Google Plus und Syntaxformatierung

Ein kleiner Tipp, den ich schon lange posten wollte. Man kann bei Google+ Texte formatieren (Syntax Formating). Es gibt drei Optionen: kursiv, fett und durchgestrichen.

*fett* ergibt fett

_kursiv_ ergibt kursiv

-durchgestrichen- ergibt durchgestrichen

Man kann diese auch kombinieren _*fetteskursiv*_ ergibt fetteskursiv

Wenn man bestimmte Gruppen/Menschen im Text benachrichtigen will, kann man einfach ein +Name schreiben, und Google sucht automatisch nach dem G+ Account (funktioniert aber nicht so gut auf dem Tablet).

Amazon will billige Bücher und wir sollen dagegen sein

Das Spiegel Online inzwischen in einer Qualitätskrise steckt, sollte spätestens nach der Krim-Krise jedem klar geworden sein. Jetzt legt SPON mit dem Amazon Artikel noch einmal nach und versucht das Geschriebene noch zu unterbieten.

Ich weiss ja, dass Google, Amazon und Apple böse sind, aber leider sind die auch besser, als alle Konkurrenten. Das schreibt nur keiner gerne, den man müsse dem Monopol doch früh Einhalt gebieten. Genau hier setzt der Spiegel an und hat es irgendwie geschafft, dass 100 Autoren sagen, dass sie mehr verdienen wollen für Qualität und lokalem Buchhandel stehen. Ja ne ist klar. Ich frag auch einmal die Autoren, ob sie mehr Geld verdienen wollen und sie nur diese Petition unterzeichnen sollen. Ein Wunder das es nur hundert sind in den USA waren es 909.

Man muss sich das einmal vorstellen. Da will Amazon Bücher billiger machen und so dem Kunden preiswertere Produkte anbieten und jetzt wird der Leser/Kunde aufgefordert, Amazon zu verteufeln und man solle doch den hohen Preis bezahlen. Wie verrückt muss man sein, wenn man das unterstützt? Der Autor verdient durch Amazon auch nicht weniger, den das Einsparungspotential, liegt natürlich bei der Herstellung (Druckkosten) und dem Vertrieb. Hier geht es um billigere E-Books um das noch einmal laut zu sagen.

Natürlich wird Amazon noch mehr vorgeworfen: manipulierte Bestsellerlisten, verlangsamte Auslieferungen bestimmter Verlage und Verzögerungen bei Bestellungen und damit natürlich die Ausnutzung seines Monopols. Das kann wahr sein, aber mal im Ernst, das ist normales Business. Als ob die Verlage die letzten 100 Jahre die reinen Unschuldslämmer waren. Man muss sich nur einmal die Geschichte von Elsevier Verlag http://de.wikipedia.org/wiki/Elsevier#Kritik_an_Elsevier durchlesen, dagegen ist Amazon der reinste Engel. 

Und dann noch dieser verklärte Blick in diese sagenumwobenen Buchhandlungen, wo man die beste Beratung von belesenen Buchhändlern erhält. Mit Kaffee und Gebäck kann man in gemütlichen Leseecken seine Lieblingsbücher probelesen und sich mit literarisch bewanderten Kunden über die neuesten Literatur-Bestseller austauschen. Natürlich ist das viel besser, als eine seelenlose Kundenrezension auf Amazon oder einem Vorschlagsystem aus einer Cloud. Dann doch lieber ein Azubi aus Fleisch und Blut, der Shades of Grey für einen Klassiker hält. 

Zum Glück hat der Spiegel Redakteur die Antwort in den Kommentaren bekommen und ich werde wohl langsam SPON und FAZ (das ist ein anderes Thema) aus meiner Leseliste streichen müssen (es lebe der Qualitätsjournalismus) und mich vielleicht Der Zeit oder TAZ zuwenden. Natürlich ein schlechter Redakteur macht natürlich keine schlechte Zeitung, aber es wird insgesamt schlechter. Vielleicht unterstütze ich auch die Krautreporter und die Zukunft des Journalismus liegt im Crowdfunding. Warum aber immer Amazon schuld sein soll, werde ich wohl nicht verstehen. Ich muss das mit der Buchpreisbindung einmal recherchieren, aber auf den ersten Blick profitiert Amazon überdurchschnittlich davon und ist trotzdem dagegen. Schlimmer böser Monopolist dieses Amazon, will billigere Bücher und ist auch noch für freien Wettbewerb. Das muss verhindert werden.
 

PS Man hätte den Bericht auch wie T3N schreiben können, zwar kürzer aber ehrlicher.

PPS Der Deutschlandfunk hat dazu auch ein Interview geführt, mit guten Fragen und schlechten Antworten.

Warum sollte man MOOCs mehr als einmal anbieten?

Ich sag’s seit Jahren: Drei!

Drei ist der Durchbruch, die Schwelle über die man muss! Es ist nicht eins oder zwei, aber auch keine vier oder fünf. Manche sagen, dass Sieben, die Zahl wäre, aber das trifft eher auf Zwerge, Wunder, Tage oder Sünden zu.

Dreimal muss man einen E-Learning Kurs anbieten/halten, damit der Kurs gut ist. Das ist meine Erfahrung, denn beim ersten mal, hat man meist keine Ahnung, was man da überhaupt tut. Man muss sich mit der Technik auseinandersetzen, der Didaktik und natürlich dem Fach (wobei das meist das kleinste Problem ist). Irgendwie kommt man dann durch, da die Kursteilnehmer meist gar nicht wissen, das man jungfräulich diesen Kurs gehalten hat.

Beim zweiten mal, hat man die Technik im Griff und hat etliche Probleme behoben und arbeitet schon mit einer Version 1.5, da man den Kurs überarbeitet hat. Vielleicht hat man eine FAQ erstellt, die Forenanzahl wurde von 10 auf max. 2 reduziert, Fragen wurden eingebaut und Zeitpläne auf ein realistisches Maß angepasst.

Jedoch erst beim dritten Durchlauf, kann man mit einem Kurs “spielen”, d.h. man kann neue Konzepte einbauen, innovative Szenarien testen und Standard-Inhalte multimedial erklären. Man beherrscht die Technik, sonst ist es ja andersrum. Man hat Sicherheit, Erfahrung und weiss, worauf es ankommt. Beim dritten mal, sollte ein E-Learning Kurs perfekt sein und 90% aller Fehler behoben sein.

Bei den MOOCs ist das genau das gleiche. Beim ersten MOOC “Grundlagen des Marketing” haben wir richtig geschwommen. Wir haben uns im Vorwege richtig viele Gedanken gemacht und ganz bescheiden ausgedrückt, hätten wir einen MOOC locker produzieren müssen, da wir schon 12 Jahre Erfahrung im Online-Fernstudium haben. War aber nicht so, denn MOOCs haben doch eigene Regeln und wir haben Lehrgeld bezahlt, jedoch auf einem hohen Niveau. Immerhin hatten wir 7.000 Teilnehmer im Kurs und eine hervorragende Evaluation. Aber das kann noch besser werden.

Jetzt ist der zweite Durchgang beendet und wir wollen einmal zurückblicken, was sich geändert bzw. verbessert hat. Wir haben beim MarketingMOOC an etlichen Schrauben gedreht. Unter anderem haben wir die Laufzeit verkürzt. Wir haben dadurch auch keine 5CPS Klausur angeboten, sondern “nur” einen Online-Test. Viele Fragen wurden überarbeitet und es wurde nur eine Peer-Review Aufgabe angeboten. An den eigentlichen Inhalten wurde fast gar nichts geändert. Alle Videos sind gleich geblieben und die Skripte waren auch gleich.

Der Aufwand der Überarbeitung war im Vergleich zur Erstellung natürlich sehr gering, umso erfreulicher ist es, dass sich die Evaluationsergebnisse doch erheblich verbessert haben. Drei Zahlen zeigen dies sehr deutlich:

  • 63% der TeilnehmerInnen stimmten voll und ganz zu, dass der Lernfortschritt groß war (gegenüber 52% im 1. Durchlauf)
  • 75% der TeilnehmerInnen stimmten voll und ganz zu, dass die Quizzes beim Lernprozess hilfreich waren (gegenüber 55% beim 1. Durchlauf)
  • Die Abschlussquote der TeilnehmerInnen konnte auf 8% erhöht werden (gegenüber 4% beim 1. Durchlauf)

Leider bieten viele Hochschulen MOOCs nur einmal an, dabei müssten es mindesten drei Durchläufe sein, damit der Kurs wirklich “fertig” ist und eine hohe Kundenzufriedenheit und damit ein hoher Lernerfolg erreicht wird. Wir haben jetzt den MarketingMOOC zweimal angeboten und auch beim HanseMOOC startet der zweite Durchlauf im September. Ich erwarte auch hier ähnlich gute Werte, da wir hier wirklich viel verbessern werden (dank einer neuen Förderung). Wer jedoch naiv denkt,  man entwirft einen MOOC und bietet ihn nur einmal an, der verschenkt eigentlich das Potential des Online-Kurses. Denn wie oben erwähnt, wird der MOOC erst beim zweiten Durchlauf problemlos laufen und erst beim dritten mal, kann man mit seiner Erfahrung experimentieren. MOOCs sind daher keine Eintagsfliegen und wahrscheinlich auch kein Hype, sondern sollten nachhaltig implementiert werden. Das ist natürlich leicht gesagt, wenn keine Mittel vorhanden sind.

Im FHLMOOC Projekt planen wir 12 MOOCs und versuchen natürlich jeden MOOC 2-3 anzubieten, was sehr herausfordernd sein wird. Ich denke jedoch, man muss dies gleich von Anfang an im Konzept berücksichtigen und transparent kommunizieren, damit alle Projektpartner wissen, worauf man sich einlässt. Dazu muss man natürlich auch die Tools und die Plattform haben, damit alle Aktualisierungen immer möglich sind. Ich spreche hier immer vom Cloud-Learning, was nichts anderes bedeutet, als dass die Inhalte in der Cloud liegen, z.B. bei YouTube, LOOP oder in Moodle. Statische Inhalte zum download sind hier fehle am Platze, da sie lokal nicht mehr aktualisierbar sind. Zum Glück ist die Welt ganz langsam bereit, für solche Lösungen :-)

 

 

Früher war (fast) nichts besser

Wer kennt es nicht. Man sitzt mit alten Freunden zusammen und irgendeiner regt sich über die Jugend von heute auf. Alle starren immer nur auf diese Smartphones und keiner macht noch was vernünftiges. Wieso reden die nicht mal oder spielen etwas. Wir haben uns damals immer getroffen und Fotos getauscht und Musik gehört.

Also mal ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr hören. Früher war es nicht besser. Früher stand ich einsam an der Bushaltestelle und habe Löcher in Luft gestarrt und es gab keine hochgeistigen Gespräche mit den anderen. Die anderen waren alle Idioten und ich war in der Pubertät oder wollte es sein:-)  Ich weiss auch gar nicht, welches Weltbild oder welche Erinnerungen, die alle haben, die meinen es sei besser vernünftige Spiele “gemeinsam” zu spielen, wie früher halt. Spiel doch bitte noch einmal “Spiel des Lebens” oder schau dir die Fragen von Trivial Pursuit genauer an, dann wirst du schnell merken, dass die Zeit Wunden heilen kann. Früher war fast nichts besser, denn die Art der Spiele von Cluedo oder Spiel des Lebens will keiner mehr haben. Und Warum? Weil es heute bessere Sachen gibt! Wer einmal Assassin’s Creed oder  Skyrim oder auch Ingress gespielt hat, wird schnell merken, dass es früher nicht besser sein konnte.

Früher musste man Filme schauen, bevor man merkte, dass sie schlecht sind oder CDs kaufen, bevor man merkte, dass die Band ein One-Hit-Wonder waren. Wie oft ist man auf schlechten Konzerten gewesen ohne Musikstücke vorher gehört zu haben und wie oft ist man auf die Verkaufsversprechungen eines Verkäufers reingefallen?

Ja früher war alles besser, denn man nicht auf das Smartphone gestarrt.

Haben wir uns nicht damals auch darüber aufgeregt, dass unsere Eltern uns nicht verstanden hatten? Damals haben wir halt kein Smartphone gehabt, sondern es war Musik, ein Mofa, die Frisur oder Klamotten und die Eltern meinten, früher wäre doch alles besser gewesen. Die Kinder haben die Eltern respektiert (sie sind geschlagen worden) und das Essen war schmackhafter (selber kochen war damals billiger als Essen gehen und heute ist es umgekehrt).

Man kann das endlos fortsetzen, aber denkt bitte einmal darüber richtig nach. Früher war fast nicht nichts besser als heute und wer immer noch in der Vergangenheit leben will, dann lebe dort. Ich nutze gerne all die coolen Möglichkeiten von heute und liebe es. Heute kann ich nach Neuseeland fliegen und mein Hotel am Flughafen mittels Tripadvisor buchen und billiger ist das auch noch und wer mich beschimpft oder besscheisst, den oute ich per Facebook. Früher musste man als Verbraucher fast alles schlucken, heute ist das Image wichtig.

Wer jetzt aber immer noch denkt, früher war alles besser, denk es bitte weiter so und verharre im damals aber bitte erzähl nicht deinen Kindern, sie sollen keine Smartphones nutzen. Deren früher wird noch kommen und die werden ihren Kindern noch was ganz anderes erzählen.

Der Hanse-MOOC startet wieder

Nach dem sehr erfolgreichem ersten Durchlauf des Hanse MOOCs (ich werde nächste Woche darüber schreiben), startet Ende September die überarbeitete zweite Auflage.

Der Trailer ist schon leicht überarbeitet, es gibt ein paar neue Videos (wir haben jetzt eine Drone für Luftaufnahmen, aber eine Versicherung und damit die Luftfahrtgenehmigung fehlt noch), neues didaktische Konzept (mehr Aufgaben) und eine verkürzte Laufzeit. Wir sind sehr gespannt, wie der Hanse-MOOC ohne den Hansetag laufen wird und wie dann die Ergebnisse seien werden.

 

Video is the new Text

Diese Woche habe ich ein schönes Statement gelesen: “Video is new Text” von Josh Bersin. Gemeint ist Ablösung der Schrift durch das Video. Immer mehr Webseiten haben als Startseite nur noch eine Facebook Gruppe und ein kleines Video, was max 45 Sekunden lang ist (Warum hab ich eigentlich noch kein Video über LOOP?) und ganz schnell erklärt, was das Produkt kann. Wer will heute schon lange Artikel lesen oder sogar Webseiten durchsuchen?

Falls das stimmt, erklärt sich auch schnell der Erfolg der xMOOCs, denn auch hier muss der Lerner nur noch eine Playlist durchklicken und ein paar schnelle Fragen beantworten. Die alten Dozenten schwören natürlich noch auf das Lehrbuch, was als Qualitätskriterium eigentlich ein Nettogewicht haben sollte “Kaufen Sie jetzt 2 kg Mathe auf 1.200 Seiten”. Die Khan-Academy, YouTube und iTunesU zeigen, dass es auch anders gehen kann und der Markt gibt ihnen recht.

Dank der eingebauten Webcams und guter Software wie Camtasia oder Screencast-o-mat geht die Erstellung eines Lehrfilms unglaublich schnell und mit YouTube als Distributionskanal können auch alle Videos mit Sound und Untertiteln und einer Monetarisierung unterlegt werden. Es ist heute alles unglaublich einfach geworden und auch die Hardware ist billig. Eine Flugdrohne wie die Phantom 2 kostet komplett nur 1.100 Euro und kann in der Luft stehen und HD-Filme aufzeichnen. Jedes Szenario ist dank GreenScreen selbst für Amateure möglich und wir sehen es auch an unseren Smartphones, was alles möglich ist.

Natürlich sind Videos teuer und ein Wechsel von der Schrift zum Film ist noch sehr weit weg, dennoch sind erste große Schritte zu erkennen, dass Text an Bedeutung verliert. Das wird alles noch konkreter werden, wenn die Smartphones erstmal Sprache verstehen und wir unsere E-Mails diktieren können. Das nächste werden dann automatische Übersetzer sein (Babbelfisch lässt grüßen) und die GoogleGlas und andere werden den Untergang des Abendlandes heraufbeschwören, da niemand mehr lesen kann. Dabei muss man doch lesen können, damit die Sprachmails gelesen werden können, notfalls auch ausgedruckt

Das kann und muss alles noch besser werden

Fahrraddiebe sind scheiße. Das muss man auch mal schreiben dürfen und wenn ich den Kerl … sorry das muss man ja heute Genderkonform ausdrücken … die Kerl erwische, dann breche ich ihm/r alle Knochen, aber was hat das alles mal wieder mit dem großen E zu tun?

Nach dem Diebstahl musste ich das natürlich melden und zwar zweimal. Einmal der Versicherung, die inzwischen aufgekauft/fusioniert ist und ich nicht einmal weiss, wie die inzwischen heisst und zum anderen der Polizei. Beides läuft völlig getrennt und zwar doppelt und dreifach. Der Versicherung muss ich melden, dass das Fahrrad weg ist und dann kriege ich Papierpost mit Formular und muss eine Kopie des Aktenzeichen der Polizei machen, damit die Versicherung glücklich ist.

Frage: Warum?

Kann nicht der Fahrradverkäufer meine Daten erfassen und es Polizei und Versicherung melden? Das ist doch schon der erste Fehler. Amazon könnte das bestimmt, aber mein Händler vor Ort hat mir beim Verkauf ganz Stolz erzählt, dass er alles noch mit Hand schreibe, da er nicht so gut mit diesen Computer könne. Das kann er bestimmt bald dem Insolvenzverwalter erzählen, denn nachdem ich dort keine Ersatzrechnung bekommen habe (wie auch ohne EDV), geh ich da nie wieder hin.

Danach bin ich zur Polizei. Nächste Frage, warum? Ich meine Fahrraddiebstahl ist doch ein Standardverfahren. Geht das nicht online? Dann tippt der gute Mann alles in den PC und zwar mit dem Zwei-Finger-System in Zeitlupe, aber egal. Natürlich kennt das IT System meine Daten nicht (woher auch, mein letzter Fahrraddiebstahl ist vier Jahre her) und Autovervollständigung gibt es 2014 noch nicht. Wenn Google das machen würde, wären meine Daten schon per Android übertragen worden, aber das wollen wir ja nicht. Die Polizei hat nicht einmal eine Schnittstelle zum Einwohnermeldeamt, was bestimmt ein Feature ist und kein Bug. Danke Datenschutz made in Germany.

Ich hab dann noch einmal nachgefragt, warum. Der Polizist meinte, es gäbe natürlich eine Datenbank mit den Altdaten, aber er wisse nicht einmal, wie man die parallel aufruft und von einem Copy-Paste bei diesen Formularen, hätte er noch nie gehört. Dann ca. 40 Minuten später (gefühlt waren es 4 Stunden Lebenszeit), konnte er schon ein Papier ausdrucken,  und musste dort nur zwei Daten noch mit Kugelschreiber nachtragen und zwei Stempel draufmachen und schon kann ich zum Kopiershop und eine Kopie für die Versicherung machen.

Wie sollte es aber eigentlich aussehen?

Ich will eigentlich eine Fahrraddiebstahl-App haben. Damit fotografiere ich mein Fahrrad (am besten wäre natürlich noch eine Echtzeit-GPS-Überwachung, aber das haben die Fahrräder noch nicht) und melde es der Versicherung und der Polizei und alle Daten kommen vom Verkäufer. Beim Diebstahl fotografiere ich den Tatort und der Rest solle doch automatisch gehen. Stammdaten und Ort liegen vor, die Fahrraddaten kommen vom Händler und Versicherung und Polizei kriegen gleich aktuelle Daten. Ich beschreibe noch einmal alles, das meiste wären aber Checkboxen, z.B. war das Fahrrad abgeschlossen, welches Schloss, welche Tatzeit etc. Der Rest ist doch dann erledigt, und kann abgewickelt werden. Die App sollte auch alle aktuellen Ansprechpartner kennne und alle wesentlichen Daten ergänzen können.

Was ich sagen will ist mal wieder, wenn die Daten zusammengeführt werden und damit vernetzt sind, dann kann das Leben wirklich einfach werden, aber das wollen wir ja nicht, wegen dem gläsernen Bürger. Das kann aber so nicht weitergehen, denn der Staat arbeitet wie in den 60er Jahren und Google und Co werden Szenarien vermutet, als ob die alles und immer wissen. In Wirklichkeit, weiss Goggle nicht einmal, ob ich eine Katze hab. Ich will auch gar nicht ausrechnen, wie viel Zeit wir täglich mit diesem aufnehmen von Kleindiebstählen verschwenden. Das waren immerhin 40 Minuten und das ohne An- und Abfahrt. In der Zeit fülle ich 4 Formulare online aus.

Also ganz kurz gesagt, das muss alles noch richtig besser werden und das muss es auch.Viele andere Sachen müssen auch besser werden, z.B. Fahrräder mit GPS Sender aber wir sind ja immerhin auf einem gutem Weg.

 

Facebook und Google = Böse

Facebook manipuliert die Gefühle” war eine der schlimmsten Schlagzeilen bei der Facebook Nachricht, dass Facebook bei einigen Nutzern für eine Woche die Feeds beeinflusst hat, um zu erforschen, ob dies Einfluss auf die eigenen Postings hat. Eine Flut von Nachrichten ist dann durch die Netzgemeinde und vor allem die Medien gegangen (ich finde jetzt leider nicht mehr die Morgenmagazin Berichte) und überall das gleiche: “Siehste Facebook steuert dich. Man hat das doch schon immer gewusst.” Der Tenor war immer der gleiche, denn Facebook ist gefährlich und Google natürlich auch. Pass auf deine Daten auf, sonst kannst du bald nicht mehr selbst entscheiden. Leider könnten die Medien da sogar recht haben, denn wenn alle Medien das gleiche berichten, ist man langsam dazu geneigt, das zu glauben (man vergleiche die WM Berichterstattung und ob Löw mit vier Innenverteidiger spielen soll). Das kann man schon lange nicht mehr Objektivität nennen.

Wenn man einmal kurz innehält und anfängt nachzudenken, kommt man schnell darauf, dass das ganze nicht stimmen kann. Ich weiss jetzt nicht, wer die Studie gemacht hat, ob das Facebook selbst war, eine beauftragte Firma oder sogar ein wissenschaftliches Institut, aber die pauschale Aussage, Facebook manipuliert User oder sogar Gefühle ist immer falsch. Wenn das funktionieren würde, wären wir alle nach einer Woche RTL 2 die reinsten willenlosen Zombies. Hier kann es nur um kleinste Entscheidungen geben, die beeinflusst  werden. Niemand hindert jemanden nur einen Klick weiterzugeben und andere Nachrichten außer den Newsfeed von Facebook zu lesen. Außerdem hat niemand die Ergebnisse der Studie veröffentlicht um einmal herauszufinden, ob diese angebliche Manipulation überhaupt erfolgreich war. Die Datenschützer haben natürlich gleich geschrien, dass man natürlich vorher um Erlaubnis hätte fragen müssen. Gegenfrage wäre dann natürlich, wie man dann unverfälschte Ergebnisse kriegen sollte. “Hallo darf ich deinen Facebook Feed absichtlich mit negativen Nachrichten füllen, um zu messen, ob du dann selbst Negatives schreibst?” “Ja klar darfst du das. Ich werde das jetzt auch vergessen und ganz unbeeinflusst weiterposten.”

Man muss sich das einmal vorstellen, als ob man einem Autohersteller verbietet Testfahrten zu machen oder einem Nahrungshersteller Probeartikel. Es gibt ganze Ortschaften, wo bestimmte Waren zuerst ausprobiert werden oder Referenz-Geschäfte. Alles ganz normal und der Kunde wird selten gefragt, das ist auch alles normal, aber bei Facebook ist es böse.

Ich finde diese einseitige Facebook/Google Berichterstattung erschreckend schlecht. Ich muss sogar sagen, dass der deutsche Datenschutz inzwischen lächerlich ist. Mich behindert er in 9 von 10 Fällen und innovative IT-Unternehmen werden niemals in Deutschland entstehen. Diese ganze Technikfeindlichkeit und einseitige Berichterstattung wird früher oder später ein fürchterliches Eigentor werden. Facebook ist ein höchst innovatives Unternehmen, was über eine Milliarde Kunden gewonnen hat. Das muss man sich einmal vorstellen. Das hat keine Firma vorher geschafft und dazu verschenken die noch ihre Dienstleistungen an den Kunden und machen trotzdem Milliarden Gewinnen. Ja das ist unheimlich aber höchst innovativ und erfolgreich. Anstatt das zu analysieren und zu versuchen zu adaptieren, sagen wir einfach, das ist böse. Dem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul oder noch schlimmer “Du kriegst personalisierte Werbung!”.

Das wäre ja eigentlich ein eigener Blogartikel wert, aber ich möchte immer noch wissen, warum die Welt gefährlich wird, wenn ich personalisierte Werbung erhalte, aber das hatte ich schon einmal.

Rückblick – Das 1.LOOP User Treffen

In Verbindung mit dem VFH Symposium hat das 1. LOOP User Treffen stattgefunden. Das Treffen sollte ein erster Erfahrungsaustausch werden, um zum einen die Features von LOOP zu zeigen und zum anderen die Bedürfnisse und Erfahrungen der Nutzer zu erfahren. Wir haben LOOP jetzt seit ca. 18 Monaten im Einsatz und in letzter Zeit ist etwas stiller darum geworden, was aber mehr daran liegt, dass wir das Produkt nutzen, als daran, dass wir Probleme hätten.

Wer noch nicht weiss, was LOOP ist, dem sei es kurz erklärt. LOOP ist ein Autorentool für E-Learning Content. Das besondere an LOOP ist der Cloud-Ansatz, denn LOOP bedient man im Browser und man sollte daher immer online sein. Was für Facebook und Google völlig normal ist, wird bei LOOP stark diskutiert. LOOP ist quasi das E-Book in der Cloud, allerdings dann mit vernetztem Content. Das bedeutet, man kann in LOOP ideal Content anderer Plattformen einbinden, z.B. YouTube, Prezi, Slideshare und GoogleMaps.

LOOP ist inzwischen bei uns in der Praxis endgültig angekommen, was sehr positiv ist. Egal welches Projekt wir haben, LOOP ist dabei immer die Content-Plattform. Inzwischen haben wir ungefähr 220 LOOP Instanzen (ich nenne das mal so) installiert und es werden immer mehr. Täglich werden dabei über 10.000 LOOP-Seiten abgerufen und wir mussten schon den Speicher und die CPU vom Server in der VMware hochsetzen. Mit LOOP haben wir also genau die Bedürfnisse unserer Netzwerke getroffen, ob wir allerdings auch außerhalb Erfolg haben werden, muss sich noch zeigen.

Daher war es auch kein Wunder, dass eigentlich alle Teilnehmer unmittelbar mit der VFH verbunden waren. Die Externen Nutzer mussten leider in letzter Minute absagen. Eigentlich waren wir aber darüber froh, da viele Themen und Aspekte auch unmittelbar mit der VFH zu tun hatten. Außerdem kannte man sich auch gut und daher gingen die geplanten 6 Stunden auch schnell rum.

Uns ging es vor allem darum, einmal zu sehen, was andere mit LOOP machen und zum anderen wollten wir zeigen, was man mit LOOP alles machen kann. Wir haben also die Highlights gezeigt, z.B. LearningApp, TeX aber auch die Notenerweiterung, das Backend und die Skins. Wir haben Referenzen gezeigt und Best Practices diskutiert und unsere Gedanken der Weiterentwicklung vorgestellt. Leider kam nicht so viel Feedback aus der Gruppe, wie wir uns erhofft hatten, aber das Feedback nach dem Treffen war sehr positiv. Wir haben alle wesentlichen Punkte angesprochen und vorgestellt.

Man kann inzwischen sagen, dass bei uns nicht mehr darüber diskutiert wird, ob man LOOP nutzt, sondern nur noch, wie man es denn nutzt. Das finde ich, ist schon ein sehr großer Erfolg für uns und wir sind immer noch überzeugt, dass wir mit LOOP den Zeitgeist getroffen haben, bzw. wir sicherlich 2-5 Jahre voraus sind.

Eine der großen Diskussionspunkte ist immer noch die lokale LOOP Installation, die einige Hochschulen wollen. Es geht um die Hoheit der Inhalte und die gefühlte Unabhängigkeit. Das widerspricht absolut unserem Cloud-Ansatz, aber es ist sehr verständlich, dass die Anwender, das haben wollen. Wir werden daher eine neue Exportfunktion anbieten, aber um LOOP lokal zu installieren zu können, braucht man enormen Sachverstand und viele Resources. Trotzdem ist es möglich und LOOP ist Open Source und wird es auch bleiben.

Damit kommen wir dann aber auch gleich zum nächsten Punkt, der Weiterentwicklung. Wir werden demnächst AGBs haben und damit eine neue “NewLOOP”-Seite launchen, damit jeder seine eigene LOOP-Instanz erstellen kann. Das soll sehr einfach gehen, damit wir keine Arbeit haben. Parallel sollen auch neue Domain-Namen für LOOP möglich sein, damit nicht jede LOOP-Instanz unter oncampus.de laufen muss. Das ist natürlich eine Menge Arbeit, aber wir denken nach wie vor, dass ganz viele Hochschulen LOOP brauchen, aber sie wissen es nicht.

Parallel muss LOOP aber auch mit unseren MOOC-Systemen verbunden werden, damit wir neue MOOC-Szenarien entwickeln können. Ich will hier gar nicht von cMOOCs sprechen, aber LOOP wäre ideal für solche Szenarien. Wie das funktioniert und  welchen Bedarf es da gibt, wird ein Hauptbestandteil meiner Arbeit sein.

Am Ende gab es noch etliche Tipps, Diskussionen und eine Menge Arbeit für uns, bevor wir dann den Workshop beenden konnten. Knapp 20 Leute werden jetzt offizielle LOOP-Badges für das 1.LOOP User Treffen bekommen und wir werden in der Google+ Gruppe weiter unsere Erfahrungen austauschen. Für das erste Treffen mit 6 Stunden Dauer war das ein Riesenerfolg und wir sind richtig Stolz, dass es mit LOOP weitergeht. Leider kennen viel zu wenig Leute diese Plattform und werden weiter versuchen, das Rad das fünfte mal zu erfinden. Dafür gibt es jedoch Tagungen und Fachzeitschriften, so dass wir LOOP immer weiter vorstellen können. Es bleibt also spannend und LOOP ist so lebendig, wie noch nie.