Mass Effect, Netwars und MOOC – Finde den Unterschied

Urlaubszeit ist auch xbox Zeit bei mir und ich habe eine alte Bestellung (ich bestelle oft bei Konsolenschnäppchen auf Vorrat und kaufe nie über 20,- meist sogar unter 10,- pro Spiel ein) aus dem Regal geholt. Diesmal die Mass Effect Trilogie und da ich Querdenker bin, hab ich natürlich gleich die Parallelen zu bekannten MOOC und E-Lecture Konzepten gezogen. Bei Mass Effect (ich hab bisher nur 4 Stunden gespielt) werde ich superleicht in ein völlig neues Universum eingeführt mit vielen Dialogen, Erfahrungs- und Charakterpunkten, verschiedenen Wegen und vielen interaktiven Spielelementen (Ballern) angereichert mit tollen Animationen. Würde ich das Universum der Citadel mit der Hanse tauschen und die xbox mit Moodle, hätte ich wahrscheinlich den besten MOOC aller Zeiten entworfen, und ewiger wissenschaftlicher Ruhm würde über mich ausgeschüttet werden. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders, denn Mass Effect ist natürlich gehirnloses stumpfsinniges Ballern, bei dem man vereinsamt und es hat rein gar nichts wissenschaftliches.

Wir mussten unseren HanseMOOC mit relativ bescheiden Mitteln konzipieren und keiner meiner Kollegen kennt Mass Effect. Trotzdem wollten auch wir das Universum der Hanse zeigen, Erfahrungspunkte (Badges) vergeben und Animationen und Interaktivität  einführen. Im bescheidenem Maße ist uns das auch geglückt, aber unsere Mittel sind begrenzt und die Erfahrung auch. Hätte ich den Storytelling MOOC besucht, könnte ich wahrscheinlich auch die Geschichte der Hanse besser erzählen, trotzdem müsste ich noch gegen Windmühlen kämpfen, um das ganze wie ein Spiel erscheinen zu lassen.

Zeitgleich startete Arte diese Woche ihre Cyberwar-Reihe “Netwars” und parallel dazu machte Heise eine Netzversion zugänglich.

Die Netzversion wurde Webdoc genannt, aber auch hier das gleiche Konzept. Es werden hochwertige Filme mit Interaktionen verbunden, man befindet sich in einem eigenem Universum und alle Charakter werden langsam ergänzt. Man kann selbst von Kapitel zu Kapitel navigieren, allerdings fehlt das Belohnungssystem und die Feedbacks. Trotzdem ist Netwars viel näher an einem xMOOC dran, als viele abgefilmte Tafelbilder und Camtasia Videos mit den schönen wissenschaftlichen Quizzes.

Wenn ich mir diese schönen digitalen Szenarien anschaue und daran denke, dass ich die nächsten drei Jahre 12 MOOCs entwerfen soll, dann fahre ich doch lieber zur nächsten Gamescom nach Kölle oder gleich zu Bioware nach Kanada um neue interaktive MOOC-Konzepte zu entwerfen. Ein Versuch könnte es wert sein und vielleicht werden dann wirklich Lehrer durch MOOCs ersetzt ;-)

 

Year of the MOOC

Wie schon 2012 in der New York Times geschrieben ist jetzt auch Deutschland im MOOC angekommen. Der Stifterverband nimmt hier eine Führerrolle ein und ich hoffe im Jahr 2014 werden auch wir mit den schon genannten Projekten eine wichtige Rolle einnehmen und viel Erfahrung zum Teilen bieten können. Diese Woche wurde eine Videoserie auf YouTube veröffentlicht mit Aussagen von Experten über MOOCs mit viel Hintergrundinfos.

 

MOOC, MarketingMOOC, HanseMOOC und FHL-MOOC und ganz zum Schluss dann noch MoodleMOOC

Die MOOC Welt dreht sich diese Woche um Lübeck herum. Zum einen startet morgen unser erster selbstbetriebener MOOC auf unserer eigenen Plattform. Der Hanse MOOC dreht sich, wie der Name schon sagt um die Hanse. Er beginnt morgen und wurde von der Possehl-Stiftung gefördert aus Anlass des Hansetags 2014 in Lübeck.

Wir hatten sogar Geld für Werbung bekommen und können dadurch Werbung schalten, was sich wohl auch in den Teilnehmerzahlen widerspiegeln wird. Ich werde in den nächsten Tagen noch einmal ausführlicher darüber berichten.

Dann haben wir unser neues Projekt FHL-MOOC offiziell bewilligt bekommen.

Das Land Schleswig-Holstein fördert 12 MOOCs mit 450.000 Euro. Das schöne an dem Projekt ist, dass ich dafür verantwortlich bin. Mal schauen, wie ich mit dem Team das gesteckte Ziel erfüllen kann. Das ist wirklich eine große Herausforderung, da wir hier relativ viel Freiraum in der Themen- als auch in der Auorenwahl haben.

Parallel arbeiten wir an einer Moodle MOOC Plattform, die jetzt zum ersten mal beim Hanse MOOC getestet wird und das ist nur eine der Überraschungen, die ich mit dem FHL-MOOC Projekt plane.

Als letztes kommt dann noch der zweite Durchlauf vom Marketing MOOC bei iversity. Hier hatten wir beim ersten mal über 6.000 Teilnehmer und wir haben den Kurs aktualisiert und werden ihn jetzt ein zweites mal anbieten.

Die Videos sind jetzt schon frei auf YouTube anzuschauen, aber ein MOOC ist weit mehr, als nur eine Playlist. Wer Interesse hat, sei bei iversity demnächst willkommen.

Ich werde zu allen Themen in den nächsten Tagen noch separat bloggen. Das Blog wird in den nächsten 18 Monaten also etwas MOOC lastig werden.

 

MOOC und der Betreuungsaufwand

Ich denke in letzter Zeit sehr viel über die verschiedenen Ebenen von MOOCs nach und deren Konzepte. Vergleicht man einmal die verschiedenen “Arten” von E-Learning-Kursen in Betreuungsaufwand und Gruppengröße erkennt man erstaunliches.

E-Learning Kurse

Denn umso größer die Nutzergruppe ist, umso niedriger ist der Betreuungsaufwand. Es sollte ja eigentlich andersrum sein, aber die Konzepte gehen in eine andere Richtung. Vielleicht will der eine oder andere bei E-Lectures (ich meine hier mehrteilige Lehrvideos, die man oft bei YouTube oder iTunesU findet, teilweise sind es abgefilmte Vorlesungen) nicht von einem E-Learning-Format sprechen, jedoch sind diese Videos unglaublich beliebt und bis auf einige Kommentare, werden diese Videos fast nicht betreut. Bei den xMOOCs geht es fast in die gleiche Richtung. Hier sind Kursgrößen von tausend bis hundertausend möglich, allerdings ist der Kurs meist sehr automatisiert. Erst bei kleinen Gruppengrößen wie in unserer VFH kommt eine nennenswerte Betreuung zustande. Bei den SPOCs (tolle Wortschöpfung) haben wir Kursgrößen von 20-150 Studierenden. Meist kann das eine Lehrperson alleine schaffen, mit mehr und minder guter Qualität. Als High-End-Learning kann man die berufliche Weiterbildung nennen, wo Kursgrößen bis 30 Leuten zu entsprechenden Preisen möglich sind.

Erstaunlich ist auch, dass diese Entwicklung anscheinend politisch gewollt ist und auch funktioniert. Natürlich kann man keine Vorlesung zu 100% durch eine E-Lecture Reihe ersetzen, jedoch gibt es nicht wenige E-Lectures, die tausende Klicks haben. Eine Nachfrage gibt es also und dieser Trend wird zunehmen. Ich vermute auch, dass die Videos immer hochwertiger werden und vielleicht die MOOCs ersetzen könnten. 

Die Gegenwart nähert sich immer mehr der Zukunft

Science Fiction hat es heutzutage schwer. Was soll denn noch kommen, wenn man sich die heutige Technik sich einmal anschaut. Früher waren viele Sachen unvorstellbar, die heute selbstverständlich sind. Bei Star Trek sieht man das sehr deutlich:

star-trek-hatte-die-zukunft-vorhergesagt

Und man merkt aber auch gerade bei Star Trek, dass viele Sachen inzwischen lächerlich sind. Wie können sich Eindringlinge an Board eines Schiffes unbemerkt bewegen, wo doch die NSA inzwischen bewiesen hat, dass man die ganze Welt überwachen will. Ein Raumschiff dieser Größe hätte überall Sensoren. Auch Schießereien mit Phasern sind inzwischen schwer vorstellbar. Wir wissen inzwischen, dass der Trend in Richtung Drohnen geht und natürlich in die Miniatisierung. In Zukunft werden ganz sicher keine Soldaten mit Blickkontakt gegeneinander schiessen.

Ein anderes schönes Beispiel ist hier auch James Bond. Inzwischen sind die technischen Gadges von Q kaum noch ernstzunehmen, da sie fast jeder bei Ebay kaufen kann. In den letzten Pierce Brosnan Filmen musste daher schon Stealth Technologie Einzug halten, damit man denkt, dass der Geheimdienst einen Technik-Vorsprung hat. Das wurde sehr unglaubwürdig und mit dem neuen Bond, kam dann auch eine neue Realität in die Bond Filme. Echte Stunts mit Akrobatik und  Parcours Experten haben neue Maßstäbe gesetzt. Technische Gadgets sind in den Hintergrund getreten.

Heute kommt Technik in Hollywood am glaubwürdigsten rüber, die nur ein paar Jahre weiter ist, als die Gegenwart. Man schaue sich hier einmal “Staatsfeind Nr 1″ oder “24″ an. Meine Freunde haben ungläubig gestaunt, als ich meinte das wäre möglich. Heute lächelt man über die Vernetzung und Überwachung und sagt sich, nach Snowden ist wohl alles möglich und was möglich ist, wird ja auch gemacht.

Andere Science Fiction haben es schwer, denn was wird wohl noch kommen? Wände die ihre Farben ändern? Das gibt es schon fast mit den großen LED-Bildschirmen und mit GoogleGlas kommt dann auch die Augmented Reality. Wir haben Zugriff auf fast alle Bücher der Menschheit und können quasi umsonst auf 20 Mio. Songs zugreifen. Man kann überall hin fliegen, sogar ins All und Autos fahren inzwischen allein. Dank Kinect und Co kann man auch Gestensteuerung alla Minority Report umsetzen und Authentifizierung geht per Fingerabdruck und wenn erstmal jeder einen 3D-Drucker hat, wird der Replikator auch angekommen sein. Das war vor 10-15 Jahren reinste Science Fiction und heute ist das Alltag und man wundert sich noch nicht einmal. Manchmal sagt man sich, wieso geht das noch nicht. Dann wartet man noch zwei Jahre und dann geht das auch. Nur Kalender wird man nie vernünftig synchronisieren können. Eines der letzten Herausforderungen der Menschheit :-)

Das Kollaborationsdilemma

Die Wunderwelt des Web 2.0 macht den Verantwortlichen Angst, denn wer kennt sie nicht, die unendlichen Erfolgsstorys  der ungebremsten Massen. Wer über das Internet etwas liest und der denkt über Chaos, Anarchie und “Gesetzeslosigkeit” nach. Das ungeregelte Web, wo jeder machen kann, was er will, ohne Gefahr entdeckt zu werden. Das das ganze Unsinn, brauch ich hier nicht weiter auszuschmücken, denn inzwischen ist das Netz sicherlich eines der best überwachten Orte der Welt und Regeln gibt es mehr, als man jemals ahnen konnte.

Doch der Traum des Web 2.0 war, dass die Massen helfen große Werke zu schaffen und die Erfolgsgeschichte dazu, war die Wikipedia. Doch nach 13 Jahren Online Lexikon, muss man sagen, dass die Wikipedia die Ausnahme ist und nicht die Regel. Es gibt eigentlich nur ein ähnlich erfolgreiches Beispiel mit Open Street Map und alles andere dämmert vor sich hin. Nicht einmal ein großes freies Foto- oder Bilder-Portal hat es geschafft, wahrscheinlich sind die Hardware Kosten zu hoch. Die Wahrheit ist, dass kaum jemand freiwillig an offenen Inhalten mitarbeitet und damit meine ich, noch nicht einmal freie Inhalte. Das gleiche gilt für jedes Intranet in Schulen, Hochschulen und Firmen. Trotzdem hat jede Institution Angst vor diesen Massen, die wahrscheinlich alle offenen digitalen Inhalte sofort ändern würden und natürlich immer zum Negativen. Daher kommt es bei jeder mir bekannten Diskussion über offene Portale, die gleichen Argumente: “Wir dürfen nicht alles öffnen und nicht jedem Schreibrechte geben, wer kann da die Qualität sichern. Wir können doch nicht den ganzen tag Fehler beheben.” oder das ähnliche Argument auf der Administratorseite “Wenn wir das jetzt öffnen, brechen alle Server zusammen. Wir können nicht garantieren, dass die Server den Ansturm aushalten.”

Die Wahrheit sieht jedoch bitter aus. Auch bei freien offenen Inhalten, sind selten irgendwelche Massen vorhanden, die auf die Inhalte stürmen. Der Regelfall ist eher so, dass man unglaubliche Marketingmaßnahmen durchführen muss, damit überhaupt jemand diese Inhalte findet. Das dann irgendjemand diese Inhalte verbessert oder wenigstens kommentiert ist die absolute Ausnahme. Man kann sogar das ganze System völlig offen ins Netz stellen und trotzdem verirren sich nur wenige auf die Seite, Hauptsache der Spam-Schutz ist wirksam, sonst hat man richtige Probleme.

Wenn wir offene Wikis in das Intranet stellen, ist die erste Anforderung auf meinem Tisch, dass man Grupen bilden muss, um Schreib- und Leserechte zu verteilen. Nur Abteilungsleiter dürfen Inhalte absegnen und wenn ein Mitarbeiter, etwas schreibt, muss er entweder Schreibrechte beantragen oder seine Version ist nicht öffentlich. Das so aber motivierte Mitarbeiter ausgebremst werden, sieht kaum einer. Niemand will warten, wenn er jetzt eine Idee und Zeit hat. Er will gleich/sofort loslegen und den gefunden Fehler korrigieren, aber was machen wir? Wir bauen eine Schranke. So wird Kollaboration oder die weisheit der Massen gleich am Anfang ausgebremst. Kein Wunder, dass so viele Wiki Projekte scheitern. Die meisten Wiki starten reglementiert und wollen sich langsam öffnen, dabei muss es umgekehrt sein. Sie müssen offen starten um dann, falls wirklich Unfug entsteht, langsam geschlossen zu werden.

Ich nenne dies Kollaborationsdilemma, denn jeder will diese offenen Plattformen, doch niemand will anderen Schreibrechte für seine Inhalte geben. Das erklärt auch den Erfolg des PDF-Formats, denn dieser ist wie Papier starr und nicht änderbar. Doch heutzutage müssen wir ganz anders denken, denn Menschen die auf Schranken stossen, kommen selten ein zweites mal.

Inzwischen öffne ich fast alle Systeme bei uns, egal ob intern oder extern. Alle Kollegen sind sich bewusst, dass sie keine Inhalte löschen sollen (sieht man auch an der Authentifizierung, aber haben wir noch nie gebraucht). Geheime Inhalte sind die Ausnahme und nicht die Regel. Jeder hat überall Lese- und Schreibrechte, das schafft Transparenz und vor allem Schnelligkeit, denn wir können jeden Inhalt per URL verschicken, und wissen, dass der andere es lesen kann. Das hört sich jetzt sehr einfach an, aber genau das ist der Vorteil. Inhalte ohne Anmeldung lesbar machen, spart bei jedem Mitarbeiter kostbare Zeit, auch wenn es nur ein paar Sekunden oder Minuten sind. Jede Authentifizierung kostet Zeit und ist oft überflüssig (ja es gibt tausend Ausnahmen, aber es kommt auf die Einstellung an). Jeder sollte mal darüber nachdenken, ob Formulare im Intranet stehen müssen? Leere Formulare sind leer, das sind nur Vorlagen. Trotzdem stehen diese zu 98% in Intranets. Die Antwort darauf ist fast immer: “Das ist doch für die Öffentlichkeit nicht interessant.” Doch darum geht es nicht, es geht um die Anmeldung und um Effizienz. Natürlich kann ich auch jeden Intranetzugang in jedem Browser mit Passwort speichern zugänglich machen, aber ob das jetzt der richtige Weg ist, darf bezweifelt werden.

Ich bin gespannt, wann ich nicht mehr beauftragt werde, diese Schranken einzurichten. Inzwischen bessert es sich etwas, aber trotzdem ist es noch ein langer Weg.

 

 

Das war die Moodlemoot 2014 in Leipzig

Den Sinn einer Moodlemoot verstehe ich oft nicht und beim Durchschauen des Programms kommt manchmal auch Verwirrung auf. Viele Themen einer Moodlemoot sind einfache E-Learning-Themen, die oft wenig mit Moodle zu tun haben. Schaut man in das Programm, so entdeckt man sehr viele “nicht” Moodle Themen oder nur ein sehr loser Zusammenhang zu Moodle, z.B. ein Plugin oder eine Schnittstelle. Ich nehme mich da selbst nicht aus, denn bei meinem Vortrag “LOOP – Ein Autorentool für das Lehrbuch von morgen” hatte ich auch nur 5 Minuten über die Moodle-Integration gesprochen. Das ist aber das Problem jeder Spezial-Konferenz, die eine Software in den Mittelpunkt rückt und soll auch nur eine Anmerkung sein.



Die diesjährige Moodlemoot, war die erste Mooharamoot, da Mahara inzwischen als zweites Standbein Einzug gehalten hat. Ich persönlich halte davon nicht sehr viel. Zum einen sind E-Portfolios immer noch in den Kinderschuhen und müssen noch den Beweis der Notwendigkeit liefern (ich glaube, es haben sich beim Hochschultreffen nur drei Hochschulen mit einer Mahara-Installation gemeldet) und zum anderen ist die Integration in Moodle doch sehr rudimentär. Das muss alles noch sehr viel besser werden, aber dafür sind diese Konferenzen da.

Zu den einzelnen Sessions kann ich, wie so oft, kaum was sagen. Die Keynote von Jöran Muuß-Merholz war sehr schön und unterhaltsam, aber fast die gleiche Präsentation, wie beim CCC. Das soll die Qualität nicht schmälern, da der CCC Vortrag sehenswert war und ich ihn oft empfohlen habe.

Danach kam meine Session über LOOP, die gut besucht war und danach hat Herr Scholz auch noch einmal in einem Workshop über LOOP anhand der Volkswirtschaftslehre berichtet. Es hat mich unglaublich gefreut, dass zum ersten mal eine externe Person über LOOP berichtet und es kam eine kleine spannende Diskussion auf. Wir werden diese Diskussionen im Juni in Lübeck fortführen, beim ersten LOOP-Workshop (die Planungen laufen) und wir sind weiter gespannt, wie sich unsere Open-Source Lösung weiterentwickelt.

Danach hab ich mir noch zwei Sessions über Badges angeschaut, was für mich eines der nächsten großen Projekte sein wird. Ich denke das Jahr 2014 und auch 2015 wird von MOOC, Badges und ein wenig LOOP bei mir gekennzeichnet sein. MOOC und Badges sind für mich ein Tandem, was bisher noch nicht so exakt ausdiskutiert worden ist. Da gibt es noch jede Menge Diskussionsbedarf. Die eine Open Badge Session von Kristina Höppner gibt es sogar auf YouTube.

Danach gab es für mich persönlich jede Menge Meetings, Diskussionen und das persönliche Netzwerken. Dafür muss man jetzt auch einmal die Organisation der Uni Leipzig ausdrücklich loben, denn das kleine Foyer mit den Tischen, war dafür hervorragend geeignet. Auch die Abendveranstaltung am Donnerstag war wunderschön und ich verstehe immer noch nicht die Leute, die sich davor drücken. Ich finde immer diese Tischgespräche sehr ergiebig und interessant.

Die Moodlemoot in Leipzig war gekennzeichnet, als Moot der kurzen Wege. Vom Bahnhof zum Hotel (es waren diesmal wirklich viele im gleichen Hotel) und dann zur Moot waren keine 600 Meter. Das ist wirklich kurz. Leipzig ist wunderschön (plant einen Besuch beim Völkerschlachtdenkmal ein) und der Neubau der Uni mit der Mensa ist wirklich gelungen. Vielen Dank für die großartige Organisation. Ich persönlich empfand auch die Vorträge hochwertiger als früher. Man hat schon in Münster und München einen Anstieg der Qualität bemerkt und der Trend setzt sich fort (aber wie gesagt, ich war in wenig Sessions).

Für mich persönlich war die Reise definitiv ein Erfolg. Ich habe wirklich viele Ideen bekommen, viele neue Bekanntschaften gemacht und alte vertieft und neue Projekte angesprochen. Moodle als auch Mahara sind feste Bestandteile unserer Infrastruktur und wir werden noch Jahre diese Software nutzen. Allerdings sind wir auch in der Lage, aus der doch etwas betagten Usability und Performance von Moodle, eine gutes System zu schaffen, was inzwischen über 35.000 Leute bei uns nutzen können. Mal schauen, wie unsere Moodle-Roadmap 2014/15 aussieht. Es gibt da jetzt schon ein paar Überraschungen :-)

 

 

Moodle, MOOC und Hanse ergibt HanseMOOC

Es ist soweit und wir starten den nächsten MOOC. Diesmal geht es um DAS lübecker Thema schlechthin: Die Hanse

Der MOOC wird Anfang April starten und das besondere daran ist, dass wir ihn auf einer neuen Moodle Plattform laufen lassen wollen. Die Plattform eines MOOCs ist ja immer ein heisses Thema, daher will ich hier noch nicht all zuviel schreiben, da wir mitten in der Entwicklung stecken. Ich denke jedoch, dass es einfacher ist, als vermutet. Der Erfolg eines MOOC hängt jedoch meist nicht von der Plattform ab, sondern vom Konzept, dem Budget und dem Engagement sowie dem Marketing. Gerade die letzten drei Punkte, werden in der akademischen Welt selten berücksichtigt, da zählt fast immer das didaktische Konzept.

 

WhatsApp und die deutsche Datenschutzphobie

Eigentlich wollte ich vorgestern schon über WhatsApp was schreiben, aber ich hatte keine  Zeit (immerhin war Champions League:-) ) und heute hat sich die ganze Welt um WhatsApp um 180 Grad gedreht und jetzt ist alles noch viel aktueller. Fangen wir jedoch am Anfang an und der liegt im “Westen“. Der behauptete nämlich am 18.Februar, dass jedes Smartphone mit WhatsApp eine SuperWanze wäre und man damit ausspioniert werden könne, auch mit Mikrofon und Kamera und allem drumherum. Das hat nämlich der EDV-Dozent Stefan Löffelbein dem “Westen” gesteckt und die Nachricht war wohl Wasser auf all den Mühlen der Nokia-Handynutzer und SMS-Nostalgikern. Plötzlich war mein Facebook Stream voll mit Anmerkungen, von all den Leuten, die es ja schon immer geahnt haben, mit WhatsApp wird man abgehört. Teufelszeug. Blöde Technik. Mit meinem 8 Jahre altem Nokia Handy geht das nicht und der Akku hält auch 5 Tage.

Das nur eine Webseite das einmal kritisch hinterfragt hat, sagt schon alles. Giga hatte einmal näher nachgedacht, denn WhatsApp müsste schon das Betriebssytem umgehen um an das Mikro- oder an die Kamera zu kommen und die Traffic Messung muss dann auch noch umgangen werden. Ist aber egal, denn man postet doch lieber die gerne gehörte Meinung, dass WhatsApp unsicher sei und Teufelszeug ist. Man darf diesen Monopol-Anbietern niemals glauben.

Doch bevor ich das schreiben konnte, kam heute die neue Welle, denn der Teufel persönlich hat WhatsApp gekauft. Jetzt weiss der blau-weisse Teufel nämlich alles über uns. Nicht nur all die Uli Stein Comics und Katzenvideos, die ich auf Facebook teile, nein jetzt kennt er auch noch all die lustigen Schmuddel-Videos, die ich per WhatsApp verteile. WhatsApp und Facebook zusammen ist natürlich der Untergang vom Abendland.

Ich frage mich dabei, was sich eigentlich geändert hat? Natürlich könnte Facebook jetzt doppelt so viele Daten ausspähen, aber was kann denn jetzt mehr passieren? Facebook könnte ein lückenloses Profil erstellen, was dann meine Vorlieben kennt. Das ist eine wirklich schlimme Sache, denn plötzlich könnte die Werbewelt erkennen, dass ich keine Haustiere besitze und auch kein Auto und plötzlich kriege ich keine Werbung mehr für Hundefutter und Winterreifen. Das ist in der Tat sehr schlimm. Personalisierte Werbung ist Entmündigung, denn ich würde niemals auf die Idee kommen, selbständig bei Amazon oder Günstiger.de nachzuschauen, ob es das Angebot irgendwo günstiger gibt. Facebook könnte auch mein Profil der NSA geben, als würde das nicht jetzt schon geschehen. Der Unterschied wäre nur, dass Facebook die Daten vorher analysiert und die NSA das nicht mehr tun muss.

Dazu kommen jetzt auch noch all die schlauen Artikel über Alternativen, die dann doch keiner nutzt. Die große Frage dabei ist doch, warum nutzt das keiner? Zum einen interessiert Datenschutz auch in Deutschland niemanden wirklich (laut Politbarometer liegt Datenschutz auf Platz 15 mit 3 Prozent (das sind die Piraten)) zum anderen sind die Apps kompliziert zu bedienen und sie sind nicht verbreitet. Dazu dann die angeblichen Todesargumente mit der Unsicherheit . Auch wenn WhatsApp Sicherheitslücken hat, so sind diese nicht so groß, dass auf einen Schlag Millionen betroffen sind und was soll denn auch dort von Interesse sein? Mehr als Beziehungsgerede, Partybilder und sinnlose Texte, die höchstens deine unmittelbare Umwelt interessiert, wird da nicht stehen. Außerdem ist WhatsApp ein CloudDienst und es doch nur eine Frage der Zeit, bis auch WhatsApp eine vollständige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet und damit wären alle Alternativen sinnlos. Auch bei WhatsApp arbeiten Informatiker, die schon mal etwas von Verschlüsselung gehört haben.

Zusätzlich kommt die zukünftige Integration in Facebook, die die Usability wahrscheinlich enorm erhöht. Usability war schon immer wertvoller für den Anwender als Sicherheit. Sicherheit ist immer kompliziert und nur für Nerds wichtig. Die können auch Threema und andere Alternativen nutzen, denn Nerds haben selten mehr als 10 Freunde und die haben auch alle Threema. Das sind ja alles richtige Spezialisten mit Sonderlösungen.

Das eigentliche bemerkenswerte an der WhatsApp Geschichte ist jedoch, wie hat es diese Bude aus Palo Alto geschafft, Messaging Größen wie ICQ, Skype, Google, Jabber und Co den Rang abzulaufen und auf 450 Millionen Smartphones zu laufen? Respekt und jeder von Euch ist jetzt Multimillionär :-)

Learntec 2014 ein kleiner persönlicher Rückblick

Meine Learntec 2014 lässt sich mit einem kleinen Dialog am Messebus zusammenfassen:

“Die Vorträge dies Jahr, waren aber langweilig.”

“Nun was willst Du erwarten. Wenn man über 10 Jahre E-Learning macht, kannst du nicht mehr viel neues erwarten.”

“Ja das stimmt, aber sie könnten doch wenigstens DAS dann GUT vortragen.”

Die Learntec entwickelt sich immer mehr zu einer Business Messe mit einem kleinen Kongress. Der Bereich um die Ausstellung wird immer attraktiver gemacht, durch die neuen Vortragsflächen. Insgesamt waren es inzwischen vier Bühnen, um die verschiedenen Themenbereiche Bildung, ePub, Schule und Spiele abzubilden. Die Bühnen waren zwar laut, aber dafür gut besucht. Der Kongress fand entfernt im zweiten Stock statt, traditionell ohne WLAN (nein nicht ganz, der große Saal hat inzwischen WLAN) statt. Eine angenehme Atmosphäre um Leute kennenzulernen ist bei dem langen Korridor ohne richtige Wohlfühlzone auch schlecht möglich. Überhaupt könnte der Kongress über das Wortspiel TEC im Namen mal nachdenken. Ein Tec-Kongress mit Beamern, die 800*600 Auflösung haben, wo es kein WLAN gibt (Wie soll ich denn Cloud-Lösungen mit iPad zeigen?) und wo es bis zum Ende des Kongresses immer noch nicht klar war, ob ich mit #Learntec #learntec14 oder learntec2014 twittern sollte, gehört eher ins Analog-Zeitalter. Es ist immer das gleiche, da reden Spezialisten über die Annäherung von Lernen und Technik, aber leben es selbst nicht. Vielleicht soll das aber auch ein Alleinstellungsmerkmal der Learntec sein? Die Techniker waren definitiv sehr genervt anhand der Anfragen, konnten aber nichts machen, da die Messeleitung nichts beauftragt hatte.

Die Vorträge waren aufgeteilt in Didaktik, Technologie, Management und Special plus Workshop. Das war eigentlich eine schlaue Idee und die Vorträge passten im großen und ganzen gut zusammen. Allerdings waren die meisten Vorträge nicht wirklich gut. Wahrscheinlich saß ich immer in den falschen Tracks, ich hab nämlich auch etliche positive Nachrichten gehört. Ich muss aber sagen, dass ich den ersten Tag verpasst hatte und dort waren die meisten E-Learning Vorträge platziert, natürlich auch der MOOC Hype. Meine Highlights waren die Keynotes über Lernen in der Wissensgesellschaft am Mittwoch von Prof. Peter Wippermann und am Donnerstag “Die Neurobiologie des Lernens” von Martin Korte  (das Thema Neurologie macht die Learntec immer wieder sehr gut). Mein ganz persönliches Highlight jedoch, war das kurze ausprobieren der umstrittenen GoogleGlas. Ich hatte zwar nur 1 Minute Zeit, war jedoch positiv überrascht. Fühlt sich wirklich geschmeidig an, allerdings muss man sich etwas anstrengen, das Bild zu fokussieren. Ich schätze, dass sich das nach längerer Tragezeit reduziert. Allerdings gibt es noch keine richtige Killerapplikation für die Brille. Nach meiner Anmerkung, dass Ingress hier ein passender Kandidat sein könnte, wurde ich jedoch verwundert angeschaut. Ja da waren sie wieder diese zwei Welten. Über Serious Games forschen und berichten, aber selbst nicht mit der Spielewelt vertraut sein.

GoogleGlas getestet auf der Learntec

GoogleGlas getestet auf der Learntec

Genug kritisiert, es gab auch viel Positives. Die Abendveranstaltung am Dienstag im alten Kongress-Zentrum war sehr schön. Endlich konnte ich unsere eigenen Projektpartner von der FH Westküste einmal näher kennen lernen und die Live Musik war wirklich sehr gut. Auch der zweite Abend war sehr schön und etwas abenteuerlich. Die schönsten Geschichten passieren wie immer am Rande solcher Konferenzen :-) Ich fand auch die Bühnen im Messebereich sehr gut, vor allem war hier auch die Qualität sehr gut (leider nicht die Akustik, aber einen Tod muss man sterben.). Das Schul-Panel fand ich besonders schön, hier hab ich ein paar nette Vorträge gesehen.

Update: Erwähnswert und sicherlich ein kleines Highlight war die Prezi-Präsentation vom @Tastenspieler Andre J. Spang. Jede Slide wurde in 20 Sekunden freihändig vorgestellt. Eine sehr schöne, schnelle und effektive Art der Vorstellung. Muss ich unbedingt auch einmal ausprobieren.

Ich war jedoch nur kurz im Messebereich. Stände hab ich mir gar nicht angeschaut, mir ist jedoch aufgefallen, dass es sehr viele Video-Produktionen gab.

Mein Vortrag über “LOOP – Ein Autorentool fürs Cloud Learning” war durchwachsen. Es waren ca 25 Leute da, aber ich fand mich selbst nicht so gut. Ich bin mit der Umstrukturierung der Folien immer noch nicht zufrieden und der rote Faden hat etwas gefehlt.



Rückblickend war das jetzt ca. der dritte Learntec-Besuch von mir. Inzwischen hat die Learntec den Schwenk zur Business-Messe geschafft. Man sollte jedoch einmal den Kongress überdenken. Mit inzwischen vier Bühnen im Messebereich mit hochwertigen Vorträgen und der Hälfte der Keynotes, nimmt der Grund zur Teilnahme natürlich ab. dazu kommt der unscharfe Blick auf die Zielgruppe. Dort Software, da etwas Schule, dann eine Prise Wissenschaft und das alles würzt man mit Serious Games und schon hat man eine Bildungsmesse mit Technik. Das ist alles noch nicht ganz rund, doch sehr viel besser als vor fünf Jahren.