Warum können wir OER machen?

Die #OERde16 steht vor der Tür und oncampus ist einer der Veranstalter. Ich freue mich darüber riesig, denn ich unterstütze OER (Open Educational Resources) schon lange. Angefangen hat das vor neun Jahren mit dem Soft-Skills-Online Kurs „Medienkompetenz“, den ich damals als Autor geschrieben habe. Daran kann man auch sehen, wie lange manche Ideen brauchen, bis sie in eine Institution übergehen.

OERde16

Ich habe seit dem noch an vielen #OER-Projekten mitgearbeitet, unterstützt oder selbst umgesetzt, z. B. L3T, Schulbuch-O-Mat, VFHCAB, Wikimedia Wissenswertpreis, YouTube-Playlists und jetzt natürlich unsere MOOCs wie der ichMOOC, MOOC25 oder Projektmanagement. Bei allen Projekten waren mir die Vorteile jedoch nicht immer klar. Natürlich ist es besser für die Welt, wenn alles frei verfügbar ist und dieses deutsche Urheberrecht ist auch zu kompliziert. Dazu kommt, dass man als Hochschule auch einen gesellschaftlichen Auftrag hat, sonst könnten wir auch Studiengebühren einführen. Vielleicht stehe ich mit dieser Meinung aber auch alleine da. Trotzdem ist der wahre Vorteil, von OER schlecht greifbar und vermittelbar.

Im Intranet (LMS) herrscht Anarchie

Warum kaum ein Mensch weiss, dass er  OER braucht ist ziemlich einfach. So lange die Materialien in einem geschlossenen System, wie z. B. LMS stehen, merkt kaum keiner, ob dort Urheberrechte verletzt werden oder Plagiate stehen. Das Intranet ist gefühlt ein rechtsfreier Raum, was sich aber demnächst ändern soll.

OER für sich alleine bringt kaum Mehrwert

Professoren sind Einzelkämpfer und Vorlesungen sind in der analogen Welt auch Einzelveranstaltungen. Jeder bereitet seine Vorlesung mit seinen Materialien vor. Es gibt kaum einen Grund oder auch Vorteil fremde Inhalte zu verwenden und es gibt sogar erhöhten Aufwand, wenn man seine Materialien frei ins Netz stellt, da man plötzlich auf die Rechtslage achten muss. Und wenn man fremde Inhalte benötigt, kann man doch auch eine Literaturliste anfertigen und die Studis in die Bibliothek schicken.

OER hat sein Vorteile erst in der fremden Wiederverwendung

Warum braucht man also OER? Das „Aha“-Erlebnis hatte ich bei unserem ersten Refugee-Kurs, wo wir OER-Materialien im Netz gesucht haben. Es war jedoch einfach nichts zu finden, denn entweder waren das nur Blended-Learning Inhalte, wie z. B. Powerpoint-Slides oder kurze PDFs oder sie waren nicht portierbar oder es war halt nicht OER. Wir haben dann einen eigenen Kurs ins englische übersetzt, was jedoch nur einen Teilproblem darstellt. Ganz allgemein sind Übersetzungen ein ideales Beispiel, warum man OER braucht, denn man könnte ganz schnell (fremde) Inhalte übersetzen und anpassen. Das ist gerade jetzt aktuell, wo man doch arabische oder englische Inhalte sehr schnell für Flüchtlinge benötigt. Diese könnten dann z. B. auch von der Crowd übersetzt werden, wenn man denn die Rechte hätte.

Der andere Punkt ist jedoch wesentlicher, denn der Grund warum wir überhaupt komplette Kurs-Inhalte hatten und keine granularen Learning Objects ist, wir arbeiten im Netzwerk. Es war in der Virtuellen Fachhochschule schon immer so, dass Inhalte geshared wurden und viele Hochschulen, die gleichen Inhalte verwenden. Man entwickelt einmal (meist kostenintensiv) und verwendet die Inhalte n-mal. Das ist der Unterschied zwischen analog und digital, denn im Netz machen Inhalte für einen alleine immer weniger Sinn. Das Internet fördert die Zentrierung auf der Produktionsseite und kann daher die Individualisierung auf der Anwenderseite (irgendwann?) ermöglichen. Die Grundstruktur der Arbeit/Lehre ändert sich daher radikal. Manche nennen das Arbeit 4.0 oder bei uns Hochschule 4.0.

OER ist der Schritt nach der Digitalisierung

Viele Experten haben geschrieben, dass E-Learning gescheitert wäre. Das könnte ich sogar unterschreiben. Ich habe immer gesagt, dass das „M“ im LMS, der wichtigste Buchstabe ist. Es geht nicht vorrangig um das Learning, sondern um die Gesamtheit. Die Digitalisierung verändert die Organisation, das Management und letztendlich (und nicht zuerst) die Lehre. Die sogenannten E-Learning Projekte sollten also personenunabhängig autonom aufgestellt sein. Das funktioniert sehr viel besser, wenn sie offen sind. Nur dann könnten andere die Inhalte übernehmen und anpassen oder übersetzen. Damit das aber funktioniert, muss das Selbstverständnis der Lehre diskutiert werden. Professoren dürfen sich nicht mehr als Einzelkämpfer sehen und Intranets sind keine rechtsfreien Räume.

 

 

 

Campus Innovation oder besser Stagnation

Die Hamburger Campus Innovation ist quasi meine Lieblings-Konferenz. Nicht nur das sie in der besten Stadt Deutschlands stattfindet, nein es ist auch noch direkt vor der Haustür. Außerdem hat sie meiner Meinung nach das beste Konzept, da sie mit drei Tracks nicht nur E-Learning als Schwerpunkt setzt, sondern auch dem Campus-Management, der IT und dem eigenen Hamburger Projekten genug Freiraum lässt. Die Organisation ist quasi immer perfekt und dies Jahr gab es auch endlich mit #CIHH15 einen vernünftigen Hashtag, der im Programm gut und rechtzeitig platziert war. Das hat aber nichts an der Anzahl der Tweets geändert, die wie bei jeder E-Learning Konferenz, nur bei ca. 5% der Teilnehmer lag. Es ist ja bekannt, dass gerade in Deutschland, die sozialen Netze gerade nicht von den Intellektuellen genutzt wird. Warum sollte denn dann eine E-Learning Konferenz eine Ausnahme sein? Wo wir auch schon beim Grundproblem angekommen sind, die E-Learning Spezialisten in Deutschland verstehen immer noch nicht das Internet.

Keine Innovation, sondern Stagnation

Mir ist es schon bei den letzten Konferenzen aufgefallen, und die Teilnehmerzahlen geben mir da auch recht. E-Learning ist nicht (mehr?) innovativ und Beiträge sind meist fad und geben entweder Altbekanntes oder Selbstverständlichkeiten wieder. In Hamburg begann es schon mit der Keynote von Johannes Heinlein von edX, dessen Vortrag vor zwei Jahren spannend gewesen wäre, aber heute eher altbacken wirkte, bis auf die Erwähnung der Änderung der Architektur, weg vom Hörsaal, hin zum Learning Space.

Der negative Höhepunkt war vielleicht das tausendfach zitierte Bild der Papstwahl:

Papstwahl 2005 zu 2013

Sehr spannend fand ich die Entscheidung, dem Journalisten Christian Füller zur zweiten Keynote einzuladen, dessen Schwerpunkt bekanntlich Schulen sind. Sein Vortrag war nicht nur gut vorgetragen, sondern teilweise auch provokant, leider war dennoch kaum Neues zu entdecken.

Ich kann leider nur vom E-Learning Track berichten, jedoch hatten viele Vorträge eher das Scheitern, das Versagen und den negativen Ausblick als Thema. Beispielhaft fand ich hier den sehr guten Vortrag von Malte Persicke, der eigentlich nur beschrieben hat, warum er es nicht schafft, vernünftige MOOCs zu entwickeln, sondern es bei begleitenden Vorlesungsaufzeichnungen belassen muss.

Das ist genau die Situation, die in Deutschland zu oft passiert. Es gibt Dutzende wahrscheinlich sogar Hunderte einzelner Projekte, die aber immer personengebunden sind und es nicht schaffen, die Brücke in die Institution zu schlagen. Das liegt natürlich daran, dass jedes Projekt mit einem eigenen Projektstab vertraut ist und diese Mitarbeiter mit dem Projekt kommen und gehen. Das bedeutet immer Einarbeitung und dann fehlt die Verstetigung. Als Beispiel kann man immer die MOOCs nehmen, wo jedes mal ein Produktionsteam für die Videoproduktion entweder aufgebaut wird oder teuer eingekauft wird. Dann werden 20 Videos produziert, und danach verschwindet das ganze Wissen wieder. MOOCs werden aber erst bei der dritten oder vierten Produktion gut, aber das klappt nicht, wenn man nur einen MOOC beantragt hat und keine Wiederholungen gefördert kriegt obwohl die die Wiederholung natürlich kostengünstiger wäre (wenn man von xMOOCs spricht und nicht von cMOOCs).

Im krassen Gegensatz steht hier aber die Funktionsweise des Internets. Digitalisierung bedeutet Zentrierung! Das Internet braucht nur ein Kaufhaus, eine Suchmaschine und eine Landkarte. Vielleicht sind es auch zwei oder drei Angebote, aber niemals 428. Was den Hochschulen fehlt ist eine digitale übergreifende Strategie, wo wir schon beim nächsten Thema wären. Seit gut 18 Monaten wird plötzlich die digitale Strategie als neuer Hype durch die E-Learning Landschaft getragen. Was mit dem Stifterverband angefangen hat, wurde in Hamburg versucht weiterzudenken. Prof. Kerres hat hier einen schönen Vortrag gehalten, dessen Ergebnis für mich jedoch eher deprimierend aussah. Außer Absichtserklärungen und ersten Workshops ist quasi nichts passiert und wenn man viel Glück hat, werden Landesinitiativen gegründet, wie z.B. die Hamburg Open Online University. Man könnte das positiv sehen, da es jetzt endlich anfängt und E-Learning auch als Digitalisierung begriffen wird. Dies ist jedoch quasi Stand des Netzes von 2005. Das bedeutet, dass die Hochschulen immer noch nicht begriffen haben, was das Netz und die Digitalisierung ausmachen. Es wird immer noch klein klein gemacht, es wird sehr viel geredet und der Föderalismus steht konträr zur Digitalisierung. Internet bedeutet Geschwindigkeit und Vernetzung, aber wir fangen jetzt erst an, darüber nachzudenken was eine Strategie wäre, dabei können MOOCs ohne Strategie nicht nachhaltig funktionieren und OER hat auch nur einen Sinn, wenn man sie vernetzt benutzt. An den Weichen wird zaghaft gearbeitet, aber das Fundament bleibt unangetastet.

Und wie steht es um die Openness?

Wie auch immer Openness definiert wird, als Öffnung der Hochschule für den zweiten Bildungsweg z.B. über MOOCs oder als Anbieter freier Materialien z.B. OER, beides wurde wie immer nicht gelebt. MOOCs sind quasi nicht existent im deutschen Hochschulbereich, bis auf TU München, das HPI, FH Lübeck und mit Abstrichen TU9 und Leuphana und über OER wurde etwas geredet, aber wie immer nicht gelebt. Weder die Slides der Vortragenden, noch der Tagungsband und auch nicht die Videos (handwerklich wie immer sehr gut gemacht) sind als OER zugänglich. Hier wird erwartungsgemäß(?) kein Zeichen gesetzt, sondern es geht genauso langsam weiter, wie eh und je. Warum sollte man auch die Erkenntnisse der Forschung, dass OER u.a. qualitativ besser sind, selbst leben und vom Resharing oder Remixing will ich erst gar nicht reden. Da fragt man sich dann doch, wie das mit dem Konzept der Hamburg Open Online University vereinbar ist. Es ist halt wie immer, es wird sehr viel geredet aber weder gemacht und erst recht nicht gelebt.

Stagnation

Es tut mir leid und ich will diesen Beitrag nicht als Kritik der Campus Innovation sehen, denn für die Inhalte ist die Organisation nicht verantwortlich. Es geht mir um die Stagnation des  gesamten E-Learnings in Deutschland. Nach 15 Jahren muss doch langsam in der einen oder anderen Hochschule E-Learning mit Digitalisierung im Präsidium angekommen sein und es müsste doch ein oder zwei Leuchtturmprojekte in Deutschland sehen zu sein. Stattdessen wird eigentlich nur gezeigt, was nicht geht und es wird ganz viel gejammert. Die Erkenntnis jedoch, dass E-Learning nicht personengebunden ist, sondern institutionell betrachtet werden muss, darauf scheint nach dieser langen Zeit immer noch niemand zu kommen.

Das war mein Jahr 2015 – ein kleiner Rückblick

Das Jahr 2015 war ein unglaubliches Jahr und ich könnte jetzt Romane schreiben, um all das wiederzugeben. Vielleicht reichen jedoch auch ein paar Schlagworte, um es zu beschreiben und ich versuche es einmal.

Moodle, Moot und mooin

Der Start 2015 begann mit den drei Ms: Moodle, Moot und mooin. Anfang März hat Lübeck die Moodlemoot 2015 ausrichten dürfen. Ich durfte Moodle-Erfinder Martin Dougiamas treffen und wir diskutierten viel über die Zukunft von Moodle, die ich nicht so positiv sehe. Sehr wichtig waren aber auch die Besuche von Staatssekretär Fischer und von Martin Ebner, deren Ergebnisse erst in diesem Jahr zu sehen sein werden. Netzwerke sind unglaublich wichtig und 2015 war ein sehr großes Jahr dafür.

Auf der Moodlemoot hatten wir dann auch die Weltpremiere unserer MOOC-Plattform mooin. Was mooin für uns bedeutet, kann ich immer noch nicht genau sagen, aber die Entwicklung war genau der richtige Schritt zur fast noch richtigen Zeit. Ich persönlich denken, wir waren vielleicht 12 Monate zu spät, doch wenn ich die Roadmap der #hoou sehe, dann ist mooin ein Transrapid:-) mooin hat bei uns ganz viel geändert, vor allem im Verständnis der Digitalisierung der Bildung. Mit den MOOCs wird das E-Learning neu geschrieben, da es das erste richtig digitale E-Learning ist und kein Kompromiss wie das angebliche alternativlose Blended Learning. Mit mooin haben wir aber auch in Punkto Design (one-colum „Fat Media“), Videoquizzes und Badges Maßstäbe gesetzt und inzwischen auch mit OER.

MOOCs und OER

Dann kam der HanseMOOC, VideoMOOC, ichMOOC, pmMOOC, KLOOC und später noch der MarketingMOOC, CL20 und MOOC25. Jeder MOOC mit seiner Geschichte und mit neuen Erfahrungen.  Parallel kamen natürlich Vorträge und Veröffentlichungen und ich durfte meine erste externe Keynote in Graz halten :-) Im August kam dann noch die große Rundreise mit 10 Tagen in Würzburg, München und Berlin um bei der GMW, Delfi und dem Educamp ganz viel über MOOCs und OER zu erzählen. Denn so sehr die erste Hälfte des Jahres 2015 von den drei Ms geprägt war, kamen nun OER und Flüchtlinge in den Mittelpunkt.

mooin - Logo

Open Educational Resources

Im September waren wir mit unserem MOOC-Team quasi am Ende, denn 2/3 sind durch Krankheit ausgefallen und wir haben es gerade mal geschafft, die Plattform zu betreiben und mit den externen MOOCs (damit meine ich, wir haben keine Videos selbst produziert sondern „nur“ beraten) CL20 und MOOC25 noch zwei zu starten. Dafür kam jetzt aber das große Thema OER bei uns ins Haus. MOOCs und OER sind ein dynamisches Duo, wenn man MOOCs als Strategie betrachtet und nicht als einmalige Pilotprojekte. Das ist nebenbei gesagt auch der Grundfehler, fast aller deutschen E-Learning Projekte. Wir haben mit dem ichMOOC, dem pmMOOC und MOOC25 schon drei OER-MOOCs veröffentlicht und viele Teile vom VideoMOOC, MarketingMOOC und HanseMOOC sind auch CC BY. Das wir jedoch OER jetzt auch strategisch betrachten, ist ein Gesinnungswandel, der mich sehr erfreut. Das dies aber auch unmittelbar notwendig ist, um MOOCs z.B. für Flüchtlinge nachhaltig zu planen, sehen wir erst jetzt. Wenn man Kooperationen und Netzwerke ausbauen will, muss man schon beginn an alles als OER planen, sonst sind diese Projekte niemals nachhaltig zu betreiben. Parallel hatten wir einen schönen Workshop in Kaiserslautern #disco veranstaltet und planen das große #OERde16 für März 2016.

Refugees

Und dann kamen die Flüchtlinge und das dies eine große Chance für die Digitalisierung der Bildung muss man kaum erwähnen. Wir haben wieder mal schnell gehandelt (auch eine wichtige Erkenntnis aus dem Jahr 2015: Das Internet wartet nicht auf Dich) und unsere Integrations-Plattform online gebracht und schon erste Angebote verwirklicht. Wir haben mit der Kiron University ein fantastisches Meeting gehabt (bestes Gespräch 2015) und der Landtag war dreimal bei uns zu Besuch und im Februar startet unser MOOC #DEU4Arab in Kooperation mit Uni Marburg und Prof. Jürgen Handke.

Entscheidend ist aber auch hier, dass solche Krisen nur mit neuen Ansätzen und Technologien bewältigt werden können. Gerade Krisen zeigen die Probleme und ermöglichen Reformen.

Moodalis, Personal und die VFH

Das wichtigste zum Schluss, denn wir haben einen großartigen Schritt in unserer Infrastruktur gemacht. Wir haben das komplette Back-End von oncampus und der Virtuellen Fachhochschule neu aufgesetzt und zum Wintersemester gestartet. Daran haben wir ca. 4-5 Jahre entwickelt und der Start war erstaunlich problemlos, obwohl es natürlich viele Probleme gab. Es ist der dritte Launch vom Back-End seit es die VFH gibt. Die Leitung dazu liegt jetzt auch nicht mehr unmittelbar bei mir, sondern das Software-Team ist gewachsen. Seit 1.Dezember haben wir einen neuen Entwickler und zum Frühjahr suchen wir noch einen Admin und eine MOOC-Stelle hatten wir auch noch ausgeschrieben. In Lübeck arbeiten jetzt ca. 70 Leute und das wir quasi nebenbei noch mehrere neue Online-Studiengänge entwickeln und im nächsten Jahr neue Partnerhochschulen kriegen, merkt kaum einer. Das ist bei uns inzwischen fast Routine :-)

Im Team sind wir wirklich gut geworden. Die Zusammenarbeit zwischen Marketing (ich nenne das mal so) und der Technik, war einer meiner Schwerpunkte und da haben wir richtig gute Fortschritte gemacht. Social Media, SEO, CMS und Metatags müssen da ineinander greifen und parallel müssen die Texte und die Ansprache stimmen. Hier geht es vor allem um Teamarbeit und Interdisziplinarität und um das gegenseitige Verständnis und da sind wir in Lübeck sehr weit, wenn ich die neuen Kollegen richtig verstehe :-)

Resümee

Was soll ich sagen, das Jahr 2015 war toll und anstrengend, aber das Jahr 2016 wird wahrscheinlicher noch gewaltiger :-)

6 Milliarden Snapchat Views täglich zeigen das Recht auf Vergessen

Es ging durch die Presse. Snapchat hat täglich 6 Milliarden Videoaufrufe von 100 Mio. Nutzern und Facebook „nur“ 8 Milliarden von 1 Milliarde Nutzern (wir sprechen hier von täglich aktiven Nutzern und keine Leichen). Es zeigt wie unglaublich beliebt Videos sind und vielleicht auch, dass er die Hoheit über seine Daten haben will.  In Europa haben wir das umstrittene Recht auf Vergessen eingeführt, was aber natürlich wieder nicht wirklich funktioniert. Trotzdem zeigt die Nachfrage nach dem Löschen, dass viele Menschen ihre Daten gelöscht haben wollen.

Snapchat Logo

Snapchat Logo

Sind tägliche 6 Milliarden Snapchat Views das bessere „Recht auf Vergessen“ oder zeigt es nur den Narzismus der heutigen Gesellschaft und dem Verlangen, das alles ungestraft in „Anarchie“ gefahrlos ausleben zu können? Und wird jetzt Facebook die Timeline mit einer Art Selbstzerstörung ausstatten, frei nach Mission Impossible: „Dieses Foto wird sich nach 30 Sekunden selbst löschen.“. Der Erfolg von Snapchat zeigt, dass Software Anbieter vielleicht sogar besser „Das Recht auf Vergessen“ umsetzen können, als die Juristen und der Erfolg von Snapchat wird Google und Facebook sicherlich dazu bewegen, ähnliche Selbstzerstörungsfunktionen anzubieten. Das Internet heilt sich selbst :-)

Der Circle von Dave Eggers – Ein Versuch einer Kritik

Zwei Jahre ist das kontroverse Buch „Der Circle“ von Dave Eggers jetzt alt und immer noch brandaktuell. Es geht um eine IT Firma aus dem Silicon Valley namen „Der Circle“, die eine Mischung aus Facebook, Google und Twitter ist. Der Circle ist eine der beliebtesten Arbeitgeber der Welt, hat eine sehr offene transparente Unternehmenskultur, eine hervorragendes Gesundheitssystem und steht für rasanten Fortschritt mittels aller Daten dieser Welt. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau namens Mae, die dort neu anfängt und von Erfolg zu Erfolg eilt. Sie wird ein Social Media Star und hat Millionen von Followern in ihren Circles. Sie steht für die Offenheit und Transparenz und opfert selbst ihre Familie für diesen „Fortschritt“, den sie natürlich bitter bezahlen muss.

„Teilen ist Heilen“

Dave Eggers packt ein brisantes Thema an, was gerade in Deutschland sehr umstritten ist. Darf eine private Firma alles wissen? Was passiert, wenn eine Firma wirklich alles weiss und auch noch besser und schneller ist als der Staat, was ein Grundproblem der heutigen Demokratie ist? Darf man die Services dieser Firma nutzen, nur weil sie umsonst sind? Wie bezahlen doch mit unseren Daten. Das sind aktuelle Fragen, die sich jeder im Moment stellt, wenn er Google oder Facebook nutzt. Wir in Deutschland sind da sehr skeptisch und wir bestaunen die amerikanische Naivität. Die Amerikaner schütteln bei unserer „German Angst“ vor allem Digitalen nur mit dem Kopf und haben noch nicht einmal ein Wort für „Datenschutz“. Wer teilt tut Gutes, das ist das Motto vom Circle. Wer von seinen Partys, von seiner Freizeit berichtet, der lässt die Gemeinschaft teilhaben und meist kriegt man sehr viel mehr zurück, als man selber geben kann. Das ist die Grundphilosophie aller sozialen Netzwerke und Facebook hat weite über eine Milliarde Nutzer und ist damit extrem erfolgreich. Eggers überspitzt das Teilen und zeigt auch, was passiert, wenn man Krankheiten, Sexfilmchen oder ungefragt Geheimnisse teilt und hier bekommt das Buch Probleme.

„Alles Private ist Diebstahl“

Im „Der Circle“ werden unglaublich viele brisante Themen angeschnitten aber selten reflektiert ausdiskutiert. Die drei Weisen (die Firmengründer vom Circle) handeln wie ein binäres System. Es gibt keine Grauzonen. Man muss alles teilen, es muss alles offen sein, es gibt keine Privatheit. Und hier fehlt die nötige Gegenposition, denn natürlich braucht eine Beziehung Geheimnisse, wie soll man sonst seinen Partner überraschen und jeder hat in seinem Leben schon peinliche Momente erlebt, die keiner gerne erzählt. Ganz abgesehen von den ganzen Privatbereichen, die geschützt sein müssen, wie Frauenhäuser, Rechtsanwälte, Journalisten aber auch politische Verhandlungen, Forschung oder der gehasste Geheimdienst. Die totale Offenheit ist ein Mythos und keine Gesellschaft würde das akzeptieren, im Buch wird jedoch der Circle wie eine Sekte dargestellt, der alle folgen, selbst Politiker, Firmen, Künstler und Gewerkschaften. Es gibt keine Gegenstimmen und das macht das Buch unglaubwürdig. Die Gesellschaft ist in Wirklichkeit sehr viel weiter und auch Facebook, Google und Co, die hier heimlich auf der Anklagebank sitzen, würden dies nie einfordern, sondern ganz im Gegenteil. Alle Netzriesen haben in den letzten Jahren, dank der gesellschaftlichen Diskussion, auch dank dieses Buches und natürlich auch wegen Wikileaks und Snowden große Fortschritte gemacht.

„Geheimnisse sind Lügen.“

Bei vielen Sätzen aus dem Buch, muss ich an aktuelle gesellschaftliche Debatten denken, wie z.B. an TTIP, wo es keine Transparenz gibt und diese überall eingefordert wird. Hier ist das Buch sehr gut. Es zeigt auch die vielen Vorteile von Big Data, z.B. wenn man seine Krankenakte kennt oder wenn man verlorene Angehörige finden will oder neue Business Modelle, aber kaum wird die gute Seite gezeigt, wird auch schon mit dem Hammer raufgeschlagen. Dann werden naive Beispiele gebracht, wie der Verlust der Eltern oder ein banales Verbrechen wird als Überwachungsskandal ausgenutzt.

 

Der Circle von Dave Eggers

Dave Eggers – Der Circle (Quelle Kiwi Verlag http://www.kiwi-verlag.de/ifiles/cover/large/9783462046755.jpg)

Resüme

Dem Buch fehlen nicht nur die Grautöne, es fehlt auch Qualität. Insgesamt ist das Buch schrecklich langweilig geschrieben. Manche Sätze wirken so banal, als wären sie aus einem Schüleraufsatz geklaut. Einen Spannungsbogen habe ich nicht entdeckt und eine richtige Handlung auch nicht. Was „Der Circle“ wirklich will, bleibt im unklaren und das Buch kann sich nicht entscheiden, ob es eine Beziehung darstellen soll, eine Verschwörung oder die große Gefahr der digitalen Überwachung und so bleibt am Ende gar nichts richtiges übrig. Ich habe mich trotzdem tapfer 8 Wochen durch das Buch durchgequält, da sehr viele interessante Gedanken drin sind. Dave Eggers hat es wirklich geschafft, unheimlich in die nahe Zukunft zu blicken und viele Entwicklungen glaubhaft und dämonisierend darzustellen. Dazu muss man ihn uneingeschränkt loben. Trotzdem kann ich das Buch nicht weiterempfehlen und die Amazon Rezensionen und Wikipedia geben mir da auch recht.

Ausblick

Der Circle war trotzdem ein Riesenhit und wird natürlich verfilmt. Tom Hanks hat sich die Rechte gesichert und spielt neben Harry Potter Star Emma Watson die Hauptrolle. Der Film kann eigentlich nur besser werden, als das Buch. Die Story ist jedoch hochbrisant und aktuell. Dave Eggers hat in klein wenig das 1984 von George Orwell dreissig Jahre später wieder neu aufgelegt, was auch dringend nötig war. Hätte er bloss einen guten Lektor gehabt.

 

Facebook ist down und die Welt lästert

Man kann jetzt schön über Facebook lästern. Facebook ist down und jeder, der sich auf Facebook verlässt ist jetzt auf Gott verlassen. Alle Werbestrategien, Sociel Media Manger, Eventmanager und erst die ganzen Freizeitnutzer können nichts mehr machen. Sie sind arbeitslos, nur weil Facebook down ist und man hat auch gar keinen Anspruch für Haftung. das gleiche gilt jedoch auch für Strom und Straßen aber das ignorieren wir jetzt einmal. Kollateralschäden sind antürlich auch entstanden, denn das Single Sign On von Facebook ist natürlich auch weg und so konnte man sich auch nicht an zig Web 2.0 Diensten anmelden. Die Heise Forenschreiber, die sowieso schon immer gegen Facebook, Google und Co sind, fühlen sich jetzt bestätigt, doch man muss da auch einmal die andere Seite anschauen.

Single Sign On ist ein Standardverfahren in jeder Firma. Alle Systeme sollen mit einem Login verfügbar sein. Wer lästert nicht gerne gegen Telekom, Bundesbahn oder eigene Firma, wenn Supportforum, Wiki und Intranet verschiedene Logins hat. Wenn das LDAP weg ist, steht auch hier alles.

Das gleiche gilt für Eduroam an den Unis, Shibboleth, AAI und OpenID. Alles sind sogenannte Single Point of Failures. Das eine erhöht die Usability aber wir bezahlen mit erhöhtem Risiko bei einem Ausfall.

Und bei den Produktionsprozessen sieht es ähnlich aus, da nennt man es One-Source-Publishing und wenn die XML-Quellen für den mobilen und für die Standardwebseite weg sind, sind auch beide Auftritte nicht erreichbar. Das gleiche gilt für die On-The-Fly-Prozesse z.B. PDF- und ePub-Erzeugung und vom Warehouse mit einer Datenquelle (auch wenn sie redundant ist), will ich gar nicht erst anfangen.

Also Vorsicht mit der Kritik an Facebook, denn wir alle wollen diese Prozesse, aber wenn sie weg sind, ist der Schaden groß

Mein Leben als Juror beim MOTY16

Letzten Sonntag war das Finale vom MOOC Of The Year 2016 #MOTY16. Als einer der Initiatoren und als Juror möchte ich gerne ein paar Gedanken teilen, denn es war schwieriger als gedacht.

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

MOOC Of The Year 2016 #MOTY16

Angeregt durch Anja C. Wagners Beitrag, der mir irgendwie zu nett war, möchte ich auch noch einmal Selbstkritik üben, aber auch einmal zeigen, dass Jury-Entscheidungen sehr komplex sind. Im Finale waren drei berechtigte Finalisten, von insgesamt etwas enttäuschenden neun Bewerbungen. Alle drei hätten es verdient, gefördert zu werden. Was jedoch nicht kritisch gefragt wurde, warum hatten wir fast nur Hochschulthemen für das MOOC-Format gewinnen können. Ich glaube das ist die erste und mit wichtigste Frage, die viel zu wenig diskutiert wird. Es gibt viele MOOCs zu Projektmanagement, Geschichte, Politik und natürlich all diesen bildungsnahen Themen, wie OER, Soft Skills etc. Doch wir haben es bisher kaum verstanden auch andere Zielgruppen wie z.B. Freizeit oder Firmen oder auch Stiftungen und soziale Zielgruppen damit anzusprechen. Entweder ist das MOOC-Format dort noch unbekannt oder diese Gruppen verbinden ihre Themen nicht mit dem Format.

Die andere Frage ist, wie kann man ein Thema bewerten? Ist Mathe wichtiger als Programmieren? Geschichte wichtiger als Geologie? Und wären Minimalismus, vegane Ernährung oder die Gender-Debatte überhaupt förderwürdige Themen? Das kann man schlecht bewerten, doch irgendeiner musste es machen, denn es kann nur einen Sieger geben.

Dazu kommt noch der soziale Auftrag. Als Hochschule mit einem Förderprojekt hat man auch eine gesellschaftliche Vorbildfunktion und einen sozialen Auftrag. Hochschulen bilden nicht nur aus, sondern ich verstehe es auch als Vorbildfunktion. Wir sollten in Sachen freier Bildung voranschreiten und auch politisch relevante Themen aufgreifen. Hochschulen sind schon lange keine Elfenbeintürme mehr, sondern hier sollten die Eliten von morgen mit Werten und Normen versorgt werden. Wenn nicht die Hochschulen das machen, wer sollte es sonst tun? Und natürlich weiss ich, dass das alles immer zu wenig ist, trotzdem muss man anfangen.

Und warum jetzt der SozialMOOC?

Die Entscheidung war natürlich nicht einfach, denn handwerklich waren die anderen Bewerbungen sicherlich besser, aber wären das dann auch würdige Preisträger gewesen? Wir haben den SozialMOOC ausgewählt, da die anderen Finalisten es sicherlich auch alleine schaffen könnten, aber der SozialMOOC nicht. Das Thema war mit Abstand das interessanteste und brisanteste was wir bekommen haben und man muss einen MOOC immer als Teamwork sehen. Das bedeutet, wir können dem SozialMOOC wirklich helfen und die brauchen unsere Hilfe. Wir müssen an dem Konzept noch viel arbeiten, aber dafür sind wir da. Und insgesamt betreten wir mit dem Thema Neuland und wir wissen nicht, was passieren wird. Will man solche Projekte nicht haben? Langweilig können andere machen :-)

Sieger #MOTY16 mit Jury

Sieger #MOTY16 mit Jury

Im Nachhinein möchte ich anmerken, dass ich mich als Juror etwas überfordert gefühlt habe. Ich dachte, das wäre einfacher aber wir haben kurz und heftig diskutiert und haben das Potential und die gesellschaftliche Herausforderung prämiert, was aber vorher nicht in der Bewertungsmatrix vorgesehen war. Man muss allerdings auch anmerken, dass unsere Kriterien nur Vorschläge waren. Zum Glück hatten wir in der Jury eine sehr offene Kultur und waren uns einig. Ob wir es richtig gemacht haben, wird uns die Zukunft zeigen.

 

 

Mein Interview bei Fernstudium Infos über die Digitalisierung der Hochschulen

Passend zu unserem Vortrag bei der diesjährigen GMW „Massive Open Online Courses als Teil der Hochschulstrategie“ durfte ich diese Woche bei Fernstudium-Infos.de ein Interview zu MOOCs, mooin, LOOP und Videos geben. Es waren nur 20-30 Minuten geplant, doch das Gespräch ging fast eine Stunde. Ich habe am Ende noch einige provokante Thesen gesagt, die vielleicht zum nachdenken anregen. Das war nach 2011 schon mein zweites Interview mit Markus Jung und wenn ich das mal Revue passieren lasse, ist in den letzten vier Jahren eine Menge passiert.

 

EdChatDE Blogstöckchen Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung

Für den kommenden EdchatDE „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“ haben wir uns auch ein Blogstöckchen ausgedacht.

Aufgabe

Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

Schwierig zu sagen, neben den zig Informationsquellen aus G+, Facebook, Twitter, Blogs und Co, würde ich meinen beruflichen und privat nutzbaren Laptop nennen, die WordPress-Software dieses Blogs und das Barcamp Kiel (am kommenden Wochende).

Und was waren die letzten 3 Bildungsressources, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

Natürlich wieder mein Laptop, weil er ganz neu ist :-) Dann natürlich die Gebühren für meine Weiterbildung (ich sag nur Life Long Learning) und meine letzte Dienstreise zur eMOOC Konferenz in Mons.

Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Wenn man die Hardware einmal ausklammert, muss ich persönlich sagen, dass es keinen Unterschied macht. Alle Infos erhalte ich kostenlos und die meiste Software (Moodle, WordPress, YouTube, G+ und Co) kostet auch nichts. Selbst auf dem Apple MacBook brauch ich fast nur Chrome und GDrive und komme ohne MS Office aus. Als IT Leiter kann ich das sogar ergänzen, denn wir nutzen auch für unsere großen Systeme Linux, Moodle und Co und arbeiten schon an einer Exit Strategie für MS Office (was aber der Datenschutz noch verhindert).

Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Geld geb ich oft freiwillig aus, z.B. die re:publica App, Wikipedia Spende oder Crowdfunding (Schulbuch-o-mat oder Martin Lindners Buch Projekt). Für gute Software geb ich aber auch Geld aus, ist aber im Bildungsbereich eher selten z.B. Camtasia oder meine LieblingsApp für Präsentationen „Explain Everything“. Für Bücher geb ich nie Geld aus, da gibt es genug Tagungsbände und Bibliotheken. Freie Bildungsressourcen sind für mich immer besser, wenn ich sie öffentlich nutze, z.B. für meine Lehre, für Vorträge, für MOOCs oder Webseiten und Blogs. Also immer wenn ich öffentlich etwas mache, will ich freie Inhalte nutzen.

Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

Ja und zwar sehr viele. Ich habe den gesamten YouTube Kanal von oncampus administriert und viele Videos als OER online gestellt. Die beiden MOOCs Projektmanagement und „Das digitale Ich„auf mooin sind CC-BY und ich habe auch zwei LOOPs, nämlich den Schulbuch-o-maten und „Computerarchitektur und Betriebsysteme“ aktiv gefördert. Inzwischen sind auch alle meine Vorträge und die Slides OER und bei L3T hab ich auch ein Kapitel geschrieben.

Wie funktioniert ein Blogstöckchen

Auf einem Blog (in diesem Fall ist das das von Anja Lorenz und Andreas Wittke) werden Fragen gestellt und mindestens 3 andere Blogger dazu aufgerufen, eine Antwort in ihren eigenen Blogs zu verfassen.

Die Nominierten überlegen, wie denn eine richtige Antwort für sie aussehen könnte, und schreiben die Antwort in ihren eigenen Blogs oder in den Kommentaren dieses Blogs. Dann nominieren sie wiederum mindestens 3 Blogger u.s.w. Weil der Mensch ein Deadline-getriebenes Wesen ist, gibt es hierfür eine Deadline: der 24.08.2015.
Die Initiatoren (das sind wieder wir) sammeln die Antworten zusammen, erstellen eine Übersicht und eine kleine Zusammenfassung. Bitte verlinkt also diesen Beitrag in Euerm Blogbeitrag, damit wir via Pingback informiert werden und/oder benachrichtigt uns via Twitter, G+, E-Mail, Telefon… (bitte kein Fax). Wir wollen das bis zum 25.08.2015 schaffen – das ist sportlich und das wissen wir. Aber wir tun es ja für eine gute Sache: den #EdchatDE zum Thema „Ist Geiz geil? – Kostenloskultur in der Bildung“.

Und nun zu meinen Nominierten:

  • Elke Lackner, weil sie schon beim HanseMOOC als Botschafterin so geglänzt hat und eine super engagierte Bloggerin ist
  • Oliver Tacke, weil er gerade ein Biker geworden ist und wir zusammenhalten müssen (so viele Biker gibt es nicht im Edu-Bereich)
  • Christian Spannagel, weil er auch nie Zeit hat und trotzdem fleissig Festival-Bändchen sammelt :-)

DER 93. #EDCHATDE: IST GEIZ GEIL? – KOSTENLOSKULTUR IN DER BILDUNG

MOOCs, OER und andere kostenlosen Bildungsangebote stehen einem teils etablierten, teils aber auch hart umkämpften (Weiter-)Bildungsmarkt gegenüber. Dabei gilt aber nicht generell “Bildung muss frei sein und darf nichts kosten” – denn sie kostet etwas. Diejenigen, die als Bildungsdienstleister kostenpflichtige Angebote schaffen, aber auch diejenigen, die MOOCs und OER produzieren und kostenlos bereitstellen, müssen ihre Miete bezahlen, etwas essen etc. Durch die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung können viele Leistungen, die früher nur durch Verlage, Designer oder andere Experten realisiert wurden, direkt von den Lernenden umgesetzt werden. Auf der anderen Seite schätzen wir professionelle Trainer und gut gemachte Lehrmaterialien – aber wie viel bezahlen wir dafür, gerade weil es uns so erscheint, als könnten wir mit den in Wikipedia, Youtube oder MOOCs verfügbaren Informationen den Lerngegenstand auch kostenlos erschließen?
geizgeil

DIE FRAGEN

20.05 Uhr
F1: Geschenkt ist noch zu teuer. Warum haben sich #OER noch nicht durchgesetzt? #EdchatDE

20.10 Uhr
F2: Die Masse will es, aber der Einzelne muss es machen. Wo ist die #OER-Crowd? #EdchatDE

20.15 Uhr
F3: Was nix kostet ist nix wert? Wer bezahlt (für) #Bildungsresourcen? #EdchatDE

20.20 Uhr
F4: #Crowdfunding, #Flattr und andere Spenden – Wofür gebt ihr gerne? #EdchatDE

20.25 Uhr
F5: Verderben #OER den Weiterbildungsmarkt? Will denn keiner mehr zahlen? #EdchatDE

20.35 Uhr
F6: Womit punkten kostenpflichtige Angebote? Müssen wir was ändern? #EdchatDE

20.40 Uhr
F7: Was würdet IHR für einen Dienstag #EdchatDE ausgeben? #EdchatDE

20.45 Uhr
F8: Welche Anregungen, Fragen hast du sonst noch zum Thema „Kostenloskultur in der Bildung“? #EdchatDE

DIE VORBEREITUNG

Zur Vorbereitung gibt es dieses Mal ein Blogstöckchen. Was das ist und wie es funktioniert, erfahrt Ihr am Mittwoch um 10.00 Uhr auf den Blogs von Anja Lorenz und mir hier.

DER #EDCHATDE

…mit diesen Fragen findet am Dienstag, dem 25.08.2015 um 20:00 Uhr statt. Natürlich auf Twitter 😉