Das war die eMOOCs 2015 – Ein Rückblick mit Ausblick

Die eMOOCs ist die größte europäische MOOC-Konferenz und findet jährlich an verschiedenen Orten in Europa statt. 2014 war es Lausagne und dies Jahr war es Mons in Belgien. Meine Kollegin Anja Lorenz und ich haben dort unsere MOOC-Plattform mooin präsentiert und noch einiges mehr.

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eMOOCs 2015 Konferenz

eMOOCs 2015 Konferenz

Eigentlich wollte ich die Konferenz hier verreißen, denn es gab genügend Gründe für berechtigte Kritik, aber heute hat die Sonne geschienen und ich bin milde gestimmt:-)  Ich denke oft, eine gute Konferenz auszurichten ist relativ einfach. Man braucht eine gute Homepage mit einer Anfahrtskizze und dem Programm, dann sind guter Kaffee und Kekse/Obst wichtig und dann technisch muss WLAN laufen und es sollten Steckdosen da sein. Was auch immer in Mons passiert ist, sollte daher vergessen werden und das WLAN hat wirklich gut funktioniert.

Da Anja Lorenz schon einen Rückblick geposted hat, will ich mich daher auf ein paar Eindrücke und Gedanken konzentrieren. Zum einen habe ich das Gefühl, dass die MOOCs noch sehr am Anfang stehen und viele Möglichkeiten noch gar nicht gesehen werden.

Die meisten MOOC Projekte werden von Universitäten für deren Studenten gemacht. Aber was sollen z.B. Hochschulen wie Lübeck machen, wo die gesamte Studentenzahl keine 5.000 sind. Für uns machen MOOCs mit der studentischen Zielgruppe kaum Sinn bzw. wenn wir diese anbieten, dann sind die MOOCs nicht mehr Massive. Da kommt die zweite große Ernüchterung bzw. Erkenntnis aus Mons zum tragen, denn viele MOOCs sind nicht vierstellig und fünfstellig erst recht nicht. Wer also denkt, man renne ihm die Bude ein, wenn er einen MOOC macht, täuscht sich sehr, denn viele MOOCs haben deutlich weniger als 1.000 Teilnehmer.

Zum Glück wurde auch kaum über Geschäftsmodelle berichtet, dafür gab es aber von Darco Jansen einen tollen Überblick über die Unterschiede zwischen EU und USA u.a. haben wir hier halt keine Studiengebühren und daher machen auch MOOCs für Geld bei uns wenig Sinn.

Allerdings haben wir in Lübeck hier dann ein neues Problem, denn wenn wir MOOCs nicht für Studenten anbieten, wie z.B. den VideoMOOC dann haben wir im Hochschuletat dafür natürlich kein Geld. Also wir brauchen ein Geschäftsmodell, aber dazu Ende des Jahres mehr :-)

Wir haben dann mit unserem Vortrag wohl ein kleines Highlight bei der Konferenz gesetzt, denn wir hatten viele gute Fragen bekommen und wirklich viel Feedback auf Twitter und Co.

 

Das wahre Highlight war aber die Verkündung vom MOOChub, den ich letzte Woche schon gebloggt hatte. Wir haben bei der Slide sogar Applaus bekommen, dass erlebt man selten.

Zum Abschluss haben Martin Ebner und ich sogar noch ein kleines Statement als Video aufgenommen.

Denn nächstes Jahr ist die eMOOCs in Graz zu Gast und danach geht es in die Hauptstadt Spaniens.

Man merkt hier schon, dass MOOCs wohl keine Hype-Blase sein werden. Wenn über 50% aller Unis in der EU MOOC-Aktivitäten planen, wird sich etwas größeres ändern. In Deutschland passiert auch sehr viel, dass haben mir die viele Einzelgespräche gezeigt, denn wir waren natürlich nicht alleine da. Außerdem kriegen wir, als auch iMooX, andauernd neue Anfragen und Ideen für neue Projekte. Wir sind mit den MOOCs immer noch am Anfang einer sehr langen Entwicklung. Das MOOCs funktionieren würde ich inzwischen als bewiesen sehen, die Frage ist dabei immer nur, wie gut werden sie noch werden. Interessant, und das wird meiner Meinung nach immer noch viel zu selten laut gesagt, ist der Ansatz, dass MOOC das erste Voll-Digitale-Angebot einer Hochschule ist. Zum ersten mal wird voll digital gearbeitet ohne den Blended Learning Kompromiss und das erweitert die Möglichkeiten ins Unendliche. Die Zukunft ist schon da, nur nicht bei jedem.

MOOChub – iMooX und mooin gründen neues MOOC-Netzwerk

Auf diesen Beitrag freue ich mich seit 8 Wochen. Die MOOC-Portale mooin und iMOOX rücken zusammen und gründen gemeinsam den MOOChub. Was ist der MOOChub? Das ist ganz einfach und ich zitiere uns selbst:

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“Der MOOChub ist der Zusammenschluss verschiedener MOOC-Portale von Hochschulen mit dem Ziel Synergien zu nutzen und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine breitere Vielfalt an Kursangeboten zentral anzubieten.

Die vorrangige Idee ist sehr einfach:

Um den Zugang zur Bildung zu erleichtern bieten alle Mitglieder im MOOChub ebenso sämtliche MOOCs der anderen Mitglieder auf ihren Plattformen an.”

 

Ab heute verlinkt also die Lübecker MOOC-Plattform mooin alle iMooX-Kurse und in den nächsten Tagen folgt das Grazer MOOC-Portal iMoox und verlinkt unsere Kurse. Der Grund ist klar, denn die Kunden wollen eine zentrale Stelle haben, wo man alle Kurse findet und das ist aber nicht nur Google, sondern auch die Kursportale selbst. Die meisten MOOC-Portale denken aus ihrer Sicht und wollen Kunden halten und verweisen natürlich nicht auf die Konkurrenz. Hochschulen haben hier Vorteile, denn wir könnten aus der Sicht des Kunden denken, denn dieser will Kursangebote haben und zwar alle auf einen Blick. Ihm ist es egal, von wem das Angebot kommt und wir haben im Moment auch keine Konkurrenz-Angebote sondern nur ergänzende. Wer “Gratis online lernen” belegt hat, könnte sich z.B. auch für “Das digitale Ich” interessieren und wer den HanseMOOC besucht hat, gefällt vielleicht auch “Graz die smarteste City”. Kurz gesagt unsere Synergie-Effekte sind extrem hoch und wir haben inzwischen verstanden, dass wir gemeinsam besser sind als jeder allein.

Der MOOChub ist daher ein Anfang einer vielleicht größeren Idee. Wer MOOCs macht, merkt sehr schnell, dass man viele Dinge z.B. Anerkennung, Logins, Zertifikate, Marketing oder auch Veranstaltungen nicht nur alleine machen kann.

“Unser Leitspruch ist: Bildung für alle und noch viel mehr.”

Wir haben jetzt unkompliziert gestartet, zum Glück ohne große Bürokratie und viel Abstimmung. Wir beide denken sehr ähnlich, denn zuerst kommt das machen und nicht das reden. Die Möglichkeiten eines MOOChub haben wir alle noch nicht zu Ende gedacht, aber so ist es bei allen Internet-Projekten. Man startet einfach mit einer Idee und schaut, was dabei rauskommt.

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Martin Ebner mit mooin Logo auf der eMOOCs 2015 in Mons, Belgien

Ich persönlich finde die Idee fantastisch und wir haben seit heute doppelt so viele Kursangebote im Portfolio als zuvor und das ist eine Win-Win-Win-Situation für alle. Wir haben mehr Kunden, iMooX hat mehr Kunden und die Kunden als dritte und wichtigste Partei, hat mehr Kursangebote. MOOC-Herz was willst du mehr :-)

Und wenn wir uns irren und die Digitalisierung noch gewaltiger kommt?

Ein paar Gedanken und Erlebnisse der letzten 10 Tage haben selbst mich ins Denken gebracht, dass der digitale Sturm doch viel größer und viel schneller sein könnte, als ich es je vermutet habe.

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Angefangen hat es mit dem bekannten re:publica Video, was ich schon letzte Woche verlinkt hatte:

Hier beschreiben 16jährige ihren Medienkonsum u.a. schauen die eigentlich gar nicht mehr Fernsehen und der gute Richard Gutjahr hat dann auf Facebook auch einmal gefragt, wie man den TV schaut und kaum einer schaut dort noch linear, also zeitgleich wie die Ausstrahlung TV. Die einzigen Ausnahmen sind Sport und anscheinend #Tatort . Parallel hab ich etliche Bekannte gefragt und viele Eltern konnten das bestätigen (meine elfjährige Nichte schaut gar kein Fernsehen mehr und alle aus ihrer Klasse auch nicht, aber auf YouTube Schminktipps) andere wussten allerdings nicht einmal, was ich meinte. Ich habe das Gefühl, das die Digitalisierung auch immer mehr die Gesellschaft spaltet.

In Amsterdam soll man die Van Gogh Ausstellung angeblich nur mit Online Tickets besuchen können (wurde mir berichtet, ich konnte das im Netz nicht überprüfen). Damit sind natürlich offliner ausgeschlossen, was mich zuerst verwundert hat, aber umso länger ich darüber nachdachte, umso besser gefiel mir die Idee. Das Museum kann natürlich über Smartphones die Besucherströme viel besser steuern und dadurch die Auslastung besser verteilen und Wartezeiten minimieren. Dazu kommt aber auch noch, dass man keine Headsets mehr braucht (Apps plus Smartphones ersetzen die) und auch Beschreibungen und sogar diese Multimediakisten, die immer kaputt sind, gehören dank BYOD der Vergangenheit an. Man muss “nur” radikal auf die Smartphones setzen und Online-Only sagen, dann hat man richtige Vorteile. Mischlösungen mit Papier und offline-Versionen erhöhen jedoch radikal die Kosten und erschweren auch Planungen.

Als letztes Mosaiksteinchen wurde über unseren VideoMOOC gebloggt und schön dargestellt, dass bei 1400 Teilnehmern ungefähr 140 VHS-Kurse ersetzt wurden (wobei man das natürlich nicht 1 zu 1 umrechnen darf). Sind MOOCs disruptive Kursangebote? Das könnte sein, wenn die weiterhin kostenlos angeboten werden, was ich aber nicht glaube. Trotzdem werden diese Kurse natürlich viel billiger sein, als vergleichbare Präsenzangebote und darüber kann man trefflich diskutieren, doch die Antwort wird der Markt geben und unser VideoMOOC hat wahrscheinlich jetzt schon mehr Kursteilnehmer als alle Lübecker VHS-Videokurse zusammen (falls es die überhaupt gibt).

Zusammenfassung

Was mich jetzt wieder zu Überschrift bringt. Viele, sogar sehr viele Menschen diskutieren darüber ob sich durch die Digitalisierung überhaupt etwas ändert bzw. sie merken sie nicht und andere behaupten es ändere sich alles. Viele versuchen die Entwicklung per Verbote aufzuhalten, man schaue sich nur die WLAN-Verbote in den Schulen an oder das Leistungsschutzrecht. Das kann sicherlich eine zeitlang funktionieren, aber der Druck wird ja immer höher, das sieht man jetzt u.a. bei der Störerhaftung, die bestimmt noch zweimal reformiert werden muss, bis sie funktioniert. Ich denke inzwischen, dass das Ganze wirklich sehr viel radikaler wird, als wir alle denken. Wenn ich persönlich sehe, dass ich seit Jahren keine CDs mehr brenne und auch keine USB-Sticks mehr nutze. Ich kaufe ungefähr zwei Zeitschriften im Jahr und das letzte Buch ist bestimmt ein Jahrzehnt her (aber die Stadtbibliothek nutze ich noch mit analogen Büchern, weil es nicht anders geht). Was wird aber passieren, wenn diese Smartphone-Generation in die Hochschulen kommt bzw. anfängt zu arbeiten und es wird nicht lange dauern, dann haben diese Kids Führungspositionen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in 20 Jahren noch so etwas wie Fernsehsender geben wird und Zeitschriften werden auch verschwinden. Das kann gar nicht anders sein und wenn ich dieses Blog dann noch habe, kann mich jeder an meine Worte erinnern :-)

 

Alle sechs Jahre wieder – Die re:publica

Ich war dies Jahr nach sage und schreibe sechs Jahren mal wieder auf der re:publica in Berlin. 2009 hab ich schon einmal darüber gebloggt und das war recht kritisch ausgefallen aber dies Jahr war es besser, zwar nicht so viel besser, aber immerhin so gut, dass ich in spätestens sechs Jahren wieder dort sein werde:-)

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Ich will jetzt gar nicht die einzelnen Sessions beschreiben, die ich mir angeschaut habe. Die Highlights ergeben sich aus den Klickzahlen auf YouTube und den Erwähnungen auf Twitter :-) Die Highlights waren für mich auch eindeutig die Stars wie Gunter Dueck und Reed Hastings und unseren Astronauten Alex Gerst habe ich nicht live gesehen, aber es soll sehr schön gewesen sein.

 

 

Inzwischen gibt es bei der re:publica auch einen Learning Track. Ich meine der wurde re:learn genannt und hat sich thematisch eher an Schulen und nicht an Hochschulen orientiert. Ich habe diese Tracks gemieden, da ich genügend E-Learning Konferenzen besuche und mich seit jeher eher Randgebiete interessieren. Einen recht guten Überblick gibt es jedoch hier und hier, für alle die es näher interessiert. Ich habe mir inzwischen zwei interessante Videos angetan:

und sehr lustig auch dieser jugendliche Blick auf das Internet, was voller lustigen Aussagen ist, die man sofort tweeten könnte:

Typisch war dabei, dass die letzte Session nicht im re:learn Track war sondern in der Media Convention. Hier wird es jetzt auch spannend, denn ich habe mich bestimmt zu 50% auf der Medie Convention rumgetrieben. Dort ging es um YouTube, um Videos, Geschäftsmodelle und Statistiken. Es ging halt darum, wie sich die Gesellschaft im Medienkonsum ändert und da sind die Medienhäuser natürlich viel weiter als die Hochschulen.

Technisch und organisatorisch war ich von der “neuen” re:publica begeistert. Über 6.000 Teilnehmer auf ca. 15 Bühnen dazu Essen, Musik, Kleinkunst, Krabbelgruppe und Musik. Die große Stage 1 hatte ca. 4 Kameras und teilweise wurde in Echtzeit untertitelt und übersetzt. Das ist schon ganz großes Kino. Das WLAN hat trotzdem nicht richtig funktioniert, zwar war es fast immer da, aber sehr langsam.

Ich hatte noch vier geschäftliche Termine, was praktisch war und ich habe natürlich etliche Kontakte erneuert bzw. sie wurden endlich einmal analog. Sehr schön, wenn man sich nur über G+ oder Twitter kennt.

Trotzdem fand ich die re:publica nicht den absoluten Hit. Viele Sessions waren schlecht, entweder schlecht vorgetragen oder es gab auch erstaunlich viele technische Probleme bei den Vortragenden, was bestimmt an den Apple Geräten lag, die flächendeckend eingesetzt wurden. Das war für viele Redner unbekannt und es gab auch viele Folien mit Multimedia-Inhalten in Powerpoint und die wurden bestimmt auf Windows geschrieben und liefen dann nicht auf Apple OS. Wie sagte der eine: “Wir sind vor vor 45 Jahren auf den Mond geflogen aber wir schaffen immer noch keine Präsentationen mit Videos und Sound.” Und natürlich waren auch viele Themen für mich uninteressant, dafür gab es aber sehr viel Auswahl. Im Gegensatz zu den E-Learning-Konferenzen, wo ich meist gar nicht weiss, wo ich überhaupt hingehen soll, ist es bei der re:publica eher so, dass ich keine Zeit für Treffen, Essen oder Pausen habe, da es so viele interessante Vorträge gibt.

Was ich vermisst habe, waren Sessions zur Bildung insbesondere MOOCs. Dazu gab es nur einen einzigen Vortrag und der hatte MOOC nur als Werbung im Titel. Auch das Thema Lifelogging hatte ich nicht wahrgenommen, dafür aber sehr viel Wearable-Technology oder auch Fashion-Tech. YouTube war sehr präsent und Video ganz allgemein auch, aber ich habe überhaupt nichts von Vimeo oder iTunes gesehen. Google, YouTube und auch IBM waren als Aussteller vor Ort, aber weder Amazon, Apple oder Microsoft hatten Stände oder Vorträge. Dafür war aber die Politik vertreten und mit Olaf Scholz sogar ein Landesfürst.

Würde ich noch einmal hinfahren? In spätestens sechs Jahren ja definitiv, vorher vielleicht nur, wenn ich selbst einen Talk halte. Dafür brauch ich aber ein freshes todesaktuelles Thema:-)

 

 

 

 

Revolution oder Evolution

In letzter Zeit geistert ein neues Video durch die sozialen Medien, was ziemlich positiv bewertet wird. Ich finde die ersten 5 Minuten allerdings ziemlich schlecht und man könnte fast bei jedem Satz ein Gegenbeispiel nennen.

Die Bildung ist keine Wissenschaft für Ingenieure. Das hab ich inzwischen leidgeprüft lernen müssen. Für mich ist es inzwischen eine “Es kommt darauf an” – Wissenschaft Disziplin (dafür krieg ich bestimmt wieder Ärger). Im Video wird anfangs behauptet, dass u.a. Videos bzw. Animationen keinen messbaren Mehrwert ergeben und daher weggelassen werden können. Ich vermute genau das gleich gilt sicherlich auch für Tafel und Kreide und auch für das Papier, den Beamer und selbst diese gerollten Karten (gibt es die eigentlich noch?). Die haben bestimmt den gleichen messbaren Lernwert, wie Google Earth, denn auf beiden finde ich den Atlantik :-)

Darüber kann prima diskutiert werden, was wir auch liebend gerne machen. Was ich aber spannend fand, sind die letzten beiden Minuten von dem Video, wo die ersten fünf relativiert werden.

Revolution oder Evolution

Revolution oder Evolution

Hier wird plötzlich von einer Bildungsevolution gesprochen und das fand ich spannend. Wie lange brauchen eigentlich Revolutionen, bis sie zu Ende waren? Bei Staaten ging es relativ schnell, siehe unsere DDR oder Jugoslawien, aber bei Gesellschaften dauert es ewig oder sie die Franzosen mit ihrer “Egalite” inzwischen fertig? Und haben wir mit der Gleichberechtigung nicht auch noch einige Probleme?

Was erwarten wir denn von einer Bildungsrevolution? Gehe ich heute ins Bett und morgen wird aus dem Klassenzimmer ein ein Flipped Clasroom mit BYOD Schülern und Smartboards mit App-Unterstützung? Alle Schüler können mit den Geräten umgehen und Lehrer natürlich auch?

Nein eine Bildungsrevolution wird es durch die Digitalisierung nicht von heute auf morgen geben. Allerdings ist das Tempo der Veränderungen doch beachtlich. Wer sucht heute noch als erstes im “Meyers Universal Lexikon” oder schaut im Oxford Dictionary nach? Die Rechtschreibung kontrolliert entweder Google oder Office (auf jeden Fall im Büro, in der Schule gilt der gedruckte Duden) und navigiert wird per Navi oder Smartphone und nicht per Klappkarten von Falk. Ich will sagen, dass es hier langsam aber stetig zu einer Bildungsevaluation kommt, die man sehen kann, wenn man sie sehen will. Denkt immer daran, dass Google gerade seine Lehre als Sechzehnjähriger angefangen (Google ging Sep. 1998 online) hat und die großen Sachen erst noch kommen werden.

Im späteren geschichtlichem Kontext werden wir sicherlich von einer Revolution sprechen, aber heute sehen wir eher viele kleine Schritte, die überall etwas ändern, aber das Große Ganze ist nicht so leicht zu ändern und wird ein Generationskonflikt sein. Schaut Euch aber selbst das Video an und vielleicht gefallen Euch ja die ersten fünf Minuten auch :-)

 

Computertexte inzwischen so gut wie die menschliche Feder

Auch wenn es viele nicht glauben oder hören wollen, Computertexte sind in den ersten Teildisziplinen inzwischen mindestens gleichwertig zu menschlichen journalistischen Texten. Ist das das Ende oder der Start von einem neuen Zeitalter von Textinformationen?

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Ich habe schon letzte Woche sehr begeistert vom Frankfurter Tag des Online-Journalismus geschrieben. Der Journalismus hat schon heute die Probleme, die Hochschulen erst morgen haben werden. Lösungen haben die Verlage auch noch nicht und die meisten sind wohl überglücklich, dass es die GEZ gibt und damit nicht nur die Arbeitsplätze sondern auch die Qualität gerettet ist. Leider schützt aber öffentliche Finanzierung auch vor Innovation, und auch hier sind Unis und die Öffentlich Rechtlichen wieder sehr vergleichbar.

Eine der interessantesten Vorträge war dabei der Roboterjournalismus bzw. Computertexte. Texte werden heutzutage schon in vielen Teilbereichen von Computern generiert/geschrieben. Mir war dies noch gar nicht bewusst, aber für Standardinformationen wie z.B. Sportinformationen (Spielberichte von Regionalligen oder tiefer), Wetterberichte, Horoskopen oder Börsenberichte werden heutzutage schon Computer genutzt und keiner merkt den Unterschied.

Selbst bei den drei Beispielen im Video, waren sich die Fachjournalisten uneinig (man kann sogar von 50/50 sprechen), welcher Text vom Menschen kam und welcher vom Computer. Die Qualität ist schon heute erstaunlich gut und wird natürlich jeden Tag besser. Die Eindrücke vom Vortrag wurden gerade von einer Studie bestätigt. Die Glaubwürdigkeit eines Artikels war beim Leser hier nur noch subjektiv, anhand der Angabe eines Autors, vorhanden. Wenn nur der Text betrachtet wurden, haben die Computer-Texte eine höhere Glaubwürdigkeit beim Leser erzeugt, als die Journalisten-Texte.

Die Ergebnisse sind für mich beeindruckend und man fängt unbewusst sofort an, die Zukunft der Literatur in Frage zu stellen, was natürlich noch(?) Blödsinn ist. Natürlich werden Computer keine Romane schreiben, aber was wird mit Grundlagen sein? Können Computer bald Mathe- oder Physik-Bücher schreiben oder auch nur aktualisieren? Und wenn Computer schon Artikel schreiben können, wie kann diese Automation weitergehen? Gerade die Diskussion bei den MOOCs wird sich dadurch weiter verschärfen und ist diese Diskussion dann emotional oder rational? MOOCs sind heute schon sehr hoch automatisierte Kurse und dieser Trend, wird mit gleichwertiger Qualität sogar noch weitergehen, auch wenn das viele nicht gerne hören wollen.

Kollege Computer  (Quelle Pixabay http://pixabay.com/de/teenageralter-roboter-zukunft-629046/ )

Kollege Computer (Quelle Pixabay http://pixabay.com/de/teenageralter-roboter-zukunft-629046/ )

Ich denke auch hier, dass wir erst am Anfang einer unglaublichen Entwicklung sind. Viele Konservative werden dem Neuen mit Vorsicht begegnen und natürlich darauf hinweisen, dass dies das Ende vom Abendland sein wird und die Early Adaptor, wo ich mich auch einordne, werden gar nicht früh genug damit anfangen können. Mit den Wetterberichten und Horoskopen fängt es an, aber wie im Video schon angedeutet wurde, man könnte heute schon 50% einer Tageszeitung vom Computer schreiben lassen und an diesem Punkt würde auch ich, Angst um meinen Job bekommen. Zum Glück blogge ich nur privat und bitte vertraut mir, dieser Text wurde von mir und nicht von meinem Smartphone geschrieben :-)

 Update:

Auch die Süddeutsche Zeitung hat einen kleinen sehr respektvollen Artikel über die hohe Qualität vom #Roboterjournalismus in Sportartikeln geschrieben, wo der Kollege Computer hervorragend abgeschnitten hat.

 

Was haben MOOCs und Online-Journalismus gemeinsam und warum scheitert Blended Learning?

Was haben MOOCs und Online-Journalismus miteinander zu tun? Ganz einfach, sie haben die gleichen Problemfelder und gehen konsequent vielleicht sogar radikal in eine neue Richtung.

tl;dr

Ich hab schon sehr viel vom Scheitern des E-Learning gelesen, damit ist aber immer das Blended Learning gemeint gewesen. Das fatale dabei ist, dass beim Blended Learning analoge Konzepte, digital nacherzählt wurden. Sie bleiben aber dennoch analog, das sieht man an den PDFs und dem Wunsch alles auszudrucken um es dann “mobil” mitnehmen zu können. Das funktioniert aber nicht. Es ignoriert die Möglichkeiten des Netzes (Video, Audio, Interaktivität und vor allem die Hyperlinks) und vor allem ignoriert es den Kunden. Der Journalismus steckt da in dieser Zwischengeneration fest, denn die analogen Konzepte funktionieren nicht mehr und die digitalen sind noch nicht soweit, dass sie funktionieren. Fakt ist, dass jeder Verlag massiv Kunden und Auflagen verliert.

Bei den Hochschulen ist dies vergleichbar, auch wir sitzen fest. Das Allheilmittel der Digitalisierung, nämlich das Blended Learning als Kompromiss-Lösung, funktioniert bekanntlich nicht wirklich, aber es ist besser als nichts. Wir stecken da fest, denn bis auf ein paar Einzelprojekte tut sich nichts großartiges. Das liegt meist daran, dass auch hier analoge Konzepte einfach 1:1 digital umgesetzt werden. Man könnte das Blended Learning gut mit den analogen Zeitschriften wie Spiegel und Stern vergleichen. Man nimmt die gleichen Inhalte und stellt sie online. Immer noch eine verdammt gute Rendite und alles funktioniert, aber irgendwie wird hat man das Gefühl, dass wird nicht mehr lange halten.

Einige Verlage handeln und bauen ihre Online Portale aus, wie bei Bild und Spiegel-Online zu sehen ist. Modernes Storytelling, große mediale Elemente und inzwischen sogar eigene Video-Bereiche. Die Bild hat Premium Content mit der Bundesliga und wer kennt Spiegel.TV noch nicht? Beide Portale sehen den Text nicht mehr als Leitmedium, sondern als Ergänzung. Einzelne Leuchtturmprojekte werden geboren und anschaulich erzählt dieses Video, den Leidensweg des Online-Journalismus.

Die Hochschulen machen dies ähnlich und nennen die Leuchtturmprojekte dann MOOCs und jetzt wird es interessant. Auch wir merken überall, dass es mit dem alten Blended Learning so nicht richtig funktionieren kann. Wir schreiben immer noch Bücher (PDFs) und sind arrogant davon überzeugt, das das so weiterhin funktionieren muss, da es schon immer so war und unsere Rendite stimmt ja auch. Es kommen immer noch Studis an die Hochschulen und kriegen das Material wie vor 100 Jahren und bei Beschwerden machen wir es uns sehr einfach und sagen: Das liegt entweder an der Bologna Reform oder die Jugend wurde schlecht ausgebildet oder die Kids können sich dank Smartphones einfach nicht mehr konzentrieren. Was wir, und das ist der Unterschied zu den Verlagen, uns aber leisten können, wir müssen die Bedürfnisse der Kunden nicht erfüllen. MOOCs zeigen uns aber einen alternativen Weg, der aber noch neu und offen und anfällig für Kritik ist. Wir wissen alle noch nicht wie die Lehre der Zukunft aussehen wird, aber wir sollten auch alle inzwischen erkannt haben, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann.

Heute wollen die Kunden/Studis keine analogen “long Reads” mehr haben, denn sie wissen dank Snapchat, YouTube, Twitter und Co, dass es auch anders gehen kann. Und wie die Verlage ignorieren auch die Hochschulen diese Erkenntnisse und setzen dem Kunden/Studi einfach das PDF/Tafelbild vor und sagen, dass hat bei mir auch so funktioniert und Qualität kommt von Qual, also arbeite das jetzt durch, sonst kriegt man den Schein nicht.

Wir predigen immer noch das analoge serielle Buch als ideal der Wissensform, obwohl wirklich inzwischen alle (Buzzfeed, Facebook, Google, Spiegel, Coursera, ich :-) ) sagen, dass Video die Erzählform Nummer eins ist. Der Kunde will Videos haben und Bilder, aber wir geben ihm entweder unvertonte Powerpoint Slides oder halt PDFs oder noch schlimmer: Buchempfehlungen.

Die Crux an der Sache ist jedoch, dass wir immer noch denken, dass Inhalte von einem Fachexperten geschrieben(!) werden. Auch hier haben die Verlage und die Hochschulen die gleichen Probleme, denn ein wahrer Journalist recherchiert selbst, schreibt “long reads” und lässt das evtl. noch Korrektur lesen. Online-Journalisten sind Sekundär-Journalisten und duften lange nur Zweitverwertungen durchführen.

Inzwischen jedoch, und auch hier wird es spannend, rüsten die Medienhäuser auf:

Die Washington Post hat nach der Übernahme von Jeff Bezos die Angestellten nicht gekürzt, sondern um 100 neue Kollegen erhöht, aber davon waren fast 50 Techniker. Damit hat die Post ihre Entwicklerabteilung von 4 auf 47 quasi verzehnfacht. Neue Journalisten werden nur noch eingestellt, wenn sie hohe technische Kompetenz haben. Der moderne Online-Journalismus ist Teamwork zwischen Journalismus, IT-Development, Videos und Mediendesign. Auch Wolfgang Blau vom Guardian erzählt genau das gleiche und dort (ich hoffe ich hab die Zahl noch korrekt in Erinnerung) wurde die IT-Abteilung auf 370 erhöht!

Die Lernkurve ist bei den großen Verlagshäusern inzwischen angekommen, bei uns in den Hochschulen leider noch gar nicht. Wir predigen immer noch, dass ohne ein mediendidaktisches Konzept in der Online-Lehre gar nichts gehen dürfte. Technik darf nie die Triebfeder sein und daher werden auch die meisten E-Learning Konzepte aus der Geisteswissenschaft/Medienpädagogik gesteuert. Ich sage schon lange, dass dies grundlegend falsch ist, denn (schaut euch das Spiegel-Online Video oben an) E-Learning ist Teamwork aus verschiedenen Fachgebieten. Wir stellen schon lange keine Pädagogen ein, die keine Smartphones oder keinen Skype-Account haben, wenn wir überhaupt Pädagogen einstellen. Wir merken an den MOOCs, dass wir hier völlig neue Wege in der Kursgestaltung gehen müssen. Dabei spielt die Technik, die UX und das Storytelling zusammen. Wir brauchen bei MOOCs keinen Professor mehr, der alleine bestimmt, was der Inalt sein soll. Der Prof kennt und beherrscht leider nur das Buch-Format. Der kann gar nicht in MOOCs denken, genau wie der alte analoge Journalist. Moderne Hochschul-Inhalte müssen im Team entwickelt werden und neue Erzählformen haben.

mooin - Logo

mooin – Das MOOC Portal der FH Lübeck

Zusammenfassend kann man sagen, dass die alte Buchform und damit die serielle Erzählform tot ist, nur weiss man das noch nicht. Wir haben schon seit gut 20 Jahren eine Hyperlink-Erzählform, die jedoch gewissenlich ignoriert wird. Online werden diese alten Inhalte NICHT funktionieren und selbst die Verlagshäuser gehen diese Wege noch nicht konsequent, denn Fremdinhalte und externe Referenzen werden ignoriert. Hier fehlt noch eine Remix-Kultur, das passende Urheberrecht und OER-Inhalte. Neue Inhalte und Erzählformen werden gerade entwickelt und wir alle wissen nicht, wo der Weg hingeht. Die Verlage bauen die Online-Plattformen zu Medienportalen aus, einige Hochschulen entwickeln MOOCs aber es entstehen auch neue Angebote, wie Vice und Buzzfeed bei den Verlagen und Lynda, Coursera und auch mooin bei den Hochschulen. Zum Glück für uns, merken die meisten Hochschulen diesen Wandel nicht und die Probleme der Verlagshäuser sind erst in 10 Jahren die Probleme der Hochschulen, aber wie ich es so oft schon gesagt habe: Die Frage ist nicht, ob die Digitalisierung in die Hochschule kommt, sondern nur wann sie kommt.

 

Keynote iMooX “Best Practice MOOC”

Ich durfte bei der iMooX Abschlussveranstaltung die Keynote halten und durfte ein paar Worte über unsere MOOC-Entwicklungen, das MOOC-Portal mooin und unsere gesamte digitale Hochschulstrategie “Lernen 4.0″ erzählen.

Es wird sehr oft von einem MOOC-Hype gesprochen und ich kann da nur warnende Worte entgegensetzen. Ich weiss zwar nicht ob MOOCs nachhaltig sein werden, aber ich weiss ganz genau, dass die Digitalisierung die Lehre nachhaltig ändern wird. Alle Content-Bereiche ändern sich radikal, ob es Bücher, Musik oder Filme sind und das gleiche gilt natürlich auch für die Lehre, die Frage ist nur wann und nicht ob.

Die Bildung wird zum Lerner kommen

MOOCs zeigen heute nur die radikalste Form der neuen digitalen Lehre und wir zeigen erleben es gerade live beim HanseMOOC, wo wir zum ersten mal quasi unbemerkt und last Minute, den Dozenten wechseln mussten. MOOCs sind natürlich unabhängig vom Dozenten und es wird nicht mehr lange dauern, dann werden diese Kurse vollautomatisch und damit ganz ohne Dozent unbetreut als “On Demand”-Angebote laufen. Dann werden wieder ganz viele Kritiker kommen und natürlich werden auch diese Angebote die Präsenzlehre nicht groß ändern oder ersetzen und trotzdem wird sich etliches ändern. Das ist eine ganz normale Entwicklung und der Markt bzw. die Nachfrage wird die Zukunft dieser Angebote entscheiden. MOOCs werden jedes Jahr besser und nicht schlechter, auch wenn man gerne abgefilmte Vorlesungen kritisiert, so sind diese Beispiele längst veraltet, wenn man sich einmal den VideoMOOC anschaut.

Die Folien meines Vortrages liegen schon länger bei Slideshare und es gab auch auf Twitter viel Feedback zur Keynote. Hier die Storify https://storify.com/oncampusfhl/servus-imoox-moin-mooin

 

Der VideoMOOC stellt sich vor

Morgen startet also der erste neue MOOC auf unserem MOOC-Portal mooin. Wie jeder MOOC hat auch dieser eine eigene Geschichte. Die Entscheidung überhaupt einen Videokurs zu entwickeln, war eigentlich zufällig. Wir haben uns bei den Themen für die MOOCs, nicht nach akademischen Gesichtspunkten gerichtet, sondern haben überlegt, welche Themen besonders gut medial umgesetzt werden könnten. Da wir xMOOCs machen und wir schon einen sehr guten YouTube-Kanal haben, lag es sehr nahe, dass wir das Video-Thema aufgreifen und natürlich denken wir auch über andere mediale MOOCs nach.

Die zweite Überlegung war, dass wir einen medialen Autor mit hoher Internet-Kompetenz brauchten. Die findet man selten im akademischen Umfeld, daher haben wir YouTube-Channels, Video-Portale und bei Amazon die Bücherlisten durchstöbert. Entdeckt haben wir unseren Autor Markus Valley aber dann eher zufällig über eine Crowdfunding-Plattform, wo er sein Trainingsbuch finanziert hat.

Das war dann auch der dritte Aspekt, denn wir wollten jemanden haben, der schon fertigen, hochwertigen Content hat und auch ein mediendidaktisches Konzept. Einer meiner Lieblingssätze dazu ist: “Ich will niemanden überzeugen, sondern ich will mit Überzeugten arbeiten.” Das macht es bei solchen Projekten viel einfacher, denn ich will ja nicht immer gegen analoge Windmühlen anrennen, sondern mich vom digitalen Rückenwind beflügeln lassen :-)

Der letzte Aspekt war dann, dass wir ähnlich wie beim MarketingMOOC, telegene Autoren benötigen, die einfach gut und sicher vor der Kamera reden können. Auch das ist eher eine Seltenheit und auch diese Menschen findet man eher auf YouTube als in der Hochschule.

Da Markus in München wohnt, war die Entfernung natürlich eine Hürde aber keine große. In der letzten Adventswoche kam Markus nach Lübeck und wir haben den gesamten MOOC in 2,5 Tagen gefilmt, was ich wirklich fantastisch finde und es zeigt auch, dass man richtig Zeit und Geld sparen kann, wenn man die richtigen Leute auswählt. Unser Video-Experte brauchte dann natürlich lange, um alle Videos zu schneiden. Ich bin gespannt, wie die Feedbacks seien werden.

Vom Konzept her, setzen wir beim VideoMOOC natürlich extrem auf hochwertige Videos. Vertiefende Textinformationen haben wir meist verlinkt. Auch hier bin ich wieder gespannt, ob das akzeptiert wird, denn viele erwarten, dass sich alle Informationen IM Kurs befinden sollten. Wir denken jedoch netzbasiert und wollen das Rad nicht ein zweites mal erfinden. Warum also alle Texte noch einmal schreiben, wenn es doch schon besser woanders steht. Das Trainingsbuch von Markus ist kein Teil des Kurses, aber wir haben auch nichts dagegen, wenn es verlinkt wird. Das Buch ist gut und wir verdienen nichts am Umsatz und der Autor soll ruhig etwas verdienen. Geld verdienen ist bei MOOCs keine unanständige Sache, sondern die logische Konsequenz.

Leider werden nicht alle Videos OER sein, da wir einige Sequenzen von Markus altem Material nutzen wollten. Das sind die kleinen Kompromisse, die wir eingehen müssen und  auch hier denke ich, dass das absolut vertretbar ist, da wir einen hohen Qualitätsgewinn erhalten, ohne Mehrkosten zu haben.

Die integrierten Capira Fragen in den Videos, sind beim VideoMOOC nicht so relevant, da die meisten Videos eher Tutorials sind. Wir setzen hier vermehrt auf das praktische Arbeiten, also jeder Kursteilnehmer muss Videos drehen, schneiden und hochladen. Dafür gibt es dann Lernfortschritt und natürlich die schon bekannten Badges. Der Clou sind aber natürlich die Einsendeaufgaben:

Die letzte Aufgabe kann sogar von Markus Valley persönlich benotet werden und er gibt pro Einsendung ein ca. 15 Minuten langes Video-Feedback, was aber dann nicht mehr umsonst sein kann. Auch hier bin ich sehr neugierig, wie viele diesen Extra-Service buchen werden. Für uns ist das ein Experiment und wir verdienen fast nichts daran, aber auch hier ist die Botschaft, dass MOOCs teilweise auch etwas kosten dürfen, vor allem wenn es Extra-Leistungen sind. Auf der anderen Seite müssen wir hier natürlich auch ein Bezahlsystem entwickeln, was noch am Anfang steht und das ist auch einer der vielen Gründe, warum wir eine eigene Plattform haben. Die Video-Integration, die OpenBadges-Schnittstelle und das Bezahlsystem sind Alleinstellungsmerkmale, die in dieser Summe keine mir bekannte Plattform auf der Welt hat.

VideoMOOC Werbebanner

VideoMOOC Werbebanner

Wir haben den VideoMOOC auf sehr vielen Plattform versucht zu bewerben und auch Kooperationen haben wir angefragt. Leider ist die Welt anscheinend noch nicht bereit dafür und wir werden sehen, wie es mit dem VideoMOOC weitergehen wird. Die ersten Anmeldezahlen machen mich jedoch zuversichtlich, denn wir haben schon die 400 geknackt und das Minimalziel von 500 ist zum greifen nah. Wir gehen im Gegensatz zu vielen anderen Plattformen, sehr transparent mit unseren Daten um, da wir für Transparenz und Offenheit sind, sonst bräuchten wir auch keine MOOCs machen.

Wer Lust hat, schaut rein. Ich finden den MOOC wirklich gelungen und bin auch etwas stolz auf das Projekt. Wenn ihr ihn auch gut findet, macht Werbung und setzt Links. Wir sind immer dankbar für Hilfe, denn wir freuen uns über jeden neuen Teilnehmer.