sind. Ich mag Facebook und will kurz erklären warum.

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Facebook Logo

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Es ist in Deutschland Sitte Facebook zu „dissen“. Viele die ich kenne, sind sehr Stolz darauf, nicht bei Facebook zu sein. Es ist Zeitverschwendung, man wird überwacht, es kommen nur überflüssige Nachrichten oder dummes Zeug und dann der berühmte Post „Ich war gerade auf Klo“, den jeder gerne erzählt. Die Wahrheit sieht natürlich anders aus und ist viel komplizierter.

Zum einen die schöne deutsche Diskussion über den Datenschutz. Facebook überwacht uns, gibt unsere Daten preis und vor allem wertet uns aus und dann (und jetzt kommt das Böseste überhaupt) schaltet es uns Werbung, die wir mögen. Das ist in der Tat unglaublich, denn bisher krieg ich Papierwerbung mit Katzenfutter, Autoreifen und Kinderkleidung. Ich habe aber keine Katzen, Autos oder Kinder, aber das ist ja gute Werbung, denn sie ist nicht personalisiert. Ich dagegen empfinde das zum einen als Umweltverschmutzung, als Zeitverschwendung und natürlich als dumm. Personalisierte Werbung ist eigentlich das, was ich haben will, aber anscheinend stehe ich damit ziemlich alleine.

Ganz allgemein denke ich aber auch, dass die Datenschutzdiskussion inzwischen ins Leere läuft. Facebook arbeitet ständig daran, die Datenschutzeinstellungen (auch dank der deutschen Kritik) zu verbessern und inzwischen, sind die viel besser als früher. Das merkt aber kaum einer, denn Facebook muss natürlich böse bleiben.

Zum anderen ist Facebook das, was man selbst daraus macht. Vor gut drei Jahren habe ich mir Facebook komplett umgestaltet. Viele „Freunde“, die den ganzen Tag für mich unwichtigen Kram geposted haben (meist sind das Uli Stein Witze oder Babyfotos), habe ich auf stumm geschaltet, parallel habe ich dann für mich interessante Themen abonniert, oder ich habe mich gleich mit Schlauen befreundet, z.B. Journalisten, Medienexperten oder Professoren. Dadurch ist Facebook für mich quasi zu einer Tageszeitung geworden mit vielen privaten Statements von meinen Freunden.  (Tageszeitung kann man natürlich auch besser mit Flipboard machen)

Und der Vorteil?

Mein Facebook Profil ist nicht öffentlich und ich merke gerade jetzt zur Urlaubszeit, wenn man alte Freunde wiedertrifft, dass Facebook unglaublich hilft. Man kann sich ganz anders mit den alten Jungs austauschen (hab gerade Besuch aus den USA, wo mir das richtig aufgefallen ist). Aber auch alte Studienkollegen kann ich ziemlich gut in die Offliner und Onliner unterteilen und meist motzen die Offliner, man melde sich ja nie (wobei die sich auch nie melden, aber das ist ein anderes Thema). Ich verliere aber inzwischen wirklich den Kontakt zu den Offlinern (ich zähle da auch die WhatsApp Verweigerer zu). Natürlich kann man jetzt sagen, dass ich mich doch auch bemühen könnte, aber Leute, wer hat dazu denn Zeit?

Facebook zeigt aber auch, was einige Menschen so denken. Ich diskutiere sehr ungern politisch in den Social Networks, aber trotzdem kann man bei einigen Menschen sehen, was sie so denken und das ist auch oft enttäuschend. Facebook hat halt auch die Eigenschaft, dass viele Menschen sehen können, wie dumm einige andere sind und sicherlich bin ich es auch. Ich finde das aber nicht negativ, sondern eher positiv, denn es ist ja mehr Wahrheit, als ich oft in einem Gespräch erfahre. Facebook kann entlarvend ehrlich sein und hier auch noch einmal meine Anmerkung für alle Personaldiskussionen: Wir erklären jedem Jugendlichen, wie er in Bewerbungen den Arbeitgeber täuschen soll (schreib das bloss nicht rein und hier sind tolle Hobbys und das lass mal weg) und danach wundert man sich, dass man in der Probezeit fliegt. Ich bin überzeugt, dass man per Social Networks ein viel besseres Team zusammensetzen kann, als über Bewerbungsgespräche und seid mal ehrlich, wer will einen Job haben, wo man schon vorher weiss, dass man nicht ins Team passt.

Facebook alles gut?

Facebook it jedoch nicht so toll, wie ich es  gerade beschreibe. Es kommt inzwischen zuviel Werbung und wichtige Posts erscheinen nicht immer in meiner Timeline. Das Niveau sinkt beträchtlich auf Facebook, wenn man es mit Twitter und G+ vergleicht. Inzwischen gibt es viele Tage, wo ich gar nicht mehr reinschaue und ich Twitter bevorzuge. Auf der anderen Seite arbeiten bei Facebook wirklich viele Leute, um das System immer besser zu machen und das funktioniert richtig gut, vor allem die App. Ich will Facebook definitiv nicht mehr missen, da es für mich inzwischen eine Top-Info-Quelle geworden ist, was aber eine Tagesschau nie erreichen könnte.

 

 

Was hat das Google Car mit MOOCs zu tun?

Ganz einfach, beide sind kompromisslos und gehen „radikal“ neue Wege. Die Washington Post hat ein paar Previews vom Protypen veröffentlicht und zeigt, wie man Autos heute interpretieren kann. Was Google mit dem weglassen von Steuer, Tacho und Pedalen gewinnt, kann man nur erahnen. Google versteht das Auto nicht mehr als Bewegungs und Transportmittel, sondern als Arbeits- und Kommunikationspunkt. Alle anderen Hersteller arbeiten an Kompromisslösungen wie der Hybridtechnologie mit zwei Motoren. Dadurch gewinnen sie jedoch nichts neues, sondern es geschieht sogar das Gegenteil, denn der Wagen ist schwerer, komplexer und fehleranfälliger.

Prototyp Google Car (Quelle Google Blog http://googleblog.blogspot.dk/2014/05/just-press-go-designing-self-driving.html )

Ähnliches gilt für MOOCs und dem Blended Learning (behaupte ich mal überheblich?). MOOCs haben den Ballast des Papiers, der Präsenz und des Klassenraums abgeworfen und könne sich völlig neu entfalten. Kursdauer und auch Abbrecherquoten spielen kaum eine Rolle, sie sind Kennzahlen aus der Lehre 1.0 und werden immer mehr in Frage gestellt. Warum muss eine Vorlesung heute immer noch 90 Minuten dauern und ein Semester 14 Wochen lang sein? Zertifikate werden durch Badges ersetzt und das Diplom durch Portfolios. MOOCs können definitiv auf Hörsaal und Präsenz verzichten und daher wird schlussendlich auch die Universität als Anbieter in Frage gestellt werden, denn was bleibt am Ende noch übrig?

Umso mehr MOOCs wir in Lübeck machen, umso merke ich, wie radikal neu MOOCs sind und was für Möglichkeiten dadurch entstehen. Das bezieht sich jedoch nicht nur auf die MOOCs, viel bedeutender ist die allgemeine Digitalisierung der Lehre. Das digitale System wird jedoch erst richtig gut, wenn man auf Kompromisslösungen (Blended Learning) verzichtet. Die letzten 10 Jahre galt Blended Learning als Erfolgsmodell, doch genau wie die Hybridautos, vereint es eher die Nachteile beider Welten. Man benötigt immer noch Dienstreisen und feste Zeiten und starre Offline-Inhalte und hat daher doppelte Kosten. Leider ist die Gesellschaft meist noch nicht soweit, doch man kann erahnen (siehe Google Auto und das mobile Büro), wie wir umdenken sollten und müssten.

Nach 25 Jahren Windows bin jetzt MacBook User

Seit 6 Tagen bin ich jetzt stolzer(?) Nutzer eines MacBook pro 13 Zoll und werde natürlich als Verräter beschimpft. Mein Beweggründe und meine ersten Eindrücke, will ich gerne beschreiben.

tl;dr

Da ich schon ein uralter Mensch bin, muss ich leider gestehen, dass ich eigentlich immer ein Windows-Nutzer war. Angefangen hat das bei mir mit eine 80386 Rechner mit 20 MHz mit 2 MB Ram und 40 MB Festplatte und MS DOS 3.3 und irgendwann kam dann ein 386 mit 40 MHz und 4 MB und damit wohl Windows 3.0 und die große Leidenszeit. Man kann sicherlich behaupten, dass Microsoft bestimmt 10 Jahre brauchte, bis Windows einigermaßen gut lief. Ab Windows 98 wurde es nutzbar und ab XP wirklich gut. Als Informatiker hab ich natürlich immer über Microsoft gelästert, aber bis auf einen kurzen Linux Ausflug in den 90er Jahren (ich glaube das war noch vor dem Kernel 1.0 mit Suse Linux), war ich immer Windows Nutzer. In den letzten 10 Jahren sogar Überzeugter, denn es hat funktioniert.

 

Laptops sind emotional

Vor gut sieben Jahren habe ich mir dann das Thinkpad X300 mit SSD Platte geleistet. Ein wirklich fabelhaftes Gerät mit Windows XP, was mich lange Jahre begleitet und viel durchgemacht hat. Die Haupterkenntnis aus dem X300 Kauf war, Laptops sind eine hoch emotionale Sache. Es gibt neben dem Smartphone (die gab es damals noch nicht), kaum ein Gerät, was einem näher, also persönlicher ist. Umso „geiler“ das Gerät ist, umso lieber arbeitet man damit. Ich habe mit Thinkpad angefangen zu bloggen und meine Social Media Karriere gestartet. Warum? Vielleicht weil es einfach Spaß gemacht hat, mit diesem Gerät zu schreiben. Es war leise und superschnell und die Tastatur war beleuchtet und haptisch. Außerdem war ich natürlich stolz, so ein teures Gerät überhaupt nutzen zu dürfen und der Akku hielt auch ewig.

BYOD als zukünftig Lösung

Ich bin heute davon überzeugt, dass jeder Mitarbeiter sich sein eigenes Arbeitsgerät aussuchen sollte, was im Handwerk (Tischler, Maler, Zimmermänner) schon seit Jahrhunderten Tradition ist. Natürlich machen Rahmenverträge mit großen Anbietern Sinn, aber dann kommt ganz wenig Emotionalität auf. Die persönliche Bindung ist jedoch sehr wichtig, was ich später auch mit meinem iPad erlebt habe und auch mit meinen Smartphones bestätigen konnte. Daher glaube ich auch, dass iPad-Klassen nur eine Übergangslösung seien werden, bis nahezu jeder sein eigenes persönliches Tablet hat.  Mobile Geräte müssen hochwertig sein und da sollte auch nicht gespart werden, immerhin haben E-Learner eine der billigsten Arbeitsplätze. Außer einem PC und einem Tablet plus Büro brauchen wir fast nichts.

Und dann kam Windows 8

Am Büro PC hab ich dann Windows Vista und 7 erlebt und es war gut, also eher befriedigend. Man hatte das Gefühl, dass Betriebssysteme irgendwie stagnieren und es gab auch keinen Grund zu wechseln. Apple war doof (das war doch für die reichen Spinner, die von Konfiguration keine Ahnung hatten) und Linux war mir zu anstrengend. Als dann der X300 mit seinem Windows XP kaputt ging, wollte ich einen neuen Laptop. Inzwischen gab es die Ultrabooks und ich konnte das Altgerät von meinem Chef verwenden. Das hatte zwar einen kleine Bruchschaden, lief aber sonst immer noch ganz gut. Es war ein Asus UX31A und sieht wirklich schick aus. Auch hier muss ich sagen, dass die Haptik wirklich wichtig ist. Tolle Tastatur, guter Sound, sauberes Display und eine hochwertige Verarbeitung haben mir sofort gezeigt, dass meine Entscheidung pro Ultrabook richtig war. Das Gerät war zwar gebraucht, aber immer noch topaktuell. Ich habe jetzt ca 2 Jahre damit gerabeitet und war sehr zufrieden, wenn da nicht Windows 8 gewesen wäre. Um es auf den Punkt zu bringen, ich hasse Windows 8 und Windows 8.1 hat es nicht viel besser gemacht. Das Konzept der Kacheln auf allen Geräten, fand ich sehr gut, aber Microsoft hat es nicht hinbekommen und jetzt ist das sowieso vorbei, wo die Nokia-Sparte eingedampft wird.

Die Cloud hat dann alles geändert

Microsoft hat das Netz einfach nicht verstanden. Das merkt man an jeder Ecke, und wenn man Chrome und den Internet Explorer vergleicht, trennen die Konzepte Welten. Google denkt online und in Vernetzung und Microsoft immer noch als Standalone und in Druckformaten.

Seit ca. 3 Jahren arbeite ich fast nur noch online und das bedeutet im Browser. Angefangen hat das mit unserem Cloud-Autorentool LOOP, es ging dann weiter mit dem Verständnis der Cloud und dem Teamworking mit GDrive. Inzwischen arbeite fast nur noch mit Chrome und daher wird für mich das Betriebssystem immer unwichtiger. Umso wichtiger die Cloud wird, umso unwichtiger werden die lokalen Programme und der Browser rückt in den Mittelpunkt. Konsequent weitergedacht wird es mit den MOOCs . Das sind voll digitale Angebote, die im Web, total vernetzt stattfinden. MOOCs werden nicht runtergeladen und auch nicht ausgedruckt. Ich hoffe man erkennt hier auch die parallelen Entwicklungen von der Bedeutung der Betriebssysteme, der Programme, der Nutzung und auch dem Arbeitsstil. Heute nennt man das modern Arbeiten 4.0 und die läuft online im Browser ab und wird teilweise durch Apps und Plugins ergänzt. Man benötigt vernetzte Plattformen und keine Single-User-Maschinen.

Und jetzt also das MacBook

Als der Asus kaputt gegangen ist, wollte ich natürlich ein neues Ultrabook. Ich hatte mir vier Geräte in die engere Auswahl geholt und zwar den Dell XPS 13, den Apple Air, Lenovo X1 und das Yoga. Ich habe mich dann für das X1 entschieden, da es ein mattes touchfähiges Display hatte und eine sehr gute Tastatur. Leider (oder zum Glück) wurde mir ein falsches Gerät geliefert und ich hatte kein Touchdisplay. Dafür konnte ich aber das X1 ein paar Tage testen und mir gefiel die programmierbare FN-Leiste nicht. Die ganzen Shortcuts lagen auf einem Touchfeld, was immer nicht so richtig funktionierte. Außerdem hat mich Windows 8.1 genervt aber der entscheidende Gedanke war dann, ich brauch eigentlich gar kein Touchdisplay, weil Windows das sowieso nicht richtig unterstützt. Das gesamte Windows-Konzept ist immer noch wie 2005. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, denn Microsoft unterstützt zwar Touch, aber nicht konsequent und native und dann auch noch herstellerabhängig. Bei Apple hingegen wird das Display nicht unterstützt, dafür ist jedoch das Touchpad multifunktional und wird native vom OS unterstützt. Zum Glück habe ich etliche Bekehrer, die mir die Vorteile sachlich erklären konnten und nicht auf die dumme „Apple ist immer besser“-Art. Wir sind dann in den Apple Store gefahren und mir wurde nach dem X1 noch einmal das Air gezeigt. Da ich jedoch ein Poweruser mit über 20 offenen Tabs und 4 virtuellen Desktops bin, wurde mir der Mac Book pro mit 8 GB Ram nahegelegt und dank Hochschulrabatt, ist der auch bezahlbar.

Und jetzt nach einer Woche

Ich muss leider sagen, dass die ersten Tage sensationell gut waren. Die Tastatur, das Display und das Touchpad sind der Hammer. Ich hatte noch nie bessere gehabt, muss aber so auch sein, da es der letzte Stand der Entwicklung ist. Man muss sich jedoch etwas umgewöhnen, was man aber nicht Apple anlasten kann. Die Akkudauer ist auch absolut gut und viel besser als beim X1 (jetzt rein subjektiv gefühlt, nicht gemessen). Inzwischen fallen mir jedoch einige Kleinigkeiten auf, die mich stören. Mir fehlt vor allem die „Entf“-Taste und auch „Pos1″ und „Ende“ vermisse ich sehr. Mit fn, ctrl, alt und cmd habe ich gefühlt eine Taste zuviel, die für Shortcuts schwer zu merken ist. Der Datei-Browser überfordert mich noch (wieso geht kein ausschneiden oder verschieben?) den App-Store verstehe ich auch nicht ganz. Das sind aber alles Kleinigkeiten und in vier Wochen habe ich das gelernt. Bleiben wird ein sehr hochwertiges Laptop, mit dem ich jetzt schon besser arbeite, als mit Windows 8 und das sollte das Ziel sein.

Organigramm oder Arbeit 4.0

Ein kleiner Gedanke kreist schon seit Wochen durch meinen Kopf. Was sagt ein Organigramm über die Firmenkultur aus?

Ein normales Organigramm gibt die Organisationsstruktur einer Institution wieder.

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

„Organigramm 2“ von Sprenger aus der deutschsprachigen Wikipedia. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Organigramm_2.png#/media/File:Organigramm_2.png

In den letzten drei Jahren habe ich jedoch meist gar nicht in dieser Organisationsstruktur gearbeitet. Gerade bei den letzten Projekten, z.B. mooin und die MOOC-Entwicklungen arbeiten wir völlig anders. Das Team setzt sich aus Developern, Erziehungswissenschaftlern, Mediendidaktikern, Mediendeveloper, Marketing und dem Projektmanagement zusammen. Alles ist sehr agil und zielorientiert und vor allem sehr schnell. Mich erinnert das sehr an Slack, obwohl wir Slack gar nicht nutzen, sondern meist Gdrive.

Im Moment schreiben wir auch gerade eine neue Stelle für unsere MOOC-Entwicklung aus und die erste Frage, die ich bekomme ist, ob wir einen Techniker oder einen Pädagogen suchen, dabei suchen wir jemanden mit den richtigen Kompetenzen. Es wird also wieder versucht, ein starres System zu etablieren. Hier schau her, das ist deine Schublade und du bist an dieser Stelle in unserem System. Dabei brauchen wir doch flexible Leute, die je nach Bedarf arbeiten und sich ständig weiterentwickeln. Ich denke, wir nennen das modern „Arbeit 4.0″ aber unser Organigramm, zeigt ein anderes Bild.

Ich habe jetzt einfach mal gedacht, man könnte doch ein neues Organigramm entwickeln, nämlich dynamisch und projektbezogen. Jeder Mitarbeiter könnte am Ende jeden Monats z.B. die fünf wichtigsten Personen aus seinem Umfeld nennen oder man zählt ganz einfach die E-Mails, die letzten Monat intern geschrieben wurden und bildet daraus ein Beziehungsmodell. Das könnten größere Bubbles sein, oder Linien mit unterschiedlicher Stärke (kennt einer Software, ich meine aber nicht Wordlet oder Tagclouds aber ähnliche Lösungen). Dadurch würden neue dynamische Strukturen entstehen, die sich aber jeden Monat ändern.

Allerdings gibt es hier noch Probleme, denn es gibt noch eine zweite Ebene der Organisation, die z.B. den Urlaub regelt, Büros, Genehmigungen, Fach-Vorgesetzter und was es sonst so alles gibt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die alten Organigramme eher hinderlich als förderlich sind. Sie geben den Kollegen ein falsches Bild der Arbeit und man kann sich sehr bequem darauf berufen.

Ich vermute wir werden demnächst andere Organigramme ausprobieren. Zuerst parallel und dann analysieren wir, was dabei herauskommt und ob es hilfreich ist. Wir predigen selbst oft genug Arbeit 4.0, also müssen wir auch hier mit gutem Beispiel voran gehen.

MOOC Of The Year 2016

Die Fachhochschule Lübeck und oncampus suchen den „MOOC Of The Year 2016“ #MOTY16 . Jeder mit einer Idee für einen MOOC kann sich bewerben, und erhält eine Förderung im Wert von 25.000 Euro. Der Call läuft bis 16.August und danach gibt es beim Educamp in Berlin am 6.September ein Finale, wo sich alle Finalisten vorstellen sollen.

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

tl;dr

Die Idee zum #MOTY16 kam uns schon vor längerer Zeit, denn wir suchten eine besondere Idee für das neue MOOCcamp. Am SA/SO findet es gemeinsam mit dem Educamp und dem OERcamp in Berlin statt. So viele „Weltverbesserer Camps“ gab es wohl noch nie in an einem Ort in Deutschland und vielleicht übertreiben wir es auch, oder die Idee ist genial. Fakt ist, dass es in der Organisation vieles einfacher macht und da parallel auch noch die „The Digital Turn„-Woche vom Hochschulforum Digitalisierung ist, hat man noch mehr Synergie Effekte. Am Dienstag, den 8.September findet nämlich der Rückblick vom Fellowship Programm „MOOCs and beyond“  statt, wo man einmal darüber reflektieren wird, was aus den geförderten MOOCs geworden ist.

Educamp Berlin 2015  #ECBER15

Educamp Berlin 2015 #ECBER15

Das MOOCcamp

Das MOOCcamp findet jetzt zum zweiten mal statt. Das erste war vor zwei Jahren in Frankfurt und wurde von Studium Digitale und der MOOC Beratung durchgeführt. Diesmal findet es unter dem Dach des MOOChub statt, also von den beiden MOOC-Portalen iMooX und mooin und dahinter stecken TU Graz, Uni Graz, FH Lübeck und oncampus (ganz schön viele Namen) und wir möchten uns auch ganz herzlich bedanken, dass wir den Namen weiterführen dürfen.

Die Durchführung ist sehr simpel, denn alles läuft dankenswerterweise unter dem Dach des Educamps und wir labeln einfach die Barcamp-Sessions zum Thema „MOOC“ als MOOCcamp. Also alle MOOC-Macher und Interessierte sind ganz herzlich beim Educamp willkommen und so werden auch diese Welten zusammengeführt. MOOCs sind auch Bildung und von daher ergänzen wir uns. Man sieht und merkt hoffentlich, dass sich die deutschsprachigen Communities immer mehr vernetzen und das geschieht nicht, weil wir weniger werden, sondern weil die verschiedenen Disziplinen nicht mehr einzeln betrachtet werden können, sondern alles zusammenwächst.

MOOC Of The Year 2016

Wenn das Educamp endet und damit auch das OERcamp, geht das MOOCcamp weiter. Dann beginnt das Finale vom „MOOC Of The Year 2016″ und alle Finalisten sollen in 10 Minuten-Sessions, ihr MOOC-Konzept vorstellen. Das Finale soll natürlich öffentlich sein und wir sind ganz gespannt, ob es neue MOOC-Ideen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt, oder ob der Hype vorbei ist, und Bildung für alle niemanden interessiert.

mooc_of_the_year_logo

Im Gegensatz zum Fellowship gibt es beim #MOTY16 zwei wesentliche Unterschiede. Zum einen geschieht die MOOC Produktion nicht beim Sieger, sondern wir unterstützen die Produktion mit dem Know-How aus Lübeck. Das hat ganz viele Vorteile, denn wir haben kurze Wege (bei einer MOOC-Produktion sind im Schnitt 7 Leute in Lübeck involviert), und wir haben viel Erfahrung mit verschiedensten MOOC-Produktionen und natürlich kennen wir alle Tools und unsere Plattform mooin am besten. Aber wir wollen auch niemanden ausbremsen, und sind für neue Ideen immer offen.

Zum anderen soll der neue MOOC Of The Year 2016 komplett unter CC BY als OER MOOC veröffentlicht werden. Wir wollen damit die Nachhaltigkeit fördern und zum Remix auffordern. Wir reden nicht über OER, wir machen sie.

Und danach?

Wenn der Sieger feststeht, geht es erst richtig los. Der #MOTY16 soll im Winter produziert werden, damit er im Frühjahr online gehen kann. Wir sind selber sehr gespannt, was passieren wird. Immerhin kann sich jeder bewerben, also Hochschulen, aber auch Institutionen oder Vereine aber auch Einzelpersonen oder Verbände. Wir haben schon mit dem VideoMOOC und vor allem mit dem ichMOOC gezeigt, dass wir nicht nur Hochschul-Themen behandeln, aber mit Marketing als auch Projektmanagement, haben wir auch typische Hochschul-Themen und demnächst kommt wohl Cyber-Security (hab ich jetzt zuviel verraten?).

Wir suchen auch neue MOOC-Macher

Wir haben also sehr viel zu tun und sprühen vor neuen Ideen. Daher vergrößern wir gerade unser Team und wer Lust hat den MOTY16 zu entwickeln und zu betreuen oder einfach nur in Lübeck, der schönsten Stadt Norddeutschlands, im digitalsten E-Learning Team Deutschlands (na ja etwas übertrieben :-) ) mitzuarbeiten, dann einfach bei mir melden. Ich schreibe gerade die Stellenbeschreibung und wir suchen motivierte Digitalisten, die Lust auf „Bildung für alle und noch viel mehr“ haben.

 

 

Das VFH Symposium 2015

Die Virtuelle Fachhochschule ist der einzige deutsche länderübergreifende Hochschulverbund Deutschlands mit gemeinsamen Studiengängen und er ist voll digital. Vor 14 Jahren war das schon besonders, heute anscheinend immer noch und er ist so erfolgreich, wie nie zuvor.

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Seit ca. sechs Jahren treffen sich die Mitglieder der VFH zum jährlichen Symposium in Lübeck. Anfangs waren es noch ca. 50 Leute, dies Jahr waren es ganze 90. Das zeigt die VFH wächst und mit den Hochschulen aus Halbstadt-Sigmaringen und der HAWK Holzminden waren zwei neue Hochschulen dabei und neue Studiengänge, wie Tourismanagement oder Maschinenbau warten auf die Einführung.

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Auch wenn wir in letzter Zeit sehr viel von MOOCs und mooin schreiben, von unseren Social Media Aktivitäten oder der Moodlemoot oder auch vom Preis des Stifterverbandes berichten, angefangen hat das alles mit der Virtuellen Fachhochschule. Sie ist das Fundament von allen Aktivitäten und dem digitalen Verständnis von oncampus. Wir haben im Moment ca 3.500 Studenten und jedes Jahr, werden es ungefähr 200 mehr. Keiner hat bei uns je ein Papierdokument bekommen, unsere LOOP-Plattform hat täglich 50.000 Seitenaufrufe und 11 GB Traffic. In allen Moodle-Systemen zusammen, haben wir ungefähr 40.000 Teilnehmer und unser Webkonferenz-System hat ein jährliches Wachstum von ca 25%, alles in allem sehr beeindruckende Zahlen.

Dies Jahr konnten wir Claudia Bremer als Keynote Sprecherin gewinnen, die über die Aktivierung von Fernstudenten gesprochen hat. Ich durfte natürlich unsere mooin Plattform vorstellen.

Danach ging es ganz modern in einem Barcamp weiter, wo dann u.a. auch viel über Open Badges diskutiert wurde. Meine Kollegin Anja Lorenz hat mit Ilona Buchem von der Beuth Hochschule @mediendidaktik ein tollen Vortrag dazu ausgearbeitet. Das ganze Symposium wird inzwischen auch auf Twitter gut begleitet, daher haben wir eine schöne Storify erstellt, wo viele Eindrücke gesammelt sind.

Der zweite Tag besteht dann meist aus ganz viel Gremienarbeit. Fachausschüsse tagen, Kassenabrechnungen werden geprüft, neue Studiengänge werden diskutiert und Fachverbünde arbeiten. Insgesamt sind das immer sehr produktive Tage, die zwingend notwendig sind und sich über die Jahre bewährt haben. Auch wenn wir virtuell sind, so wissen doch alle, dass auch Präsenztreffen notwendig sind.

Bemerkenswert ist dabei auch, dass die VFH jetzt langsam in die zweite Generation wechselt. Die ersten Gründungsmitglieder sind inzwischen in Rente gegangen und die zweite Generation lebt die VFH anscheinend noch besser. Es ist sehr schön zu sehen, dass die VFH sich jetzt noch mehr öffnet, das die Technik in die Cloud wandert, das neue didaktische Konzepte ausprobiert werden und wir das „böse“ Internet wirklich nutzen und leben. Wir sehen es als Chance und ich habe immer mehr das Gefühle, dass wir anderen Hochschulen um Jahre voraus sind, und es sicherlich kein Zufall ist, dass gerade wir ein MOOC-Portal haben und für unsere digitale Strategie ausgezeichnet wurden.

 

YouTube und der Algorithmus des Urheberrechts

YouTube perfektioniert das Urheberrecht durch Algorithmen. Automatisch werden neue Videos nach geschützten Inhalten, wie Musik oder Ausschnitten gescannt und ausgewertet. Wollen wir das so und was werden dann die nächsten Schritte sein?

tl;dr

Ich bin ein sehr großer YouTube Fan. Das war schon immer so und es wird immer „schlimmer“. Durch die API können wir sogar Quizzes direkt in die Videos schalten, wie wir das bei mooin sehr innovativ und erfolgreich mittels Capira machen.

Wir können Videos monetarisieren, haben Untertitel, es gibt Diskussionsforen, erhalten Statistiken und technisch ist YouTube die beste Plattform der Welt. Die Videos laufen auf jedem Gerät und jedem Browser und für jedes Mobil Device gibt es eine App. Nicht umsonst spricht man seit einem Jahr auch in Deutschland von YouTubern und zeichnet sie inzwischen mit Preisen aus.

YouTube hat eine automatische Musikerkennung

Wir haben mit dem gemeinsamen YouTube-Kanal der FH Lübeck und von oncampus einen der größten Channels aller deutschen Hochschulen. Vor ca. drei Jahren habe ich einen Clip eines Fachbereiches hochgeladen.

Die Hintergrundmusik ist dabei lizenziert worden und ich bekam damals von YouTube einen Hinweis, dass es sich hier um Copyright-Problem handelt. Ich musste die Rechnung per Dialog (sehr nutzerfreundlich automatisiert) an YouTube schicken, damit das Video endgültig online gehen konnte. Ich meine, ich hatte eine großzügige Frist bekommen. Das Video konnte gleich online gehen und der Beweis wurde später nachgeliefert. Ob dies heute noch so ist, weiss ich nicht. Das ganze lief ohne Probleme ab.

Das war die erste Erfahrung mit der automatisierten Copyright-Erkennung und ich war wirklich positiv überrascht. Alles ging sehr schnell, alle Dialoge waren nutzerfreundlich und Google konnte automatisch Musik erkennen. Warum auch nicht, Shazam und Co können das auch und die Songs müssen nur in Datenbanken hinterlegt sein. Warum allerdings heute immer noch Musikvideos ohne Copyright-Probleme hochgeladen werden können, erschließt sich mir nicht. Es ist müsste doch sehr einfach sein, komplette Musikverzeichnisse zu hinterlegen, aber das wird vielleicht noch kommen.

YouTube hat inzwischen auch eine automatische Bilderkennung

Letzte Woche dann die neueste Erfahrung. Wir wollten ein Video einer Webkonferenz hochladen. In der Webkonferenz wurde ein 40 Sekunden Ausschnitt eines YouTube-Stars in einem kleineren Fenster gezeigt. Nach dem Upload hat YouTube sofort eine Meldung angezeigt, das meine Webkonferenz-Aufzeichnung Fremd-Content beinhaltet. Es wurde mir die genauen Sekunden-Angaben angezeigt und der Rechteinhaber genannt, aber auch vorbildlich darauf hingewiesen, dass ich diese Inhalte nutzen könne, jedoch wird jetzt Werbung geschaltet, deren Einnahmen an den Rechteinhaber fliessen. Ich habe aber die Möglichkeit Einspruch zu erheben.

YouTube Copyright Hinweis plus Einspruch-Option

YouTube Copyright Hinweis plus Einspruch-Option

So weit, so gut. Technisch ist die Lösung brillant. Immerhin wurde der Fremd-Content nur in einem Teilbereich gezeigt und dann auch nur 40 Sekunden und die Meldung kam sofort nach dem Upload. Es stellen sich jedoch viele Fragen, die YouTube per Algorithmus versucht möglichst einfach zu beantworten. Könnte der Ausschnitt auch unter das Zitat-Recht fallen? Falls nicht, wie will man denn z.B. Filmszenen oder Musikvideos besprechen, wenn man diese nicht darstellen darf? Was passiert, wenn ich mehrere Ausschnitte in meiner Aufzeichnung nutze? Wer kriegt dann das Geld der Anzeigeneinnahmen? Ich darf das Video auch nicht unter einer freien OER Lizenz veröffentlichen, obwohl ich wahrscheinlich der geistige Urheber bin. Warum gilt das Urheberrecht nur für den Ausschnitt, aber nicht z.B. für den Pullover von Adidas, den ich im Video anhabe oder für das Bild im Hintergrund?

Natürlich kann man das nicht per Algorithmus entscheiden, denn die geistige Schöpfungshöhe ist immer eine Einzelentscheidung. YouTube bietet hier zusätzlich eine manuelle Einspruchsmöglichkeit an, was sehr vorbildlich ist, aber auch sehr aufwendig.

Und was mit dem Remix?

Ich kann es nur vermuten, doch meiner Meinung nach, bleibt der Remix hier liegen bzw, verschwindet in der Unsicherheit des Rechtssystems. Niemand würde sich trauen, Einspruch zu erheben und auf das Zitat-Recht verweisen? Selbst ich habe das Video sofort gelöscht bzw. hätte den Teil rausgeschnitten, denn wir wollten ein OER-Video haben. Das Urheberrecht ist komplex und YouTube versucht es bestmöglichst umzusetzen. Man merkt jedoch überall, dass dies kaum geht und es ist wirklich schwer nachvollziehbar, wenn man erstmal anfängt weiter zu denken.

Und wie könnte die Zukunft aussehen?

Wenn YouTube schon Musik und Teilinhalte automatisch scannen und zuordnen kann, was dürfte denn dann als nächstes kommen? Wird YouTube die oberste Copyright Instanz und der Algorithmus Richter und Henker in einer Person? Wie sieht es mit dem Persönlichkeitsrecht aus? Wenn ich bei einem Video Einspruch erhoben haben, filtert YouTube dann alle Videos mit mir aus? Oder wird YouTube alle Videos mit mir demnächst anzeigen können. Das wird umso interessanter, wenn sich 4k Videos durchsetzen und man auf jedes Gesicht zoomen kann. Gelten Persönlichkeitsrechte auch auf hochauflösenden Aufnahmen?

Dabei werden Facebook und Google natürlich eine Vorreiterrolle einnehmen. Schon heute kann man auf beiden Portalen Menschen zuordnen und Google will seinen Fotodienst dementsprechend weiter ausbauen. Der Gesetzgeber muss versuchen ein Spagat zwischen Urheberrecht und Remix zu schaffen, was bisher eine Katastrophe war. Ich frage mich dabei auch, ob man da überhaupt mit Kompromissen arbeiten kann. Alle bisherigen Lösungen, sind viel zu komplex und arbeitsintensiv, als dass man sie anwenden könnte. Hier freuen sich nur Anwälte.

Resumé

Was YouTube macht, ist auf den ersten Blick unheimlich und man fühlt sich entmachtet. Auf den zweiten Blick bringt er jedoch Klarheit in ein undurchschaubares System, und höchstwahrscheinlich werden die Urheber mehr geschützt, als die Remixer gefördert. Mich erinnert das Vorgehen jedoch an einen Überwachungsapparat. Im Auto will ich doch auch keinen Computer haben, der nach GPS meine Höchstgeschwindigkeit nach der erlaubten Geschwindigkeit regelt. Ist das der erste Schritt zur Allmacht des Codes? Der erste Terminator, der unser Leben bestimmt? Ich habe ihn, in einer anderen Gestalt erwartet :-)

Die Story hinter dem ichMOOC

Der Online-Kurs „Das Digitale ich„, kurz #ichMOOC , ist mit inzwischen über 1.400 Teilnehmern, der größte VHS Kurs aller Zeiten. Das macht stolz und stellt natürlich die Frage, wie war das möglich.

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Ich glaube es war Spätsommer letzten Jahres als Joachim Sucker und ich uns zufällig beim E-Learning Summit in Hamburg trafen. Es war auch Zufall, dass es eine Art „World Cafe“ gab und wir beide wieder zufällig an einem Tisch sassen und uns über MOOCs unterhielten. Wir haben damals gerade eine Förderung bekommen und ich verkündete ganz stolz, dass wir 12 MOOCs planen werden. Irgendwie kamen wir ins Gespräch, bestimmt weil der Joachim ein schlauer Fuchs ist, und ich total neugierig auf das Gebilde VHS war. Mir war damals schon irgendwie klar, dass man MOOCs nicht alleine machen kann, sondern Partner mit Netzwerken braucht, egal wie diese Netzwerke aussehen mögen. Neun Monate später wird aus dieser Meinung langsam Bestätigung.

Joachim war dann die Triebfeder und hat noch die VHS Bremen mit Nina Oberländer mit ins Boot geholt und als Konzeptioner wurde der gute Jöran Muuß-Merholz überzeugt. Das schwierigste war natürlich der Kooperationsvertrag zwischen VHS Bremen, VHS Hamburg und der FH Lübeck, wobei ich als Praktiker immer mehr der Ansicht bin, man braucht diese Verträge nicht. Immerhin kriegen wir kein Geld und die Nutzung der mooin-Plattform ist umsonst. Hier lag der Fall jedoch anders, denn wir sind Partner und produzieren einen MOOC gemeinsam und das bedeutet, der #ichMOOC ist ein Gemeinschaftsprojekt aller drei Partner. Wir stellen dabei nicht nur die Plattform, sondern alle Videos wurden von uns produziert, die Inhalte auf mooin gestellt, die Badges entworfen, alle Bilder entworfen, Social -Media-Strategie fürs Marketing entworfen und umgesetzt und natürlich auch die Quizzes in den Videos entworfen. Ein MOOC zu machen kostet viel mehr Zeit und Geld, als viele sich das vorstellen und die Teilnehmer rennen einem nicht die Bude ein, nur weil es umsonst ist.

Start ohne Plattform

Nach den Verträgen ging die echte Arbeit los, wobei ihr aber nicht diese Verträge unterschätzen solltet. Alleine die Terminfindung für drei Direktoren war schon fast unmöglich und den Text mit Word zu schreiben ist quasi unmöglich. Das funktioniert heutzutage nur noch in der Cloud, wobei wir uns bis heute noch nicht endgültig über die Kommunikationsplattform einig sind. Allerdings lernen wir alle dazu, denn das war unser erster „externer“ MOOC und das ohne Netz und doppelten Boden. Ich will sagen, als wir mit dem ichMOOC begonnen haben, wussten die beiden Volkshochschulen noch gar nicht, wie mooin überhaupt aussehen wird und den Namen mooin gab es natürlich auch noch nicht. Hört sich vielleicht verrückt an, aber so laufen diese Projekte halt.

In den nächsten Monaten haben sich dann unsere Wege quasi getrennt. Joachim, Nina und Jöran haben sich an die Konzeption vom ichMOOC gemacht, mit der guten Unterstützung von unserem MOOC-Designer Thomas und ich musste mit dem Developer-Team parallel eine MOOC-Plattform entwickeln und fünf andere MOOCs planen. Nicht zu vergessen war dabei die Moodlemoot in Lübeck, wo wir das alles vorstellen wollten. Wir hatten also gut 10 Wochen Zeit die Plattform zu entwickeln, um dann fünf MOOCs zu starten. Das waren ambitionierte Ziele :-)

Natürlich wollte der ichMOOC so früh wie möglich auf der Plattform getestet werden, aber vor Mitte März war das gar nicht möglich und so musste auch etwas improvisiert werden. Umso erstaunlicher ist das sehr gute Ergebnis, aber dazu später mehr.

Das Digitale Ich oder kurz der ichMOOC

Das Digitale Ich

Die Produktion begann

Zur Produktion und dem Konzept kann ich gar nicht viel schreiben. Wir mischen uns bei oncampus ganz wenig in die Inhalte ein und wollen eigentlich nur unterstützen. Diese Rolle aber zu vermitteln, war relativ schwierig. Zum einen sehen wir uns nicht als Fachexperten und wir respektieren auch die Freiheit der Lehre, aber auf der anderen Seite wollen die anderen mehr Hilfe und Führung haben, vor allem wenn es der erste MOOC ist.

Der Dreh des Trailers war relativ lustig, denn die erste Version war ein Kälte-Fiasko in der Lübecker Fußgängerzone. Dank unseres Kameragenies Gregor konnten wir jedoch eine sehr schöne warme zweite Version erstellen, die aber schon die Richtung zeigt. Wir wollen hochwertige Videos haben, wenig Text, viele externe Quellen und Infos (wir brauchen das Rad nicht das zweite mal erfinden) und die Motivation mit Quiz und Badges hochhalten. Es war/ist sehr schön, dass wir uns in diesen Eckpunkten immer einig waren, allerdings müssen wir diese Fakten auch in anderen MOOC-Projekten besser kommunizieren. Ihr glaubt gar nicht, wie Hochschulen darauf reagieren, wenn wir sagen, dass die Videos OER sind und auf YouTube liegen müssen. Mit diesen Aussagen sterben schon einmal geschätzt 50% aller Projektanfragen  (nein ist ein Scherz, aber ich könnte da trotzdem Stories erzählen…).

Start mit Problemen

Der ichMOOC-Start fiel leider in eine Urlaubs- und Reisezeit. Die einen Kollegen waren verreist, die anderen in der Welt unterwegs, wo wir u.a. Werbung für mooin gemacht haben und sehr viel Anerkennung bekommen haben. Die Zeit war wirklich knapp. Die letzten Videoaufnahmen für die erste Woche, waren am Dienstag gedreht und wurden Mittwoch und Donnerstag geschnitten, damit wir am Freitag online gehen konnten. Das definiert „Last Minute“ völlig neu, denn wir mussten ja auch noch die Quizzes einbauen und den gesamten Kurs designen und die Badges mit den Lernfortschritten definieren und Links auf Foren funktionieren auch erst, wenn man das Forum hat.Das waren zwei richtig lange Tage und auch von dieser Stelle ein großes Lob an alle Beteiligten.

Der größe VHS Kurs aller Zeiten

Am 28.Mai sind wir dann mit ca 950 Teilnehmern online gegangen und haben uns riesig gefreut. Für uns ein gigantischer Erfolg und wir dachten, dass wäre der größte VHS Kurs aller Zeiten, aber knapp verfehlt. Der „Gratis Online Lernen“ MOOC von unserem MOOChub-Partner iMooX war auch eine Kooperationsprojekt mit Volkshochschulen und hatte 1060 Teilnehmer. Freitag nachmittag hatten wir diese Marke jedoch geknackt und ich vermute wir schaffen vielleicht noch 1.700 Teilnehmer.

Der Kurs läuft prima um es einmal klar zu sagen. Am Freitag waren wir mit dem Hashtag #ichMOOC in den Top 5 von Deutschland, was wirklich unglaublich ist.

Die Beteiligung in den Foren ist riesig.

Allerdings kriegen wir deshalb auch einige Anmerkungen, da viele die massenhaften Mails nicht beherrschen können. Der ichMOOC ist unser sechster MOOC auf mooin und wir haben zum ersten mal diese Rückmeldungen, was zeigt, dass der Kurs die richtigen Leute erreicht. Leider sind diese aber auch mit knapp 1.500 Forumsteilnehmern und der Bedienung von mooin und/oder ihren Mail-Clients etwas überfordert. Auf der anderen Seite haben wir aber auch sehr motivierte Forenbetreuer, die wirklich alle mitnehmen wollen. Wir MOOC-Profis handeln oft nach dem Motto „Weniger ist mehr“ und lassen gerne Forenbeiträge erst einmal unbeantwortet, damit eine Teilnehmerdiskussion starten kann und eine  „Wir helfen uns selbst“-Community entsteht. Man darf jedoch auch niemanden frustrieren und alleine lassen. Das Mittelmaß ist der goldene Weg der Didaktik, den man finden muss. Das ist die große Herausforderung bei allen MOOCs.

Die MOOCbars

Das Alleinstellungsmerkmal des ichMOOCs sind natürlich die MOOCbars. Immerhin machen knapp 50 Volkshochschulen mit und bieten einmal einen Livestream an, der dann in den VHSen per Beamer gezeigt wird und live vor Ort danach diskutiert wird. In der Fachsprache wird das anscheinend MOOC 4.0 genannt, was mal wieder zeigt, dass wir supermoderne Konzepte nutzen ohne es zu wissen, bzw. wir sind mal wieder der Zeit voraus (den Artikel haben wir erst später gelesen) :-)

Bei der ersten MOOCbar waren ca. 180 Teilnehmer in 35 VHSen vor Ort und haben teilweise stundenlang über das Thema „Der digitale Nachlass“ diskutiert. Ich persönlich finde synchrone Veranstaltungen in MOOCs nicht sehr gut, allerdings ist meine Meinung nicht relevant und gerade Kurse wie „Das Digitale Ich“, wo viele Netzneulinge sind, brauchen diese Präsenzveranstaltungen. Auch hier gilt, dass wir alle das Konzept gemeinsam tragen müssen und das Team hatte hier vollkommen recht. Auf der anderen Seite merkt man, dass die MOOCbars sehr viel Zeit in der Organisation kosten.

Fazit vom ichMOOC

Nach zwei Wochen kann ich nur schreiben, dass mich der ichMOOC schwer beeindruckt. Wir alle sind wirklich begeistert dabei, und man entdeckt viele Perlen in den Forenbeiträgen. Manche sind sehr positiv, andere sehr kritisch und wieder andere sehr schwer nachzuvollziehen, aber jeder lernt etwas. Die Videos sind super und die Badges kommen anscheinend gut an. Ich bin sehr gespant auf die erste Evaluation.

Was wir unbedingt nie wieder haben wollen, ist dieses „Just in Time“ arbeiten. Zum Glück sind aber bei einer Wiederholung alle Videos schon fertig, deshalb solten MOOCs auch immer mehrfach geplant werden, denn beim ersten Durchlauf, hat man nie Zeit. Man ist nur damit beschäftigt, dass alles möglichst reibungslos läuft, aber beim  zweiten mal, hat man Erfahrung UND fertiges Material. Es wird alles besser…

 

Abbrecherquote – Sinn oder Unsinn?

Bei den MOOCs gibt es immer zwei Zahlen, nach denen ich immer als erstes gefragt werde. Wie viele Teilnehmer habt ihr und machen MOOCs bei 97% Abbrecherquote überhaupt Sinn? Inzwischen denke ich jedoch, dass die Diskussion über Abbrecherquoten im wesentlichen falsch sind. Ein paar Gedanken dazu.

tl;dr

Zum einen, und das ist wohl die wichtigste Information, sind diese 97% alt und basieren auf der Duke Studie . Viele andere MOOCs haben jedoch diese Zahlen bestätigt, auch unser erster MarketingMOOC.

Duke Studie 2012/2013

Duke University Report  2012/2013

Inzwischen sind wir jedoch viel weiter. Die Plattformen haben enorme Fortschritte gemacht, die didaktischen Modelle auch und natürlich wurde auch viel geforscht und sich ausgetauscht. Wir haben inzwischen Abbrecherquoten von 80-85 Prozent, das HPI angeblich 70% und Marburg hat wohl 60% (Quellen habe ich jetzt leider nicht). Parallel wird natürlich auch an den Statistiken gedreht. Da bei allen MOOCs ca. 30% der Teilnehmer sich anmelden, aber nie den Kurs betreten, will man diese gar nicht als Abbrecher mitzählen. Allerdings will man diese aber gerne aufführen, damit man alle beeindrucken kann, denn ein Kurs mit 10.000 Teilnehmern ist natürlich viel besser als 7.000 aktive Teilnehmer.

Das sind jedoch Feinheiten, denn inzwischen denke ich, dass diese 70-90 Prozent Abbrecher ein ganz normales gesellschaftliches Ergebnis sind. Ich habe das auch im Gespräch mit Martin Lindner ausgeführt.

Ich vermute bei den meisten Kursen, die erfolgreich sind, ist ein äußerer Druck vorhanden, der zum erfolgreichen Abschluss zwingt. Typische Beispiele dafür sind natürlich die Noten in der Schule bzw. die Versetzung, das Abitur, der Bachelor aber auch der Führerschein oder der Tanzkurs für den Abschlussball. Es gibt aber auch zig Beispiele, wo 95% Abbrecher gar nicht bemerkt werden. Wer meldet sich nicht alles in Fitnessstudios an, um dann nach 3-6 Monaten zu erkennen, dass es zu anstrengend ist, wer hat nicht schon einmal einen Sprachkurs bei Aldi gekauft und die CDs nicht einmal in den CD Player geschoben? Oder wer hat schon ein Fachbuch von vorne bis hinten gelesen? Gibt es dazu Zahlen? Martin Lindner hat im Interview dazu angemerkt, dass Amazon dank Kindle und Überwachung anonyme statistische Erhebungen inzwischen weiss, dass bei vielen Büchern, nur die ersten Seiten gelesen werden. Natürlich werden Bücher und deren didaktische Modelle nicht in Frage gestellt, denn Bücher sind immer gut und haben sich seit Jahrhunderten bewährt. (Falls jemand diese Daten hat, bitte schreibt es mir.)

Hohe Abbrecherquoten sind normal, kleine sind die Ausnahmen

Falls meine Annahme stimmt, sind die Abbrecherquoten der MOOCs keine Nachricht, sondern Alltag. Der Mensch schaute sich schon immer gerne Sachen an, hat aber dann tausend gute Gründe, um den guten Vorsatz nicht auszuführen. Das fällt jedoch jetzt im Bildungsbereich extrem auf, da wir aus den bekannten Zwang-Modellen Schulen und Hochschulen natürlich andere Zahlen gewohnt waren. Ich persönlich kann diese Zahlen auch in meinen kostenpflichtigen Weiterbildungskursen bestätigen, wo selten mehr als 40% erfolgreich abschliessen. Ausnahmen sind auch hier wieder die Zwangskurse, wo die Firma die Weiterbildung bezahlt oder sie extrem teuer ist.

Darf man bei MOOCs überhaupt Abbrecher messen?

Zu guter letzt, will ich aber auch noch einmal den Sinn der Abbrecherquote in Frage stellen. In den cMOOC Diskussionen werden immer wieder die Teilzeitlernen bzw. Fragmente des Lernens als Ergebnis gewertet. Kaum einer will einen ganze Kurs machen, sondern er will nur ein Element nutzen. Ähnlich wie beim Fachbuch, wo man meist nur ein paar Kapitel benötigt. Trotzdem gehen wir davon aus, dass jeder den gesamten Kurs belegen will, der meist auch noch viel zu lang ist. MOOCs entsprechen hier eher Webseiten, die man nie komplett liest (wer würde behaupten eine Webseite wäre falsch, nur weil jeder Besucher nur drei Seiten anschaut?) oder Tageszeitungen, die auch kein Mensch komplett liest, sondern jeder Leser nimmt die Artikel, die ihn interessieren, z.B. Lokalteil, Sport oder Wirtschaft. Tageszeitungen sterben jedoch, MOOCs können und sollten hier flexibel reagieren, da sie digital sind. Die Frage ist dabei, welchen Teil interessiert dabei den Teilnehmer?

Was muss also passieren?

Als erstes sollte natürlich die Zahl der Abbrecher nicht mehr diskutiert werden, da dies unsinnig ist. Was jedoch wichtiger wäre, sind neue Formate. Zum einen sollte man über verschiedene Lernwege diskutieren. Ich kenne hier noch keine Plattform, die das ordentlich unterstützt, aber ich glaube auch, dass dies nicht die Lösung ist. Ich gehe davon aus, dass der Lerner sich selber seine Inhalte aussuchen wird, ähnlich wie bei YouTube, Amazon oder Wikipedia. Dabei werden noch Empfehlungssysteme (wer dies gelesen hat, hat auch das gelesen) implementiert, die quasi die Lernwege empfehlen.

Parallel sollten die MOOCs extrem verkürzt werden. Ich würde als erstes von 10-14 Tagen ausgehen, darunter wird es schwer sein, von MOOCs zu sprechen. Unter 10 Tagen, sind wir schon fast beim Learning Object, und dann hätten wir, ähnlich einer Playlist, eine Voll-Automatisation der Lehre.

Zu guter letzt müssen MOOCs permanent da sein. Das heisst es gibt keinen gemeinsamen Start und Ende, sondern jeder fängt an, wann er will und macht auch seine Prüfung, wann er will (on demand). Damit wären Kurse dann aber Voll-Elektronisch, auch die Prüfungen und das ist juristisch schwer. Marburg mit seinen Linguistik-Kursen wird dies demnächst ausprobieren und dies zeigt auch die neue Richtung. Ob MOOCs damit jedoch in der Hochschule funktionieren, darf bezweifelt bzw. diskutiert werden. Ich denke auch hier, wir sind immer noch am Anfang. Die MOOCs ändern sich rasant und zwar viel schneller und extremer als die Blended Learning Institutionen. Es bleibt also spannend bzw. es wird immer spannender.

 

 

Das war die eMOOCs 2015 – Ein Rückblick mit Ausblick

Die eMOOCs ist die größte europäische MOOC-Konferenz und findet jährlich an verschiedenen Orten in Europa statt. 2014 war es Lausagne und dies Jahr war es Mons in Belgien. Meine Kollegin Anja Lorenz und ich haben dort unsere MOOC-Plattform mooin präsentiert und noch einiges mehr.

tl;dr

eMOOCs 2015 Konferenz

eMOOCs 2015 Konferenz

Eigentlich wollte ich die Konferenz hier verreißen, denn es gab genügend Gründe für berechtigte Kritik, aber heute hat die Sonne geschienen und ich bin milde gestimmt:-)  Ich denke oft, eine gute Konferenz auszurichten ist relativ einfach. Man braucht eine gute Homepage mit einer Anfahrtskizze und dem Programm, dann sind guter Kaffee und Kekse/Obst wichtig und dann technisch muss WLAN laufen und es sollten Steckdosen da sein. Was auch immer in Mons passiert ist, sollte daher vergessen werden und das WLAN hat wirklich gut funktioniert.

Da Anja Lorenz schon einen Rückblick geposted hat, will ich mich daher auf ein paar Eindrücke und Gedanken konzentrieren. Zum einen habe ich das Gefühl, dass die MOOCs noch sehr am Anfang stehen und viele Möglichkeiten noch gar nicht gesehen werden.

Die meisten MOOC Projekte werden von Universitäten für deren Studenten gemacht. Aber was sollen z.B. Hochschulen wie Lübeck machen, wo die gesamte Studentenzahl keine 5.000 sind. Für uns machen MOOCs mit der studentischen Zielgruppe kaum Sinn bzw. wenn wir diese anbieten, dann sind die MOOCs nicht mehr Massive. Da kommt die zweite große Ernüchterung bzw. Erkenntnis aus Mons zum tragen, denn viele MOOCs sind nicht vierstellig und fünfstellig erst recht nicht. Wer also denkt, man renne ihm die Bude ein, wenn er einen MOOC macht, täuscht sich sehr, denn viele MOOCs haben deutlich weniger als 1.000 Teilnehmer.

Zum Glück wurde auch kaum über Geschäftsmodelle berichtet, dafür gab es aber von Darco Jansen einen tollen Überblick über die Unterschiede zwischen EU und USA u.a. haben wir hier halt keine Studiengebühren und daher machen auch MOOCs für Geld bei uns wenig Sinn.

Allerdings haben wir in Lübeck hier dann ein neues Problem, denn wenn wir MOOCs nicht für Studenten anbieten, wie z.B. den VideoMOOC dann haben wir im Hochschuletat dafür natürlich kein Geld. Also wir brauchen ein Geschäftsmodell, aber dazu Ende des Jahres mehr :-)

Wir haben dann mit unserem Vortrag wohl ein kleines Highlight bei der Konferenz gesetzt, denn wir hatten viele gute Fragen bekommen und wirklich viel Feedback auf Twitter und Co.

 

Das wahre Highlight war aber die Verkündung vom MOOChub, den ich letzte Woche schon gebloggt hatte. Wir haben bei der Slide sogar Applaus bekommen, dass erlebt man selten.

Zum Abschluss haben Martin Ebner und ich sogar noch ein kleines Statement als Video aufgenommen.

Denn nächstes Jahr ist die eMOOCs in Graz zu Gast und danach geht es in die Hauptstadt Spaniens.

Man merkt hier schon, dass MOOCs wohl keine Hype-Blase sein werden. Wenn über 50% aller Unis in der EU MOOC-Aktivitäten planen, wird sich etwas größeres ändern. In Deutschland passiert auch sehr viel, dass haben mir die viele Einzelgespräche gezeigt, denn wir waren natürlich nicht alleine da. Außerdem kriegen wir, als auch iMooX, andauernd neue Anfragen und Ideen für neue Projekte. Wir sind mit den MOOCs immer noch am Anfang einer sehr langen Entwicklung. Das MOOCs funktionieren würde ich inzwischen als bewiesen sehen, die Frage ist dabei immer nur, wie gut werden sie noch werden. Interessant, und das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu selten laut gesagt, ist der Ansatz, dass MOOC das erste Voll-Digitale-Angebot einer Hochschule ist. Zum ersten mal wird voll digital gearbeitet ohne den Blended Learning Kompromiss und das erweitert die Möglichkeiten ins Unendliche. Die Zukunft ist schon da, nur nicht bei jedem.