MoodleMaharaMoot 2015 in Lübeck

 

MoodleMaharaMoot

Manche kennen sie noch nicht. Die Moodlemoot 2015 findet in Lübeck statt und ich darf sie organisieren. Die Moodlemoot richtet sich an alle E-Learning Interessierte, die irgendwie was mit Moodle zu tun haben und inzwischen auch mit dem E-Portfolio System Mahara. Moodle ist eines der weltweit erfolgreichsten Learning Management Systeme neben Blackboard und Canvas. Die in Deutschland weit verbreiteten Systeme StudIP und Ilias spielen international keine Rolle.

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Google Trends Abfrage von Moodle, Blackboard, Canvas, StudIP und Ilias

Das interessante an Moodle ist natürlich, dass es Open Source ist. Daher ist die sehr Verbreitung vor allem im schulischen Bereich zu erklären. Universitäten haben Geld und Rechenzentren und daher nutzen sie meist auch Enterprise Systeme wie Blackboard, Olat oder auch Ilias. Deutschland bzw. DACH ist ein sehr besonderer LMS Markt, denn wir haben sehr viele eigene Lösungen, wie Ilias, StudIp, Clix, Olat aber auch Moodle.

Wir bei oncampus und der VFH haben eine sehr lange LMS Geschichte. Wir waren der erste Blackboard Kunde Deutschlands, das war 1998 und wir haben dann zwei Jahre Sakai getestet (das war mein Job und das waren tolle Dienstreisen in die USA) und sind dann als eine der ersten deutschen Hochschulen mit einem Moodle-Produktivsystem online gegangen. Ich glaube das war im Jahr 2005 mit ganz vielen Diskussionen, ob man überhauot Open Source nehmen kann. Mein Spruch dazu war: “Lieber eine deutsche Adminstelle schaffen, als eine amerikanische Lizenz kaufen”.

Inzwischen sind wir Moodle Profis und hosten ca. 20 Moodle-Installationen für ca. 35.000 Nutzer. Wir haben zig Erweiterungen programmiert u.a. für Evasys, AdobeConnect, GoogleMaps, Teacher of the Year und andere Umfragen. Wir testen verschiedene Themes, entwickeln MobilSkins, haben unser Autorentool LOOP angebunden und der neueste Coup ist unsere MOOC-Plattform MOOIN, wo unser erster HanseMOOC drauf lief.

Die Moodlemoot ist da natürlich eine herrliche Gelegenheit der Community einmal zu zeigen, was wir alles machen. Ich versuche daher viele Kollegen zu überzeugen, einige Vorträge bei der Moot einzureichen. Wir wollen etwas über MOOIN und LOOP zeigen, aber auch unsere Erfahrungen bei den Badges und in der kompetenzorientierten Kursentwicklung weitergeben. Natürlich werden unsere MOOC Projekte eine große Rolle spielen und ganz viel Multimedia mit Videos, wo wir sogar einen Workshop anbieten.

Wer noch einen Vortrag einreichen will, ist herzlich willkommen und natürlich ist unsere wunderschöne Stadt immer eine Reise wert. Wir bieten sogar eine Stadtführung an und es gibt zum ersten mal Konferenz-Shirts mit allen Rednern auf dem Rücken. Das wird bestimmt ein Kassenschlager :-)

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Entwurf Konferenzshirts MootDE15 mit Rednerliste auf dem Rücken

Wir arbeiten mit Hochdruck an der Organisation und ich merke jeden Tag, das keiner Zeit hat. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir da was ganz tolles organisieren und es sollen bis zu 300 Teilnehmer kommen und wer kann von sich schon behaupten zwei LMS Konferenzen organisiert zu haben. Sakai und Moodle stehen jetzt in meiner Vita und ich bin ja noch jung, was kommt als nächstes?

 

 

Gamification, Badges und machen, Machen, MACHEN

Man muss machen, dann analysieren und reflektieren und dann wieder machen und so geht es weiter. Heute durfte ich bei ununi.TV ein paar Worte über Gamification und Badges erzählen. Ich denke die Session war wirklich interessant, wobei aber drei Redner und eine gute Moderatorin den Zeitrahmen von 30 Minuten immer sprengen :-)

Im Nachgang habe ich dann noch einige Kommentare auf Twitter gelesen und mir hat das von meinem Mitredner Roman Rackwitz gefallen:

Bei der Diskussion kam wieder das ewige ABER ins Gespräch, denn man muss ja beim Lernen ALLE mitnehmen und wenn man bestimmte Personen lobt/hervorhebt (Highscore-Liste, Badges, Awards), so könnten andere auf der Strecke bleiben. Das kann natürlich in Teilbereichen stimmen, aber das kann nicht der Grund sein, keine Badges oder andere Belohnungs-Systeme einzuführen. Ich bin überzeugt, dass Badges für die meisten Personen ein Anreiz sind. Badges funktionieren seit Jahrhunderten, ob es der Orden beim Militär, Mitarbeiter des Monats in Franchise-Unternehmen, die Medaille im Sport, Platinplatte in der Musik oder der Oscar im Film ist. Alles könnte man auf Badges bzw. öffentliche Anerkennung reduzieren und der Mensch fühlt sich geschmeichelt. Natürlich funktioniert ein Badge nicht von sich heraus, aber meistens kann man sagen: es funktioniert mit Badges besser als ohne.

Das was ich jedoch eigentlich sagen will ist, dass bei jedem Versuch bzw. Experiment ein anderes Ergebnis herauskommt, als das, was man erwartet hat. Im Interview habe ich kurz unseren “Teacher of the Year” Award erwähnt, den wir seit vier Jahren verleihen.

Das Beispiel wurde leider sehr schnell als Marketing-Instrument heruntergestuft. Das ist aber nur ein sehr kleiner Aspekt bei der Idee, denn Awards/Badges können auch als Filter gesehen werden. Das habe ich jedoch erst sehr viel später erkannt. Ich weiss nicht einmal mehr, was der erste Gedanke des Awards war. Fakt ist, dass wir durch den Award wissen, wer E-Learning bei uns wirklich gut macht. Wir können dank der “Teacher of the Year”-Wahl Dozenten gezielt ansprechen, um neue Systeme, neue Tools, neue Konzepte auszuprobieren und zu evaluieren. Wir haben dadurch einen Filter geschaffen, der es uns ermöglicht “mit Überzeugten zu arbeiten”. Gerade im E-Learning Bereich hat man oft die größten Probleme, die Beteiligten von den Vorteilen der Digitalisierung zu überzeugen. Das sollte aber gar nicht Gegenstand des Projekts sein, sondern man will meist viel mehr machen, z.B. MOOCs, E-Portfolios oder OER.

Das ist nur ein Beispiel, wie aus einer Idee, hier der Award, etwas ganz neues entsteht, was man nicht erwartet hat. Das passiert durch ausprobieren, also durchs MACHEN. Man kann zwar viel theoretisch erarbeiten, aber nichts ist wertvoller als die Praxis. Ich vermute sogar, dass es ohne diesen Award bei uns immer noch kein LOOP, kein Intro-Videos der Dozenten und sicherlich auch keine Badges beim HanseMOOC gäbe. Ergebnisse und Zusammenhänge ergeben sich immer wieder neu und die Erfahrung bringt das gesamte Team weiter und jedesmal steigt auch die Kompetenz und damit auch die Akzeptanz im Team. In der VFH brauchen wir uns inzwischen keine Gedanken mehr darüber machen, ob man Badges einführt, sondern seit einem Jahr nutzen wir sie einfach im Alltag. Veranstalten wir Workshops oder Seminare, erhalten alle Teilnehmer in den nächsten Tagen ein Teilnahme-Badge. Bei Fortbildungen, werden nicht nur Zertifikate erstellt, sondern auch Badges und natürlich gibt es auch Gewinnspiele, z.B. das WM-Tippspiel, bei dem die Sieger keine iPads, sondern Badges erhielten.

Funktioniert jetzt unser E-Learning damit besser? Um ehrlich zu sein, ich habe nicht die geringste Ahnung bzw. keine Spur eines Beweises. Ich weiss aber, dass durch diese Experimente die digitale Kompetenz und vor allem Akzeptanz im ganzen Verbund gewachsen ist und wir den digitalen Shift inzwischen vollzogen haben. Durch den Umkehrschluss, die Steigerung der  digitale Kompetenzen im Team, profitiert natürlich auch der Kunde/Student davon. Die Ergebnisse von solchen Experimenten sind oft nur indirekt und daher ganz selten messbar. Was schlussendlich bleibt, ist das Konzept des Machens, da immer was anderes herauskommt, als erwartet.

 

Wo ist denn jetzt diese MOOC-Revolution?

Es sind ja immer diese kleinen Sätze auf Twitter oder woanders, die mir immer zu denken geben. Diesmal wurde der von mir sehr geschätzte Jörn Loviscach erwählt, mit der schönen Headline „Bisher ist nicht zu erkennen, dass die Hörsäle in Deutschland durch digitale Formate zukünftig leer stehen“ aus dem lesenswerten Interview auf “Digital ist“. Was erwarten wir denn und besser erhoffen wir denn von der digitalen Revolution? Werden wir alle durch Roboter ersetzt,  wie all die Musiker? Wer wurde denn bisher alles ersetzt? Schauen wir uns mal um. Dank der Digitalisierung gibt es jetzt keine Musik mehr, denn es gibt nur noch Raubkopien und alle Musiker sind damit den Hungertod gestorben.

Dann ist die Filmindustrie gestorben, deren Umsätze drastisch eingebrochen sind. Es gibt keine großen Blockbuster mehr oder erinnert sich jemand an aufwendige Comic- oder Buchverfilmungen in den letzten Jahren mit Budgets jenseits der 200 Mio. Dollar Marke?

 

Weltweiter Umsatz der Filmindustrie

Weltweiter Umsatz der Filmindustrie

 

Und als nächstes wird die Buchindustrie vernichtet werden. Buchhandlungen sind schon jetzt Geisterstädte und morgens in der Bahn lesen alle mit Kindle E-Books aus dem freien Kindle Markt oder alte Klassiker. Neuerscheinungen gibt es so gut wie gar nicht mehr.

Und was kommt als nächstes?

Natürlich die Hochschulen! Hörsäle werden genauso leer sein, wie die Buchhandlungen. Studis werden sich die Vorlesungen auf YouTube anschauen und brauchen keine Betreuung mehr und die Klausuren werden von Automaten korrigiert. Schöne neue Welt!

Nein so wird die digitale Bildungsrevolution bestimmt nicht verlaufen. Die Revolution verläuft versteckt im dunklen und im kleinen. Wie Heinz Wittenbrink in seinem Blog korrekt geschrieben hat, sollte  man eher eine Subversion erwarten. Die Hörsäle werden nicht von heute auf morgen leerer werden, es werden neue Konzepte umgesetzt und neue innovative digitale Zusatzangebote entstehen. Die gab es vorher einfach nicht, denn wer konnte schon früher online studieren? Wir haben an der FH Lübeck inzwischen knapp 12% Online Studis und die Jade Hochschule hat imho sogar 20%. Da ist kein Hörsaal leerer geworden, sondern der Hörsaal wird jetzt auch FR Abend und am SA genutzt, da das berufsbegleitende Angebote sind mit neuen Zielgruppen. Selbst die Fernuni Hagen, die wahrlich keine guten digitalen Angebote im Portfolio hat, kann nicht von fallender Nachfrage sprechen.

Schaut man sich einmal die Zahlen der Film- und Musikindustrie genauer an, so wird sogar das Gegenteil passieren. Durch die neuen Angebote, wie E-Lectures, MOOCs und OER, werden völlig neue Zielgruppen sehr viel breiter, intensiver und schneller angesprochen und sehr wahrscheinlich werden die Hörsäle dadurch voller, statt leerer werden. Die Hochschulen machen hier genau den gleichen Fehler, wie die Medienindustrie und verflucht den Wandel. Will man jedoch aus der Vergangenheit lernen, so erkennt man den Wachstum. So war die meist raubkopierte Serie der Welt “Game of Thrones” auch die mit Abstand meist verkaufte DVD der Welt.

Für die Bildung kann das bedeuten, dass die Dozenten oder Unis mit den besten digitalen Angeboten auch die meisten und besten Studierenden bekommen. Hier sollte man also die Chance sehen und nicht das Misstrauen. Wir können dies auch mit unserem “Grundlagen des Marketing” MOOC bestätigen, wo wir und auch unser Prof. Opresnik sehr viel positive Resonanz bekommen haben und wir neue Projekte u.a. pMOOC mit 1,3 Mio. Förderung erhalten konnten. Wir betreiben seit 13 Jahren mit der Virtuellen Fachhochschule Online-Fernstudiengänge und keine der beteiligten 10 Hochschulen hat weniger Studierende in der Präsenzlehre bekommen, sondern es ist immer das Gegenteil passiert. Allerdings kämpfen wir noch heute mit diesen Vorurteilen, dass digitale Angebote die alten Angebote ersetzen würden. Das wird nicht passieren, aber wir wachsen überdurchschnittlich. MOOCs werden diesen Trend eher stärken als schwächen, was wir sicherlich in 5 Jahren beweisen können :-)

Natürlich müssen die Etablierten sich bewegen und durch die Digitalisierung und vor allem durch die Transparenz und damit der Vergleichbarkeit der Angebote, wird sich Qualität durchsetzen. Nicht ohne Grund hat ein Jörn Loviscach 15 Mio. Klicks auf YouTube und Christian Spannagel hat mehrere Tausend Teilnehmer in seinem MatheMOOC. Diese Experten können fesselnde Vorlesungen machen, spielen mit den Inhalten und haben dadurch eine Art von Edutainment geschaffen, was die Jugend von heute haben will. Frontalunterricht mit schlechten Folien sollte der Vergangenheit angehören, aber zum Glück gibt es noch die Anwesenheitspflicht, die geschickt in der Prüfungsordnung verankert, die Dozenten vor der Qualität bzw. den leeren Hörsälen schützt.

Ähnlich wie in der Musikindustrien und den Streaming Diensten werden die Konsumenten die Lager wechseln. Sie gehen weg vom alten Angebot, der CD und gehen zum flexibleren Streaming-Angebot der Flatrate. Die Künstler bleiben, aber richtig gut wird es nur den Guten gehen und das werden weniger. Dieser Prozess wird aber in der Bildung noch Jahre brauchen und MOOCs sind auch keine disruptive Technologie, sondern ein ergänzendes Angebot um neue Zielgruppen zu erreichen und die große Frage dabei wird nicht die Leerung der Hörsäle sein, sondern die Erschliessung neuer Zielgruppen. Fragt sich dabei bloss, ob Hochschulen die perfekten MOOC-Anbieter sind, oder ob das Angebot doch mehr niederschwellig sein könnte.

Das Scheitern von OER oder auch nicht?

Mit diesem Artikel tu ich mir selbst weh, denn ich bin seit Jahren ein gnadenloser Verfechter von den Open Educational Ressources (OER) und habe selbst in etlichen OER Projekten aktiv mitgewirkt u.a. L3T, Schulbuch-O-Mat, Wikimedia Wissenspreis, dem MarketingMOOC und natürlich unsere LOOP-Plattform, wo wir auch den kompletten 5 CPS Kurs Computerarchitektur und Betriebssysteme unter der CC-BY Lizenz veröffentlicht haben. All diese Materialien wurden online gestellt und frei zum Remix gegeben und ich will mal alles aufzählen was damit gemacht worden ist, wo alles remixed und verbessert wurde und wer sich alles bedankt hat.

GÄHNENDE STILLE

Ja das ist quasi die traurige Wahrheit, denn eigentlich ist wirklich nichts Nennenswertes passiert. Natürlich haben wir(ich) Ruhm und Ehre erhalten, z.B. auf YouTube hat unsere OER-Reihe über 300.000 Klicks erhalten und das L3T 2.0 Buch hat 85.000 Downloads (das erste unglaubliche 280.000) aber wer hat denn mitgeholfen das Material nachhaltig zu verbessern oder wenigstens zu aktualisieren?

Leider muss man sagen, dass hinter jedem Projekt ein paar glorreiche Einzelkämpfer stecken, die ich immer gerne Jedi-Ritter nenne. Und diese Jedis machen quasi 90% der Arbeit allein. Es gibt eigentlich nur zwei Projekte weltweit, wo das Arbeiten der Massen funktioniert, nämlich die Wikipedia oder Open Street Map. Alle anderen Projekte haben zu kleine Massen um eine nachhaltige Community am Leben zu erhalten und auch diese Communities benötigen Hilfe um am Leben zu bleiben.

Früher dachte ich, naiv wie ich war, man müsste eigentlich nur mit einer Idee in die Crowd gehen und es entsteht etwas grossartiges und dies wird immer besser sein, als mein einzelnes Werk. Inzwischen weiss ich, dass aus der Community ohne Betreuung und Ansporn und vor allem ohne Führung gar nichts entsteht. Dann hab ich gedacht, man könne mit einem Werk z.B. einem Buch oder einem Wiki in die Community gehen und es würde wenigstens aktualisiert werden. Aber auch das passiert nicht, was man z.B. bei L3T sehen kann oder auch beim Schulbuch-O-Maten oder auch bei uns in der Virtuellen Fachhochschule. Was war die Angst groß, als wir die ersten LOOPs eingeführt haben und jeder dachte, gib den Studierenden bloss keine Schreibrechte. Keiner wird es schaffen, die ganzen Änderungen zu kontrollieren und da hat auch niemand Zeit für. Wir dürfen auf gar keinem Fall Studis Schreibrechte und wenn überhaupt, dann nur mit einem Kontrollsystem, sonst  schreiben die das ganze Skript um und niemand könne dann die wissenschaftliche Qualität garantieren.

Was dann passiert, ist sehr traurig, denn niemand hat irgendwas verbessert. Die paar Edits, die überhaupt passiert sind, haben sich ausschliesslich auf Rechtschreibfehler bezogen und ich hab von eine inhaltliche Änderung mitbekommen. Fakt ist, niemand ändert ein offenes Werk ohne Belohnung. Ich bin inzwischen überzeugt, dass wir all unsere Materialien frei ns Netz stellen könnten und niemand würde irgendwas machen. Aus der Crowd heraus ind intrinsisch motiviert, passiert fast gar nichts, auch wenn es jeden Tag tausende YouTube Videos über Katzen im Netz gibt.

Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Ein positives Beispiel ist mir diese Woche passiert. Wir haben für den neuen HanseMOOC doch tatsächlich 10 fantastische Quizzes bei LearningApps.org entdecken können. Die waren frei verfügbar und wir konnten sie ohne großen Aufwand in unseren Kurs als Embedded-Elements einbauen. Das ist wirklich einmal ein Highlight in meiner lange OER Karriere, die mich positiv überrascht hat und davon gibt es natürlich immer mehr, z.B. bei iTunesU oder auch bei Pixabay. Trotzdem bin ich immer noch davon überzeugt, dass große Werke, wie z.B. ein MOOC, ein Buch oder eine E-Lecture nicht aus dem Nichts kommen kann, sondern immer einer Förderung bedarf. Wir stehen gesellschaftlich noch ganz am Anfang und wenn ich ein Schulbuch-Verlag wäre, hätte ich vor OER wirklich keine Angst. Das begreift man aber erst, wenn man selber einmal OER gemacht hat und versteht, was für eine Arbeit das in Wirklichkeit ist.

PS Draft Version – Rechtschreibfehler dürft ihr behalten :-)

Und der erste Eindruck zählt doch – das Auge lernt mit

Es war nur Anekdote und doch hat sie mich erinnert, dass der oberflächliche Eindruck viel(?) wichtiger ist, als das beste didaktische Konzept. Es war mal wieder eines der vielen Gesprächen, als ich mal wieder auf den “Grundlagen des Marketing” MOOC angesprochen worden bin. Die Videos sind aber doch ganz schön mau und was richtig neues steckt da auch nicht hinter. Einfach ein Prof, der vor der Leinwand steht, typisch MOOC und E-Learning 1.0.

Natürlich lass ich diese Kritik nicht so einfach gelten, denn zum einen variieren die 22 Videos. Einmal steht der Redner vor einer Greenscreen, das andere mal sitzt er am Schreibtisch. Manchmal werden die Slides mit Bemerkungen durch ein Tablet bearbeitet und das andere mal als Fullscreen eingeblendet. Viele Videos sind also anders aufgenommen worden, aber das sieht man erst auf den zweiten Blick, wenn man es denn sehen will. Doch durch das Preview-Bild, und da gebe ich den Kritikern recht, hat man den Eindruck einer frontalen Vorlesung, die nur abgefilmt ist. Aber was wäre daran schlecht, denn es kommt doch auf die Inhalte an #Ironie. Ja und was soll ich sagen, der erste Teil wurde bisher 10.000 mal aufgerufen und hat 36 positive und Null negative Bewertungen auf YouTube. Insgesamt hat der MarketingMOOC mit über 80% eine sehr hohe Zufriedenheit bei der Evaluation erhalten. Alle Zahlen und alle Ergebnisse und auch alle Umfragen geben uns überwiegend positives Feedback, aber er steht nur vor der Leinwand und fliegt nicht wie Superheld durch die Gegend und wir wollten ihn auch nicht per Greenscreen in Mordor filmen. Natürlich ist der Kurs nicht perfekt und wir erhalten auch sehr viele negative Anmerkungen, doch der Grundtenor ist sehr positiv.

Zum Vergleich können wir uns einmal den sehr positiv kritisierten HanseMOOC anschauen.

Viele Profis sagen mir hier, das ist ein sehr schön gefilmter MOOC mit vielen Orten also unterschiedliche Location und mit einer begeisterten Moderatorin. Das freut uns nicht nur sondern das stimmt auch alles, aber zählt denn auch hier nicht der Inhalt? Ich habe das Gefühl, hier wird die Verpackung mehr gelobt, als der Inhalt. Viele haben sich die Videos gar nicht angeschaut, sondern (nach Nachfragen) wird mir dann gesagt, sie hätten nur die Playlist mit den Preview Bildern gesehen. Was ich hier eigentlich darstellen will ist, dass der erste visuelle Eindruck weit mehr zählt, als viele immer denken. Das Auge lernt mit. Nicht nur die Inhalte müssen stimmen, nein der Lernraum muss schön gestylt sein und die Videos müssen nicht nur gut aufgenommen sein, nein es müssen auch verschiedene Locations sein, es muss ein Schnitt vorkommen (also  min. zwei Kameras) und der Ton muss natürlich einwandfrei (unterschätzt den Ton nicht!). Wenn man das berücksichtigt, sind auch die Kritiker beeindruckt, die sowieso alle keine Zeit haben, um den MOOC wirklich anzuschauen :-)

 

 

Die Oberflächlichkeit in der MOOC Diskussion

Und wieder sind es  diese kleine Geschichten des Alltags, die es lohnen einmal näher angeschaut zu werden. Was wird nicht alles über die Qualität von MOOCs geredet und vor allem kritisiert. Mindestens 80%-90% aller MOOCs sind didaktisch schlecht aufgearbeitet, wurde mir gerade wieder einmal auf der OER Konferenz in Berlin erzählt. Viele bestehen nur aus abgefilmten Vorlesungen! Jetzt noch einmal langsam zum verstehen:

V i e l e   b e s t e h e n   n u r   a u s   a b g e f i l m t e n   V o r l e s u n g e n !

Ja aber was ist denn dann didaktisch schlecht aufgearbeitet, die Vorlesung oder der MOOC? Wenn nun einmal der Dozent da vorne nichts anderes macht, ist das die Realität :-(  Der Spruch müsste also lauten, 80%-90% der Vorlesungen sind didaktisch schlecht aufgearbeitet und die MOOCs bringen das zum Vorschein. Das ist wohl die traurige Wahrheit des Qualitätsmanagements und der unzähligen didaktischen Schulungsmaßnahmen in Hochschulen. Eine Vorlesung ist halt immer nur so gut, wie der Dozent es vorne macht. Wenn der Dozent nun einmal monoton redet und andauernd Äh sagt oder stottert oder lange Bandwurmsätze von sich gibt, dann ist das einfach schlecht. Wenn solche Vorlesungen, dann den Weg in das Internet finden, dann ist das doppelt schlecht, gibt aber die Wahrheit wieder.

Das dumme an den MOOCs ist diese Transparenz. Denn nun können auch die Menschen OHNE Hochschulzulassung einmal sehen, was so ein Halbgott Professor von sich gibt und erkennen die traurige Wahrheit. Das ist kein Elfenbeinturm der Weisheit, wo die Reinkarnation des Orakels von Delfi spricht, nein dieser Professor dort auf YouTube redet sehr langweilig, sehr monoton und dann auch sehr unverständlich und niemand würde sich das freiwillig antun. Das dumme ist jedoch, dass ca. 200.000 Studis dies jeden bitteren Tag in der Präsenzlehre ertragen müssen.

Das heisst natürlich nicht, dass MOOCs es nicht besser könnten. Machen viele auch, weil bei MOOCs auch ein didaktisches Konzept vorhanden ist und auch meist mehr Geld. Die Kritik der abgefilmten Vorlesungen ist jedoch sehr dünn, denn sie trifft die Falschen. Des Übels Wurzel ist nicht die abgefilmte Vorlesung, sondern der schlechte Professor.

Das gleiche gilt übrigens auch für die Konferenzen, wo viele Leute denken, sie könnten gut präsentieren, nur weil sie das jeden Tag in der Uni machen. Ich frage mich oft, warum viele nicht einmal nur ein YouTube Video angeschaut hat: Powerpoint Vorträge leicht gemacht oder ähnliches.

Ich habe gerade wieder eine Keynote !!! gesehen, die quasi ein Monolog war ohne eine Betonung und dazu noch Slides mit kleinen Romanen hatte. Wie kann das sein? Wenn sich solche Keynote-Sprecher dann berufen fühlen MOOCs zu machen, dann sind die nicht gut – liegt aber nicht am MOOC, sondern am Sprecher. Wer also Kritik an den MOOCs äußert sollte vorsichtig sein, denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Kein Rückblick sondern eine kleine Geschichte zur GMW 2014

Normalerweise schreibe ich bei Konferenzen einen Rückblick und erzähle über Sessions, Orga und Trends und was positiv und was negativ war. Diesmal jedoch nicht, denn ich finde diese kleine Anekdote viel passender und sie gibt viel besser wieder, was Konferenzen/Tagungen wie die GMW so wichtig machen.

Es war glaube ich der zweite Tag, als mich die gute Elke Lackner @lacknere auf unseren Hanse MOOC angesprochen hat. Sie hätte am Donnerstag einen Vortrag über Videos in xMOOCs, aber das Video über Datierungsmethoden könne sie leider nicht zeigen, da es nicht OER ist.

Das OER-Problem

Verdammt dachte ich, da ist wieder das Problem. Offene Freie Bildungsressourcen sind schön aber selten und die Verbreitung geht nur langsam voran und hier ist genau das Problem, was in der Praxis so oft auftritt. Elke hat keine Rechtssicherheit und natürlich zeigt sie dann das Video nicht. Was Elke jedoch nicht wusste, ich hatte alle HanseMOOC Videos auf privat geschaltet, da wir den Start des zweiten HanseMOOCs mit einer OER-Social-Media-Kampagne begleiten wollten. Natürlich wollen wir, dass das Video gezeigt wird und Elke freut sich, wenn sie es zeigen kann, aber wie behebt man das Problem?

Vernetzung startet online und wird analog verstärkt

Ich will jetzt nicht schreiben, dass man extra zu einer Tagung fahren muss, um eine Copyright-Anfrage zu stellen. Was ich aber schreiben will, dass  Elke und ich uns schon über Twitter gut kannten und sie mich vielleicht deswegen kurz auf der Konferenz auf das OER Problem angesprochen hat. Per Mail macht man das sehr selten, da das doch immer zu aufwendig und vor allem zeitintensiv ist. Vernetzung ist einfach enorm wichtig und man kann sehr schnell digitale Kontakte in analoge Kontakte umwandeln und dann kriegt man solche Probleme sehr schnell gelöst und bei der GMW kann man sich einfach sehr gut vernetzen. Dank der großen Pausen, dem Educamp und den Abendveranstaltungen gibt es genug “Raum” dafür.

Datenschutz und Usability

Ich habe natürlich sofort reagiert und wollte das Video gleich freischalten. Doch jetzt kommt der kleine Unterschied zwischen Theorie und Praxis, den ich immer so spannend finde und warum theoretische Vorträge für mich immer soooooo langweilig sind. Die Tücke steckt natürlich im Detail, denn ich kam aus Zürich nicht an unser oncampus Google Konto heran. Aus Sicherheitsgründen verlangte Google eine Zwei-Wege-Authentifizierung, da noch nie ein oncampus-Mitarbeiter aus Zürich sich angemeldet hatte. Das könnte auch ein Hacker sein. Sehr vorbildlich von Google aber für mich extrem lästig, denn die Sicherheitscode-Telefonnummer für die SMS, war natürlich eine Büronummer und Abends um 19 Uhr, war keiner mehr in Lübeck :-( Da sind die beiden Welten wieder, die kaum in Einklang zu bringen sind: Sicherheit und Usability. Google ist auch nicht böse, sondern schützt mich und das Feature Zwei-Wege-Authentifizierung hat mir noch keine Uni geboten.

Tue Gutes und REDE darüber

Am Donnerstag hat dann ein Kollege auf Skype Anfrage das Video freigeschaltet. Elke war gleich glücklich und wir konnten gemeinsam etwas Werbung für ihren Vortrag und unseren MOOC machen.

Konferenzen sind für Berichte und auch für Werbung, wobei man das zweite nicht so laut sagen sollte. Man spricht dann doch eher von Partnersuche und Kooperationen, doch wie kann man mit jemanden kooperieren, wenn man gar nicht weiss, dass es ihn gibt? Konferenzen sind zum Austausch, aber auch Twitter, Facebook und Google erfüllen das, was leider nicht oft angesprochen wird. Vielleicht muss man das auch nicht, denn zum Glück wird es reichlich(?) genutzt .

Vorstellung Hanse MOOC

Trotzdem hab ich oft den Eindruck, das meist nur intern diskutiert wird und nicht extern. Gerade bei den MOOCs sieht man, welche Außendarstellung diese Kurse haben. Wir haben schon dreimal so viel MOOC Teilnehmer, wie die FH Lübeck Studierende hat und wenn man dort nicht erzählt, was man so tolles macht, ist dies mehr als nur eine verpasste Chance.

Resume

Es gibt sicherlich viele dieser kleinen Geschichten auf einer Tagung, wie die GMW eine ist. OER, E-Lectures, MOOCs aber auch Datenschutz, Datensicherheit und Marketing spielen alleine bei dieser Geschichte zusammen. Und wenn man genau liest, merkt man, dass keiner von uns alleine arbeiten kann.  Wir brauchen Pädagogen, Techniker, Filmemacher, aber auch Storyteller (Professoren?), SEO-Spezialisten und Social-Media-Manager um ZUSAMMEN die Probleme der Zukunft zu lösen. Keine einzelne Fachdisziplin kann die Herausforderungen des E-Learning (streicht mal einer bitte das E am Anfang) in der Zukunft lösen und wir werden nur als Team bestehen können. Noch nie war Zusammenarbeit so wichtig wie heute.

 

 

MOOIN oder wie finde ich den Namen für eine neue Software

Wir bauen eine neue MOOC-Plattform (das wollte ich schon lange schreiben). Ja wir entwickeln zum 20ten mal das Rad und ich finde das auch dumm, aber inzwischen bin ich fast überzeugt, dass das auch richtig ist. Warum und weshalb und was die neue Plattform kann, kommt später, heute will ich schreiben, wie das Kind zu dem Namen gekommen ist.

Und der Name ist: MOOIN

MOOIN ist natürlich nicht nur ein Name, sondern eine fantastische innovative und kreative Abkürzung und steht für Massive Open Online International Network :-) Wie sind wir aber auf diesen Namen wirklich gekommen?

Am Anfang des Findungsprozesses stand die Idee aus den Wörtern Moodle und MOOC etwas zu bauen. Moodle steht für das LMS, was hinter MOOIN läuft und MOOC natürlich für den Zweck. Wir haben viel rumprobiert (eigentlich mehr ich, die anderen Kollegen hab ich genervt) und ich fand dann MooMOO ziemlich gut. MoodleMOOC war auch unser interner Arbeitstitel und es passte auch ganz gut. Allerdings wird das dann MuMu ausgesprochen und wer sich etwas im Netz auskennt, wird schnell merken, dass man das leicht, mit weiblichen Körperteilen verwechseln kann und das ging natürlich nicht.

Die Suche ging weiter und der nächste Favorit war dann mit MOOLE geboren. Das steht für Massive Open Online Learning Environment und das hört sich schon ziemlich gut an. Außerdem steht MOOLE auch für die Mole am Wasser und hat was norddeutsches. Obwohl die Symbolik mit einem Logo schlecht zu verbinden gewesen wäre. Der Damm der die Massen von MOOC-Teilnehmern verbindet, oder so :-)

Die Alternative von meinem Kollegen kam dann mit MOOPED, wobei ED dann für EDucation stehen sollte und man spricht es Muhped aus. Ich hab dann noch die Schreibweise geändert daraus wurde dann MOOP.ED, was dann noch besser aussah. Ich war sofort Feuer und Flamme aber die anderen haben mich dann nicht so ernst genommen, da ich als Biker irgendwie vorbelastet war. Außerdem wollten wir kein kleines MOOP.ED, sondern eher was großes wie ne Harley oder ne Boss Hoss :-) Dazu kam das Domain Problem, denn www.moop.ed gibt es nicht, sondern wenn überhaupt dann www.moop.edu und das hört sich nicht gut an.

Dann wurde aus MOOP.ED kurz MOOP, denn wir haben schon ein LOOP. LOOP und MOOP das dynamische Duo! Vom MOOP ins LOOP! Dann haben wir natürlich weiter gesponnen und schon war VOOP geboren (Video Open Online Platform für Adobe Connect) und POOP für unser Portal, aber wer will schon ein POOP haben? POOP spricht neue Sinne an. POOP spricht neben Auge und Ohr auch die Nase an. oncampus verspricht neue Wege im E-Learning mit LOOP, MOOP, VOOP und POOP… nein das wollten wir nicht.

Parallel haben wir auch zig Varianten mit Smart, x, KISS und edu, next generation usw ausprobiert, aber das war alles nichts. Wir sind auch viele Götter (Odin) und andere Gestalten durchgegangen, alles war aber nicht wirklich gut.

Und dann der Zufall: Ein Kollege hat ein Schild mit Mooin entdeckt, der ungewöhnlichen Schreibweise des norddeutschen Moin und wir fanden das gleich alle sympathisch. MOOIN war norddeutsch und witzig und gut zu merken. Das sollte ein Begriff sein und außerdem hat er auch Emotionen bzw. Lokalkolorit. Eine Kollegin hat sich dann die Erklärung ausgedacht, als Alternative stand noch Massive Open Online INstitution zur Wahl, fand ich aber nicht so gut. Die Kollegen meinten dann, ich solle doch jetzt einmal MOOP, MOOP.ED, MOOLE und MOOIN zur Wahl stellen, aber ich mag bei diesen Entscheidungen keine demokratischen Wahlen. Die meisten denken nicht im Marketing, in Domain-Namen oder in Schreibweisen. Ich denke, dass Namen wie Nivea, Lupo, Bahlsen oder Twix nie und nimmer über Mitarbeiter Befragungen entstanden wären.

Zu guter letzt stand dann die Dienstreise zur GMW Tagung nach Zürich vor der Tür und ich wollte dort (hier, denn ich schreiben gerade diesen Artikel hier bei der GMW), MOOIN als erstes offiziell erwähnen, und was soll ich sagen? Alle hier finden den Begriff cool, nett, super und sehr passend. Die Abkürzung ist natürlich gekünstelt, das weiss jeder und es stört niemanden. MOOIN ist jetzt also geboren und jetzt müssen wir das unter http://mooin.oncampus.de bekannt machen, aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

 

Barcamp Kiel 2014 – Impressionen und Geschichten

Kiel hat einen ganz großen Vorteil gegenüber Lübeck: Kiel hat ein Barcamp!

Schon zum fünften mal fand es statt und wie in den letzten Jahren, war es “ausverkauft”. Allerdings musste man kein Eintritt zahlen, sondern sich nur anmelden und es war ausgebucht. Das Barcamp Kiel ist beliebt und vor allem gut. Ich war zum vierten mal dort und konnte mich über zwei schöne Mopedtouren bei wechselndem Wetter in den Norden freuen und bin dabei einmal richtig nass geworden. Außerdem kenne ich inzwischen etliche Leute und freue mich auf alte Bekannte.

Im Gegensatz zu den vorigen Jahren, hatte ich den Eindruck, dass diesmal sehr viele junge Leute da waren (es waren auch sehr viele Kinder da, aber die meine ich nicht) und der Frauenanteil war auch höher. Sind die Zeiten der Nerds und Geeks vorbei? Es waren auch sehr viele Ersttäter dort, aber die haben nicht unbedingt vorgetragen. Insgesamt war es diesmal auch etwas schüchtern, zumindest am ersten Tag. Das Session Grid wurde erst nach mehrmaligen Nachfragen gefüllt, am zweiten Tag war ich leider etwa spät dran um das zu beurteilen.

Session Plan Tag 1

Ich habe mir natürlich etliche Sessions angeschaut und eine “MOOC – Freie Bildung im Netz” selbst gehalten.

Die erste war Story Telling. Ein dankbares Thema was auch gerade in ist. Leider begann der Vortrag denkbar schlecht, denn neben einem Standard Firmen Präsentations-Intro (Mitarbeiter, Kennzahlen, Geschichte, Referenzkunden) gefolgt von technischen Problemen (Wieso hab ich denn jetzt ein anderes Bild auf dem Laptop, als auf dem Beamer?) und dann lief auch noch das YouTube Video nicht (Normalerweise macht das unsere Assistentin, aber die ist heute auf einer Hochzeit) war das eigentliche Thema etwas kurz beleuchtet. Große Firmen wie BMW und Red Bull geben wirklich viel Geld aus um wahre Geschichten zu erzählen. Neu war das nicht gerade.

Danach wurde es dann aber gleich spannend mit einem tollen Vortrag über Gamification Elemente in der Wirtschaft. Das Thema war wirklich knapp und fließend vorgetragen und es gab eine gute Diskussion zustande. Natürlich schauen viele Firmen noch skeptisch daher, wenn man von Gamification redet, aber das Thema ist sehr breit und auch Bonuskarten, Vielfliegerprogramme und Mitarbeiter des Monats gehören dazu und haben sich etabliert. Da wir mit dem HanseMOOC auch schon sehr viel in dem Bereich forschen, war das natürlich für mich interessant.

Parallel lief die sehenswerte Session über “Das Recht auf vergessen werden” als Battle zwischen pro und contra. Ein sehr schönes Konzept, wo viele Argumente schnell und klar ausgetauscht werden. Kiel ist ja sowieso die heimliche deutsche Hauptstadt des  Datenschutzes (man denke nur an den ULD und Thilo Weichert mit seinem Facebook Krieg), ich sehe die Sache ja eher skeptisch und sehr übertrieben. Egal die Session ist sehenswert und wurde ausnahmsweise auch aufgezeichnet.

Dann gab es das Highlight des ersten Tages mit “Wie werde ich ein YouTube Star”, wo der 18jährige (!!!) @ChristophJahnke den Saal gerockt hat und einmal YouTube erklärt hat. Wenn ich doch mal so gewesen wäre, als ich noch so jung war:-) Wie baut man in YouTube eine Marke auf, was ist dabei wichtig und wie kann man die Hilfsmittel von YT optimal nutzen. Christoph hat einen  sehr guten Überblick gegeben und hat herrlich unverbraucht geredet. Manchmal fehlten ein paar Fakten und es war etwas einseitig auf die Jugendstars geschnitzt, aber drauf geschissen.

Dann kam meine Sessions über MOOCs. Im kleinsten Raum und daher gut gefüllt (manch einer musste stehen) hab ich etwas über unsere drei MOOC-Durchläufe erzählt. Spontan und ohne Slides hab ich alles live aus dem Browser gezeigt und gleich diskutiert. Das Echo war durchweg positiv, es war jedoch der einzige Bildungsvortrag. Insgesamt war es verwunderlich, dass Hochschulen Barcamps meiden. Auch Bloggertreffen werden eigentlich gemeiden, aber es gibt zum Glück EduCamps.

Tag 2 beim Kieler Barcamp

Der zweite Tag begann dann wie der erste mit einem Beitrag vom gleichen Unternehmen wie Story Telling nur diesmal über Blogs. Wie können Unternehmen ihre Themen in Blogs plazieren? Ich wusste gar nicht, dass es hier einen so großen Markt gibt. Hier wurden 70 Blogger angeschrieben um ein Thema rund um die Frauenquote zu plazieren und 20 haben das sogar gemacht. Das Thema war sehr kontrovers, da etliche anwesende Blogger sich durch Unternehmensansprachen belästigt fühlen und sich natürlich nicht kaufen lassen wollen. Allerdings ist das Thema sehr zwiespältig, denn Fashion-Blogger nehmen anscheinend sehr gerne Produktproben an, Food-Blogger eher weniger und bei der Bildung wird man nie angesprochen:-)

Ein kleines Highlight war dann Steffen Voss und Uli Königs Bericht über die Landespolitik, was Steffen in seinem Blog noch sehr ausführlich nachbehandelt. Ich wusste nicht, dass der Kieler Landtag dank TV, Radio und öffentlichen Datenbanken so transparent ist, dass man quasi 90% aller Infos ohne Probleme übers Internet kriegt, mann muss nur zugreifen. Leider beschweren sich die Bürger doch lieber, statt einmal zu recherchieren. Ist aber auch leichter:-)

Das Highlight war dann der Vortrag von @AndreasWiener über “Schlechte Powerpoint Präsentationen”. Oft sehr witzig, teilweise brillant erzählt und immer etwas überraschend, sind mir beim Vortrag viele eigene Fehler aufgefallen. Vor allem aber sind mir viele Kritikpunkte vom ersten Vortrag “Story Telling” vom Vortag bestätigt worden, was man alles falsch machen kann. Leider waren die Redner nicht mehr da. Ich kann nur jedem empfehlen sich einmal Gedanken zu machen, wie man ordentlich präsentiert, u.a. keine Firmenvorstellung am Anfang, keine Bulletpoints, kein CI Rand oben und unten auf jeder Folie und sich nicht entschuldigen. Man sollte auch einmal gar nichts zeigen (schwarzes Bild), damit die Zuhörer sich auf den Redner konzentrieren. Man kann es auch so zusammenfassen “Mach es einfach anders, wie alle anderen”. Inzwischen sind die Vorträge so gleichgeschaltet, dass jede Abwechslung schön ist.

Das zweite Highlight war dann der Big Data Vortrag, der dankenswerterweise keine Datenschutz Präsentation war, sondern wirklich um Daten, SEO und das semantische Web ging. Sehr spannende Beispiele mit vielen Daten unterfüttert hat mir wirklich neue Eindrücke verschafft und ich bin immer mehr überzeugt, dass die Zukunft im SEO Verständnis liegt und darum, dass man dem Kunden das gibt, was er will und nicht das, was man selber verkauft/anbietet. Das ist auch das Grundproblem, warum alle immer auf Google sauer sind. Google versucht dem Kunden das optimale, also das relevante Ergebnis zu liefern und viele Firmen denken, dass ihre Produkte relevant wären. Sind sie aber nicht. Sieht man gerade wieder bei der Verlagsdiskussion und die Tageszeitungen, denken, Google klaut Inhalte und in Wirklichkeit, will kein Mensch mehr Tageszeitungen.

Zum Schluss gab es dann noch eine wenig spannende Facebook Diskussion und dann war es dann auch schon wieder vorbei. Leider viel zu schnell aber das sechste Barcamp wird ja kommen.

Ich muss immer wieder sagen, dass ich Barcamps mag. Ich treibe mich ja sehr oft auf wissenschaftlichen Konferenzen mit aufwendigen Peer Reviews herum und muss sagen, dass ich kaum einen qualitativen Unterschied zu einem Barcamp feststellen kann. Ich kann jedem nur empfehlen einmal bei einem Barcamp vorbeizuschauen, es lohnt sich (zumindest in Kiel).

Äußerst positiv muss ich hier noch einmal die Organisation loben und mich bei den Sponsoren bedanken. Ohne euch würde das alles nicht klappen. DANKE

Google Plus und Syntaxformatierung

Ein kleiner Tipp, den ich schon lange posten wollte. Man kann bei Google+ Texte formatieren (Syntax Formating). Es gibt drei Optionen: kursiv, fett und durchgestrichen.

*fett* ergibt fett

_kursiv_ ergibt kursiv

-durchgestrichen- ergibt durchgestrichen

Man kann diese auch kombinieren _*fetteskursiv*_ ergibt fetteskursiv

Wenn man bestimmte Gruppen/Menschen im Text benachrichtigen will, kann man einfach ein +Name schreiben, und Google sucht automatisch nach dem G+ Account (funktioniert aber nicht so gut auf dem Tablet).